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TOP 500 REZENSENTam 20. November 2013
Sprengers Thema ist „Führung“, worunter er genauso die Führung von Personen versteht, wie auch die Modellierung der strukturellen Bedingungen im Unternehmen. Mitarbeiterführung also, die im Kontext der Unternehmensführung gedacht wird. Das ist kreativ und gibt selbst vermeintlichen Selbstverständlichkeiten neue Energie. Die Idee zum Beispiel, das ganze Unternehmen auf die „Probleme der Kunden“ auszurichten bettet er systemisch ein. Und Reinhard K. Sprenger zeigt, was passieren muss, damit „Kundenorientierung“ keine Worthülse bleibt. Denn Voraussetzung für Kundenorientierung ist eine Unternehmensumgebung, die es schafft, „ein Problem als gemeinsames Problem zu präsentieren“. Und wer ein gemeinsames Problem beackert, wird auch gemeinsam erfolgreich sein. Und um gemeinsamen Erfolg zu erleben, sind Entlohnungssysteme wichtig, die den gemeinsamen Anteil am Erfolg auch abbilden. Eine klare Absage gegen riesige Managergehälter, denn „kein Mensch kann mit Wirklichkeitssinn behaupten, dass ein Manager mehr Wert schöpft als 100, 200 oder 300 seiner Mitarbeiter“. Auch ein schönes Beispiel für Sprengers systemisches Denken: Kundenorientierung mit dem Gehaltsgefälle im Unternehmen kurzzuschließen.

Roter-Reiter.de – Fazit: Sprenger tritt in „Radikal führen“ an, dem Thema Führung auf den Grund zu gehen. Dazu kartografiert er das Gebiet in die fünf Kernbereiche Zusammenarbeit organisieren, Transaktionskosten senken, Konflikte entscheiden, Zukunftsfähigkeit sichern und Mitarbeiter führen. Das klingt nach Systematik und Wissenschaft – ist aber weder das eine noch das andere. Denn Sprengers Referenz ist seine Erfahrung als Berater. Vor allem aber der gesunde Menschenverstand. Und genau darin liegt auch Sprengers Bedeutung für das Management: Im ungenierten Hinterfragen und Bloßstellen von Methoden und Routinen. Im Insistieren auf das Gespräch, ohne daraus ein ritualisiertes Mitarbeitergespräch zu machen. Oder eben im Anmahnen des gesunden Menschenverstandes. Dafür nehmen wir billigend in Kauf, dass er sich in “Radikal führen” erst mal in Rage reden muss. Und dass er anstatt eines Grundlagenwerkes einen gut und spannend geschriebenen Essay voller Zuspitzungen und vor allem voller guter Ideen abgeliefert hat.
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TOP 500 REZENSENTam 31. Dezember 2012
In "Radikal führen" analysiert Reinhard Sprenger das Führungsverhalten der Manager. Es sind Parallelen erkennbar zu Aussagen in seinen früheren Werken. Dennoch handelt es sich nicht um Wiederholungen. Die Zielsetzung ist eine andere. Sprenger bringt in diesem Buch auf den Punkt, was an Führung essenziell ist. Er destilliert aus dem Führungsverhalten der Manager zeitlose Kernaufgaben der Führung heraus.

Der Zweck der Führung besteht darin, das Überleben des Unternehmens zu sichern. Sprenger unterscheidet nicht zwischen guter und schlechter, sondern zwischen erfolgreicher und nicht erfolgreicher Führung. Führung wird für Erfolg bezahlt. Zu den Kernaufgaben zählt Sprenger "Zusammenarbeit organisieren", "Transaktionskosten senken", "Konflikte entscheiden", "Zukunftsfähigkeit sichern" und "Mitarbeiter führen".

Die Besinnung auf gemeinsam zu lösende Probleme führt auf natürliche Weise zu Zusammenarbeit. Ein Unternehmen überlebt wirtschaftlich, wenn es Probleme der Kunden löst. Ein "Das ist nicht mein Problem!" darf es im Unternehmen nicht geben und sollte zur Abmahnung führen. Die Organisation des Unternehmens muss sich am Auftrag des Kunden orientieren. Pragmatiker sind gegenüber Perfektionisten und Idealisten vorzuziehen.

Auffallend sind in Sprengers Büchern die Betonung der Individualität ("Fair ist es, Menschen nach ihrer Art zu behandeln. Nicht nach Ihrer." [Aufstand des Individuums]), die Favorisierung einer Vertrauenskultur ("Indem Sie Vertrauen, gehen Sie als Chef davon aus, dass der Mitarbeiter ihr kooperatives Verhalten nicht ausbeutet." [Vertrauen führt]) und der Wunsch nach Abbau von staatlicher Bürokratie ("Der Staat beschäftigt sich zu 90 Prozent mit Problemen, die er selbst erzeugt hat." [Der dressierte Bürger]). Diese Leitgedanken finden sich in "Radikal führen" wieder.

Eine Führungskraft muss die Entscheidbarkeit von Ziel- und Wertkonflikten sichern. Sie muss stören, hinterfragen, infrage stellen. Selbstführung ist zu ermöglichen. Dennoch gibt es nach Sprenger keine Erfolgsrezepte, sondern nur Zutaten. Seine Bücher zählen seit Jahrzehnten zu den wichtigen Zutaten einer erfolgreichen Führung, wenngleich ich die Originalität von "Mythos Motivation" in diesem Buch ein wenig vermisse.
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am 18. September 2012
Und er hat es wieder getan. Reinhard Sprenger hat ein Buch über Führung geschrieben. Der Titel ist reisserisch und mag den Interessenten in die Irre führen.

Dieses Buch ist nicht extrem, sondern geht an die Wurzel von Führung in Organisationen. Es ist Reinhard Sprengers lesefähigstes Buch. Er reduziert Führung auf fünf Kernaufgaben: Zusammenarbeit organisieren, Transaktionskosten senken, Konflikte entscheiden, Zukunftsfähigkeit sichern und Mitarbeiter führen. Allein diese Reduktion bereitet Lust aber auch Betroffenheit (wenn man sich als Führungskraft begreift) beim Lesen. Dieses Buch ist nicht Zeitgeist. Es spielt in einer anderen Liga als die tausenden Bücher zum Thema Führung, die als "Kochrezepte" daherkommen und am Ende des Tages nicht hilfreich sind. Dennoch bietet Sprenger nach der Arbeit mit der Wurzel (Radikal kommt vom lateinischen radix= Wurzel auch jeweils einige Seiten "Was tun" an.

Nach über dreissig Jahren eigener Führungserfahrung kann ich sagen: Das ist es! Wenn Führung so in den Unternehmen durchdacht würde, könnten riesige Potentiale gehoben werden. Lassen sie sich vom Cover nicht abschrecken!
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TOP 500 REZENSENTam 27. Februar 2016
Viele Managementbücher sind Zeitdiebe, vor allem, wenn sie kaum mehr als eine handvoll Gedanken auf Buchlänge auswalzen. Die lässigste und vor allem zeitschonendste Haltung ihnen gegenüber ist die: Reiße die 10 wichtigsten Seiten heraus und wirf den Rest des Buches einfach weg. Bei diesem von Sprenger sind es aber viel zu viele Seiten, die man nicht missen möchte ;-).

■ RATSCHLÄGE
• Vergessen Sie methodischen Quatsch wie offene und geschlossene Fragen, kommen sie ins Gespräch
• Unternehmensgebäude sind verräumlichte Kooperationssysteme. Organisieren Sie Stehungen statt Sitzungen und nonterritoriale Arbeitsplätze
• Mit Platon plädiert Sprenger für das Sprechen. Schreiben arretiert. Nur das Ungeschriebene ist den Menschen eingeschrieben.
• Widmen sie Ihren Mitarbeitern Zeit. Zeit ist das härteste Kriterium für Bedeutungszuweisung
• Sprechen Sie oft miteinander, vertrauen Sie ihnen, bezahlen Sie sie gut und fair und gehen Sie ihnen dann aus dem Weg.

■ REZIPROZITÄT
• Unternehmen ist eine Leistungspartnerschaft, die um die zentrale Idee der Zusammenarbeit gebaut ist.
• Der Mensch ist ein reziprokes Wesen: Er verhält sich gemäß Norm, wenn andere es auch tun.
• Das Ziel muß sichtbar sein
• Zugehörigkeit über ein gemeinsames Ziel definieren
• Zielsysteme können die Zusammenarbeit blockieren

■ GEHALT
Zur Gehaltshygiene stellt Sprenger fest, daß Deutschland eine Neidgesellschaft ist und Neid heiße, etwas begehren, ohne den Preis dafür zahlen zu wollen, er bezweifelt aber den Wirklichkeitssinn, daß ein Manager (innerhalb eines Unternehmens!) mehr Wert schöpft als 100, 200 oder 300 Mitarbeiter. Dem einen mehr, den anderen dafür weniger geben, mache - das sei wissenschaftlich gestützt - den einen in geringerem Maße zufriedener als es die anderen unzufriedener mache.

■ HEIDEGER UND HEGEL
Führung wird erst sichtbar, wenn sie vermißt wird. „Hier ist doch Führung gefordert.“ „Das ist doch Chefsache“. So höre man es oft. Der Philosoph Martin Heidegger hätte aber gesagt, daß Führung in ihrer Anwesenheit abwesend ist.
Zu den reizvollsten Aufgaben der Unternehmensführung gehöre die Wechselwirkung von Ich und Wir, von Individuum und Gemeinschaft. Zuletzt habe der Philosoph Georg Friedrich Wilhelm Hegel recht: „Ich, das Wir, und Wir, das Ich ist“.

■ SPRACHLICH KREATIV?
Übertreibt es der Autor mit seiner Vorliebe zu Sprachspielchen? Seine etymologischen Hinweise sind zweifellos hilfreich:"Verdienst" auf "anderen dienen" zu beziehen, ist erhellend. Das Kunstwort Contrablem" im Gegensatz zu "Problem"zu prägen, ist instruktiv. Sprenger will darauf hinaus, daß jedes Problem ein Ziel ist, aber nicht jedes Ziel ein Problem. Wer kein Problem hat, greift zum Ziel.
Widersprüchlich wirkt jedoch, daß er mit Instrumenten und Abläufen ins Gericht geht, die marktmechanistisch denkenden Unternehmensberater kritisiert, aber dann mit dem eigenen Vokabular (committment und comitten) in den sprachlichen Atavismus der Beraterbranche verfällt (beeindrucke den Kunden durch englisches Geblubber) . Schaut man sich einmal die Bedeutungsvielfalt von "committment" an, wirkt sein Gebrauch im Deutschen geradezu wie eine Flucht aus der Verbindlichkeit und Eindeutigkeit:
• der Einsatz, das Engagement, die Bindung
• die Einstandspflicht, die Festlegung, die Hingabe, die Überantwortung
• die Verpflichtungserklärung
• die Rechnung, das Commitment, das Obligo, die Zusage
• die Eintrittsverpflichtung
• [psych.] die Einweisung
• die Selbstverpflichtung
• die Verpflichtung, die Verbindlichkeit
• commitment to | das Bekenntnis zu
• without commitment | unverbindlich
• no commitment | keine Verpflichtung

■ ZUSAMMENARBEIT ORGANISIEREN
• Zusammenarbeit herbeiführen, die sich von alleine nicht ergibt.
• Das klassische Mitarbeiter-Gespräch fokussiere bilaterale Beziehungen, spräche aber nicht das Team als Ganzes an.
• Führen heißt mit durchschnittlichen Menschen überdurchschnittliche Leistung erzielen
• Zusammenarbeit ergibt sich nicht von selbst; sie muß den Menschen und Umständen abgerungen werden.
• Das zentrale Problem liege in der Unwahrscheinlichkeit, daß es Managern dauerhaft gelingt, miteinander erfolgreich zusammenzuarbeiten. In den Top-Etagen gäbe es verdeckte eigene Interessen.
• „Wenn also Menschen nicht zusammenarbeiten, dann sind dafür selten individuelle Defizite verantwortlich. Zumeist fehlt ein Problem, das als „gemeinsames“ Problem anerkannt ist. Dann ist keine Kooperationsdividende zu erzielen.“

FAZIT
Es ist ein unerwartet großes Vergnügen dieses Buch zu lesen, mit seinen philossophischen und etmymologischen Randbemerkungen ist es fast schon ein Brevier für Manager. Einen Teil seiner Spannung bezieht es daraus, daß der Autor die Führungskräfte aller Hierachieebenen anspricht. Irgendwann fällt dem Leser, der nicht CEO ist, auf, daß es so viele Ansprachen an CEOs enthält, daß es zwar für die Nicht-CEOs unterhaltsam, aber nicht gleichermaßen nützlich ist. Mit Bezug auf Friedrich den Großen sagt Sprenger: "Servir et diparaître.- Diene und verschwinde". Das sei radikal führen. Die Grenzen dieses Diktums muß sich der Leser selber überlegen.
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am 18. September 2012
Radikal führen | R. Sprenger

Mythos Motivation von Reinhard Sprenger war schon ein Bestseller, den ich schon vor ca. 20 Jahren gelesen habe. Nun begibt er sich nach ein paar Jahren Frontarbeit in ein interessantes Thema, dem Radikalen führen. Zugegeben, der Titel ist hart, aber nichts anderes stellt dieses Werk für mich dar - Die harte Wahrheit über das Führen.

Endlich mal ein Buch, dass nicht damit glänzt "neues" zu propagieren, sondern das Thema "Führen" an der Wurzel anpackt und dabei vielmehr damit glänzt, Dinge wegzulassen.

2 Einflüsse/Sichtweisen werden hier gleich zu Beginn aufgegriffen: Die des Personalisierten Verhaltens beim Führen und die der Systemtheorie. Kluge Menschen (Führungskräfte/Manager) haben in dummen Organisationen keine Chance, diese gewagte These wird einem umsomehr bewusst, je mehr man sich mit den Inhalten aus diesem Buch beschäftigt.

Warum gibt es Unternehmen?
Unternehmen sind Kooperations-Arenen. Demnach sind die Führungsaufgaben einer Führungskraft: Zusammenarbeit herbei"führen"

Letztlich läuft alles auf die Frage hinaus, ob man IN einem Unternehmen arbeitet oder ALS Unternehmen.

Das war der erste Punkt, was gleichzeitig auch die meisste Seitenanzahl hat. Die weiteren Punkte machen das Buch erst recht zu einem MUSS!

Für mich eine klare Kaufempfehlung mit der großen Hoffnung, dass dieses Buch auch von den "Führungskräften" gelesen wird, die ihrer Meinung nach alles schon wissen und Jahrelang die gleichen Fehler machen. Die Frage, die hier an dieser Stelle wichtig ist wäre "Was behindert die Zusammenarbeit?"

Mit Radikalen Grüßen,
Murát Pascal 'Dursun
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am 23. September 2012
Hat das alles noch einen Sinn für Unternehmen? Führungsqualität, Leitlinien, Prämien und Boni, Führungsgrundsätze, potente Vorstandsvorsitzende und andere Leithammel? Sprengers „Radikal Führen“ bestreitet das. Aber es gab mal eine Zeit, als gute Führung noch etwas galt, da wurden noch echte Führungskräfte hofiert, Männer mit Charisma, die ihre Mitarbeiter anfeuerten und zu Höchstleistungen mitrissen. Boni wurden bezahlt und Lobgesänge wurden angestimmt. Diese Zeiten sind vorüber, seit Sprenger mit seinem „Mythos Motivation“ die Mitarbeiterführung revolutionierte. In der Folge hat er es zum „einzigen deutschen Management-Guru geschafft, der diesen Titel wirklich verdient“. So schrieb jedenfalls die Financial Times Deutschland.
Und nun sein neues Buch „Radikal führen“. Das soll offensichtlich der Idee von guter Führung und individueller Führungsqualität als Garanten des Erfolgs ein Ende bereiten. Es soll bewusst machen, dass Leitlinien und Führungsgrundsätze in Unternehmen nur „säkularisierte Bibeln“ sind, dass Führungskräfte, die sich an diesen Bibeln orientieren, nur der Verführung von „Moral-Blähungen“ unterliegen. Radikal führen meint: Man darf keine Sonderstellung des Wertes „gute Führung“ reklamieren, denn damit fordert man auf, Möglichkeiten zum Geldverdienen zu ignorieren. Ausschließlich der Erfolg zählt, nicht jedoch der Weg dahin. Doch auch Sprenger weiß: Es gibt zahlreiche Unternehmen, die noch dem alten Glauben an „gute Führung“ anhängen und folglich vom Misserfolg bedroht sind. Woher sollen die wissen, was der richtige Weg ist?
Verzweifelt nicht, Ihr Unternehmer, Top-Manager und Führungskräfte, die ihr noch keinen Weg aus diesem Irrglauben erkennt: Guru Sprenger weiß auch Euch Rat. Man braucht sich nur nicht wörtlich an seine Predigt von der Verführung durch „Moral-Blähungen“ halten. Nein, Sprenger präsentiert uns mit „Radikal führen“ seine eigene „säkularisierte Bibel“ mit fünf Geboten, die den wahren Weg zum Führungserfolg zeigen. Er verlangt von einer Führungskraft, diese Gebote „grundsätzlich, immer und überall“ zu befolgen. Die fünf Gebote sind
1. „Du sollst die Zusammenarbeit organisieren“,
2. „Du sollst die Transaktionskosten senken“,
3. „Du sollst Konflikte entscheiden“,
4. „Du sollst die Zukunftsfähigkeit sichern“ und
5. „Du sollst die Mitarbeiter führen“.
Die Frage sei erlaubt: Stehen diese fünf Gebote nicht mehr oder weniger vollständig, zumindest sinngemäß, in den von Sprenger so heftig angegangenen „Moralblähungen“ oder Leitsätzen der meisten Unternehmen? Wieso mutieren sie bei Sprenger zu „grundsätzlich, immer und überall“ zu befolgenden Geboten?
Die Fokussierung von Führung auf genau diese fünf Grundsätze mag ja durchaus neu sein, aber dieses und ähnliches kann man überall lesen. Bleibt die Hoffnung: Vielleicht gibt Sprenger ja neue Ideen oder Handlungsanweisungen zum Besten, wie man seine Gebote umsetzen soll. Aber auch da wiederholt er nur alt Bekanntes.
Das Fazit: Bekannte Zutaten werden zu einem Cocktail mit neuem Namen gemixt. Da ist nichts wirklich neu, aber es ist vom Guru, und das ist es, was zählt. Das Buch „Radikal führen“ braucht man nicht wirklich. Wer es trotzdem kauft, investiert damit in den sicheren Erfolg - für Sprenger.
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am 31. Mai 2014
Wer in Deutschland an einer öffentlichen Hochschule studiert, der nimmt aus der Unternehmensführungs-Vorlesung in der Regel nicht viel mit. Man lernt eine Menge Definitionen auswendig (Ziele, Prozesse, Strukturen, etc.), weiß aber am Ende nicht, was Unternehmensführung jetzt konkret bedeutet und wie sie in der Praxis funktioniert.

Genau diese Lücke hat Sprenger mit seinem Buch „Radikal führen“ geschlossen. Endlich erzählt mal jemand mit intellektuellem Anspruch und Erfahrung, wie die Praxis aussieht und wie gute Führung gestaltet werden kann.

Der Titel führt zunächst etwas in die Irre – tatsächlich geht es Sprenger nicht darum, einen Ratgeber für radikale (im Sinne von rücksichtsloser) Führung zu schreiben. Es geht ihm darum, Führung von der Wurzel her zu erklären. Und indem er die anthropologischen Wurzeln des gemeinsamen Zusammenarbeitens - das gemeinsame Problem - freilegt, gelingt ihm dies auch sehr eindrucksvoll. Sofort wird klar, warum in großen Unternehmen Mitarbeiter häufig das Gefühl haben, auf viele ihrer Kollegen verzichten zu können: Innerhalb des bestehenden institutionellen Rahmens haben sie kein gemeinsames Problem. Sie brauchen einander nicht, warum sollten sie also mit ihrem Kollegen kooperieren?

Schon zu Beginn des Buches stellt sich Sprenger somit gegen das personenzentrische Denken, welches in der Literatur bislang so weit verbreitet ist. In vielen Fällen ist es eben der institutionelle Rahmen, der verzogen ist – und nicht der Mitarbeiter. Dieses Passungsproblem zwischen Individuum und Institution zieht sich wie ein roter Faden durch das Buch, welches sich an den fünf Kernaufgaben der Führung entlang hangelt:

- Zusammenarbeit organisieren
- Transaktionskosten senken
- Konflikte entscheiden
- Zukunftsfähigkeit sichern
- Mitarbeiter führen

Die Kapitel sind sehr schlüssig geschrieben, fast auf jeder Seite gibt es irgendein „Aha-Erlebnis“. Das macht großen Spaß, auch wenn Sprenger einige seiner Gedanken wiederholt, wenn er deren Bedeutung erneut unterstreichen will (sehr amerikanisch).

Insbesondere das Kapitel über die Transaktionskosten hat mich beeindruckt. Jeder, der mal in einem Konzern oder einer Behörde gearbeitet hat und anschließend dieses Kapitel liest, wird vor permanentem Nicken fast den Zeilenanschluss verlieren.

Unterm Strich ist es wirklich ein tolles Buch, das meiner Meinung nach die komplette Vorlesung zur Unternehmensführung ersetzen kann. Hier lernt man wesentlich mehr. Für den Beruf und das Leben.
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am 18. Juni 2013
Radikal führen ist ein viel versprechender Titel.
Gleichzeitig schreibt Sprenger für ihn ungewöhnlich locker und gut verständlich. Das mag manchen zu dem Eindruck verleiten, es gäbe hier nicht viel Neues, schon gar nichts Radikales.

Irrtum. Wer sich durch den angenehmen Schreibstil nicht zum "schnell mal durchlesen" verführen lässt, wird die tatsächlich neuen Ansätze und manches Mal auch provokanten Gedanken im Sinne eines neuen Führungsverständnisses (Future Leadership) sehr wohl entdecken:

* personenzentrierter Ansatz versus systemischer Ansatz
* nicht in "oben und unten", nicht "mitarbeiterorientiert oder aufgabenorientiert" sondern "innen und außen" denken
* vertikale Hierarchie vs. horizontale Hierarchie (da ist in klassischen Unternehmen Sprengstoff drin, denn es geht nicht einfach um Lean Management zwecks Kostenminimierung)
* Veränderung/ Entwicklung nicht im System sondern am System (nur ein kleiner verbaler Unterschied, doch immens in der Auswirkung)
* neues Führungsverständnis im Sinne von "dienende Rolle der Führungskraft"
* Führung ist mehr als das Handeln von Individuen und beginnt jenseits der Routine
... und noch Einiges mehr.

Eine absolut lohnenswerte Lektüre, die hoffentlich vielfach zu praktischen Konsequenzen führt!
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am 26. Mai 2013
Das Buch enthält einige Richtigkeiten aber zugleich auch Banalitäten über Führung. Ihm fehlt führungstheoretische und entschieden empirische Fundierung und Aufbereitung. Manches scheint anderswo entlehnt, ohne dass dies kenntlich wird. Im übrigen setzt er sich mit substantiellen Beiträgen der fundierten Fachwelt zu Management und Führung nicht auseinander: Führung = Sprenger? Das riecht ein bisserl überheblich und ignorant, scheint eher auf Autorenschaft mit Marketingunterstützung des Verlags zu zielen als auf Expertise. Als Fachbeitrag zu Führung mehr als zweifelhaft. Für Praktiker wie für die Führungskräfteentwicklung in Unternehmen ist das Buch nicht ernst zu nehmen. Sprenger's Buch Mythos Führung ist bislang m.E. das Einzige, mit dem er einen Beitrag zur Weiterentwicklung der Managementdiskussion geleistet hat.
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am 19. Oktober 2012
Schlimm, schlimm, schlimm, was sich der nach eigenen Angaben "profilierteste Managementberater Deutschlands", Dr.R.K.Sprenger da mit seinem neuen Buch radikal führen leistet. Einen solchen Titel zu wählen und dann diesen inhaltlichen Flachsinn auf 280 Seiten zu verbraten, das ist schon dreist. Da nutzt es auch wenig, wenn man sich als Autor schon auf Seite 15 dafür entschuldigt, dass man in der Sache nichts Neues zu sagen hat. Bei Maliks "Führen, Leisten, Leben" Ideen zu klauen, diese gelegentlich zu wiederholen und an anderen Stellen lauwarm zu wiedersprechen und ansonsten nur dröge Allgemeinplätze in Sachen Führung von sich zu geben - was soll das? Und noch genialer: ein Buch radikal führen zu nennen und dann das Thema der Führung von Mitarbeitern überhaupt nicht behandeln zu wollen, da man alles Wesentliche zum Thema schon andernorts geschrieben hat - was für ein Quark!Da hat wohl jemand wieder einmal ein Buch auf den Markt bringen müssen und ihm ist in den letzten Jahren irgendwie nichts Neues mehr eingefallen. Ich finde, wenn man nichts mehr zu sagen hat -was ja durchaus passieren kann - dann sollte man es eben auch sein lassen. Ich jedenfalls kann dieses Buch niemandem zur Lektüre und schon gar nicht zum Kauf empfehlen. Dafür ist das fachliche Niveau des Buches einfach zu schwach.
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