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46 von 48 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gemeinsame Achterbahnfahrt mit Michel Eyquem de Montaigne
Vorweg möchte ich erwähnen, dass ich diese Rezension so schreibe, dass Interessierte ein Gefühl dafür bekommen, ob ein Kauf dieses Buches lohnenswert bzw. bereichernd für sie sein kann.

Zwar heißt der Titel "Wie soll ich leben? oder Das Leben MONTAIGNES in einer Frage und zwanzig Antworten", das vorliegende Buch ist jedoch in...
Veröffentlicht am 22. September 2012 von M. Herkenrath

versus
0 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Enttäuschte Erwartungen.
Bei Seite 123 habe ich mich entschlossen, dass Buch in meinen Bücherschrank zu stellen, da es optisch ansprechender ist, als es der Inhalt bis dahin für mich war. Der Titel erschien mir vielversprechend - obwohl ich das Wort "soll" in der Frage schon etwas merkwürdig empfand. Vielleicht war es gerade das, was mich reizte, das Buch zu lesen. Am Anfang war...
Veröffentlicht am 3. Januar 2013 von buchfreundin


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46 von 48 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gemeinsame Achterbahnfahrt mit Michel Eyquem de Montaigne, 22. September 2012
Vorweg möchte ich erwähnen, dass ich diese Rezension so schreibe, dass Interessierte ein Gefühl dafür bekommen, ob ein Kauf dieses Buches lohnenswert bzw. bereichernd für sie sein kann.

Zwar heißt der Titel "Wie soll ich leben? oder Das Leben MONTAIGNES in einer Frage und zwanzig Antworten", das vorliegende Buch ist jedoch in erster Linie das Zweite: eine sehr detailreiche und trotzdem anschauliche Biographie von Michel Eyquem de Montaigne. Ich hatte im Vorfeld zumindest das Gefühl, dass der Schwerpunkt auf Ersterem liegen würde.
In diesem Buch stellt Sarah Bakewell das gesamte Leben Montaignes und dessen gesellschaftliche Rahmenbedingungen dar. Detailliert werden die politischen Verhältnisse und Wirren des 16. Jahrhunderts dargestellt. Besonders am Anfang wird stark darauf eingegangen. Dies ist natürlich sehr wichtig um die Voraussetzungen und Einflüsse zu verstehen, die überwiegend zu Montaignes Ansichten geführt haben. Auch die Erziehung, die er genossen hatte, wird besonders zu Beginn eingehend erläutert. So empfand ich, als jemand der besonders auf den lebensbejahenden philosophischen Inhalt erpicht war, die ersten Seiten etwas mühselig zu lesen. Daher kann ich nur empfehlen, sich von diesem ersten Eindruck nicht unterkriegen zu lassen. Ohnehin war meine persönliche Herangehensweise natürlich falsch, was der Text auf der eingeklappten Seite des Buchumschlages schön auf den Punkt bringt: "Wie soll man Montaigne lesen? Nicht wie ein Kind, um sich zu amüsieren, und nicht wie die Ehrgeizigen, um sich zu belehren. << Nein. Lesen sie ihn, um zu leben!>>".
Zwar ist diese Aussage in erster Linie auf die von Montaigne verfassten Essais gemünzt, genau so sollte man aber auch das Buch von Sarah Bakewell lesen. Denn sie nimmt einen mit auf eine Fahrt in der Lebensachterbahn des Montaigne. Am Anfang beginnt es (ähnlich wie bei einer echten Achterbahn auch) mit dem ruhigen Begehen des Umfelds und dem anschließend langsamen Aufstieg zum Punkt, an dem die Geschichte des Lebens von Montaigne volle Fahrt aufnimmt. Ab dann nimmt einen jede Seite emotional mit. Sarah Bakewell erzählt von Montaignes Erlebnissen, seinen Gedanken, von ihm wohlgesonnenen Menschen, von Menschen die ihn verabscheuten und natürlich vor Allem von Montaignes Gefühlen und Beobachtungen.
Die (nach Bakewells Ansicht) wichtigsten Kerngedanken, die entscheidenden Motti seines Lebens, sind eben diese zwanzig möglichen Antworten (jede "Antwort" stellt ein Kapitel dar) auf die eine Frage, wie man leben soll. Man darf also nicht erwarten, dass einem hier gesagt wird, wie man selbst gut lebt. Hier wird einzig und allein das Leben eines Mannes und SEINER Suche nach einem guten Leben beschrieben. Es belehrt nicht. Jeder Leser kann frei entscheiden, ob er auch etwas davon in seine Gedankenwelt übertragen kann.
Die Stärke dieses Buchs liegt in der schönen erzählerischen und gefühlvollen Darstellung seiner Höhe- und Tiefpunkte sowie der Drehungen und Wendungen seines Lebens. Ich war erstaunt, wie gefesselt ich am Ende doch tatsächlich davon war. Ich hatte Tränen in den Augen, als sich die Erzählungen dem Tode Montaignes näherten und diesen dann erfassten. Wie in den Bann gezogen hatte ich das Gefühl, diesen Menschen kennengelernt und ihn im Zeitraffer sein Leben lang begleitet zu haben; um am Ende von ihm Abschied nehmen zu müssen.

Im Buch selbst wird vielfach darauf eingegangen, dass viele Leser von Montaignes Essais das Gefühl haben, einen Freund gefunden zu haben, der ihnen aus der Seele spricht. Das kann ich für mich auch von dieser Biographie sagen. Mit diesem Buch von Sarah Bakewell habe ich das Ticket für die schönste und am Ende traurigste Achterbahnfahrt gelöst, die ich bisher erlebt habe. Lesen Sie es, um zu leben!
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22 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen „Was die Lebenskraft angeht, ist keine Kreatur so verwundbar wie der Mensch“, 16. November 2012
Vorab sei gesagt, dass ich mich vor der Lektüre dieses Buches mit Michel de Montaigne schon sehr viel beschäftigt habe, nicht nur Auszüge aus seinen Die Essais habe ich mit Freude gelesen, sondern habe mich auch eingehend mit seiner Lebensbiographie auseinandergesetzt und sogar selbst einen Artikel im deutschen Autorenportal Suite 101 geschrieben, so dass ich die vorliegende Biographie durchaus kritisch und mit einigem an Vorwissen lesen konnte. Nun möchte ich an dieser Stelle die Essais in der neuen Übersetzung von Hans Stilett empfehlen: Essais: Erste moderne Gesamtübersetzung von Hans Stilett.

In diesem Buch von Sarah Bakewell wird nicht nur das Leben und Denken von Michel de Montaigne sehr detailliert beschrieben, sondern auch das geschichtliche Umfeld und die Rezeption seiner Essais durch die Jahrhunderte. Ich wurde sehr positiv überrascht von Bakewells großen Überblick, ihrem überaus breiten Wissen über Montaigne und vor allem von ihrer Fähigkeit, in lockerer Weise über die Ereignisse und über Montaignes Philosophie zu schreiben, so dass diese fast in Romanform geschriebene Biographie nie mit kopflastigen Details überschüttet wird und insgesamt nichts an wichtiger Information auslässt. Obwohl ich schon vieles über Montaigne wusste, konnte ich in diesem Buch noch einige neue Informationen über ihn in Erfahrung bringen. Vor allem interessant war die in den letzten zwei Kapiteln enthaltenen Bemerkungen über das Verlagsschicksal seiner Essais. Dadurch, dass Montaigne seine Essais immer wieder korrigierte und weiter bearbeitete und dadurch, dass sich das Werk in den Händen zweier Freunde Montaignes befand, die die Möglichkeit hatten das Werk eigenmächtig zu bearbeiten und unter seinem Namen erscheinen zu lassen, ist es nicht ganz sicher, ob alle Schriften von ihm stammen und es besteht die Frage, wie sehr sie im Laufe der Zeit, bei Übersetzungen interpretatorischen Veränderungen erlegen sind. Nichtsdestotrotz lebt das Werk von Montaigne im Leser weiter, jede Generation interpretiert die Essais auf seine eigene Art, dem Zeitgeist entsprechend und das macht Montaigne zu einem zeitlosen, lebendigen Autor. Immer gleich blieb und bleibt das Gefühl des Verstandenwerdens, dem Leser wird sozusagen ein Spiegel vorgesetzt, der jedoch von Montaignes großer Gelassenheit gefärbt ist, so dass sich der Leser zwar darin betrachten kann aber von Montaignes menschlicher Stärke getragen wird und nicht in einen Abyssus stürzen kann. Montaigne war ein Menschenkenner, der seine Kenntnisse über den Menschen aus der Betrachtung seiner selbst gewonnen hat. Aufrichtig bis zur Gefahr der Blamage, erzählt er in seinen Essais alles, was ihm durch den Kopf geht, alles was er von seinem Körper und seinem Geist in Erfahrung bringen kann und der Autorin dieses Buches gelingt es einen breiten Überblick über diese Persönlichkeit zu geben. Das Buch ist mit vielen Zitaten aus den Essays und mit vielen spannenden Anekdoten gespickt. Montaigne war ja nicht nur Schriftsteller, sondern auch Politiker – er war 4 Jahre lang Bürgermeister von Bordeaux – und war auch ständig in Kontakt mit der geistigen Elite der damaligen Zeit, was bedeutet, dass er sich zwar zum Schreiben der Essais einige Zeit aus der Gesellschaft zurückzog, insgesamt jedoch ein sehr gesellschaftspräsenter Mensch war, verheiratet sogar und Freundschaften pflegend, er hatte ein voll ausgelebtes Leben vorzuweisen, genau das macht seine Essais auch aus: er schreibt über sein gelebtes Leben, wie es kein anderer vor und nach ihm gekonnt hatte. Deshalb sind die Gedanken Montaigne heute noch immer interessant und lebendig.
Insgesamt sei die Lektüre dieser spannenden, erbaulichen Biographie von Sarah Bakewell, einer wirklich exzellenten Autorin, wärmstens empfohlen.
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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der erste Blogger, 5. Januar 2013
Bei der Lektüre von "Wie soll ich leben? oder: Das Leben Montaignes" fühlte ich mich oftmals erinnert an Diskussionen über Social Media. Viele Menschen fragen sich, was andere Zeitgenossen dazu bewegt, ihr privates Leben in Facebook & Co. auszubreiten. Wen interessiert es denn, was irgendjemand zu Mittag gegessen hat oder welches Buch der gerade liest? Auch die Essays von Montaigne waren solcher Kritik über die Jahrhunderte ausgesetzt.

Und doch haben Sie Millionen von Lesern zu ganz unterschiedlichen Epochen fasziniert und inspiriert. Dabei war Montaigne keineswegs diskreter oder selektiver als heutige Social-Media-Enthusiasten: Er berichtete über seine Krankheiten genauso detailiiert wie über seine Erektionen, nebenbei grübelte über die banalsten Alltagsbeobachtungen nach. All das schildert die Autorin sehr anschaulich und durchaus auch mit einer ironischen Distanz.

Der Reiz des Buches liegt meiner Ansicht nach in dieser Mischung aus Biografie und Rezeptionsgeschichte. Das der Stoff nicht chronologisch, sondern eher thematisch aufbereitet wurde - nämlich anhand der Frage "Wie soll ich leben?" und den entsprechenden zwanzig Antworten - ist auf dem ersten Blick eine ungewöhnliche Gliederung, die aber perfekt den formlosen und umherschweifenden Räsonierens Montaignes entspricht.

Montaigne ist den Verfassern von Personal Blogs und Facebook-Posts näher verwandt als den vielen Memoiren-Schreibern, die im Interesse ihres Nachruhms ihre eigene Biografie glätteten und schönten. Gedanken flossen bei Montaigne weitgehend ungefiltert in die Feder - und landete vermittelt über die Druckerpresse zwischen Buchdeckeln und in den Stuben des Lesepublikums. Im Zeitalter des Social Web hat sich dieser Weg verkürzt - die Blogger heutzutage können ihre Gedanken in Sekunden-Schnelle in die Welt hinaus schicken. Das hätte Montaigne vielleicht gefallen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sachlicher Nährboden für eigene Rückschlüsse - Cool!, 6. April 2013
Von 
Mephitidas - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Ich habe mich vor Jahren an der Uni im Rahmen einer Seminararbeit einmal intensiv mit Montagne beschäftigt und habe mir beim Kauf dieses Buches spontan (und überheblich) folgendes überlegt:

- Was kann ich für mein eigenes Leben von Montaigne und Bakewells Beiträgen ableiten?
- Wieviel Montaigne steckt wirklich drin?
- Wie verarbeitet Bakewell Montaigne?
- Was hebt diesen "Lebensratgeber" von allen anderen, müssigen und oftmals trivialen "Lebens"-Ratgebern ab?

Sarah Bakewell hat - um auf den Inhalt des Buches zu kommen - 20 mögliche "Lebensphilosophien" in's Auge gefasst, nach denen Montaigne gelebt haben könnte, nach denen die heutigen Menschen leben könnten und welche u.U. das Geheimnis Montaignes zeitlosem Schaffen war. Von einigen dieser Ideen weiss man, dass sie tatsächlich Grundstätze Montaignes waren, weil er dies als Folgerung seiner alltäglichen Überlegungen und Beobachtungen ausdrücklich in seinen Tagebüchern so vermekt hat. Andere wiederum sind mögliche Leitsätze, die sich aus der Litartur ergeben (könnten). Abgeleitet aus der Geschichte des 16. Jahrhunderts, aus Briefwechseln, Chroniken von Geliebten, Urkunden, Spickzetteln, Randnotizen, dem Schaffen von Verlegern o.ä.

Allen 20 Antworten, die Sarah Bakewell mithilfe Montaignes Schriften "aufarbeitet", ist die Ausgangsfrage "Wie soll ich leben?" gemein. Die Antworten sind in insgesamt 20 Kapitel auf 355 Seiten verteilt und beginnen jeweils mit der Quintessenz der eigentlichen "Antwort", so z.B.

... Habe keine Angst vor dem Tod!
... Lebe den Augenblick!
... Werde geboren!
... Lies viel, vergiss das meiste wieder, und sei schwer von Begriff!
... Verkrafte Liebe und Verlust!
... Erwache aus dem Schlaf der Gewohnheiten!

Theoretisch wäre es (wenn auch erschwert) möglich, das Buch nicht chronologisch von vorne nach hinten zu lesen sondern die Reihenfolge selbst zu bestimmen. Denn die Autorin bearbeitet jede der 20 Fragen in einem eigenen Kapitel, das sich in sich schlüssig der voran gestellten Frage widmet. Dabei bewegen wir uns zwar mitten in der Lebensgeschichte Montaignes. Aufgrund des liberalen, philosophischen und weltoffenen Charakters - sowohl der Person Montaigne an sich als auch seiner Essais - lässt sich der Inhalt jedoch problemlos auf unser heutiges Tun und Handeln übertragen. Einer der Gründe übrigens, warum Montaignes Essais nach mehr als 400 Jahren auch heute noch als zeitlose Literatur gelten. Zugleich macht diese Tatsache das Buch nicht nur für Montaigne-Kenner, sondern auch für Neugierige aller Art interessant, die über sich und das Leben im Zuge eines der grössten Philosophen der Zeitgeschichte nachdenken möchten.

Und so habe ich mich - nach wenigen Seiten bereits - begeistern lassen von Bakewells sachlicher Aufarbeitung sowohl der literarischen Quellen, den chronologischen Zutragungen als auch den - was besonders schwierig ist - Deutungungen des Inhalts von Montaignes Schriften.
"Wie soll ich leben" ist für mich ein gelungen sachlicher, nüchterner aber dennoch aufwändig recherchierter Mix aus Geschichte, Philosophie und eigenen Interpreationen der Autorin. Ich stelle es mir (als fiktiver Autor) ziemlich schwierig vor, über Montaigne zu schreiben, ohne dem Leser zu viel Eigeninterpretation und Subjektivität aufzudrängen. Auch, weil Montaigne in seinen Essais vieles offen und im Unklaren lässt. Umso wichtiger scheint es mir, die geschichtlichen Hintergründe von damals zu kennen, um den Schriften Montaignes das nötige Verständnis entgegen zu bringen. Oder anders ausgedrückt: Wer Montaigne liest, ohne aber seine (möglichen) Beweggründe und die Geschichte dahinter zu kennen, wird vermutlich nur halb so viel davon "profitieren" können. Und genau hier schafft Sarah Bakewell mit diesem Buch enorme Abhilfe!
Sarah Bakewell versteht es - zur Freude des Lesers - sehr gut, nur so viel Information zu geben wie nötig ist, um aus Montaignes Schriften "aus dem Vollen zu schöpfen." Bakewell schreibt mir nicht vor, wie ich Montaigne lesen oder verstehen soll, sondern gibt mir mit ihrer aufwändig betriebenen Literatur- und Quellenrecherche sowie -Interpreation eine sehr gute Starthilfe, selber einen Zugang zu Montaigne zu finden. Denn schlussendlich muss jeder Leser und jede Leserin für sich selbst entscheiden, was sie aus den bereits damals als sehr weise geltenden Ansichten Montaignes in sein/ihr eigenes Leben übernehmen will.

Ich persönlich habe aus jedem der Kapitel wertvolle Erkenntnisse nicht nur über Montaigne, sondern auch über mich, mein Leben und vor allem auch das Leben des 16. Jahrhundert mitnehmen können. Und darin - so denke ich mir - liegt die wahre Kunst, über Montaigne zu schreiben: Die Kunst, dem Leser nichts "vorzuschreiben", sondern den zeitlosen Geist Montaignes - trotz der 355 Seiten - unberührt zu lassen. Montaigne unverfälscht verstehen und kennenlernen. Das ist für mich das grosse Geheimnis dieses Buches.

Sehr aufwändig, sehr sachlich, sehr empfehlenswert! Vier Sterne!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Großartig, 14. Januar 2013
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Montaignes Biographie zu verbinden mit seinen Essays, faktisch aus seinem Leben abzuleiten, was zu seinen überwiegend immer noch sehr aktuellen, tief humanistischen Erkenntnissen führte und dabei eine dieser Grunderkenntnisse nicht außer Acht zu lassen, dass nämlich alles veränderlich ist und auch scheinbar unumstößliche Wahrheiten ihr Verfallsdatum haben, dies allein ist schon großartig in seiner Schilderung. Dazu aber ein zeitgeschichtliches Panorama aufzumachen, Montaigne also in seinem Umfeld zu belassen, aus dem heraus er überhaupt einen Großteil seiner Anregungen fand und sich zugleich einer hervorragenden Stilistik zu bedienen, macht Bakewells Buch ebenso lehrreich wie unterhaltsam, ja man kann schon sagen, zu einem Meisterwerk seines Genres.
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15 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die Biographie ist faszinierend, aber ..., 29. September 2012
Von 
Christian Döring "leseratte" - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 50 REZENSENT)   
Die englische Autorin hat es geschafft mir das 16. Jahrhundert mit all seinen Religionskriegen und gesellschaftlichen Wirren und auch das Leben des Philosophen Michel de Montaigne besser näher zu bringen, als jede noch so gut gestaltete Geschichtsstunde dies geschafft hätte.

Mit der Art und Weise des Aufbaus dieses Buches und seines Anspruches uns heute "unsere Fragen nach einem guten Leben" zu beantworten, habe ich allerdings meine leichten Schwierigkeiten.

In 20 Kapiteln ist das Buch eingeteilt, dabei kann nicht behauptet werden, dass die Biographie chronologisch aufgebaut sei. Was die Beantwortung aktueller Lebensfragen betrifft, sind diese im Buch als Angebot beziehungsweise Impuls zum Weiterdenken präsentiert. Bei Sarah Bakewells Antwortversuchen hat es mir gelegentlich an Tiefe gefehlt.

Wie gesagt, von der Biographie bin ich begeistert. Wenn es allerdings um die Gegenwart und des Lesers Fragen geht, werden, auch durch die Aufmachung des Buches, Hoffnungen geweckt, die ich nicht erfüllt sehe. Vielleicht sind zwei so große Themen doch zuviel für ein Buch?
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Zeitlose Weisheit!, 31. Oktober 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Wie soll ich leben?: oder Das Leben Montaignes in einer Frage und zwanzig Antworten (Kindle Edition)
Montaignes 500 Jahre alte Ergebnisse seiner Beobachtung und seines Nachdenkens sind von verblüffender Aktualität. Obwohl er immer wieder Anleihen bei antiken Denkern und auch beim Ordensgründer Benedikt ("Finde das rechte Maß") macht, bietet seine praxisnahe Sicht der Dinge neue Denkanstöße zur Deutung der "modernen" Welt. Seine Essais sind kein "alter Schinken".
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5.0 von 5 Sternen Ein grandioses Buch!, 5. September 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Seit etlichen Wochen begleitet und fasziniert mich dieses Buch nahezu täglich und auch Michel de Montaigne mit
seiner unglaublich offenen Einstellung und Toleranz gegenüber anderen Kulturen.
Man kommt durch Sarah Bakewells geniale Einführung in die Welt und das Denken von Montaigne zwangsläufig dazu
auch die Essais von M. selber zu lesen oder besser zu studieren!
Ich habe dieses Buch bereits mehrfach an gute Freunde verschenkt und jedesmal vernommen,daß das Lesen dieses
Werks als eine wirkliche Offenbarung empfunden wurde.
Thank you very much Sarah!
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5.0 von 5 Sternen absolut lesenswert, 29. November 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Wie soll ich leben?: oder Das Leben Montaignes in einer Frage und zwanzig Antworten (Kindle Edition)
Akribisch ,liebevoll,geistreich,spannend,lässig. Ich habe das Buch vor den Essais gelesen und freue mich richtig darauf. Das Buch schafft es sehr gut, einerseits das Leben von Montaigne zu beschreiben und gleichzeitig seine Einstellung glaubhaft zu erläutern.
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5.0 von 5 Sternen Leben vor uns für uns näher gebracht, 9. Januar 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Wie soll ich leben?: oder Das Leben Montaignes in einer Frage und zwanzig Antworten (Kindle Edition)
Dieses Buch bringt den Menschen "Montaignes" einem nahe. Gleichzeitig zeigt es auf, wie der Blick auf einen Lebensauf sich über die Jahrhunderte ändert.
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