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TOP 500 REZENSENTam 7. September 2012
Viele Köche verderben den Brei, so sagt der Volksmund. Trifft dies im übertragenen Sinn auch auf Autoren zu? "Die vierte Zeugin" ist ein Projekt des Autorenkreisen Quo Vadis, dem Tanja Kinkel, Oliver Pötzsch, Martina Andrè, Peter Prange, Titus Müller, Heike Koschyk, Lena Falkenhagen, Alf Leue, Caren Benedikt, Ulf Schiewe, Marlene Klaus und Katrin Burseg angehören. Gemeinsam erzählen sie die Geschichte der Tuchhändlerwitwe Agnes Imhoff, die von dem Londoner Händler Richard Charman verklagt wird, die Geschäftsschulden ihres durch undurchsichtige Umstände ums Leben gekommenen Ehemannes zu begleichen. Der Roman basiert auf einem Dokument über eine Gerichtsverhandlung aus dem 16. Jahrhundert, das beim Einsturz des Kölner Stadtarchives schwer beschädigt wurde. Jeder der AutorInnen steht Pate für eine der im Roman handelnden Personen bzw. den Prolog und den Epilog. Ich hatte damit gerechnet, dass es bei den verschiedenen Abschnitten zu deutlich spürbaren Stilwechseln kommen würde. Da aber jede Person, die ihre Sicht der Dinge darlegt, von einem anderen Autor beschrieben wurde, sind diese Brüche nur vermeintlich. Beim Lesen hatte ich immer das Gefühl, das gerade durch den Wechsel der Autoren die Figuren besonders individuell erscheinen. Somit hat jede einen anderen Charakter und zeigt Facetten, die die Handelnden sehr wirklichkeitsgetreu erscheinen ließen. Der Spannungsbogen wurde konsequent gehalten und auch als es zu einem Zeitsprung kommt und die Geschichte viele Jahre später fortgesetzt wird, der Leser den Ausgang des Prozesses schon kannte und das Ende der Geschichte erahnte, kam es noch einmal zum deutlichen Aufleben der Spannung und somit zum Finale Grande. Bei diesem historischen Roman handelt es sich aber keineswegs um einen trockenen Gerichtsroman. Die Autoren erwecken die damalige Zeit zum Leben und schicken Figuren auf die Handlungsbühne, die dem Leser den Alltag vor etwa 500 Jahren vor Augen führen. Dabei stehen Fragen zu den Rechten einer Frau in der damaligen Zeit im Mittelpunkt. Deren Tragweite wird erst so richtig klar, verdeutlicht man sich, dass Dokumente über diesen Prozess die Jahrhunderte überdauerten.
Von dem Autorenkreis Quo Vadis sind als Gemeinschaftsromane bereits "Das dritte Schwert", "Der zwölfte Tag" und "Die sieben Häupter" erschienen. Nachdem ich weiß, dass der von vielen Köchen zubereitete Brei verdorben sein soll, kann ich nach der Lektüre von "Die vierte Zeugin" sagen, diese 12 Autoren stehen für hervorragende, historisch fundierte Unterhaltung. Zu den bereits erschienenen historischen Romanen der Autorengruppe werde ich nach und nach auch noch greifen.
Mein Fazit: Wer einen historischen Roman, der auf einem realen Fall basiert, mit großartig gezeichneten Personen lesen möchte, wird mit "Die vierte Zeugin" sicher sehr gute und spannende Unterhaltung finden.
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VINE-PRODUKTTESTERam 23. September 2012
Köln 1534. Die Tuchhändler-Witwe Agnes Imhoff ist angeklagt, gemeinsam mit ihrem Mann Andreas den reichen Englischen Kaufmann Richard Charmann bei einem Handel mit teurem Flandrischen Tuch über den Tisch gezogen zu haben. Ihr verstorbener Ehemann kann rechtlich nicht mehr belangt werden und somit muss sich nun Agnes Imhoff dem Gerichtsprozess stellen, der sie um die ihr noch verbliebenen beiden Häuser, die ihr noch zu Lebzeiten ihres Mannes von jenem überschrieben wurden, bringen kann. War Agnes in die Machenschaften ihres Mannes verwickelt? Oder ist sie ein unschuldiges Opfer, wie sie selbst behauptet?

In dieser fünf Prozesstage umfassenden Geschichte sowie einem Part rund 20 Jahre später, weiß man als Leser selber nie so genau, woran man bei Agnes Imhoff ist. Genau wie die gegnerische Seite Zweifel an ihrer Unschuld streut so ist man auch als Leser stets im Ungewissen, ob die Kaufmannswitwe wirklich eine weiße Weste hat. Dies bleibt über weite Strecken so, da auch das gewaltsame Ableben ihres Gatten immer wieder eine Rolle spielt. Kontinuierlich bauen die Autoren den Spannungsbogen aus und schaffen es, diesen bis zum überraschenden Ende zu halten. Dabei wird dem Leser immer wieder ein ausführlicher Einblick in das Rechtssystem des 16. Jahrhunderts geboten, was was mir besonders gut gefallen hat, weil es mir hinsichtlich der rechtlichen Stellung der Frau in der damaligen Zeit einige einige neue Sichtweisen eröffnet hat.

12 Autoren, die gemeinsam einen Roman schreiben. 2 übernehmen Prolog und Epilog, die anderen 10 hauchen den Figuren in jeweils 2 Kapiteln Leben ein, geben Ihnen Profil, Struktur und eine eigene Stimme, mit denen die Geschehnisse des Jahres 1534 aus der Sicht der Beteiligten geschildert werden. Jeweils 2 Kapitel, die reichen müssen, eine Figur zum Leben zu erwecken, beim Leser Sympathie oder Abneigung zu erzielen, die Geschichte voranzutreiben und für den jeweils folgenden Autor vorzubereiten. Auch wenn die Herausgeberin Heike Koschyk im Nachwort erwähnt, es wäre diesmal kein Staffellauf gewesen, weil nicht an den Text des jeweiligen Vorgängers angeknüpft sondern eigenständige Kapitel geschrieben wurden, habe ich es dennoch als solchen empfunden. Denn auch wenn die Kapitel für sich stehen, stelle ich es mir unglaublich schwer vor, an das hohe literarische Niveau des jeweils vorangehenden Autors anzuknüpfen und die olympische Fackel der Schreibkunst ohne Bruch und ohne Verlust an den nächsten weiterzugeben. Ist das gelungen? Und ob! Natürlich behält jeder Autor seinen eigenen bekannten Stil bei, aber dennoch hätte ich kaum sagen können, wessen Abschnitt ich nun gerade lese und wo der Wechsel zum nächsten Autor stattgefunden hat, wenn ich es nicht ständig nachgeschlagen hätte. Allen beteiligten Autoren ist der Sprung zurück in eine Zeit gelungen, die über ein halbes Jahrtausend zurückliegt. Dabei sind ihnen nicht nur die Figuren wunderbar gelungen sondern sie haben auch durchgängig das Lebensgefühl meiner wunderbaren Heimatstadt eingefangen, in der vieles heute noch so ist wie in der vorliegenden Geschichte. Das ist etwas, was nur wenigen Autoren gelingt und mich hier noch zusätzlich erfreut hat.

12 Autoren, die gemeinsam einen Roman schreiben. Das mag ein Risiko sein, weil man nicht weiß, ob die Sache am Ende auch funktioniert. Et hät noch immer joot jejange, würde der pragmatische Kölner sagen, wenn er von der Idee eines Solchen Projektes hört. Et es mih wie joot jejange, et es perfek - sage ich als Kölsches Mädchen, das sich von Herzen bedankt, dass sich diese 12 großartigen Autoren einem Stück der Kölner Stadtgeschichte angenommen und es so wunderbar umgesetzt haben.
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Köln im Jahre 1534. Der Ehemann von Agnes Imhoff stirbt unter ungeklärten Umständen. Noch zu Lebzeiten hat Andreas Imhoff sein gesamtes Vermögen seiner Ehefrau überschrieben. Kurz vor seinem Ableben hatte er jedoch noch eine ganze Schiffsladung teuersten Tuchs bestellt und anschließend behauptet, nur minderwertige Ware erhalten zu haben. Nun verklagt der geschädigte Geschäftsmann Richard Charman die Tuchhändlerwitwe. Der zuständige Richter wie auch die Schöffen scheinen sich bereits im Vorfeld ihre Meinung gebildet zu haben. Agnes kämpft verbissen um ihr Vermögen und bald offenbart sich nicht nur ein Familiendrama, sondern nach und nach kommen Lügen und politische Intrigen ans Licht, die bis in die europäischen Königshäuser zu reichen scheinen.

Als würde der Kölner Stadtschreiber die Begebenheiten erzählen, so beginnt Tanja Kinkel mit dem Prolog die Geschichte. Hier, wie auch im Epilog, der von Peter Prange geschrieben wurde, stellt man sofort die unterschiedlichen Sprachstile fest. Die Geschichte an sich jedoch, die u.a. von Oliver Pötzsch, Martina André und Titus Müller erzählt wird, wirkt wie aus einem Guss. Hier merkt man absolut überhaupt nicht, dass an der Geschichte mehrere Autoren gearbeitet haben. Und so kann man es durchaus als Meisterwerk bezeichnen, was den 12 Autoren mit diesem Buch gelungen ist.

Grundlage des mittlerweile vierten Gemeinschaftromans des Autorenkreises Quo Vadis ist ein Gerichtsfall aus dem 16. Jahrhundert, der eine ganze Stadt in Atem hielt. Damals war es durchaus üblich, dass der Ehemann seiner Frau sein Vermögen überschrieb und diese bei jedem Vertragsabschluss mit unterschrieb, jedoch nach dessen Tod nicht haftbar gemacht werden konnte, da ihre Unterschrift nach römischen Recht keine Gültigkeit hatte. Dies hatte weitreichende Folgen, bei denen es nicht selten um sehr viel Geld ging und somit auch politisch relevant war. An Agnes Imhoff sollte nun ein Präzedenzfall geschaffen werden, um dieses Geschäftsgebaren zukünftig zu unterbinden. Verständlich auch, dass die Verhandlung auch Interesse bei den europäischen Königshäusern hervorgerufen hatte.

Hat also Agnes von Anfang an keine Chance, den Fall zu gewinnen? Ist sie überhaupt ein Opfer oder wusste sie bestens über die Geschäfte ihres Mannes Bescheid und ist somit Täterin? Den Autoren gelingt es perfekt, nicht nur die Stimmung zur Zeit der Reformation einzufangen, sondern sie spielen zudem geschickt mit der Figur der Agnes Imhoff. Kaum hat man sich eine Meinung über die Tuchhändlerwitwe gebildet, wird sie bereits im nächsten Kapitel wieder revidiert. Mit einer flüssigen, einnehmenden und farbenprächtigen Sprache vermitteln die Autoren dem Leser die wahre Begebenheiten fesselnd und durchaus auch richtiggehend spannend - hierbei handelt es sich eindeutig um einen historischen Kriminalfall.

Die Geschichte basiert – wie bereits oben erwähnt – auf ein wahres Geschehen, allerdings haben die Autoren aus dramaturgischen Gründen den Gerichtsfall etwas gestrafft und die Gerichtsbarkeit von Speyer nach Köln verlegt. Und keine Sorge, die Geschichte spielt nicht nur vor Gericht, wirkt nie trocken erzählt und räumt zudem viel Platz dem Privatleben der mitwirkenden Figuren ein. Somit wirkt die Geschichte von Anfang bis Ende absolut rund und schlüssig erzählt.

Neben der interessanten und spannend erzählten Geschichte, sind auch die Charaktere bis in die kleinste Nebenrolle wunderbar herausgearbeitet. Allen voran natürlich die Figur der Agnes Imhoff. Die äußerst attraktive junge Frau wirkt in einer Szene wie ein verschüchtertes, hilfloses junges Mädchen, welches ihr Leben neben einem herzlosen Ehemann fristen musste, im nächsten Kapitel dann wieder wie eine selbstbewusste Geschäftsfrau, die sehr genau weiß, wie sie die Männerwelt um die Finger wickeln kann.

Fazit: Ein von Anfang bis Ende spannend und unterhaltsam erzählter Roman mit hervorragend herausgearbeiteten Charakteren und einer interessanten und politisch brisanten Geschichte, die auf einen wahren Gerichtsfall beruht und damals selbst die europäischen Königshäuser beschäftigt hatte. Wirklich eine gelungene Umsetzung der 12 Meister-Autoren.
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am 6. Februar 2013
Agnes Imhoff ist vor kurzem Witwe geworden. Nun zerrt sie ein Geschäftsmann aus London vor Gericht, weil ihr verstorbener Ehemann ihn betrogen hat.

Das Buch beginnt mit einem ungewöhnlichen Prolog, bei dem man einen kleinen Einblick bekommt und die einzelnen Charaktere vorgestellt werden. Der Leser wird darin direkt angesprochen, so als ob man auf dem Markt steht und eine Rede hört. Das hat mir sehr gefallen. Danach beginnt die Geschichte und ich habe nicht bemerkt, daß sie von verschiedenen Autoren geschrieben wurde. Die 12 Autoren, die dieses Werk gemeinsam geschrieben haben, haben eine gelungene Meisterleistung vollendet.

Die einzelnen Figuren wurden sehr gut dargestellt und ich hatte von Anfang an ein deutliches Bild vor Augen. Agnes wurde an den Pranger gestellt und während der Verhandlung kamen ungeheuerliche Fakten auf den Tisch. Daß es sich bei dem Verstorbenen um einen Blender gehandelt hat, war recht schnell klar. Aber ob es tatsächlich einen Betrug gab, blieb lange unklar, ebenso ob er durch einen Unfall oder durch Mord ums Leben gekommen ist. Für ein Motiv gab es viele Verdächtige und was alles ans Licht kam, war unglaublich und sehr tragisch. Das Ende fand ich sehr gelungen, alles wurde aufgeklärt. Und auch der Epilog, der in der Zeit des Einsturzes des Kölner Stadtarchivs spielt, hat mir gefallen.
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am 21. Februar 2013
Heike Koschyk und Alf Leue sind die beiden Herausgeber des neuen Gemeinschaftsromans der Quo-Vadis-Autoren. Insgesamt haben zwölf namhafte Autoren an diesem Roman mitgewirkt. Der Volksmund sagt zwar: „Viele Köche verderben den Brei.“, dies trifft aber absolut nicht auf diesen hochkarätigen Roman zu. Heike Koschyk und Alf Leue haben dafür gesorgt, dass es einen stringenten Faden in der Geschichte gibt, so war der Plot von vorne herein festgelegt. Jeder Autor bekam zwei Kapitel zur Verfügung, in der er die Geschichte aus der Sicht einer anderen beteiligen Person schildern durfte. Somit wird die Geschichte der Agnes Imhoff aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt. Als Leser merkt man die Stilwechsel schon, der aber durch den Perspektivwechsel nachvollziehbar ist.
Der Prozess gegen Agnes Imhoff, die für den Betrug ihres Mannes an dem englischen Kaufman Charman zur Rechenschaft gezogen werden soll, hält die Stadt in Atem. Charman will vor Gericht einklagen, dass die junge Witwe für seinen erlittenen Verlust aufkommen muss, da Andreas Imhoff kurz vor seinem mysteriösen Tod das Wohnhaus und Wirtsstube seiner Frau überschrieben hat. Agnes hat aber nichts von den Machenschaften ihres Mannes gewusst. Zwar steht auch ihre Unterschrift unter den Verträgen, aber ihr Mann hat sie gezwungen diese Unterschrift zu tätigen, da er sonst nicht nur sie schlagen würde sondern auch die gemeinsame Tochter. Um ihre Tochter zu schützen tut Agnes alles, dass Kind soll nicht unter den Gewaltausbrüchen des Vaters leiden. Doch Agnes hat keine Chance, an ihr soll ein Exempel statuiert werden, selbst das englische Königshaus hat hier seine Finger im Spiel. Agnes droht alles zu verlieren. Es gilt ein Netz aus Intrigen, Machenschaften und Neid zu entwirren.
Dieser Roman basiert auf einem historischen Schriftstück, dass bei dem Einsturz des Stadtarchivs in Köln schwer beschädigt wurde. Nur mit Hilfe von Spenden können die historischen Dokumente restauriert werden. Um zu zeigen wie wichtig diese Dokumente für die Geschichte unseres Landes sind, haben sich Tanja Kinkel, Oliver Pötzsch, Martina André, Peter Prange, Titus Müller, Heike Koschyk, Lena Falkenhagen, Alf Leue, Caren Benedikt, Ulf Schiewe, Marlene Klaus und Katrin Burseg zusammen getan und diesen historischen Roman geschrieben.
Eine wahre Geschichte die berührt und uns vor Augen führt, dass Opfer und Täter nicht immer die sind, die dazu verurteilt worden sind.
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am 3. November 2012
Rezension:

Obwohl “Die vierte Zeugin”, herausgegeben von Heike Koschyk und Alf Leue, bereits der vierte historische Roman ist, der von mehreren Autoren zusammen geschrieben wurde, ist es doch der erste dieser Machart für mich gewesen, den ich jemals gelesen habe.

Richtig extrem im Schreibstil abgehoben hat sich aber nur der Prolog, der von Tanja Kinkel verfasst wurde. Die 20 Kapitel, die folgen, sind wie aus einem Guss – als hätte sie eine einzige Person verfasst und der Epilog spielt zwar in unserer Zeit, unterscheidet sich im Stil aber nicht wirklich von Rest.

In den ersten 16 Kapiteln befinden wir in der Zeit der Revolution, genauer gesagt im Jahr 1534, und beleuchtet wird vor allem der Zeitraum vom 12. bis zum 23. November, während verstärkt auf die Verhandlungstage, an denen die Protagonistin Agnes Imhoff vor Gericht steht, eingegangen wird. Kapitel 17-20 spielen 21 Jahre später und hier steht Agnes’ Tochter Sophie, die zu diesem Zeitpunkt bereits selbst Witwe ist, im Mittelpunkt. Zu dieser Zeit taucht auch ein Mann wieder auf, der dem Prozess ihrer Mutter damals beiwohnte und der diesen wieder aufrollen möchte, um endlich Gerechtigkeit walten zu lassen. Es stellt sich nämlich heraus, dass das Urteil damals aus sehr gewichtigen Gründen von vornherein feststand – aber das erfährt der Leser alles im letzten Drittel des Buches.

Ich fand das Buch zugegebenermaßen vor allem in den ersten Kapitel, die hauptsächlich vor Gericht spielen, ziemlich langatmig. Aber am Ende hat es sich gelohnt dran zu bleiben, denn die Geschichte nimmt langsam immer mehr an Fahrt auf und es stellen sich erst nach und nach die Zusammenhänge der vorgefallenen Geschichte heraus – wie bei einem richtigen Gerichtsfall auch.

Gut gefallen hat mir vor allem, dass in den Epilog der Tag des Einsturzes des Kölner Stadtarchivs eingebaut wurde und sich im Anhang auch noch weitere Infos darüber befinden. Außerdem basiert “Die vierte Zeugin” auf einem historischen Dokument, das beim Einsturz des Archivs sehr beschädigt wurde und erst mit den Einnahmen von Benefizlesungen restauriert werden konnte. Damit ist der Roman vor allem für Leser, die sich für ‘wirklich passierte Geschichte’ interessieren, garantiert eine Empfehlung.

Fazit:

Ein Stück wahre Geschichte in einem gemeinschaftlich verfassten Roman verpackt – das Wissen, dass es wirklich so passiert ist, macht die Story viel interessanter.
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am 18. März 2013
Agnes Imhoff ist Witwe eines wohlhabenden Kölner Tuchhändlers. Sie kommt nicht zur Ruhe, nicht nur, weil sie glaubt, dass ihr Mann ermordet wurde. Nein, sie wird auch verklagt, da sie für die Schulden ihres Mannes aufkommen soll. An den Mann, den sie für den Mörder ihres Mannes hält. Doch mit welchen Recht verklagt er sie? Denn Frauen können keine Schulden machen, sie sind nicht geschäftstüchtig.
Es kommt zur Verhandlung und Agnes muss erkennen, dass sie dabei wohl nicht unbeschadet durchkommt. Es wird bekannt, dass sie wohl ein Verhältnis mit dem Geschäftspartner und mutmaßlichen Mörder ihres Mannes hatte.
Wie wird es für Agnes und ihre Tochter ausgehen? Kann ihr der junge Anwaltsgehilfe zur Seite stehen? Warum ist ihr Anwalt so unbeteiligt?

Alles spannende Fragen, die in dem Buch beantwortet werden. Dies ist ein Gemeinschaftprojekt von zwölf tollen Autoren. Und toll ist nicht nur einfach so gesagt.
Es gab ein wirklich überaus ungewöhnliches Vorwort. Da war ich schon sehr von angetan.
Die gesamte Geschichte war interessant und stimmig aufeinander abgestimmt. Ich konnte keine Unstimmigkeiten, Unebenheiten feststellen. Ich konnte anhand des Schreibstils keine Unterschiede feststellen, welcher Autor was geschrieben hat.
Historisch belegte Daten waren sehr gut von Heike Koschyk und Alf Leue recherchiert. Was schon eine kleine Meisterleistung war, denn das Kölner Stadtarchiv war ja eingestürzt im Zuge von Bauarbeiten.

[B]Fazit:[/B] Mich hat das gesamte Projekt hervorragend gefallen und ich vergebe für diese überzeugende Arbeit gern fünf von fünf Sterne.
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TOP 500 REZENSENTam 6. Dezember 2014
Die Geschichte, die sich einst wirklich in Köln zugetragen haben soll und hier in einem interessanten historischen Roman verarbeitet wurde, ist abschnittsweise gut zu lesen und interessant.

Was mich stutzig machte war, dass mir der Schreibstil in einigen Abschnitten überhaupt nicht gefiel, andere Passagen dagegen spannend und interessant geschildert waren. Dies erklärte sich allerdings am Ende des Buches daraus, dass verschiedene Autoren an diesem Roman gearbeitet haben, auch um Geld für das 2010 eingestürzte köllner Stadtarchiv zu sammeln. Dies und die im Anhang geschilderten Zusammenhänge haben mich sehr beeindruckt und den Roman für mich noch einmal in ein anderes Licht gerückt.

Die Geschichte um Agnes Imhof und den damaligen Prozess, der einen Präzedenzfall darstellte war insgesamt interessant. Auch, dass verschiedene Regierungen ihre Hände im Spiel hatten um einen Exempel zu statuieren, war erschütternd. Wie gesagt, die Geschichte ließ sich für mich unterschiedlich gut lesen, wurde aber zum Ende hin sehr spannend, sodass ich das Buch spätestens dann nicht mehr aus der Hand legen konnte. Insgesamt ist es eine historisch verbürgte, lesens- und empfehlenswerte Geschichte.
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am 15. Mai 2015
Aus ganzem Herzen fünf Sterne für diese schöne Idee, eine Geschichte aus alten Akten wieder aufleben zu lassen und mit verschiedenen Autoren zu einer Geschichte zu verweben.
Jeder Autor versucht ja in einem historischen Roman, sich so weit als möglich an historische Tatsachen zu halten, in diesem Fall liegen Dokumente aus dem historischen Archiv in Köln vor. Der dramatische Einbruch des Stadtarchivs vor einigen Jahren, in dem vieles verloren ging, schafft eine zusätzliche Brisanz. Namhafte Autoren stellen sich mit ihrem Tun in den Dienst des Wiederaufbaues.
Der Inhalt wurde ja schon weitestgehend besprochen, herausgekommen ist ein guter Roman, der sich gekonnt zwischen Fiktion und Dokumentation bewegt.
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am 12. November 2012
Vor noch nicht allzu langer Zeit hat man Agnes Imhoffs Gatten tot aus dem Rhein gefischt. Inzwischen will ein Gläubiger des Andreas Imhoff sie auf Schadenersatz verklagen. Andreas Imhoff hatte von ihm – wie Richard Charman glaubhaft versichert – flandrisches Tuch erhalten – doch er hat es ihm zurückgeschickt, es sei beschädigt. Doch das verdorbene Tuch ist nicht das, welches Richard Charman – wie er behauptet – an Imhoff schickte. Da Agnes Imhoff mitunterschrieb en hat, will er sein Geld bei ihr holen. Doch zu der damaligen Zeit, galt die Unterschrift einer Frau noch nicht. Und doch wurde der Prozess geführt, denn Richter Hauser sollte auf Anweisung von höchster Stelle ein Exempel statuieren. Denn Imhoff hatte, wie viele andere Geschäftsmänner auch, sein Vermögen, d. h. seine beiden Häuser, an seine Frau überschrieben. Und diesen Geschäftsgebaren sollte ein Ende gemacht werden. Dabei dachte er nicht an die Witwe, die dadurch an den Bettelstab gebracht werden würde, und auch nicht an die kleine Sophie, die mit ansehen musste, wie ihr Vater die Mutter misshandelte, und selbst vor dem Kind nicht haltmachte. Um genau diesen Prozess, Charman gegen Imhoff geht es in diesem Buch. Und um das, was viel später darauf noch folgte…
Eigentlich bin ich kein Freund von Büchern, an denen mehrere Autoren schreiben. Da es aber zusammenhängend ist, also keine Anthologie, konnte ich dem Geschehen gut folgen und alle Autoren haben gute Arbeit geleistet. Das Buch war von Anfang an spannend. Es interessierte mich, wie es ausgeht. Insgesamt zwölf Autoren haben daran geschrieben. Am Ende des Buches erfährt man dann noch, dass es hier um einen wahren Kriminalfall ging, denn diesen Prozess gab es wirklich.
Folgende Autoren haben mitgeschrieben: Tanja Kinkel, Oliver Pötzsch, Peter Prange, Martina André, Titus Müller, Heike Koschyk, Lena Falkenhagen, Alf Leue, Katr5ion Burseg, Caren Benedikt, Ulf Schiewe und Marlene Klaus.
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