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HALL OF FAMEam 10. Februar 2013
Frankreich 1940. Die Eltern der fünfjährigen Paulette werden im Chaos der Flucht aus Paris bei einem Luftangriff auf eine Brücke getötet. Verzweifelt klammert sich das Mädchen an ihr Hündchen, das jedoch noch in ihren Armen verendet. Als die Hundeleiche unzeremoniell durch einen Wurf in den Fluß entsorgt wird, klettert Paulette ihr nach und trifft den 11jährigen Bauersjungen Michele, der ihr hilft, das Tier zu begraben, und seine Eltern dazu überredet, das Waisenkind aufzunehmen.

Eine bloße Inhaltsangabe vermag nur schwer den Zauber dieses mit einem Goldenen Löwen und einem Ehrenoscar ausgezeichneten bedeutendsten Werks von René Clément zu vermitteln. Während die "Realität" der Erwachsenen derb-komisch, fast grotesk präsentiert wird, scheinen die Kinder Teil einer anderen, sehr poetischen Welt zu sein. In der Verarbeitung ihrer schockierenden Erlebnisse ist Paulette darauf fixiert, ihrem Hündchen ein schönes Grab mit möglichst viel Gesellschaft zu bereiten: Bald kommen Gräber für einen Maulwurf, Küken, sogar Insekten hinzu. Michele wiederum ist so vernarrt in seine neue Freundin, daß er beginnt, Kreuze vom Leichenwagen und vom Friedhof zu stehlen, um sie zu trösten, wohl auch um sich ihrer Dankbarkeit zu vergewissern. Diese "Verbotenen Spiele" in der Auseinandersetzung mit dem Tabuthema Tod erklären also den Titel.

Das Aufeinanderprallen der Welten findet auf mehreren Ebenen statt. So muß sich das Stadtkind Paulette erst an das Landleben gewöhnen, ekelt sich zunächst vor einem Glas Milch, in dem eine Fliege schwimmt. Das tiefempfundenen Begräbnisritual der Kinder wird den Worthülsen des Pfaffen und ein vielfach nachgeplapperte Vaterunser gegenübergestellt. Die unschuldige Beziehung der Kinder entwickelt sich parallel zu einer handfesten Beziehung von Micheles älterer Schwester Berthe mit dem Nachbarssohn. Herrlich dabei die aufeinander folgenden Beichten der Geschwister beim erbosten Dorfpriester: er stiehlt Kreuze ("unseren Herrn"), sie hat "den Wagen vor den Ochsen gespannt". Natürlich gibt es keine Sünde, die Katholiken für ein paar Ave Marias nicht vergeben...

Die Darstellung der damals tatsächlich fünfjährige Brigitte Fossey war und ist schlicht atemberaubend: vollkommen natürlich und doch erfüllt von komplexer Emotion. Dagegen wirkt die aktuell oscarnominierte Quvenzhané Wallis wie eine Knallcharge. Eher schon fühle ich mich an die ersten Auftritte von Elle und Dakota Fanning erinnert, die schon früh ähnliche schauspielerische Intelligenz zeigten. Natürlich ist bei solchen Leistungen in gleichen Teilen der Regisseur zu loben, der gemeinsam mit Brigittes Eltern (die übrigens auch ihre Filmeltern spielten) eine Drehatmosphäre zwischen Spaß und Ehrgeiz geschaffen hat, übrigens in zwei Schüben, den Sommer- und den folgenden Osterferien der Kinder. Fossey war bis vor einigen Jahren noch als Schauspielerin aktiv und in vielen französchen Filmen zu sehen, während der als Michel ebenfalls hervorragende, im Jahr 2000 verstorbene Georges Poujouly als Erwachsener nur sporadisch Filmrollen annahm.

Berühmt ist "Jeux Interdits" auch durch seine Musik, die ausschließlich aus einigen klassischen Gitarrenstücken zusammengesetzt ist. Eingespielt wurde sie vom damals 25jährigen, nach Segovia und vielleicht Llobet berühmtesten spanischen Gitarristen Narciso Yepes, der nach heutiger Bewertung allerdings eher für maschinenhafte Präzision und öffentlichkeitswirksame Auftritte mit seinem 10saitigen Instrument als durch hohe Musikalität auffiel. Für das Titelstück und Leitmotiv Paulettes, die notorisch berühmte Jeux interdits (Romance), beanspruchte er anfangs sogar Autorrechte, obwohl zumindest die Melodie mindestens seit 1900 bekannt war. Das Stück selbst ist technisch gesehen eine Etude für fortgeschrittene Anfänger und damit praktisch jedem klassischen Gitarristen bekannt. In seiner musikalischen Schlichtheit paßt es aber perfekt zu den unschuldigen Gefühlen der Kinder. Neben der Romanze baute Yepes noch einige andere Repertoire-Klassiker ein, darunter ein Fragment der Llobet-Bearbeitung des katalanischen Volksliedes Miguel Llobet: El Testament D'Amelia (Canciones Populares Catalanas).

Ein lohnenswerter Klassiker des französischen Films, bewegend, ohne sentimental zu sein, ein zeitloses Thema mit einfachen Mitteln und hervorragenden Darstellern in 90 Minuten auf den Punkt gebracht. Herausragend (9/10).

Die Blu-ray bietet das hervorragend restauriertes Schwarzweißbild im Originalformat (4:3), wahlweise den französischen Originalton oder die deutsche Synchronisation und optionale Untertitel in Deutsch, Englisch und Französisch. Wie meist ist der deutlich atmosphärischere Originalton zu empfehlen. Die Tonqualität ist in beiden Spuren zufriedenstellend, leider ist der Gitarrenklang nach 60 Jahren in den Höhen doch etwas verzerrt. Als Extras gibt es die ursprünglich geplante, dann m.E. zum Glück komplett geschnittene Rahmenhandlung (ca. 5 Minuten), dazu eine informative 30minütige Dokumentation, die als Kernstück ein ausführliches aktuelles Interview mit Brigitte Fossey enthält.
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am 8. Januar 2013
Der Zuschauer erlebt alles direkt aus der Sicht der kleinen Paulette. Anfangs erlebt sie mit, dass ihre Eltern bei einem Fliegerangriff getötet werden Dann irrt die Fünfjährige mit ihrem toten Hund auf den Armen durch die Gegend und trifft auf den elfjährigen Bauernjungen Michel. Er hilft ihr, und die Kinder verarbeiten zusammen auf ihre eigene Weise, mit dem Thema Sterben und Tod zurechtzukommen.……Das Handeln der Kinder stößt bei den Erwachsenen auf totales Unverständnis. Die Kinder werden getrennt und Paulette wird auf den Weg zu einem Waisenhaus gebracht. Verzweifelt ruft sie auf dem Bahnhof nach ihm, als sie den Namen irgendwo hört….
Getragen wird der einfühlsame Film von der wunderschönen Gitarrenmusik von Narciso Yepes, dem außergewöhnlichen Meister auf der zehnsaitigen Gitarre!
Ein sehr großes Geschenk ist es für mich, dass es dieses Filmjuwel jetzt nach Jahrzehnten auch auf DVD gibt! Vielen Dank an Arthaus!
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am 29. Dezember 2012
Wie verarbeitet ein fünfjähriges Mädchen den Tod? Den Tod, der in Form von deutschen Bombern vom Himmel fällt? Und seine Eltern und sein Hündchen erwischen? Gibt es überzeugendere Antworten als in diesem Film? Ich kenne keinen und ich kenne doch einige Filme. Auch einige traurige. René Clément, der Regisseur, hat mit seinem einen Erfolg gelandet: Großer Preis in Venedig und Oscar für die besten fremdsprachigen Film. Da es schon sein zweiter Oscar war, galt Clément seitdem als etabliert und die Nouvelle Vague soll ihn deshalb ignoriert haben. Das wird in der halbstündigen Dokumention gesagt. Und manches andere. Das erste vernünftige Zusatzmaterial, das ich bei den DVDs, die ich aus dieser Arthaus-Reihe bisher sah, gefunden habe. Auch ohne sie könnte ich diese Ausgabe nur empfehlen: Das Bild ist einwandfrei und was nicht synchronisiert wurde, ist mit deutschen Untertitel unterlegt (finde ich meistens besser als spätere Neusynchronisationen). Mehr verraten will ich nicht. Weil der Film für sich selber spricht.
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am 22. März 2016
Ein wundervoller Film. Vor allem die sechsjährige Brigitte Fossey bezaubert mit ihrer Darstellung des durch den Tod der Eltern und die Grausamkeit des Krieges entwurzelten und traumatisierten Kindes. Der Film verging wie im Flug und ich bin immer noch ganz gefangen von ihm.
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TOP 1000 REZENSENTam 2. März 2013
Frankreich 1940: Ein Flüchtlingstreck flüchtet vor den deutschen Fliegern. In der Nähe einer Brücke wird die große Gruppe bombadiert, die kleine fünfjährige Paulette (Brigitte Fossey) rennt wegen des Angriffs ihrem kleinen Hund nach, der in Panik auf die Brücke flüchtet. Paulettes Eltern wollen das Mädchen retten, doch die Kugeln des Tieffliegers treffen die Erwachsenen tödlich, auch der kleine Hund stirbt vor den Augen des verängstigten Kindes.
Paulette schliesst sich mit dem toten Hund im Arm den Überlebenden an, die weiterfahren. Eine Frau wirft das tote Tier in den Fluß. Traumatisiert läuft das Kind wieder fort, sie versucht die Hundeleiche einzuholen, die fortgetrieben wird.
Durch den Angriff wird auch die Bauernfamilie Dolle in Mitleidenschaft gestürzt, die Kuh rennt davon und das Pferd tritt auf den größeren Bruder des kleinen Michel (Georges Poujouly), der das Vieh wieder versucht einzufangen.
Dadurch begegnet er dem Findling Paulette, die ihr mit auf den Bauernhof bringt. Mitleidig nehmen die Eltern (Lucien Hubert, Suzanne Courtal) die Waise bei sich auf. Die Kinder werden Freunde, gemeinsam begraben sie Paulettes Hund in einer alten Mühle, nahe des Hofes. Damit dieser nicht alleine in der Erde bleiben muss, legen sie mit der Zeit eien richtigen Tierfriedhof an, für den Michel die schönsten Kränze und Kreuze des Friedhofs stiehlt...
Rene Clements Film "Verbotene Spiele" war zu seiner Zeit ein großer Welterfolg für den französischen Film, das Werk erhielt 1953 den Oscar als bester ausländischer Film, nachdem der Film ein Jahr zuvor schon den Goldenen Löwen der internationalen Filmfestspiele von Venedig gewann.
Der Film attackiert den Krieg der Erwachsenen mit dem etwas makabren Spiel der Kinder, die nur versuchen eine neue heile Welt für sich aufzubauen, weil das wahre Leben und die Handlungsweisen der Erwachsenen so sonderbar, ja teilweise angsteinflössend wirkt.
Ausserdem zeigt er eindringlich das Schicksal der kleinen Waisen Paulette, die nach dem schlimmsten Erlebnis vorübergehend Schutz und Geborgenheit findet, aber die Realität zeigt auch am Ende ein grausames Gesicht.
Ein guter Film.
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am 21. Juni 2013
Schnelle Lieferung. Komplette Anlagen. Perfekte Verpackung. Prima!!!
Tiefgreifende Emotionen, Erinnerungen an die die eigene Jugendzeit und eine immer in Erinnerung bleibende 5-jährige Brigitte FOSSEY als Paulette und ein vielleicht 9-jähriger Georges POUJOULY als Michel - der in Art und Aussehen an viele Jungen der Zeit erinnert, besonders an mich selber!!! - sollten eine PflichtFilmVorführung an jeder Grundschule sein. Sehr empfehlenswert!!! Ich bin begeistert!! Vielleicht verstehen viele Kinder ihre Eltern und Eltern ihre Kinder danach besser und haben mehr gegenseitigen Respekt und Liebe zueinander.
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am 5. Juli 2014
Paulette, ein kleines etwa 5 jähriges Mädchen, muss mitansehen wie ihre Eltern und ihr Hund auf der Flucht im Maschinengewehrfeuer der Deutschen Luftwaffe erschossen werden. Sie folgt ihrem toten Hund, welcher von einem anderen Flüchtling achtlos in einen Fluss geworfen wurde. Dabei gelangt Paulette auf einen Bauernhof, wo sie vorerst eine neue Familie findet. Sie erfährt, dass die toten Flüchtlinge, auch ihre Eltern, in einer Grube verscharrt wurden. Paulette freundet sich mit Michel, dem jüngsten Sohn der Familie, an. Um ihrem toten Hund und weiteren Tieren ein gleiches Schicksal wie ihren Eltern zu ersparen, verscharrt zu werden, gründet Paulette zusammen mit Michel einen Friedhof für Tiere. Nach mehreren Aufregungen und Verwicklungen im Zusammenhang mit diesem Tierfriedhof wird Paulette vom Rotkreuz abgeholt, um in ein Heim für Kriegswaisen gebracht zu werden. Auf ihrer Reise schreit sie verzweifelt nach Michel, den sie sehr vermisst.
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am 19. Dezember 2012
Dieser Film ist Filmgeschichte mit vielen bekannten Schauspielern aus der Zeit und für mich ein Muß. Ich habe lange darauf gewartet. Vielen Dank an die Blueray-Produzenten.
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am 28. Januar 2013
Eines der schlechtesten DVD's, die ich jemals gesehen hab. Ich hatte leider die Bewertungen der bisherigen Käufer gehalten und dachte, dass dieser Film sehenswert ist. Ich konnte diesen nicht einmal bis zum Schluss schauen, so schlecht ist er. Ich hoffe, ich kann ihn wieder verkaufen, diesen Film benötige ich nicht in meiner Sammlung.
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