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5.0 von 5 Sternen Magnus Lindgren - Fyra: unaufgeregter Jazzsound zu viert, 3. September 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Fyra (MP3-Download)
.

Offenbar ist es momentan Mode, dass Jazzer die Eindrücke von ihren Tourneen rund um den Globus musikalisch verarbeiten. So steht es zumeist beschrieben. Ob sich das immer als persönlicher Eindruck regionaltypisch nachvollziehen lässt oder eine Mixtur nur einfach einen Namen haben muss, sei dahin gestellt. In diesem Sinne gab es in letzter Zeit beispielsweise
- das etwas blass geratene Vagabond des Gitarristen Ulf Wakenius,
- das Debütalbum Checking In des in Deutschland hauptsächlich von Nils Landgrens Funk Unit her bekannten Drummers Robert Ikiz
sowie
- das gelungene KY - Do Mar von Sebastian Studnitzky (Trompete/Piano), der den Hörer damit an seiner ersehnten Ruhezeit am Meer teilhaben lässt.

Nun also Allrounder Lindgren.
Nach seinem in die Beine gehenden Vorgängeralbum Batucada Jazz mit stampfenden südamerikanischen Rhythmen reduziert sich Lindgren wieder auf zurückhaltende Tönungen mit einem neu formatierten Quartett, das keine Wünsche offen lässt. Nun ja, ganz so neu wiederum nicht, ist doch in Schweden jeder Gren mit jedem Son immer wieder irgendwie verbandelt.

- An den Bass holte sich Lindgren den altgedienten Palle Danielsson, über den man wohl nichts mehr zu sagen braucht, außer, dass man das ein oder andere kleine Solo von ihm zu hören bekommt.
- An den Drums sitzt Jonas Holgersson, der bereits langjährig mit Lindgren arbeitet. Er schwingt zudem u. a. bei Jacob Karlzon 3 die Schlegel und ist dementsprechend auch auf Karlzons dieser Tage erschienenen hörenswerten CD More vertreten.
- Das in Teilen nicht unwesentlich tragende Piano ist gleich zweifach besetzt (leider gibt es im Download keine näheren Informationen zu den Piano-Part-Aufteilungen):
... mit Daniel Karlsson, bekannt u. a. durch die launige Gruppe Odjobb, seiner Zusammenarbeit mit Rigmor Gustafsson sowie durch seine Mitwirkung an Till Brönners Album "Rio",
sowie
... einem Deutschlandexport in Gestalt der fabelhaften Anke Helfrich (zuletzt Stormproof mit Roy Hargrove).
Deren Teilnahme stellt m. E. in jeder Hinsicht ein Novum auf einer schwedischen Jazz-Veröffentlichung dar.

Lindgrens gefällige Arrangements sind in erster Linie an seinen eigenen hervorragenden Multiplayerfähigkeiten ausgerichtet – hier als Flötist, Saxophonist und Klarinettist. Wenngleich er trotzdem nicht sein ganzes Können zeigt, sein Flötenspiel macht die CD am ehesten zu etwas nicht Alltäglichem.
Das angedachte „Lokalkolorit“ der einzelnen Titel wird vorwiegend über das gewählte Instrument transportiert, was für Abwechslung sorgt und assoziativ zumeist recht gut funktioniert.

Dies wird z. B. sehr schön deutlich in Visa fran Rättvik (Track 3), einem an heimatlich folkloristische Traditionen angelehnten Stück. Das Original stammt aus Jan Johanssons wunderbarem schwedischen Piano-Klassiker Jazz Pa Svenska von 1962, der - neben Bengt-Arne Wallin (mit Birth & Rebirth of Swedish Folk Jazz von 1962/Neuaufnahme 1998 mit dem JazzBaltica-Ensemble) - wesentlich zur Prägung des kontemporären schwedischen Jazz-Verständnisses beitrug. Erneut aufgegriffen und verdeutlicht wurde diese Tradition in den 2000ern z. B. von Landgren/Svensson (Swedish Folk Modern) oder Knutsson/Norberg (Norrland-Triologie – u.a. Norrland).
Btw.: Rättvik, ein kleiner, idyllisch zwischen dem großen See Siljan und den Wäldern der Provinz Dalarna län gelegener Ort, gilt mit seinen jährlichen Festivals als Hochburg der Volkskulturpflege.

Lindgrens Einspielungen dürfte sich vorwiegend an Hörer richten, die melodiös unexperimentell Jazziges mögen.



Anm.:
Lindgren in persona, zumeist per Sax solo oder im Gebläsenahkampf mit Brönner, machte dessen letzte Tour zu einer überaus abgefahrenen Chose, bei der man nicht wusste, wessen Tour das eigentlich ist – Brönners oder Lindgrens, und die sich nicht nur von den vorherigen Touren, sondern zur jubelnden Freude des Publikums vom analog benannten Faktor-X-Kuschelkopfkissenalbum "At the End of the Day" überraschenderweise deutlich abhob, zu dem Lindgren zuvor wahrscheinlich die heiß umstrittenen Damen-Softdrinks mit angerührt hatte. Brönner werkelt z. Zt. an einer neuen Platte – ggf. mit Lindgren (Tour zur CD: Termine in 11+12/2012 sind raus.)
Man darf gespannt sein …

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Fyra
Fyra von Lindgren Magnus (Audio CD - 2012)
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