Kundenrezensionen

82
4,0 von 5 Sternen
Elysium
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62 von 69 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
...denn das Album klingt so introvertiert und teilweise auch traurig wie die Pet Shop Boys es seit "Behaviour" nicht mehr taten.

Das in Los Angeles produzierte und teilweise in Berlin geschrieben und aufgenommen Album "Elysium" ist das elfte reguläre Werk in der Karriere von Neil Tennant und Chris Lowe.

Die Lieder handeln vom Älter werden ("Invisible" - hierzu erzählte Neil der Spex: "Man steht auf einer Party und fühlt sich alt und nutzlos. Nachlassende sexuelle Attraktivität, ach ... der ganze Kram eben, mit dem man als älterer homosexueller Mann zu tun hat.") Zudem erzählte Neil er sei auf den Text gekommen als er ein Interview mit einer älteren Frau gelesen hat die sagte wenn eine Frau über 40 Jahre alt ist dann wird sie überhaupt nicht mehr wahrgenommen, es scheint so als ob sie unsichtbar sei...
Desweiteren handeln die Lieder vom Abschied ("Requiem for denim and leopard skin" und "Leaving") bietet aber auch positive Seiten wie z. B. "Winner" wobei darin natürlich auch eine gewisse Ironie liegen könnte, so wie man es von den Beiden gewöhnt ist...

Relativ deutliche Worte sind im Song "Ego Music" zu hören, bei dem sich Pet Shop Boys nicht zum ersten Mal mit dem Showbiz und der damit einhergehenden Persönlichkeitsveränderung vieler Menschen auseinander setzen (siehe "Shameless" oder "How can you expect to be taken seriously?").

Ein weiterer interessanter Text ist "Your early stuff". Neil Tennant hat Aussagen gesammelt die ihm in Londoner Taxis um die Ohren gehauen wurden und daraus haben die Pet Shop Boys einen Song gebastelt.

Vom Klang her ist das Album teilweise sehr ruhig. Wie bereits weiter oben erwähnt werde ich öfter an das Werk von 1990 "Behaviour" erinnert bei dem es ähnlich schwermütig und ätherisch und etwas über dem Erdboden befindlich sanft pluckert (was positiv gemeint ist).
Schwungvoll wird es selten wie bei "A face like that" (hat ein bisschen was von "Domino Dancing"), der laut Neil nächsten Single "Leaving", dem gerade genannten "Ego Music" oder der uplifting Midtempo-Nummer "Memory of the future".

Es ist klar das die Pet Shop Boys nicht mehr die Party-Hedonisten sind die sie waren als sie sich Anfang der Achtziger gründeten. Neil ist 58 Jahre und Chris ist 52 Jahre alt. Was der Band hoch anzurechnen ist: sie verbiegen sich nicht in eine erzwungene Jugendlichkeit, sondern setzen sich - wie auf dieser Platte - mit dem Thema auseinander, bleiben dabei aber immer am Puls der Zeit, produzieren aktuelle Klänge, ziehen sich auffallend grandios an, behalten aber stets und bewundernswerterweise ihre Würde und ihre Haltung.

Schön war das Bild und das Gefühl nach dem Premieren-Konzert in Berlin um 22 Uhr nach draußen zu kommen: vorher war es sommerlich, und nun war zu spüren das es langsam Herbst wird...
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20 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 25. September 2012
Vielleicht kann ein Nichtfan viel mehr zu dem neuen PSB Album sagen, als mach einer von den sehr treuen Anhängern, die man bei den vielen Rezensionen bemerkt.
Ich mochte ihre früheren Hits und habe immer wieder gerne das eine oder andere Album gehört. Genauso aber auch ist einiges an mir vorbeigegangen an Neuveröffentlichungen.
Wir positiv überrascht bin ich vom neuen, alten Sound der Beiden. Wunderschöne Songs zum Anhören, ohne Hektik, mit viel Liebe zum Detail , mit Feingefühl gesungen.
Unglaublich erwachsen, aber doch verspielt. Sowenig potenzielle Hits, aber doch Musik die ins Ohr geht, die die Seele berührt. Ich kann keinen Lieblingslied finden, so komplex
ist das Album. Ich würde allen echten Fans sagen wollen: Eure Lieblinge sind ganz Große und haben das Herz eines zufälligen Hörers im Sturm erobert. Hut ab...
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37 von 47 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
TOP 500 REZENSENTam 7. September 2012
... das ist wohl der erste Eindruck vieler PSB Jünger. Ein wenig erinnert das an die erste Reaktionen auf das 1990er Album 'Behavior', darauf wird noch zurückzukommen sein ;-).

Das mit dem „Elysium“ ist etwas zu offensichtlich, deswegen sollte man da gar nicht so dolle drauf eingehen. Ja, das Album hat einen gewissen retrospektiven Charakter: Ja, das Album wirkt an mancher Stelle wie ein Tribut Album an sich selber, sowohl was die Musik angeht, als auch was die Texte betrifft. Und ja, das Album ist voller Hinweise und Widersprüche. Aber bitte nicht vergessen, über 25 Jahre ein prägender Bestandteil der Popgeschichte zu sein, und es sich dann noch leisten zu können, mit konischen blauen Hüten durch die Eröffnungsfeier der olympischen Spiele gefahren zu werden, dass sollte die Ängste ein wenig nehmen, dass es sich bei „Elysium“ um das letzte Album, den Abgesang handeln könnte. Die beiden Jungs lieben ihren Zirkus glaube ich einfach zu sehr. Daher zu dem wichtigsten, den Songs:

LEAVING. Ein schöne Eröffnung des Albums. Warme Synthis, ein schlanker Beat und ein poppiger romantischer Chorus, “I know enough’s enough and you’re leaving/ you’ve had enough time to decide on your freedom”. Hoffnung und Bedauern, manchmal hatte man ja vergessen, dass die PSB eben auch nicht zu unterschätzende Songwriter sind. Wie gesagt, ein guter Start in das Album.

INVISIBLE ist ein Midtempo Song über das Älterwerden, nachdenklich, weise, realistisch. Aber nicht depressiv. Oder doch? Die Grenzen verschwimmen. Der Song handelt davon, dass man ab einem gewissen Alter unsichtbar wird, grau, keinen einen mehr wahrnimmt. Die musikalische Umsetzung ist sehr passend. Zum ersten Mal wird (mir) hier der Bezug zum genialen ‚Behavior‘ bewusst. Langweilig beim ersten mal hören, aber auch nur beim ersten mal.

WINNER durch Olympia und als Single schon bekannt. Ein sich langsam aufbauender und steigender Popsong.

YOUR EARLY STUFF ist nur ein Interlude, mehr Text den Song. Es wird auf die glorreichen Anfangstage zurückgeblickt.

FACE LIKE THAT ist einer der beiden typischen, klassischen PSB Songs, der auch von ‚Actually‘ oder ‚Behavior‘ stammen könnte. Mich hat er sofort einkassiert, und so wird es einige Langzeitfans wahrscheinlich auch gehen.

BREATHING SPACE lässt genau das, Platz zum Atmen. Wieder kommt bei mir die Erinnerung an ‚Behavior‘ hoch, das kann aber auch an der herbstlichen Stimmung liegen. Eines der Highlights des Albums.

EGO MUSIC ist einer der simpleren und schwächeren Songs auf dem Album. Es geht um soziales Netzwerken in der verderbten Musikbranche. Was ihm fehlt, dem Song, ist ein wenig musikalische Raffinesse als auch textlicher Hintersinn. An manchen Stellen aber auch schon wieder witzig in seinem Humor, "In a sea of negativity, I'm a statue of liberty".

HOLD ON. Hossa die Waldfee!, denkt man auf den ersten Blick ins Beiheft, jetzt machen die PSB ernst und bauen einen Song auf Händel auf. Klingt dann im Ergebnis leider nicht ganz so spannend, weil eher nach Musical, könnte aber ein Hinweis darauf sein, wie die Zukunft der beiden „Jungs“ aussehen könnte.

GIVE IT A GO hat einen angenehmer 60er Lounge Pop Vibe, ein fast schon gut gelaunter Song bei dem man meint, Kurt Bacharach sitzt hinten in der Ecke.

MEMORY OF THE FUTURE ist der zweite typische, klassische PSB Song. Das Synthi Horn lässt den Song ein wenig wie ‚Rent‘ oder ‚Can you forgive her‘ klingen, er ist sehr melodisch und sehr strukturiert.

EVERYTHING MEANS SOMETHING. Wieder ein langsamer Midtempo Song, melodisch nicht ganz so stark wie BREATHING SPACE aber trotzdem eine schöne sentimentale Elektro Pop Nummer, passend zur Jahreszeit.

REQUIEM IN DENIM AND LEOPARDSKIN ist ein wahrer Schlusssong, sowohl für das Album, die Karriere der beiden Jungs als auch für die gesamte Popmusik an sich. Theatralisch, pompös, wundervoll, mit “Ozzy’s last collection/ and Bieber’s closing sale” scheint es, als ob die Popmusik ihren letzten Atemzug macht. Das tut sie natürlich nicht.

Alles in Allem: keine Platte für die Disco, eher für nächtliche Autofahrten, mit einigen sehr schönen Songs und Highlights (LEAVING, INVISIBLE, BREATHING SPACE, MEMORY OF THE FUTURE und REQUIEM), sehr viel Introspektion und Reflexion, sowohl zu Ihrer Rolle in der Popwelt als auch generell zum Älterwerden und sehr sehr viel Stimmung. Man muss dem Album allerdings etwas Zeit geben, es klingt natürlich vertraut, aber es braucht etwas Zeit, um damit warm zu werden. So kurz nach Veröffentlichung macht noch keinen Sinn, das Album in die Ewige Rangliste einzusortieren. Wo es darin aber wahrscheinlich enden wird, dass dürfte wohl klar sein, so oft wie ich dieses eine Album erwähnt habe ;-). Direkt neben dem 1990 Album ‚Behavior‘ und das ist nun wirklich kein allzu schlechter Platz …

Update nach 4 Wochen: 'Elysium' hat nichts von seinem Charme verloren. Ganz im Gegenteil, die Platte ist hervorragend geeignet für den Spätsommer und den beginnenden Herbst. Der erste Eindruck hat sich erhärtet, das Album spielt definitiv in der Liga von 'Behavior'. Wahrscheinlich bzw. hoffentlich werden das einige andere Fans, die Anfangs enttäuscht waren, das auch noch bemerken.

PS. Eine kleine Ergänzung noch, ich hoffe sie ist erlaubt: Auf der Deluxe Edition bei iTunes ist ein knapp 60 minütige Dokumentation in Form eines Interviews. Wer also mal wieder (a) gepflegtes britisches Englisch hören will und (b) einige Insights direkt aus dem Munde der beiden erfahren möchte .... sehr zu empfehlen.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 9. September 2012
Neben der Schwermut und Melancholie weht ein Hauch Tod durch ELYSIUM aber auch Hoffnung und Zuversicht. So war es zu lesen in einer Kritik zum neuen Album der Pet Shop Boys in einer regionalen Tageszeitung. Melancholie bedeutet in der Musik oft ruhig und getragen, und dies ist auch der erste Eindruck beim Hören des Albums. Doch ganz so einfach machen es uns die 2 Herren dann doch nicht. Es gibt da schon eine Menge ausgetüftelte Sounds, das Tempo variiert von extrem langsam bis schwungvolles Mittempo. Natürlich sind diejenigen enttäuscht, die auf Hochgeschwindigkeits-Discoknaller gewartet haben, denn die gibt es hier nun gerade einmal nicht. Wenn man vorangegangene Werke wie BEHAVIOUR oder RELEASE kennt, weiß man aber auch, dass die Pet Shop Boys auch ruhige Alben im Repertoire haben. Sie müssen nicht immer die Dancefloors füllen und machen trotzdem gute und ausgereifte Musik. Eines ist ELYSIUM auf keinen Fall: Fade und langweilig. Die Musik darauf ist geradezu gespickt mit kleinen und feinen Elementen, die nicht gleich auffallen, aber beweisen, dass sich genaueres Hinhören hier besonders lohnt. Relativ technisch und synthetisch sind die Klangkulissen der 12 Titel -hier und da auch mit klassischen Instrumenten arrangiert. Wie bei den meisten Alben der Pet Shop Boys gibt es zeitlose und eingängige Popmusik zu hören.

Mit einem chilligem Synthiesound und einer ruhigen Popmelodie eröffnet LEAVING das Album. Seicht und unaufgeregt, typische Pet Shop Boys - Nummer.

Einen langen Geduldsfaden braucht man bei INVISIBLE. Der getragene, gar traurige Song wirkt anfangs schier unendlich. Erst nach mehreren Durchläufen konnte ich mich mit der schweren Melancholie des Songs anfreunden.

Auch positive und aufmunternde Klänge finden sich auf dieser CD. WINNER strahlt Stolz und Zuversicht aus. Eine regelrechte Pophymne, eine mit schöner und eingängiger Melodie. Toll.

Simpel konstruiert klingt YOUR EARLY STUFF. Dabei verläuft alles in ruhigen und geschmeidigen Bahnen.

A FACE LIKE THAT erinnert dann doch ein wenig an Disco, bleibt aber betont ruhig, obwohl das Tempo recht flott ist. Die technischen Soundelemente erinnern stellenweise an Trance und fügen sich gut mit der Melodie zusammen.

Eine ganz große Schmachtballade ist BREATHING SPACE. Melodie und Sound muten sofort vertraut an. Dieser Song hätte auf nahezu jedes Album der Pet Shop Boys gepasst.

Reichlich schräg und crazy klingt EGO MUSIC in meinen Ohren. Anfangs dachte ich was ist das denn, nun habe ich mich schon mehr mit dem Song angefreundet. Sprechgesangeinlagen, ein Refrain der an ein Kinderlied erinnert, markant deplatzierte Soundschnipsel und ein flotter Grundsound sind die Hauptmerkmale des Songs.

Schwulstige Musicalhymne und der einzige Titel mit dem ich mich nicht anfreunden kann ist HOLD ON. Mit Chorbegleitung (der Chor übernimmt zwischendurch auch mal ganz den Gesang), einer Schlagermelodie und theatralischem Sound landet der Titel voll im Schmalztopf.

Schön leichtfüßig, mit dezentem Sound und schöner Klavierbegleitung kommt GIVE IT A GO daher. Die Melodie ist eingängig und schön. Ein schöner klassischer Popsong.

Eine schöne Synthiehymne mit geilem Sound ist MEMORY OF THE FUTURE. Der Sound treibt den Titel stätig voran. Ein wenig Retro angehaucht, wie in den 1980er Jahren, mit cooler Melodie. Einfach genial und schön.

Und auch EVERYTHING MEANS SOMETHING ist eins meiner Highlights des Albums. Wie ein aufkeimender Lichtstrahl steigt der Refrain aus dem düsteren und finsteren Rest des Songs. Nachdenklich und wunderschön.

Am Ende scheinen sich die Pet Shop Boys mit all den Kritikern des Albums versöhnen zu wollen und liefern mit REQUIEM IN DENIM AND LEOPARDSKIN eine gefällige und eingängige Pophymne ab.

Nein, so richtig krachen lassen es die Pet Shop Boys auf dieser CD nicht. Sie liefern vielmehr ausgereifte und solide Popmusik ab, die teilweise mit leisen Tönen daherkommt, aber oft auch nach dem typischen Sound der 2 Herren klingt. Irgendwie passt das Album auch perfekt in die kommenden Herbsttage. Und verbogen haben sich die Beiden auch nicht, denn mit Nichten klingen sie hier neuartig oder gar langweilig.
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8 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 3. November 2012
Ich weiß nicht, was manche Leute dazu bewegt, "Elysium" als mittelmäßig oder gar als schlecht zu rezensieren.

PSB haben im Laufe ihrer Karriere so viele "Knaller" geliefert, wie z. B. auch auf "Yes".

Es sei ihnen doch gegönnt, auch mal ruhigere Stücke aufzunehmen. Mir gefiel auch "Behavior" sehr gut, und das ist mehr als 20 Jahre her.

Die neueste CD ist ein musikalisches Meisterstück! Gute Texte, relaxed, teilweise auch mit House-Rhythmen unterlegt.

Wunderbar, diese weiche Musik zu hören. Läuft bei mir rauf und runter. Ideal zum Chillen, und es gibt auf "Elysium" auch ein paar durchaus tanzbare Songs. Sehr zeitgemäß.

Würde am liebsten 6 Punkte geben!
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9 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 8. September 2012
"actually" war 1987 meine erste platte und ich halte dieses album bis heute für das beste album der musikgeschichte. seit dieser zeit bin ich großer fan der pet shop boys und wurde durch das letzte grandiose studio-album "yes" darin nochmal vollends bestätigt. insofern habe ich mich über die ankündigung der neuen cd "elysium" unheimlich gefreut. doch schon die ersten beiden songs, die man vorab hören konnte- "invisible" und "winner" machten mich etwas skeptisch. beide titel finde ich ziemlich langweilig. und dieser eindruck bestätigt sich leider beim hören der ganzen cd.

textlich ist das alles wieder grossartig, aber musikalisch begeistert mich "elysium" als gesamtwerk nicht. die meisten titel finde ich mittelmäßig ("winner"), langweilig ("breathing space") oder sogar nervig ("ego music"). den einwand: "gib dem album zeit, da hört man sich rein" kann ich nicht so richtig gelten lassen, denn was mich an den songs der pet shop boys immer so begeistert, ist gerade, dass sie mich beim ersten hören fast immer direkt begeistern und trotzdem eine lange haltbarkeit haben. doch "invisible" oder "everything means something" sind zwar sauber arrangiert, aber irgendwie nicht eingängig, nicht raffiniert, nicht so genial wie ich es von neil tennant und chris lowe gewöhnt bin. ich mag durchaus auch viele ihrer ruhigen nummern- "do i have to?", "home and dry", "vampire" oder das grandiose "dreaming of the queen". aber diese songs berühren mich und haben etwas außergewöhnliches, was den meisten liedern der neuen cd fehlt.

aber zum glück gibt es noch drei highlights, die mich wieder etwas mit "elysium" versöhnen: "leaving" ist eine grossartige nummer, die eingängigkeit, melancholie und einen ausgezeichneten text miteinander verbindet. so kenne ich die jungs! auch "requiem in denim and leopardskin" (was für ein grossartiger songtitel!) gefällt mir ausgezeichnet- der rythmus, die tolle instrumentalstelle zum ende des titels, der chor-einsatz, der ohrwurm-refrain... klasse. und mein absolutes highlight ist des überragende "a face like that"! tanzbarer rythmus, dieses geile brass-sample, der sirenen-sound vor dem chorus und dann ein refrain, der sofort ins ohr geht. fantastisch- für mich der beste psb-song seit vielen jahren.

fazit: irgendwie zwiegespalten. "elysium" wird kein album, dass ich häufig durchhören werde wie "actually" oder "nightlife". es ist eher wie bei "release"- drei, vielleicht noch vier songs ("give it a go" hat das potential zum grower) werde ich einzeln auswählen und anhören. insofern ist das natürlich auch ein bißchen jammern auf hohem niveau, aber es sind halte die pet shop boys- da habe ich sehr hohe erwartungen, die zumeist erfüllt werden. bei "elysium" ist dem leider nicht so...
ich höre mir jetzt noch ein paar mal hintereinander "a face like that" an und freue mich über diesen fantastischen song. und alleine wegen diesem titel hat sich das warten aus "elysium" dann doch gelohnt.
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4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 12. Oktober 2012
Das warten hat sich wieder einmal gelohnt. Auch im hohen Alter scheuen sich Neil und Chris nicht,neue musikalische Styles und Wege zu gehen,ohne gleichzeitig die Basis zu verlassen. Zugegebenermaßen sind einige Tracks jedoch gewöhnungsbedürftig. "Ego Music" z.B. klingt für mich eher wie eine typische b-seite.Dieses Album kann man absolut als gelungen bezeichnen,jedoch fallen einige Songs doch recht mittelmäßig aus. Gelungen empfinde ich den Opener "Leaving" absolut chillig und auch melancholisch,ein ganz starker Song."Invisible" wirkt fast hypnotisierend,vorsicht,keinen joint dabei rauchen;-). "Winner" ist eine würdige Single,mein Favorit ist jedoch "A face like that",wäre auch ein release wert."Your early stuff" und "breathing space" sind solide,schöne Balladen.Beide reichen jedoch nicht an solche Größen wie "Kings Cross" "Do i have to" oder zuletzt "Numb" ran. Auch schon beim Vorgänger-Yes war es so.

Auch die Bonus-CD läßt doch zu wünschen übrig.Während man noch bei Fundamental eine großartige Remix CD vorgefunden hat und bei YES immerhin noch DUB-Mixe,kommt dieses Album lediglich mit Instrumental daher. Für meine Begriffe war das zu dünn,daher habe ich mir nicht das Doppel-Album geholt.Und gerade die Remixe und Balladen sind eigentlich ihre Stärken.Naja....

Fazit: Unterm Strich kann man dieses Album als gelungen bezeichnen.Ich habe den Kauf nicht bereut,es ist ein gutes,aber nicht das beste PSB Album.Bin mal gespannt,wie lange die beiden sich noch im business halten,totgesagt worden sie ja schon oft,aber die leben ja bekanntlich länger.Also von mir aus brauchen die PSB noch nicht in Rente gehen....
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6 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 8. September 2012
Lustig wie viele "negative" Bewertungen die Jungs für dieses Album erhalten. Nach "Yes" erwarten eben alle wieder Pop, Glitzer, Stampfer und was liefern die PSB? Genau das Gegenteil eigentlich. Auf diesem Album gibt es im Prinzip keine wirklich schnelle Uptempo Nummer. Vom Gefühl her fallen "A Face Like That" und vllt. "Ego Music" noch am ehesten in diese Sparte, ohne wirkliche Uptempo Nummern zu sein.

Die Songs sind für mich größtenteils exzellent produziert (thanks, Mr Dawson!) - hört euch die Platte mal auf nem guten Soundsystem oder hochwertigen Kopfhörern an. Unglaublich zum Teil diese tiefen (Sub-)Bässe und die warme Atmosphäre, die dieses Album verbreitet. Von der reinen Produktion her, könnte das das technisch beste Pet Shop Boys Album aller Zeit sein.

Auch textlich gibt es auf Elysium wirklich großartiges zu finden. "Leaving" ist wunderbar melancholisch und traurig und verbreitet gleichzeitig ein Gefühl der Geborgenheit und der Hoffnung ("Our love is dead / but the dead don't go away / They made us what we are / they're with us every day /Our love is dead /but the dead are still alive /in memory and thought / and the context they provide"). Sänger Neil Tennant hat gesagt, dass es auf dem Album viel um den Tod geht und wenn man betrachtet, dass er in den letzten Jahren sowohl seinen Vater als auch seine Mutter verloren hat, dann bekommen solche Textzeilen noch eine ganz andere Ebene.

"Invisible" besingt das Leben einer Popband lange nach ihrem kommerziellen Höhepunkt, aber gleichermaßen auch das Älterwerden des Menschen generell. Nur die Jugend ist attraktiv und gefragt - im Alter wird man "Invisible". Der Song schwebt elegisch voran ohne Hektik und Tempo. Wenn ein Song sowas wie Altersweiheit verkörpern kann, dann tut das dieser Track außergewöhnlich gut.
Mit "Winner" folgt eine nur durchschnittliche Midtempo Nummer, die musikalisch irgendwie nicht so recht aufs Album passen will und auch was die Lyrics angeht nicht gerade herausragt. Hier wäre der Andrew Dawson HappySad Mix von Winner an gleicher Stelle wesentlich schöner gewesen, da dieser viel eher die Stimmung des Albums repräsentiert, aber seis drum.
Auch "Your early stuff" ist nur nett und nicht mehr. Sehr kurz geraten mit nur 2:33 Min geht es in dem Song um ein Sammelsurium von Phrasen, die Herr Tennant so über seine Band hören muss, wenn er von Londoner Taxifahrern umherkutschiert wird ("You've been around / but you don't look too rough / And I still quite like some of your early stuff"). Es nagt anscheinend daran, wenn man von der Masse auf die Großtaten der 80er Jahre reduziert wird, nicht wahr Herr Tennant? Schmnunzeln muss man trotzdem, auch wenn der Song nicht viel mehr hergibt als das.
"A face like that" klingt dann ironischerweise im Anschluss genau so, wie alte PSB Klassiker zwischen 1987 und 1990. Fällt in die Kategorie Superhit, der mit Sicherheit niemals veröffentlicht wird und falls doch...keiner wird ;) Tolle Produktion, ein geniales langes Intro vor den ersten Lyrics - so klingen die PSB wenn sie in Form sind.
"Breathing Space" klingt wie von ihrem 2002er Album "Release" stammend. Eine herrliche, leicht von Gitarren ummantelte Ballade, welche über das Entfliehen aus dem hektischen Alltag der modernen Welt handelt - zurück an einen privaten Ort der Ruhe und Entspannung. Wunderschöner Text.
"Ego Music" kommt danach elektronisch zuckend und etwas wirr verspielt und mit viel bissigem Tennant'schem Sprechgesang daher. Hier kriegen die aktuellen Popstars ziemlich ordentlich ihr Fett weg ("And of course I've always had the humanitarian vision / I think everyone knows that / My commitment is to my career / And then giving something back"). Modern produziert, aber nicht besonders melodisch und auch der Refrain, so man ihn so nennen will, kann nicht besonders überzeugen. Auf Dauer wahrscheinlich eher nervend.
"Hold on" klingt irgendwie nach Broadway, der großen Bühne der Showtunes. Bisschen klebriges Background Gesinge. Ich finds jetzt nicht wirklich schlecht (Herr Tennant nennt es ihre "Rezessionshymne"...nun gut). Als Albumtrack ganz ok. Tut der Vielfalt des Albums sicher auch gut, aber ein riesen Fan des Songs werde ich wahrscheinlich nicht mehr.
"Give it a go" ist wieder toll. An Stellen wie diesen (und die sind relativ rar gesäht) erkennt man den "amerikanischen" Sound des in L.A. produzierten Langspielers. Neil singt wundervoll und auch die Melodie ist wirklich bezaubernd. Ein heimlicher Favorit des Albums. Ach ja und welche Popband schafft es schon die Worte "opaque", "bereft" und "bouquet" in eine solch luftige Nummer zu packen? ;)
"Memory of the future": Weltklasse Produktion, ziemlich modern wieder, könnte eine Kreuzung von "The way it used to be" von "Yes" und "Fugitive" von "Fundamental" sein. Wird sicher einer der Lieblingssongs der Fans werden. Etwas langsamer, als die beiden genannten Songs, aber das Tempo des Albums hält sich nunmal verstärkt in Grenzen.
"Everything means something": Düstere Verse und eine dunkle Produktion, die phasenweise an Depeche Mode erinnert verschmelzen zu einem sich immer weiter aufbauendem Gesamtkomplex. Der Song ist nicht sofort zugänglich, aber nicht minder interessant.
"Requiem in denim and leopardskin" schließt letztlich das Album ab und umfasst dabei alles, was die PSB in ihrer langen Karriere groß gemacht hat. Auf fast 6 Minuten hat man einen tollen Text ("Johnny's wearing brothel-creepers / Malcolm's round the block /Adam's in a Jarman film / The look is "let it rock" / A Johnson's leather jacket / Hair by Keith at Smile /All you need to make it big / is sex and style"). Hier werden sprichwörtlich Pauken, Trompeten und Fanfaren aufgefahren.

"This is our last chance for good-bye / Let the music begin" - in diesem Sinne: Nicht die beste aller Pet Shop Boys Platten, aber ein verdammt gutes und anspruchsvolles Pop Album, mit dem man sich beschäftigen muss und das wachsen muss (ähnlich wie vllt. bei Behaviour von 1990). Von der zweiten CD mit den genialen Instrumentalversionen der Lieder ganz zu schweigen. Way to go, Pet Shop Boys !
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am 18. September 2012
Erstaunlich, wie das neueste Album zweier der einflussreichsten Musiker unserer Zeit hier – wie es scheint hauptsächlich von ihren Fans – bewertet wird.

Nun, was kennt und liebt der langjährige PSB Fan und auch der Kritiker an der Musik der Boys?

1. Ehrlichkeit.
Wie seit den Anfängen der PSB (mit einigen Ausnahmen wie z. B. Nightlife) verarbeiten sie auch auf diesem Album ihre eigenen Erfahrungen und Ansichten zu aktuellen Themen unserer Welt, sowie auch die Gefühle, die sie beschäftigen. Das hat viele bisher besonders beeindruckt, wie sie auch hier in den Rezensionen schreiben. Sie vergleichen das Album mit einem seiner Vorgänger, Behaviour. Solche Vergleiche, im Positiven wie im Negativen, halte ich für unnötig, aber wenn es schon angesprochen wird, dann bitte, Fans, widersprecht Euch nicht selbst!
Über welche Erfahrungen sollen Eurer Meinung nach Mitte - Ende 50-Jährige, von denen der eine kürzlich beide Eltern verloren hat, denn schreiben? Sollen sie immer noch von lustigen Discoabenden berichten und ununterbrochen Uptempo-Nummern schmettern? So viel zum Thema in die Jahre gekommen: ich, knapp unter 30-jährig, kann zu gut nachvollziehen, dass einem von Zeit zu Zeit mehr nach ruhigen Klängen zumute ist. Wer dafür nicht zugänglich ist, hat wohl außer Party noch nichts erfahren im Leben – oberflächlich!
Ansonsten schiebe ich es mal auf die schlechten Englischkenntnisse der Deutschen, die anscheinend die Texte nicht verstehen.

2. Neue Stilrichtungen.
Die Jungs sind bekannt dafür, immer wieder neue Wege zu gehen, sie wurden viel gelobt für ihre innovativen Ideen und dafür, jedem Album eine neue, eigene Richtung zu verleihen. Diesmal ist es eben wieder etwas ganz anderes geworden. Modernen, frischen Sound bekommt man hier. Zugegeben, wie einige andere hier es auch schon sagten, man muss dem Album Zeit geben, aber spätestens beim dritten Hören gehen die Songs in Herz und Seele über und man erkennt die Schönheit der neuen Melodien (auch für diese sind die Jungs immer ein Garant gewesen), z. B. bei Give It A Go.

3. Immer anders als erwartet.
Ja die PSB tun nie, was andere erwarten und schon gar nicht, was andere gerne hätten. Selbstständig und immer gegen den Strom der Zeit, Tabus brechend, das sind unsere Jungs. Und diesmal habt ihr was dagegen, Fans?
Weiter so, Chris und Neil, das ist Selbstbewusstsein!

Die Chartpositionen nicht nur im Vereinigten Königreich sondern auch hierzulande sprechen eindeutig eine andere Sprache als die Rezensionen der angeblichen Fans.

Zu den einzelnen Songs wurde bereits viel geschrieben, ich denke jeder wird seine Favoriten anders wählen. Für mich jedoch besonders herausragend (Reihenfolge zufällig):

Invisible
Winner
A Face Like That (stimmt, ein Leckerbissen für alle Langzeitfans ;) )
Breathing Space
Give It A Go
Memory Of The Future
Everything Means Something

Einzig Hold On ist mit seiner Gospelatmosphäre nicht unbedingt mein Geschmack, doch in der Adventszeit wird es mir sicher gefallen. Aber es gab bisher auf so gut wie jedem PSB Album einen Titel, der mir wenig zusagt, das ist also zu verkraften. Interessant jedoch die Mischung aus Optimismus (selten bei den PSB) und Verzweiflung.

Vielen ist das Album einen Tick zu langsam, was mich auch wundert, denn die große Stärke der Jungs liegt doch bei den Balladen, ist das noch keinem aufgefallen? Na dann: Jealousy, Hit And Miss, It Couldn’t Happen Here, Numb, The Only One, Only The Wind, Always, King’s Cross, Later Tonight, …

Auffällig ist bei diesem Album auch, mit wie viel Gefühl der sonst immer gleich (gut) klingende Neil singen kann, wenn er sich richtig Mühe gibt – gelungen!

Fazit:
Wer eine Musikgruppe für dieselben Werte, die sie groß gemacht und uns seit Jahrzehnten begeistert haben, hier schlecht redet und auf oberflächliches Bumbum und Geplätscher steht, ist hier eindeutig falsch.

Wer jedoch eine besondere Perle in der Popmusik sucht, ein Album mit echten, ehrlichen Gefühlen, hochwertig produziert und mit wunderschönen Melodien, kann ohne Bedenken zugreifen.

Pet Shop Boys, wieder einmal vielen Dank!
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am 27. Mai 2014
One of most intimate and warm sounding PBS album with such good songs as Winner, Leaving, Give it a go or the third single Memory of the future. It's not an album where you will find catchy poppy songs like in Very or Yes, be aware of that.
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