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am 9. August 2012
..., dass sind folgende Worte, die Lily Vautier an Gaston richtet, um ihn daran zu erinnern, dass er seinen Job nicht vergessen solle.

Zum Film:
"Ärger im Paradies"(Trouble in Paradise)erzählt die Geschichte des Gaunerpäärchens Lily Vautier und Caston Monescu, welche brilliant von Miriam Hopkins und Herbert Marshall verkörpert werden.Da beide stehts gut gekleidet die Straßen auf und ab gehen, ist es nicht unwahrscheinlich, dass der eine vom anderen annimmt er sei reich und zum beklauen geeigenet ist - doch der Schein trügt.
Nachdem sich die beiden während eines Abendessen gegenseitig zubestehlen versuchen, beschließen sie in Zukunft nur noch gemeinsam zusammenzuarbeiten und sich nach lohnenderen Opfern Ausschau zu halten....
Ein solches glauben die beiden in der reichen Parfümfabrikatenwitwe Madame Colet, gespielt von Kay Francis, gefunden zu haben.Doch diese durchschaut das Ganze sehr schnell, lässt sich aber auf ein Spiel mit den charmanten Gaunern ein - besonders mit Caston!!!
Doch schon bald verspürt Gaston das Gefühl, dass er die reiche Witwe garnicht mehr berauben möchte und schließlich mit ihr in ihrem sogenannten "PARADIES" leben möchte. Doch als die Aufdeckung droht, bleibt ihm nichts anderes übrig als sie doch zu beklauen und mit seiner Gaunerpartnerin Lily auf und davon zu gehen....

Diese wundervolle Komödie verkörpert ganz und gar den "Lubitsch-Touch" von unmoralischen Beziehungskisten, Mehrdeutigkeiten gespickten Dialogen und einem bissigen Humor.

Miriam Hopkins, die zu diesem Zeitpunkt noch völlig unbekannt war, schaffte mit diesem Film den Durchbruch in Hollywood und drehte gleich im Anschluss einen weiteren Lubitsch-Film "Serenade zu dritt" mit Gary Cooper und Fredric March.
Später spielte Hopkins an der Seite von Errol Flynn und Humphrey Bogart in den Western "Goldschmuggel nach Virginia" und auch gleich zweimal durfte man sie an der Seite von Bette Davis in den Filmen "Die alte Jungfer" und "In Freundschaft verbunden" bewundern. (Nur einige ihrer Filme jetzt aufgezählt)

Vielleicht erscheint ja auch noch bald der Film "Infame Lügen" mit Miriam Hopkins,Merle Oberon und Joel McCrea auf DVD - später dann mit Shirley MacLaine,Audrey Hepburn und James Garner in den Hauptrollen unter dem Titel "Infam" neu verfilmt.

Nachtrag(17.09.2012):

Bild-und Tonqualität sind sehr gut für das Alter des Films!!!

Als Extras bietet diese DVD neben der deutschen/englischen Sprache noch:
- deutsche Untertitel
- den Kinotrailer
- Biographien der Crew
- Bildergalerien
- Wendecover

Auch die Sychronstimme von Miriam Hopkins ist wieder eine bekannte - sie hatte diese auch bereits im Film "Serenade zu dritt", welcher bereits auf DVD erschienen ist. Aber den meisten ist diese Sychronstimme wohl eher bei der Schauspielerin Marilyn Monroe geläufig.
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am 7. Oktober 2012
Eines Nachts betritt in Venedig ein korpulenter Mann einen Keller, schnappt sich einen vollen Behälter, trägt ihn zum Kanal raus und schüttet den Inhalt auf seine Abfallgondel. Dann paddelt er "O sole mio" singend davon, ohne sich um das Geschehen im nahen Grand Hotel zu kümmern. Dort ist nämlich gerade ein Nobeldieb am Werk. Gaston (Herbert Marschall) lässt bei den Reichen gerne mal den einen oder anderen Wertgegenstand mitlaufen. Aber im Hotel trifft er auf Konkurrenz, denn Lily (Miriam Hopkins) ist in der gleichen Branche tätig. Lange hält die Konkurrenzsituation nicht an, denn die beiden werden zum Gangsterpärchen. In der Pariser Oper schlagen sie erneut zu: die wertvolle Tasche der Grossindustriellen Mariette Colet (Kay Francis) wird zunächst zur Beute von Gaston. Dann beschliesst man, sich als Finder auszugeben, da die Belohnung wohl der lukrativste Erlös aus dem Diebstahl ist. Doch für den Charmeur Gaston kommt es noch besser. Er bringt Mariette soweit, ihn als Sekretär einzustellen. Natürlich hat er Hintergedanken, nämlich eine noch grössere Beute aus dem Tresor der Villa. Komplizin Lily schlüpft bald in die Rolle von Gastons Assistentin. Dann scheint eines Abends der richtige Zeitpunkt für den Raub gekommen, aber ein Bekannter (Edward Everett Horton) von Mariette bringt Gastons Plan ins Wanken.
Unter den eigenen Filmen soll "Trouble in Paradise" (Paramount Picutres, 1932) das Lieblingswerk von Regissseur Ernst Lubitsch gewesen sein. Wer die Komödie gesehen hat, kann das nachvollziehen, denn der Film ist lustig und charmant. Die Schauspielerleistungen sind gelungen, die technische Umsetzung ebenso. Der Film bleibt trotz recht wenig Action spannend und hält Überraschungen bereit. Kompliment!
Die DVD von KSM zeigt den Film in einem gut restaurierten Bild (schwarz-weiss, 4:3), wie man es von Rechteinhaber Universal gewohnt ist. Das Werk hat zwar nur eine DVD-Laufzeit von 79 Minuten, wurde aber leider nicht üppig mit Sprachen und Untertiteln versehen. Es gibt die deutsche und die englische Tonspur, dazu durchgehende deutsche Untertitel oder solche nur für Sequenzen in anderen Sprachen. Das Bonusmaterial besteht aus Bildtafeln mit Werbefotos und Infotexten zu den wichtigsten Beteiligen am Film, dazu eine Programmvorschau, also insgesamt wenig Überraschendes. Der Trailer zum Hauptfilm fehlt leider auch. Kurzfazit: gelungener Film, magere DVD-Ausstattung. Das gibt noch drei von fünf Perlenketten und eine kleine Lohnerhöhung.
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TOP 500 REZENSENTam 23. September 2012
Kurz vorweg: ich bin per Zufall auf den Film gestoßen, als ich mehrere DVDs bestellte. Da ich Lubitsch und seinen nach ihm benannten "Touch" schon immer ganz bezaubernd unterhaltsam fand, dachte ich warum nicht?! Und bin nun durchaus angenehm überrascht. Ich beziehe mich nicht auf die deutsche Ausgabe sondern einen Import mit engl. UT in - für sein Alter - exzellenter Bildqualität.

Lily (Miriam Hopkins) und Gaston Monescu (Herbert Marshall) arbeiten gemeinsam als Gaunerpärchen, das sich in Venedig kennen lernte, als beide versuchten sich zu bestehlen. Man harmoniert auf jeder Ebene miteinander und beschließt, in Paris mal wieder an etwas Geld zu kommen. Sie stehlen in der Oper die Handtasche der verwitweten, steinreichen und äußerst schönen Mariette Colet (Kay Francis), Besitzerin einer Parfum-Fabrik. Gaston schafft es als Sekretär Mariettes unter dem Namen LaValle Einzug in den extravaganten Haushalt zu halten und sich Colettes Vertrauen zu erschleichen. Auch Liliy ist als Mademoiselle Vautier mit von der Partie. Doch nicht alles verläuft nach Plan, Gaston empfindet bald mehr für sein Opfer und entdeckt die unlauteren Machenschaften des Geschäftsführers Giron. Brenzlig wird es für das Pärchen, als ein alter Bekannter kurz davor ist, die Charade auffliegen zu lassen.

Der Film aus dem Jahre 1932 brilliert vor allem durch den erwähnten "Lubitsch Touch". Äußerst raffiniert und voller Zweideutigkeiten, unterlegt durch bedeutungsvolle Blicke und anderen Unterschwelligkeiten, beendet er Szenen zugunsten der Fantasie der Zuschauer. Aber auch einige eindeutige Szenen sorgten dafür, dass der Film, nachdem der Production Code in Kraft trat, nicht mehr aufgeführt werden durfte und in Deutschland gar nicht erst in die Kinos kam.
Das Drehbuch basiert auf einem Theaterstück, das wiederum auzugsweise auf dem Memoiren des Hochstaplers Georges Manolescue beruht.

M.E. besticht der Film vor allem durch geschliffene Dialoge und Doppeldeutigkeiten und ist sicherlich ein Meisterwerk Lubitschs. Desweiteren durch eine extravagant opulente Art-Direction mit wunderbaren Kulissen und Kostümen. Auch die musik alsiche Untermalung lässt die Laune steigen ...

Allerdings habe ich in Teilen so meine Probleme mit der Plausibiltät des Handlungsverlaufes. Da ich nicht spoilern möchte nur so viel: gegen Ende ist die Entwicklung recht unglaubwürdig und die Reaktion Colettes unglaubwürdig. Die Schlussszene wiederum ist zwar äußerst bezaubernd und lustig, versöhnt etwas, aber nicht vollständig.
Außerdem hatte ich, je weiter das Geschehen voranschritt, auch so meine Zweifel hinsichtlich der Rolle Colettes und der mangelhaften Schauspielleistung Kay Francis`. Was ist bewusst so in ihrer Rolle gewollt und was Konsequenz ihrer mangelhaften Ausdrucksfähigkeit?!
Kay Francis, ein großer Star der 30er Jahre, überzeugte damals weniger durch anspruchsvolle Rollen, denn als "clothes horse" im sogenannten "woman`s picture". Dort kam es dem Zuschauer weniger auf die Handlung, denn auf die Kostüme der weiblichen Stars an. Man wollte einen Hauch von Extravaganz, Stil und Glamour in das alltägliche Leben bringen, damals eben durch den Gang ins Kino. Da Francis als einer der bestangezogenen Stars ihrer Zeit galt, wollte man einfach einen Blick auf sie werfen.
Zudem mangelt es ihrem äußerst schönen Gesicht ganz eindeutig am Ausdruck. So wundert es mich dann auch nicht, wenn ihre schwindende Popularität, ab Mitte der 30er Jahre, einhergeht mit dem Aufstieg Bette Davis' - da sind immerhin wesentlich mehr Gefühle im mimischen Spiel, als bei der eher langweiligen Darstellung einer Kay Francis mit der immer gleichen indifferent leidenden oder in diesem Fall eher nicht leidenden, gleichen ausdruckslosen Gesichtsakrobatik. So musste sie auch zahlreiche Rollen an die Davis abtreten. Zum Glück, denn sonst hätten wir uns JEZEBEL mit Francis anschauen dürfen.

Miriam Hopkins überzeugt indess in ihrem Spiel als lustig-locker-eifersüchtige und äußerst begabte Diebin, während Marshall den galant-distinguierten Gentleman-Einbrecher verkörpert.
Interessant: Francis sagte ohne Zögern ihre Hochzeitsreise ab, als das Angebot Lubitschs eintrudelte. Ihre Rolle wurde zugunsten des Hopkins-Parts geschmälert (da Hopkins eine Lubitsch-Favoritin war). Schön auch die geniale Mimik Edward Everett Hortons als Francois Filiba genießen zu dürfen.

Tipp: im Original anschauen und die wenigen deutschen Worte versuchen zu identifizieren, denn ich glaube die Schauspieler selbst wissen nicht so ganz was sie da auswendig lernten.

Fazit: ein exzellent zweideutig-eindeutiger Film Lubitschs, mit kleinen Schwächen in der Storyline und einer eher fehlbesetzten Kay Francis - ich wurde jedenfalls nicht so recht warm mit ihr.
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TOP 1000 REZENSENTam 21. Februar 2013
Natürlich darf man sich für die Veröffentlichung eines solch wundervollen Klassikers mehr an Extras usw. wünschen, – die kürzlich erschienene britische Masters-of-Cinema-Edition (2012) kann einen mit gutem Grund neidisch werden lassen. Aber schaut man sich das Preis-Leistungsverhältnis an und bedenkt weiterhin den Wert der Tatsache, dass der Film überhaupt auf dem deutschen Markt greifbar ist, dann kann man mit dem, was hier vorliegt, sehr zufrieden sein.

Noch bevor die eigentliche Handlung beginnt, wird bereits der Tonfall des Ganzen gesetzt: Venedig bei Nacht, ein Gondoliere singt ein schmachtendes „O sole mio“. ‚Aha, ein romantisches Klischee’, mag der Zuschauer denken, doch gleich darauf bemerkt er: Der Gondoliere ist der, der nachts die Mülltonnen leert. Lubitsch ist ein Romantiker, aber einer, der es mit der Romantik ernst meint, – einer, der weiß, dass ihr wirklicher Ort nicht in einer sterilen Wunschwelt liegt, sondern hier auf der Erde, wo zum Beispiel nachts die Müllabfuhr kommt und andere Unbequemlichkeiten drohen.

Lubitsch inzeniert ein Spiel, besser: eine ganze Reihe von Spielen, in denen es ums Täuschen und ums frivole Spiel mit Täuschungen geht. Und manchmal kommt dieses Spiel so gut in Fahrt, dass die, die das Spiel der Täuschungen begonnen haben, selbst heillos darin verstrickt werden. Aus dem Spiel der Täuschungen wird dann das Spiel des Lebens, ohne dass eine Stelle des Übergangs erkennbar würde.

Wie das geht, demonstriert Lubitsch gleich zu Beginn. Ein Mann, der als ‚Baron’ angesprochen wird, erwartet in seiner Hotel-Suite eine Komtesse zu einem festlichen Abendmahl. Die Umgangsformen sind exquisit, die Konversation perlt aufs Charmanteste. Doch im weiteren Verlauf der Konversation zeigt sich nicht nur, dass beide in Wahrheit professionelle Diebe sind, sondern dass jeder dies auch vom anderen bereits wusste. So weit ein ganz passabler Einfall für eine Komödie, doch Lubitsch macht weit mehr daraus: Während der gegenseitigen Enthüllungen lässt er die feinsinnige Konversation und die vollendeten Umgangsformen einfach unverändert weiterlaufen. Kaum sind die beiderseitigen Täuschungsmanöver enthüllt, spielen sie für den angeblichen Baron und die vermeintliche Komtesse auch schon keine Rolle mehr. Das Spiel, das anfänglich auf Täuschung beruhte, ist zwar aufgeflogen, aber man spielt es einfach weiter, und man spielt es so erfolgreich, dass die wechselseitige Leidenschaft füreinander schließlich nicht länger zu zügeln ist.

Auf ähnliche Weise entwickeln sich im weiteren Verlauf der Geschichte die Konflikte und ihre Lösungen. Das nächste erotische Spiel der Täuschungen zwischen dem Dieb Gaston (Herbert Marshall) und der Unternehmenserbin Madame Colet (Kay Francis) ist allerdings weitaus komplizierter angelegt, denn sowohl die personelle Situation (Dreieckskonstellation) als auch die professionellen Zielsetzungen (Diebstahlsabsicht) scheinen einer romantischen Lösung entgegenzustehen.

Die Hauptdarsteller sind glänzend aufgelegt, insbesondere Miriam Hopkins und Herbert Marshall. Auch die Nebenrollen sind mit Charlie Ruggles und Edward Everett Horton großartig besetzt. Die DVD besitzt, wie gesagt, nur karges Bonusmaterial, präsentiert den Film aber in guter Bild- und Tonqualität. Allein schon wegen des englischen Originaldialogs dürfte die Anschaffung lohnen.

Lubitsch habe, wie es heißt, „Trouble in Paradise“ für seinen besten Film gehalten. Man muss gut argumentieren, um ihm darin erfolgreich widersprechen zu können.
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TOP 1000 REZENSENTam 26. März 2014
Der berühmte "Lubitsch-Touch" basierte auf dem Geschick mit großer Leichtigkeit und kultiviertem Feingefühl das Thema Sex sehr dezent anzudeuten und auf clevere Art und Weise in Story und Dialogen die damals relativ prüden Normen in den USA zu umgehen oder gar diskret gegen sie zu sticheln. Interessanterweise ist sein 1932 entstandener "Ärger im Paradies" kaum gealtert und wirkt heute noch frisch, dynamisch und temporeich. Die Geschichte erzählt von dem Gauner Gaston Monescu (Herbert Marshall), ein als adliger Baron getarnter Meisterdieb, der zur Zeit in Venedig arbeitet und auf eine hübsche Taschendiebin namens Lily (Miriam Hopkins) trifft. Bei einem gemeinsamen Rendez-vous von Dieb und Diebin, die zuerst nichts von ihrem gleichen Hobby wissen, stibizen sich sie gegenseitig Wertgegenstände aus der Tasche. Dies führt zur sexuellen Aufheizung und vor lauter gegenseitiger Bewunderung zum gemeinsamen Lebensweg. Der Baron muss eh fliehen, da er als falscher Arzt einen reichen Dandy namens Francois Filiba (Edward Everett Horton) chloroformiert und schliesslich beraubt hat. Das Gaunerpärchen verlagert seine Wirkungsstätte nach Paris. Dort wartet ein nächstes Opfer. Die äusserst attraktive Parfum-Erbin Mariette Colet (Kay Francis) , die in der Oper zuerst einmal um ihr 120.000 Francs teures Handtäschchen erleichtert wird. So verschafft sich Monescu als späterer ehrlicher Finder Eintritt ins Leben der reichen Frau. Diese wird von einem britischen Major (Charles Ruggles) verehrt, ein weiterer Freier ist der in Venedig bestohlene Filiba. Was natürlich ein Grund sein könnte, dass der geplante Coup des Pärchens bei Mariettes Tresor reichlich abzusahnen, schief geht....Diese Geschichte wird von Lubitsch total chic und edel inszeniert, Charme und Eleganz der dreißiger Jahren scheinen irgendwie perfekt eingefangen. Die leichte Komödie mit total super aufspielenden Akteuren glänzt mit prickenden Dialogen und einer perfekten Erzählweise. Dominerend ist nicht der Coup, sondern die Beziehungen der Figuren untereiander. Dabei hat sich Herbert Marshall irgendwann zu entscheiden und am Ende steht ein unschlagbares Paar. Prima Film...
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am 20. Mai 2013
Lubitsch soll "Ärger im Paradies" als seinen Lieblingsfilm bezeichnet haben. Das mag schon sein, allerdings verstehe ich die Aussage so wenig, wie die Aussage von Hitchcock, wonach "Bei Anruf Mord" ein unbedeutendes Nebenprodukt gewesen sein soll. "Ärger im Paradies" ist ein netter, altmodischer Unterhaltungsfilm mit Wortwitz und charmanten Darstellern aber er reißt einen nicht vom Hocker. Die Bildqualität ist für einen 80 Jahre alten Film tatsächlich erstaunlich gut und die DVD ist auf jeden Fall ihre 7,-Euro wert. Mehr würde ich für den Film auch nicht bezahlen. Wer einen wirklich tollen Film sehen will, der sollte zu einem echten Meisterwerk von Lubitsch greifen: "Sein oder Nichtsein".
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am 21. Juni 2014
Das wohl originellste Vorspiel der Filmgeschichte: Der hochkarätige Ganove Gaston Monescu und die nicht minder talentierte Taschendiebin Lily Vaultier treffen sich für ein erstes Rendezvous im luxuriösen Grand Hotel in Venedig zum Souper. Er gibt sich ihr gegenüber als Baron aus, sie täuscht vor, eine Gräfin zu sein, doch klingt der Sprachgestus der beiden betont vornehmen Scheinaristokraten dermaßen unnatürlich und affektiert hochgestochen, dass sich dem Zuschauer das Parodistische der augenzwinkernden Maskerade sofort erschließt. Der straff gescheitelte Herbert Marshall hält sich noch ein wenig bedeckt in seiner steifen, ins melancholisch Weiche spielenden Noblesse, während Miriam Hopkins sofort in verzärtelt manierierte Posen verfällt und so tut, als sei sie lediglich um die kleinen Intrigen bekümmert, die in der Mußeklasse der Adelsträger für gewöhnlich ihr Unwesen treiben. Mit mannequinartiger Geschmeidigkeit fläzt sich die blonde Versuchung, sanft umhüllt von ihrem silbrig schimmernden Kleid, auf eine gefährlich niedrige Sitzgelegenheit und schmilzt fast dahin, wenn sich Marshall ihr nur nähert. Gerade noch rechtzeitig klingelt das Telefon, die Herzogin von Chambreux verlangt angeblich nach Lily. Was da tatsächlich am anderen Ende der Leitung hängt, entpuppt sich allerdings durch einen Gegenschnitt als rabiater Hausfrauen-Typus, dessen ordinärer Duktus das wahre Milieu der jungen Dame verrät. Spätestens in diesem Moment wird man sich der komödiantischen Camouflage gewahr.

Beim romantischen Abendessen geht es dann ans Eingemachte. Zwischen zwei Häppchen säuselt Lily plötzlich in bedeutungsschwangerem Ton: "Baron, Sie sind ein Gauner! Sie beklauten den Gentleman von 253/5/7 und 9! Würden Sie mir das Salz reichen?" Der Filou kommt dem Wunsch höflich nach und kontert stilvoll: "Die Stunde der Wahrheit schlägt! Ich sage es mit Liebe im Herzen. Comtesse, Sie sind eine Diebin!" Denn Lily hat die gestohlene Brieftasche inzwischen an sich genommen, der falsche Baron spürte es durch ein angenehmes Kitzeln ihrer Finger. Jetzt steht er auf, geht zur Tür, dreht mit einer harschen Bewegung den Schlüssel herum, zieht die Vorhänge zu, bedeutet Lily, sich zu erheben, und schüttelt sie so lange an den Schultern, bis das Corpus Delicti aus ihrem Mieder plumpst. Dann steckt er die Brieftasche in seinen Smoking und isst weiter, als wäre nichts geschehen. Lily malträtiert indes mit unvermindertem Appetit ihr Steak, ehe sie bemerkt, dass Gaston im Besitz ihrer Brosche ist. Der Gegenschlag lässt freilich nicht lange auf sich warten. Genüsslich fragt sie ihn nach der Zeit und präsentiert seine Uhr, woraufhin er wiederum ihr Strumpfband triumphal aus der Tasche zieht. Hopkins greift verdutzt unter den Tisch, der Höhepunkt der Intimität ist nun erreicht. Sekunden später springt sie auf Marshalls Schoß und himmelt ihn erwartungsfroh an. So zeichenhaft-virtuos geriert sich dieser amouröse Flirt.

Lubitsch selbst erklärte "Trouble in Paradise" (1932) zu seinem absoluten Lieblingswerk, besitzt der Film doch jenen goldenen Touch, dessen Rezeptur ebenso unerforschlich scheint wie die Coca Cola-Formel aus Atlanta. Man kennt zwar die einzelnen Zutaten, die Liebe zum Verdrehten und zur Mechanik der Absurdität, die pointierten Dialoge, das Timing, die formvollendete Haltung der Akteure, das brillante Design der Innenräume, die Verschachtelung der Figuren mit dem eleganten Dekor, die changierenden Emotionen, aber nach welchen Grundmustern diese vielen kleinen Rädchen ineinandergreifen, das kann man schwer in Worte fassen. Auf subtile Weise gesellt sich der verblichene Glanz des alten Kontinents zu Lubitschs äußerst effizientem Umgang mit dem Faktor "Zeit", wie er typisch ist für die amerikanische Gesellschaft. Mit einem einfachen Schnitt überspringt er ein ganzes Jahr und verlegt den Ort der Handlung nach Paris, wo er sich erneut lustig macht über die skurrile Contenance der besseren Kreise, die habituellen Verschraubungen einer innerlich maroden Elite und das sperrig-spleenige Gehabe der Upper Class, alles vor dem Hintergrund der Großen Depression und natürlich nur in dem Maße, wie das Hochstapler-Duo auch bereit ist, die gestelzten Formen der High Society dem Geschäft zuliebe zu adaptieren. Schein und Sein als Leitmotiv durchzieht Lubitschs gesamtes Schaffen in den 30er Jahren.

Das Elend der Wirtschaftskrise wird oberflächlich gelindert im schillernden Art Deco einer vom grellen Neonlicht der Werbespots überstrahlten Metropole an der Seine. Lubitsch forciert den Rhythmus, die Karriere seines fingerfertigen Pärchens muss schließlich vorangetrieben werden. In der Oper stiehlt Gaston der attraktiven Mariette Colet, verwitwete Chefin eines Parfüm-Imperiums, die sündhaft teure Handtasche. Er bringt sie ihr wieder, um den Finderlohn zu kassieren und den Safe der sinnlichen Millionenerbin zu knacken. Dazu heuert er als ihr persönlicher Assistent an und schleust Lily als seine Sekretärin in den von kriminellen Machenschaften unterhöhlten Konzern ein. Doch etwas Unvorhergesehenes durchkreuzt den Plan: Gaston bändelt mit Madame an, zum Ärger von Lily und Monsieur Filiba, jenem ominösen Gentleman aus der venezianischen Royal Suite von 253/5/7/9, der auf einer Soiree unerwartet vor dem Schlitzohr steht und zu allem Überfluss auch noch zu den hoffnungsvollen Verehrern der Colet zählt. Die Affäre des ungleichen Gespanns erahnt man nur, wenn beide aus fremden Schlafzimmertüren heraustreten oder die Kamera zwischen den Ziffernblättern opulenter Uhren wandert und auf einem Sektkübel verweilt, während im Off Gesprächsfetzen zu hören sind, die jedoch ausreichen, um ziemlich sicher zu wissen, dass Gaston der eifersüchtigen Lily untreu geworden ist. Für Billy Wilder bestand in dieser Kunst der Andeutung das eigentliche Genie des von ihm so verehrten Meisters: Das Publikum zu Mitverschworenen befördern, es indirekt einbeziehen in die Dialektik von Geld und Liebe. Die Unmoral schwingt fröhlich das Zepter, aber Lubitsch rettet seine zwei charmanten Crooks aus der Malaise, bevor diese im funkelnden Lametta der Glamourwelt aufgehen. So viel Souveränität besitzen sie bei aller Kindsköpfigkeit dann doch. Sie kommen noch einmal davon, mit einem blauen Auge, Madames Perlenkette und einem Stapel Banknoten. Am Ende ist alles wie am Anfang: Man sitzt im Taxi, bestiehlt sich gegenseitig und schließt sich glücklich in die Arme. Marshalls schwärmerische Worte vom Dinner in Venedig klingeln da noch im Ohr: "Wie wundervoll ist es, von Ihnen beraubt zu werden!"
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am 12. März 2016
Ein echter Lubitsch. Er stellt einfach die Realität auf den Kopf und spielt dann mit den Mustern gesellschaftlicher Denknormen. Das Gauner- und Diebespaar Lilli und Gaston bewegt sich als Hochstapler in höheren, sprich reicheren Kreisen und nimmt diese mit Tricks und notfalls mit Gewalt aus. Alles klappt immer wunderbar, und als es wegen einer Schwäche Gastons für eines seiner weiblichen Opfer zu einer Krise kommt, löst sich auch diese auf wundersame Weise auf. Die Komik basiert auf der ironischen Persiflage gesellschaftlicher Usancen. Köstlich der Gondoliere in Venedig, der das Schmalz seines Heldentenors auf einem Mülltransportkahn erschallen lässt, oder die italienische Kriminalistengruppe, die in höchster, freudiger Erregung ein Diebesopfer ausfragt. Wieder einmal hält Everett Norton auf schon bekannte Weise als der Trottel vom Dienst her, diesmal im Duett mit dem trockenen Ruggles. Miriam Hopkins ist schlicht umwerfend und Kay Francis ist einfach wunderschön. Dass Beide ein wenig flach geraten sind, entsprach dem Schönheitsideal ihrer Zeit. Leider auch das Auftreten Marshalls, dessen säuselndes, buckelndes Süßholzgeraspel und sich schleimig Winden auf mich abstoßend wirken, zu seiner Zeit aber anscheinend von der Damenwelt goutiert wurden. Billy Wilder soll einen gerahmten Text an der Wand seines Arbeitszimmers hängen gehabt haben, der lautete: "Wie hätte Lubitsch das gemacht?" Spätestens nach diesem Film weiß man, warum. Spitze!
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am 28. September 2012
Der Streifen, der unter dem Titel "Sünde im Paradies" Anfang 1933 auch in Deutschland in die Kinos kommen sollte, wurde durch die Entscheidung der Film-Oberprüfstelle Nr. 6392 vom 11. März 1933 wegen Gefährdung der öffentlichen Ordnung und der entsittlichenden Wirkung verboten. Die Film-Oberprüfstelle begründete ihre Entscheidung, dass: "die hier gezeigte Verherrlichung des Verbrecherlebens den Verbotstatbestand der entsittlichenden Wirkung erfüllt. Diese Wirkung wird durch den Ausgang des Bildstreifens noch verschärft, der zeigt, wie das Hochstaplerpaar von der Bestohlenen noch beschenkt [...] von dannen fährt, um ungestraft weiter seinem verbrecherischen Treiben zu leben."

Lubitsch war wirklich ein ganz frecher (siehe auch "Sein oder Nichtsein", "Serenade zu dritt" oder "Die Ehe im Kreise"). In diesem Film setzt er "lieben" mit "sich bestehlen lassen" gleich. Das Bild ist nicht gerade überragend und die Extras spärlich. Aber es ist schon toll, dass es diesen sehr empfehlenswerten Film endlich überhaupt mal auf DVD gibt.
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am 24. Juni 2015
Ich habe den Film bestellt, ohne ihn zuvor gesehen zu haben. An sich finde ich ihn auch nicht schlecht, aber überragend ist er auch nicht. Ich werde ihn mir sicherlich irgendwann bei Gelegenheit wieder anschauen, aber es ist kein Film, den ich immer wieder gucken könnte (wie z. B. Arsen und Spitzenhäubchen, Ist das Leben nicht schön oder Casablanca); aber das ist wohl Geschmackssache. Der Film hat sicherlich viele amüsante Szenen und ein (für mich) eher unerwartetes Ende.
Dafür dass der Film bereits so alt ist, sind die Aufnahmen ziemlich gut und der Ton vollkommen in Ordnung. Allerdings gefällt mir die deutsche Synchronisation nicht besonders gut; vor allem die Stimme für Miriam Hopkins finde ich nicht besonders passend. Das nächste Mal schaue ich ihn mir auf jeden Fall in der englischen Originalfassung an.
Alles in einem ist es ein interessanter Film, den man als Klassiker-Fan sicherlich gesehen haben sollte. Das Preis-Leistungs-Verhältnis (ich habe 4 € bezahlt) stimmt allemal.
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