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am 16. August 2012
Nachdem mich HAUS DER BÖSEN LUST von Edward Lee so beeindruckt und gefallen hatte, war klar, dass ich auch die kommenden Bücher, welche in Deutschland veröffentlicht werden, lesen will. Das nächste, was im Hause Festa nun auf dem Plan stand, war dieses hier: BIGHEAD. Alleine die Beschreibung als „most disturbing book“ hatte mich neugierig gemacht und nun konnte ich endlich nach monatelanger Wartezeit auf die Veröffentlichung meine Neugierde stillen.

Was Edward Lee dem Leser hier bietet, ist ein unglaublich harter und brutaler Mix aus Horror, Psycho, Blut, Mord, Vergewaltigung, Kannibalismus, Psychoterror, Angst, Verachtung und sexueller Notgeilheit.
War HAUS DER BÖSEN LUST für mich schon ungewöhnlich brutal und überzeugte mich sprachlich und in seiner Deutlichkeit der Beschreibungen sehr, stellt BIGHEAD das Werk in punkto Brutalität und Härte tatsächlich in den Schatten.

Ich liebe knallharte Psychothriller/Horror und dieses Buch hat mich an den Rand meiner Belastbarkeit und Vorstellungskraft getrieben. Kenne ich nun wahrlich viele Foltermethoden und dank diversen Autoren wie Laymon, Smith und Co. auch schon eine Menge verschiedenster heftigster Sexualpraktiken, zeigte mir Lee hier Szenarien auf, die mich kopfschüttelnd und – festhalten jetzt – lachend in meinem Leserausch rückließen. Hier zeigt sich hervorragend, wovor der Verlag ausdrücklich mit „überzogenen Darstellungen sexueller Gewalt“ warnt. Seine Beschreibungen dessen, was LIEBE MACHEN genannt wird, ist so heftig und überdeutlich, dass man es wahrlich abkönnen muss, um es lesen zu wollen. Wenn man es aber kann, so wie ich, dann macht es teilweise solchen Spaß, dass ich wirklich lachen mussten dabei.
Natürlich kommt auch die Brutalität beim Sex nicht zu kurz und so bietet BIGHEAD auch Szenen aus dem Hardcorebereich, wo selbst ich schlucken musste. Aber hey, nichts anderes habe ich von diesem MOST DISTURBING BOOK erwartet, denn ganz ehrlich: Wäre es nicht genauso, wie BIGEHAD ist, hätte dieses Buch diesen Titel nicht verdient. So aber, hat es ihn mehr verdient, als irgendein anderes Werk.

Wer HAUS DER BÖSEN LUST kennt, dem wird auffallen, dass Edward Lee scheinbar ein Fan von besonderen Leitmotiven ist. So haben seine Protagonisten in BIGEHAD auch wieder einiges schlafend im Traum zu verkraften und auch die katholische Kirche und die Religion bekommen wieder einiges an Fett weg, zumal ein Priester eine der Hauptrollen spielt. Diese Leitmotive gefallen mir sehr, ich mag es, wenn Autoren diese einbauen und in mehr als nur einem Roman auftauchen lassen.

Kommen wir noch kurz zur Sprache des Romans, denn diese ist sehr unterschiedlich, je nachdem, wessen Part wir gerade lesen:
Der Schreibstil ist klasse und gut lesbar, spannend und aufregend, klar und deutlich. Sind wir mit BIGEAD unterwegs, ändert sich das Ganze etwas und dessen Zurückgebliebenheit zeigt sich auch im sprachlichen Stil des Autors. Die Sprache wird sehr umgangsprachig, platt und stumpf. Damit hatte ich anfänglich Probleme, einen Lesefluss zu bekommen, nach und nach wurde es besser. Es passt absolut zum Buch und zur Thematik, daher ist dies kein negativer Kritikpunkt, allerdings tat ich mich damit bis zum Ende hin schwer.

Zum Schluss muss ich noch etwas zum Ende es Buches sagen, ohne zu spoilern: Das Ende hat mir nicht wirklich gefallen. Was immer Edward Lee sich dabei gedacht hat, aber für mich was der Schluss zu abstrakt und durch die vielen, vielen sexuellen Handlungen und Tötungsakte wirkte die gesamte Story auch überladen, sodass ich leider einen Punkt abziehen musste in der Gesamtbewertung. Weniger wäre vielleicht mehr gewesen, denn nachdem ich das Buch zuklappte, welches ich binnen eines Tages verschlang, war ich im wahren Sinne K.O., denn ich hatte wahrhaftig vieles an Horror- und Psychokram miterlebt.

Ein knallharter, schonungslos brutaler und irrer Leckerbissen für alle Hardcoreleser, ein Must-read eines Autors, dessen weitere Werke ich nur so entgegengiere.
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am 8. September 2012
Zur Story: "Bighead" ist anders als die anderen, war er schon immer und wird es auch immer bleiben. Nicht nur optisch - mit einem viel zu großen Kopf, zwei unterschiedlich großen Augen und einer Größe von weit mehr als zwei Metern, gleicht er eher einem Monster als einem "jungen" Mann - sondern auch aufgrund seines geringen IQ‘s und seiner daraus resultierenden Sprache. Als Bighead’s Grandpap das Zeitliche segnet, macht er sich auf den Weg hinaus aus dem Wald, hinein in die große ihm völlig unbekannte Welt. Wird ihm dort das von seinem Grandpap erlernte nützen, das Vergewaltigen von "Puppen", das Essen ihrer Eingeweide und das Aufknacken der Köpfe, um an das warme Gehirn zu kommen? Wie gesagt, Bighead ist anders und er wird seinen Weg gehen - nur wird dieser Weg blutig sein.

"Wer „Bighead" lesen möchte, sollte sich im Klaren darüber sein, worauf er sich einlässt. Der Hinweis des Verlages auf der Rückseite des Covers steht nicht ohne Grund dort, und wer sich dann im Nachhinein beschwert, es sei zu brutal und blutig gewesen – der hat etwas nicht verstanden."

Bei Bighead beschleicht einen das Gefühl, Edward Lee ließe einen über Jahrzehnte aufgestauten Frust und Zorn gegen alles und jeden mit einem Schub heraus und klatscht ihm diesen - in einer förmlich neu für ihn erfundenen Fäkalsprache - wie einen großen Haufen warmes, noch frisch dampfendes Erbrochenes vor die Füße. Unvorstellbare Gewalt bestimmt von Anfang an das Geschehen, und der Ekelfaktor erreicht eine noch nie in Papierform dagewesene Form, sprengt wie eine Bombe alles vorher da gewesene.

Angefangen über brutalsten Mord, grausamste und abartigste Vergewaltigung, perverseste Sexsucht, Kannibalismus in seiner schlimmsten Form, bis hin zur Blasphemie, bei der wohl selbst sämtliche Priester lang im Kirchenschiff hinschlagen würden - vorausgesetzt sie würden Bighead lesen. Das Kopfkino läuft auf Hochtouren und zu den abstoßenden Bildern, die sich in schneller Folge geradezu die Klinke in die Hand geben, bekommt man zusätzlich das Gefühl, die Körperflüssigkeiten und Exkremente - die einem wie mit dem Mopp um die Ohren geschlagen werden - regelrecht riechen zu können, so intensiv ist das Empfinden bei diesem Roman.

Lee hat für seine Figuren eine eigene Welt im Staat Kentucky und Virginia geschaffen, in der es keine Regeln und Gesetze gibt und wenn doch – wen interessieren sie! Die Geschichte ist in mehrere Erzählstränge mit diversen Figuren aufgegliedert, bei der jeder seinen eigenen - so sieht es zumindest am Anfang aus - Schwerpunkt hat. Natürlich führt Lee sie im Laufe der Geschichte zusammen und alles läuft auf ein "lustiges" Treffen im beschaulichen Nuntville hinaus.

Wer aber nun nach alle dem wenigstens auf ein paar normale Charaktere hofft, dem kann auch hier vorzeitig die Hoffnung genommen werden, denn jedem von ihnen kann man mindestens eine von den oben genannten Abscheulichkeiten anheften. Ein paar sind einfach nur gestört, andere wiederum sind so krank, dass man sie eigentlich gleich an Ort und Stelle erschießen müsste. Das Schlimme wiederum ist, man mag sie irgendwie – egal wie krank oder verbrecherisch sie sich verhalten. Was sehr positiv ankommt, ist der ortsansässige Südstaatenslang (dem Appalachian) - den er den einheimischen Figuren angeheftet hat - der neben Bigheads eigens zurückgebliebener Sprache nun einmal in die Region gehört. Nach ein paar Seiten hat man sich an die Sprache gewöhnt und es geht einem dann schnell und einfach von der Hand.

Edward Lee lässt - so merkwürdig das auch an dieser Stelle, bei diesem Roman klingen mag - sein Können aufblitzen. In vielen Passagen wird deutlich, dass er ein richtig guter Autor ist, von dem ich unglaublich gern mal einen "herkömmlichen" Thriller, mit ein Stück weit mehr Tiefgang lesen würde.

Mein Fazit: "Lee bricht alle jemals von Menschhand aufgestellten Regeln und tritt sie mit Füßen. Den Begriff Ethik und Rücksicht sucht man in diesem Roman vergeblich, und es war wohl auch kaum Lee’s Absicht, diese hier finden zu lassen. Er will von der ersten Seite an mit aller ihm von "Gott" gegebenen Härte provozieren, und das gelingt ihm auch über die gesamte Buchlänge hinweg. Wenn es die Hölle auf Erden wirklich gibt, dann ist sie genau dort – in der Region rund um Virgina und Mister Edward Lee ist Mephisto himself. An alle Fans dieses Genres, Bighead ist an Abartigkeit unübertroffen, nun liegt es an euch..."
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am 18. Mai 2016
Kurz zum inhaltlichen:

Zwei junge Frauen sind unterwegs zu einem sehr abgeschiedenen Dorf im Süden der USA. Die eine um ihre Tante zu besuchen die sie großgezogen hat und die Andere, Jerrica, um einen Artikel in einer Zeitung über das Leben und die Kultur von "Hinterwäldlerdörfern" zu schreiben.

Während ihres Aufenthaltes verschwinden immer mehr Menschen in der Region und werden auf bestialische Art und Weise abgeschlachtet. Irgendwas ist auf dem Weg ins Dorf und zieht eine schneise der Gewalt durch die umliegenden Wälder. Bighead.. Ein zurückgebliebener und durch Inzucht vollkommen entstellter Mann.

Zwischendurch treten immer wieder zwei degenerierte Schnapsschmuggler in Erscheinung, die ebenfalls, teils triebhaft, teils aus purer Langeweile junge, alte, hässliche und hübsche Frauen ermorden.

Immer mehr kreuzen sich die Wege der Pro und Antagonisten um auf unheilvolle Art zusammen zu treffen.

Oh.. Mein.. Gott..

Sowas und ähnliches ging mir immer wieder durch den Kopf während der Lektüre dieses Buches..

Mag die Gewalt und deren plakative Darstellung in dem Buch auch überhöht und beinahe ins Lächerliche gezogen sein..

Mir persönlich ist schleierhaft warum man grade Gewalt an Frauen so sehr in den Mittelpunkt stellen muss.

Da ist die Rolle des fluchenden aber mit einem gewissen Humor ausgestattete Pater, der aus beruflichen Gründen in der Stadt unterwegs ist um eine alte und heruntergekommene Abtei wieder zu eröffnen und dabei teilweise sogar zum Beschützer der jungen Frauen wird, noch ein echter Lichtblick.

Dass der Schluss des Buches so abstrus unerwartet und grotesk daherkommt, was alles vorangegangene als übernatürlich darstellt, half mir persönlich nicht viel weiter..

Es mag von Lee als entschärfend gemeint gewesen sein. Mich lässt es den Rest nicht vergessen.

Und ich bin bei leibe kein Kind von Traurigkeit und lese, wie meine Rezensionen erahnen lassen, eigentlich jedwedes Genre. Auch harten Splatter. Aber dieses hier war mir persönlich beinahe schon zu viel.

Dabei spreche ich Edward Lee jedes Talent für Unterhaltung zu. (Daher auch die drei Sterne. Ansich, wenn man gewisse Aspekte des Buches ausklammern will, ist es sehr gruselig und unterhaltsam) Ich liebe seine anderen Bücher. Aber Bighead tat mir einfach weh ;-)

Daher die ausdrücklich gemeinte Warnung:

Absolut nichts für psychisch angeknackste Menschen und für Jugendliche schon gar nicht geeigneter Hypersplatter.
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am 19. Juli 2015
Ja, diese Geschichte von Edward Lee ist grenzwertig, gar keine Frage, und mit Sicherheit nicht umsonst nur direkt bei Festa oder über Amazon erhältlich, und nicht im normalen Buchhandel. Das Buch ist weniger spannend, als vielmehr super eklig und sau komisch. Selten habe ich mich beim Lesen so vor Ekel geschüttelt und zugleich amüsiert, dass ich Tränen gelacht habe! Leseempfehlung? Jain! Ich würde nicht unbedingt sagen, dass mir das Buch gefallen hat, aber es ist sehr unterhaltsam und bösartig. Ich muss aber ehrlich zugeben, dass es mich jetzt nicht gerade vom Hocker gerissen hat. Alles ist hier sehr plakativ darauf ausgerichtet, möglichst schnell eine große Menge Abartigkeiten feilzubieten. Ohne jeden Zweifel hat Lee mit "The Bighead" ein sehr spezielles Buch geschrieben, das zarte Gemüter rasch an den Rand des Erträglichen bringen wird. Ich sehe es eher nüchtern als plumpen Versuch, sich einen Namen als der "abartigste Schreiber aller Zeiten" zu machen. Das hat mich irgendwann dann doch genervt. 

Fazit: Weniger Ekel und dafür mehr Story wäre schön gewesen. "Bighead" hat mich stellenweise gut unterhalten, animiert mich jedoch nicht, weitere Bücher von Edward Lee zu kaufen. 
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am 24. Mai 2016
Erst einmal muss ich sagen, dass dies mein erstes Buch von Edward Lee war, das ich in die Finger bekommen habe. Wir waren auf einem Geburtstag und meine Freundin, die ein riesen Horrerfan ist, fragte meine Tante und mich, ob wir Edward Lee kennen und schon etwas von ihm gelesen hätten. Meine Tante kannte den Autor schon, Creekers hatte sie schon gelesen. Jetzt haben sich die beiden ausgetauscht, wie eklig manche Sachen in den Büchern doch wären und dass sie beide mehrere Male das Buch tatsächlich zur Seite legen mussten.
Da war mein Neugier natürlich geweckt und ich musste unbedingt ein Buch von Edward Lee kennen lernen.

Wie immer stöberte ich durch die Amazon Seite und las mir dann mehrere Rezensionen durch und habe mich dann für Bighead entschieden.

Nun, es ist gar nicht so leicht, hierbei die richtigen Worte zu finden.
Das Buch hat mich auf jeden Fall gefesselt, ich hatte es innerhalb von zwei Tagen durch. Ich war permanent hin und her gerissen, zwischen Ekel, Faszination und Neugier, wie es mit den im Buch beschriebenen Charakteren weiter geht und was es mit ihnen auf sich hat.
Ich denke mal, dass es bei den Büchern von Edward Lee kein dazwischen gibt, entweder man liebt ihn oder man hasst ihn.
Da ich ihn vorher wirklich gar nicht kannte und auch noch nie etwas von ihm gelesen hatte, ging ich ganz neutral an das Buch Bighead ran. Also als Horror würde ich es nicht bezeichnen, es war an vielen Stellen äußerst brutal und obszön, aber gefürchtet habe ich mich jetzt nicht. Da hatte ich mir ehrlich gesagt mehr versprochen. Daher kann ich auch nicht 5 Sterne da lassen.

Beeindruckend fand ich, wie viel Phantasie der Autor aufbringt, die verschiedenen Folter-, Tötungs- und Sexpraktiken zu beschreiben. Immer wenn man denkt, mehr geht nicht, setzt Edward Lee noch eins drauf.
Bevor ich mich entschied, das Buch zu kaufen und zu lesen, habe ich hier vorher in einer Rezension gelesen, in der der Leser beschriebe, wie er sich teilweise kaputt gelacht hat, über die absurden Szenen. Und ich muss zugeben, nachdem ich mich an den Schreib- und Erzählstil gewöhnt hatte, musste ich teilweise auch mit dem Kopf schütteln und lächeln, weil ich dachte: "Nee, dass kann doch jetzt nicht wirklich sein!"

Was mich aber ganz besonders beeindruckt hat, war das Ende vom Buch. Mit so einem Ende der Story hatte ich niemals gerechnet. Während dem Lesen gingen mir tausend Dinge durch den Kopf, was es nun mit Bighead auf sich hat. Wo kommt er her, wer sind seine Eltern und und und. Aber mit dem was am Ende heraus kommt, hatte ich keine Sekunde gerechnet. Ganz großes Lob!

Das Buch ist aber ganz bestimmt nichts für Menschen, deren Ekelschwelle sehr niedrig ist. Man muss sich bewusst sein, dass Edward Lee ein Künstler ist und jeder Künstler seine eigene Art und Weise hat, sich auszudrücken. Manche Dinge, die er beschreibt, sind wirklich extrem grenzwertig und abartig, aber das ist ja genau das was Lee erzählen möchte und wovor ausdrücklich gewarnt wird. Wahnsinn, was aus seiner Phantasie entspringt. Man sagt doch immer so schön, der Grad zwischen Genie und Wahnsinn ist manchmal verdammt schmal. Und das trifft mit Sicherheit auch auf Edward Lee zu.

Für mich habe ich auf jeden Fall entschieden, dass dies nicht mein letzter Edward Lee war. Es ist wie bei einem schweren Autounfall mit Schwerverletzten, mein weiß, man soll nicht gaffen und trotzdem kann man die Augen nicht weg lassen. Und so ist es auch bei diesem Buch, man weiß es ist ekelhaft und trotzdem kann man nicht aufhören zu lesen!
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am 24. August 2012
Der neue Roman von Edward Lee handelt von einem deformierten Jungen/Mann mit überdimensional großem Schädel, rasiermesserscharfen Zähnen und einem weniger scharfem Verstand. Er beschließt eines Tages, in die "Welt da draußen" zu gehen, um zu suchen, was seine innere Eingebung ihn finden lassen will. So metzelt er sich fröhlich durch die Wälder Virginias und gibt sich ganz seiner Leidenschaft für frisches Hirn hin. Was immer ihm vor die Futterluke kommt, wird vergewaltigt und verputzt.

Zeitgleich gibt es die beiden jungen Frauen Charity und Jerrica. Charity, die im ständigen K(r)ampf mit ihrer Frigidität steht, möchte ihre Tante besuchen. Jerrica, das genaue Gegenteil von Charity, ist eine drogensüchtige Nymphomanin. Sie bildet mit Charity eine Fahrgemeinschaft, um über deren Heimatgegend eine Zeitungsserie zu verfassen.

Dann haben wir da noch Balls und Dicky, zwei Alkohol schmuggelnde Hinterwäldler, die es Bighead gleich tun. Auch sie morden, vergewaltigen und foltern. Im Gegensatz zu Bighead, der es nicht besser weiss, betrachten die beiden das Ganze als Freizeitgestaltung. Dabei ist Balls die treibende Kraft, der, quasi immergeil, den geplagten Dicky von einem Horrorszenario zum nächsten mitschleppt.

Zu guter letzt ist da noch Pater Alexander, der in dieselbe Gegend abberufen wurde, um eine alte Abtei zu restaurieren.
Hier gibt es auch gleich meinen ersten Pluspunkt. Pater Alexander ist ein fluchender, prügelnder, rauchender und saufender Rüpel mit wunderbar abgefahrenen Halluzinationen. Einfach nur herrlich!

Auf der Rückseite des Buches steht:

Der Verlag warnt ausdrücklich: Edward Lee ist der führende Autor des Extreme Horror. Seine Werke enthalten überzogene Darstellungen von sexueller Gewalt. Wer so etwas nicht mag, sollte die Finger davon lassen. Für Fans dagegen ist Edward Lee ein literarisches Genie. Er schreibt originell, verstörend und gewagt – seine Bücher sind ein echtes, aber schmutziges Erlebnis.

Ich gebe zu, nach "Haus der bösen Lust" habe ich darüber erst mal breit gegrinst.
Das Grinsen verging mir bereits beim ersten Satz.
Heiliger Bimbam, "Bighead" ist mit Abstand das krankeste, krasseste, ekelerregendste, widerwärtigste und blutigste Buch, das ich je gelesen habe. Klingt negativ?
Aber wirklich nicht! Wenn ich das sage, ist es etwas Gutes, denn ich steh drauf - ich würde es am liebsten gleich noch einmal lesen.
Der Roman ist rasant, direkt und an jeder Stelle unterhaltsam. Lee bietet seinen Lesern hier absolut alles, was in einem anständigen Horrorschocker stecken muss. Ich habe wirklich schon viel gelesen und glaubte bis jetzt, alle guten Schockerszenen schon irgendwo gelesen zu haben. Edward Lee hat mir gezeigt, dass ich anscheinend bisher nur Blümchenhorror gelesen habe. Da gab es Szenen, bei denen ich fast mein Mittagessen wieder weggebracht hätte. Respekt, Edward Lee! Das schafft sonst höchstens noch Bryan Smith. Ich bin wirklich beeindruckt.
Manche Dinge waren so absurd und abgefahren, dass ich sogar lachen musste. Viele finden das vielleicht nicht witzig. Ich schon.

Einige andere Leser lobten den typischen Slang, den Lee für seine Hinterwäldler gerne verwendet. Ich muss zugeben, dass das mein absolut einziger (und kleiner) Kritikpunkt ist. Es ist meisterhaft geschrieben, keine Frage, und man gewöhnt sich auch sehr schnell an den Slang. Dennoch hat es mich ein bisschen genervt, weil der Slang nicht nur in der wörtlichen Rede, sondern auch in beschreibenden Textstellen verwendet wurde, wenn es um Bighead, Balls und Dicky und andere Hinterwäldlern ging. Witzig hingegen waren wiederum die absichtlich falsch geschriebenen Worte, die herrlich die natürliche Doofheit der Jungs rüberbrachte.

Anderer Meinung mit einigen Rezensenten bin ich ebenfalls in Bezug auf das Ende der Story. Ich weiss nicht, wie man daran bemängeln kann, dass es an den Haaren herbei gezogen sei.
Wenn man realistische Stories lesen will, sollte man sich wohl besser keine Horrorstories kaufen. Ich frage mich manchmal wirklich, ob den Leuten klar ist, dass in fiktiven Geschichten unter Umständen völlig unrealistische Dinge geschehen könnten. Leute, was habt Ihr denn erwartet?
Das Ende hat mir tatsächlich supergut gefallen. Ich fand es abgefahren und absolut passend. Ein kleines bisschen hatte ich sogar damit gerechnet. Für mich war es bestens gelöst.

Fazit:
"Bighead" hat mich komplett vom Platz gefegt. Ich war nach dem Lesen total erschöpft, angenehm geschockt und glücklich. Dieses Buch hat jedes bisher gelesene Gore-Spekatakel blass aussehen lassen. Ich bin gespannt, ob das noch getoppt werden kann. Klare Kaufempfehlung für Gleichgesinnte.
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am 15. Juni 2013
Wenn das Buch nicht stellenweise sehr grausam und blutig gewesen wäre hätte es mir sehr gut gefallen. Für jemand der auf brutalen Sex steht ist das Buch zu empfehlen.
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am 21. Oktober 2012
Meine Meinung:

Brutal? Jepp. Obszön? Auch dieses. Himmel, es hat mich ein Autor noch nie so imaginär zum kotzen gebracht wie Edward Lee. Ich glaube, dass er es als Kompliment aufnehmen würde, denn sonst hätte er nicht diese Art von Buch geschrieben.
Von Vergewaltigung, über Kannibalismus hinzu Gedanken, von denen ich niemals geglaubt hätte, dass es jemand wagt diese aufzuschreiben.

Schon alleine der Einstieg zeigt, dass dieses Buch nichts für Menschen ist, die den gepflegten Umgangston mögen. Hier werden die schmutzigsten Wörter, die ich kenne, verwendet. Das Buch wechselt immer wieder in den Personen. Da gibt es Bighead, der zurück gebliebene Hinterwäldler. Aufgewachsen bei seinem Großvater in den tiefsten Wäldern, ohne Zivilisation. Er war für mich von Anfang an ein Produkt von Inzucht. Die Kapitel von ihm sind so geschrieben, wie er spricht. Ich fand es sehr gewöhnungsbedrüftig, da ich viele Worte fünf mal lesen musste, bis ich verstanden habe, was der Künstler von mir wollte, aber es passte. Nachdem Bigheads Opa gestorben ist, macht er sich auf den Weg in die Welt und alles was ihm auf seinem Weg begegnet, wird vergewaltigt und danach gegessen. Sein liebstes Stück ist das Gehirn. Weitere Ausführungen zu Bighead werde ich hier nicht Preis geben, denn sonst müsste ich mein Blog wohl FSK 18 schalten.
Ich habe mich vor ihm geekelt und würde er mir begegnen, würde ich wohl meine Schrotflinte durchladen und einfach nur draufballern.

Dann gibt es die Nymphomanin Jerrica und die Frigide Charity. Beide haben ein gemeinsames Ziel und da Charitys Tante in diesem Ort, was für ein Zufall, ein kleine kleine Pension hat. Natürlich wird Jerrica eingeladen dort zu wohnen, während sie für ihre Zeitung eine Recherche macht. Auch dort kann sie ihrem Trieb nicht widerstehen und muss sich erstmal mit dem Angestellten vergnügen.
Charity hingegen ist ganz faszinieret von der Offenheit ihrer Begleiterin, vielleicht kann sie von ihr ja noch was lernen, damit sie endlich mal zu ihren Zielen kommt.
Die beiden Damen habe ich sehr neutral betrachtet. Sie haben mich nicht berühret aber auch nicht so sehr geekelt, dass ich sie umbringen wollte.

Natürlich darf der Geistige nicht fehlen und ich muss sagen, der hat mir am besten gefallen. Auch wenn ein Pfarrer, der die ganze Zeit über Alkohol und Sex nachdenkt, oder sich ausgiebig im gedanklichen Fluche übt, nicht neu ist, ich mag diese Charaktere.
Den beiden Truckern, die alles, aber auch wirklich alles vergewaltigt haben, was ihnen vor den Truck gelaufen ist, habe ich keine schönen Sachen gewünscht.
Alles in allem habe ich mich bei diesem Buch so sehr geekelt, wie noch nie zuvor.
Es war eigentlich alles noch viel mehr, als ich es erwartet habe. Es übertraf meine Erwartungen aber, weil es so übertrieben, übertrieben war, weswegen ich mir sehr unschlüssig bin, ob ich dieses Buch gut oder schlecht bewerten sollte, deswegen wähle ich einfach die goldene Mitte.

Mein Fazit:

Dieses Buch ist wie ein Autounfall. Man will wegschauen, aber kann nicht. Ich habe noch nie eine Altersempfehlung ausgesprochen, aber dieses Buch empfehle ich ab 18 Jahren.
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am 6. November 2012
Ich finde, die Warnung des Verlags auf der Rückseite ist angemessen und wichtig.

Mich hat das Ganze dennoch überhaupt nicht tangiert, sondern komplett kalt gelassen. Von der ersten Seite an fühlte ich mich, als würde ich einem 13-Jährigen dabei zusehen, wie er auf den Bürgersteig kackt und dabei den Stinkefinger zeigt. Einfach nur lächerlich.

Von wirklichem Horror erwarte ich einfach mehr Tiefgang, mehr Stimmung, vor allem mehr Mut, etwas Avantgarde. Es reicht aber, wenn man das Buch überfliegt, es gibt keine Seite, die es lohnt, sich in sie zu vertiefen, etwas nachzuspüren etc.

Auch nach dem Ende bleibt kein Nährwert zurück. Bei mir jedenfalls.

Ich stelle mir vor, daß eine Klasse von 13-Jährigen die Schulaufgabe erhält, sich möglichst viel grausames Zeug auszudenken, mal ganz ohne Hemmungen Dinge zu phantasieren und aufzuschreiben, die sie sich sonst nicht trauen. Dabei käme wohl mehr wirklich schockierendes Zeugs bei raus als bei diesem durchkalkulierten Machwerk.

Mich hat das Buch an diese "Frauenromane" mit den fürchterlichen Umschlägen erinnert, in denen die Frauen Charity, Jerrica oder Beverly heißen und sich ausschließlich mit ihren erotischen Phantasien um den Highlander beschäftigen.

Bighead ist dasselbe Muster, dieselbe Struktur, der gleiche "Kitsch", dieses stockbiedere "Erwartungen und niedere Instinkte" bedienen.

Man kann das Buch bestimmt auch mit sehr viel Spaß an der Übertreibung lesen und sich dabei kringeln vor Lachen. Das ist für mich die einzige Art, es zu lesen, die ich nachvollziehen kann. Dazu hat's bei mir nicht ganz gereicht.

Für mich bleibt das am nachhaltigsten schockierende Buch immer noch "American Psycho".
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am 13. April 2013
Also dieses Buch ist mal nichts für prüde Vorstadt-Mamis oder Jugendliche, die ihren Wortschatz erweitern wollen :-)
Bereits im ersten Kapitel überschlägt sich die Fäkal-Sprache, nichts für schwache Nerven, Spannung wird extrem geboten, immer wenn man denkt es geht nicht mehr, kommts noch dicker ;-)
Ein geniales Buch, empfohlen für Horror-Freaks und all denjenigen, die ihren öden Spießer-Leben mal entweichen wollen und in eine (absolut KRANKE!) Fantasiewelt eintauchen wollen, in der ALLES möglich ist.
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