Kundenrezensionen


1.960 Rezensionen
5 Sterne:
 (1.122)
4 Sterne:
 (341)
3 Sterne:
 (197)
2 Sterne:
 (137)
1 Sterne:
 (163)
 
 
 
 
 
Durchschnittliche Kundenbewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel
Eigene Rezension erstellen
 
 

Die hilfreichste positive Rezension
Die hilfreichste kritische Rezension


1.066 von 1.157 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mein Freund, der Führer
Ich habe lange für diese Rezension gebraucht, denn ich wusste nicht so recht, wo ich anfangen soll, also versuche ich es jetzt einfach mal:

dieses Buch ist saukomisch, erschreckend und wahr zugleich. Stellt Euch mal vor, Ihr sitzt beim Lesen da und denkt: "Ja, da hat er Recht." oder Ihr ertappt Euch beim herzhaften Lachen MIT der Hauptfigur, nicht...
Vor 21 Monaten von Wolkentreiber veröffentlicht

versus
152 von 186 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Erwartungen nicht ganz erfüllt
Hitler im Hier und Jetzt?

Geht das?

Haben wir nichts dazu gelernt?

Ich wußte nicht, wie ich das Buch einordnen sollte und bin mir auch jetzt nach dem Lesen noch nicht ganz so sicher.
Ich bin mit recht hohen Erwartungen an das Buch herangegangen, denn die Kritiken anderer Leser waren sehr gut und das Buch gelobt. Schwarzen Humor...
Vor 20 Monaten von Ritja veröffentlicht


‹ Zurück | 1 2196 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

1.066 von 1.157 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mein Freund, der Führer, 22. Oktober 2012
Von 
Wolkentreiber "Bücherjunkie²" (Vicus Plawe) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 500 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ich habe lange für diese Rezension gebraucht, denn ich wusste nicht so recht, wo ich anfangen soll, also versuche ich es jetzt einfach mal:

dieses Buch ist saukomisch, erschreckend und wahr zugleich. Stellt Euch mal vor, Ihr sitzt beim Lesen da und denkt: "Ja, da hat er Recht." oder Ihr ertappt Euch beim herzhaften Lachen MIT der Hauptfigur, nicht ÜBER sie. Es ist ein unglaublich gewagtes Kunststück, was Timur Vermes hier abgeliefert hat, aber es ist ihm auch unglaublich gut gelungen.

Ja, da ist er also wieder, der Führer. Erwacht im Jahr 2011, völlig orientierungs - und planlos und noch dazu ohne Dach überm Kopf, mal ganz zu schweigen von seinen treuen Vasallen. Der Leser begleitet ihn auf dem Weg aus der Gosse hinauf zu einem Medienstar, der seinesgleichen sucht - selbstverständlich aus der Ich-Perspektive. Das erinnert im Groben an die Biografie des wahren Adolf Hitler, aber natürlich ist das Ganze auf die heutige Zeit abgestimmt. Das, was dieses Buch von anderer Hitler-Satire grundlegend unterscheidet, ist der Grad an Authentizität. Ich befasse mich jetzt schon einige Jahre mit diesem Mann und muss sagen, es ist erstaunlich, wie real Timur Vermes ihn, sein Verhalten, sein Denken und seine Sprache aufs Papier gebracht hat. Wer mal einen direkten, sachlichen Vergleich möchte, der sollte sich die Tischgespräche von Henry Picker anschauen (Hitlers Tischgespräche im Führerhauptquartier: Entstehung, Struktur, Folgen des Nationalsozialismus), da merkt man kaum einen Unterschied! Und dann sitzt Du da und lachst mit dem Führer, empfindest sogar Sympathien für ihn, im nächsten Moment läuft es Dir wieder eiskalt den Rücken runter - dieses kongeniale Spagat zieht sich durch das ganze Buch.

Und dann ist da natürlich die Satire. So tiefschwarze, durch und durch böse Gesellschaftssatire wie sie eigentlich besser nicht sein könnte. Da bleibt kein Stein auf dem anderen. Der frisch erwachte Hitler nimmt seine Umwelt mit seiner enormen Beobachtungsgabe unter die Lupe und zerreißt sie, teils intelligent, teils aus schlichter Altmodischkeit, in ihre Einzelteile. Insbesonders die Medienlandschaft bekommt ihr Fett weg...und die NPD. Wie das Ganze ausgeht, das möchte ich nicht verraten, aber so viel sei gesagt: das schreit nach einer aktualisierten Fortsetzung!

Was bleibt also am Schluss, nachdem man das Buch zugeklappt hat? Für mich zum einen die gruselige Erkenntnis, wie leicht es einem Mann wie Adolf Hitler heute fallen würde, die Gesellschaft wieder für sich zu gewinnen und zum anderen immer noch dieses komische Gefühl, dass ich habe, weil ich ihn öfter mal sympathisch fand...
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


494 von 542 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unheimlich gut. Das Hörbuch des Jahres!, 27. September 2012
Von 
Volker M. - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 10 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Er ist wieder da (Audio CD)
Wie er hierher gekommen ist, weiß er auch nicht genau. Seine Uniform riecht nach Benzin und er liegt im Geröll einer Baulücke in Berlin. Und wo eigentlich ist der Führerbunker? Der Führer braucht schließlich einen Führerbunker. Und ein Volk.
Doch Adolf Hitler begreift schnell, dass er sich im Jahr 2011 befindet und dieses Volk dringend seiner Führerschaft bedarf. Sehr dringend sogar. Und die neuartigen Technologien faszinieren ihn ganz besonders: Mobiltelefone, Internet, Privatfernsehen. Hätte es das nur damals schon gegeben. Goebbels hätte seine wahre Freude gehabt.
Und dann spielt ihm auch noch der Zufall in die Hände, als er auf die Produktionschefin einer Fernsehfirma trifft, die ihm ein Forum in einer Comedy Show gibt. Dem Publikum vergeht schnell Hören und Sehen und der Aufstieg des größten Hitler-Darstellers aller Zeiten ist unaufhaltsam. Nur ist er kein Darsteller. Er ist es selber. Und er ist so bösartig wie eh und je.

Timur Vermes begibt sich mit diesem Plot auf ziemlich dünnes Eis. Hitler und Satire - das kann gewaltig ins Auge gehen, vor allem, wenn das gesamte Buch auch noch aus der Ich-Perspektive geschrieben ist. Keine relativierende Klarstellung, keine andere Sicht auf die Dinge als einzig die Sicht des Führers. Und dieser Mann ist dazu noch wortgewandt, schlagfertig und überaus gewitzt. Wenn er über unsere bundesdeutschen Politgrößen herzieht, ihr hohles Gewäsch als das tituliert, was es ist, nämlich hohles Gewäsch, wenn er über modische oder technologische Entgleisungen lästert, ja, das ist einfach grandioses Kabarett. Da sitzt jede Pointe, aber mit dem Florett gefochten! Da erkundigt sich die Krankenschwester mitfühlend bei ihm: "Ich wollte nur mal nach dem Rechten sehen", und er schnarrt: "Däm gäht's goot!". Oder er echauffiert sich wortreich darüber, dauernd mit einem gewissen "Stromberg" verwechselt zu werden. Oder wenn er die ungaren Jüngelchen in der NPD Parteizentrale vor laufender Kamera rundmacht. Das ist der Nährboden für grandiose Dialoge auf höchstem satirischen Niveau.

ÜBER Hitler darf man sicher lachen. Aber MIT Hitler? Ich hatte ein ehrlich schlechtes Gewissen, bis mir Vermes perfide Strategie klar wurde: Hitlers Demagogie unterscheidet sich letztlich nur in der Klientel von der Demagogie unserer Parteien, und Goebbels Propagandaministerium hätte mit der Tageszeitung mit den vier großen Buchstaben sicher auch einen Pakt zum gegenseitigen Nutzen geschlossen. Manche brachiale Schlagzeile der jüngeren Vergangenheit ließ Hitlers Herz bereits höher schlagen. In den fiktiven Dialogen mit Renate Künast oder Sigmar Gabriel, die am Ende den vermeintlichen Hitler-Darsteller als großes Polittalent sogar in ihre Reihen locken wollen, ist Hitler seinen Gegnern so heillos überlegen, dass es mich gegruselt hat. Seine raffinierte Argumentation, sein verführerischer Charme, der zum Angriff übergeht, sobald sich die passende Gelegenheit ergibt, seine eiskalte Strategie, ohne Mitleid und Skrupel - da spricht kein dumpfer Neonazi, sondern ein blitzgescheiter Überzeugungstäter.

Und wo wir gerade beim Sprechen sind: Christoph Maria Herbst wächst als Hitler über sich hinaus. Dem Hitlerschen Duktus hat er ja bereits im Wixxer als Alfons Hatler ein Gesicht gegeben, aber diesmal hält er die Rolle über 6 Stunden ohne Ermüdungserscheinungen durch. Wie er geifert, wie er säuselt, wie er die Massen in seinen Bann zieht, wie er die Frauen umgarnt, wie er Anekdoten aus der guten alten Zeit zelebriert und in teilweise völlig absurden Herleitungen seine Sicht der Welt erklärt, das ist unheimlich gut. Ja, das ist manchmal wirklich unheimlich.

Ohne Zweifel das beste Hörbuch des Jahres. So was muss einfach verfilmt werden. Und es gibt nur einen möglichen Darsteller: Stromberg.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


29 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Leider kann ich mir einen solchen Ablauf sehr wohl vorstellen..., 14. November 2012
Von 
Stefan Tross "Jossi" (Freudenberg, Westfalen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Ich habe das Buch mit gemischten Gefühlen gekauft. Als zwar wertkonservativer, aber keinesfalls faschistisch zu bezeichnender Leser, dessen Herz FÜR Juden schlägt und GEGEN Diskriminierung, fiel es mir grundsätzlich nicht leicht, ein Buch zu kaufen, in dem Witz, Satiere und Nationalszialismus teilweise in einem Atemzug genannt werden.
Aber als ich erstmal angefangen hatte zu lesen, lies es mich nicht mehr los: zu Hause, im Bus - egal wo sich Gelegenheit bot, las ich und konnte schon nach 2 Tagen auf mehr als 3/4 gelesenes zurückblicken. ich konnte sogar herzhaft lachen, so sehr, dass mich meine Frau mahnte: Mensch, ich kann mich vor lauter Lachen nicht mehr konzentrieren ;-) Doch mit der Zeit blieb mir das Lachen regelrecht im Halse stecken. Und'damit komme ich zum Eigentlichen:

Was beinhaltet für mich das Buch? Welche Möglichkeiten bietet es? Ist es weiterzuempfehlen?

1. Was beinhaltet für mich das Buch?

Für mich wurde es mit jeder Seite realistischer, dass sich ein solches Szenario in unserer heutigen Gesellschaft tatsächlich abspielen könnte. Facebook, Youtube, Google+ etc. lassen schnell mal den "like" - Button klicken - ohne sich wirklich tiefgründig Gedanken darüber zu machen, was hinter einer Botschaft steckt, wie ernst sie gemeint ist. Wenn man dann noch dazu nimmt, dass die heutige Generation durch Comedy sehr geprägt ist und über das Dritte Reich nicht wirklich Bescheid weiß.

Erschreckend ist für mich auch eine - zeitlich angepasste - Parallele zu der Entwicklung des Nationalsozialismus nach 1918 bis zum Vorabend der Machtergreifung, die der Autor hier geschickt nachzeichnet. Genauso schleichend wie im Buch beschrieben, nur aus anderen Gründen, fand der Prozess statt. Kaum jemand nahm Hitler damals ernst. Selbst die Helfer meinten ihn unter Kontrolle zu haben. Hatten sie? Hatten sie zu keinem Zeitpunkt. Wie im Buch. Und schnapp - die Falle ist zu!

2. Welche Möglichkeiten bietet es?

Während ich es las, keimt in mir als Geschichts- und Sozialkundelehrer der Gedanke auf, dieses Buch im Unterricht der Klasse 10 als festen Bestandteil einzubeziehen. Denn - wie oben bereits erwähnt - bietet das Buch durch seine Übertragung in die Gegenwart sehr gute Möglichkeiten, die Entwicklung des Nationalsozialismus nachzuzeichnen und auf extreme politische Richtungen der heutigen Zeit (Links- und Rechtsradikalismus, fanatischer Islam) zu übertragen. Ich kenne kein Buch, dass diesen Spagat (abgesehen von "Die Welle") so gut hinbekommt und sich als Gesprächsgrundlage bestens eignet.

3. Ist es weiter zu empfehlen?

Auf jeden Fall. Man muss sich auf die Thematik einlassen, sich selbst hinterfragen können. Aber Achtung: Anfangs ist es noch leichte Kost, wird aber zunehmend Siegerländer Schwarzbrot. Nie ist es langweilig.

Ich muss allerdings zugeben, dass ich kurz vor Ende eine längere Pause (1 Woche) einlegen musste. Das Buch wurde für mich so realistisch, dass ich schlicht nicht einfach weiterlesen konnte - zumal ich das Ende kannte, ohne das Buch zu Ende gelesen zu haben. Die Parallele gab's ja schon.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


179 von 218 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Darf man das? Und ob!, 24. September 2012
Von 
Claus Dreckmann "claus dreckmann" (münchen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Der Führer erwacht 2011 in Berlin und wird zur Youtube-Kultfigur und zum gefragten Comedian. Selbst die Grünen bieten ihm eine zeitweilige Mitgliedschaft an, so lustig und cool ist Adolf Hitler. Sie finden das geht zu weit? Finde ich nicht. Denn dieses Buch schafft einen großartigen Balanceakt zwischen intelligentem Witz und Klamauk. Und irgendwie bildet sich beim Leser ständig eine neue Gänsehaut: Ja, was wäre denn, wenn der Führer zurückkäme? Würde er aufgrund seiner Thesen – und der 2011er Hitler im Roman weicht nicht einen Fuß von seinen hinlänglich bekannten Ansichten ab – von den Medien ignoriert? Oder würde er gehypt und vom Fernsehen gierig als Coup des Jahrhunderts entdeckt? Würde man ihn, sei es auch nur in Verkennung seiner politischen Absichten, als Showtalent feiern? Fände man diesen höflichen, direkten Onkel Wolf nicht vielleicht doch ganz nett? Was wäre wenn? Spätestens im Interview mit der Grünen Renate Künast kommt es zu Wendungen, Übereinkünften und politischen Missverständnissen, die einer Real-Satire gleichen. Haben die Grünen wirklich so viel mit der Umweltpolitik Hitlers gemein? Quatsch, oder? Oder doch nicht? Ja, der 2011er Hitler ist ein Schreckgespenst, weil er es schafft, mühelos ins kuschlige, multimedial eingelullte deutsche Wohnzimmer zu kommen. Und wie er da herumspukt und sich einrichtet! Autor Timur Vermes legt mit "Er ist wieder da" einen echten Eulenspiegel-Streich vor. Wundervoll. Es scheint, als hätte der einst für seine politisch-unkorrekten Titel berühmte Eichborn Verlag unter der Obhut des Lübbe Verlags zu alter Größe zurückgefunden. Hut ab!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


152 von 186 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Erwartungen nicht ganz erfüllt, 16. November 2012
Von 
Ritja - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Kundenmeinung aus dem Amazon Vine - Club der Produkttester-Programm (Was ist das?)
Hitler im Hier und Jetzt?

Geht das?

Haben wir nichts dazu gelernt?

Ich wußte nicht, wie ich das Buch einordnen sollte und bin mir auch jetzt nach dem Lesen noch nicht ganz so sicher.
Ich bin mit recht hohen Erwartungen an das Buch herangegangen, denn die Kritiken anderer Leser waren sehr gut und das Buch gelobt. Schwarzen Humor lese ich sehr gern und so tauchte ich nun in die Geschichte des Herrn Hitler 2011 ein.

Es gab Stellen, da musste ich herzhaft lachen und mit dem Kopf schütteln und andere Textpassagen ließen mir fast das Blut in den Adern gefrieren, weil sie so real waren, dass sie einfach nur erschreckten und man kann nur hoffen, dass das Buch richtig verstanden wird. Die Geschichte an sich ist ja nicht neu. In ähnlicher Form (nur ohne Hitler) gab es sie schon mal in "Die Nachhut" von Hans Waal. Auch hier tauchten sie aus der Vergangenheit wieder auf und mussten feststellen, dass ihre Zeit vorbei war.

Der Autor lässt Hitler an unserer Zeit im vollem Umfang teilhaben. Nur wenige Politiker werden beim Namen genannt, aber so gut umschrieben, dass man sie sofort erkennt und schmunzeln muss. Auch die vielen Polittalkshows bekommen ihr Fett weg. Die Medien und die Menschen werden unter einem ganz neuen Blickwinkel betrachtet...die teilweise richtig böse ausfallenden Kommentare Hitlers waren für mich (auch hier wieder teilweise) grenzwertig.

Muss man das Buch lesen?
Es ist ganz klar eine Geschmackssache. Wer gut mit Satire umgehen kann für diesen Leser wird sich das Buch lohnen. Wer jedoch ein eher gespaltenes Verhältnis zur Satire und der Hauptperson hat, sollte sich nicht unnötig aufregen.

Ein etwas anderes Buch ist es allemal und ich habe mich phasenweise ganz gut amüsiert und unterhalten lassen. Bin jedoch auch bei so mancher Passage zusammengezuckt.

Entscheidet selbst....
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Dieses geniale Werk verführt zur Begeisterung, 22. April 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Er ist wieder da (Audio CD)
Das Buch kann ich in seiner Wirkung nicht beurteilen; als Hörbuch ist es für mich eine echte 5 Sterne-Empfehlung. Zugegeben
nicht für jeden Geschmack, aber wer Sinn für eine geniale Mischung von Satire, Wahrheit und gut plazierter Gesellschaftskritik hat,
wird sich an jeder schallenden Ohrfeige für die politische Landschaft erfreuen.

Hier führt ein brillianter Sprecher dem Führer das Wort der sich mit erstaunlicher Leichtigkeit und erschreckend real, die Macht der Medien zu nutze macht.
Wer es damals nicht verstanden hat, bekommt hier ein Gefühl dafür, wie sich so etwas entwickeln kann.
Es ist kaum möglich zuzuhören, ohne selber einige male dem gehörten zuzustimmen. Den vielen Wahrheiten kann man sich als Zuhörer kaum verschließen.

Wie sich dieser Führer in seiner neuen Umgebung und mit der ungewöhnlichen Situation zurecht findet, ist einfach brilliant.
Mit jeder Szene wird einem der Haupdarsteller sympathischer. Die Zeit von der "Auferstehung" bis zum Medienerfolg des Haupdarstellers vergeht wie im Flug.

Dieses Hörbuch bietet Spannung, viel Witz und mehr Wahrheit als manchem Lieb sein wird. Von den erfrischenden Szenen am Kiosk
bis zum genialen Treffen in der NPD-Zentrale und darüber hinaus, bleibt die Geschichte spannend, lehrreich und interessant.
Times Vermes ist hier in vieler Hinsicht ein echtes Meisterwerk gelungen.

Da bleibt nur noch eines zu sagen und da meine ich natürlich in erster Linie Christop Maria Herbst: Er ist wieder Da. Endlich!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Koestlich...., 17. Juli 2014
Von 
Leseratte (Pfalz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Er ist wieder da: Der Roman (Kindle Edition)
Auf wundersame Weise wacht Hitler gut 60 Jahre nach Kriegsende im Berlin der Jetzt-Zeit auf... mit Benzin auf der Uniform, aber ansonsten recht fit.

Hitler ist wieder da? Darf man sowas schreiben? Und das auch noch aus Hitlers ICH-Perspektive? Eins ist sicher: Politisch korrekt geht es in diesem Buch nicht zu. Aber koestlich ist es trotzdem - wobei einem das Lachen auch manchmal im Hals stecken bleib, wenn (der erschreckenderweise im Buch nicht voellig unsympathische) Hitler die Absurditaeten der Welt von heute durch seine Brille betrachtet und ihr so den Spiegel vorhaelt. Wie gesagt, das Buch ist durchgaengig aus Hitlers Perspektive geschrieben, wobei der Autor hier erstaunliche Konsequenz an den Tag legt: konsequent werden Anglizismen vermieden, auch sonst verwendet der Autor eine Sprache, die durchaus die Hitlers sein koennte.

Fazit: Koestlich, viel schwarzer Humor, politisch herrlich inkorrekt und ganz sicher kein Nazi-Buch. Muss man gelesen haben.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


54 von 69 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Machtergreifung - reloaded?, 23. Januar 2013
Ich habe mich oft gefragt, ob es in Deutschland jemals zu einer Wiederholung der Geschichte kommen könnte. Ob wir wirklich aus unserer Vergangenheit gelernt haben oder ob es einem neuen Hitler gelingen könnte, die Macht in unserem Land an sich zu reißen. - Nun, dieses Buch liefert, so finde ich, zumindest teilweise eine Antwort, und zwar nicht mit irgendeinem "neuen Hitler", wie auch immer er auch aussehen mag, sondern mit DEM Hitler.
In "Er ist wieder da" lässt der Autor Hitler irgendwo in Berlin, auf einem Hinterhof-Fußballplatz auferstehen. Aus der Perspektive des Diktators lässt er den Leser miterleben, wie er als vermeintlicher Schauspieler zum absoluten Medienstar avanciert. Dabei ist diese Satire nicht, wie sooft, einfach nur witzig, kritisch, beißend und ab und an sehr tiefsinnig, sondern sie ist vor allem auch unheimlich und beängstigend. Klar, wenn der liebe Adolf versucht sich Internet, Smartphones und Privatfernsehen zu erklären und in sein verbohrtes Weltbild einzugliedern, muss man einfach darüber lachen, zeigt es doch die schlichte Naivität des durch die Zeit gereisten Wahnsinnigen.
Aber sobald Hitler sich in seiner neuen Welt zurechtgefunden hat und sein zweiter Aufstieg beginnt, verliert das ganze seine Unbeschwertheit: Da tritt ein kühl berechnender, unglaublich talentierter und seinen Gegnern, seien es nun Journalisten oder Politiker, zu jeder Zeit haushoch überlegene Redner ins Rampenlicht der Gegenwart.
Das verrückte daran ist, dass einem beim Lesen dieser fanatische Demagoge und Massenmörder immer sympathischer wird. Hatte ich zu Beginn noch im Hinterkopf, dass ich hier immerhin mit einem erbarmungslos grausamen Diktator fühle und lache, verschwindet dieses Gefühl von Seite zu Seite immer mehr...
Doch was mich wirklich ein wenig schaudern und vor allem nachdenklich werden ließ, war die Art und Weise wie es dem Medien-Hitler gelingt so erfolgreich und beliebt zu werden: Er befasst sich in seinen Reden mit allen möglichen politischen Themen unserer heutigen Welt und argumentiert dabei ganz einfach als er selbst, als Adolf Hitler. Was ich damit meine ist, dass er alles, aber auch wirklich alles genau so sagt, wie er es auch vor 70 oder 80 Jahren gesagt hätte.
Und wie reagieren die Menschen darauf? Sie applaudieren. Sie jubeln dem neuen TV-Star zu. Und warum? Weil er sich traut auszusprechen, was sich anscheinend sonst keiner traut. Und plötzlich ist es geschehen, er hat sie alle in der Hand: Die Produzenten seiner Show, die Politiker, die Zuschauer.
So hat sich, bei aller Komik, bei allem bissigen Witz auf erschreckende Weise doch meine Frage beantwortet...
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


41 von 53 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ääsch bän wedärrr dahaaa!...., 25. September 2012
Der Führer erwacht im Berliner Hinterhofdreck, aufdringlicher Benzingeruch hängt noch in der Uniform, von Eva keine Spur.
Man schreibt das Jahr 2011.
Mittel- und orientierungslos, aber zielstrebig wie eh und je macht sich der Herr Hitler auf, um das verlotterte Deutschland aus den Klauen der Demokratie zu befreien und zo beenden, was er damals so erfolgreich angefangen hatte. Freundliche, hilfsbereite und vor allem: geschäftstüchtige Mitmenschen erkennen schnell das Potential des herrlich kauzigen Alten, der gewagt, gewagt, so gar kein Blatt vor den Mund nimmt und seiner Empörung über den Zohstand! därrr Gägenwarrrt freien Lauf läßt.
Kaum daß der zackige Herr seine Uniform aus der Blitz-Reinigung abgeholt hat, bekommt er auch schon einen Sendeplatz in einem Comedy-Format. Als: Adolf Hitler natürlich. Von da aus ist es bis zur medialen Weltherrschaft nur noch ein Katzensprung...

Von der täuschend echt agierenden BILD-Zeitung bis zu überforderten NPD-Würstchen wird schneidig niedergebrüllt, wen man eigentlich als Weggenossen erwarten sollte - aber letzlich nur mit unwürdigem Dilettantismus seiner überlegenen Rhetorik im Weg steht.
Alle Nase lang kann man ein diebisches Vergnügen nicht verhindern, wenn entrüstete Führer fassungslos und fulminant abrechnet: mit Zeitungen und Fernsehen, dem aktuellen Politikbetrieb und seinen Darstellern, "moderner" Architektur, der Mode, mobilen Telefongeräten und anderem nützlichem -und hirnverbrannten Alltagsterror.
Vor dem scharfen Blick des alten Haudegens ist nichts sicher - und die moderne Konsumgesellschaft hat dem alten Adolf offenbar auch wenig gegen zu setzen; im Gegenteil, medialer Zynismus und die unfehlbaren Mechanismen der Marktwirtschaft sind einmal mehr willige Mitspieler.

Der militante Führerduktus ist brilliant wiedergegeben, die Geschichte makellos, die Grundidee großartig.
Dieses Buch macht einen Heidenspaß, der Humor so schwarz und in sich selbst verschachtelt, daß es...nur so eine Arrrt hat.
Im Roman bekommt Herr Hitler irgendwann der Grimme-Preis für seine erfolgreiche TV-Sendung. Timur Vermes hat nicht weniger verdient, finde ich. (Und ich hoffe, es springt für Walter Moers wenigstens ein dickes Abend-Essen raus, oder so. Zum Dank für die Vor-Arbeit mit seinen Adolf-Comics).
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


44 von 57 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wunderbares Buch, wunderbarer Sprecher, 2. Oktober 2012
Rezension bezieht sich auf: Er ist wieder da (Audio CD)
Auf dieses neue Hörbuch stolperte ich heute in einer Buchhandlung, weil "Christoph Maria Herbst liest" darauf stand. Dann dieses Cover... Nachdem ich ein wenig im danebenstehenden Buch schmökerte, nahm ich das Hörbuch spontan mit, denn so einer verrückten, satirischen Idee, die sogar bis zur Preisgestaltung durchdacht schien, musste ich einfach auf den Grund gehen!

Die Stimme von Herbst mag ich sehr gerne und bin von seinen Sprecherqualitäten überzeugt. Wunderbar intoniert er hier den Hitler, obwohl für mich anfangs ein wenig schwer zu verstehen. Sobald man sich aber "eingehört" hat, sind nur noch einzelne Wörter etwas gewöhnungsbedürftig, erklären sich aber im Kontext.

Die ersten Schritte von Hitler im Jahr 2011 mag man schon fast als tapsig bezeichnen, seine erste Meinung zu gewissen Dingen der heutigen Zeit mag man fast zustimmen. Als er z.B. zu der Erkenntnis kommt, dass es wohl nun wieder mehrere Parteien gäbe, bedauert er, dass damit auch wieder dieses "unproduktive Gezänk" Einzug gehalten hätte. Da hat er schon recht... irgendwie...

(Fast) jeder anderen historischen Figur würde man einer Meinung, die man selbst hat, mit energischem Kopfnicken zustimmen - bei Hitler fühlt man sich aber sofort ertappt! Damit ist dem Autor ein genialer Coup gelungen: Er hält der Gesellschaft einen Spiegel vor, allerdings von jemandem, von dem niemand einen Spiegel vorgehalten bekommen WILL!

Lacht man anfangs öfter mit, so bleibt es einem im weiteren Verlauf nach und nach im Halse stecken. Das ist nicht unangenehm, da es genügend Stoff zum Nachdenken gibt: Hitler benutzt die Medien, um wieder Leute um sich zu scharen - und es klappt! Würde ich den "Gefällt mir" Button drücken, wenn bei Facebook stünde "Die verschiedenen Parteien ergehen sich wie immer in unproduktivem Gezänk."? Wahrscheinlich schon, weil es ja irgendwie stimmt. Will ich damit alle Parteien abschaffen? Natürlich nicht! Aber darüber denkt man ja nicht nach, schließlich ist es "nur" ein Daumen hoch...

Fazit: Absolut gelungene Gesellschaftssatire zum Nachdenken, aber auch Schmunzeln. Und irgendwie auch eine Warnung, wachsam zu bleiben...
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


‹ Zurück | 1 2196 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

Dieses Produkt

Er ist wieder da: Der Roman
EUR 14,99
Auf meinen Wunschzettel Zahlungsmöglichkeiten ansehen
Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen