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1.089 von 1.183 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mein Freund, der Führer
Ich habe lange für diese Rezension gebraucht, denn ich wusste nicht so recht, wo ich anfangen soll, also versuche ich es jetzt einfach mal:

dieses Buch ist saukomisch, erschreckend und wahr zugleich. Stellt Euch mal vor, Ihr sitzt beim Lesen da und denkt: "Ja, da hat er Recht." oder Ihr ertappt Euch beim herzhaften Lachen MIT der Hauptfigur, nicht...
Vor 23 Monaten von Wolkentreiber veröffentlicht

versus
157 von 192 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Erwartungen nicht ganz erfüllt
Hitler im Hier und Jetzt?

Geht das?

Haben wir nichts dazu gelernt?

Ich wußte nicht, wie ich das Buch einordnen sollte und bin mir auch jetzt nach dem Lesen noch nicht ganz so sicher.
Ich bin mit recht hohen Erwartungen an das Buch herangegangen, denn die Kritiken anderer Leser waren sehr gut und das Buch gelobt. Schwarzen Humor...
Vor 22 Monaten von Ritja veröffentlicht


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1.089 von 1.183 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mein Freund, der Führer, 22. Oktober 2012
Von 
Wolkentreiber "Bücherjunkie²" (Vicus Plawe) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 500 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ich habe lange für diese Rezension gebraucht, denn ich wusste nicht so recht, wo ich anfangen soll, also versuche ich es jetzt einfach mal:

dieses Buch ist saukomisch, erschreckend und wahr zugleich. Stellt Euch mal vor, Ihr sitzt beim Lesen da und denkt: "Ja, da hat er Recht." oder Ihr ertappt Euch beim herzhaften Lachen MIT der Hauptfigur, nicht ÜBER sie. Es ist ein unglaublich gewagtes Kunststück, was Timur Vermes hier abgeliefert hat, aber es ist ihm auch unglaublich gut gelungen.

Ja, da ist er also wieder, der Führer. Erwacht im Jahr 2011, völlig orientierungs - und planlos und noch dazu ohne Dach überm Kopf, mal ganz zu schweigen von seinen treuen Vasallen. Der Leser begleitet ihn auf dem Weg aus der Gosse hinauf zu einem Medienstar, der seinesgleichen sucht - selbstverständlich aus der Ich-Perspektive. Das erinnert im Groben an die Biografie des wahren Adolf Hitler, aber natürlich ist das Ganze auf die heutige Zeit abgestimmt. Das, was dieses Buch von anderer Hitler-Satire grundlegend unterscheidet, ist der Grad an Authentizität. Ich befasse mich jetzt schon einige Jahre mit diesem Mann und muss sagen, es ist erstaunlich, wie real Timur Vermes ihn, sein Verhalten, sein Denken und seine Sprache aufs Papier gebracht hat. Wer mal einen direkten, sachlichen Vergleich möchte, der sollte sich die Tischgespräche von Henry Picker anschauen (Hitlers Tischgespräche im Führerhauptquartier: Entstehung, Struktur, Folgen des Nationalsozialismus), da merkt man kaum einen Unterschied! Und dann sitzt Du da und lachst mit dem Führer, empfindest sogar Sympathien für ihn, im nächsten Moment läuft es Dir wieder eiskalt den Rücken runter - dieses kongeniale Spagat zieht sich durch das ganze Buch.

Und dann ist da natürlich die Satire. So tiefschwarze, durch und durch böse Gesellschaftssatire wie sie eigentlich besser nicht sein könnte. Da bleibt kein Stein auf dem anderen. Der frisch erwachte Hitler nimmt seine Umwelt mit seiner enormen Beobachtungsgabe unter die Lupe und zerreißt sie, teils intelligent, teils aus schlichter Altmodischkeit, in ihre Einzelteile. Insbesonders die Medienlandschaft bekommt ihr Fett weg...und die NPD. Wie das Ganze ausgeht, das möchte ich nicht verraten, aber so viel sei gesagt: das schreit nach einer aktualisierten Fortsetzung!

Was bleibt also am Schluss, nachdem man das Buch zugeklappt hat? Für mich zum einen die gruselige Erkenntnis, wie leicht es einem Mann wie Adolf Hitler heute fallen würde, die Gesellschaft wieder für sich zu gewinnen und zum anderen immer noch dieses komische Gefühl, dass ich habe, weil ich ihn öfter mal sympathisch fand...
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501 von 550 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unheimlich gut. Das Hörbuch des Jahres!, 27. September 2012
Von 
Volker M. - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 10 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Er ist wieder da (Audio CD)
Wie er hierher gekommen ist, weiß er auch nicht genau. Seine Uniform riecht nach Benzin und er liegt im Geröll einer Baulücke in Berlin. Und wo eigentlich ist der Führerbunker? Der Führer braucht schließlich einen Führerbunker. Und ein Volk.
Doch Adolf Hitler begreift schnell, dass er sich im Jahr 2011 befindet und dieses Volk dringend seiner Führerschaft bedarf. Sehr dringend sogar. Und die neuartigen Technologien faszinieren ihn ganz besonders: Mobiltelefone, Internet, Privatfernsehen. Hätte es das nur damals schon gegeben. Goebbels hätte seine wahre Freude gehabt.
Und dann spielt ihm auch noch der Zufall in die Hände, als er auf die Produktionschefin einer Fernsehfirma trifft, die ihm ein Forum in einer Comedy Show gibt. Dem Publikum vergeht schnell Hören und Sehen und der Aufstieg des größten Hitler-Darstellers aller Zeiten ist unaufhaltsam. Nur ist er kein Darsteller. Er ist es selber. Und er ist so bösartig wie eh und je.

Timur Vermes begibt sich mit diesem Plot auf ziemlich dünnes Eis. Hitler und Satire - das kann gewaltig ins Auge gehen, vor allem, wenn das gesamte Buch auch noch aus der Ich-Perspektive geschrieben ist. Keine relativierende Klarstellung, keine andere Sicht auf die Dinge als einzig die Sicht des Führers. Und dieser Mann ist dazu noch wortgewandt, schlagfertig und überaus gewitzt. Wenn er über unsere bundesdeutschen Politgrößen herzieht, ihr hohles Gewäsch als das tituliert, was es ist, nämlich hohles Gewäsch, wenn er über modische oder technologische Entgleisungen lästert, ja, das ist einfach grandioses Kabarett. Da sitzt jede Pointe, aber mit dem Florett gefochten! Da erkundigt sich die Krankenschwester mitfühlend bei ihm: "Ich wollte nur mal nach dem Rechten sehen", und er schnarrt: "Däm gäht's goot!". Oder er echauffiert sich wortreich darüber, dauernd mit einem gewissen "Stromberg" verwechselt zu werden. Oder wenn er die ungaren Jüngelchen in der NPD Parteizentrale vor laufender Kamera rundmacht. Das ist der Nährboden für grandiose Dialoge auf höchstem satirischen Niveau.

ÜBER Hitler darf man sicher lachen. Aber MIT Hitler? Ich hatte ein ehrlich schlechtes Gewissen, bis mir Vermes perfide Strategie klar wurde: Hitlers Demagogie unterscheidet sich letztlich nur in der Klientel von der Demagogie unserer Parteien, und Goebbels Propagandaministerium hätte mit der Tageszeitung mit den vier großen Buchstaben sicher auch einen Pakt zum gegenseitigen Nutzen geschlossen. Manche brachiale Schlagzeile der jüngeren Vergangenheit ließ Hitlers Herz bereits höher schlagen. In den fiktiven Dialogen mit Renate Künast oder Sigmar Gabriel, die am Ende den vermeintlichen Hitler-Darsteller als großes Polittalent sogar in ihre Reihen locken wollen, ist Hitler seinen Gegnern so heillos überlegen, dass es mich gegruselt hat. Seine raffinierte Argumentation, sein verführerischer Charme, der zum Angriff übergeht, sobald sich die passende Gelegenheit ergibt, seine eiskalte Strategie, ohne Mitleid und Skrupel - da spricht kein dumpfer Neonazi, sondern ein blitzgescheiter Überzeugungstäter.

Und wo wir gerade beim Sprechen sind: Christoph Maria Herbst wächst als Hitler über sich hinaus. Dem Hitlerschen Duktus hat er ja bereits im Wixxer als Alfons Hatler ein Gesicht gegeben, aber diesmal hält er die Rolle über 6 Stunden ohne Ermüdungserscheinungen durch. Wie er geifert, wie er säuselt, wie er die Massen in seinen Bann zieht, wie er die Frauen umgarnt, wie er Anekdoten aus der guten alten Zeit zelebriert und in teilweise völlig absurden Herleitungen seine Sicht der Welt erklärt, das ist unheimlich gut. Ja, das ist manchmal wirklich unheimlich.

Ohne Zweifel das beste Hörbuch des Jahres. So was muss einfach verfilmt werden. Und es gibt nur einen möglichen Darsteller: Stromberg.
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179 von 218 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Darf man das? Und ob!, 24. September 2012
Von 
Claus Dreckmann "claus dreckmann" (münchen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Der Führer erwacht 2011 in Berlin und wird zur Youtube-Kultfigur und zum gefragten Comedian. Selbst die Grünen bieten ihm eine zeitweilige Mitgliedschaft an, so lustig und cool ist Adolf Hitler. Sie finden das geht zu weit? Finde ich nicht. Denn dieses Buch schafft einen großartigen Balanceakt zwischen intelligentem Witz und Klamauk. Und irgendwie bildet sich beim Leser ständig eine neue Gänsehaut: Ja, was wäre denn, wenn der Führer zurückkäme? Würde er aufgrund seiner Thesen – und der 2011er Hitler im Roman weicht nicht einen Fuß von seinen hinlänglich bekannten Ansichten ab – von den Medien ignoriert? Oder würde er gehypt und vom Fernsehen gierig als Coup des Jahrhunderts entdeckt? Würde man ihn, sei es auch nur in Verkennung seiner politischen Absichten, als Showtalent feiern? Fände man diesen höflichen, direkten Onkel Wolf nicht vielleicht doch ganz nett? Was wäre wenn? Spätestens im Interview mit der Grünen Renate Künast kommt es zu Wendungen, Übereinkünften und politischen Missverständnissen, die einer Real-Satire gleichen. Haben die Grünen wirklich so viel mit der Umweltpolitik Hitlers gemein? Quatsch, oder? Oder doch nicht? Ja, der 2011er Hitler ist ein Schreckgespenst, weil er es schafft, mühelos ins kuschlige, multimedial eingelullte deutsche Wohnzimmer zu kommen. Und wie er da herumspukt und sich einrichtet! Autor Timur Vermes legt mit "Er ist wieder da" einen echten Eulenspiegel-Streich vor. Wundervoll. Es scheint, als hätte der einst für seine politisch-unkorrekten Titel berühmte Eichborn Verlag unter der Obhut des Lübbe Verlags zu alter Größe zurückgefunden. Hut ab!
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157 von 192 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Erwartungen nicht ganz erfüllt, 16. November 2012
Von 
Ritja - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts (Was ist das?)
Hitler im Hier und Jetzt?

Geht das?

Haben wir nichts dazu gelernt?

Ich wußte nicht, wie ich das Buch einordnen sollte und bin mir auch jetzt nach dem Lesen noch nicht ganz so sicher.
Ich bin mit recht hohen Erwartungen an das Buch herangegangen, denn die Kritiken anderer Leser waren sehr gut und das Buch gelobt. Schwarzen Humor lese ich sehr gern und so tauchte ich nun in die Geschichte des Herrn Hitler 2011 ein.

Es gab Stellen, da musste ich herzhaft lachen und mit dem Kopf schütteln und andere Textpassagen ließen mir fast das Blut in den Adern gefrieren, weil sie so real waren, dass sie einfach nur erschreckten und man kann nur hoffen, dass das Buch richtig verstanden wird. Die Geschichte an sich ist ja nicht neu. In ähnlicher Form (nur ohne Hitler) gab es sie schon mal in "Die Nachhut" von Hans Waal. Auch hier tauchten sie aus der Vergangenheit wieder auf und mussten feststellen, dass ihre Zeit vorbei war.

Der Autor lässt Hitler an unserer Zeit im vollem Umfang teilhaben. Nur wenige Politiker werden beim Namen genannt, aber so gut umschrieben, dass man sie sofort erkennt und schmunzeln muss. Auch die vielen Polittalkshows bekommen ihr Fett weg. Die Medien und die Menschen werden unter einem ganz neuen Blickwinkel betrachtet...die teilweise richtig böse ausfallenden Kommentare Hitlers waren für mich (auch hier wieder teilweise) grenzwertig.

Muss man das Buch lesen?
Es ist ganz klar eine Geschmackssache. Wer gut mit Satire umgehen kann für diesen Leser wird sich das Buch lohnen. Wer jedoch ein eher gespaltenes Verhältnis zur Satire und der Hauptperson hat, sollte sich nicht unnötig aufregen.

Ein etwas anderes Buch ist es allemal und ich habe mich phasenweise ganz gut amüsiert und unterhalten lassen. Bin jedoch auch bei so mancher Passage zusammengezuckt.

Entscheidet selbst....
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35 von 43 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Leider kann ich mir einen solchen Ablauf sehr wohl vorstellen..., 14. November 2012
Von 
Stefan Tross "Jossi" (Freudenberg, Westfalen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Ich habe das Buch mit gemischten Gefühlen gekauft. Als zwar wertkonservativer, aber keinesfalls faschistisch zu bezeichnender Leser, dessen Herz FÜR Juden schlägt und GEGEN Diskriminierung, fiel es mir grundsätzlich nicht leicht, ein Buch zu kaufen, in dem Witz, Satiere und Nationalszialismus teilweise in einem Atemzug genannt werden.
Aber als ich erstmal angefangen hatte zu lesen, lies es mich nicht mehr los: zu Hause, im Bus - egal wo sich Gelegenheit bot, las ich und konnte schon nach 2 Tagen auf mehr als 3/4 gelesenes zurückblicken. ich konnte sogar herzhaft lachen, so sehr, dass mich meine Frau mahnte: Mensch, ich kann mich vor lauter Lachen nicht mehr konzentrieren ;-) Doch mit der Zeit blieb mir das Lachen regelrecht im Halse stecken. Und'damit komme ich zum Eigentlichen:

Was beinhaltet für mich das Buch? Welche Möglichkeiten bietet es? Ist es weiterzuempfehlen?

1. Was beinhaltet für mich das Buch?

Für mich wurde es mit jeder Seite realistischer, dass sich ein solches Szenario in unserer heutigen Gesellschaft tatsächlich abspielen könnte. Facebook, Youtube, Google+ etc. lassen schnell mal den "like" - Button klicken - ohne sich wirklich tiefgründig Gedanken darüber zu machen, was hinter einer Botschaft steckt, wie ernst sie gemeint ist. Wenn man dann noch dazu nimmt, dass die heutige Generation durch Comedy sehr geprägt ist und über das Dritte Reich nicht wirklich Bescheid weiß.

Erschreckend ist für mich auch eine - zeitlich angepasste - Parallele zu der Entwicklung des Nationalsozialismus nach 1918 bis zum Vorabend der Machtergreifung, die der Autor hier geschickt nachzeichnet. Genauso schleichend wie im Buch beschrieben, nur aus anderen Gründen, fand der Prozess statt. Kaum jemand nahm Hitler damals ernst. Selbst die Helfer meinten ihn unter Kontrolle zu haben. Hatten sie? Hatten sie zu keinem Zeitpunkt. Wie im Buch. Und schnapp - die Falle ist zu!

2. Welche Möglichkeiten bietet es?

Während ich es las, keimt in mir als Geschichts- und Sozialkundelehrer der Gedanke auf, dieses Buch im Unterricht der Klasse 10 als festen Bestandteil einzubeziehen. Denn - wie oben bereits erwähnt - bietet das Buch durch seine Übertragung in die Gegenwart sehr gute Möglichkeiten, die Entwicklung des Nationalsozialismus nachzuzeichnen und auf extreme politische Richtungen der heutigen Zeit (Links- und Rechtsradikalismus, fanatischer Islam) zu übertragen. Ich kenne kein Buch, dass diesen Spagat (abgesehen von "Die Welle") so gut hinbekommt und sich als Gesprächsgrundlage bestens eignet.

3. Ist es weiter zu empfehlen?

Auf jeden Fall. Man muss sich auf die Thematik einlassen, sich selbst hinterfragen können. Aber Achtung: Anfangs ist es noch leichte Kost, wird aber zunehmend Siegerländer Schwarzbrot. Nie ist es langweilig.

Ich muss allerdings zugeben, dass ich kurz vor Ende eine längere Pause (1 Woche) einlegen musste. Das Buch wurde für mich so realistisch, dass ich schlicht nicht einfach weiterlesen konnte - zumal ich das Ende kannte, ohne das Buch zu Ende gelesen zu haben. Die Parallele gab's ja schon.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Genial, 8. Juli 2014
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Er ist wieder da: Der Roman (Kindle Edition)
Das ist ja schon ein mutiges Buch! Das muss man erst mal bringen: sich in den Hitler hineinzuversetzen und ihn in unsere Zeit zu plazieren. Ich finde, das ist dem Autor hervorragend gelungen. Ich habe viel geschmunzelt, die Luft angehalten, gelacht und "autsch" gesagt. Mir gefällt die subtile Gesellschaftskritik des Buches. Ist ziemlich augenöffnend.
Ich glaube, ich werde mir auch das Hörbuch zulegen, denn "Herrn Stromberg" das lesen zu hören, muss ein wahrer Ohrenschmaus sein und den Inhalt noch drastischer und unterhaltsamer rüber bringen.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der GröFaZ kommt!, 14. Juni 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Timur Vermes, ein deutsch-ungarischer Journalist und Autor, hat mit „Er ist wieder da“ seinen Debütroman abgeliefert und damit eines der kontroversesten und hervorragendsten Bücher der letzten Jahre geschrieben. Vermes gelingt eine derart realistische Utopie, um mal ein hierfür passendes Oxymoron zu bemühen, dass man sich Seite für Seite gar nicht entscheiden kann, ob man nun lachen oder weinen soll. Vermes’ Idee, den „Größten Feldherrn aller Zeiten“ (GröFaZ), Adolf Hitler, im heutigen Berlin im wahrsten Sinne des Wortes wiederauferstehen zu lassen, ist so beängstigend wie komisch und wird von Vermes stilistisch so exzellent beschrieben, dass man die 396 Seiten des Buches nahezu verschlingt. „Er ist wieder da“ ist ein grandioses Buch, dem es gelingt, und das ist vielleicht das Erschreckendste daran, sowohl über als auch mit Adolf Hitler zu lachen und sich gleichzeitig zu überlegen, ob es nicht auch im heutigen Deutschland wieder möglich wäre, dass ein so unmenschlicher und grausamer Diktator wie Hitler wieder an die Macht kommen könnte. Ein famoses Buch, das sowohl stilistisch als auch inhaltlich eine absolute Ausnahmeerscheinung ist.

Adolf Hitler wacht eines schönen Augusttages auf einem leeren Grundstück mitten im Berlin des Jahres 2011 auf. Schnell stellt er fest, dass er sowohl den Krieg als auch die darauf folgenden Jahrzehnte offensichtlich unbeschadet überstanden hat. Doch was ist aus seinem Deutschland geworden? Regiert wird es von einer matronenhaften Frau, die man „Kanzlerin“ nennt, der Jude scheint weitestgehend ausgerottet, dafür haben offensichtlich Türken und andere Ausländer Deutschland bevölkert, und der mittlerweile vorherrschende technische Fortschritt ist bemerkenswert. Und so verwirrt Hitler auch darüber ist, wie er nun wohl im Jahre 2011 gelandet sein mag, so unverzüglich und zielsicher macht er sich daran, die Geschicke Deutschlands wieder in seine Hände zu nehmen. Dass man ihn derweil für einen Komiker und Schauspieler hält, ist ihm nicht wirklich klar, kommt ihm aber äußerst gelegen, da es ihm so möglich ist, bei den Medien Beachtung zu finden und seine rückständigen und rassistischen Thesen großen Teilen des deutschen Volkes zugänglich zu machen. Und während man im Fernsehen und auf youtube noch über den täuschend echten Hitler-Imitator lacht, spinnt der Diktator unverdrossen und geschickt seine rhetorischen Fäden, um Deutschland wieder zu seinem Reich zu machen…

Ein Buch über Adolf Hitler zu schreiben, in dem der Führer nicht nur als grausamer und rücksichtsloser Diktator und unmenschlicher Rassist geschildert wird, sondern auch als überaus cleverer Stratege und intelligenter Demagoge, ist ein Drahtseilakt. Ein Drahtseilakt allerdings, den Timur Vermes bis zur Perfektion beherrscht. Die immer wieder aufkommende Frage, ob man über Hitler lachen darf oder nicht oder ob man mehr als nur die schlimmen Seiten seines Charakters aufrufen darf, stellt Vermes hier gar nicht, er setzt sie als gegeben voraus. Und das ist auch gut so. Man darf über Hitler lachen, da Vieles an seinem Habitus schlicht lächerlich war. Die komische, theatralische Sprechweise, die martialischen Gesten, das alberne Bärtchen, dies alles lädt nachgerade dazu ein, sich über Hitler lustig zu machen. Aber natürlich wäre ein Mann, der nur lächerlich und dumm gewesen wäre, niemals zum Herrscher und Unterdrücker eines ganzen Volkes geworden, ergo war Hitler trotz aller Lächerlichkeit ein sehr intelligenter Mann, der wie kein zweiter die Stimmung im Volk erkennen und für sich nutzen konnte. Er war manipulativ, besessen, ehrgeizig und verschlagen, er wusste die sich ihm bietenden Vorteile eines gebrochenen Volkes für seine Zwecke zu nutzen und hat, bevor er seine Terrorherrschaft begann, genau auf die richtigen Knöpfe gedrückt, um dann letztendlich über so viel Macht zu verfügen, ein ganzes Volk zu unterjochen, ein anderes zu großen Teilen auszurotten und darüber hinaus das Ausland lange Zeit über seine wahren Absichten zu täuschen.

Diffiziler wird es dann, wenn es darum geht, ob man MIT Hitler lachen darf. Denn Vermes scheut sich keineswegs, die Defizite im heutigen Deutschland anzuprangern und - durch Hitlers Augen - präzise zu analysieren und zu sezieren. Man kommt einfach nicht umhin, festzustellen, dass Vieles von dem, was Hitler an Fehlern im heutigen Deutschland erkennt, absolut richtig ist. Natürlich sind die Maßnahmen, mit denen Hitler die gute deutsche Ordnung wiederherstellen will, absolut indiskutabel und menschenverachtend, aber die Genauigkeit, mit der Hitler auf die wunden Punkte „seines“ Volkes zeigt, ist erschreckend.

In Ermangelung des Wissens um den technischen Fortschritt hält Hitler zum Beispiel die Kopfhörer von MP3-Playern, die er vorwiegend bei türkischen Einwohnern ausmacht, für ein Mittel, diese Türken von der Gesellschaft abzuspalten und ihnen möglichst wenig Informationen „von außen“ zugänglich zu machen, da sie ja nichts mitkriegen, so lange sie ihre Kopfhörer aufhaben. Natürlich findet er diese „Türkenstöpsel“, wie er sie nennt, überaus praktisch. Auch verwundern ihn die von ihm als „Rassekomödianten“ betitelten türkischstämmigen Comedians, da er nicht begreift, wie ein Volk sich über sich selbst lustig machen kann anstatt über andere. Ein Deutscher würde so etwas selbstredend nicht tun. Altkanzler Helmut Schmidt bezeichnet er als „rollenden Schwelbrand“ der als „allwissendes Orakel durch das Land gereicht wird“, warum, entzieht sich ebenfalls Hitlers Verständnis. Und richtig böse wird es, wenn Hitler auf seiner neu eingerichteten Homepage mit dem Namen „Führerhauptquartier“ einen Leserbrief erhält, in dem sich der Schreiber, der sich durchaus für Hitlers „Konzept der unterschiedlichen Wertigkeit der Rassen“ interessiert und dieses sogleich auf die Tierwelt überträgt, fragt, „wer der Jude unter den Hunden ist“. Hier bleibt einem erst einmal vor Entsetzen der Mund offen stehen.

Vermes gelingt es darüber hinaus aber auch, die heutige Spaßgesellschaft und die allgemeine Oberflächlich- und Schnelllebigkeit der heutigen Zeit genüsslich vorzuführen. Denn obwohl Hitlers Verhalten durchaus befremdlich und besorgniserregend ist, nimmt ihn niemand wirklich ernst. Alle Welt glaubt, hier einen grandiosen Komiker vor sich zu haben, der seine rassistischen und rückständigen Parolen und Thesen natürlich niemals ernst meinen könnte. Und genau so gelingt es Hitler, seinen Fuß in der Tür zu halten und diese immer weiter aufzustoßen. Denn auch damals wurde er anfangs nicht ernst genommen und verhöhnt, niemand hat diesem bierernsten, lächerlichen Phrasendrescher zugetraut, Millionen von Menschen umzubringen und das Land in einen gnadenlosen Krieg zu führen.

Vermes’ Stil ist rhetorisch perfekt, überaus hochwertig und blitzgescheit. Seine unnachahmliche Rhetorik trägt maßgeblich dazu bei, aus der an sich schon aberwitzigen Grundidee ein anspruchsvolles und herausforderndes Lesevergnügen zu machen. Seine Formulierungen sind genial, ebenso wie die zahlreichen Ideen, die Hitler und seine Umgebung in die unmöglichsten Situationen bringen. Man kann sich gar nicht entscheiden, was Vermes besser gelungen ist, die Beschreibung der aberwitzigen Szenarien oder überhaupt die genialen Ideen, die diesen Szenarien zugrunde liegen. Zum Beispiel, wenn er Hitler einer NPD-Niederlassung einen Besuch abstatten lässt und Hitler entsetzt darüber ist, wie nachlässig und beschämend schlecht organisiert die heutigen Nazis sind und er den Vorsitzenden erstmal richtig rund macht. Man kann sich wirklich gar nicht sattlesen an Vermes’ Ideen und deren sprachlich hochwertiger Umsetzung, dieses Buch ist trotz aller erschreckenden Wahrheiten ein wahres Füllhorn fantastischer Komik und absurdem Witz. Und doch hält Vermes uns allen hier gekonnt den Spiegel vor und lässt uns mit der beunruhigenden und indirekt gestellten Frage zurück, ob „ so etwas“ nicht auch heute noch möglich wäre. Nach der Lektüre von „Er ist wieder da“ stellt man erschrocken fest, dass es wohl zumindest nicht ganz ausgeschlossen werden kann.

„Er ist wieder da“ ist ein rundum gelungenes, vortreffliches Buch, das auf allen Ebenen überzeugt. Und gerade wir noch immer unter der Kollektivschuld leidenden Deutschen sollten es alle gelesen haben. Um uns einerseits von unserer schrecklichen Vergangenheit ein Stück weit befreien zu können, aber auch, um sie nie ganz zu vergessen und eine Wiederholung unmöglich zu machen. Obacht vor dem GröFaZ, denn vielleicht ist er wirklich eines Tages wieder da, und dann wird es mit Sicherheit nicht so amüsant, wie Vermes es hier schildert. Für ein so fantastisches Buch somit gerne volle fünf von fünf Utopien, die vielleicht gar nicht so utopisch sind.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Dieses geniale Werk verführt zur Begeisterung, 22. April 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Er ist wieder da (Audio CD)
Das Buch kann ich in seiner Wirkung nicht beurteilen; als Hörbuch ist es für mich eine echte 5 Sterne-Empfehlung. Zugegeben
nicht für jeden Geschmack, aber wer Sinn für eine geniale Mischung von Satire, Wahrheit und gut plazierter Gesellschaftskritik hat,
wird sich an jeder schallenden Ohrfeige für die politische Landschaft erfreuen.

Hier führt ein brillianter Sprecher dem Führer das Wort der sich mit erstaunlicher Leichtigkeit und erschreckend real, die Macht der Medien zu nutze macht.
Wer es damals nicht verstanden hat, bekommt hier ein Gefühl dafür, wie sich so etwas entwickeln kann.
Es ist kaum möglich zuzuhören, ohne selber einige male dem gehörten zuzustimmen. Den vielen Wahrheiten kann man sich als Zuhörer kaum verschließen.

Wie sich dieser Führer in seiner neuen Umgebung und mit der ungewöhnlichen Situation zurecht findet, ist einfach brilliant.
Mit jeder Szene wird einem der Haupdarsteller sympathischer. Die Zeit von der "Auferstehung" bis zum Medienerfolg des Haupdarstellers vergeht wie im Flug.

Dieses Hörbuch bietet Spannung, viel Witz und mehr Wahrheit als manchem Lieb sein wird. Von den erfrischenden Szenen am Kiosk
bis zum genialen Treffen in der NPD-Zentrale und darüber hinaus, bleibt die Geschichte spannend, lehrreich und interessant.
Times Vermes ist hier in vieler Hinsicht ein echtes Meisterwerk gelungen.

Da bleibt nur noch eines zu sagen und da meine ich natürlich in erster Linie Christop Maria Herbst: Er ist wieder Da. Endlich!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Absurde Idee grandios umgesetzt, 29. Juni 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Hitler wacht 2011 auf einer Brachfläche in Berlin auf und der Leser begleitet ihn dabei wie er sich orientiert und einen Neustart durchführt - als Medienstar. Dabei beobachtet Hotel die Leute von heute, spricht mit ihnen und hält ideologisch ihm gut angedichtete Monologe - was sich alles durch einen grandiosen Witz auszeichnet, sprachlich wie inhaltlich. Man muss beim Lesen oft laut lachen über diese brillant eingefangenen, skurrilen Situationen, in denen Hitler mit der ihm eigenen bornierten Ideologie und den Kenntnissen eines 70 Jahre Abwesenden auf Leute trifft, die das, was er sagt, für einen Witz oder Method Acting halten. Dass das lesenswert ist, ist vielleicht schwer zu beschreiben. Der politisch unkorrekte Inhalt ist völlig unverdächtig braun zu sein, vielmehr sehr unterhaltsam und eine große Frage an uns: Könnte es passieren, dass Hitler in unserer offenen Gesellschaft auf so offen reagierende, unbefangene Menschen trifft? Eine bissige Medien-Kritik. Klare Kaufempfehlung!!
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Humor, der in zwei Richtungen schwingt, 17. August 2014
Von 
Adolf Hitler erwacht in Berlin im Sommer 2011 - ganz alleine, ohne Eva,
Truppen und ohne Erinnerung, wie er dorthin gekommen ist. Dieser Sachverhalt
wird in der Folge auch weder untersucht noch erklärt, stattdessen muß Adolf
sich in einem für ihn völlig verrückten Deutschland zurechtkommen. Er wird
von einem Kioskbesitzer aufgenommen, bis Passanten seine nationalsozialistischen
Reden für komisch halten und das Fernsehen auf ihn aufmerksam machen.
Tatsächlich meldet sich ein Fernsehsender und verschafft ihm Sendezeit in
einer Sendung, die ausgerechnet von einem Türken moderiert wird. Hitler
begreift, daß das Fernsehen ein ideales Medium ist, seine Ansichten zu verbreiten.


Die Sendung floppt zunächst, dennoch findet sich ein Klientel, das seine
Darbietung so geschmacklos findet, daß es schon wieder als "krass" und "kuhl"
gilt, so daß er bald der neue Star auf "Jutjuub" wird. Als nächstes versucht
er den Anschluß an deine Partie, ist aber entsetzt, als er die Anhänger der NPD
kennenlernt.


Vermes Humor schwingt in beiden Richtungen, auf der einen Seite macht er sich
mit bissiger Ironie über unsere heutige Gesellschaft lustig, über "Henndis",
Selbstbedienung, die Gothic-Bewegung und vieles mehr, andererseits aber auch
darüber, wie aus heutiger Sicht die Parolen des Nationalsozialismus vor 80
Jahren ankommen. Leider verliert die auf den ersten 300 Seiten wirklich witzige
Satire im letzten Viertel ein wenig den Faden und steuert etwas ziellos einem
offenen Ende entgegen. Aber bis dahin lohnt sich das Lesen wirklich.

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