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1.162 von 1.262 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mein Freund, der Führer
Ich habe lange für diese Rezension gebraucht, denn ich wusste nicht so recht, wo ich anfangen soll, also versuche ich es jetzt einfach mal:

dieses Buch ist saukomisch, erschreckend und wahr zugleich. Stellt Euch mal vor, Ihr sitzt beim Lesen da und denkt: "Ja, da hat er Recht." oder Ihr ertappt Euch beim herzhaften Lachen MIT der Hauptfigur, nicht...
Veröffentlicht am 22. Oktober 2012 von Ritualium

versus
5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen „Er ist wieder da“ und wird zur Witzfigur der Nation
Eine Satire über einen der schlimmsten Massenmörder aller Zeiten hielt sich über 45 Wochen an der Spitze der deutschen Bestsellerlisten, wird in 27 Sprachen übersetzt und verfilmt.
Was macht den Erfolg eines Buches aus, welches Adolf Hitler als Witzfigur darstellt? Möglicherweise, dass man das Thema Hitler nie abschließen kann? Oder die...
Vor 1 Monat von Nils T. veröffentlicht


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1.162 von 1.262 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mein Freund, der Führer, 22. Oktober 2012
Von 
Ritualium "Bücherjunkie²" (Vicus Plawe) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 500 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ich habe lange für diese Rezension gebraucht, denn ich wusste nicht so recht, wo ich anfangen soll, also versuche ich es jetzt einfach mal:

dieses Buch ist saukomisch, erschreckend und wahr zugleich. Stellt Euch mal vor, Ihr sitzt beim Lesen da und denkt: "Ja, da hat er Recht." oder Ihr ertappt Euch beim herzhaften Lachen MIT der Hauptfigur, nicht ÜBER sie. Es ist ein unglaublich gewagtes Kunststück, was Timur Vermes hier abgeliefert hat, aber es ist ihm auch unglaublich gut gelungen.

Ja, da ist er also wieder, der Führer. Erwacht im Jahr 2011, völlig orientierungs - und planlos und noch dazu ohne Dach überm Kopf, mal ganz zu schweigen von seinen treuen Vasallen. Der Leser begleitet ihn auf dem Weg aus der Gosse hinauf zu einem Medienstar, der seinesgleichen sucht - selbstverständlich aus der Ich-Perspektive. Das erinnert im Groben an die Biografie des wahren Adolf Hitler, aber natürlich ist das Ganze auf die heutige Zeit abgestimmt. Das, was dieses Buch von anderer Hitler-Satire grundlegend unterscheidet, ist der Grad an Authentizität. Ich befasse mich jetzt schon einige Jahre mit diesem Mann und muss sagen, es ist erstaunlich, wie real Timur Vermes ihn, sein Verhalten, sein Denken und seine Sprache aufs Papier gebracht hat. Wer mal einen direkten, sachlichen Vergleich möchte, der sollte sich die Tischgespräche von Henry Picker anschauen (Hitlers Tischgespräche im Führerhauptquartier: Entstehung, Struktur, Folgen des Nationalsozialismus), da merkt man kaum einen Unterschied! Und dann sitzt Du da und lachst mit dem Führer, empfindest sogar Sympathien für ihn, im nächsten Moment läuft es Dir wieder eiskalt den Rücken runter - dieses kongeniale Spagat zieht sich durch das ganze Buch.

Und dann ist da natürlich die Satire. So tiefschwarze, durch und durch böse Gesellschaftssatire wie sie eigentlich besser nicht sein könnte. Da bleibt kein Stein auf dem anderen. Der frisch erwachte Hitler nimmt seine Umwelt mit seiner enormen Beobachtungsgabe unter die Lupe und zerreißt sie, teils intelligent, teils aus schlichter Altmodischkeit, in ihre Einzelteile. Insbesonders die Medienlandschaft bekommt ihr Fett weg...und die NPD. Wie das Ganze ausgeht, das möchte ich nicht verraten, aber so viel sei gesagt: das schreit nach einer aktualisierten Fortsetzung!

Was bleibt also am Schluss, nachdem man das Buch zugeklappt hat? Für mich zum einen die gruselige Erkenntnis, wie leicht es einem Mann wie Adolf Hitler heute fallen würde, die Gesellschaft wieder für sich zu gewinnen und zum anderen immer noch dieses komische Gefühl, dass ich habe, weil ich ihn öfter mal sympathisch fand...
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520 von 569 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unheimlich gut. Das Hörbuch des Jahres!, 27. September 2012
Von 
Volker M. - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 10 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Er ist wieder da (Audio CD)
Wie er hierher gekommen ist, weiß er auch nicht genau. Seine Uniform riecht nach Benzin und er liegt im Geröll einer Baulücke in Berlin. Und wo eigentlich ist der Führerbunker? Der Führer braucht schließlich einen Führerbunker. Und ein Volk.
Doch Adolf Hitler begreift schnell, dass er sich im Jahr 2011 befindet und dieses Volk dringend seiner Führerschaft bedarf. Sehr dringend sogar. Und die neuartigen Technologien faszinieren ihn ganz besonders: Mobiltelefone, Internet, Privatfernsehen. Hätte es das nur damals schon gegeben. Goebbels hätte seine wahre Freude gehabt.
Und dann spielt ihm auch noch der Zufall in die Hände, als er auf die Produktionschefin einer Fernsehfirma trifft, die ihm ein Forum in einer Comedy Show gibt. Dem Publikum vergeht schnell Hören und Sehen und der Aufstieg des größten Hitler-Darstellers aller Zeiten ist unaufhaltsam. Nur ist er kein Darsteller. Er ist es selber. Und er ist so bösartig wie eh und je.

Timur Vermes begibt sich mit diesem Plot auf ziemlich dünnes Eis. Hitler und Satire - das kann gewaltig ins Auge gehen, vor allem, wenn das gesamte Buch auch noch aus der Ich-Perspektive geschrieben ist. Keine relativierende Klarstellung, keine andere Sicht auf die Dinge als einzig die Sicht des Führers. Und dieser Mann ist dazu noch wortgewandt, schlagfertig und überaus gewitzt. Wenn er über unsere bundesdeutschen Politgrößen herzieht, ihr hohles Gewäsch als das tituliert, was es ist, nämlich hohles Gewäsch, wenn er über modische oder technologische Entgleisungen lästert, ja, das ist einfach grandioses Kabarett. Da sitzt jede Pointe, aber mit dem Florett gefochten! Da erkundigt sich die Krankenschwester mitfühlend bei ihm: "Ich wollte nur mal nach dem Rechten sehen", und er schnarrt: "Däm gäht's goot!". Oder er echauffiert sich wortreich darüber, dauernd mit einem gewissen "Stromberg" verwechselt zu werden. Oder wenn er die ungaren Jüngelchen in der NPD Parteizentrale vor laufender Kamera rundmacht. Das ist der Nährboden für grandiose Dialoge auf höchstem satirischen Niveau.

ÜBER Hitler darf man sicher lachen. Aber MIT Hitler? Ich hatte ein ehrlich schlechtes Gewissen, bis mir Vermes perfide Strategie klar wurde: Hitlers Demagogie unterscheidet sich letztlich nur in der Klientel von der Demagogie unserer Parteien, und Goebbels Propagandaministerium hätte mit der Tageszeitung mit den vier großen Buchstaben sicher auch einen Pakt zum gegenseitigen Nutzen geschlossen. Manche brachiale Schlagzeile der jüngeren Vergangenheit ließ Hitlers Herz bereits höher schlagen. In den fiktiven Dialogen mit Renate Künast oder Sigmar Gabriel, die am Ende den vermeintlichen Hitler-Darsteller als großes Polittalent sogar in ihre Reihen locken wollen, ist Hitler seinen Gegnern so heillos überlegen, dass es mich gegruselt hat. Seine raffinierte Argumentation, sein verführerischer Charme, der zum Angriff übergeht, sobald sich die passende Gelegenheit ergibt, seine eiskalte Strategie, ohne Mitleid und Skrupel - da spricht kein dumpfer Neonazi, sondern ein blitzgescheiter Überzeugungstäter.

Und wo wir gerade beim Sprechen sind: Christoph Maria Herbst wächst als Hitler über sich hinaus. Dem Hitlerschen Duktus hat er ja bereits im Wixxer als Alfons Hatler ein Gesicht gegeben, aber diesmal hält er die Rolle über 6 Stunden ohne Ermüdungserscheinungen durch. Wie er geifert, wie er säuselt, wie er die Massen in seinen Bann zieht, wie er die Frauen umgarnt, wie er Anekdoten aus der guten alten Zeit zelebriert und in teilweise völlig absurden Herleitungen seine Sicht der Welt erklärt, das ist unheimlich gut. Ja, das ist manchmal wirklich unheimlich.

Ohne Zweifel das beste Hörbuch des Jahres. So was muss einfach verfilmt werden. Und es gibt nur einen möglichen Darsteller: Stromberg.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen „Er ist wieder da“ und wird zur Witzfigur der Nation, 12. Januar 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Er ist wieder da: Der Roman (Taschenbuch)
Eine Satire über einen der schlimmsten Massenmörder aller Zeiten hielt sich über 45 Wochen an der Spitze der deutschen Bestsellerlisten, wird in 27 Sprachen übersetzt und verfilmt.
Was macht den Erfolg eines Buches aus, welches Adolf Hitler als Witzfigur darstellt? Möglicherweise, dass man das Thema Hitler nie abschließen kann? Oder die Gesellschaft ihre eigene Aufgeklärtheit durch das Lachen über Hitler definiert? Oder ist alles einfach nur das Ergebnis eines ausgeklügelten Marketings? An der literarischen Qualität wird es sicherlich nicht gelegen haben.

Die Handlung ist schnell erzählt:
Vermes lässt Adolf Hitler im Jahr 2011 auf dem Boden eines Grundstückes in der Berlin aufwachen. Hitler muss sich nun in einem Land zurechtfinden, welches nicht mehr seines ist. Hitlers großes Problem ist, dass er in unserer Gegenwart nun nur noch als satirische Figur wahrgenommen wird. Schon bald bietet sich dem einstigen Diktator durch die vermeintlich überzeugende Darstellung seiner selbst eine zweite Karriere an: als Comedian. Hitler wird von einem Privatsender entdeckt, erste Auftritte machen ihn zum Comedy-Star, er erhält seine eigene Sendung und bald sogar den Grimme-Preis.

Aus der Gegensätzlichkeit, dass Hitler alles weiterhin ernst meint, und seinem Volk, dass seit geraumer Zeit eine ironische Haltung gegenüber ihm eingenommen hat, entsteht der Witz des Buches.
Die Komik entwickelt sich vor allem, wenn etwa Hitler den sinnlosen Einsatz eines lauten Laubbläser vor seinem Hotelzimmer in die nationalsozialistische Ideologie einzuordnen versucht: „Der Mann hatte einen Befehl bekommen. Der lautete: Laub blasen. […] Und klagte er dabei? Heulte er auf, dass sei doch sinnlos bei diesem Wind? Nein, er erfüllte tapfer und stoisch lärmend seine Pflicht. Wie die treuen Männer der SS.“ (S.113).
Durch Hitlers Darstellungen von Fernsehsendungen und -programmen gelingt Vernes zum Teil eine Mediensatire, wobei er jedoch dazu neigt Hitler als lustigen Gesellen darzustellen und ihn dadurch zu verharmlosen.
Doch diese seitenlangen Beschreibungen machen das Buch vor allem anstrengend.
Eine Komik, die ausschließlich darauf basiert, dass Hitler seine ideologischen Gedankengänge und Sprache auf unsere Zeit anwendet und unsere Gesellschaft mustert, wird auf fast vierhundert Seiten irgendwann einschläfernd. Die durchgängige Beschreibung aus der Sicht Hitlers trägt dazu nicht weniger bei.

Unter Umständen ist der Erfolg des Romans auf geschicktes Marketing zurückzuführen.

Der Roman zieht mit seinem Cover unweigerlich alle Blicke auf sich. Lediglich ein schwarzer Seitenscheitel und der Titel in Form eines quadratischen Bärtchens zieren das Titelbild. Hinzu kommt, dass der Preis des Buches exakt 19,33€ entspricht.

Timur Vernes Roman kann durchaus zur kurzweiligen Unterhaltung beitragen. Es gibt jedoch zu viele Wiederholungen und Längen, wovon man irgendwann genug hat. Ohne die Komik, die das Buch hat, würde wegen des sehr einfachen Plots nicht viel übrig bleiben.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Berlin erwacht - und mit ihm der Führer, 3. November 2012
Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts (Was ist das?)
2011, Berlin Mitte: unter freiem Himmel erwacht Adolf Hitler - und staunt nicht schlecht über die gar nicht so schöne neue Welt, die sich ihm darbietet:
Keine Parteigenossen, kein Führerbunker, keine Eva - dafür aber ein ziemlich verlottertes Reich und Volk, das ganz offensichtlich mehr denn je seiner Führung bedarf.
Sofort, nachdem seine etwas mitgenommene Uniform gereinigt ist, legt der wiederauferstandene Führer los und setzt alles daran, seine Position wiederzuerlangen und sein begonnenes Werk fortzuführen.
Daß niemand ihm glaubt, tatsächlich Adolf Hitler zu sein, sondern alle ihn für einen Schauspieler halten, stört den größten Feldherren aller Zeiten dabei wenig, gibt es in dieser seltsamen neuen Welt doch neben Ungeheuerlichkeiten wie Unmengen von Ausländern und einer Frau als Bundeskanzlerin doch auch interessante neue Medien wie das Privatfernsehen und das Internet, die seinen unaufhaltsamen Aufstieg sogar noch einfacher machen als in den guten alten Zeiten, und so ist es kein Wunder, daß ihm bald darauf wieder ein politisches Amt angetragen wird...

Timur Vermes traut sich in seinem Roman "Er ist wieder da", wunderbar respektlos und politisch inkorrekt zu sein und erschafft eine oftmals wirklich zum Schreien komische Satire, bei der einem aber auch genau so oft das Lachen im Halse stecken bleibt.
Der Humor reicht dabei von eher wenig subtilen (aber deshalb nicht weniger witzigen) Kalauern wie Hitlers Bemerkung auf die Aussage einer Krankenschwester, sie wolle nur eben nach dem Rechten sehen "Dem geht's gut!" bis zu entlarvend-scharfsinnigen Betrachtungen Hitlers zu seltsamen Modeerscheinungen unserer Zeit und unseres politischen Systems, denen man oftmals trotz der radikalen Ansichten, von denen der Ich-Erzähler Hitler seit seinem vermeintlichen Tod keinen Finger breit abgewichen ist, durchaus in gewisser Weise zuzustimmen bereit ist, zum Beispiel, wenn er die Tatsache, daß es inzwischen wieder mehrere Parteien gibt, mit der Bemerkung kommentiert, das gäbe doch nur wider "unproduktives Gezänk".
Das Buch beginnt mit dem ziemlich komischen Erwachen Hitlers und seiner Aufnahme durch einen Kioskbesitzer und verfolgt dann seinen unaufhaltsamen erneuten Aufstieg zum Medienstar, bei dem von aktuellen Politikern diverser Parteien bis zu modernen Medien aller Art wirklich jeder sein Fett abbekommt und uns ein Spiegel vorgehalten wird von dem Mann, von dem wir uns diesen wohl am allerwenigsten vorhalten lassen wollen.
Ein wenig schwarzen Humor und etwas Freude am politisch Inkorrekten sollte man schon mitbringen, um "Er ist wieder da" richtig genießen zu können, aber hinter der vordergründig so rabenschwarzen Satire verbergen sich durchaus auch eine ernstzunehmende Auseinandersetzung insbesondere mit unserer modernen Medienlandschaft und die Frage, wie wir wohl heute mit einem zwar unverändert brandgefährlichen, aber auch äußerst scharfsinnigen und zielstrebigen Medienstar Adolf Hitler umgingen.
Das am Ende stehende Credo des Hauptprotagonisten, welches uns in Zusammenhang mit dem thematisierten historischen Hintergrund die Haare zu Berge stehen lässt, ist sinnigerweise eines, welches in zwar etwas, aber eben nicht vollkommen anderem Zusammenhang tatsächlich von nicht wenigen oft und gerne bemüht wird:
"Es war nicht alles schlecht."...

Eines der komischsten, entlarvendsten und hintersinnigsten Bücher, die ich seit langem gelesen habe - eine absolute Empfehlung!
Dem Inhalt des Buches angemessen ist auch die originelle Aufmachung - achten Sie für den ersten einstimmenden Lacher neben dem Cover mal auf den Preis!
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schmunzeln und Nachdenken, 3. September 2014
Von 
Achim Eichenseer (Rheinbach) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Timur Vermes projiziert in seinem Roman „Er ist wieder da“ Adolf Hitler in das heutige Berlin und verleitet den Leser im Verlauf der Handlung sowohl zum Schmunzeln als auch zum Nachdenken. Nach einigen Anlaufschwierigkeiten findet sich „Hitler“ überraschend gut in der heutigen Gesellschaft zurecht und avanciert zum Medien- und Fernsehstar. Der Roman ist - mal abgesehen von der wundersamen Wiedererscheinung - so erschreckend authentisch und realistisch geschrieben, dass man das Gefühl nicht los wird, all dies könnte tatsächlich so geschehen.
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Absurde Idee grandios umgesetzt, 29. Juni 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Hitler wacht 2011 auf einer Brachfläche in Berlin auf und der Leser begleitet ihn dabei wie er sich orientiert und einen Neustart durchführt - als Medienstar. Dabei beobachtet Hitler die Leute von heute, spricht mit ihnen und hält ideologisch ihm gut angedichtete Monologe - was sich alles durch einen grandiosen Witz auszeichnet, sprachlich wie inhaltlich. Man muss beim Lesen oft laut lachen über diese brillant eingefangenen, skurrilen Situationen, in denen Hitler mit der ihm eigenen bornierten Ideologie und den Kenntnissen eines 70 Jahre Abwesenden auf Leute trifft, die das, was er sagt, für einen Witz oder Method Acting halten. Dass das lesenswert ist, ist vielleicht schwer zu beschreiben. Der politisch unkorrekte Inhalt ist völlig unverdächtig braun zu sein, vielmehr sehr unterhaltsam und eine große Frage an uns: Könnte es passieren, dass Hitler in unserer offenen Gesellschaft auf so offen reagierende, unbefangene Menschen trifft? Eine bissige Medien-Kritik. Klare Kaufempfehlung!!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Spiegel der Gesellschaft, 11. Februar 2013
Rezension bezieht sich auf: Er ist wieder da (Audio CD)
Ich finde, der Autor hat es hervorragend hinbekommen uns mit den wichtigen Themen der Zeit auseinanderzusetzen. Über die Person A.H. gibt er uns einen Spiegel in die Hand, selbstkritisch die derzeitige politische Lage und das gesellschaftliche Miteinander besser zu beleuchten. Das er dabei ab und an über die Strenge schlägt, tut seiner Ironie keinen Abbruch, ganz im Gegenteil. Das Buch ist subtil und soll es sicher auch sein. Es muss keine Erklärung geschrieben werden, warum Hitler wieder aufwacht oder wie er ohne Geld die ersten Tage zurande kommt, nein an Stelle der Leitfigur Hitler hätte auch jede andere historische Persönlichkeit diesen Part übernehemen können, die in der Lage war scharf zu denken und einen Führungsanspruch zu besitzen.
Ich finde, das dieses Buch nicht poltisch rechts orientiere Parteien aufs Korn nimmt, sondern uns ermuntert sich bewußt mit der Manipulation unserer Medienwelt auseinanderzusetzen. Kultur kommt von guter Unterhaltung und nicht von schlecht gemachten Programm, wie es in zunehmender Form via TV ausgestrahlt wird.
Ich bin auf die Fortsetzung gespannt. Denn erst dort wird sich zeigen, ob es die Absicht des Autors war, uns vor dem braunen Sumpf zu warnen........oder vor der Unfähigkeit zwischen Satire und Dummheit zu unterscheiden.
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183 von 222 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Darf man das? Und ob!, 24. September 2012
Von 
Der Führer erwacht 2011 in Berlin und wird zur Youtube-Kultfigur und zum gefragten Comedian. Selbst die Grünen bieten ihm eine zeitweilige Mitgliedschaft an, so lustig und cool ist Adolf Hitler. Sie finden das geht zu weit? Finde ich nicht. Denn dieses Buch schafft einen großartigen Balanceakt zwischen intelligentem Witz und Klamauk. Und irgendwie bildet sich beim Leser ständig eine neue Gänsehaut: Ja, was wäre denn, wenn der Führer zurückkäme? Würde er aufgrund seiner Thesen – und der 2011er Hitler im Roman weicht nicht einen Fuß von seinen hinlänglich bekannten Ansichten ab – von den Medien ignoriert? Oder würde er gehypt und vom Fernsehen gierig als Coup des Jahrhunderts entdeckt? Würde man ihn, sei es auch nur in Verkennung seiner politischen Absichten, als Showtalent feiern? Fände man diesen höflichen, direkten Onkel Wolf nicht vielleicht doch ganz nett? Was wäre wenn? Spätestens im Interview mit der Grünen Renate Künast kommt es zu Wendungen, Übereinkünften und politischen Missverständnissen, die einer Real-Satire gleichen. Haben die Grünen wirklich so viel mit der Umweltpolitik Hitlers gemein? Quatsch, oder? Oder doch nicht? Ja, der 2011er Hitler ist ein Schreckgespenst, weil er es schafft, mühelos ins kuschlige, multimedial eingelullte deutsche Wohnzimmer zu kommen. Und wie er da herumspukt und sich einrichtet! Autor Timur Vermes legt mit "Er ist wieder da" einen echten Eulenspiegel-Streich vor. Wundervoll. Es scheint, als hätte der einst für seine politisch-unkorrekten Titel berühmte Eichborn Verlag unter der Obhut des Lübbe Verlags zu alter Größe zurückgefunden. Hut ab!
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Amüsant und entlarvend, 28. November 2014
Rezension bezieht sich auf: Er ist wieder da: Der Roman (Taschenbuch)
Habe auf die Taschenbuchausgabe gewartet, eher in der Annahme, dass es sich um ein Buch handelt, das schnell zusammengeschustert wurde, um mit einem brisanten Thema mal wieder Geld zu verdienen. Die Meinung, die ich mir nun selbst gebildet habe, ist positiv. Der Anfang der Geschichte ist zwar noch nicht so überzeugend, denn die Frage, wie das "Auferstehen" möglich war, wird nicht geklärt. Bin dann dazu übergegangen, das Ganze als Satire zu betrachten. Die Idee des Buches, jemanden aus einer vergangenen Zeit in der Gegenwart auferstehen zu lassen, ist sehr gut. Wer hat nicht schon einmal ähnliche Überlegungen angestellt? Aus dieser Sicht werden so einige heutige Gepflogenheiten noch abstruser. Dazu wäre nicht einmal ein ehemaliger Diktator als Hauptfigur notwendig.

Je mehr das Thema "Medien" ins Spiel kommt, desto deutlicher wird die Satire und Gesellschaftskritik. Die Frage, wie weit man für die richtige Quote gehen würde, steht mehr oder weniger im Mittelpunkt. Sicher fragt sich der Leser immer wieder, warum "es" denn niemand merkt (oder merken will). Aber das ist wohl gerade der Kern dieses scharfsinnigen Buches. Deshalb hat das Ende schon seinen Sinn.

Nun ist die "Ich-Form" natürlich bei so einem Thema eine Sache für sich. Teilweise empfindet der Leser ja tatsächlich Sympthie oder zumindest Mitleid. Darüber kann man viel diskutieren. Letztendlich überwiegt wohl doch das Entlarvende, von dem wirklich niemand verschont bleibt.

5 Punkte gibt es vor allem deshalb, weil ich mich beim Lesen (vor allem der kleinen Details und Feinheiten) köstlich amüsiert habe, und das bis zum Ende hindurch. Der Autor hat sich wirklich Mühe gegeben, jedes Wort sitzt, ebenso das Hintergrundwissen. Sogar die Lektoren haben gut gearbeitet.
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37 von 45 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Leider kann ich mir einen solchen Ablauf sehr wohl vorstellen..., 14. November 2012
Von 
Stefan Tross "Jossi" (Freudenberg, Westfalen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Ich habe das Buch mit gemischten Gefühlen gekauft. Als zwar wertkonservativer, aber keinesfalls faschistisch zu bezeichnender Leser, dessen Herz FÜR Juden schlägt und GEGEN Diskriminierung, fiel es mir grundsätzlich nicht leicht, ein Buch zu kaufen, in dem Witz, Satiere und Nationalszialismus teilweise in einem Atemzug genannt werden.
Aber als ich erstmal angefangen hatte zu lesen, lies es mich nicht mehr los: zu Hause, im Bus - egal wo sich Gelegenheit bot, las ich und konnte schon nach 2 Tagen auf mehr als 3/4 gelesenes zurückblicken. ich konnte sogar herzhaft lachen, so sehr, dass mich meine Frau mahnte: Mensch, ich kann mich vor lauter Lachen nicht mehr konzentrieren ;-) Doch mit der Zeit blieb mir das Lachen regelrecht im Halse stecken. Und'damit komme ich zum Eigentlichen:

Was beinhaltet für mich das Buch? Welche Möglichkeiten bietet es? Ist es weiterzuempfehlen?

1. Was beinhaltet für mich das Buch?

Für mich wurde es mit jeder Seite realistischer, dass sich ein solches Szenario in unserer heutigen Gesellschaft tatsächlich abspielen könnte. Facebook, Youtube, Google+ etc. lassen schnell mal den "like" - Button klicken - ohne sich wirklich tiefgründig Gedanken darüber zu machen, was hinter einer Botschaft steckt, wie ernst sie gemeint ist. Wenn man dann noch dazu nimmt, dass die heutige Generation durch Comedy sehr geprägt ist und über das Dritte Reich nicht wirklich Bescheid weiß.

Erschreckend ist für mich auch eine - zeitlich angepasste - Parallele zu der Entwicklung des Nationalsozialismus nach 1918 bis zum Vorabend der Machtergreifung, die der Autor hier geschickt nachzeichnet. Genauso schleichend wie im Buch beschrieben, nur aus anderen Gründen, fand der Prozess statt. Kaum jemand nahm Hitler damals ernst. Selbst die Helfer meinten ihn unter Kontrolle zu haben. Hatten sie? Hatten sie zu keinem Zeitpunkt. Wie im Buch. Und schnapp - die Falle ist zu!

2. Welche Möglichkeiten bietet es?

Während ich es las, keimt in mir als Geschichts- und Sozialkundelehrer der Gedanke auf, dieses Buch im Unterricht der Klasse 10 als festen Bestandteil einzubeziehen. Denn - wie oben bereits erwähnt - bietet das Buch durch seine Übertragung in die Gegenwart sehr gute Möglichkeiten, die Entwicklung des Nationalsozialismus nachzuzeichnen und auf extreme politische Richtungen der heutigen Zeit (Links- und Rechtsradikalismus, fanatischer Islam) zu übertragen. Ich kenne kein Buch, dass diesen Spagat (abgesehen von "Die Welle") so gut hinbekommt und sich als Gesprächsgrundlage bestens eignet.

3. Ist es weiter zu empfehlen?

Auf jeden Fall. Man muss sich auf die Thematik einlassen, sich selbst hinterfragen können. Aber Achtung: Anfangs ist es noch leichte Kost, wird aber zunehmend Siegerländer Schwarzbrot. Nie ist es langweilig.

Ich muss allerdings zugeben, dass ich kurz vor Ende eine längere Pause (1 Woche) einlegen musste. Das Buch wurde für mich so realistisch, dass ich schlicht nicht einfach weiterlesen konnte - zumal ich das Ende kannte, ohne das Buch zu Ende gelesen zu haben. Die Parallele gab's ja schon.
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