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1.134 von 1.230 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mein Freund, der Führer
Ich habe lange für diese Rezension gebraucht, denn ich wusste nicht so recht, wo ich anfangen soll, also versuche ich es jetzt einfach mal:

dieses Buch ist saukomisch, erschreckend und wahr zugleich. Stellt Euch mal vor, Ihr sitzt beim Lesen da und denkt: "Ja, da hat er Recht." oder Ihr ertappt Euch beim herzhaften Lachen MIT der Hauptfigur, nicht...
Veröffentlicht am 22. Oktober 2012 von Wolkentreiber

versus
4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Starker Anfang, sehr schwaches Ende
Ist es ein gutes Zeichen, wenn man auf der letzten Seite eines Buches nachsehen muss, ob man evtl. ein fehlerhaftes Exemplar erwischt hat, weil quasi kein Ende vorhanden ist und die Geschichte mittendrin abrupt endet? Wohl kaum, doch genau so ist es mir bei diesem Buch ergangen.

Die Geschichte an sich fängt vielversprechend, bzw. kurios an und auch der...
Vor 1 Monat von Bender-1729 veröffentlicht


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1.134 von 1.230 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mein Freund, der Führer, 22. Oktober 2012
Von 
Wolkentreiber "Bücherjunkie²" (Vicus Plawe) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 500 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ich habe lange für diese Rezension gebraucht, denn ich wusste nicht so recht, wo ich anfangen soll, also versuche ich es jetzt einfach mal:

dieses Buch ist saukomisch, erschreckend und wahr zugleich. Stellt Euch mal vor, Ihr sitzt beim Lesen da und denkt: "Ja, da hat er Recht." oder Ihr ertappt Euch beim herzhaften Lachen MIT der Hauptfigur, nicht ÜBER sie. Es ist ein unglaublich gewagtes Kunststück, was Timur Vermes hier abgeliefert hat, aber es ist ihm auch unglaublich gut gelungen.

Ja, da ist er also wieder, der Führer. Erwacht im Jahr 2011, völlig orientierungs - und planlos und noch dazu ohne Dach überm Kopf, mal ganz zu schweigen von seinen treuen Vasallen. Der Leser begleitet ihn auf dem Weg aus der Gosse hinauf zu einem Medienstar, der seinesgleichen sucht - selbstverständlich aus der Ich-Perspektive. Das erinnert im Groben an die Biografie des wahren Adolf Hitler, aber natürlich ist das Ganze auf die heutige Zeit abgestimmt. Das, was dieses Buch von anderer Hitler-Satire grundlegend unterscheidet, ist der Grad an Authentizität. Ich befasse mich jetzt schon einige Jahre mit diesem Mann und muss sagen, es ist erstaunlich, wie real Timur Vermes ihn, sein Verhalten, sein Denken und seine Sprache aufs Papier gebracht hat. Wer mal einen direkten, sachlichen Vergleich möchte, der sollte sich die Tischgespräche von Henry Picker anschauen (Hitlers Tischgespräche im Führerhauptquartier: Entstehung, Struktur, Folgen des Nationalsozialismus), da merkt man kaum einen Unterschied! Und dann sitzt Du da und lachst mit dem Führer, empfindest sogar Sympathien für ihn, im nächsten Moment läuft es Dir wieder eiskalt den Rücken runter - dieses kongeniale Spagat zieht sich durch das ganze Buch.

Und dann ist da natürlich die Satire. So tiefschwarze, durch und durch böse Gesellschaftssatire wie sie eigentlich besser nicht sein könnte. Da bleibt kein Stein auf dem anderen. Der frisch erwachte Hitler nimmt seine Umwelt mit seiner enormen Beobachtungsgabe unter die Lupe und zerreißt sie, teils intelligent, teils aus schlichter Altmodischkeit, in ihre Einzelteile. Insbesonders die Medienlandschaft bekommt ihr Fett weg...und die NPD. Wie das Ganze ausgeht, das möchte ich nicht verraten, aber so viel sei gesagt: das schreit nach einer aktualisierten Fortsetzung!

Was bleibt also am Schluss, nachdem man das Buch zugeklappt hat? Für mich zum einen die gruselige Erkenntnis, wie leicht es einem Mann wie Adolf Hitler heute fallen würde, die Gesellschaft wieder für sich zu gewinnen und zum anderen immer noch dieses komische Gefühl, dass ich habe, weil ich ihn öfter mal sympathisch fand...
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514 von 563 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unheimlich gut. Das Hörbuch des Jahres!, 27. September 2012
Von 
Volker M. - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 10 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Er ist wieder da (Audio CD)
Wie er hierher gekommen ist, weiß er auch nicht genau. Seine Uniform riecht nach Benzin und er liegt im Geröll einer Baulücke in Berlin. Und wo eigentlich ist der Führerbunker? Der Führer braucht schließlich einen Führerbunker. Und ein Volk.
Doch Adolf Hitler begreift schnell, dass er sich im Jahr 2011 befindet und dieses Volk dringend seiner Führerschaft bedarf. Sehr dringend sogar. Und die neuartigen Technologien faszinieren ihn ganz besonders: Mobiltelefone, Internet, Privatfernsehen. Hätte es das nur damals schon gegeben. Goebbels hätte seine wahre Freude gehabt.
Und dann spielt ihm auch noch der Zufall in die Hände, als er auf die Produktionschefin einer Fernsehfirma trifft, die ihm ein Forum in einer Comedy Show gibt. Dem Publikum vergeht schnell Hören und Sehen und der Aufstieg des größten Hitler-Darstellers aller Zeiten ist unaufhaltsam. Nur ist er kein Darsteller. Er ist es selber. Und er ist so bösartig wie eh und je.

Timur Vermes begibt sich mit diesem Plot auf ziemlich dünnes Eis. Hitler und Satire - das kann gewaltig ins Auge gehen, vor allem, wenn das gesamte Buch auch noch aus der Ich-Perspektive geschrieben ist. Keine relativierende Klarstellung, keine andere Sicht auf die Dinge als einzig die Sicht des Führers. Und dieser Mann ist dazu noch wortgewandt, schlagfertig und überaus gewitzt. Wenn er über unsere bundesdeutschen Politgrößen herzieht, ihr hohles Gewäsch als das tituliert, was es ist, nämlich hohles Gewäsch, wenn er über modische oder technologische Entgleisungen lästert, ja, das ist einfach grandioses Kabarett. Da sitzt jede Pointe, aber mit dem Florett gefochten! Da erkundigt sich die Krankenschwester mitfühlend bei ihm: "Ich wollte nur mal nach dem Rechten sehen", und er schnarrt: "Däm gäht's goot!". Oder er echauffiert sich wortreich darüber, dauernd mit einem gewissen "Stromberg" verwechselt zu werden. Oder wenn er die ungaren Jüngelchen in der NPD Parteizentrale vor laufender Kamera rundmacht. Das ist der Nährboden für grandiose Dialoge auf höchstem satirischen Niveau.

ÜBER Hitler darf man sicher lachen. Aber MIT Hitler? Ich hatte ein ehrlich schlechtes Gewissen, bis mir Vermes perfide Strategie klar wurde: Hitlers Demagogie unterscheidet sich letztlich nur in der Klientel von der Demagogie unserer Parteien, und Goebbels Propagandaministerium hätte mit der Tageszeitung mit den vier großen Buchstaben sicher auch einen Pakt zum gegenseitigen Nutzen geschlossen. Manche brachiale Schlagzeile der jüngeren Vergangenheit ließ Hitlers Herz bereits höher schlagen. In den fiktiven Dialogen mit Renate Künast oder Sigmar Gabriel, die am Ende den vermeintlichen Hitler-Darsteller als großes Polittalent sogar in ihre Reihen locken wollen, ist Hitler seinen Gegnern so heillos überlegen, dass es mich gegruselt hat. Seine raffinierte Argumentation, sein verführerischer Charme, der zum Angriff übergeht, sobald sich die passende Gelegenheit ergibt, seine eiskalte Strategie, ohne Mitleid und Skrupel - da spricht kein dumpfer Neonazi, sondern ein blitzgescheiter Überzeugungstäter.

Und wo wir gerade beim Sprechen sind: Christoph Maria Herbst wächst als Hitler über sich hinaus. Dem Hitlerschen Duktus hat er ja bereits im Wixxer als Alfons Hatler ein Gesicht gegeben, aber diesmal hält er die Rolle über 6 Stunden ohne Ermüdungserscheinungen durch. Wie er geifert, wie er säuselt, wie er die Massen in seinen Bann zieht, wie er die Frauen umgarnt, wie er Anekdoten aus der guten alten Zeit zelebriert und in teilweise völlig absurden Herleitungen seine Sicht der Welt erklärt, das ist unheimlich gut. Ja, das ist manchmal wirklich unheimlich.

Ohne Zweifel das beste Hörbuch des Jahres. So was muss einfach verfilmt werden. Und es gibt nur einen möglichen Darsteller: Stromberg.
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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Genial, 8. Juli 2014
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Er ist wieder da: Der Roman (Kindle Edition)
Das ist ja schon ein mutiges Buch! Das muss man erst mal bringen: sich in den Hitler hineinzuversetzen und ihn in unsere Zeit zu plazieren. Ich finde, das ist dem Autor hervorragend gelungen. Ich habe viel geschmunzelt, die Luft angehalten, gelacht und "autsch" gesagt. Mir gefällt die subtile Gesellschaftskritik des Buches. Ist ziemlich augenöffnend.
Ich glaube, ich werde mir auch das Hörbuch zulegen, denn "Herrn Stromberg" das lesen zu hören, muss ein wahrer Ohrenschmaus sein und den Inhalt noch drastischer und unterhaltsamer rüber bringen.
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Absurde Idee grandios umgesetzt, 29. Juni 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Hitler wacht 2011 auf einer Brachfläche in Berlin auf und der Leser begleitet ihn dabei wie er sich orientiert und einen Neustart durchführt - als Medienstar. Dabei beobachtet Hitler die Leute von heute, spricht mit ihnen und hält ideologisch ihm gut angedichtete Monologe - was sich alles durch einen grandiosen Witz auszeichnet, sprachlich wie inhaltlich. Man muss beim Lesen oft laut lachen über diese brillant eingefangenen, skurrilen Situationen, in denen Hitler mit der ihm eigenen bornierten Ideologie und den Kenntnissen eines 70 Jahre Abwesenden auf Leute trifft, die das, was er sagt, für einen Witz oder Method Acting halten. Dass das lesenswert ist, ist vielleicht schwer zu beschreiben. Der politisch unkorrekte Inhalt ist völlig unverdächtig braun zu sein, vielmehr sehr unterhaltsam und eine große Frage an uns: Könnte es passieren, dass Hitler in unserer offenen Gesellschaft auf so offen reagierende, unbefangene Menschen trifft? Eine bissige Medien-Kritik. Klare Kaufempfehlung!!
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Amüsant und entlarvend, 28. November 2014
Rezension bezieht sich auf: Er ist wieder da: Der Roman (Taschenbuch)
Habe auf die Taschenbuchausgabe gewartet, eher in der Annahme, dass es sich um ein Buch handelt, das schnell zusammengeschustert wurde, um mit einem brisanten Thema mal wieder Geld zu verdienen. Die Meinung, die ich mir nun selbst gebildet habe, ist positiv. Der Anfang der Geschichte ist zwar noch nicht so überzeugend, denn die Frage, wie das "Auferstehen" möglich war, wird nicht geklärt. Bin dann dazu übergegangen, das Ganze als Satire zu betrachten. Die Idee des Buches, jemanden aus einer vergangenen Zeit in der Gegenwart auferstehen zu lassen, ist sehr gut. Wer hat nicht schon einmal ähnliche Überlegungen angestellt? Aus dieser Sicht werden so einige heutige Gepflogenheiten noch abstruser. Dazu wäre nicht einmal ein ehemaliger Diktator als Hauptfigur notwendig.

Je mehr das Thema "Medien" ins Spiel kommt, desto deutlicher wird die Satire und Gesellschaftskritik. Die Frage, wie weit man für die richtige Quote gehen würde, steht mehr oder weniger im Mittelpunkt. Sicher fragt sich der Leser immer wieder, warum "es" denn niemand merkt (oder merken will). Aber das ist wohl gerade der Kern dieses scharfsinnigen Buches. Deshalb hat das Ende schon seinen Sinn.

Nun ist die "Ich-Form" natürlich bei so einem Thema eine Sache für sich. Teilweise empfindet der Leser ja tatsächlich Sympthie oder zumindest Mitleid. Darüber kann man viel diskutieren. Letztendlich überwiegt wohl doch das Entlarvende, von dem wirklich niemand verschont bleibt.

5 Punkte gibt es vor allem deshalb, weil ich mich beim Lesen (vor allem der kleinen Details und Feinheiten) köstlich amüsiert habe, und das bis zum Ende hindurch. Der Autor hat sich wirklich Mühe gegeben, jedes Wort sitzt, ebenso das Hintergrundwissen. Sogar die Lektoren haben gut gearbeitet.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Starker Anfang, sehr schwaches Ende, 17. November 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Er ist wieder da: Der Roman (Taschenbuch)
Ist es ein gutes Zeichen, wenn man auf der letzten Seite eines Buches nachsehen muss, ob man evtl. ein fehlerhaftes Exemplar erwischt hat, weil quasi kein Ende vorhanden ist und die Geschichte mittendrin abrupt endet? Wohl kaum, doch genau so ist es mir bei diesem Buch ergangen.

Die Geschichte an sich fängt vielversprechend, bzw. kurios an und auch der Humor ist anfangs angenehm bissig. Schon nach der Hälfte allerdings lässt die Handlung unheimlich nach und gipfelt schließlich in einem mehr oder weniger offenen Ende, was ich persönlich mehr als enttäuschend fand, da einfach (zu) viele Fragen unbeantwortet bleiben:

--- !!! ACHTUNG SPOILER !!! ---

1) Wie kam Hitler denn nun überhaupt wieder in die Gegenwart? Er persönlich stellt ja nur eine (sehr an den Haaren herbeigezogene) Theorie dazu auf, die aber nie wieder aufgegriffen wird und gemessen an den tatsächlichen Ereignissen auch keinen Sinn ergibt. Hieraus ergibt sich auch zwangsläufig die Frage: Is er überhaupt tatsächlich der echte Hitler, oder vielleicht doch nur jemand, der sich aus unbekannten Gründen für ihn hält?

2) Vorausgesetzt, er ist tatsächlich der echte Hitler, realisieren die "Nebencharaktere" jemals, dass es sich tatsächlich um den echten Hitler handelt und nicht um einen Comedian, der seine Rolle spielt? Ich persönlich hatte hier auf den "großen Knall" gewartet, an dem die Wahrheit ans LIcht kommt. Leider Fehlanzeige.

3) Was hat die Nazi-Attacke auf Hitler für Folgen? Außer dass er von besagten Nazis ins Krankenhaus geprügelt wird und seine Popularität in den Medien dadurch noch ein kleines bisschen mehr steigt, ist das ganze vollkommen irrelevant für die Handlung. Dafür dass die Attacke bereits seit dem ersten Drohbrief zu Beginn der Handlung angekündigt wurde, einfach enttäuschend.

Fazit: Ein zu Beginn ganz unterhaltsames Buch, welches einen einige Stunden gut unterhält. Leider enttäuscht das Ende dann aber unheimlich, da die Handlung zunächst stark abbaut und dann ohne Höhepunkt einfach ins Leere verläuft. Hier hätte ich mir persönlich einen geschickten "Twist", bzw. eine Auflösung der Umstände erhofft. Timur Vermes verschenkt hier meiner Ansicht nach leider massenhaft Potential und lässt viele Fragen der Handlung ungelöst (siehe oben). Der einzige Handlungsstrang der wirklich abgeschlossen wird, ist die mehr als kurze Nebenhandlung um die Romanze zwischen Fräulein Krömeier und Herrn Sawatzki. Na vielen Dank. Die Rosamunde Pilcher Fangemeinde wirds dankend anerkennen ...

Abschließend muss noch angemerkt werden, dass das Buch dafür, dass es mit dem Titel "Skandalbuch 2013" beworben wird, unheimlich handzahm daher kommt. Grade durch diese Ankündigung hatte ich persönlich etwas schwärzeren, bissigeren Humor erwartet. Selbiger kommt aber leider nur an ganz wenigen Stellen durch. Schade.

Insgesamt würde ich das Buch aufgrund der vorgenannten Punkte eher nicht empfehlen, auch wenn der Anfang ganz unterhaltsam ist.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schmunzeln und Nachdenken, 3. September 2014
Von 
Achim Eichenseer (Rheinbach) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Timur Vermes projiziert in seinem Roman „Er ist wieder da“ Adolf Hitler in das heutige Berlin und verleitet den Leser im Verlauf der Handlung sowohl zum Schmunzeln als auch zum Nachdenken. Nach einigen Anlaufschwierigkeiten findet sich „Hitler“ überraschend gut in der heutigen Gesellschaft zurecht und avanciert zum Medien- und Fernsehstar. Der Roman ist - mal abgesehen von der wundersamen Wiedererscheinung - so erschreckend authentisch und realistisch geschrieben, dass man das Gefühl nicht los wird, all dies könnte tatsächlich so geschehen.
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183 von 222 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Darf man das? Und ob!, 24. September 2012
Von 
Der Führer erwacht 2011 in Berlin und wird zur Youtube-Kultfigur und zum gefragten Comedian. Selbst die Grünen bieten ihm eine zeitweilige Mitgliedschaft an, so lustig und cool ist Adolf Hitler. Sie finden das geht zu weit? Finde ich nicht. Denn dieses Buch schafft einen großartigen Balanceakt zwischen intelligentem Witz und Klamauk. Und irgendwie bildet sich beim Leser ständig eine neue Gänsehaut: Ja, was wäre denn, wenn der Führer zurückkäme? Würde er aufgrund seiner Thesen – und der 2011er Hitler im Roman weicht nicht einen Fuß von seinen hinlänglich bekannten Ansichten ab – von den Medien ignoriert? Oder würde er gehypt und vom Fernsehen gierig als Coup des Jahrhunderts entdeckt? Würde man ihn, sei es auch nur in Verkennung seiner politischen Absichten, als Showtalent feiern? Fände man diesen höflichen, direkten Onkel Wolf nicht vielleicht doch ganz nett? Was wäre wenn? Spätestens im Interview mit der Grünen Renate Künast kommt es zu Wendungen, Übereinkünften und politischen Missverständnissen, die einer Real-Satire gleichen. Haben die Grünen wirklich so viel mit der Umweltpolitik Hitlers gemein? Quatsch, oder? Oder doch nicht? Ja, der 2011er Hitler ist ein Schreckgespenst, weil er es schafft, mühelos ins kuschlige, multimedial eingelullte deutsche Wohnzimmer zu kommen. Und wie er da herumspukt und sich einrichtet! Autor Timur Vermes legt mit "Er ist wieder da" einen echten Eulenspiegel-Streich vor. Wundervoll. Es scheint, als hätte der einst für seine politisch-unkorrekten Titel berühmte Eichborn Verlag unter der Obhut des Lübbe Verlags zu alter Größe zurückgefunden. Hut ab!
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37 von 45 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Leider kann ich mir einen solchen Ablauf sehr wohl vorstellen..., 14. November 2012
Von 
Stefan Tross "Jossi" (Freudenberg, Westfalen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Ich habe das Buch mit gemischten Gefühlen gekauft. Als zwar wertkonservativer, aber keinesfalls faschistisch zu bezeichnender Leser, dessen Herz FÜR Juden schlägt und GEGEN Diskriminierung, fiel es mir grundsätzlich nicht leicht, ein Buch zu kaufen, in dem Witz, Satiere und Nationalszialismus teilweise in einem Atemzug genannt werden.
Aber als ich erstmal angefangen hatte zu lesen, lies es mich nicht mehr los: zu Hause, im Bus - egal wo sich Gelegenheit bot, las ich und konnte schon nach 2 Tagen auf mehr als 3/4 gelesenes zurückblicken. ich konnte sogar herzhaft lachen, so sehr, dass mich meine Frau mahnte: Mensch, ich kann mich vor lauter Lachen nicht mehr konzentrieren ;-) Doch mit der Zeit blieb mir das Lachen regelrecht im Halse stecken. Und'damit komme ich zum Eigentlichen:

Was beinhaltet für mich das Buch? Welche Möglichkeiten bietet es? Ist es weiterzuempfehlen?

1. Was beinhaltet für mich das Buch?

Für mich wurde es mit jeder Seite realistischer, dass sich ein solches Szenario in unserer heutigen Gesellschaft tatsächlich abspielen könnte. Facebook, Youtube, Google+ etc. lassen schnell mal den "like" - Button klicken - ohne sich wirklich tiefgründig Gedanken darüber zu machen, was hinter einer Botschaft steckt, wie ernst sie gemeint ist. Wenn man dann noch dazu nimmt, dass die heutige Generation durch Comedy sehr geprägt ist und über das Dritte Reich nicht wirklich Bescheid weiß.

Erschreckend ist für mich auch eine - zeitlich angepasste - Parallele zu der Entwicklung des Nationalsozialismus nach 1918 bis zum Vorabend der Machtergreifung, die der Autor hier geschickt nachzeichnet. Genauso schleichend wie im Buch beschrieben, nur aus anderen Gründen, fand der Prozess statt. Kaum jemand nahm Hitler damals ernst. Selbst die Helfer meinten ihn unter Kontrolle zu haben. Hatten sie? Hatten sie zu keinem Zeitpunkt. Wie im Buch. Und schnapp - die Falle ist zu!

2. Welche Möglichkeiten bietet es?

Während ich es las, keimt in mir als Geschichts- und Sozialkundelehrer der Gedanke auf, dieses Buch im Unterricht der Klasse 10 als festen Bestandteil einzubeziehen. Denn - wie oben bereits erwähnt - bietet das Buch durch seine Übertragung in die Gegenwart sehr gute Möglichkeiten, die Entwicklung des Nationalsozialismus nachzuzeichnen und auf extreme politische Richtungen der heutigen Zeit (Links- und Rechtsradikalismus, fanatischer Islam) zu übertragen. Ich kenne kein Buch, dass diesen Spagat (abgesehen von "Die Welle") so gut hinbekommt und sich als Gesprächsgrundlage bestens eignet.

3. Ist es weiter zu empfehlen?

Auf jeden Fall. Man muss sich auf die Thematik einlassen, sich selbst hinterfragen können. Aber Achtung: Anfangs ist es noch leichte Kost, wird aber zunehmend Siegerländer Schwarzbrot. Nie ist es langweilig.

Ich muss allerdings zugeben, dass ich kurz vor Ende eine längere Pause (1 Woche) einlegen musste. Das Buch wurde für mich so realistisch, dass ich schlicht nicht einfach weiterlesen konnte - zumal ich das Ende kannte, ohne das Buch zu Ende gelesen zu haben. Die Parallele gab's ja schon.
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160 von 197 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Erwartungen nicht ganz erfüllt, 16. November 2012
Von 
Ritja - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts (Was ist das?)
Hitler im Hier und Jetzt?

Geht das?

Haben wir nichts dazu gelernt?

Ich wußte nicht, wie ich das Buch einordnen sollte und bin mir auch jetzt nach dem Lesen noch nicht ganz so sicher.
Ich bin mit recht hohen Erwartungen an das Buch herangegangen, denn die Kritiken anderer Leser waren sehr gut und das Buch gelobt. Schwarzen Humor lese ich sehr gern und so tauchte ich nun in die Geschichte des Herrn Hitler 2011 ein.

Es gab Stellen, da musste ich herzhaft lachen und mit dem Kopf schütteln und andere Textpassagen ließen mir fast das Blut in den Adern gefrieren, weil sie so real waren, dass sie einfach nur erschreckten und man kann nur hoffen, dass das Buch richtig verstanden wird. Die Geschichte an sich ist ja nicht neu. In ähnlicher Form (nur ohne Hitler) gab es sie schon mal in "Die Nachhut" von Hans Waal. Auch hier tauchten sie aus der Vergangenheit wieder auf und mussten feststellen, dass ihre Zeit vorbei war.

Der Autor lässt Hitler an unserer Zeit im vollem Umfang teilhaben. Nur wenige Politiker werden beim Namen genannt, aber so gut umschrieben, dass man sie sofort erkennt und schmunzeln muss. Auch die vielen Polittalkshows bekommen ihr Fett weg. Die Medien und die Menschen werden unter einem ganz neuen Blickwinkel betrachtet...die teilweise richtig böse ausfallenden Kommentare Hitlers waren für mich (auch hier wieder teilweise) grenzwertig.

Muss man das Buch lesen?
Es ist ganz klar eine Geschmackssache. Wer gut mit Satire umgehen kann für diesen Leser wird sich das Buch lohnen. Wer jedoch ein eher gespaltenes Verhältnis zur Satire und der Hauptperson hat, sollte sich nicht unnötig aufregen.

Ein etwas anderes Buch ist es allemal und ich habe mich phasenweise ganz gut amüsiert und unterhalten lassen. Bin jedoch auch bei so mancher Passage zusammengezuckt.

Entscheidet selbst....
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