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438 von 454 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Tragisch, lustig, lesenswert
"Ich erzählte Augustus die Grundzügen meines Wunders: Als ich 13 Jahre alt war, wurde bei mir Schilddrüsenkrebs im vierten Stadium diagnostiziert. (Ich erzählte ihm nicht, dass die Diagnose drei Monate nach meiner ersten Periode kam, es war wie: Glückwunsch! Du bist eine Frau. Jetzt stirb.)"

Das ist Hazel Grace, 16 Jahre alt und...
Veröffentlicht am 26. Juli 2012 von capkirki

versus
81 von 94 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Die Schuld in unseren Sternen?
Meine Vorbehalte gegen ein Buch mit dieser hochsensiblen Thematik ließ ich mir durch das Zitat der Hauptperson des fiktiven Romanes, der 16-jährigen Hazel "Krebsbücher sind doof" zerstreuen. Ich schloss daraus, dass ein Kult-Autor wie John Greene über alle strapazierten Klischees der Erzählungen von sterbenden Kinder und Jugendlichen hinaus,...
Vor 13 Monaten von DieBuchpiraten veröffentlicht


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438 von 454 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Tragisch, lustig, lesenswert, 26. Juli 2012
Von 
capkirki (Espa) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
"Ich erzählte Augustus die Grundzügen meines Wunders: Als ich 13 Jahre alt war, wurde bei mir Schilddrüsenkrebs im vierten Stadium diagnostiziert. (Ich erzählte ihm nicht, dass die Diagnose drei Monate nach meiner ersten Periode kam, es war wie: Glückwunsch! Du bist eine Frau. Jetzt stirb.)"

Das ist Hazel Grace, 16 Jahre alt und krebskrank. Ihre Behandlung soll nur noch ihr Leben verlängern, geheilt werden, kann sie nicht mehr. Das weiss sie, genauso wie sie weiss, dass es ein Wunder ist, dass sie überhaupt noch lebt. In einer Selbsthilfegruppe, zu der sie eigentlich gar nicht gehen will, trifft sie eines Tages Augustus. Der Krebs hat eines seiner Beine gefordert, aber er ist auf dem Weg der Besserung und obwohl Hazel sich vorgenommen hat, niemandem so nah zu kommen, dass ihn ihr Tod aus der Bahn werfen kann, verliebt sie sich.

Das ist jetzt mein vierter Versuch, meine Meinung zu diesem Buch zu schreiben. Erstaunlich, wie schwer es mir fällt, das, was ich während des Lesens empfunden habe, einfach niederzuschreiben.

John Green hat als Student einige Zeit als Seelsorger in einem Kinderkrankenhaus gearbeitet und beschreibt seine Erfahrungen selbst als herzzerreissend.
Seit dieser Zeit wollte er ein Buch über diese 'Krebs Kinder' schreiben - kein 'Hoffnung, Glaube, Stärke, alles hat auch eine positive Seite etc.- Buch', sondern ein echtes, ein wahres Buch über echte Teenager, echte Eltern, echte Sorgen und Nöte. Greens Hauptcharaktere sind keine Helden, es sind normale Menschen, die versuchen, mit einem vermutlichen Todesurteil umzugehen.

Der sarkastische Humor, den sie dabei an den Tag legen, hat mich - trotz allem - oft schmunzeln lassen. Gleichzeitig gibt es Passagen in diesem Buch, die einen auch noch nach dem Lesen der letzten Seite beschäftigen werden, es gibt Sätze, die vielleicht für immer bei einem bleiben und es gibt Abschnitte, bei denen man schlicht Rotz und Wasser heult.
Was mich dazu bewegt, dieses Buch wirklich zu empfehlen, ist seine Ehrlichkeit.

"Cancer sucks"
Es gibt keine positive Seite am Kotzen oder am ins Bett machen, nichts positives daran, das Augenlicht zu verlieren, das Gefühl zu haben, zu ertrinken, seine eigene Beerdigung zu planen, einen Menschen sterben zu sehen.

Aber obwohl das Buch so ein trauriges Thema hat, so tragisch ist, ist es gleichzeitig wunderschön, lustig, kraftvoll und lebensbejahend. Hazel und Augustus sind Teenager, deren Geschichte einen lange nicht mehr los lässt und die dazu führt, dass man selbst anfängt, nachzudenken - über das eigene Leben, die eigenen Narben, die man auf der Welt hinterlässt, ob es überhaupt wichtig ist, etwas zu hinterlassen und wenn ja, was...

"Das Schicksal ist ein mieser Verräter" behandelt die schönsten und schwierigsten Abschnitte im Leben: Liebe, Freundschaft, Verlust und Tod und es macht das auf einer wunderbare Art und Weise - klare Leseempfelung und 5 Sterne!
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116 von 127 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein berührendes wie authentisch wirkendes (Liebes)Drama, mit einer gesunden Portion Witz & Charme, 9. August 2012
Von 
SandiReni (Norderstedt) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
In den USA hat der Videoblogger und Jugendbuchautor John Green längst den Beliebtheitsstatus intus. Kaum erscheint neuer Lesenachschub aus seiner Feder, lässt der Erfolg nicht lange auf sich warten. Ich will ehrlich sein: vor Romanen wie Will & Will oder Tage wie diese habe ich nie etwas von dem Autor gehört, geschweige denn gelesen. So wagte ich mit seinem neusten Werk "Das Schicksal" ist ein mieser Verräter nun meinen ersten Versuch und dieser sollte sich nicht zu meinem Nachteil auswirken! Selten habe ich ein derart berührendes wie authentisch wirkendes Liebesdrama gelesen, das simultan mit einer gesunden Kombination aus Witz & Charme zu glänzen vermag. Ich zeige mich beeindruckt!

Es gibt viele Arten von Krebs und unendliche Schicksale, die von der anschleichenden Krankheit betroffen sind/waren. In "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" ist die 16-jährige Hazel eine von ihnen. Die längst bekannte Diagnose UNHEILBAR ist ernüchternd und sorgt für eine isolierte Lebenseinstellung, die Hazels aufopfernde Mutter wohl als Depression bezeichnen würde. Dabei beabsichtigt Hazel nur eines: sie will nicht bemitleidet werden und die Menschen verletzten, die irgendwann einmal ihre Grabrede halten werden. Trotzdessen dreht sich die Erde weiter - mit einer sauerstoffzuführenden Maske als ständiger Begleiter, denn Hazels Lunge ist metastasiert. Den Kampf gegen den Krebs mag das bücherliebende Mädchen so gut wie verloren haben, doch was die ihr verbleibende Zeit betrifft, ist das letzte Wort längst nicht gesprochen. Und so verschlägt es Hazel gleich zu Beginn der Geschichte ein weiteres Mal in eine Selbsthilfegruppe für Krebspatienten, die stets nach dem gleichen Muster verläuft. Doch dieses Mal ist etwas anderes. Hazel trifft auf den einbeinigen Augustus Waters und diese zunächst merkwürdige Begegnung verändert ihr Leben nachhaltig.

Man kann es nicht anders sagen: was sich auf den circa 288 Seiten abspielt ist eine ansteckende Achterbahnfahrt der Emotionen. So präsentiert sich "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" als eine humorvolle wie dramatische Liebesgeschichte, die mit manch überraschenden Wendungen (je nachdem wie aufmerksam man zwischen den Zeilen liest) sowie glaubwürdigen Haupt-/Nebencharakteren zu unterhalten weiß. Egal, ob es Hazels stets weinender Dad, ihre sorgenvolle Mom, der bald erblindende Isaac oder der coole Augustus ist ... sie alle haben einen unverkennbaren Wiedererkennungswert und handeln in vielen Belangen wie man es selbst wohl auch tun würde: einfach menschlich. Liebe, Freundschaft, Wut und Resignation reichen sich demgemäß die Hände und sorgen für Gänsehaut pur. Ich zumindest klebte gebannt an den Seiten fest, von der mir keine einzige überflüssig erschien. Mal schmunzelnd, mal den Tränen nahe.

Was besonders fasziniert, ist wohl die Art und Weise mit der Hazels liebenswertes Leiden in der Ich-Perspektive geschildert wird, nämlich intelligent, tiefgründig & ironisch. Man kann gar nicht anders, als die schlagfertige Hauptprotagonistin von der ersten Seite an ins Herz zu schließen. Gemeinsam mit ihr nach Atem zu ringen und sich zu fragen, was mit den Figuren ihres (fiktiven) Lieblingsbuches "Ein herrschaftliches Leiden" passiert, nachdem es abrupt endete. Auch in diesem Punkt wird man von John Greens kreativer wie überragender Schreibkunst verblüfft. So verzaubert irgendwann auch die Geschichte in der Geschichte und die Suche nach der Wahrheit gestaltet sich aufregend, bedeutungsvoll und romantisch-unverkitscht. Indes werden Hazels um den Krebs kreisende Gedanken mittels einer unaufdringlichen wie sarkastischen Note unterstrichen. Es passt - so will ich es behaupten - immer!

Wie sich in Film & Literatur oft gezeigt hat, sind die tragischsten Liebesgeschichten dann irgendwie auch die schönsten. Vielleicht weil eine Liebe ohne Happy End uns doch die reinste Form der Liebe vermittelt, fernab der eingefahrenen Alltäglichkeit(?). Oftmals ist sie kurz, schmerzlich und trotzdem unvergesslich schön. Bereits nach wenigen Kapiteln malt man sich automatisch aus, welch dramatisches Ende John Green wohl für Hazel Grace & Augustus Waters vorgesehen haben könnte. Gewiss kommt man stets auf ein ähnliches Ergebnis: es wird verdammt traurig. Oh ja!

Nichtsdestotrotz ist der Weg dorthin äußerst lesens- & liebenswert. In dem unkomplizierten wie wortgewandten Augustus/Gus findet Hazel nämlich nicht nur einen Freund mit dem es sich wunderbar über die hohe Kunst der Literatur sinnieren lässt (Achtung: unterdessen sind Fremdwörter im Anmarsch, man könnte also dazulernen!), sondern einen außergewöhnlichen Menschen, der für allerhand Überraschungen sorgt. Was mir besonders gefiel: ihre Gefühle füreinander entstehen auf eine natürliche, nachvollziehbare und unverkrampfte Weise, ohne in irgendwelchen Oberflächlichkeiten zu ersticken, wie es in etlichen Jugendromanen leider üblich ist. Haltet die Taschentücher bereit!

Ein bewegendes Zitat:

"Du bist keine Zeitbombe, Hazel, nicht für uns. Der Gedanke daran, dass du stirbst, macht uns traurig, aber du bist keine Bombe. Du bist ein Geschenk. Du kannst es nicht wissen, Liebes, weil du noch nie ein Baby hattest, das zu einem hochintelligenten jungen Bücherwurm mit einer Schwäche für grauenhafte Fernsehsendungen herangewachsen ist, aber die Freude, die du uns schenkst, ist tausendmal größter als unsere Traurigkeit über deine Krankheit." (Seite 98)

Kurz gesagt:

Diese Seiten haben es in sich! Das Schicksal mag uns manchmal enttäuschen und sich als ein mieser Verräter entpuppen, der Jugendbuchautor John Green tut es hingegen nicht. Mit seinem Liebesdrama um Hazel & Augustus entführt er den Leser in eine unvergessliche Achterbahnfahrt der Emotionen, die gleichzeitig zu berühren und überraschen vermag - intelligent, tiefgründig & ironisch erzählt. Für "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" gibt es somit eine 100%ige Empfehlung von mir. Ein Buchtipp, nicht nur für jugendliche Leser!
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32 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Das Schicksal ist ein mieser Verräter, 17. September 2012
Inhalt:
Die 16-jährige Hazel Grace Lancester leidet an Krebs, ihre Heilungschancen stehen schlecht, nur durch Medikamente kann ihr Körper und vor allem die erkrankte Lunge, am Arbeiten gehalten werden. Ihr ständiger Begleiter ist eine Sauerstoffflasche, nur mithilfe ihr kann sie atmen.
Doch Hazel verzweifelt nicht an ihren Leben, mit einer einzigartigen Stärke erträgt sie ihr Schicksal. Zur Schule kann sie schon lange nicht mehr gehen, so verbringt sie den Tag mit lesen, träumen und Gedankenfantasien. Ihre Mutter findet, es wäre wichtig für ihre Tochter, soziale Kontakte aufzubauen, weshalb sie sie zu einer Selbsthilfegruppe für an Krebs erkrankte Kinder schickt. Zuerst gar nicht begeistert von dieser Idee, ändert sich ihre Meinung, als sie dort den 17-jährigen Augustus Waters kennen lernt. Ohne Grund ist er nicht in der Gruppe, durch den Krebs hat der Junge ein Bein verloren, doch anders wie bei Hazel, ist er seit einiger Zeit symptomfrei, sprich, die Ärzte sind zuversichtlich, dass er die Krankheit überwunden hat.
Aus der Freundschaft zwischen den Beiden entwickelt sich langsam mehr, doch wie geht man damit um, wenn man sich niemals sicher sein kann, wie viel Zeit einen zusammen noch bleibt.

Meine Meinung:
Ein Buch über Krebs, was noch dazu lustig ist. Geht es? Es geht und John Green legt ein Werk vor, der den Beweis antritt. Besonders durch die Charaktere beginnt die Geschichte zu leben und erhält einen Glanz, den zu beschreiben nahezu unmöglich ist.
Hazel, Augustus, aber auch ihr Freund Isaac haben eine Art von Humor gegenüber ihrer Krankheit entwickelt, der ihnen oft hilft, die Situationen besser zu ertragen, schwer genug ist ihr Leben sowieso schon. Man merkt an einigen Stellen doch, dass ihre witzigen Sprüche, ganz oft einfach nur ein Schutzschild sind, um nicht der Krankheit die volle Macht über ihr Leben zu geben. Krebs wird nicht beschönigt, oder lächerlich gemacht, er wird so dargestellt wie er ist: grausam und unbarmherzig.
Diese Mischung zwischen Witz und Ernst machen das Buch zu etwas ganz besonderen, was es für mich in dieser Form noch nie gegeben hat.

Ich: „Ich weigere mich, zur Selbsthilfegruppe zu gehen.“
Mom: „Das Desinteresse an Aktivitäten ist ein Symptom der Depression.“
Ich: „Bitte, lass mich einfach America’s Next Top Model sehen. Das ist auch eine Aktivität.“
Mom: „Fernsehen ist passiv.“
Ich: „Ach, Mom. Bitte.
Mom: „Hazel, du bist ein Teenager. Du bist kein kleines Kind mehr. Du musst Leute kennenlernen, aus dem Haus gehen dein Leben leben.“
Ich: „Wenn du willst, dass ich mich wie ein Teenager benehme, dann schick mich nicht zur Selbsthilfegruppe. Besorg mir einen gefälschten Ausweis, damit ich in Clubs reinkomme und Wodka trinken und Haschisch nehmen kann.“
Mom: „Erstens, Haschisch nimmt man nicht.“
Ich: „Siehst du, so was wüsste ich, wenn du mir einen gefälschten Ausweis besorgen würdest.“
Mom: „Du gehst zur Selbsthilfegruppe.“
Ich: „Aaaaaaaaaaaaarrggghhh.“ (Seite 12/13)

Es ist aber nicht nur das Leben der erkrankten Jugendlichen, das im Buch Platz findet, man erfährt auch wie es für die Eltern ist, sein eigenes Kind so leiden zu sehen. Es nimmt nur einen kleinen Teil im Buch ein, gibt nur einen Einblick, sicherlich sind die Gefühle der Angehörigen intensiver, doch durch die kurze Beschreibung kann man sich doch schon ein Bild machen.

Die Geschichte ist traurig, natürlich, aber es fällt nicht ganz leicht, hinter der geballten Humorfront, die komplette Ernsthaftigkeit zu erkennen. Mir waren zwar alle sympathisch und ich fand es auch schrecklich, welches Schicksal der einzelne durchmachen muss, aber so wirklich übergesprungen ist der Funke bei mir nicht. Die komplette Gefühlspalette konnte ich nicht durchleben, oder sagen wir, durchleben schon, aber erst nachdem ich das Buch gelesen hatte. Für mich musste die Geschichte einfach mal wirken, um ihren ganzen Zauber ausspielen zu können.

Man denkt, man würde die Geschichte verstehen, verstehen, welchen Weg die einzelnen Charaktere nehmen, aber man täuscht sich immer wieder. Es kommt zu Zwischenfällen, die alles verändern, eine neue Richtung für alle Beteiligten einschlagen, mal zum positiven, mal auch in die andere Richtung.

Der Schreibstil von John Green ist locker leicht, legt sich um das schwierige Thema wie eine zweite Haut, passt sich ihm an und ist mit keinen anderem Autor vergleichbar.

Fazit:
Man muss „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ selbst lesen, um die Einzigartigkeit verstehen zu können. Bereuen wird man es auf keinen Fall.
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33 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine Geschichte über das Leben, den Tod, den Schmerz und die Liebe, 2. September 2012
Von 
Villette - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
"Das Schicksal ist ein mieser Verräter" ist ein Buch, das man nicht schnell vergessen kann. Schon während des Lesens musste ich immer wieder kleine Pausen machen, weil es einen so tief trifft und man es nicht mehr aushalten kann. Und ganz schnell muss man dann doch wieder zum Buch greifen, weil man wissen muss, wie es weitergeht -- so unerträglich es vielleicht auch sein mag. Das heißt nicht, dass die Geschichte nicht lustig ist. Ganz im Gegenteil. Es ist wie das Leben: Tragisch und komisch zugleich.

Im Zentrum steht die 16-jährige Hazel, die unheilbar an Krebs erkrankt ist und ihr Leben nur durch ein Medikament verlängert bekommt. Am Leben nimmt sie aber gar nicht mehr richtig teil, es lohnt sich ja nicht. Bis sie Augustus trifft. Er hat nach Knochenkrebs ein Bein verloren und steht wieder voll im Leben. Warum er sich gerade für die kranke Hazel interessiert, versteht sie am wenigsten. Weil sie ihn wirklich mag, zögert sie aber. Sie weiß, dass sie keine Zukunft hat und ihm mit ihrem Sterben und Tod irgendwann weh tun wird. Aber Augustus lässt sich nicht abschütteln...

Die Geschichte stellt viele Fragen an sich selbst und den Leser: Wie wäre es, in den Wolken zu leben? Wie kann man sich vor dem Vergessenwerden schützen? Macht das Leben überhaupt einen Sinn angesichts des sicheren Todes? Kann man mit Schmerz leben? Lohnt die Liebe? Man müsste einen langen Essay schreiben, um all die Facetten der Geschichte zu erfassen und zu verarbeiten. Dafür ist hier nicht der richtige Platz. Darum empfehle ich jedem, das Buch selbst zu lesen, sich an John Greens unglaublichem Talent für das Denken und Schreiben zu erfreuen, sich eine neue Welt zu erschließen, so schmerzhaft sie auch sein mag. Es lohnt sich in jedem Fall.
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18 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einfühlsame Geschichte über den Kampf gegen den Krebs..., 1. Januar 2013
Von 
INHALT:
Hazel ist 16 und weiß, dass sie bald an ihrem Krebsleiden sterben wird - doch sie will auf keinen Fall bemitleidet werden und niemandem zur Last fallen. Ihre Mutter überredet sie, an einer Selbsthilfegruppe für Krebspatienten teilzunehmen, wo sie Augustus begegnet, der seinen Freund Isaac begleitet. Augustus hat den Krebs besiegt und ist auf Anhieb von der humorvollen und klugen Hazel angetan. Bald entwickelt sich zwischen Hazel und Augustus eine Freundschaft, die immer tiefer geht, obwohl die Jugendlichen wissen, dass ihnen durch die Krebserkrankung nicht mehr allzu viel Zeit bleibt. Als Gus Hazels Lieblingsbuch liest, ist er davon ebenfalls sehr angetan und Hazel gesteht ihm ihren Herzenswunsch: Sie möchte den Autor Peter Van Houten, der in Amsterdam lebt, kennenlernen, um ihm ein paar Fragen zum offenen Ende von "Ein herrschaftliches Leiden" zu stellen, denn auf ihre bisherigen Briefe hat er nicht geantwortet. Wird sich Hazels großer Traum erfüllen?

MEINE MEINUNG:
Um "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" kommt man kaum herum, denn ziemlich viele Leute sind von diesem Buch sehr begeistert und in Amerika hat es der Roman bereits vor Erscheinungsdatum auf die Bestsellerlisten geschafft. Bei gehypten Büchern bin ich schon häufig auf die Nase gefallen, doch "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" hat mich nicht enttäuscht und ich bin froh, dieses Werk gelesen zu haben. Als Handlungschauplatz dient vorwiegend die amerikanische Stadt Indianapolis, wobei uns die Geschichte auch nach Amsterdam führt, die Handlungsdauer umspannt mehrere Monate.

Hazel Grace Lancaster ist 16 Jahre jung und nicht wie andere Mädchen in ihrem Alter. Ohne ihre Sauerstoffflaschen würden ihre Lungen den Dienst versagen und seit der Diagnose vor 3 Jahren geht sie nicht mehr zur Schule, obwohl sie an guten Tagen Literaturvorlesungen im College oder die Selbsthilfegruppe besuchen kann. Dort lernt sie auch den selbstbewussten Augustus "Gus" Waters kennen. Der 17-jährige gutaussehende Junge, der blutrünstige Videospiele und Bücher liebt, hat den Knochenkrebs überlebt und dabei ein Bein verloren. Nachdem er Hazels absolutes Lieblingsbuch über ein krebskrankes Mädchen gelesen hat und ihm Hazel gestanden hat, dass sie unbedingt mit dem Autor über "Das herrschaftliche Leiden" sprechen möchte, setzt Gus alles daran, um seiner Freundin ihren Wunsch zu erfüllen...

Hazel und Augustus sind außergewöhnliche, liebenswerte Hauptpersonen mit vielen Facetten, Ecken & Kanten, die durch ihre Krankheit gezeichnet wurden und nicht immer so agieren, wie man es von Teenagern erwarten würde. Und auch die lebendig gestalteten Nebenfiguren wie Hazels Eltern, die versuchen, das Beste aus der Situation zu machen, Gus bester Freund Isaac, der durch den Krebs das Augenlicht verliert und die anderen Jugendlichen in der Selbsthilfegruppe sind interessante Charaktere und fügen sich harmonisch in die Handlung ein.

"Das Schicksal ist ein mieser Verräter" ist kein Buch, das man eben mal zwischendurch liest, dafür sollte man sich auf alle Fälle genug Zeit nehmen. Natürlich ist die Thematik Krankheit & Tod sehr ernst und traurig, doch der John Green versteht es meisterlich auch positive Elemente wie Freundschaft und Liebe in die Geschichte einzubauen und somit die bedrückende Atmosphäre etwas aufzulockern. Durch den enthaltenen trockenen Humor und die lebensbejahende Einstellung der Protagonisten bringt einen die bewegende Story auch oft zum Lachen und dann eben wieder zum Weinen. Selbst jetzt, beim Schreiben dieser Rezensionen, kommen mir schon wieder die Tränen und ich muss um Worte ringen, um dem hochgelobten Jugendbuch gerecht zu werden.

Erzählt werden die unfassbaren Geschehnisse aus Hazels Perspektive, die uns einen tiefen Einblick in ihr Leben, ihre Gedanken & Gefühle gewährt. Man hat die beiden sympathischen Jugendlichen innerhalb kürzester Zeit lieb gewonnen und fühlt, fiebert & träumt mit ihnen, obwohl man vielleicht ahnt, dass diese Geschichte nicht mit dem erhofften Happy End abschließt. Die letzten 70 Seiten habe ich permanent geweint und musste manchen Absatz mehrfach lesen, obwohl ich eigentlich gar nicht so nah am Wasser gebaut bin. Doch diese schön-traurige Geschichte ist mir so nah gegangen - wahrscheinlich, weil ich selbst eine Tochter in dem Alter habe und in der Familie bereits mit Krebs konfrontiert wurde.

"Das Schicksal ist ein mieser Verräter" hat mich sehr beeindruckt und wird mich sicherlich noch nachhaltig beschäftigen, denn hier wird einem vor Augen geführt, wie kurz das Leben ist, ob bzw. was man der Welt nach dem eigenen Ableben hinterlässt und wie man mit so einer schweren Erkrankung umgeht - denn Hazel ist eine richtige Kämpfernatur, obwohl sie sich selbst nicht so sieht. Außerdem finde ich es erstaunlich, wie sich John Green als erwachsener Mann so in Hazels Lage versetzen und solch eine berührende Geschichte schreiben kann - Respekt!

Die Sprache bzw. die Dialoge zwischen den Jugendlichen waren wir manchmal ein klein wenig zu gestelzt, da so kein (mir bekannter Teenager) redet, aber wenn man bedenkt, dass sich Hazel und Gus durch ihr Leiden oft nicht wie gewöhnliche Teenager verhalten, passt es auch wieder. Eine ausdrucksstarke Schreibeweise vollgepackt mit Emotionen, unterhaltsame Wortgefechte und Kapitel in angenehmer Länge runden das neueste Werk von John Green ansprechend ab.

FAZIT:
"Das Schicksal ist ein mieser Verräter" ist eins der seltenen Bücher, die mich gleichzeitig zum Lachen und zum Weinen gebracht haben. Dieser Roman enthält einen großartigen Plot gepaart mit vielen überraschenden Wendungen, amüsanten sowie ernsten Passagen, sympathische, authentische Protagonisten sowie einen wunderbar emotionsgeladenen Schreibstil, wobei man sich auf jede der 285 Seiten freut. Für diesen ergreifenden Jugendroman vergebe ich liebend gern bewegende 5 STERNE.
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25 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nur als kleine Ergänzung: Lob der anspruchsvollen Übersetzung, 29. Dezember 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Eigentlich ist meinen Vorrednern nichts mehr hinzuzufügen. Alles, was dieses Buch, auch für mich, so toll macht, stand glaube ich in allen 5-Sterne-Rezensionen, die ich bisher gelesen habe.

Nur eines ist mir diesmal (rein zufällig erst diesmal!) durch den Kopf gegangen, was vielleicht noch nicht sooo häufig erwähnt wurde:

Ich vermute, dass bei diesem Buch in der deutschen Fassung mehr als Autor, sondern auch die Übersetzung verdammt gut war. Und das die Qualität der Übersetzung immer eine Rolle spielt, aber bei Büchern wie diesen spielt sie eine besonders große Rolle.

Dieses Buch habe ich gelesen und fand es aufgrund seiner Sprache phantastisch. Dabei ist mir beim Lesen nichts aufgefallen, wo ich gedacht habe: Aha: Die Originalsprache war vermutlich nicht Deutsch. ( ... Außer dem Handlungsort, der hat mich natürlich ein bisschen zweifeln lassen ;-) ...) Witze, die auf Sprache beruhen, Mehrdeutigkeiten, genau die richtigen Dinge, die ungesagt bleiben oder gar halb angedeutet werden, ... Ein Sarkassmus der an keiner Stelle übertrieben oder unangebracht erscheint, sondern irgendwie genau passend... Für die Originalfassung ist das normalerweise nahezu die "Alleinschuld" des Autors (wenn es gut läuft: auch seines Lektors).

Aber wenn das in der Übersetzung so bleibt und sogar in einer Alltagskultur, die sich eigentlich doch ziemlich von der amerikanischen unterscheidet immer noch, bleibt, ... dann ... herzlichen Glückwunsch nicht mehr allein an den Autor, sondern ... in diesem Fall auch an Sophie Zeitz.
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schön, 9. Oktober 2012
Doch, das ist wirklich ein gutes Buch. Für Leute (wie mich), die misstrauisch werden, wenn etwas gar zu sehr über den grünen Klee gelobt wird: All die Hymnen, die auf dieses Buch schon gesungen wurden, wären gar nicht nötig, und manche sind auch deutlich übertrieben. Weder kann es, was die literarische Qualität angeht, mit Updike und Roth mithalten (die aber auch nicht nur "gute" Bücher geschrieben haben), noch ist Green "der Messias", dem es endlich gelingt, die Jugendliteratur aus dem Getto der Jugendliteratur zu holen: Dass ein Jugendbuch erst dann gut sein soll, wenn es "auch von Erwachsenen" gelesen werden "kann", wird sowieso immer nur von Leuten behauptet, die offenbar Erwachsenenliteratur per se für etwas besseres halten als Jugendliteratur. Wer diesem Irrglauben nicht anhängt, der kann das Buch ja erst mal als das nehmen, was es ist: ein Jugendbuch. Und zwar ein wirklich gutes - was ich für meinen Teil jetzt daran festmache, ob mich die Geschichte fesselt, ob ich ihre - erfundenen - Charaktere "glaubwürdig" finde, ob ich der Meinung bin, dass der Autor für sein Thema die adäquate Form gefunden hat (lauter Kriterien, übrigens, die ich auf JEDES Buch anlege). Und vor diesem Hintergrund erzählt "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" in einer eher schlichten, schönen, in intimen Details (wie dem "ersten Mal" zweier Krebspatienten) angenehm dezent bleibenden Sprache ein Thema, das jeden und jede angeht. Mich jedenfalls hat das Buch bewegt - und es gibt nicht viele, über die ich das sagen könnte.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen süß, traurig, lustig, nachdenklich, 31. August 2013
Ich habe dieses Buch von meinem Vater geschenkt bekommen. Mein erster Gedanke war: Oh nein, ein Buch über Krebs, muss das sein? Wenn ich ein Buch lese, will ich in fremde Welten entführt werden, ich will träumen können und nicht irgendwelche belastende Geschichten hören (da könnte ich ja gleich die Nachrichten einschalten). Aber schon ab der ersten Seite war ich in den Bann des Buches gezogen. Die Charaktäre haben eine sehr erfrischend sarkastische Art mit ihrer Krankheit umzugehen und obwohl es ein Buch über Krebs ist, nimmt man Hazel, Augustus uns Isaac nicht als arme kranke Kinder, sondern als die besonderen Charaktäre wahr, die sie sind.
Die Tränen, die ich während des Lesens verlor, wurden durch die lustigen Stellen wett gemacht. Ohne Mitleid heischend oder moralisierend zu sein, zeigt einem "Das Schicksal ist ein mieser Verräter", wie dankbar man sein kann, wenn das eigene Schicksal ein nicht ganz so mieser Verräter ist, wie das von Hazel Grace.
Lesenswert!
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81 von 94 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Die Schuld in unseren Sternen?, 20. August 2013
Von 
DieBuchpiraten - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Meine Vorbehalte gegen ein Buch mit dieser hochsensiblen Thematik ließ ich mir durch das Zitat der Hauptperson des fiktiven Romanes, der 16-jährigen Hazel "Krebsbücher sind doof" zerstreuen. Ich schloss daraus, dass ein Kult-Autor wie John Greene über alle strapazierten Klischees der Erzählungen von sterbenden Kinder und Jugendlichen hinaus, einen literarisch neuen Weg findet.

Auch wenn ich an dem Buch (gebremsten) Gefallen fand, hat der Autor tatsächlich auch nur an den immer korrekt funktionierenden Schnüren der Akteure gezogen, um eine kalkulierte Wirkung bei den jungen Lesern zu beabsichtigen. Kein neuer Ansatz, leider! Woher der Hype? Woher die Leserbegeisterung? Für mich stellen gerade die zahlreichen überschwänglichen, geradezu euphorischen Rezensionen den Beweis dafür dar, dass emotionale Hilflosigkeit zu übertriebenem Lob führen muss. Wer will schon bei Ablehnung (übrigens zu Unrecht) als Gefühlskrüppel denunziert werden?

Auch OHNE eine lebensbedrohende Krebserkrankung wäre eine vergleichbare Erzählung möglich gewesen, doch der Mensch scheint vermeintlich philosophische Tiefe, Metaphern und Aphorismen nur dann als authentisch und glaubwürdig zu akzeptieren, wenn sie von Menschen "an Grenzen", physisch oder psychisch, ausgesprochen werden. Warum muss die Tragik einer tödlichen Erkrankung gepaart werden mit einer Erkenntnistiefe, die ich niemanden absprechen möchte, die ich aber in der Fülle, wie sie in diesem Roman auftritt, als unglaubwürdig heroisch und unecht empfinde.

Jung sterben zu müssen, die eigenen Kinder überleben zu müssen, adelt nicht - es ist IMMER unfair und Menschen haben jedes Recht der Welt, es genauso zu sagen - ohne erhabene Phrasen, wie "Erst Leid lässt uns Glück wahrnehmen" oder ähnliche. Dieser Hype, dieses SUCHEN nach einem Sinn, wo keiner ist; wir wollen unsere Kinder, egal ob gesund oder krank trösten - selbst da, wo es keinen Trost gibt und unsere Kinder wollen diesen Trost irgendwo FINDEN.

Einige Passagen sind ergreifend, nachdenkenswert oder schlichtweg traurig, aber als Leser sollte man sich darüber klar sein, dass John Green professionell genug arbeitet, um jedes einzelne Gefühl bewusst plaziert hat und geschickt die großen Schlüsselwörter zum Gefühlstor, wie Krebs, Kinder, Sterben und Tod, verwaiste Eltern, Herzenswunsch, ja sogar Anne Frank mit ihrer WAHREN todtraurigen Biografie musste dafür herhalten, auslegt. Also doch nur ein "Schei.. Krebsbuch"?

Da altersunabhängig jeder Leser sich seine ganz persönliche Wahrheit aus Romanen dieses Genres zieht, stellt es mit Sicherheit einen Lesegewinn dar! Die intelligente Story, die Zitathäufungen und Denkanstösse sind überdies wichtig für die Entwicklung der wichtigen Neugier (nicht auf den Tod, sondern vor allem auf Leben). Sich emotional zu orientieren kann nicht falsch sein, und viele von uns sehen ja auch gerne mal tränenreiche Filme, um aus voller Seele mitleiden zu können. Innerhalb dieses "grünen Bereichs" ist alles gut, nur vor Überbewertung der geschmeidig präsentierten Lebensweisheiten und Aphorismen sei gewarnt.
(T)
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12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Schon recht amerikanisch, 10. Oktober 2013
Viel Lob und Preis gingen voran, deshalb began ich voller Erwartung und Vorfreude. Das vorherrschende Gefühl war dann erstmal fortschreitende Irritation und Ärgernis. Die beiden sechzehn - und siebzehnjährigen Protagonisten sind dermaßen altklug und reden so unerträglich geschwollen daher - nicht zum Aushalten. Konnt ich schon nicht ab, als ich selbst so alt war. Es wird dauernd Literarisches zitiert und Gedichte aufgesagt. Fortwährend liegt Philosophisches auf der Lauer. Ganz schlimm wurde es so ab Seite 130, die Amsterdamreise. So kitschig, Rosamunde Pilcher lässt grüßen. Ich wollte da echt beinahe aufgeben. Aber dann dachte ich, liest sich ja hurtig, bist du schnell mit fertig. Und nachdem wir dann quasi in Text und Tat den 'Höhepunkt' gehabt hatten, wurde es auch besser für meinen Geschmack.

Ansonsten ist es starker Tobak, die Krankheit ist ernst, vernichtend. Es wird nicht geschönt und nicht geschont. Aber es wird mit viel schwarzgalligem Humor, dem beißenden Sarkasmus und der Unbarmherzigkeit Pubertierender erzählt. Ich weiß nicht, viele schreiben, dass sie geweint haben. Hab ich nicht. Ich fühlte immer einen gewissen Abstand. Vielleicht wollte ich mich aber auch nicht drauf einlassen, weil ich durch die Irritation irgendwie auf der Hut war und auch abgelenkt wurde.

Dabei ging es natürlich ums Wesentliche: Wie gehen Menschen mit dem Krebs um. Was ist legitim? Was ist weise. Ist es einem immer möglich, das zu tun, was weise ist? Wer macht wen unglücklich und wodurch? Wie kann man sich gegenseitig helfen und welche Verhaltensweisen machen es einem selbst und anderen noch schwerer? Wie können die Zurückbleibenden weiterleben mit dem Verlust. Wo liegt der Sinn?

Runterziehpotential ist schon vorhanden. Aber auch Tröstliches. Angenehm überraschend finde ich das Fazit für einen amerikanischen Schriftsteller, nämlich dass es ausnahmsweise nicht darum geht, Großes zu vollbringen, weltberühmt zu werden, in die Geschichte einzugehen "to make it and make your mark". Nicht um die Grösse, um die Menge, um die Dauer geht es, sondern um die Konzentration, die Intensität, das Destillat. Nicht um das Tun, sondern um das Wahrnehmen.

Das finde ich sehr schön, aber es ging für mich beinahe etwas unter, weil ich den Schreibstil mitunter doch als sehr prätentiös empfand und wie gesagt, nervig und ablenkend. Ich fühle mich etwas hin- und hergerissen, ob die Darstellung der Jugendlichen realistisch oder überzogen war. So ermüdend schlagfertig, pointiert, geistreich. Aber schließlich mussten sie selbst auch einige Lagen abpellen, um zum Kern zu kommen. Die Zeit war nicht auf ihrer Seite, was für mich zeigt, dass es vielleicht klug ist, nicht zuviele Mauern um sich zu bauen, nicht zuviele Masken aufzusetzen, keine Rollen zu spielen, sich keine Ticks und merkwürdige Verhaltensweisen anzugewöhnen. Denn es ist sehr anstrengend - für einen selbst und andere - sich da durchzugraben zum wirklichen Ich, zum wirklichen Du. Es sollte dafür nicht immer erst ein schlimmer Schicksalsschlag notwendig sein.
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Das Schicksal ist ein mieser Verräter
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