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113 von 124 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Roll on Bob
Nun ist sie da, 50 Jahre nach dem Erstling, 3 Jahre nach dem Vorgänger "Together Through Life" halten wir nun "Tempest" in den Händen, Dylans 35. Studioalbum. Angekündigt als sein nächstes Meisterwerk, als Fortführung seines grandiosen Alterswerks. Also alles so wie immer in den letzten 15 Jahren?

Das Cover, na ja,...
Vor 19 Monaten von Van den Budenmayer veröffentlicht

versus
31 von 61 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen FADER ABGESANG UND SCHUNKEL-SCHOCK
Es war ja zu vermuten, dass die notorischen Begeisterungsausbrüche der Schwärmer und Exegeten wieder nicht ganz ernst zu nehmen sind. Aber dass es derart schlimm kommen würde, hätte ich dann doch nicht gedacht, als jemand, der immerhin zwanzig bis dreißig CDs von Dylan im Regal hat und einige davon sehr schätzt („Blood On The...
Vor 17 Monaten von Bücher-Bartleby veröffentlicht


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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Tempest, 30. Juni 2013
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Tempest (Deluxe Edition) (Audio CD)
Was soll man über den Meister noch groß schreiben? Wer Dylan liebt wird auch dieses Album lieben, wer ihn ablehnt findet hier auch seine Gründe. Die Stimme ist einzigartig und wird von Jahr zu Jahr interessanter. Live klingt das Ganze sicher wieder etwas anders, aber das sind wir ja von ihm gewöhnt. Anspieltipp: Scarlett Town
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8 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gegenentwurf zum Zeitgeist unserer Tage, 3. Oktober 2012
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Tempest (2 LPs + Bonus CD) [Vinyl LP] (Vinyl)
Würde man einige der heute angesagten "Künstler und Künstlerinnen", die die gängigen Hitparaden prägen, von ihrem Klamotten-, Video- und Bühnenshowbombast sowie diversen Körpertattoo's befreien, wären die von heute auf morgen in der Versenkung verschwunden ,da es in musikalischer und textlicher Hinsicht an jeder Substanz mangelt!
Allein deshalb könnte man für Dylans Tempest schon die Höchstwertung geben.

Ich gebe die aber aus simplen anderen Gründen:
1. Dylans Texte sind - ohne gleich jedes Wort auf die Goldwaage zu legen - auf Anhieb immer noch als erheblich substanzieller und interessanter identifizierbar als das meiste, was es sonst heute zu hören gibt.

2. Die Musik ist arachisch und auf das Wesentliche reduziert, sie ist offensichtlich handmade und mit einer erstklassigen Band zusammen in einem Rutsch im Studio eingespielt. So klingt die Platte dann auch - kein bißchen überproduziert oder affektiert. Mir gefällt das, da es einen sofort an Begriffe wie "wahr", "realitätsnah" und "authentisch" erinnert. Man weiß auch gleich, dass die Jungs den Sound beim nächsten Konzert genauso so wieder hinbekommen - und nicht selten noch besser.

3. Zum guten Schluss Dylans Stimme - hier von einigen wieder in bekannter Manier kritisiert. Ich sags mal deutlich: Wer meint, der Mann müsse mit 71 noch so klingen wie mit 25, hat hier eindeutig Pech gehabt, ist vor allem aber Opfer seiner eigenen Einfalt.
Dylans Stimme hat im Laufe seines Lebens sicher eine heftige Metamorphose durchgemacht, dabei aber nicht ihre Vielschichtigkeit eingebüßt -wie diese Platte meiner Meinung nach beweist.
Solch eine widerspenstige Stimme muss man aber mögen - andernfalls lässt man am besten die Finger von dieser Platte, sonst entstehen am Ende unsinnige Rezensionen, wie hier teilweise geschehen...
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18 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Streben nach dem Unerwarteten, 7. September 2012
Von 
André Beßler (Bremen, Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Tempest (Audio CD)
Mit 71 Jahren entwickelt Bob Dylan auf "Tempest" eine ausdauernde Dynamik, bei der man schwerlich von einem Alterswerk sprechen kann. Musikalisch versperrt sich Dylans Konzept der Festlegung auf ein Genre. Er greift vielmehr Stile der Prä-Rock-Ära auf. Das Streben nach dem Unerwarteten ist Bob Dylans hervorragender Charakterzug, und dieser zieht sich durch sein gesamtes Œuvre - vielleicht, um hier seinen vorläufigen Höhepunkt zu finden.

Nahezu siebzig Minuten lang reihen sich Melodien und Rhythmen aneinander, welche die Rahmen spannen für Texte von oft verstörender Bildhaftigkeit. Hämmernd-expressive Texte über Blut, Tod, Chaos, Zerstörung und Untergang, die selbstredend auch ohne jedwede musikalische Galvanisierung auskommen würden. Anders als zunächst geplant, ist dies kein religiöses Album geworden. Doch Dylan hört nicht auf, auf Seele und Sinn zu pochen; seine Spiritualität scheint immer wieder durch.

Es war ganz sicher keine schlechte Idee, diese CD gemeinsam mit "Los Lobos"-Gründer David Hidalgo (Gitarre, Violine, Akkordeon) und Dylans gegenwärtiger Tourband einzuspielen: Charlie Sexton und Stu Kimball (beide Gitarre), Donnie Herron (Steel Guitar, Banjo, Violine, Mandoline), George G. Receli (Schlagzeug) sowie Tony Garnier (Bass). Die Eingängigkeit des ganzen Werkes verdankt sich dem guten Einvernehmen dieser erfolgreich aufeinander eingespielten Musiker. Wohl keiner ist dabei, dem das Testosteron überschießt, aber gewiss auch keine Blues-Bürokraten.

Die Struktur der Arrangements lässt jedoch allzu häufig an Warteschleifen denken. Eine Ballade wie "Tin Angel" wird über sieben Minuten auf einem einzigen Moll-Akkord gehalten. "Es ist", so Thomas Groß in der ZEIT, "als sähe man Picasso dabei zu, wie er ein Strichmännchen malt." Ich habe diese großartigen Musiker des Öfteren auf der Bühne erlebt und weiß von daher, welch ein Meisterwerk möglich gewesen wäre, deshalb ein Stern Abzug. Der Produktion mangelt es ein wenig an Räumlichkeit, sie hat jedoch etwas, das heutzutage selten ist: Jedes Stück scheint in Formation (als "One Take") aufgenommen zu sein, Nachbearbeitungen sind nur schwerlich herauszuhören.

Fünfzig Jahre nach seinem Debütalbum zeigt sich Bob Dylan - erwartungsgemäß - als Storyteller ersten Ranges und viele von Ihnen und Euch werden sich mit mir freuen, wenn sie einige der hier vorgestellten Stücke alsbald in seinem Live-Repertoire wiederfinden.
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20 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Charme und Klasse, 9. September 2012
Rezension bezieht sich auf: Tempest (Deluxe Edition) (Audio CD)
Ich bemühe mich immer, eine kritische Distanz zu neuem Material Dylans zu halten. "Tempest" erlaubt mir das nicht - zu überwältigend sind der Charme und die Klasse dieses Albums.
Tempest besticht durch musikalische Vielfältigkeit und übertrifft in dieser Hinsicht Love & Theft" von 2001.
Das beginnt mit dem ersten Song, "Duquesne Whistle": ein kleines Intro im Stil von Hank William's Country-Swing (der den jugendlichen Robert Zimmermann fasziniert hatte), ehe Dylan, der alte Mann, zeigt, was ein Musiker mit 50 Jahren souveränen Umgangs mit Folk, Blues und Rock, mit profunden Kenntnissen auch von Gospel, Country und Jazz aus dieser Quelle machen kann.
Das endet mit dem letzten Song, "Roll On John", eine hommage an John Lennon mit entsprechenden textlichen und musikalischen Zitaten bei den Herren Lennon, McCartney und Harrison.
Dazwischen liegt ein unendlicher Mikrokosmos von Musik, gespeist aus den künstlerischen Quellen von Dylans Schaffen, aber auch aus seinen eigenem Oevre, zusammengeführt auf höchstem Niveau. In "Pay In Blood" grüßt ein Rolling-Stones-typisches Riff. "Scarlet Town", das kennen wir schon aus dem alten Traditional "Barbara Allen", Ende der 80er und Anfang der 90er oft auf den Setlists seiner Konzerte. Ich könnte noch viele dieser Bezüge nennen, bei jedem Anhören entdecke ich mehr.
Ich rede von einer hochklassigen Synthese, denn es ist auch eine Gratwanderung - sowas kann auch zu Eklektizismus, zu einem unstimmigen Puzzle führen. Eine Gratwanderung ist auch, dass viele der Songs ( nicht neu bei Dylan ) auf sehr einfachen musikalischen und rhythmischen Mustern aufgebaut sind. Bestes Beispiel ist das Titelstück "Tempest", textliche eine Aneinanderreihung irrwitziger Szenen beim Untergang der Titanic - im Walzertakt erzählt, fast 15 Minuten lang. Sowas kann fad werden. Nicht bei Dylan und seiner Band - hier entwickelt das einen hypnotischen Sog, einen Bann. Dylan hat das Album mit seiner Tourband aufgenommen, verstärkt mit David Hidalgo. Vielleicht ist das das Geheimnis dieses Albums - das sind Musiker, die hunderte und ein einem Fall sogar tausende Konzerte mit Dylan gespielt haben. Das Verständnis funktioniert perfekt, die können das, was er will und er vertraut darauf. Und ein Geheimnis ist - weil hier auch schon Kritik aufgekommen ist - Dylans Stimme. Ja - sie ist kaputt, nur mehr wenig erinnert an den Gesang, der diesen Mann in der 60ern und 70ern zur Legende gemacht hat. Ich verstehe, dass das nerven und irritieren kann. Aber wer dies akzeptiert, wird immer noch eine unglaubliche Spannweite erkennen, von zärtlichem Hauchen, Flüstern hin zu erbostem Bellen und Grollen; gesang-gewordene Altersweisheit, die es wiederum früher in dieser Form nicht geben konnte.
Dylan macht Alben, so hat er gesagt, um Material für die Bühne zu haben. Und dort, auf den Bühnen, auch das sagt er, gab und gibt es die besten Versionen seiner Songs (eingefangen natürlich von den zahlreichen tapferen Bootleggern). In dieser Hinsicht dürfen wir gespannt sein, was aus den Tempest"-Songs noch wird. Die Perspektiven sind grandios.
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9 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Tempest hat auch mich mitgerissen, 15. September 2012
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Tempest (Deluxe Edition) (Audio CD)
Eine solche Scheibe hätte ich von meinem in die Jahre gekommenen Musik-Idol wirklich nicht mehr erwartet. Auch wenn Bob hier nichts wirklich Neues bringt, so finde ich die Art und Weise wie Jack Frost die doch so vertraut wirkenden Melodien arrangiert und in genau der richtigen Reihenfolge auf der CD platziert hat einfach großartig. Aus meiner Sicht gehört "Tempest" was die Musikalität betrifft zu Dylans besten Scheiben überhaupt, wann nach "The Band" hat er eine so gute Band gehabt? Die Burschen (besondere Bassist Tony Garnier und Gitarrist Charlie Sexton) haben mich schon bei den vier Live-Auftritten, denen ich in den letzten 13 Jahren beigewohnt habe, begeistert und bei dieser Aufnahme kommt ja ein Könner wie David Hidalgo (Akkordeon u. Violine) noch dazu.
DUQUESNE WHISTLE swingt so richtig schön und erinnert mich damit an die besten Songs auf den beiden letzten Alben (das Video zum Song finde ich weniger gut). Das der alte Mann doch noch melodisch singen kann beweist er auf dem, nicht zu sentimentalen Love-Song, SOON AFTER MIDNIGHT. Mit NARROW WAY nimmt der Sturm so langsam Fahrt auf. Das mehr als 7-minütige "Geschrammel" ist gewöhnungsbedürftig, birgt aber Suchtgefahrt - nach 7 x hören inzwischen eines meiner Lieblingslieder. LONG AND WASTED YEARS hat mich beim ersten Hören noch ein wenig gelangweilt, inzwischen könnte ich mir diese grandios gesungene Ballade endlos reinziehen. Mit dem rockigen PAY IN BLOOD beweist der Meister, dass er immer noch böse und bissig sein kann, erinnert mich irgendwie an "Sooner or later" oder "Most Of The Time", obwohl es textlich in eine ganz andere Richtung geht.
SCARLET TOWN ist musikalisch und stimmlich der wohl stärkste Song auf der CD und wird sicherlich mit jedem erneuten Anhören noch besser. EARLY ROMAN KINGS ist eine herrliche Hommage an von mir sehr verehrten Muddy Waters. TIN ANGEL empfinde ich mystisch und düster, aber trotz der 9 Minuten Länge niemals als langweilig. Zu tief bin ich zu diesem Zeitpunkt schon ins Dylans Traumwelt eingetaucht - als erster Song auf der CD würde es glaub ich nicht taugen, obwohl - Lou Reed hat jahrelang nichts anderes mit Erfolg gemacht.
Mit TEMPEST kommt dann wirklich der Höhepunkt! Genau das hätte ich vorab nicht für möglich gehalten, weil ich weder Walzer- noch Titanic-Fan bin. Alles alt und abgedroschen dachte ich, aber die scheinbare Heiterkeit mit der der Sänger, in der Art eines beinahe unbeteiligten Berichterstatters, hier in 45 Versen ohne Refrain über diese Katastrophe berichtet ist ansteckend. Musikalisch allerbester Country-Waltz und als die 14 Minuten vorüber sind frage auch ich mich, warum es schon vorbei sein muss. Vor allem weil ich inzwischen weiß, dass es mit ROLL ON JOHN nun doch noch traurig wird - so richtig zum mitweinen, aber schön hässlich, mit viel Emotion, gesungen.
Vor über 30 Jahren sah und hörte ich in der Münchner Olympia-Halle einen christlich geläuterten Dylan. Es war ein ganz schwaches Konzert, mit Gospel-Gesängen und Sängerinnen, aber gegen Ende des Auftritts brachte Bob - wenige Tage nach Lennons Tod - ein herzzerreißendes "Lenny Bruce Is Gone", ganz großartig und leidenschaftlich gesungen. Es hat halt ein paar Jahre gedauert, den Tod seines Freundes John musikalisch zu verarbeiten. Vielleicht kommt irgendwann auch ein Song for George?
Fazit: An die großen Alben der 60-er und 70-er Jahre kommt "Tempest" sicher nicht ran. Mit "Infidels" und "Oh,Mercy" kann dieses Alterswerk aber mithalten. Außerdem ist es nach meinem Geschmack die beste Scheibe des 21. Jahrhunderts.
FOR EVER BOB !!!!
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7 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen vinyl und textabweichungen...., 14. September 2012
Von 
Stephan Urban "stevo" (wien) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Tempest (2 LPs + Bonus CD) [Vinyl LP] (Vinyl)
eine rezension zu einer neuen dylan platte ist immer vorschnell.

dylans lieder setzen sich wie ein keim in den kopf und beginnen dann zu wachsen, manche schneller, manche langsamer, aber alle treiben sie irgendwann wunderschöne blüten - so geht's zumindest mir.
ich bin im besitz aller 35 studioalben und auch sämtlicher ausgaben der "bootleg series", die ich für unverzichtbar halte, wenn man sich ernstlich mit dem wunder bob dylan auseinandersetzen möchte.

viel ist hier schon geschrieben worden, das ding eröffnet eher schwungvoll mit bluesigen, rockigen nummern, denen aber eine seltsame leichtigkeit innewohnt.

der klang von dylans live-band ist einerseits gewohnt aber auch irgendwie aufregend und modernisiert.

spätestens bei "scarlet town" wird eine richtung eingeschlagen, die bis zum ende des albums immer tiefer in eine düstere und spannende nebenwelt entführt.

"early roman kings" ist ein stampfender blueser, der auf einem hooker-riff basiert, aber herrlich dreckig und krachend gespielt wird.

mit "tin angel" wird eine erzählerische phase des albums eingeleitet, die mit dem titelsong ihren ergreifenden höhepunkt erreicht.
unpackbar mit welcher leichtigkeit dylan hier eine dramatische erzählung (...all angels look aside...) über den untergang der titanic in endlosen vierzeilern ohne refrain vorträgt.
ohne witz: selbst wenn die nummer doppelt oder dreimal so lange dauern würde, das wird nicht fad, das endet viel zu früh.
der surreale text, das düstere rumpeln der begleitung, eine wimmernde fidel, die ein wenig zwischensoliert - viel braucht der meister nicht um eine dichte, aufgeladene und aufregende athmosphäre zu erzeugen - großes kino!

die letzte nummer ist john lennon gewidmet. die im netz befindlichen texte entsprechen bis hierher dem gesungenen. hier aber wird ein völlig anderer text gesungen - dylans art, JL gleich zweimal zu würdigen?

egal, das album ist ein hammer, dylan ist noch lange nicht leer, seine stimme tut genau das, was er will und was sie soll, hört nicht auf sonstige unkerei!

ich mag das album jetzt schon so, es ist qualitativ ohne weiteres mit zb "oh mercy" gleichzusetzen, ich weiß schon jetzt, dass ich es lieben werde!

die LP ist schön gemacht, ordentlich zentriert und sauber gefertigt.
der sound könnte besser sein, aber das ist bei einem zukünftigen klassiker nebensache.

dylan ist dylan ist dylan...

punkt!
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7 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Konsequenter Weg..., 12. September 2012
Von 
Rocker - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 1000 REZENSENT)   
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Tempest (2 LPs + Bonus CD) [Vinyl LP] (Vinyl)
Als Bob Dylan 50 wurde, da gab's den Grammy fürs Lebenswerk. Etwas voreilig hatte man bei der Academy wohl Angst, dass Herr Dylan seine besten Zeiten schon längst hinter sich gehabt hätte. Motto: ehrt ihn schnell, bevor es zu spät sein könnte...
Welch grandioser Irrtum.

Bob Dylans Weg in die Gegenwart von Tempest begann für mich rückblickend schon in dieser Zeit. Auf seinen beiden akustischen Alben bekannte er sich offen zu seinen eigenen musikalischen Wurzeln und diesen Weg ist er konsequent mit Time Out Of Mind ff. weiter gegangen.

Ja, Dylan wandelt durch vergangene Epochen und er tut immer noch das gleiche. Er bedient sich im unerschöpflichen Fundus der Musik der 20er bis 50er Jahre genauso wie er sämtliche Musikstile aufsammelt, neu verarbeitet und mit seiner Lyrik verbindet, um Neues daraus entstehen zu lassen. Der Lordsiegelbewahrer amerikanischer Musikkultur sozusagen.

Ich finde Tempest auch grandios. Die Platte hört man ein paar Tage lang, legt sie erstmal weg, aber lange währt das nicht. Je tiefer man eintaucht, desto spannender wird es. Die Magie dieser Lieder entfaltet sich bei mir dadurch, dass ich die Platte zuerst höre, ohne auf die Worte sonderlich zu achten. Nicht was Dylan singt, sondern wie er es tut, das steht für mich erstmal im Vordergrund. Jedes Knirschen und Knarzen, jeder Atemzug ist so gewollt und beabsichtigt und alles andere als Zufall.

Der Shuffle zu Beginn, der erst nach 40 Sekunden überhaupt erst richtig anfängt, geht nach kurzer Zeit direkt ins Blut. Für Dylan Verhältnisse ein heiterer Song. Vielleicht ist das der Grund, warum es zu Duquesne Whistle ein vergleichsweise gewalttätiges Video gibt, das nebenbei bemerkt exzellent inszeniert wurde. Aber danach kommt Soon After Midnight und Bob Dylan singt mit einer Sanftheit, die man selten bei ihm hört. Allein wie er die letzte Zeile singt, das ist ganz groß:
it's soon after midnight, and I don't want nobody but you...

Überrascht hat mich, wie viele sehr lange Songs Dylan diesmal bringt. Und wie gut die auch noch sind. Wenn auch die Mördereifersuchtsverlustballade Tin Angel, das Titanic-Epos Tempest oder die Verneigung vor dem toten Kollegen musikalisch unspektakulär erscheinen mögen, sie entwickeln Tiefe und gehören deshalb auch keine Sekunde kürzer als hier dargeboten.

Dylans Tourband spielt das alles mit einer lässigen Sicherheit, da ist kein Ton zu viel und keiner zu wenig. David Hidalgo unterstützt das Ganze erneut mit Akkordeon und Fiedel, auf Tempest weniger vordergründig als auf Together Through Life, aber dafür nach meiner Meinung viel effektvoller.

Die Dylanologen dieser Welt mögen gerne darüber philosophieren, ob Tempest nun nach dem Vorbild Shakespeares ein Abschiedsalbum sein soll oder auch nicht. Wenn's nach mir ginge, sollten sie sich lieber an dieser Platte erfreuen. Aber vermutlich ist Dylans Lyrik nicht mehr subtil genug, als das man da noch genug Analysierungswürdiges vorfände. Seine Geschichten sprechen mittlerweile für sich.

Aus meiner Sicht ist die Deluxe Edition von Tempest verzichtbar. Das lückenhafte Büchlein mit Postkarte gibt eigentlich nichts her. Eine Bonus CD mit was auch immer drauf sucht man diesmal vergebens. Wer auch nur halbwegs einen brauchbaren Vinyldreher hat, sollte zur LP greifen. Die ist sehr schön gemacht, 2 saubere Scheiben, zentriertes Mittelloch, glatte Ränder....und die CD ist sowieso auch noch dabei...

Bei meiner Kaufentscheidung entschied die Haptik. Der Klang von LP und CD unterscheidet sich für mich nicht. Offen gesagt, hatte ich auch nicht unbedingt erwartet, dass Sony für das Vinyl ein eigenes Master erstellen würde. Ein Anfangsverdacht, der sich offenbar zu bestätigen scheint...
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5 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einfach großartig,dieser Künstler, 16. November 2012
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Tempest (Deluxe Edition) (Audio CD)
Nachdem ich die Rezension mit dem Titel "laangweilig"gelesen habe,möchte ich das so nicht stehen lassen.Ich erhebe nicht den Anspruch,gute Rezensionen über Musik schreiben zu können,ferner möchte ich nicht mit missionarischem Eifer, oder mit einem Sendungsbewusstsein die Musik von Bob Dylan anpreisen.
Ich will keinen Hehl daraus machen,daß für mich,Bob Dylan einer der ganz Grossen ist und das neue Album "Tempest"als Meisterwerk wieder einmal Geschichte schreiben wird.
Schon alleine die emotionale Lebendigkeit,hervorgebracht durch kohärentes Material und wahnsinnig gute Musiker machen dieses Album zu einem Ereignis.Es ist ein Album,das man in sein Grab mitnehmen möchte!!
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5 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bestes Dylan Album seit Jahren, 1. Oktober 2012
Rezension bezieht sich auf: Tempest (Deluxe Edition) (Audio CD)
Ich bin Dylan-Fan seit Jahren und sage ungern ein schlechtes Wort über ihn, aber das letzte Album (Together through life) hat mich nicht sehr begeister und auch Modern Times hatte nur ein paar gute Songs (z.B. Workinman Blues II). So war ich auch sehr vorsichtig mit meinen Erwartungen an das neue Album, trotz hochlobender Kritik in vielen Zeitungen (war ja bei den anderen Alben auch so). Als ich dann das erste Lied und Video sah, dachte ich mir "okay das hört sich richtig gut an" (Duquesne Whistle). Dann nach ein paarmal durchhören des Albums war ich dann doch wieder enttäuscht. Aber ich hab wohl nicht genau zugehört und es eher nebenbei laufen lassen, denn inzwischen, nach x-mal hören muss ich doch sagen es ist eins der besten Alben seit einer Ewigkeit. Man kann es ohne Probleme durchhören (was nicht oft ist bei CDs inzwischen) und 4-5 Songs sind echt der hammer (Pay in Blood, Duquesne Whistle, Roll on John, Long and wasted years, Scarlett Town)
Also eigentlich wären 4 1/2 Sterne zu vergeben aber das geht ja nicht. Auch seine Stimme ist wieder viel angenehmer als bei den letzten beiden Alben.
Freu mich richtig so ein gutes Album wieder hören zu können und echt auch anderen Leuten empfehlen zu können
Also viel spaß beim hören!!!

Lieblingstrack ist zurzeit "Pay in Blood" ist einfach richtig gut!
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5 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ..........im walzer takt: der untergang der titanic, 10. September 2012
Von 
J. Fromholzer "fromholzer" (berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Tempest (Audio CD)
Ein Klassiker von morgen: "TEMPEST". Der Titelsong, ein Stück wie "Desolation Row", deckt alles andere auf Dylans neuem Album zu. Man konnte mit vielen rechnen, aber nicht damit, dass Dylan die Titanic 14 Minuten lang im Walzer Takt untergehen läßt. Dass Dylan Walzer mag, wissen all diejenigen, die auch (so wie ich) 1995 und 96 viele seiner Konzerte besucht haben. Damals wurden etliche seiner Songs (TO RAMONA, DESOLATION ROW, SHE BELONGS TO ME ........) als Walzer gespielt.

Was ich vermißt habe: eine Deluxe-2CD-Version, die auf der 2. CD ausschließlich Remixes und unterschiedliche Versionen von TEMPEST (die es mit Sicherheit gibt!) bietet.

Das beste Studioalbum seit OH MERCY.

( J. Fromholzer )
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