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27 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Fundiertes und kritisches Finanz-Sachbuch
Was ist eigentlich Geld und wie entsteht es, respektive, woher erhalten eigentlich die Banken ihr Geld?

Das sind die Einstiegsfragen in diese umfassende, fundierte und sehr nachvollziehbar in Sprache und Form Betrachtung der Autoren. Eine Betrachtung, die zwar die Finanzkrisen der letzten Jahre zum Anlass nimmt, aber sich darauf nicht beschränkt , sondern...
Vor 6 Monaten von M. Lehmann-Pape veröffentlicht

versus
57 von 64 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Empören statt verstehen
Zunächst das Positive: das Buch greift ein wichtiges Thema auf – es beschreibt Aspekte der Finanzkrise und der Fehlentwicklungen im Bankenwesen der letzten 5-10 Jahre. Das leistet es kurzweilig und verständlich, ohne Angst vor offenen Worten und klaren Ansagen.
Obwohl ich die Problematik außerordentlich behandelnswert finde und es mich immer...
Vor 15 Monaten von MengKi veröffentlicht


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27 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Fundiertes und kritisches Finanz-Sachbuch, 3. Juni 2014
Was ist eigentlich Geld und wie entsteht es, respektive, woher erhalten eigentlich die Banken ihr Geld?

Das sind die Einstiegsfragen in diese umfassende, fundierte und sehr nachvollziehbar in Sprache und Form Betrachtung der Autoren. Eine Betrachtung, die zwar die Finanzkrisen der letzten Jahre zum Anlass nimmt, aber sich darauf nicht beschränkt , sondern einen weiten, sehr grundsätzlichen Bogen um die Probleme des Geldes und der (böswillig) „ungerechten Verteilung“ desselben schlägt. Was sich phasenweise dann wie ein Thriller liest, bietet sich umfassend gut recherchiert und aufeinander bezogen als ein Bild der Wirklichkeit des Geldes und des Finanzwesens dar, das den Leser nur mehr erschreckt und verärgert zurücklässt.

Nicht ob des Buches, sondern ob der darin geschilderten Erkenntnisse.

Allein schon dem Weg der Finanzwirtschaft nachzufolgen, zu sehen, wie sehr hier „Partys auf Kredit“ in bester Laune gefiert werden und, vor allem, wie sehr die politische Rahmensetzung alle Signale auf „freie Fahrt“ ohne Rücksicht auf Verluste der Bürger gesetzt hat, ist kaum zu glauben.

Allein schon die Einlassungen zu vielfachen Deregulierungen, bis hin zu den „neuen Bilanzregeln“ für Banken lassen gar keinen anderen Begriff als den des „legalen Betruges“ zu, den die Autoren für dieses Vorgehen finden.

Ein Zustand, eine „Wirtschaftsordnung“ deren Perversität sich allein schon darin ausdrückt, dass hier ganz und gar nicht konstruktiv die Wirtschaft, das Wohl der Firmen und der Gesellschaften im Blick steht, sondern nur die reine Vermehrung eines Profits. Und zwar gewusst und gezielt zum Schaden anderer.
„Die Spekulanten profitieren von dem Finanzprodukt, wenn einem das Haus abbrennt. Auf diesem kranken Prinzip basieren zahlreiche Produkte der Finanzbranche“.
Naheliegend ist dann doch, zu vermuten, dass jene Spekulanten, die sich mit entsprechenden Kreditausfallversicherungen eingedeckt haben, so ziemlich jede Schraube versuchen zu drehen, die zum eigenen Erfolg und damit zum Misserfolg des anderen führt.

Ein krankes System ist es, wenn man die Ausführungen der Autoren nachvollzieht und diese spiegelt am kulturellen und gesellschaftlichen Ziel einer Welt, die nicht unbedingt alle gleich versorgen kann und muss, in der aber zumindest Fairnis und Chancengleichheit anzustreben wären. Das Buch öffnet überzeugend die Augen dafür, dass ein konstruktives Miteinander auf diesem Planenten von den entscheidenden Kräften für die Verwaltung und Nutzung der Finanzmittel weder umgesetzt noch angestrebt wird. Und dies geschieht nicht in polemischer Weise, sondern wird von den Autoren sachlich erwiesen und schlüssig argumentiert. Genauso, wie die fundamentale Kritik gegen den Euro sachlich und nicht überzogen im Buch vorliegt. Wie auch die Tatsache, dass auf den Aktienmärkten beileibe kein „freies Spiel der Kräfte“ herrscht, sondern nach Herzenslust Kurse manipuliert werden.

Ein Finanzsystem, dass gezielt und nachweisbar die produktiven Bürger immer höher belastet und sich dort die „Beute“ holt, letztlich einfach gestohlen wird unter Komplizenschaft der Rahmen gebenden politischen Kräfte (in „alternativloser“ Politik, wie es heißt).

„Weshalb wird immer noch nichts geändert? Ganz einfach, weil die Profiteure des Systems alles dafür tun, damit sich nichts ändert“. Und das noch nicht einmal allzu verdeckt, dafür aber sehr erfolgreich, wie das Buch nachweist.

Neben diesem sicherlich erschreckenden, aber fundiert dargelegten Hauptteil der Betrachtungen bieten die Autoren, zum Glück, auch konstruktive Möglichkeiten an, das eigene Kapital sinnvoller zu nutzen und zu schützen, als es über langfristige „Spekulationen“ (wozu auch Riester u.a. gehören) „denen da“ weiter zur Verfügung zu stellen.

Eine klare, verständliche und umfassende Betrachtung einer aktuellen Finanzwirtschaft, gegen die Raubritter des Mittelalters doch recht humane und zahme Gesellen waren. Unbedingt empfehlenswert für ein tieferes Verständnis dessen, was vorgeht und für den Blick auf den Schutz des eigenen Geldes.
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24 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Umfassende Analyse des Finanz-/Geldsystems, 23. Mai 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Den beiden Autoren und Ökonomen M. Weik und M. Friedrich gelang mit dem Buch "Der größte Raubzug der Geschichte" vielleicht das beste und vollständigste Werk zur Finanz- und Schuldenkrise. In verständlicher Sprache werden knapp 900 quellengestützte Fakten verknüpft, um dem Leser ein Gesamtbild über unser Finanzsystem zu vermitteln. Im Vergleich zu anderen "Experten" gehen die Autoren nicht nur auf die Chronologie der Finanzkrise seit 2001 ein, sondern widmen sich der so oft vergessenen Thematik unseres Geldsystems. Ebenso positiv zu bewerten ist die Analyse der Eurokrise, die nicht nur Folge der Finanzkrise ist, denn "[r]ein volkswirtschaftlich gesehen ist der Euro ein absoluter Irrsinn" (S.247). Warum die Aussage: "Der Euro ist gut für Deutschland" nicht stimmt, wird in einem separaten Kapitel erörtert. Wie bereits erwähnt, nähern sich die beiden Ökonomen auch den tieferen und systembedingten Ursachen der immer wiederkehrenden Krisen, dem Geldsystem. Nicht ausschließlich Finanzspekulationen sind verantwortlich für die heute Situation, sondern ebenso die Problematik der (Giral-)geldschöpfung und des Zinssystems, das zudem eine ständige Umverteilung von "Fleißig nach Reich" bewirkt.

Fazit:

Das Buch gibt einen umfassenden Überblick über die derzeitige Krise. In teils sarkastischer und verständlicher Sprache wird dem Leser aufgezeigt, weshalb der Finanzcrash rein mathematisch unvermeidbar ist. Absolut empfehlenswert für jede Zielgruppe!
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57 von 64 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Empören statt verstehen, 30. September 2013
Zunächst das Positive: das Buch greift ein wichtiges Thema auf – es beschreibt Aspekte der Finanzkrise und der Fehlentwicklungen im Bankenwesen der letzten 5-10 Jahre. Das leistet es kurzweilig und verständlich, ohne Angst vor offenen Worten und klaren Ansagen.
Obwohl ich die Problematik außerordentlich behandelnswert finde und es mich immer freut, wenn auch ein allgemeineres Publikum angezielt wird und nicht alles in Fachterminologie ertrinkt, habe ich mich über „Der größte Raubzug der Geschichte“ trotzdem eher geärgert. Warum?
Der Band will offensichtlich nicht orientieren und informieren, sondern Empörung erzeugen. Deshalb fehlen ihm auch einige Dinge, die ein gutes Sachbuch eigentlich benötigt, damit Leserinnen und Leser langfristig damit etwas anfangen können. Wenn man alles gelesen hat, dann ist man zwar irgendwie auf Banker schlecht zu sprechen, kann aber wenig Substanzielles zum Finanzsystem sagen.
Was fehlt diesem Band?
- Ein Literaturverzeichnis (!)
- Ein Glossar der Fachbegriffe
- Eine Zeitlinie oder zumindest eine wie auch immer geartete geordnete Darstellung der Entwicklung und Struktur der Finanzkrise
Eigentlich ist es ein ziemlich schmales Pamphlet, das sich künstlich aufbläht. Dickes Papier lässt den Band gewichtig wirken und ein großzügiger Satz (mit wenig Text pro Seite) ermöglichen einen Umfang von 381 Seiten. Auch die anstrengend unwitzigen Karikaturen nehmen viel Raum ein… Lange Zitate (z.T. bis zu 10 Seiten) helfen auch. Es wird tatsächlich sehr großzügig zitiert. Die Autoren geben dabei jeweils brav ihre Quellen an, aber dennoch ist man ein bisschen erstaunt, seitenweise Artikel aus Zeitschriften und Zeitungen zu lesen. Die Inhalte dieser Artikel hätten jeweils auch kurz referiert werden können – nur wäre der Band dann deutlich dünner ausgefallen. Erfreulich wäre es auch gewesen, wenn wenigstens gelegentlich Fachliteratur eine Rolle spielen würde – aber die Weisheiten der Autoren stammen aus Zeitungen und Fernsehsendungen. Als Quelle für Einzelfakten ist das z.T. ausreichend – aber die größeren Zusammenhänge bleiben auf der Strecke wenn man konsequent jede Stellungnahme von Ökonomen und Finanzwissenschaftlern vermeidet. Ohne Zweifel hat sich die Ökonomenzunft nicht mit Ruhm bekleckert in Bezug auf die Finanzkrise, aber ein paar kritische und umsichtige Geister gibt es in diesem Bereich ja doch.
Irritierend ist, dass der Band zwar von zwei Autoren verfasst wurde, im Text wird aber durchgehend die „Ich-Form“ verwendet. Natürlich soll auch das der Lebendigkeit und Lesbarkeit dienen – ebenso wie die ständig wiederholten Wendungen wie „Ein Schelm, wer Böses dabei denkt“ u.ä. Aber diese ganzen Teaser und Appetitmacher gehen einem mit der Zeit auf die Nerven. Immer wieder wird ein Vorhang aufgezogen und die Autoren brüllen einem ins Ohr „Das hast du noch nicht gesehen – so eine unglaubliche Schweinerei“. Permanent wird einem so vermittelt, wie unglaublich das alles ist und wie haarsträubend. „Jawohl, Sie haben richtig gehört“ kommt mehrfach vor (auch wenn man die Unfassbarkeiten natürlich nicht gehört, sondern gelesen hat).
Das wichtige Anliegen, über Ursachen und Folgen der Finanzkrise zu informieren, geht in alarmistischem Stammtischgeschrei unter. Anstatt dass sie sich einmal intensiv und seriös mit einem Thema wie der der Subprime-Problematik beschäftigen, springen sie gleich weiter zum nächsten Aufreger und der nächsten haarsträubenden Geschichte über Banker-Boni. Natürlich gibt es da vieles, das einen aufregen kann. Aber Aufregung genügt eben nicht. Wenn es um Erkenntnisse zu den Strukturen des Finanzsystems geht (wozu volks- und betriebswirtschaftliches Wissen ebenso gehören würde wie ein solider historischer Hintergrund), dann wird das Autorenduo kleinlaut. Die Lösungsvorschläge sind recht unbedarft: mehr Regulierung in allen Bereichen, staatliche Aufsicht und Begrenzung der Bezüge. Die Politik wird es schon richten (wie das Beispiel der Landesbanken ja auch wundervoll belegt...). Wie und wo das Geforderte umgesetzt werden soll und welche Nachteile oder Vorteile welche Maßnahme im Einzelnen hat, das möchte man offenbar nicht so genau wissen. Auch die konkreten Tipps für Anlagen auf den letzten paar Seiten fallen dürftig aus – den Banken soll man möglichst nicht vertrauen, Gold bzw. Immobilien sind u.U. OK… Alles bleibt aber im Unbestimmten, weil man vor allem eins will: Empörung erzeugen und Angst machen.
Und die Autoren verdienen mit der Angst der Menschen wohl ganz gut. Sie werben offensiv für ihre eigene Firma, die Beratungen zur „Vermögenssicherung“ anbietet. Deren Homepage lohnt einen Besuch, da man dort mitbekommt, wie einfach es ist, Plattitüden in Geld zu verwandeln.
Es gibt meiner Meinung nach einige gute Veröffentlichungen zur Finanzkrise, die sachlicher und kritischer sind. Man kann Max Ottes „Der Crash kommt“ lesen, Rajans „Fault Lines“, den Band „Kasino-Kapitalismus“ von Sinn oder sogar das reißerische SPIEGEL-Buch „Billionenpoker“. Jedesmal wird man am Ende besser orientiert und gründlicher informiert über die Probleme reden können. Sogar der Film „Let’s make money“ hilft weiter.
Aber dieses Buch von Weik und Friedrich ist nur sinnvoll, wenn man sich ärgern will, nicht wenn man etwas begreifen möchte.
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209 von 237 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Endlich!, 6. Juli 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
***** JUNI 2014 *****

DAS NEUE BUCH Der Crash ist die Lösung: Warum der finale Kollaps kommt und wie Sie Ihr Vermögen retten DER BEIDEN AUTOREN IST VERÖFFENTLICHT - ABSOLUT EMPFEHLENSWERT! JETZT SCHON EIN BESTSELLER UND DAS VÖLLIG ZURECHT. ICH HABE ES SCHON AUSFÜHRLICH REZENSIERT.

***** INFO APRIL 2014 *****

ES GIBT DAS BUCH NUN ALS AKTUALISIERTES UND ÜBERARBEITETES TASCHENBUCH für 9,99 Euro

___________

Endlich, weil Ich lange nach einem Buch wie diesem gesucht habe!
Es ist ein rein faktenbasiertes Buch und fast schon ein Lexikon zur Finanzkrise.
Sozusagen ein Guide zur Krise.

Am Anfang war ich wegen des reißerischen Titels eher skeptisch, aber da es in den Rubriken Finanzbücher und Business und Karriere eine sehr gute Platzierung hat, habe ich es doch gekauft und bin begeistert. Wenn man das Buch dann gelesen hat, gibt es auch kein passenderen Titel als der größte Raubzug der Geschichte, denn es ist tatsächlich der größte Raubzug der Geschichte der gerade vor unseren Augen abläuft.

In diesem umfassenden und überraschend unterhaltsam geschriebenen Buch ist alles enthalten.

Es sind eigentlich mehrere Bücher in einem:

1. Geldtheorie: Es wird anschaulich und deutlich erklärt was Geld ist und wie Geld heutzutage geschaffen wird (aus dem Nichts)
Dies wurde mir seltsamerweise in meinem Studium nicht erklärt wobei es eigentlich so essentiell ist.
Richtig und wichtig finde ich das Zitat im Buch von Henry Ford: Würden die Menschen das Geldsystem verstehen, hätten wir eine Revolution noch vor morgen früh.
Und in diesem Buch wird das Geldsystem einfach und für jedermann verständlich erklärt.

2. Die Gründe und die Entstehung der Finanzkrise wird akribisch beschrieben und detailliert aufgegliedert.
Egal ob USA, HRE, PIIGS oder Commerzbank. Nichts wird ausgelassen und zum ersten Mal wird aus den einzelnen Nachrichtenfetzen die einem die letzten Jahre in Randnotizen in der Tagespresse,
in der Tagesschau oder im Internet begegnet sind ein komplexes aber deutliches Bild.
Die Autoren haben es geschafft, ein sehr schwieriges und hochkomplexes Puzzle zusammenzufügen, so dass man nun das Gesamtbild erkennen kann.

3. Die Situation in der wir uns nun befinden und was uns noch erwartet wird erschreckend genau beschrieben und es trifft leider fast täglich ein. Die Autoren sind bestimmt keine Hellseher, sondern
nehmen einfach die verfügbaren Quellen und zählen 1 und 1 zusammen.

4. Alle Investmentmöglichkeiten werden erläutert und erklärt mit Vor- und Nachteilen - ohne Beschönigungen.

5. Die Autoren vertreten ein nachvollziehbares und deutliches Fazit auf das jeder nun selber kommt wenn er dieses Buch gelesen hat. Schon deshalb weil es sich aus der aufgezeigten Faktenlage nicht anderes entwickeln kann. Sie schreiben wie es ist: Tacheles. Legen auch gerne den Finger in die Wunde und nehmen kein Blatt vor den Mund. Das wirkt erfrischend!

Ein absolutes Alleinstellungsmerkmal des Buches ist die schier unendliche und unglaubliche Faktensammlung wie ich sie zuvor noch nicht gesehen habe aber mir immer gewünscht habe.

Sehr gut gefällt mir die Matrix in der gezeigt wird, wie sich verschiedene Investments (Immobilien, Aktien, Lebensversicherungen etc.) in den unterschiedlichen Wirtschaftszyklen entwickeln aufgrund der Erfahrungen aus der Vergangenheit. Insgesamt beziehen sich die Autoren immer auf die Vergangenheit und bezeichnen diese als einen "guten Ratgeber". In die Zukunft blicken kann niemand aber zurück schauen können wir alle, wieso also nicht daraus lernen.

Dieses Buch gehört ab sofort in meiner TOP 5 Liste, denn es ist durch seinen ungewöhnlichen, erfrischenden Stil leicht zu lesen ' schwere Kost leicht zu verdauen. Für mich ein wichtiges Buch ' ein kleines Meisterwerk. Toll!

UPDATE Frühjahr 2013:

Ich habe noch nie ein Buch gelesen, daß mir so nach gegangen ist. Jeden Tag muß ich an das Buch denken. Und zwar ungewollt. Denn entweder kommt im Radio oder TV etwas zur Krise und ich denke "Ja, stand so auch in dem Buch".
Ich habe das Buch jetzt nochmals gelesen. Immer noch extrem spannend, wieder viel neues entdeckt und ins Gewissen gerufen. Erschreckend, daß vieles schon Realität ist was die beiden Autoren geschrieben haben.

Die Enteignung der Bankkunden in Zypern ist nur ein weiterer Puzzlestein den die beiden Autoren folgerichtig prophezeit haben.
Im Fazit auf Seite 333/334 prophezeien die beiden Autoren folgerichtig: "Eine weitere Bankenrettung kann nur noch auf Kosten der Allgemeinheit geschehen."....."Die Übeltäter - Banken und Versicherungen - werden geschützt, gedeckt und von den Politikern und Notenbankchefs weltweit unterstützt."......"Bedenken Sie: Bevor der Staat pleite geht, wird er alle, aber auch alle Register ziehen, um den Staatsbankrott so weit wie möglich hinauszuzögern bzw. auf Sie abzuwälzen. Dies hat er in der Vergangenheit immer getan, und dies wird er auch in der Zukunft tun."

Leider haben sie mit allem bis jetzt recht behalten. Erschreckend!
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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Was geschieht mit den Verlierern, jenen die nicht so clever sind?, 7. Januar 2014
Von 
Winfried Stanzick (Ober-Ramstadt, Hessen Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
Dass die massiven Schulden der Staaten dieser Welt, vor allem aber der USA, Japans und der Staaten in der EU, die sich in den letzten 20 Jahren nicht nur durch die diversen Finanzkrisen aufgetürmt haben, letztlich nur dadurch abgebaut werden können, indem durch niedrige Zinsen und Inflation das Kapital des kleinen Mannes vernichtet wird, während die großen Vermögen noch wachsen, diese ökonomische Weisheit haben schon in der Vergangenheit kritische Ökonomen verbreitet, leider ohne großen Nachhall bei der Mehrheit der Bevölkerung.

Die ist weiter auf die Renditeversprechungen der Banken mit ihren zweifelhaften Anlagenprodukten hereingefallen, und so mancher hat seine Rücklagen, die er für sein Alter angespart hatte, ganz oder teilweise verloren. Wer eine Rendite von mehr als 2-3 Prozent in den letzten Jahren für sicher gehalten hat, hat wenig Klugheit bewiesen, sondern nur seine Gier. Denn die gibt es nicht nur bei den Großen und Reichen.

Dennoch sind es die einfachen Bürger und der Mittelstand, die seit einigen Jahren auch ohne sich auf gewagte Spekulation einzulassen, vor der immer schneller werdenden Vernichtung ihrer Rücklagen stehen, wie die beiden Autoren des vorliegenden Buches überzeugend nachweisen.

Ihr zum Bestseller avanciertes Buch „Der grösste Raubzug der Geschichte“ ist eine gerade auch für Laien sehr verständliche, mit überaus reichem Material versehene Einführung in die Geschichte des Geldes und die Funktionsweise der Finanzmärkte und ihre Ungerechtigkeit.

Das Buch versucht, verunsicherten Anlegern Antworten zu geben und bewertet die verschiedenen Produkte der Finanzindustrie. Den Anlegern geben sie den Rat, ihre Finanzen in Realgüter umzuschichten. Das ist übrigens etwas, was die Reichen schon seit Jahrzehnten begriffen haben. Wer sonst ist für die drohende Immobilienblase in unseren Großstädten verantwortlich?

Das Buch besticht durch seinen systematischen Aufbau, durch verständliche Sprache und übersichtliche Gliederung. Es wäre an der Zeit, dass die sich kritisch gebenden Magazine der Fernsehsender solche kritischen Bücher zur Kenntnis nehmen und in ihren Beiträgen entsprechend würdigen.

„Jede Krise hat auch ihre Chance. Sorgen Sie dafür , dass Sie nicht zu den Verlierern gehören.“ Das ist der Rat der Autoren. Doch was , erlaubt sich der Rezensent zu fragen, geschieht mit den Verlierern, jenen die nicht so clever sind?
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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen damit wir es alle verstehen, 25. April 2014
Von 
Tilman Schneider "tilmandamon" (aalen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Die Finanzwelt ist in arger Schieflage und mit den ganzen Nachrichten, Meldungen, Begriffen, Fachdiskussionen und der Eurokrise ist man insgesamt eher verwirrt, verunsichert und besorgt. Mit diesem Buch kommt Licht ins Dunkel. Die beiden Autoren haben eine Art zu schreiben, dass man auch als Laie versteht um was es geht und so manches Puzzleteil fügt sich endlich zu einem Ganzen. Es ist kein typisches Sachbuch, dass mit trockenen Fakten und Statistiken daher kommt, sondern ein Fachbuch über das wohl wichtigste Thema unserer Zeit und das noch auf eine lockere, verständliche und teilweise auch humorvolle Art geschrieben. Sehr zu empfehlen auch für Schüler und Studenten die sich mit den Themen der Finanz- und Wirtschaftswelt auseinander setzen müssen und hier dient das Buch gar als Nachschlagewerk für Fachbegriffe.
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Pflichtlektüre!, 30. Mai 2014
Die Autoren Matthias Weik und Marc Friedrich möchten dem Leser mit "Der größte Raubzug der Geschichte" "eine spannende Reise in die Welt des Wahnsinns, der Lügen, des Betrugs und der größten Kapitalvernichtung, die die Menschheit je erlebt hat" bieten, wie es im Vorwort heißt. Sie wollen weiter darlegen, dass die Wirtschaftskrise 2008/2009 keinesfalls über uns hineingebrochen ist, sondern das Resultat eines kaputten und kranken Wirtschafts- und Finanzsystems darstellt. Sie stellen außerdem fest, dass sich seit und infolge der Krise nahezu nichts geändert hat und heutzutage auf den Finanzmärkten die "Party schon wieder in vollem Gange ist".

Auf 381 Seiten, inklusive eines umfangreichen Quellenverzeichnisses, behandeln die Autoren in 43 teils kurzen Kapiteln nahezu alle Themen, die von Relevanz sind, sei es das Geldsystem, die amerikanische Immobilienkrise, das Schattenbankensystem, die Eurokrise, die Verschuldungsproblematik, exponentielles Wachstum, die Profiteure der Krise und vieles mehr. Dabei werden die klar formulieren und fundierten Ausführungen durch viele Karikaturen, Abbildungen oder Zitate aufgelockert und illustriert.

Unter anderem erfährt der Leser, wie Banken Geld aus dem Nichts schöpfen, was eine Kneipe und die US-Subprimekrise gemeinsam haben, wie mangelhaft die weltweite Bankenregulierung nach wie vor gestaltet ist und was man dahingehend anders machen könnte und müsste. Weiter beschreiben die Autoren, warum die Euro-Rettungsschirme nicht funktionieren, der Zinseszins uns den Wohlstand raubt, die Rente nicht sicher ist und ein exponentielles Schuldgeldsystem zwingend früher oder später zum Kollaps führen muss. Gleichzeitig rechnen die Autoren in sehr deutlicher Sprache mit der EZB, den Eurorettern sowie der derzeitigen Bundesregierung ab und weisen auf die besorgniserregenden Verstrickungen zwischen Politik und Banken(-lobby) hin. Positiv hervorzuheben sind die Investmentinformationen und -hinweise am Schluss des Buches.

Insgesamt haben die Autoren Weik und Friedrich mit diesem Buch ein gut recherchiertes und kurzweiliges Überblicks- und Nachschlagewerk vorgelegt und können sich zurecht rühmen, das volle Spektrum der Problematik zu erfassen und zu behandeln. An der einen oder anderen Stelle geschieht dies verständlicherweise zu Lasten der inhaltlichen Tiefe, teils hätte sich der Rezensent ein längeres Verweilen bei bzw. Ausführen der Themenbereiche gewünscht. Auch fehlt dem Buch teilweise ein durchgängiger roter Faden bzw. ein insgesamter theoretischer Überbau. Die in den Augen des Rezensenten zentralen Themen des Zinseszins, des Giralgeldes und des exponentiellen Wachstums werden leider etwas kurz abgehandelt und hätten direkter, deutlicher und ursächlicher mit der Krise in Finanz- und Wirtschaftssystem in Zusammenhang gebracht werden können und sollen.

Für wen ist dieses Buch geschrieben?
Meiner Meinung nach richtet sich dieses Buch an den "interessierten Laien", was keinesfalls abwertend gemeint ist. Dieses Buch ist bewußt in einfacher, deutlicher und teils pointierter Sprache verfasst und für jeden regelmäßigen Zeitungslesenden verständlich und sehr informativ. Viele Themen werden in den zahlreichen Kapitels abgedeckt und laden zur weiteren Recherche ein. Dies ist kein Buch, das durch übertriebenes Fachchinesisch den Leser ermüdet, eher weckt es das Interesse und den Willen mehr zu erfahren.

Entsprechend ist dieses Buch für mich eine eindeutige Leseempfehlung!
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Das Buch öffnet Ihnen die Augen, 3. Februar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ich habe das Buch ausschließlich auf Empfehlung gekauft, vom Cover und der Beschreibung her hätte ich es mir wahrscheinlich nicht gekauft.

Seiten, die fesseln. Unglaubliches wird erklärt, darunter die weitreichenden Ursachen der Entstehung von Blasen und Finanzkrisen und deren verheerender Folgen. Ich habe das Buch mit außerordentlichem Interesse gelesen, manchmal kommt man aus dem Kopfschütteln gar nicht mehr heraus. Vorkenntnisse sind fast keine erforderlich, Fachvokabular wird im Laufe der ersten Seiten anschaulich und leicht verständlich erklärt. Die außergewöhnlich vielen Quellen machen eine selbstständige und detaillierte Aufbereitung des Themas und weiterführende Recherchen möglich.

Beim Thema Griechenland und Eurozone aber verlieren die Autoren ihren sonst so bemerkenswerten objektiven Schreibstil, sie rutschen stark in die subjektive Schiene ab, schnell gleichen die Inhalte Stammtischpropaganda. Das hängt aber unter Umständen auch mit der mangelnden Aktualität zusammen, denn zum Beispiel werden aktuelle Entwicklungen nicht erwähnt, Statistiken sind veraltet. So werden manche Argumentationszüge entkräftet, verlieren an Schlagkraft. Dies betrifft aber nur ein oder zwei Kapitel, ist also nicht so tragisch.

FAZIT: Absoluter Kauftipp, auch als Einstiegslektüre für Laien (wie mich) ideal.
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14 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Der Raubzug der Bankster - Ein Handbuch ökonomischer Anklagen, 24. April 2014
Es ist ein Bestseller geworden, der "Grösste Raubzug der Geschichte", das Buch der Autoren Matthias Weik & Marc Friedrich", das 2012 in einem kleinen Verlag mit einer Erstauflage von 1.000 Exemplaren erschien und in kurzer Zeit zum "erfolgreichsten Finanzbuch 2012" wurde. Nun erscheint es als Taschenbuch und hat gute Aussichten auf weitere gute Auflagen. Eine Rezension mit dem Fazit des Buches zu beginnen, mag ungewöhnlich erscheinen, in diesem Fall dient das Fazit der Einordnung: Die Täter des Raubzuges werden dort summarisch genannt: "Die Finanzindustrie mithilfe der Politik und der Notenbanken" und die Leser-Zielgruppe auch: "Schützen Sie Ihren Wohlstand! Jetzt ist es entscheidend, das persönliche Vermögen zu sichern." Es ist der Mittelstand, an den sich die Autoren wenden, sie schreiben im Wesentlichen für jene, die noch was haben, das sie anlegen können. Obwohl das Buch weiß und benennt, das "25 Prozent der Bevölkerung gar kein Vermögen mehr (haben)" oder überschuldet sind.

Auch wenn sich der "Raubzug" an nicht wenigen Stellen wie ein Ratgeber zur Rettung von kleinen Vermögen liest, ist er doch zugleich eine Arbeit der Analyse und der Enthüllung, der nicht selten überraschenden Details und des spannenden Rückgriffs in die Geschichte der Finanzkrise, die bis heute anhält und trotz aller Beschwörungen und Beschwichtigungen - jüngst erst mit der Emission griechischer und portugiesischer Staatspapiere - als Zeitbombe immer noch tickt und jederzeit erneut explodieren kann. Von der Entfesselung der Finanzmärkte durch Margret Thatcher: "Lasst uns die Regeln wegwerfen, die den Erfolg bremsen!" Über den Beginn der deutschen Krise, die von den Autoren in Wilmington USA verortet wird, jener Briefkasten-Ansammlung im US-Bundesstaat Delaware, in dem auch die Bayern LB 1998 eine "Zweckgesellschaft" gründete, die eigentlich unter den Straftatbestand "Bilanzfälschung und Steuerhinterziehung" hätte fallen müssen. Bis zur Gründung der ersten deutschen Bad Bank, der "Hypo Real Estate (HRE)", auf Anregung von Josef Ackermann gegründet und von Kanzler Schröder, Wirtschaftsminister Clement und Finanzminister Eichel freundlich begleitet. Es ist genau jene Bank, die den Steuerzahler später, im Rahmen einer sogenannten Verstaatlichung Milliarden Euro kosten sollte und deren Kauf Oskar Lafontaine damals als "Veruntreuung" durch die Regierung wertete.

Aus einem Meer von Informationen und Fakten tauchen im "Raubzug" immer wieder dunkle Monster auf wie jenes, dass die Merkel-Garantie für angeblich "sichere Sparanlagen" nirgendwo gesetzlich verankert ist. Oder es treibt der unheimliche Jörg Asmussen vorbei, mal in der Rolle als Referent bei Eichel oder Steinbrück, als Aufsichtsrat der Schlüsselbank KfW oder als Formulierer jener Passagen im schwarz-roten Koalitionsvertrag von 2005, der den Finanzmarkt von "überflüssigen" Regulierungen befreien sollte. Aber manchmal strandet im Buch auch grober Unfug am Rande der Analysenflut. So, wenn die Autoren die Verstaatlichung diverser Banken für "Die Rückkehr des Kommunismus" ausgeben, obwohl Weik und Friedrich belegen, dass die Gewinne privatisiert und die Verluste sozialisiert werden, also ein Akt vollzogen wird, der nur den herrschenden Kapitalismus stärkt. Genau hier, im Mangel an politischen Kenntnissen liegt die wesentliche Schwäche des Buches.

Diese Schwäche wird teilkompensiert, wenn zum Beispiel im Kapitel "Was wurde aus der Krise gelernt?" die Frage mit einem kühlen und gut belegten "Nichts" beantwortet wird. Zum Beispiel wenn bewiesen wird, dass im Ergebnis der Finanzkrise größere Banken entstanden sind, die natürlich "too big to fail" sind, zu groß also, als dass die Staaten sie fallen lassen könnten und sie so zu "Versicherungsunternehmen" der Finanzindustrie werden. Die Frage nach dem Verbleib der Finanztransaktionssteuer wird genauso gestellt, wie die Rente mit 54 enthüllt wird für den früheren Co-Chef der Deutschen Bank, Michael Cohrs, der sich sein Früh-Rentnerdasein mit einer Wohnung für 11,5 Millionen Dollar versüßt. Man darf sicher sein, dass solche wie Cohrs Befürworter der Rente mit 67 sind, nur nicht für sich selbst. In einem vernichtenden Kapitel über "Experten" zitieren die Autoren grausige Sprüche: "Die Finanzkrise wird aus heutiger Sicht keine großen Auswirkungen auf die Struktur privater Banken in Deutschland haben (Dezember 2007, Frank Mattern von der Unternehmenberatung McKinsey)" - "Aus der Finanzkrise ergeben sich keine unmittelbaren Risiken für die Haushaltsplanung (Oktober 2008, Peer Steinbrück)" - Ebenso schlau waren die "Wirtschaftsweisen", die sich im November 2007 sicher waren, dass eine Rezession nicht drohe.

In weiten Teilen liest sich das Buch wie eine Klageschrift gegen das System. Allerdings fehlt ihm die politische Konsequenz daraus, die ja ganz sicher nicht in einer Besserung des Kapitalismus liegen kann. Denn seine Profitorientierung reproduziert - völlig unabhängig von moralischen Kategorien wie Gier - Tag für Tag jenes Desaster, das sich Weltwirtschaft nennt und zu den bekannten Arm-Reich-Verhältnissen führt, zur Vernichtung lebendiger Arbeitskraft zugunsten der virtuellen Finanzwirtschaft: "80 Prozent der Deutschen mussten in den vergangenen Jahren bereits reale Einkommensverluste hinnehmen - Tendenz steigend!", wissen die Autoren zu schreiben. Und auch: "Zehn Prozent der Deutschen besitzen mehr als 67 Prozent des Gesamtvermögens." Trotz solcher Erkenntnisse werden im Buch Agenten der Versicherungswirtschaft wie Bernd Raffelhüschen zur Renten-Zukunft zitiert, der in der Rentenfrage zum Beispiel die Zuwanderung ausblendet, um nur ja private Zusatzversicherungen zu verkaufen. Bei aller System-Enthüllung vermisst man jene politische Dimension, die über die Anklage hinaus in die Veränderung weist. Außer man wollte die empfohlene Anlage in Immobilien bereits als einen Schritt zum System-Wechsel begreifen. Aber die Autoren sind noch jung, das nächste Buch kann ja den nächsten Schritt tun.
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Seien Sie froh, dass Sie keine Negativzinsen zahlen müssen. Zumindest nicht direkt. Noch nicht., 3. Oktober 2014
Man kann das Buch polemisch und heischend nennen oder verständlich und auch für Laien und Jugendliche gut lesbar, je nach Auslegungspräferenz. Unabhängig davon ist es eine spannende Chronologie der Ereignisse, die die muntere Achterbahnfahrt der Finanzmärkte vor dem Abbiegen in die 90 Grad Abwärtskurse für Normalverdiener beeinflusst hat.

Eines der hervorhebenswertesten Elemente des Textes ist die Idee, am Zeilenrand die Kernthesen nochmals aufzuführen, was der Merkbarkeit und dem schnellen Überlesen einen guten Dienst erweist. Könnte durchaus auch für andere, zu theoretische populärwissenschaftliche Werke in Erwägung gezogen werden, da Menschen, die eher nicht zu Literaturfetischisten gehören, dadurch Berührungsängste verlieren.

Faszinierend wie sich die Wirtschaftsgeschichte nach dem Schema zu schnell zu neu eingeführter und überbewerteter Technologien immer wiederholt und Ökonomen und Politik als unbelehrbar darstellt. So kam es im 19 Jahrhundert im Zuge des Eisenbahnbaus zu wahnwitzigen Spekulationen, die denen der beginnenden Automatisierung in den 1930 Jahren um nichts nachstand. Die Konsequenzen sind bekannt. Nur war die aktuelle Krise 2008 kein Kollaps großer Teile des Finanzsystems wie bei den Zusammenbrüchen in den Jahrhunderten davor, sondern nur die Implosion einer Facette eines maßlos aufgeblasenen Finanzmolochs. Nur die Immobiliensparte allein genügte, das gesamte Kartenhaus ins Wanken zu bringen und was ist diese schon im Vergleich zu den größten Börsenplätzen der Welt, den führenden Volkswirtschaften und deren Staatsanleihen, allen Arten von neuen Medien, Internet und allen Spielarten von Informations- und Datenhändlern, die keinerlei nennenswerten Mehrwert, Produkte oder Dienstleistungen erbringen und mit Billionen Euro an den Börsen notieren. Was ist wenn einer oder mehrere dieser wirklich systemrelevanten Faktoren einknicken?

Den Goldstandard aufzuheben und damit den Urknall unverschämt enthemmter Notenbankdruckerei Tür und Tor zu öffnen kann als einer der Grundsteine der Misere betrachtet werden. Obwohl sich nicht einmal mit rund um die Uhr heißlaufenden Druckpressen die zigfachen digitalen, fiktiven und niemals in echtem Geld auszahlbaren Werte erschaffen lassen, die auf den Weltmärkten kursieren. Ein realer physischer Schein gegen eine unbesiegbare haushohe Übermacht von aus dem Nichts, ohne reale Werte im Hintergrund erschaffenen Fantasiegeld. Das ist unser Wirtschaftssystem.

Unterstützt wird es durch eine willfährige Politik, deren Prämisse die bedingungslose Erhaltung und Ausbauung des bestehenden Systems ist. Als kleines Beispiele sei empfohlen, das inflationsbereinigte Steigen der Löhne innerhalb der letzten Jahrzehnte zu beobachten, sofern man es als erster irgendwo findet, dann winkt vielleicht der Wirtschaftsnobelpreis. Oder man beobachtet das Feilschen und Zaudern um jede Million wenn es um Sozialleistungen geht, während dreistellige Milliardenbeträge für Bankenrettungen, Rettungsschirme und andere Stabilitätsmaßnahmen geschwind über Nacht bewilligt werden. Hochkompetente Herren, bei denen es auch Vorkommen kann, dass sie im Dienste der Wirtschaft stehen, arbeiten diese mitunter telefonbuchdicken, komplizierten Konzepte aus, die den Volksvertretern vorgelegt und binnen gewisser Fristen bewilligt werden müssen. Denn sonst droht der Kollaps.

Ganz im Sinne der Sozialisierung der Verluste und der Privatisierung der Gewinne werden den, für die Begriffe von Normalsterblichen schwerkriminellen Verursachern und Profiteuren des Debakels, mit dringend für Menschen, Umwelt und Infrastruktur benötigten Steuergeld noch mehr Risikokapital zur notdürftigen Flickerei ihrer größenwahnsinnigen Finanzkonstrukte in den Rachen geworfen. Und mit frisch gestärkten Hauptakteuren beginnt das Spiel von neuem.
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