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31 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Grandios
Sehr wahrscheinlich sind es die persönlichen dramatischen Ereignisse zu dieser Zeit im Leben der Romy Schneider, die diesem Film - ihrem letzten -für viele eine so besondere Bedeutung geben.
Gerade deshalb wirkt das bewegende Zusammenspiel mit einem halbwüchsigen Jungen, so kurz nach dem tragischen Tod des eigenen Sohnes der Schauspielerin, auf den...
Veröffentlicht am 3. August 2006 von Al Mo

versus
5 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Extrem rührselig!
Eine extrem rührselige Geschichte umrahmt einen Akt von Selbstjustiz; aber es hat eh nur einen alten Nazi erwischt, da kann man schon mal ein oder auch beide Augen zudrücken! Kein Klischee wird ausgelassen. Versprochen!
Veröffentlicht am 5. Februar 2011 von Francesco


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31 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Grandios, 3. August 2006
Von 
Al Mo - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: ROMY SCHNEIDER-SPAZIERGÄNGER (DVD)
Sehr wahrscheinlich sind es die persönlichen dramatischen Ereignisse zu dieser Zeit im Leben der Romy Schneider, die diesem Film - ihrem letzten -für viele eine so besondere Bedeutung geben.
Gerade deshalb wirkt das bewegende Zusammenspiel mit einem halbwüchsigen Jungen, so kurz nach dem tragischen Tod des eigenen Sohnes der Schauspielerin, auf den Zuschauer so ergreifend und gleichzeitig bedrückend. Bereits im Vorfeld macht sich da beim Zuschauer eine erwartungsvolle Stimmung breit und diese wird nicht enttäuscht. Gewöhnungsbedürftig bei der deutschen Fassung ist allerdings die Synchronstimme der Schneider - da der Film seinerzeit in französischer Sprache verfilmt wurde, war eine Synchronisation der deutschen Fassung im Originalton der Schneider durch ihr plötzliches Ableben kurz nach Beendigung der Dreharbeiten zu diesem Film nicht mehr möglich. Das wirkt dann im ersten Moment ein wenig befremdlich.
Doch abgesehen davon, ist der Film an sich sehr ansprechend und besticht durch gute Darsteller, anspruchsvolle Handlung und ein gutes Drehbuch. Herausragend ist sowohl die Darstellung der Schneider und Michel Piccoli.
Das Zusammenspiel von Schneider/Piccoli ist wie immer sehr stimmig - fast hat man das Gefühl, ein reales Paar zu erleben. Die Zerbrechlichkeit der Schneider wirkt neben der kraftvollen, "bärigen" Erscheinung von Piccoli fast mit Händen greifbar und bietet so den perfekten Rahmen für diese sensibel und spannend erzählte Geschichte. Eingebettet in eine interessante Story und umgeben von stimmungsvoller Musik beginnt so die Zeitreise in das vermutlich dunkelste Kapitel deutscher Geschichte des letzten Jahrhunderts. Hier ist die Kombination aus Drama, Krimi und Liebesgeschichte vor geschichtlicher Kulisse wirklich ausgezeichnet gelungen. Der Aufbau des Films ist in Rückblenden erzählt und klar strukturiert.
Mit Sicherheit einer der besten Filme mit Romy Schneider. Ein Teil des Mythos um Romy Schneider, weil es eben auch ihr letzter ist. Gleichzeitig steht "Die Spaziergängerin von Sans-Souci" als Mahnmal für vergangene historische Ereignisse und ergreift den Zuschauer besonders durch sein bitteres Ende. Vergangenheit ist ja auch immer ein Stück Gegenwart. Selten hat mich ein Film so berührt und betroffen gemacht. Insbesondere der Ausgang des Filmes verleiht ihm eine so besondere Note und hebt ihn meiner Meinung nach von der Vielzahl vergleichbarer Filme über das Naziregime und den Antisemetismus ab. In jeder Hinsicht absolut empfehlenswert.
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16 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der letzte Vorhang, 20. April 2010
Von 
Joerg Dittmann "joedittmann" (Sylt) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Spaziergängerin von Sans-Souci (DVD)
Noch einmal, ein letztes Mal Romy Schneider, und es wurde zu einer ihrer besten darstellerischen Leistungen. Zur Vorgeschichte muss man wissen, dass ihr Sohn David wenige Monate vor Drehbeginn bei einem tragischen Unfall ums Leben kam. Der Film war zu diesem Zeitpunkt schon geplant, doch schien die Produktion zu platzen, und die Produktionsfirma hatte erstens Verständnis dafür und zweitens bestehen für Fälle dieser Art Versicherungen. Wie sich der Produzent Artur Brauner erinnert, war es Romy Schneiders ausdrücklicher Wunsch, diesen Film - wenngleich mit ein wenig Verspätung - doch noch zu machen. Während der Dreharbeiten wurde die Presse von Romy Schneider ferngehalten. Natürlich wollten alle Interviews. Aber so selbstquälerisch war sie dann wohl auch nicht. Romy Schneider spielt zwei unterschiedliche Frauen, keine eigentliche Doppelrolle, zwei völlig verschiedene Charaktäre. Das schafft sie brilliant. In dem Film wirkt sie überaus authentisch, insbesondere bei den Begegnungen mit dem Jungen "Max", der sie mit Sicherheit an ihren David erinnert hat. Ihre Tränen wirken echt, und es muss für sie, die eigentlich eine zerbrechliche Frau war, eine ungeheure Anstrengung gewesen sein, gerade diese Szenen zu spielen. Sie nähert sich dabei sehr dem "Method-Acting". Ob es wirklich - wie manche behaupten - vorgesehen war, die Rolle des Max mit David zu besetzen, das wird sich wohl nie klären lassen. Fakt ist aber, dass Romy Schneider wenige Monate nach Beendigung der Dreharbeiten starb, an "gebrochenem Herzen" vielleicht, wenn es das gibt, oder an Medikamenten, Alkohol, darüber kann man viel spekulieren, vielleicht ist der Gebrauch von Medikamenten manchmal auch gerade Ausdruck von "gebrochenem Herzen", wenngleich das etwas nach Melodramatik schmeckt. Immerhin, es war Romys letzter Vorhang. Vielleicht nicht ihr bester Film, aber der intensivste.
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16 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Grandiose Romy Schneider in ihrem besten ...und letzten Film, 5. November 2005
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: ROMY SCHNEIDER-SPAZIERGÄNGER (DVD)
Der letzte Film von Romy Schneider ist meines Erachtens ihr Bester.
Der Film erzählt die Geschichte von Max, einem Jungen der seine Kindheit in Nazideutschland verbringt, dessen Vater die Nazis vor seinen Augen töten. Elsa Wiener und ihr Mann nehmen den Jungen bei sich auf und müssen bald selbst um ihr Leben fürchten.
50 Jahre später holt die Vergangenheit Max wieder ein. Eine schicksalhafte Begegnung mit einem Nazimörder bringt seine Vergangenheit in das Licht der Öffentlichkeit.
Dieser Film hat mich sehr bewegt. Für mich ist die Wirkung dieses Filmes auf mich kaum ausdrückbar. Er ist eine Mahnung an die Geschichte.
Romy Schneider spielt die Rolle der Elsa Wiener grandios. Sie hat uns ein gutes Vermächtnis hinterlassen. Den Schmerz, den sie spielt wirkt so echt und ungespielt. Wenn sie in die Augen des kleinen Max schaut, meint man sie schaue in die Augen ihres verlorenen Sohnes.
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Romy Schneider - wie immer 1 A, 5. Februar 2005
Von 
UweB "-" (Berlin, Berlin Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Welch grandiose Schauspielerin Romy Schneider war, macht ihr letzter Film noch einmal klar.
Es handelt sich um einen Film-im-Film, der eine zutiefst traurig-dramatische Begebenheit in der Nazi-Zeit und einen Racheakt danach beschreibt - Gerechtigkeit, Schuld thematisiert.
Romy Schneider spielt an der Seite von Michel Piccoli, mit dem sie auch in anderen Filmen arbeitete. Leider wurde sie synchronisiert, weil sie das wohl nicht mehr selbst machen konnte.
Diese Arbeit hatte ihr nach dem Unfalltod ihres Sohnes, dem der Film gewidmet ist, viel Kraft abverlangt - aber es hat sich gelohnt.
Ein ergreifender, schöner Film mit einer wunderschönen und talentierten Romy Schneider, die zurecht zweimal mit dem französichen Oscar "CESAR" in ihrer Wahlheimat Frankreich ausgezeichnet wurde.
Neben "Abschied im Dunkel/Das alte Gewehr" einer der bewegensten Filme dieser grandiosen Frau. Hier wird wahre Schauspielkunst gezeigt.
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4.0 von 5 Sternen Antifaschistisches Melodram, 15. August 2007
Von 
Wolfgang Stroebl (Österreich) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: ROMY SCHNEIDER-SPAZIERGÄNGER (DVD)
"Die Spaziergängerin von Sans-Souci" ist eines aus der Reihe der antifaschistischen Melodramen der Romy Schneider - neben "Le train" und "Abschied in der Nacht".
Trotz der aufrechten Gesinnung des Films halte ich ihn - im Gegensatz zu anderen Rezensenten - keineswegs für einen der besten der geschätzten Schauspielerin. Natürlich berührt ihr bereits gezeichnetes Gesicht in diesem ihrem letzten Film; geradezu gruselig wirkt die Szene, in der Romy Schneider als Elsa, gedämpft von Alkohol und Tabletten, auf ihrem Bett dahindämmert. Dennoch finde ich es problematisch, Privates von Schauspieler(inne)n aus einem Film herauslesen zu wollen.
Vom Genre her ist "Die Spaziergängerin" ein Melodram: einer karg und unaufgeregt abgefilmten Rahmenhandlung steht die aufgeladene Haupthandlung gegenüber, die in der Nazizeit spielt. Um emotionale Identifikation zu schaffen, wird die Gefühligkeit dann doch recht oft strapaziert - auch bis an die Grenzen des Kitschs und darüber hinaus. Die Emotionalität verdeckt dann aber auch, dass im Film letztlich ein Akt der Selbstjustiz gut geheißen wird - ethisch zumindest bedenklich...
Regisseur Jacques Ruffio genügt es, sein Schauspielerteam in Szene zu setzen, und das tun die durch die Bank hervorragend. Neben dem souverän eingespielten Paar Schneider/Piccoli erfreut besonders die Begegnung mit dem charismatischen Helmut Griem. Und last not least gibt es in einer Drei-Minuten-Sequenz ein Wiedersehen mit der oft verkannten Maria Schell: als verhärmte Anwaltswitwe zeigte sie noch einmal, welch grandiose Schauspielerin sie abseits der Schmonzetten sein konnte.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Konstruiert aber ergreifend, 7. Januar 2003
Von Ein Kunde
Eine sehr ergreifende Geschichte, die ganz besonders auf Romy Schneider zugeschnitten ist, die in diesem ihren letzten Film zwei Personen verkörpert. Ihre schauspielerische Leistung ist wie immer mehr als überzeugend und so greifen die Gefühle auch auf den Zuschauer über. Mit Sicherheit ist dies auch ein sehr persönlicher Film mit dem Romy Schneider ein Plädoyer gegen Faschismus und Gewaltherrschaft setzen wollte, was meiner Meinung nach sehr gut gelungen ist. Schade nur, daß sie die deutsche Version des Films nicht mehr synchronisieren konnte, da sie bald nach Ende der Dreharbeiten auf tragische Weise verstarb; die Stimme ihrer deutschen Sprecherin kommt einem jeden furchtbar fremd vor, der ihre Stimme aus den vorrangegangenen Filmen kennt. Dennoch ein ergreifender Film, der allein schon durch die Tatsache, daß es Romy Schneiders letzter ist eine große Wirkung erzielt. Empfehlenswert!
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9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Konstruiert aber ergreifend, 7. Januar 2003
Von Ein Kunde
Eine sehr ergreifende Geschichte, die ganz besonders auf Romy Schneider zugeschnitten ist, die in diesem ihren letzten Film zwei Personen verkörpert. Ihre schauspielerische Leistung ist wie immer mehr als überzeugend und so greifen die Gefühle auch auf den Zuschauer über. Mit Sicherheit ist dies auch ein sehr persönlicher Film mit dem Romy Schneider ein Plädoyer gegen Faschismus und Gewaltherrschaft setzen wollte, was meiner Meinung nach sehr gut gelungen ist. Schade nur, daß sie die deutsche Version des Films nicht mehr synchronisieren konnte, da sie bald nach Ende der Dreharbeiten auf tragische Weise verstarb; die Stimme ihrer deutschen Sprecherin kommt einem jeden furchtbar fremd vor, der ihre Stimme aus den vorrangegangenen Filmen kennt. Dennoch ein ergreifender Film, der allein schon durch die Tatsache, daß es Romy Schneiders letzter ist eine große Wirkung erzielt. Empfehlenswert!
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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Romy Schneider in ihrer letzten Rolle, 30. Januar 2005
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Am 29. Mai 1982 starb mit Romy Schneider die wohl beste deutsche Filmschauspielerin aller Zeiten. Kurz zuvor drehte sie ihren letzten Film ab, die deutsch- französische Co- Produktion "Die Spaziergängerin von Sans- Souci", mit ihrem Lieblingsfilmpartner Michel Piccoli in der männlichen Hauptrolle. Sie spielt darin gleich zwei Rollen, die Rolle der Lina und die der Elsa. Die Rahmenhandlung des Films spielt im Paris des Jahres 1981, wo der 60- jährige Max Baumstein (Piccoli) sich wegen Mordes vor Gericht verantworten muß. Vor der Verhandlung erzählt Max seiner Frau Lina (Schneider) seine bewegende Geschichte, die den Zuschauer in die eigentliche Handlung des Filmes führt, zurück in das Berlin und das Paris des Jahres 1933. Max erzählt wie sein jüdischer Vater von den Nazis getötet wurde und er danach Unterschlupf bei Elsa (Schneider) und Michel Wiener (Helmut Griem) fand. Elsa flieht mit dem Jungen nach Paris, während ihr Mann hinterherkommen soll ...
Dieser grandiose Film lebt von einem hervvorgagendem Schauspielerensemble, allem voran natürlich Romy Schneider, Michel Piccoli und Wendelin Werner, der Max Baumstein als Kind verkörpert. Auch Maria Schell ist in dem Film in einer Nebenrolle zu bewundern. Romy Schneider widmete diesen Film übrigens ihrem kurz zuvor tödlich verunglückten Sohn David und dem Vater des Jungen, Harry Meyen, der sich 1979 das Leben nahm. Abgerundet wird diese DVD mit einem Booklet mit einer ausführlichen Bio- und Filmographie, einer Romy Schneider- Diashow und einem interesantem Interview mit Artur Brauner, dem Produzenten des Films.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der letzte Gang, 9. Juli 2014
Von 
Klein Tonio - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Die Spaziergängerin von Sans-Souci (DVD)
Älterer Mann und jüngere Frau, sie verfehlen sich erst am Flughafen in Paris, um sich dann umso heftiger, mit fast schon verzweifelt wirkender Leidenschaft in die Arme zu fallen. Max (Michel Piccoli) und Lisa (Romy Schneider). Die Szene wird sich widerholen, zwischen einer jungen Frau, Elsa (ebenfalls Romy Schneider), und ihrem Mann Michel - nicht alt, aber alt geworden als Gezeichneter der KZ-Haft. Und dann gibt es da noch das spiegelverkehrte Bild der ersten Paarung: junge Frau und ganz junger Mann, ein Kind noch. Elsas Stiefsohn, Max. Das Hinken des alten Max nicht etwa, wie er immer gesagt hatte, von Geburt an, sondern Mal eines Gezeichneten: SA-Schlägertrupps haben es dem deutschen Juden 1933 beigebracht, einfach so, weil sie sich austoben wollten, jetzt das Sagen haben und weil er Jude ist. Seine Eltern getötet, kam Max zu Elsa und Michel; besonders zu Elsa (die verhindert hatte, dass ihn die SA-Schergen sogar umbringen) besteht eine enge Verbindung.

Als wir erstmals mit Max` Vergangenheit im Stile einer großen Rückblende bekanntwerden, wissen wir schon etwas aus der Gegenwart. Max ist Gründer und Vorsitzender einer Organisation, die sich weltweit für Menschenrechte einsetzt, und er hat gerade eben den Botschafter Paraguays erschossen. Wir wissen auch schon, dass das ein untergetauchter Nazi war, der unter neuem Namen diplomatische Karriere gemacht hatte, der aber offenbar in ein Verbrechen verwickelt war, welches Elsa und Michel als Opfer hatte.

Zunächst gegenüber Lisa, dann auch vor Gericht erzählt Max seine Geschichte, Rückblende wie im klassischen Film Noir, oder (was genremäßig besser passt) wie im klassischen Melodram. Auch damals scherte man sich übrigens meist einen Dreck um Logik und ließ in der Rückblende munter Dinge vorkommen, die der Erzähler gar nicht kennen konnte, weil er darin nicht vorkam. Geschenkt! Ein ganz wunderbares Melodram ist das, oder sagen wir mal, für Freunde des intellektuellen Kopfkinos vielleicht ein bisschen zuviel des Guten. Aber immer voller Leidenschaft, wobei auffällig oft in den passenden dramatischen Momenten der Bildfluss sich verlangsamt und die Streicher einsetzen. Und es fällt auf, dass viel im genau passenden Moment geweint wird, nicht hemmungslos, sondern mit einem einzelnen, fast schon zu gut platzierten Tränleinchen in Großaufnahme. Muss man mögen. Ich tu's.

Und wer es nicht tut, der bekommt immer noch eine für einen solchen Tränendrücker überraschend vielschichtige Geschichte und großartige Schauspieler geboten. Die Doppelrolle für die grandiose Romy Schneider ist natürlich dramaturgisch bedingt. Max kann sich nur eine zur Freundin nehmen, die aussieht wie die geliebte Elsa, da ist Lisa tatsächlich eine Art Reinkarnation, zumindest für Max. Daneben eine gelungene Auseinandersetzung um Aufmerksamkeit vs. naive Ignoranz gegenüber der braunen Gefahr. Ein französischer Champagnerhändler (in der Jetztzeit schauerlich auf alt geschminkt) stellt sich blind, Elsa und Max wissen hingegen schon, was sie von den Nazis zu halten haben, und Elsa kennt nur ein Ziel: Mit Max nach Paris geflohen, kämpft sie um ihren Mann; erst will sie einfach nur Kontakt haben, später ihn aus dem KZ bekommen, als sie weiß, dass er dort gelandet ist (er war Verleger u.a. von NS-kritischen Publikationen). Das ist der melodramatische Cliffhanger in dem auch politischen Film, dieses eine ganz große Ziel, das Elsa ein Leben lang und die gesamte Filmlänge sowieso antreibt. Anders als im reinen Melodram, in dem diese Liebe, dieses Sich-Suchen, alles andere ausblendet, muss Elsa die Außenwelt einblenden, muss sich z.B. in Paris als Animierdame verdingen (wunderschöne farbdelirierende Aufnahmen eines Cabarets), kann die Nazis nicht ignorieren, muss sogar ... aber lassen wir das. Romy Schneider brilliert als grande dame in allen Facetten, deren großartigem Kinogesicht immer der Spagat anzusehen ist: Die Liebe gibt Elsa Kraft, lässt sie aber auch leiden, gerade unter den ein Mal tiefrot geschminkten Lippen im Zuge ihrer Tätigkeit (einzelne markante rote Gegenstände/Kleidungsstücke im ansonsten rotlosen Bild werden übrigens so manches Mal gekonnt ins Bild gesetzt). Die arme Romy Schneider hat ja nicht gewusst, dass das ihr letzter Film sein wird, aber genauso intensiv spielt sie, und ihre Elsa/Lisa ahnt, dass jeder Gang der Spaziergängerin von Sanssouci (nicht das Schloss, sondern ein Pariser Café) ihr letzter sein könnte.

Interessant ist, dass der ethisch-politische Konflikt bis in die Gegenwart reicht und der Film ein tief gespaltenes Frankreich zeigt. Max betont, dass in vielen Ländern die rechtsextremen Kräfte wieder auf dem Vormarsch seien (hier ist der Film beklemmend aktuell). Wir haben diese Figur des Botschafters von Paraguay. Wir sehen, dass alt gewordene Zeugen noch immer unversöhnlich die eine oder andere Linie vertreten. Wir sehen/erfahren, dass Max rechtsradikaler Hass entgegenschlägt, genauso wie etwas übertriebene Zustimmung (er selbst brüstet sich übrigens nie mit der Tat und würde eine Freiheitsstrafe akzeptieren, aber möchte seine Geschichte erzählen). Zum ersten Mal seit langem wurde Frankreich von einem sozialistischen Präsidenten, Mitterrand, regiert, das Land war gespalten, im Umbruch, Mitterrands Linie damals noch so weit links, dass dies manchem sauer aufstieß und zu Radikalisierungen führte. Und auch, dass Frankreich nach Kriegsende Probleme damit hatte, "gute Deutsche" (und das heißt ja wohl im Umkehrschluss: böse französische Kollaborateure) zu akzeptieren, wird angesprochen.

Am Ende treffen sich dann das Politdrama und das Melodram, wenn wir erfahren, was in der Zukunft passieren wird, aber die Kamera noch mal eben den Blick auf eine Gedenktafel rückt, die Hoffnung spendet und gleichzeitig den lebenslangen Kampf zweier Menschen zusammenfasst, der immer gleichsam persönlich wie politisch war.
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5.0 von 5 Sternen Der beste Film von Romy, 3. Januar 2014
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Rezension bezieht sich auf: Die Spaziergängerin von Sans-Souci (DVD)
Mein absoluter Liebelingsfilm mit Romy. Tolle spannende Geschichte, super dichte Atmo, toll inszeniert. Und Romy – wie auch ihre kollegen – spielt einfach göttlich.
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Die Spaziergängerin von Sans-Souci
Die Spaziergängerin von Sans-Souci von Romy Schneider (DVD - 2012)
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