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108 von 113 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wunderbar!
Ich hatte das Vergnügen einer Lesung mit der Autorin beiwohnen zu dürfen- dorthin wurde ich von einer Freundin mitgenommen, das Buch hatte ich vorher nicht gelesen. Zsuzsa Bánk hat zwei Kapital aus ihrem Buch vorgelesen und sofort war ich gefangen. Gefangen von der herrlichen Sprache dieses Buches und den Hauptpersonen, die ich nie vergessen werde...
Veröffentlicht am 21. Juni 2011 von Starlightxxx

versus
36 von 40 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Ein Buch für das man ganz viel Geduld braucht, um es genießen zu können
Inhalt

Seri lebt in einer süddeutschen Kleinstadt. Ihre beste Freundin Aja stammt aus einer Artistenfamilie und wohnt mit ihrer Mutter in einer Baracke am Stadtrand. Nur Karl, dem gemeinsamen Freund der Mädchen, gelingt es eine weitere Rolle in der Welt von Seri und Aja zu übernehmen. Jedes der drei Kinder hat eine tragische Erfahrung gemacht...
Vor 19 Monaten von Manuela veröffentlicht


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108 von 113 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wunderbar!, 21. Juni 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die hellen Tage: Roman (Gebundene Ausgabe)
Ich hatte das Vergnügen einer Lesung mit der Autorin beiwohnen zu dürfen- dorthin wurde ich von einer Freundin mitgenommen, das Buch hatte ich vorher nicht gelesen. Zsuzsa Bánk hat zwei Kapital aus ihrem Buch vorgelesen und sofort war ich gefangen. Gefangen von der herrlichen Sprache dieses Buches und den Hauptpersonen, die ich nie vergessen werde.
Am nächsten Tag fing ich an zu lesen....und konnte nicht mehr aufhören. "Helle Tage" war für mich wie ein Sog, der mich mitgenommen hat, für die gesamten 500 Seiten.

Dies ist ein ganz stilles, leises, feines Buch. Und wenn man gut hinhört, dann hört man eine Geschichte über Sehnsucht und Warten, über Vergessen und Erinnern, über Festhalten und Loslassen können, die einen so schnell nicht losläßt.

Ich empfehle es jedem, der melancholische und stille Bücher mag.
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43 von 45 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Von einer ewigen Kindheit und der ewigen Stadt, 15. August 2011
Von 
Norma Schlecker - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Die hellen Tage (Audio CD)
Nachdem ich vor einigen Jahren den Roman "Der Schwimmer" gelesen hatte, war ich gespannt auf das neueste Buch der Autorin.
Zsuzsa Bánk erzählt in ihrem jüngsten Roman von einer langjährigen Freundschaft, die die drei Kinder (und später Erwachsenen) Seri, Aja und Karl verbindet, vor allem aber auch das Leben ihrer Mütter in den Mittelpunkt stellt, dreier Frauen, die verschiedener kaum sein könnten.
Es sind die hellen Tage der Kindheit in der fiktiven südwestdeutschen Kleinstadt Kirchblüt, die hier lebendig werden. Als Zuhörer kann man die flirrende Hitze des Sommers spüren, die Aufregung der Kinder an Ostern miterleben und den stillen Winter vor eigenen Augen sehen. Und man spürt die Melancholie, die über allem hängt.

Die Geschichte ist nicht sehr "actionreich", obwohl einiges passiert - aber im Mittepunkt stehen weniger die Geschehnisse, sondern eher die Menschen, die durch diese Geschehnisse geprägt werden. Bánk erzählt atmosphärisch dicht und kann wunderbar Gefühle und Stimmungen evozieren. Als Zuhörer folgt man der Geschichte und "träumt sich weg" - in eine Kindheit in Kirchblüt.
Das klingt zunächst alles sehr idyllisierend und vielleicht auch kitschig - doch ist die Geschichte keineswegs nur "süßlich"! Vielmehr bricht die Autorin die Idylle immer wieder auf, indem sie die Konflikte in den einzelnen Familien (oder dem was davon übrig geblieben ist, denn die Kinder wachsen alle mehr oder weniger vaterlos auf) und später auch in dem Dreieck Seri-Aja-Karl in den Mittelpunkt stellt. "Die hellen Tage" ist eine Geschichte über Kindheit, Freundschaft und Erwachsenwerden, es ist eine geschichte, die schwebt, sowohl sprachlich, als auch inhaltlich, denn nichts scheint sicher zu sein - es ist wie der Tanz auf dem Drahtseil im Zirkus. Die unverbrüchliche Liebe von Maria (Seris Mutter) zu ihrem verstorbenen Mann, Hannes Bartfink kann ebenso plötzlich in Frage gestellt werden, wie die Freundschaft der drei erwachsenen Kinder. Auch Ajas Herkunft scheint plötzlich nicht mehr gesichert. Und trotzdem scheinen die mändernden Lebenswege der Figuren, die sich manchmal verlieren, immer wieder zueinander zu finden. Diesen Prozessen, die eine Kindheit und ein ganzes Leben begleiten, spürt die Autorin sprachmächtig nach. In wunderbar poetischer Weise erzählt sie vom Leben so verschiedener Menschen, die ohneeinander doch nicht sein könnten. "Die hellen Tage" ist eine Geschichte von luzider Schönheit und von tiefer Traurigkeit, auf alle Fälle eine Geschichte, die berührt und zwar nicht nur in solchen Momenten, in denen etwa Evi für sich selbst beschließt: "Die hellen Tage behalte ich, die dunklen gebe ich dem Schicksal zurück."

Doris Wolters spricht das Buch genau im richtigen Tempo. Stimmklang, Akzentsetzung, Pausen - hier stimmt einfach alles. Man kann kaum unterbrechen, weil das Hörbuch einen derart fesselt. Für mich persönlich der Hörbuchfavorit dieses Sommers. Sehr zu empfehlen!
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174 von 186 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wunderbarer Blick auf eine große Freundschaft, 10. Februar 2011
Rezension bezieht sich auf: Die hellen Tage: Roman (Gebundene Ausgabe)
In "Die hellen Tage" von Zsuzsa Bank begibt sich der Leser auf eine Zeitreise, die im Süddeutschland der 60er Jahre beginnt und erst 25 Jahre später endet.
Erzählt wird die Geschichte von 3 Kindern und ihrer wunderbaren Freundschaft. Seri, Aja und Karl, die in dem kleinen Dorf Kirchblüt zueinander finden und von da an unzertrennlich sind. Irgendwie passen die drei zueinander und sind sich selbst immer genug, denn alle 3 haben ihre ureigene Familiengeschichte, die sie von anderen Kindern deutlich unterscheidet. Therese, genannt Seri, deren Vater kurz nach ihrer Geburt an einen Herzinfarkt stirbt. Aja, die mit ihrer Mutter Evi in einem kleinen Häuschen am Stadtrand lebt und deren Vater als Zirkusartist nur einmal im Jahr für einige Wochen zu Besuch kommt und dann Karl, der als letzter zu den beiden gestossen ist. Karl, dessen Bruder Ben eines Tages in ein Auto stieg und nie mehr gefunden wurde...
Diese 3 Kinder schließen also Freundschaft, die am Anfang von den Müttern staunend und skeptisch beäugt wird und sich doch nach anfänglichem Zögern auch auf die Mütter überträgt.
So verweben sich 3 Familien und ihre Geschichten zu einer einzigen und man nimmt teil an den Jahren des Erwachsenwerdens von Seri, Aja und Karl. Man erlebt mit ihnen die Zeit der Trauer über Bens Verschwinden, das Zerbrechen der Ehe von Karls Eltern und wie es Evi, Aja`s Mutter gelingt, die beiden getrennten Eltern wieder ins Leben zurückzuholen. Man erfährt, wie Aja und Evi sich in Kirchblüt einleben, Seri's Mutter sich von einer Hausfrau zu einer erfolgreichen Geschäftsfrau wandelt und Evi nach Jahren endlich einen deutschen Pass erhält.
Als die 3 Freunde nach Rom ins Studium gehen, ändert sich die Welt wieder einmal und ihre Freundschaft wird durch eine neue Herausforderung geprüft, an der alle Beteiligten noch einmal wachsen und reifen...

Ein Vierteljahrhundert umfasst diese Handlung und in bewegender und bildhafter Sprache schildert die Autorin das Leben unserer Protagonisten in Kirchblüt. Elegant und herzberührend beschreibt Zsuzsa Bank diese wunderbare Freundschaft und fast beiläufig tauchen die Höhepunkte der Geschichte auf, so das man als Leser jedesmal auf`s Neue überrascht und gerührt ist. Die Höhepunkte, das sind die "hellen Tage", Tage an denen das Leben gut läuft, die glücklich gemacht und die unsere Freunde näher zueinander haben finden lassen.

Selten habe ich ein Buch gelesen, das mich so deutlich den Wert einer guten und wunderbaren Freundschaft hat erkennen lassen. Einer Freundschaft, von der es nicht heißt: drei ist einer zuviel, sondern die ohne auch nur einem einzigen von ihnen, nie das geworden wäre, was sie ist. Freundschaft, die in Mitgefühl, Herzenswärme und Loyalität gründet, bei den Kindern und auch den starken Müttern, die eine tragende Rolle in diesem Buch spielen und ihren Kindern viel mitgeben in ihr späteres Leben.

Fazit: Eine wunderbare Geschichte über Freundschaften und das Erwachsenwerden, geschrieben von einer Autorin von der ich gerne noch mehr lesen möchte.
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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Auch die hellen Tage haben Ihre Schatten, 6. Juli 2011
Rezension bezieht sich auf: Die hellen Tage (Audio CD)
Der dritte Roman von Zsuzsa Bànk führt uns in das Süddeutschland der 60er Jahre. Dort erleben die beiden Mädchen Seri und Aja eine ganz besondere Freundschaft und eine Zeit die sich nicht immer von der Sonnenseite zeigt.

An vielen Stellen des Buches denkt man wehmütig an die eigene Kindheit zurück und vor allem an eine Zeit, wo man noch unbeschwert im Leben stand. Die Sommer unserer beiden Freundinnen ziehen sich fast endlos hin und so ging es auch mir selbst. Wie war es damals als der letzte Schultag vor den Sommerferien endete, da dachte man dass man nun eine Ewigkeit Ferien hatte. So empfand man dass als Kind und heute kommt einen die Zeit, wenn die eigenen Kinder Ferien haben, wie ein kurzer Augenblick vor.

Aja stammt aus einer ungarischen Artistenfamilie und wohnt mit Ihrer Mutter in einer unscheinbaren Behausung am Stadtrand. Nur leider hat die Welt der beiden Mädchen schon während der Kindheit Risse. Während Seris Vater schon lange nicht mehr am Leben ist kommt Ajas Vater nur einmal im Jahr zu Besuch. Zu den beiden Mädchen gesellt sich der zurückhaltende Karl. Auch Karl hat seine Last zu tragen, sein kleiner Bruder stieg eines Tages in ein fremdes Auto ein und er kam nie wieder.

Der Roman begleitet die Freundschaft der drei Kinder über einem Zeitraum von einem Vierteljahrhundert. Dabei geht das Trio durch Höhen aber auch durch viele Tiefen. ich will über die Handlung dieses Buches, oder in meinem Fall des Hörbuches nicht zuviel verraten.

Die Geschichte ist spannend und einfühlsam, hat aber an manchen Stellen Ihre Längen. Alles in allem eine interessante Geschichte, die wie oben schon gesagt viel Erinnerungen an die eigene Kindheit weckt. Ich kann dieses Hörbuch jederzeit weiterempfehlen, auch wenn es wie schon gesagt, an manchen Stellen seine Längen hat, weiß die Geschichte trotzdem gut zu unterhalten.

Das Hörbuch kommt im breiten CD Case und beinhaltet insgesamt 6 Audio CD`s. Die Klangqualität ist sehr gut. Dieses Hörbuch bekommt von mir verdiente 4 Sterne.
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36 von 40 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Ein Buch für das man ganz viel Geduld braucht, um es genießen zu können, 24. Juni 2013
Rezension bezieht sich auf: Die hellen Tage: Roman (Taschenbuch)
Inhalt

Seri lebt in einer süddeutschen Kleinstadt. Ihre beste Freundin Aja stammt aus einer Artistenfamilie und wohnt mit ihrer Mutter in einer Baracke am Stadtrand. Nur Karl, dem gemeinsamen Freund der Mädchen, gelingt es eine weitere Rolle in der Welt von Seri und Aja zu übernehmen. Jedes der drei Kinder hat eine tragische Erfahrung gemacht. Karls jüngerer Bruder ist in ein fremdes Auto gestiegen und seitdem verschwunden. Seris Vater ist kurz nach ihrer Geburt gestorben und Ajas Vater arbeitet in einem Zirkus und ist nur wenig präsent. Als die drei zum Studium nach Rom gehen, wird die Freundschaft auf die Probe gestellt und nichts ist mehr, wie es einst war. So wie an den hellen Tagen.

Meine Meinung

Zsuzsa Bánk erzählt die Geschichte dreier Familien und begleitet diese ein halbes Leben lang. Ihre Sprache ist zwar hochpoetisch, intelligent und außergewöhnlich, aber leider habe ich das Buch gefühlt 30 Mal zur Seite legen müssen, weil es einfach zu viel war. Zu lange Sätze, die mich ermüdet haben. Zu viele Wiederholungen und zu viele Abschweifungen. Es plätschert so vor sich hin und es passiert nur wenig, was an die Handlung fesseln könnte. So habe ich mich dabei ertappt, dass ich unaufmerksam beim Lesen war und mich nicht wirklich auf die Geschichte einlassen konnte.

Die Handlung selber hätte man auch auf ca. 200 Seiten wieder geben können und ich denke eine gestrafftere Erzählart hätte dem Buch gut getan. Ich mag es einfach, wenn es beim Lesen vorwärts geht und ich nicht seitenlang Sätze lese, die eigentlich nichts neues in der Handlung verkünden.

Gut gefallen hat mir, dass die Frauen im Fokus der Geschichte standen. Alle drei Mütter haben mit Stärke und Willenskraft ihr Leben mehr oder weniger gut gemeistert und nie aufgegeben, wie hart auch der Schicksalsschlag war, den sie erdulden mussten.

Fazit

"Die hellen Tage" ist ein Buch für das man Geduld braucht, um es zu genießen. Die langen, verschachtelten Sätze, die vor sich hin plätschernde und ruhige Erzählart - man muss sie mögen, um in diese Geschichte eintauchen zu können.
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15 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die prägende Zeit des Heranwachsens, 10. Februar 2011
Rezension bezieht sich auf: Die hellen Tage: Roman (Gebundene Ausgabe)
Ein kleiner Flecken am Neckar, im Buch nahe bei Heidelberg angesiedelt, ist der Ort, an dem Zsuzsa Bánk ihre Geschichte ansiedelt. Kirchblüt, ein Ort wie geschaffen zum Heranwachsen, wenn man Kind ist, die sicheren Straßen, das freie Leben und den kleinen See mag und zu nutzen versteht. Vermeintliche Sicherheit, muss man sagen, aber das wird sich erst später herausstellen. Ein Ort auch, an dem zumindest eine ganz offenkundig exotische Familie lebt.

Evi, die Frau, die nicht lesen und schreiben kann, die in einem windschiefen, von ihrem Mann Zigi, zusammengebauten Haus am Rande des Dorfes lebt mit Aja, der Tochter, eher im geschwisterlichen denn im Mutter Kind Verhältnis. Evi, die exotische Frau, die in der Wahl der Kleidung, im Verhalten, in allem so hervorsticht aus der beschaulichen, dörflichen Idylle. Und Zigi, der Mann, der nur einige Wochen im Jahr vor Ort ist, Zirkusartist nicht nur von Beruf, sondern aus seinem ganzen Wesen heraus. In den wenigen Wochen aber ist er ganz aufgehend in seinem Verhältnis zu Aja, lebt intensiv mit Evi und verschwindet dann doch wieder in die Fremde, mit dem Bus, hinaus aus dem Dorf, dem Land, in die Welt hinein.

Eine exotische, wunderbar verspielte Familie. Die ebenso liebevoll sprachlich durch Zsuzsa Bánk dargestellt wird. Aber nicht die einzige, die einen wesentlichen Platz im Buch einnehmen wird. Terese wird die beste Freundin Ajas und lebt fast mit in dem kleinen, windschiefen wwei Zimmer Haus mit dem großen, verwilderten Garten. Seri genannt lebt sie mit ihrer Mutter alleine, nachdem ihr Vater, an einem Herzinfarkt verstorben ist.

Und Karl tritt hinzu. Die Eltern getrennt und doch als Familie miteinander geeint durch ein tragisches Unglück. Denn einmal war der Ort nicht ruhig und sicher. Einmal wurde ein Kind auf offener Strasse in ein fremdes Autor verfrachtet und tauchte nie wieder auf. Der Junge Benedikt, genannt Ben und Karls Bruder. Jener Ben, der Karl durch eine Unachtsamkeit die helle Stelle in den Haaren und die verbrannte Hautstelle im Gesicht verschafft hat.

Drei Kinder, die ihre eigene, auch belastende Prägung durch die Lebensverhältnisse erfahren. Aja mit ihrer engen Bindung zum Vater, der fast nie wirklich greifbar ist und nur durch kleine Briefe mit Zeichnungen den Kontakt hält. Seri, deren Mutter die Firma des Mannes nach dessen Tod über Nacht übernehmen musste und Karl, der seine Murmeln sammelt und in Evis Haus deponiert, damit Ben, wenn er wieder auftauchen sollte, etwas hat, was ihn erinnert. Kinder mit einer leeren Stellen der Sehnsucht. Kinder, die ohne Geschwister aufwachsen.

Und drei Mütter, die über die Kinder miteinander in Verflechtung geraten werden. Seris Mutter, die lange Zeit den Garten und das Haus am Rande des Dorfes nicht betreten will und dann doch in engen Kontakt zu Evi gerät, in nagender Sehnsucht nach ihrem verstorbenem Mann. Karls Mutter Ellen, die beständig versucht, die innere Dunkelheit zu vertreiben, sich gerne einfach wegdrehen würde und ihr Leben dabei liegen lassen möchte wie einen alten Mantel, Und Evi, die stark und verspielt wirkt und doch das ganze Jahr nur auf Zigi wartet. Drei Mütter mit leeren Stellen, Tragödien, Verhältnisse, die Aja, Terese und Karl prägen.

Zudem wartet das Buch nach einem langen, fast nur in einem begrenzten Zeitraum der Kindheit der Drei spielendem ersten Teil mit weiteren Öffnungen lange gehüteter Geheimnisse auf, die die Welt der nun älteren Jugendlichen weiter erschüttern werden und ihren späteren Lebensweg stark beeinflussen werden.

Prägende Umstände, besondere Belastungen, wie weit reichen diese Prägungen?
Sind Erwachsenen letztlich nur das, was sie als Kinder geprägt hat?

Subtil und mit poetischer, fast aber auch beiläufiger Sprache zieht Bánk im Verlauf ihre Geschichte Linien, die durch das Leben hindurchreichen. Lässt in ihrem Protagonisten Zigi ganz vordergründig in den Raum treten, dass die Geschichten des Lebens mit der Macht ihrer Worte fast mehr noch an Prägung in das Leben setzen, als die tatsächlichen Ereignisse. Zsuzsa Bánk selbst findet zu einer sprachlichen Form, die fast betörend meditativ perlt, die in ihrer Sprachkraft selbst den Anschein erweckt, die hellen Tage der Sommers in Kirchblüt festhalten zu wollen gegen die Dunkelheiten des Winters und im Inneren der Protagonisten. Eine ständig perlende Sprachkraft, die die Figuren bis ins Innerste auszuleuchten versteht.

Andererseits finden sich Wendungen und weiterführende Konstruktionen in der Geschichte, die hier und da ein wenig weit hergeholt wirken. Die genauen familiären Verbindungen zwischen Zigi, Evi und Aja sind solch etwas künstlich Wirkendes. Andere Momente und Verflechtungen wirken ebenfalls wenig glaubwürdig, auf den ersten Blick,

Dennoch überzeugt der Roman als Geschichte, in seinen Figuren und der poetischen, immer fließenden Sprache ebenso, wie in seinem Duktus der inneren Entwicklung von den rein hellen Tagen unbeschwerter Kindertage allmählich in auch die dunklen Zeiten des Lebens hinein, bis sich zum Schluss ausdifferenziert, in welcher Form und wieweit die Prägungen der Kindheit das erwachsene Leben mit bestimmen werden.
Aber auch ein Buch über die schmerzliche Sehnsucht nach dem unverdorbenen, einfachen Glück der Kindheit, dass späterhin in so vielen anderen Bezügen so schwer zu finden ist, als Sehnsucht aber erhalten bleibt.
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Atmosphäre ist viel, aber eben nicht alles!, 3. Juni 2013
Rezension bezieht sich auf: Die hellen Tage: Roman (Kindle Edition)
Ich schließe mich dem "Ja, aber!" vieler Rezensenten an.

Eine schöne, dichte Atmospähre herrscht in diesem Buch.
Das Lob der Freundschaft wird angestimmt und gesungen.
Ein Dreieck, das zusammenhält, auch über die hellen Kindertage hinaus.

Doch wird der/die Leser/in stets auf Distanz gehalten.
Weil kaum das Innenleben der Figuren geschildert wird.
Weil praktisch keine wörtliche Rede zu finden ist.
Alles bleibt indirekt, im Konjunktiv.
Viele Redundanzen, Wiederholungen, Langatmigkeit.
Schade.
100 Seiten weniger und ein richtiger Schluss und nicht nur so ein Auströpfeln wäre toll gewesen...

Das Buch hat mir die ersten 300 Seiten Spaß gemacht, aber dann wurde das Buch doch zur Qual.
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Schade, dass es nicht kürzer war, 11. Oktober 2012
Rezension bezieht sich auf: Die hellen Tage: Roman (Gebundene Ausgabe)
Ich habe das Buch gern gelesen. Die Autorin ist eine sehr gute Erzählerin, die Figuren gut beschrieben und die Geschichte interessant. Ich kann einem Buch, in dem ich seitenweise überblättert habe, weil es zum 100. um die Maisfelder, die 3 Linden, die Platanen und die Jahreszeiten geht, nicht mehr als 3 Sterne geben.
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17 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen So ermüdend...., 12. Oktober 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die hellen Tage: Roman (Taschenbuch)
Nach den Lobeshymnen auf dieser Seite und der Empfehlung durch meine belesene Freundin hatte ich mich wirklich auf dieses Buch gefreut. Umso enttäuschter war ich, als sich nach ca. 100 Seiten mein Entzücken über die schöne Sprache einem Ärger über die Wiederholungen und Ausschweifungen wich. Keine direkte Rede, kein Spannungsbogen - dafür immer und immer wieder Beschreibungen von Feldern, Wiesen und Bäumen in einer irgendwann für mich nur noch kitschig anmutenden Art und Weise. Nun frage ich mich, warum dieses Buch der SPIEGEL-Bestseller Nr. 1 ist? Weil wir uns alle so intellektuell fühlen dürfen, wenn wir dieses Buch loben? Ich jedenfalls kann es nicht im Liegen lesen, weil ich nach spätestens drei Seiten einnicke. Aber: Ich werde auch die verbleibenden 20 Seiten noch lesen, vielleicht werde ich ja überrascht und mein Ärger darüber, dass dieses Buch einzig und allein um die Protagonistin Aja kreist und andere Handlungsstränge einfach totlaufen, verfliegt!? Und ja, ich wäre wirklich dankbar, wenn mir jemand erklären könnte, warum diese Geschichte die beste seines/ihres Lebens ist und danach kein anderes Buch mehr gut genug erscheint. Für mich ist sie nichts anderes als eine schier endlose Aneinanderreihung von Kindheitserinnerungen der Autorin an die Sommer der 60er Jahre. Vielleicht kann man das Ganze als Hörbuch besser aushalten? Ich bin skeptisch.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mitreißend wie das Leben selbst, 31. Januar 2013
Rezension bezieht sich auf: Die hellen Tage: Roman (Taschenbuch)
Therese "Seri" Bartfink, Aja Kalócs, Karl Kisch – drei Kinder wachsen in dem fiktiven Städtchen Kirchblüt in der Nähe von Heidelberg in Süddeutschland auf, drei Kinder aus ganz unterschiedlichen Familien, die doch eine tiefe Freundschaft verbindet: Die Ich-Erzählerin Seri, deren Vater bald nach ihrer Geburt verstarb, ihre beste Freundin Aja, deren Mutter in einem kleinen windschiefen Häuschen in den Feldern wohnt und deren Vater zehn Monate im Jahr in Amerika im Zirkus auftritt und Karl, dessen Eltern nach Kirchblüt kamen, als sein Bruder verschwand, und die seither in getrennten Häusern leben.

"Die hellen Tage" sind die unbeschwerten Tage ihrer Kindheit, in denen die drei das Leben noch so nehmen können, wie es ist, in denen sie trotz aller Widrigkeiten, die das Schicksal für sie bereit hält, unbekümmert und sorglos sind, in denen sie noch nichts von den Verwicklungen ahnen, die das Leben ihrer Eltern verändert und belastet haben und die sie doch jetzt schon prägen. Erst, als sie älter werden, bemerken sie, wie sehr ihre Herkunft, wie sehr die kleinen und großen Dramen im Leben ihrer Eltern auch ihre eigenen Leben beeinflussen. Sie beginnen, sich gegen das Schicksal aufzulehnen und schließlich ihren Frieden damit zu machen.

"Die hellen Tage" ist ein mitreißender Roman über das Leben, über das Kindsein und Erwachsenwerden, über Freundschaft und über den Einfluss für uns wichtiger Menschen auf unser Leben.

Man wird diesen Roman lieben – oder ihn langweilig finden, etwas dazwischen ist kaum denkbar. Zsuzsa Bánks Schreibstil ist zunächst etwas gewöhnungsbedürftig: Lange Sätze, sich wiederholende Nebensätze und kein Wort direkter Rede im ganzen Roman. Doch was anfangs etwas umständlich wirkt, transportiert doch auf ganz eigene Weise die Stimmung des Romans: Immer ein wenig melancholisch, wie ein Rückblick auf eine Kindheit es oftmals ist, farbenprächtig und bildreich wie schöne, zuweilen auch traurige Erinnerungen, und immer im Fluss, wie die Zeit selbst.

Fazit: Wer Wortwitz und spritzige Dialoge mag, wer konfliktreiche Auseinandersetzungen zwischen den Figuren oder gar klare Antagonisten seiner Helden braucht, der wird in diesem Roman nicht fündig werden. Wem hingegen eine poetische Sprache gefällt, wer den leisen Tönen des Lebens etwas abzugewinnen vermag und auf menschliche Charaktere steht, liebevoll und mit scharfem Blick fürs Detail gezeichnet, die "wie du und ich" den Widrigkeiten des Lebens trotzen, dem wird dieser Roman sehr gut gefallen.
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