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TOP 500 REZENSENTam 28. September 2012
… und manchmal auch das Nervige - an uns Musikfreunden ist die Tatsache, dass unsere Geschmäcker nicht homogen sind. Es gibt immer solche und solche. Anhand von Bands wie Muse lässt sich das hervorragend aufzeigen. Da gibt es jene, die die drei Engländer seit jeher grausam finden, was meist mit der schwelgerischen Traurigkeit der Musik, der musikalischen Maßlosigkeit und Matthew Bellamys Falsettstimme zusammenhängt. Andere lieben sie aus exakt demselben Grund. Muse polarisiert. Und „The 2nd law“ bleibt wie gehabt eine musikalische Wundertüte. Die Band geht unbeirrbar ihren eigenen Weg weiter und vermischt Stile und Ideen. Vielleicht ist es noch viel zu früh, das Album zu beurteilen, aber ich möchte wie so oft meine ersten Eindrücke teilen.

SUPREMACY beamt den erfahrenen Fan sofort in sein vertrautes Universum. Ein Eröffnungssong wie man sich ihn wünscht, larger than life mit seinen Chören, den Streichern, dem kernigen Riff, dem theatralischen Solo und den Tempowechseln. Led Zep‘s Kashmir im James Bond 007 Gewand. Herrlich! Spannend ist natürlich die Frage, wo ein solcher Song einen Nicht-Muse-Erfahrenen hinbeamt. Aber ich denke, dass ist eine zu theoretische Nerd Diskussion …. ;-).

MADNESS ist dann direkt eine ganz andere Geschichte und glücklicherweise ja schon als Single veröffentlicht gewesen. Glücklicherweise, weil er vielleicht doch etwas Eingewöhnung benötigt. Der Song entspricht auch der dubiosen Vorankündigung und beginnt mit einem Dub Beat, der dann schnell nach Queen Ende der 80er klingt, um in der Melodie Richtung George Michaels "Faith" zu schwenken. Autsch! Da kann einem schon schummrig werden, der Song setzt sich aber schnell fest, brillant, Muse halt. Bei der Veröffentlichung von der ersten Single SURVIVAL sagten Muse, sie hätten etwas Heisses und Aufregendes gemacht und den Tiger losgelassen. Mit MADNESS setzen sie dem Tiger Püschelohren und eine Sonnenbrille auf. Cool, unerwartet und wie gesagt, brillant!

PANIC STATION wird bei den älteren Fans, die die 80er miterlebt haben, mit sehr großer Wahrscheinlichkeit sofort die Buchstaben INXS auftauchen lassen. White Funk, und zwar sehr funky, das hatten wir glaube ich noch nicht bei Muse bis dato. Sehr kurz, sehr knackig. Auf jeden Fall dann dem Song etwas vorsichtiger nähern, vor allen, wenn Du zu jung bist, unm INXS zu kennen.

PRELUDE kann man getrost überspringen, ist nur eben dies.

SURVIVAL war als Single ja schon bekannt. Muse leben ihre Verehrung zu Queen aus, in voller Breite. Erstaunlich immer wieder, dass das so gut funktioniert. Der Song funktioniert natürlich auch noch im Kontext der gesamten Platte.

FOLLOW ME …. Drei Worte nur, Oh mein Gott! Zu Beginn erinnert der Song mit seinem Synthigesummse noch ein wenig an das hochgeschätzte „Take a Bow“, im Refrain geht’s dann aber voll in die Eurodisco. Ich bin auch nach mehrmaligen Hören immer noch etwas ambivalent. Das könnte ein bischen zu viel des Guten sein.

ANIMALS gibt zum ersten Mal etwas Luft zum Durchatmen. Der Song ist einfach aufgebaut, die Gitarren perlen fast schon ein Popsong. Er bietet aber ein sehr willkommene Abwechselung, wenn man die Platte in der Reihenfolge hört (und nicht rumshuffelt ;-) Erst gegen Ende wird es etwas unruhig.

EXPLORERS beginnt mit einem schönen Klavier- und Glockenspielintro. „Free me, free me from this world, I don’t belong here“ schmachtet Matt, die Streicher schwellen behutsam an. Der Song bleibt hübsch, aber auch unspektakulär.

BIG FREEZE zieht dann den Hut vor dem Gitarrenspiel von the Edge, der Song ist aber kein billiger U2 Abklatsch und wird mit dem typischen Muse Chorus ziemlich sicher zu einem Live Highlight.

SAVE ME gehört zu den „einfachsten“ Songs des Albums, eine sehr schöne Ballade ohne große Hektik und Breaks. Bassist Chris darf singen, bevor ihr Euch wundert was da passiert. Stimmlich erinnert er sehr an Herrn Wilson (Porcupine Tree u.a.). Außerhalb des Albums gehört würde man wahrscheinlich gar nicht auf Muse tippen, sondern bspw. auf eine der ruhigeren Midtempo Songs von Porcupine Tree, oder einfach eine schöne Softrock Nummer.

Kaum ist der letzte Song abgeklungen, sägt LIQUID STATE im wahrsten Sinne des Wortes los. Wieder mit Chris am Mikro. Der Song ist kurz und knackig, sehr rockig und fast schon grungig an manchen Stellen.

Es folgt dann nur noch ein würdiges Ende, die beiden Parts von THE 2ND LAW, einer kleinen Rockoper bzw. einem Hörspiel. Part 1 (UNSUSTAINABILITY) skizziert das Chaos, musikalisch und textlich, wühlt mit seinen Nachrichtenpassagen und den Chaos von verschiedenen Sounds auf. Part 2 (ISOLATED SYSTEM) löst dieses Chaos durch seine schlichte Schönheit dann wieder auf und lässt das Album ausklingen.

Und damit ist das Album schon wieder vorbei nach 55 Minuten. Beim ersten Durchlauf brauchte ich eine kleine Pause, weil das doch recht viele Eindrücke waren. Bei den nächsten Durchläufen habe ich immer wieder sofort von vorne angefangen. Es ist im Prinzip wie bei jedem Muse Album, zumindest den drei letzten. Es gibt viel zu entdecken und dafür sollte man sich Zeit lassen. Man muss allerdings wie immer ein wenig die Tür zur Realität und seinen „normalen“ Hörgewohnheiten schließen und sich in Ruhe zurückziehen. Wenn man das macht, dann wird man auch „2nd Law“ zu schätzen wissen. Wenn man das nicht kann oder will, sollte man auch von „2nd Law“ die Finger lassen. Eine paar nicht so brillante Songs sind wie immer auch dabei, aber ebenso auch viele Highlights. Und ob das nun 4 oder 5 Sterne sind, Himmel, keine Ahnung, ich komme gerade erst wieder in der Realität an … ;-)
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am 30. September 2012
Als eingefleischter Muse-Fan ist das so eine Sache... Schon als der Trailer mit dem Track "Unsustainable" auf Youtube veröffentlicht wurde, brodelte es heftig in der Gerüchteküche. Macht Muse jetzt Dubstep? Soll der Trailer irreführen, möglicherweise polarisieren?
Als dann die erste Single "Madness" veröffentlicht wurde, befürchtete ich bereits das schlimmste. Muse MACHT Dubstep. Nichtsdestotrotz habe ich mir das Album bestellt. Wenn es sich um ein Dubstepalbum gehandelt hätte, hätte sich das Album wenigstens optisch gut in meiner Sammlung geschlagen... Aber Muse hatte andere Pläne.

Hier meine Rezension:

S u p r e m a c y: Genial, erinnert etwas an 007 und zwar an einen verdammt Guten. Die Mischung aus groovigen Gitarren und Bassriffs in Verbindung mit den Streichern und Blechbläsern ist einzigartig und die Marschmusik im Verse verleiht dem Stück eine dynamischere Note.
- Fans kommen hier voll auf ihre Kosten - Trotz neuer Klänge.

M a d n e s s: Ziemlich einfach gehalten, Dubstep Elemente, für Fans und Kenner des "Muse-Sounds" eine Herausforderung. Mein persönliches Highlicht war der Schlussteil des Liedes (ca. ab dem Solo= der eine unglaubliche Atmosphäre erzeugt.
- Gewöhnungsbedürftig aber gut.

P a n i c S t a t i o n: Ein leichter funkiger Song. Muse hat experimentiert und einen Sound geschaffen den man so noch NIE von Ihnen gehört hat. Wer Funk mag, ist hier genau richtig. Die Melodie geht beim einen Ohr rein und beim anderen nicht mehr raus. Für mich einer der besten Songs / wenn nicht der beste Song des Albums.
- Ohrwurm pur

P r e l u d e: Orchestral, schön anzuhören. Passt.

S u r v i v a l: Erinnert etwas an Queen. Musikalisch clever und ausgereift, wie man Muse eben kennt. Einziges Manko: der Text. Das ist man von Muse garnicht gewohnt. Oberflächlicher und schwacher Text 100% auf die Olympiade abgestimmt. Schade denn das Lied ist wirklich gut. Aber wer würde ein deutsches Lied mit folgendem Text hören? :
"Rennen, es ist ein rennen
und ich werde gewinnen
Ja ich werde gewinnen
ich werde niemals verlieren"
- Sorry Muse... Olympia schön und gut, aber das Lied hätte nicht aufs Album gemüsst.

F o l l o w M e: Seeehr angenehmer Kontrast zu Survival. Textlich sehr stark und emotional. Der Dubstep kehrt zurück, macht sich aber ganz gut.
- Emotional

A n i m a l s: Ein weiteres Highlight. Die Melodie des E-Piano ist fast schon hypnotisierend, gegen Ende nimmt das Lied auch noch einmal fahrt auf. Die Message die Muse hier rüberbringt ist zudem genial. Sehr politisch und kritisch. Die Aufnahmen der Aktionäre in der Wall Street am Schluss hören sich wirklich nach Tiergeschrei an. Passt perfekt zum Thema
- Politisch. Kritisch. Musikalisch hervorragend.

E x p l o r e r s: Als ich den Anfang hörte musste ich sofort an die alte B-Seite "Shine" von Muse denken. Die Stimmung ist in diesen beiden Liedern ziemlich ähnlich. Eine schöne Ballade.
- Einfach anhören und in fremde Galaxien reisen.

B i g F r e e z e: Wieder Funk Elemente, das Stück steigert sich zum Ende hin und ist ein schöner Kontrast zu Explorers. Muse hat sich bei der Anordnung der Lieder wirklich Gedanken gemacht. Altbekannte Synthie-Sounds und schrille Gitarrenparts zaubern jedem Fan ein Lächeln ins Gesicht.
- Neu und doch irgendwie bekannt.

S a v e M e: Der Bassist Chris zum ersten mal als Hauptstimme! Wenn man die Geschichte mit Chris' Alkoholabhängigkeit im Hinterkopf hat, wird man sogar nochmehr mitgerissen. Einfach Respekt für diesen emotionalen, anders klingenden und tollen Song von Chris Wolstenholme!
- Danke Chris.

L i q u i d S t a t e: Noch einmal Chris! Der mit Abstand heftigste Track des Albums, coole Riffs, cooler Sound, gute Stimme. Kann zwar nicht ganz mit Matts Stimme mithalten, doch als Songwriter hat sich Chris bewiesen!
- Zeit zum Losrocken!

U n s u s t a i n a b l e + I s o l a t e d S y s t e m: Netter Abschluss. Vor allem des apokalytisch anmutende Unsustainable bringt die Message des Albums gut rüber. Isolated System wirkt durch die repetitive Melodie hypnotisierend und versetzt einen fast schon in Trance. Sehr schön!

Nach anfänglichen Zweifeln kann ich also nur eine klare Kaufempfehlung aussprechen. Muse enttäuscht einen eben nie. Wer jedoch zu engstirnig denkt und vielleicht nicht offen für Neues ist, (oder Dubstep und Funk generell ablehnt) fährt mit den alten Alben evtl. besser.

Danke fürs Lesen! (:
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am 25. Juni 2015
Ein "kleines Konzeptalbum" für zwischendurch - mir persönlich gefallen die neueren, "hochpolierten" & top-produzierten Alben von Muse sehr gut - für mich selbst sind sie die "neuen Pink Floyd" - Muse live zu erleben (Muse in Rome auf Cd & DVD erhältlich) geht garantiert in die richtige Richtung, wenn der Herr Bellamy seine Gitarre würgt hat das Show- und Soundqualität der Extraklasse !
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am 20. September 2015
Als ich vor Jahren das Album Absolution gehört habe war ich, als Musikliebhaber und Fan der vielen großartigen Rock Giganten der 60er und 70er Jahre, der Meinung dass mich kein Album einer neuen Band so begeistern könne. Es hat mich umgehauen wie toll diese Songs komponiert,aufgebaut und gespielt werden. Natürlich erkennt man Parallelen zu Musikgruppen welche Muse warscheinlich beeinflusst haben. Meiner Meinung nach Procol Harum (vor allem das Album Grand Hotel) , Queen , Led Zeppelin, Depeche Mode, Radiohead usw, allen voran, was vor allem die Melodien selber betrifft, der geniale Rachmaninoff siehe z.b. sein 2. Klavierkonzert in dessen ersten 2 min schon die Grundideen für Megalomenia, Ruled by Secrecy und Space Dementia deutlich zu hören sind, und wie eine Einleitung oder Ouvertüre dieser Songs klingt, aber warum nicht. Das könnte man länger weiterführen und bemerken dass man aus solchen Klassischen Meisterwerken ganze Alben basteln kann. Jeder hat seine Vorbilder und nur ein Meister kann trotzdem sein eigenes Ding daraus machen. Die Lieder sind neue kleine Meisterwerke und stehen für sich. Danach habe ich mir ihre zwei Vorgänger angehört und war erstaunt dass diese Band mit ihren 3 ersten Alben die grandiosesten Rockalben hervorgebracht haben die ich hören durfte und damit die vielversprechenste Band war, zumindest für mich. Alle drei Alben sind durchgehend toll und welche Band der Neuzeit kann das schon behaupten? So, schluck, leider blieb es für mich bei diesen drei. Es ist natürlich immer eine Geschmacksfrage aber bis auf ein paar Ausnahmen haben für mich die Songs und damit die Alben an Stärke verloren. Aufnahmetechnisch zwar dazugewonnen aber eben zu glatt und unglaublich vorhersehbar und oberflächlich, leider. Sie zählen immernoch zu den besten Bands unserer Zeit, die aber ab dem dritten Album immer seichter wurden. Ich hoffe sie finden wieder zu ihrer Stärke zurück, auch wenn sie sich wieder neu erfinden müssen. Es ist immer das gleiche. Die Komposition und die Kraft der Melodie ist die Basis worauf aufgebaut werden muss. Ohne gehts auch mit großen Blockbusterorchester nicht und begeistern nur jene die eben die Vorbilder von Muse noch nicht kennen. Für ihre Geldbörse allerdings sollten sie so weiter machen, sorry. Verglichen mit vielen beliebteren und berühmteren Zeitgenossen werden sie immernoch Könige IHRER Zeit bleiben, so viel ist sicher. Ich bin ein Fan!
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am 10. Oktober 2012
Ja, das Album wurde von der Band als sehr variationsreich angekündigt, und ja, es ist anders als alles Bisherige - wie könnte das auch sonst sein bei dieser Band. Aber "anders" heißt diesmal, dass 'The 2nd Law' das perfekte Resultat ist von einer Neuerfindung, die auf Albewährtes zurückgreift. Gleich der erste Song, "Supremacy", ist wie ein Hieb ins Gesicht all derer, die schon seit "The Resistance" darüber lamentieren, dass die Band aus Devon ihre frühere Spritzigkeit und Originalität verloren hätte: Der energiegeladene Song vereint die Origin-of-symmetry-Ära mit der Post-Resistance-Zeit und ist damit ein perfekter Einstieg ins Album - und ganz nebenbei hätte er auch noch das Zeug zu DEM Bond-Song schlechthin... Auch andere Songs sind einfach nur genial, etwa "Animals", das mit seinem hinkenden Fünfvierteltakt formal genau das Schiefe des darin angeprangerten Inhalts widerspiegelt, nämlich des geradezu animalischen Hungers der Menschen nach stetig wachsendem Reichtum, nach Macht und Gewinn, oder auch "Explorers", eine melancholische Reflexion über die Zerstörung unseres Planeten und die fundamentale Heimatlosigkeit, die einen angesichts dessen bisweilen heimsucht. Das Album, das so zornig beginnt, endet mit nachdenklichen Tönen à la Philip Glass, und genau in diesem außergewöhnlich großen Spektrum unterschiedlicher Stimmungen - man vergleiche nur "Panic Station" und "Madness"! - liegt seine Kraft. "The 2nd Law" ist ein höchst gesellschaftskritisches und für Muse auch ungewöhnlich persönliches Konzeptalbum, das seinesgleichen sucht in der schal gewordenen aktuellen Musikszene.
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am 3. Oktober 2012
Ich habe selten das Bedürfnis bei Alben eine Rezension zu schreiben da sich über Geschmack eigentlich nicht streiten lässt.
Dennoch muss ich das jetzt mal los werden sonst macht es Poff und ich platze vor Frust.

Ich bin Muse-Fan seit der ersten Stunde und diese Band hat eine Monopolstellung auf meiner Playerlist und ist in den Top 100 mit mehr als 80 Songs vertreten. Ich habe nichts gegen Veränderung und Neuerungen. Nein… ganz im Gegenteil. Auf den letzten Alben haben sie mich sogar schwer begeistert und mitgezogen.

The 2end Law wurde von mir mit großer Spannung erwartet.
Als Survival released wurde konnte ich nicht viel mit anfangen aber ich habe auch nicht die Erwartungshaltung das mir jedes Lied gefallen muss. Waren bisher immer mindestens fünf bis sechs Lieder dabei die mich vom Stuhl fegen konnten. Also gewartet und gehofft! Nach dem Dubstep lastig anmutenden Teaser dachte ich auch immer noch positiv beschwingt an eine nette Stil-Ergänzung. Als Madness released wurde war ich sogar vollkommen von meinen Sorgen befreit, da sich alle neuen musikalischen Elemente stimmig anhörten und darüber hinaus Matt Bellamy weder an Stimmgewalt noch musikalischem Genie verloren hatte. So schien es zumindest…

Jetzt befindet sich das gute Stück in meinem CD-Regal. Mehr als zwanzigmal durchgehört. Leider nicht aus purer Begeisterung. Mehr aus dem Willen (oder Verzweiflung) jedem einzelnen Lied etwas Gutes abgewinnen zu wollen und die Tiefe darin zu begreifen, die sich meinen Ohren nicht darbieten will. Ich höre dass es Muse sind. Immer wieder blitzen sie auf. Man denkt „Da sind sie!“ und im nächsten Moment wird man wieder von flachen Mainstream Rhythmen, stilistischen Leihgaben anderer Bands und kitschig anmutenden Stimm Anwandlungen Matt Bellamys ins hier und jetzt geschmissen. Die ganzen Neuerungen wären mir schnuppe wenn das was eine Band ausmacht dabei erhalten geblieben wäre. Ihr ganz spezieller Klang. Ich brauche weder Queen 2.0 noch Skrillex 2.0... Muse 2.0 wäre mir lieber! Musik die einen mitreißt, begeistert, thematisch wie musikalisch abholt und einfach fetzt.

Ich wünschte ich könnte auch dieses Mal auf dem positiven Pool der Polarisierung sitzen und mich an dem Album erfreuen. Ich mag niemand die Freude daran nehmen. Wirklich… freut euch wenn ihr es gut finden könnt! Auf der bösen Seite der Macht macht es grad nicht viel Spass!

Einen Stern für Madness.
Die anderen werden konfisziert bis ihr wieder Ihr selbst seid.

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Aus gegebenem Anlass noch mal für alle 5-Sterne-Befürworter und ganz speziell die
"Wie kann man seiner Lieblingsband nur EINEN STERN geben!"-Meinungsträger:

Was mir auf die Nerven geht: Leute die sich wegen Kritik anderer auf ihren musikalischen Schlips getreten fühlen. Mal ehrlich. Wer dem Album hier fünf Sterne geben will soll es doch bitte machen. Anscheinend hält die Platte für Euch das parat was Ihr von Muse hören wollt. Und das ist prima! Echt... ich würde gerne tauschen.

Mal logisch gedacht: Nur weil man Muse mag, heißt es nicht gleich das man dieselben Lieder mögen muss wie Fan A,B oder C. Wer wie ich Map Of The Problematique, MK Ultra oder Resistance zu seinen Lieblingsliedern zählt darf auch als echter Hardcore-Muse Fan bei Lieder wie Guiding Light oder I Belong to You den Skip Button drücken. Jeder pickt sich das raus was ihm gefällt. That's it!

Leider ist die Ernte bei diesem Album ein einziges Lied. Ein Einziges. Nach drei Jahren Vorfreude Spannung und Ungeduld trifft es ein 'enttäuscht und verzweifelt' wohl besser als trotzig oder eingeschnappt. Mir tut es tatsächlich weh meiner Lieblingsband für ein Album nur einen Stern geben zu müssen. Da ich jetzt nicht auf eine Audienz mit Muse hoffe um kund zu tun das mich die Entwicklung traurig macht kann ich mich als enttäuschter Fan nicht viel anders 'wehren' als mit nur einem Stern.
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am 9. November 2012
Ja ich muss zugeben ich hab mir schon auch ein bisschen mehr erwartet als ich die ersten Schnipsel von Unsustainable gehört habe. Es ist auch klar, dass die Kreativität nicht unerschöpfbar (da haben sich die Jungs schon gut gehalten - es soll ja auch nicht immer alles gleich klingen) ist und auch Alternative Bands ein bisschen Mainstream machen "müssen" um die Verkäufe und Bekanntheit anzukurbeln.
Die beiden 2nd Law Title-Tracks finde ich einfach genial und typisch Muse. Das Intro von Unsustainable mit den Streichern und das theatralische "Jaulen" von Matt...wahnsinn. Den Rest kann man so etwa zur Hälfte auch meistens noch mit Muse identifizieren, aber der Rest ist einfach nur "Füllmaterial". Es ist nicht unerträglich aber eben sehr mainstream-poppig und erinnert teilweise an 80'er und 90'er Pop. Die letzte CD (The Resistance) war schon recht Pop-lastig, aber der Kuchen kann eben nicht nur aus Rosinen bestehen ;). In dem Geschäft muss man es auch mal vielen Recht machen und sie wollen ja auch noch ne Weile Scheiben verkaufen. Der Trend zum Mainstream-Wischwasch ist früher oder später bei allen großartigen Bands und Künstlern (Placebo, Garbage, Bryan Adams, Queen, ...)festzustellen oder sie verschwinden einfach und es gibt keine neuen Sachen mehr.
Ich finde mich also mit dieser Entwicklung ab und hoffe das die Rosinen nicht stetig kleiner und weniger werden sonst schmeckt der Kuchen auch nicht mehr.
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am 11. Oktober 2012
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am 5. Juli 2014
Den Interpreten habe ich kürzlich bei meiner Tochter gehört und gesehen. Ich war, trotz meines alters (57) absolut begeistert und konnte mir nicht erklären, dass ich bislang Muse nicht wissentlich gekannt habe! Tolles Erlebnis, himmlische Musik!
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TOP 500 REZENSENTam 28. September 2012
Zum Fan hat es bei Muse nie gereicht – zu salbungsvoll, zu indie, zu prog, irgendwas kam immer dazwischen. Mittlerweile ist man jedoch froh, sich den Alben der Engländer derart unvoreingenommen nähern zu können, denn anders als der eingeschworene Anhang muss man sich nicht mit Bauchschmerzen und Erwartungsängsten herumplagen wenn es darum geht, Matt Bellamy wieder ein Stück seines Weges zwischen Wahnsinn und Weltherrschaft zu begleiten. Spätestens seit 2006 und dem Album „Black Holes And Revelations“ bastelt das Trio in regelmäßigem Dreijahresabstand an einer Art monströsem Universalrock und mit „2nd Law“ scheint ihnen wieder ein mächtiger Schritt hin zur ganzheitlichen Formel der Glückseligkeit gelungen zu sein. Muse präsentieren sich einmal mehr als die Meister der Nivellierung, hier zählen kein U und kein E, kein Pop und kein Metal, nicht Klassik und nicht Rock, sie machen nicht einfach alles gleich, sondern heben es auf ihr Niveau und verbauen es mit viel Aufwand in diese wuchernden, wilden Ungetüme.

Dass sich die Anfeindungen trotz Wahnwitz und Spleen in Grenzen halten, hat gleich mehrere Gründe: Sie sind auf sympathische Art nervös, das haben die drei oft genug betont, ein jedes Mal hoffen sie inständig, dass sich das Abenteuer noch wer zumuten will. Zum zweiten: Sie sind verdammt konsequent. Keine Ausnahmen, kein Herantasten, keine halben Sachen – hier möchte man, ganz stadiontauglich, rufen: „Siehst Du, [Brandon] Flowers, so wird das gemacht, so wird...“ Wenn also Rockoper, dann massiv, dann werden Chöre geschichtet, bis nichts mehr über- und nebeneinander paßt („Survival“), wenn Maschinenmusik, dann mit gewaltigstem Gestampf und vollkommener Synthetik („Unsustainable“, „Isolated System“), wenn Plüsch, dann bitte XXL („Explorers“).

Wichtigster Punkt – man kommt nicht drumherum: Muse erweisen sich als die einzig ernstzunehmenden Erben des Glamrockpops von Queen. Dabei geht es nicht darum, dass Bellamy den Mercury gibt, auch wenn seine Stimme zuweilen der des Ausnahmecharismatikers sehr nahe kommt. Es ist auch nicht so, dass ein kompletter Song von „2nd Law“ einem Queenstück zuzuordnen wäre. Aber man erwischt sich ständig, Bruchstücke und Sequenzen zu vergleichen, Erinnerungen docken an und das nicht zu knapp – voilá: Madness vs. I Want To Break Free, Panic Station vs. Another One Bites The Dust, Survival vs. Bicycle Race, Follow Me vs. Who Wants To Live Forever, Explorers vs. Love Of My Life, die Reihe ließe sich nach Belieben fortsetzen.

Es ist, zurück zur Platte, ein riesenhafter Brocken geworden, ein karnevalistisches Durcheinander. Schon der Einstieg mit „Supremacy“ hat alles, vom Brachialriff über ein gleißendes Gitarrensolo bis zur kompletten Orchesterbesetzung. „Madness“ ist als erste Single ein wahrer Killertrack, dem sich zur Mitte (s.o.) Brian May anzuschließen scheint, „Panic Station“ gibt sich so funky wie INXS in ihren besten Zeiten, bei „Follow Me“ pulsieren Song und Hörerherz im Gleichklang und für „Big Breeze“ nehmen die Jungs das Breitwandkino von U2 auf die Schippe. Dass Tempo und Anspruch nicht durchzuhalten sind, scheint schlüssig – „Save Me“ und „Liquid State“ fallen gegen die Vorgänger etwas ab, aber nur, um den bombastischen Schlußakkord der Doppelnummer „Unsustainable“ und „Isolated System“ einzuläuten. Der gelingt dann wieder gewohnt spannend, düster, das Stroboskop blitzt und flimmert – Drama, Baby! Künstlich? Kitschig? Popcornpop? Klar, die geballte Ladung. Soll keiner sagen, Muse wären ihm ‚zu sehr Mainstream‘ – das Formatradio, das sich an solche Titel wagt, muss in Deutschland noch erfunden werden. Nein, die richtige Frage kann nur lauten:„Und wann hatten Sie zuletzt so viel Spaß?“ Eben. mapambulo:blog
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