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319 von 359 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Spotttölpel und Löwenzahn ;)
Ich habe gestern den 3. Teil der Panem-Trilogie zu Ende gelesen und bin noch immer in seinem Bann, es hat mich derart mitgerissen und "gezeichnet", dass mir diese Geschichte nicht mehr aus dem Kopf will...ich wurde scheinbar "eingewebt"! ;)
VORSICHT SPOILER:
Ich möchte hauptsächlich etwas zu den negativen Rezensionen sagen, welche ich mir...
Veröffentlicht am 21. April 2012 von BecciBookaholic

versus
436 von 488 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Vorne drückt es, hinten kneift es
"Flammender Zorn" bildet den Abschluss der sehr beliebten Panem-Trilogie und schlägt dabei eine ganz andere Richtung ein, als die beiden Vorgänger. Standen dort einige wenige Menschen und ihre Schicksale, Abenteuer und Gefühle im Mittelpunkt, geht es nun um nichts Geringeres als die gesamte Menschheit. Der Bürgerkrieg, der sich schon angedeutet hatte,...
Veröffentlicht am 5. März 2012 von Rob Fleming


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436 von 488 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Vorne drückt es, hinten kneift es, 5. März 2012
Von 
Rob Fleming - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
"Flammender Zorn" bildet den Abschluss der sehr beliebten Panem-Trilogie und schlägt dabei eine ganz andere Richtung ein, als die beiden Vorgänger. Standen dort einige wenige Menschen und ihre Schicksale, Abenteuer und Gefühle im Mittelpunkt, geht es nun um nichts Geringeres als die gesamte Menschheit. Der Bürgerkrieg, der sich schon angedeutet hatte, bricht aus. Begleitet von einem politischen Ränkespiel bei dem keine Seite "Die Guten" zu sein scheint. In dieser Welt wirken die Protagonisten, um die sich bislang alles drehte, vergleichsweise unbedeutend und klein und sind nur noch ein Rädchen im Getriebe. Zusätzlich wird die Stimmung immer düsterer und bedrückender. In den Schlachten sterben mehrere lieb gewonnene Charaktere und die Hauptfiguren haben in den Kriegswirren wenig Kontakt zueinander. Diese Atmosphäre wird noch dadurch verstärkt, dass Ich-Erzählerin Katniss vor allem lethargisch und resignierend auf die Entwicklungen reagiert. Ihr Kampfeswille blitzt nur noch ganz selten durch.

Der Aufstandes gegen das totalitäre Regime wurde seit dem ersten Roman mit Andeutungen entwickelt. Es wurde zwar fast nie direkt thematisiert, aber dem Leser war schon klar, dass es letztlich unvermeidbar ist, dass es einen Widerstand gegen das System geben muss, der in einer Revolution eskalieren wird. Gleichfalls war zu erwarten, dass das Mädchen, das in den ersten Teilen im Mittelpunkt einer inszenierten Fernsehshow stand, in einem echten Krieg eine längst nicht so tragende Rolle spielen kann.
Für sich allein betrachtet ist der Roman also durchaus schlüssig und spannend sowieso. Ich finde es auch nicht verwerflich, dass die Geschichte nicht so schön endet, wie sich das viele Leser gewiss gewünscht haben. Es muss nicht immer auf ein rosarotes Hollywood-Happy-End hinauslaufen. Trotzdem bin ich nicht glücklich, denn es findet ein erheblicher Stilbruch zwischen Buch 2 und 3 statt. Der ist zwar nicht so sehr inhaltlicher, aber dafür emotionaler und literarischer Natur.

Autorin Suzanne Collins weckt Erwartungen und Hoffnungen, die sie nicht erfüllt. Das hat nichts mit einem guten/schlechten Ende zu tun, sondern dass sie mal eben den ganzen Erzählstil auf den Kopf stellt. Über zwei Romane hinweg baut sie behutsam eine Handvoll Charaktere auf, lässt sie sich entwickeln, ein Beziehungsgeflecht zueinander aufbauen und den Leser daran Teil haben. Ihr Roman spielt vor allem in diesem Mikrokosmos, die große, böse Welt dient lediglich als Kulisse. Im letzten Teil nimmt sie dann einen Vorschlaghammer zu Hand und legt all das vorher mühsam Aufgebaute innerhalb weniger Seiten in Schutt und Asche. Aus einem Abenteuer-Jugendbuch wird eine Kriegsberichterstattung. Von der Nahaufnahme zoomt sie plötzlich in die Totale.
Der dritte Teil bewegt, berührt und wühlt auf, aber eben auf ganz andere Weise als die Vorgängern. Es ist kein sympathisierendes Mitfiebern mehr, sondern besitzt die verschreckende Faszination eines Autounfalls. Die Ereignisse mögen sich zwar realistisch in das Gesamtgeschehen einfügen. Die Art und Weise wie sie geschildert und von den Hauptpersonen (und damit dem Leser) erlebt werden, passt aber nicht zu der Perspektive der ersten beiden Bände.

Der Trilogie als Gesamtheit fehlt der rote Faden, eine kontinuierliche Entwicklung und ein in sich schlüssiger Spannungsbogen. Wie kann der Leser sich mit einer Hauptperson identifizieren, die im Vergleich zu den ersten Büchern kaum wieder zu erkennen ist und überdies selbst das Interesse an ihrem Schicksal verloren zu haben scheint?

Suzanne Collins ist keine politische Berichterstatterin aus einem Krisengebiet, der es in erster Linie um Wahrheit und Realität gehen sollte (wir reden hier von einem Fantasy-SiFi-Roman). Sie schreibt Unterhaltungsliteratur für ein jugendliches Zielpublikum (zumindest lässt sie sich so vermarkten). Genau diesem Anspruch - "zu unterhalten" - wird sie aber im Abschlussband nicht mehr im gleichen Maße gerecht, wie in den Vorgängern.
Vielleicht war das auch nie ihre Absicht, vielleicht wollte sie die Leser absichtlich auf eine falsche Fährte locken, um dann besonders nachdrücklich zu schocken. Sollte das ihr Ziel gewesen sein, dann hat sie es gut gemacht. Ob das allerdings für den Leser spaßig und zufriedenstellend ist, muss jeder für sich selbst entscheiden. Ein nachdrücklich in Erinnerung bleibendes Leseerlebnis ist es aber allemal.
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319 von 359 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Spotttölpel und Löwenzahn ;), 21. April 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ich habe gestern den 3. Teil der Panem-Trilogie zu Ende gelesen und bin noch immer in seinem Bann, es hat mich derart mitgerissen und "gezeichnet", dass mir diese Geschichte nicht mehr aus dem Kopf will...ich wurde scheinbar "eingewebt"! ;)
VORSICHT SPOILER:
Ich möchte hauptsächlich etwas zu den negativen Rezensionen sagen, welche ich mir hauptsächlich durchgelesen habe, zumindest ein paar. Da ich nach diesem letzten Buch, wie auch den beiden Vorgängern keine einzige negative Assoziation habe.
Mir ist aufgefallen, dass viele der Negativrezensionisten das Buch scheinbar nicht richtig gelesen haben. Offene Fragen? Die genannten bleiben keineswegs offen, sie ergeben sich meist im Kontext, z.B. WARUM Katniss sich für Peeta und nicht für Gale entschieden, das kündigte sich schon im 2.Teil an, wurde stärker zu spüren als sie Peeta nach seiner Befreiung aus dem Kapitol wieder sah. (Ihr waren plötzlich Gales Gefühle "egal"), im 3.Teil gab es zwischen Gale und Katniss viel Streit und wenn Annäherung standfand, war sie wenig "wert", die Gedanken und Gefühle um Peeta wurden präziser, Katniss war sich spätestens nach dem Gespräch mit Finnick bewusst WAS genau sie für Peeta empfindet, auch als Peeta sie "hasste" und töten wollte sickerte das Gefühlsleben ans Tageslicht. In 1000 anderen Details war die Entscheidung schon recht weit am Anfang des 3.Teils für Peeta gefallen. Genauso wurde nicht offen gelassen, was mit Gale passiert ist, es wurde zwar nicht ausgeschmückt, aber erwähnt wurde er dennoch. Sicher hätte man sich gewünscht, dass man mehr über seine Gefühle und Gedanken erfährt, aber das geschah in allen 3 Teilen eher selten. Er schloss mit ihr quasi ab, als sie ihn auf die Falle ansprach (Bomben auf die Kinder), denn ab diesem Zeitpunkt war ihm klar ("....du wirst sowieso immer darüber nachdenken" - so oder so ähnlich ;)), dass er "verloren" hat. Es war ihm wohl schon klar, als er Katniss fragte, ob sie ihn für kaltherzig hält. Im Gespräch (im Keller von Tigris) mit Peeta deutete er das an, was sich auch durchaus bewahrheitet hat, dass Katniss denjenigen nehmen wird, der ihr überleben sichert (so oder so ähnlich), denn schlussendlich ist Gales Kampfeslust keine Grundlage für ein Überleben nach solchen Ereignissen. Peeta hat sie, nachdem sie Coin erschossen hatte, gerettet, sie vor dem Selbstmord bewahrt, somit ihr Überleben gesichert, schon da hätte man schalten können, dass Peeta es sein wird, der an ihre Seite gehört (auch wenn Katniss selbst es nicht so wollte, sondern lieber von Gale erschossen werden wollte).
Jmd. schrieb noch, dass unersichtlich war, warum sie Coin tötete, für mich persönlich, Glas klar, es war Rache, insgeheim glaubte sie Snow, warum auch nicht, was hätte er noch zu verlieren gehabt? Kurz bevor sie auf Coin zielte, erinnerte sie sich auch an die Worte ("Ach mein liebes Fräulein Everdeen, wir wollten doch immer ehrlich zueinander sein!"), sie suchte also Vergeltung für ihre Schwester und das sie als Marionette genutzt wurde. Coin war nicht besser als Snow und das erkannte sie und verhinderte damit eine neue "Schreckensherrschaft", Snow war ja sowieso dem Tod geweiht. Das sie den erneuten Hungerspielen zu stimmte, hatte nur einen Grund, sie wollte, dass so wenig wie möglich Leute sterben, genau das, kommt auch kurz vorher im Buch vor. Sie wollte immer den geringsten Schaden an Leib und Leben "anrichten", erreichte aber oft das Gegenteil, leider. Wieder eine Sache, die sie und Peeta gemeinsam haben und nicht Gale, er war von Anfang an (1. Buch) auf Rache, Vergeltung und Kampf/ Jagt aus.
Auch etwas, was ich nicht verstehe an den Negativstimmen, viele beschreiben, dass liebgewonnene Charaktere plötzlich unsympatisch werden. Gale war mir immer nicht sonderlich sympatisch, das einzig sympatische war die Liebe zu Katniss. Als Person an sich, war er nicht gerade ein herzensguter Mensch, das wurde auch in vielen Passagen des 1. und 2. Teils "angekündigt".
Das Peeta "durchdrehte" hatte ja auch einen "simplen" Grund, er war ja nicht mehr er selbst, dann ist ja ganz logisch, dass er als "Kapitol-Mutation" nicht gerade nett sein wird.
Haymitch wurde mir übrigens immer sympatischer.
Das Katniss IRGENDWANN resigniert und sich verändert ist, für mich, natürlich eine logische Schlussfolgerung der Ereignisse. Welches 17-jährige Mädchen wäre in dieser Situation "sie selbst" geblieben? Das wäre mir äußert merkwürdig vorgekommen, unsympatisch wurde sie mir nie, sie tat mir nur noch Leid.
Wer sonst wurde denn unsympatisch?

Die Liebesgeschichte: Wer genau gelesen hat, muss doch gemerkt haben, dass die kurzen und pregnanten Stellen keineswegs in eine "Alle-sind-happy-Lovestory" führen konnte. Unter diesen Bedingungen? NIEMALS!! Sie waren oft kurz umrissen, schnell unterbrochen, die ganze Zeit über. Das nachher nicht DAS Happy-End folgt, fand ich nur allzu passend. Es geht hier um Krieg, gebrochene JUNGE Menschen, wo soll in dieser Schrecklichkeit überhaupt Platz für Gefühle sein?
Es war ja ein Happy End vorhanden und zwar eines, was passgenau auf den Rest der Bücher abgestimmt ist. Hätte man diese Liebesduselei noch ausgebaut und eine Vereinigung aller erster Güteklasse "zelebriert" (Wie hier jmd. schreib: "Eher ein Blubb als ein Knall") wäre es mehr als nur nicht glaubhaft gewesen.
Auch der Epilog zerstört mir das Buch nicht, es ist weder eine Fortsetzung auszuschließen, noch der krönende Abschluss versaut.

Weiterhin wurde bemängelt, dass viele "liebgewonnene" Charaktere sterben und das auch nocht kurz und brutal. Was soll ich sagen? Es ist ein weiterer Bestandteil der "Glaubwürdigkeit", es haucht dem ganzen diese eiskalte Realität ein. Es verleiht den Büchern "das Leben". Unser Leben, hier und jetzt, ist gezeichnet von diesen Greueltaten. Überall auf unserer Erde spielen sich diese Dinge doch ab, da überlebt auch keiner, nur weil man ihn lieb gewonnen hat. Leider. Und ja, es passiert oft brutal und kurz. Schreckliche, blutige Beschreibungen des Kriegsgeschehens, Detailtreue, all diese Dinge machen die Trilogie doch zu dem was sie ist, sie verbindet Fakt mit der Fiktion. Das das nicht "schön" ist, ist wohl jedem klar, wer "Schön" will, muss kitschige Lovestorys lesen oder Liebeleien zwischen Vampiren (die ich übrigens auch sehr mag ;)). Nun haben wir hier aber etwas gänzlich anderes und nicht mit "Biss" und Co. zu vergleichen, dennoch herausragend oder gerade deshalb?

FAZIT: Die Bücher, vor allem auch das letzte Buch, sind ein Meisterwerk!!! Absolut zu empfehlen!! Jedoch sehe ich es überhaupt nicht als "Jugendbuch", eine Person unter 16, kann wohl kaum den Umfang des Buches begreifen.
Das einzige Nagative was, für mich, zurück bleibt ist, dass ich gern noch mehr hätte, noch ewig diese Bücher lesen würde, niemals aufhören, aber das geht mir sehr oft bei sehr guten, perfekten Büchern so. Wenigstens gibt es noch die Filme! :D Ich hoffe auch sehr, dass Suzanne Collins vielleicht in den nächsten Jahren ein weiteres, solch unfassbars Meisterwerk gelingt und wir alle daran teilhaben dürfen. Das wäre mein abschließender Wunsch.
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123 von 141 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Unübersehbare Schwächen - gewohnte Stärken, 11. September 2012
Ich muss der eigentlichen Rezension vorausschicken, dass ich die ersten beiden Bände der Panem-Trilogie wirklich genossen und innerhalb kürzester Zeit verschlungen habe. Suzanne Collins hat in diesen Bänden ein solch feines Gespür für liebenswerte (und dennoch komplexe) Charaktere, glaubhafte Welten und stimmiges Erzähltempo bewiesen, dass ich keinen Zweifel daran hatte, dass "Flammender Zorn" der Trilogie zu einem würdigen Abschluss verhelfen würde.

Enthält Spoiler

Leider krankt "Flammender Zorn" an Stilbrüchen und Schwächen, die unübersehbar sind. Die beinahe kammerspielartige Atmosphäre der Duelle in den Arenen muss im dritten Band einem lärmenden und blutigen Kampf gegen die anonymen Heerscharen des Kapitols weichen. Und auch wenn die Charaktere in Collins' Roman ständig Parallelen zwischen den Hungerspielen und dem Krieg gegen das Kapitol bemühen, ist letzterer doch weit weniger atmosphärisch dicht als der Kampf gegen den "vertrauten Feind" in der Arena. So zieht die Protagonistin Katniss in der ersten Hälfte des Romans stumpf von Distrikt zu Distrikt, schiesst gesichts- und namenlose Feinde vom Himmel und dreht Propagandavideos zur Stärkung der Truppenmoral. Das wird von der Autorin alles gewohnt flüssig erzählt und ist auch nicht wirklich langweilig, aber zum emotionalen Mitfiebern regt es nicht an.

Doch nicht nur der Umstand, dass hier Subtilität gegen den Holzhammer und Spannung gegen brachiale Action getauscht worden ist, hinterlässt Fragen. Auch die generelle Motivation von Katniss' Handeln wird nicht deutlich herausgearbeitet. Ja, sie äußert leise Zweifel an ihrer Rolle als Postergirl der Revolution, ja sie lässt sich unter anderem in diese Rolle drängen, weil ihr dafür Straffreiheit für Peeta zugesichert wird - trotzdem bleibt der Leser irritiert zurück, wenn Katniss sich von den Rebellen wie eine willenlose Schachfigur von A nach B und wieder zurück schieben lässt. Collins hat ja bereits geäußert, dass sie ihre Trilogie durchaus als ernste, zeitgenössische (Kriegs-, Medien-, Gesellschafts-) Kritik verstanden wissen will. Deshalb ist es im Sinne der Authentizität auch absolut plausibel, dass allzu plumpe Gut-Böse Gegensätze vermieden werden und die "guten" Rebellen in Katniss ebenfalls nur eine notwendige Spielfigur zum Erreichen ihrer Ziele sehen. Dadurch dass Katniss diese Rolle aber widerstandslos annimmt und sich mehr oder weniger passiv und lethargisch in ihr Schicksal fügt, scheint sie nur noch wenig mit der Figur gemein zu haben, die man in den ersten beiden Bänden der Trilogie kennengelernt hat.

Wenn Katniss dann aber doch mal aktiv wird, zeigt sich, dass "Flammender Zorn" noch ganz andere Probleme als eine inkohärente Figurenzeichnung hat. Nämlich Probleme mit einer nachvollziehbaren Plotentwicklung. Im letzten Drittel des Buches beispielsweise, führt Katniss einen kleinen Soldatentrupp auf eigene Faust tief ins Herz des Kapitols, um ... ja, warum eigentlich? Angeblich, weil sie diejenige sein will, die Präsident Snow das Leben nimmt. Dies ist ihr zu jenem Zeitpunkt allerdings schon längst zugesichert worden! Nichtsdestotrotz schickt sie ihren kleinen Trupp auf eine verlustreiche Selbstmordmission durch die Abwasserkanäle des Kapitols - nur um zu sehen, dass die Rebellenarmee die Stadt sowieso schon fast eingenommen hat und ihre kleine Schwester sogar vor ihr am Ziel der Mission, dem Präsidentenpalast, eingetroffen ist. Der Sinn von Katniss' Harakiri-Aktion, durch welche mehrere Charaktere ihr Leben lassen müssen, wird nie wirklich klar. Die Beiläufigkeit und Lieblosigkeit mit der erwähnte Charaktere von Collins über den Jordan geschickt werden, soll eventuell die Grausamkeit des Krieges verdeutlichen, der keine Zeit lässt, etwaige Opfer zu betrauern. Trotzdem scheint es wenig angemessen, dass Figuren, die von der Autorin über einen langen Zeitraum behutsam aufgebaut wurden, in einem knappen Nebensatz den Tod finden und anschließend nicht mehr erwähnt werden.

In den ersten beiden Bänden hielten sich die Grausamkeiten in der Arena und intime, zarte, hoffnungsvolle oder reflexive Momente stets die Waage. In solchen dialoglastigen Momenten wurden dann die Beziehungen zwischen Ich-Erzählerin Katniss und den anderen Figuren vertieft, was nicht nur für die Figurenentwicklung förderlich war, sondern auch eine willkommene Abwechslung für den Leser darstellte. Auch die Schlachtplatte in "Flammender Zorn" wäre wohl leichter zu verdauen, wenn es diese Form der Abwechslung gäbe, wenn die ersten 200 Seiten nicht überwiegend repetitive Kriegsszenarien abarbeiten würden. Leider sind die meisten jener Charaktere, mit denen Katniss die oben erwähnten Momente in den ersten beiden Bänden teilen konnte, in "Flammender Zorn" abwesend oder an die Leine gelegt. So einleuchtend die Gefangennahme Peetas war, um Katniss' Handeln und ihre Labilität verständlich zu machen, so sehr fehlt Peeta ihr als Interaktions- und Gesprächspartner. Mit Gale gibt es zwar zunächst einige, wenige intime Momente, allerdings wird Gale in den Augen des Lesers im Laufe des Romans zunehmend dekonstruiert. Wenn er beispielsweise dafür plädiert, die Bewohner von Distrikt 2 unter den Trümmern des Berges sterben zu lassen, lässt ihn dies herzlos und beinahe grausam erscheinen. Analog dazu dient die Szene, in der Gale die perfide Bombentaktik (Helfer anlocken und dann sprengen) befürwortet, die später eventuell Prim das Leben kostet. Solche Sequenzen sind wohl erzählerische Kniffe, die Katniss' Wahl für Peeta und gegen Gale vorbereiten. Aber sie disqualifizieren Gale gleichzeitig als den notwendigen Gesprächspartner auf moralischer Augenhöhe, der "Flammender Zorn" gut getan hätte. Durch die Abwesenbheit/Dekonstruktion Peetas und Gales wird also nicht nur der Entwicklung der Dreiecksgeschichte der Wind aus den Segeln genommen, es bedeutet auch, dass sich Katniss zunehmend in ausschweifenden Monologen verliert, die - trotz der grausamen Situation, in der sich die Protagonistin befindet - teilweise unangenehm selbstmitleidig und weinerlich wirken.

Das Ende an sich misfällt mir eigentlich gar nicht. Dass Teenager, die einen Krieg erlebt haben, zum Töten gezwungen wurden und geliebte Menschen verloren haben, nicht ohne seelische Narben davonkommen können, ist kaum verwunderlich. Im Gegenteil, wie lächerlich hätte wohl ein Ende gewirkt, in der sich alle fröhlich die Hände reichen und optimistisch in die Zukunft schauen. Was mich aber am Ende stört, ist, wie lieblos, beiläufig und lapidar es abgearbeitet wird:

Katniss' Mutter? Die arbeitet jetzt in einem anderen Distrikt und lässt ihre labile Tochter - ihr einziges verbliebenes Familienmitglied - allein. Kein aufklärender, abschließender Dialog mehr zwischen den beiden. Keine weiteren Erklärungen Sie ist einfach weg.
Gale? Ihre älteste Bezugs- und Vertrauensperson (außerhalb der Familie), ihr bester Freund, mit dem sie eine so lange Vergangenheit teilt, hat in Distrikt 2 eine neue Arbeit gefunden und "küsst jetzt wahrscheinlich die Lippen einer anderen". Keine dialogische Szene zwischen den beiden, keine Verabschiedung, kein Abschluss.
Peeta? Ja, der ist irgendwann auf einmal wieder da, ist nicht mehr verrückt und jetzt liebt Katniss ihn auch.

Nicht falsch verstehen, ich hab Peeta während der ganzen Lektüre "die Daumen gedrückt" und gehofft, dass Katniss ihn wählt, aber dass die Auflösung, warum sich Katniss für ihn entscheidet (sie braucht Peetas Güte und nicht Gales Feuer...), der Autorin nicht mehr als einen Satz Wert ist, erscheint schon eher schwach.

Dass manchen Leser solch ein unmotivierter, wenig detaillierter Abschluss im Zeitraffer eher unbefriedigt zurücklässt, darf nicht verwunden. Es muss ja nicht unbedingt ein episches, hundertseitiges Herr der Ringe Ende sein, aber ein wenig mehr Informationen oder einen "romantischen Showdown" zwischen Katniss-Peeta-Gale hätte man sich schon gewünscht. Dieser (Haupt)handlungsstrang, das Schicksal der drei Hauptcharaktere wird, wie gesagt, leider innerhalb einiger weniger Sätze abgehandelt. Dies verwundert vor allem deshalb, weil Suzanne Collins auch immer dann am stärksten ist, wenn sie ihren Charakteren genügend Raum gibt, die passenden Worte auszusprechen: Peeta, der Katniss auf dem Dach erzählt, er wolle diesen Moment einfrieren und für immer in ihm leben. Peeta, der Katniss gesteht, dass seine Albträume immer nur davon handeln, dass er sie verliert - und alles wieder in Ordnung sei, wenn er sie neben sich liegen sieht. Peeta, der Katniss davon überzeugen will, dass er in der Arena sterben müsse, da sie sein ganzes Leben sei und er ohne sie nie wieder glücklich werden könne. Das alles schrammt zwar haarscharf an der Grenze zum Kitsch vorbei, aber Collins schafft es, solche Sätze trotzdem rührend und vor allem glaubhaft klingen zu lassen. Umso unverständlicher, dass Collins ihre Charaktere hier nicht selbst sprechen lässt, um deren Entscheidungen, Gefühle und Motivationen glaubhaft, erfahrbar und nachvollziehbar zu machen, sondern dass der Leser alles nur retrospektiv und stark abgekürzt aus Katniss' Mund erfährt. Da kann dann auch der niedliche Dialogschnipsel "You love me. Real or not real? - Real!" nichts mehr daran ändern, dass das Ende einen eher durchwachsenen Eindruck hinterlässt. Die behutsame Charakterentwicklung aus den ersten beiden Bänden wird durch den abrupten Tempowechsel einfach zu sehr konterkariert.

Warum bei all der Kritik trotzdem drei Sterne? Weil ich das Buch spannend fand. Weil ich die Welt, die Collins geschaffen hat, faszinierend finde. Weil ich Collins' Schreibstil und ihr Gespür für Timing und Tempo bewundere. Weil auch Band 3 emotionales Achterbahn-Lesevergnügen bietet - wenn auch nicht in dem Maße, wie die ersten beiden Bände. Weil mir die Figuren mittlerweile ans Herz gewachsen sind. Weil ich die Kritik an Medien, Gesellschaft und Krieg, die die Autorin übt, treffend finde. Weil ich "Flammender Zorn" nicht für einen fehlerfreien, aber trotzdem einigermaßen runden Abschluss der Trilogie halte.

Und letztendlich darum, weil ich auch dieses Buch kaum aus der Hand legen konnte, nachdem ich einmal angefangen hatte zu lesen. Und das ist für mich einfach ein untrügliches Zeichen dafür, dass "Flammender Zorn" - bei aller Kritik - eine Lektüre war, die ich nicht bereue.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Viel Action, wenig Inhalt, seltsames Ende., 22. Januar 2014
Wer die Vorgänger gelesen hat, wird dieses hier sowieso lesen. Es ist nun mal eine fließende Geschichte und diese ist in ihrer Gesamtheit ganz gut. Doch mir persönlich wurde der Lesespaß von der Protagonisten, deren Perspektive so trostlos wie die eines Steines ist, genommen und das Ende empfand ich als höchst unzufrieden. Verstümmelt. Nicht authentisch. Bis zu den letzten hundert Seiten zog sich die Geschichte hin wie fades Kaugummi. Und die Auflösung erschien mir beinahe aberwitzig. Anhand der überwiegend positiven Rezensionen sehe ich, dass sie wohl die meisten Geschmäcker getroffen hat; bei mir gings daneben.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eine uner(hoffte)wartete Wendung, 17. April 2015
[Enthält Spoiler]
Als mir jemand sagte, dass der dritte Teil "nicht so gut" sei, habe ich zwei Jahre vor mich hin geschoben, diesen zu lesen. Ich kann nur sagen: Ich habe nichts verpasst.

Was hier schon zu genüge erwähnt wurde, fasse ich noch einmal auf: Suzanne Collins macht Andeutungen, vielleicht sogar Versprechungen, die nicht erfüllt werden. Man wird von der (kitschigen) Lovestory und Dreiecksbeziehung zwischen Katniss, Peeta und Gale in Jugendbuchformat in eine düstere und distopische Welt voller Geistesverwirrung und Verderben geführt. Aus dem mutigen Mädchen Katniss, wird die kriegsgeschädigte Marionette von Distrikt 13. Was in den vorigen Büchern als Rettung gepriesen wird, ist hier nur ein weiteres Übel, nicht auf dem Stand des Kapitols, aber annähernd nah dran. Der Leser wird mit tiefen - Philosophie konfrontiert, über Machtausübung und der Frage, wie weit man gehen kann, um seine Selbstjustiz durch zu führen. Keine Arena, kein Höhlengeflüster - der romantische Teil kommt sehr kurz, Peeta vermisst man im Laufe des Buches wirklich sehr. Rückblickend erkennt man die ein oder andere Andeutung, dass es zu so einem Ende führen könnte: Gales sture Haltung, oder die Brutalität der Hungerspiele und dem Aufruhr der Distrikte. Tatsächlich, mit so einem Ende betrachtet, haben die Hunger Games Potential, nicht nur als Jugendbücher abgestempelt zu werden.

Für mich persönlich war dieses Ende unerhofft. Katniss ist nicht länger die vor Mut strotzende große Schwester, sondern ein Nervenbündel, zu schwach, um die eigene Meinung durch zu setzen. Sie haben ihren Willen gebrochen, und anstatt "in Flammen" auf zu gehen, bricht sie darunter zusammen. Hatte man doch zuvor eher den Eindruck gewonnen, dass man sie nicht so leicht habe brechen können, und sie sehr wohl die Kraft habe, sich gegen das Kapitol zu beweisen. Meinen eigenen Geschmack hat dieses Buch also nicht getroffen, deswegen (und wegen Irreführenden Andeutungen) gibt es einen Stern Abzug, doch vom Schreibstil, dem Verlauf und vor allem der "Realitätsnähe" kann ich ruhigen Gewissens 4 Sterne vergeben.

Wer also realistische, distopische und düstere Science Fiction Bücher mit einem Hauch (egoistischer) Romantik mag, sollte "Flammender Zorn" lesen. Dem Rest empfehle ich, ohne Erwartungen hinein zu gehen und offen für neue Wendungen zu sein.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen 3. Band der Tribute-von-Panem-Trilogie, 12. Januar 2014
Die 75. Hungerspiele sind vor und dennoch ist nichts so, wie es einmal war. Den Rebellen aus Distrikt 13 ist es gelungen, Katniss aus der Arena zu befreien. Sie ist schwer verletzt, aber es gelingt ihnen, sie zu retten und dennoch, die Katniss, die es einst gegeben hat, die gibt es nicht mehr, denn die Rebellen haben zwar sie gerettet, aber Peeta haben sie zurückgelassen. Er ist nunmehr ein Gefangener des Kapitols. Was das bedeutet ist Katniss klar, denn Präsident Snow würde alles tun, um die 17-jährige zu brechen und mit Peeta hat er die beste Waffe dazu in der Hand. Auch nach Hause kann Katniss nicht mehr, denn dieses Zuhause gibt es nicht mehr. Snow hat binnen Minuten, nachdem die Rebellen Katniss befreit haben, Distrikt 12 zerstört. Nur etwa 800 Menschen, gerade einmal 10 % der Bevölkerung von Distrikt 12 ist die Flucht gelungen.

Katniss ist zurückgekehrt an den Ort, an dem sie aufgewachsen ist und muss erkennen, dass nie wieder etwas so sein wird, wie es war. Katniss beschließt, sich aktiv den Rebellen anzuschließen, denn eines ist gewiss: Präsident Snow muss sterben, wenn es je ein Ende mit den willkürlichen Zerstörungen und den Hungerspielen haben soll. Alma Coin, Präsidentin des Distrikts 13, heißt Katniss herzlich im Widerstand willkommen, denn die junge Frau ist zum Symbol des Widerstandes gegen das Kapitol geworden und damit die Verkörperung der Revolution gegen die jetzigen Verhältnisse. Doch so sehr Katniss es auch möchte, sie kann sich nicht vollen Herzens den Widerstand anschließen, denn sie weiß, alles was sie tut, hat Folgen für Peeta, der sich nach wie vor in der Gewalt Snows befindet.

Tatsächlich gelingt es den Rebellen, nach und nach, mit Hilfe der Bevölkerung, die übrigen elf Distrikte zu übernehmen. Doch die größte Schlacht steht ihnen noch bevor: Sie müssen in Kapitol eindringen und Präsident Snow habhaft werden, damit dieser von einem Gericht zum Tode verurteilt wird. Doch das Kapitol ist so gut wie uneinnehmbar. Einer kleinen Gruppe von Rebellen gelingt es, in das Kapitol einzudringen, doch was sie dort miterleben müssen, damit hätten sie im Leben nicht gerechnet. Doch eines steht fest, dieser Kampf wird endgültig entschieden, mit einem Bürgerkrieg - Mann gegen Mann ...

Der 3. Band der Tribute-von-Panem-Trilogie! Der Plot wurde realistisch und spannend erarbeitet. Sicherlich kann man nicht alle beschriebenen Wesen für real erachten (hier die Mutanten), jedoch empfand ich gerade die Sturmtrupps, die Kämpfe, die Verluste, als sehr überzeugend dargestellt. Die Figuren wurden wieder durchaus authentisch erarbeitet, aber ganz ehrlich, ich finde Katniss hat sich in diesem Band nicht unbedingt von ihrer besten Seite gezeigt. Irgendwie beschlich mich die ganze Zeit das Gefühl, dass das rebellische Mädchen, das bei ihren ersten Hungerspielen antreten musste, irgendwo ganz gewaltig auf der Strecke geblieben ist. Gefühlt hat sie in diesem Band sehr viel Integrität und Eigenständigkeit eingebüßt. Den Schreibstil empfand ich wieder als sehr angenehm zu lesen, sodass ich das Buch am Stück gelesen habe, aber ich bin dennoch etwas enttäuscht. Ich hatte ein packendes und fesselndes, ja fulminantes Finale erwartet und irgendwie, ich weiß nicht, ist das wahrscheinlich während der ganzen Kampfszenen irgendwo abhanden gekommen.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen bin ebenfalls sehr enttäuscht - SPOILER -, 9. September 2014
kann mir nicht vorstellen, wie dieser letzte teil jemandem gefallen kann. einige rezessionen hier lesen sich doch verdächtig wie werbung?! einfach furchtbar.

ja das buch auch. nicht daß einige sympathische charaktere sterben, oder daß es ein happy end gibt oder daß es kein happy end gibt.... das ist alles nicht schlimm. aber es ist schlecht aufgebaut, erzählt zu wenig; von flammendem zorn keine spur. eher von 'selbstmitleid zerfressen'...

der schluss ist das letzte. mein erster gedanke war, die autorin hat verpennt und zum abgabetermin noch schnell einen schmarrn zusammengeschrieben oder einfach keine lust mehr gehabt.

was soll das? das halbe buch kämpfen sich ein trupp sehr verlustreich durch feindliche linien, super und spannend um am ende, ja was? böd aus der wäsche zu schaun? zu spät zu kommen? von der front überholt zu werden. nichts aber auch gar nichts erreicht. hier hätte man mehr draus machen können...

das zerwürfnis von kat und gale am schluß: ein beiläufiger satz: 'ich weiß du wirst das nie vergessen können' geht und sense? kat zweifelt sogar noch und überlegt sich rechtfertigungen 'ich war ja auch nicht besser' um ihm vlt. verzeihen zu können? so ein schmarrn. (der einzig gute satz im ende: 'ein regime das es nötig hat kinder zu bombardieren...')
hier hätte man mehr draus machen können...

die abstimmung über ein letztes hunger game mit den kindern aus dem kapitol: hier zeigt sich am deutlichsten, daß coin auch nicht besser ist als snow: aber es bekommt keiner mit!! sie läßt snow die rose anstecken und was? ihm dies ins ohr flüstern, daß seine enkelin jetzt dran ist? oder hält sie vor der exekution eine rede, bei der der bevölkerung klar wird, daß sie auch nicht besser ist, bevor sie erschossen wird? die motive von kat? plant sie hier bereits coin zu erschießen? ahnt haymitch dies? warum stimmt sie hier für die verhaßten spiele? diese ganzen andeutungen eröffnen am schluß einfach zu viele fragen, statt bestehende zu beantworten. hier hätte man mehr draus machen können...

die gerichtsverhandlung von kat? sie wird nicht einmal angehört? wieder so eine entscheidende sache, bei der man als ich-leser nicht dabei ist. (die befreiung von peeta hätte man auch sehr spannend erzählen können) hier hätte man mehr draus machen können...

mir haben die bücher gefallen, weil etliche kleinigkeiten immer wieder aufgegriffen wurden. so hat man das gefühl von einem stimmigen ganzen. auch sind sie sehr spannend geschrieben. wie hab ich hier gelesen: nach 1+2 hat er die bücher jedem empfohlen, aber nach 3 nicht mehr! ja das sehe ich ganz genau so.

mir hat auch gefallen, daß einiges nicht genau aufgedeckt wurde, oder man durch andeutungen zwischen den zeilen lesen mußte. zumindest für die eine oder andere -kleinigkeit- läßt dies dem leser freiraum für fantasie und seine eigene welt die beim lesen entsteht...
aber mindestens die oben genannten punkte hätten zwingend weiter ausgebaut werden können, nein: müssen!
ja: müssen - um ein gutes buch und ein krönender abschluß der trilogie zu sein.
so jedenfalls hat es mich sehr enttäuscht.
und es bleibt ein mittelmäßiges gesamtwerk.
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9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Ups, das ging wohl daneben (Spoiler), 3. November 2014
Schade, das war wohl nichts. Teil 3 kommt an Teil 1 und 2 leider gar nicht ran. Von flammenden Zorn ist leider nichts zu spüren. Aus der mutigen, mitfühlenden und starken Katniss ist nur noch ein nervliches Wrack übrig.

Das Buch kann man praktisch in 2 Teile zerlegen:
In einem Teil geht es nur um Katniss wie sie entweder auf der Krankenstation liegt, irgendwelche Werbespots dreht, irgendwo voller Selbstmitleid umherwandelt oder wie sie Leuten ohne Grund auf die Nerven geht.
Im nächsten Teil sterben die ganzen Nebenpersonen, die man liebgewonnen hatte nur am laufenden Band auf brutale Weise. Klar geht es hier um Krieg, aber wenn ich ein Splatter-Buch hätte lesen wollen, dann hätte ich zu Stephen King gegriffen. Am Ende wird alles von Katniss-Ich-Perspektive nur noch plump erzählt, ungefähr so: "...plötzlich expodiert eine Bombe und er wird zerfetzt, wir laufen weiter bis ein guter Freund im Laser schmilzt. Als wir auf der Straße sind klappt plötzlich der Boden weg und ganze Familien fallen in ein dunkles Loch und werden dort von mutierten Horrorkreaturen in Stücke gerissen. Ich laufe um das Loch herum..." Super. Was ist das? Ein Kriegsreport?!

Wenn man sich dann durch die ganzen Todesszenen gekämpft hat freute man sich wenigstens noch auf das Ende. Was geschieht mit Panem? Für wen wird sich Katniss entscheiden? Was geschieht mit den (übrigen) Nebenfiguren? Tja, auf diese Fragen werden einem leider kaum beantwortet. Die Mutter ist gebrochen, Gale verschwindet einfach, Peeta ist einfach wieder "normal" und Katniss hat absolut keinen Bock auf ihr Leben mit Peeta und ist total depressiv.

Wenn ich so ein Ende lese frage ich mich warum ich die Triologie überhaupt gelesen habe. Das Liebes-hin-und-her zwischen Katniss, Peeta und Gale war unnütz, wenn sich Katniss am Ende ohne Erklärung (!) einfach für einen entscheidet. Die mühevoll gestalteten Charaktere werden alle zerstört. Die Revolution war umsonst, weil am Ende alle "tot" sind, sei es wirklich Tod oder einfach nur todunglücklich.
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9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Denk drüber nach..., 16. April 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
...ist wohl das, was ich abschließend über den dritten und letzten Teil der Trilogie sagen kann. Vor einer halben Stunde fertig gelesen, nein, geradezu aufgefressen, bin ich immer noch aufgewühlt,verdaue noch.
Ich habe bewusst die Rezensionen zu diesem Teil erst jetzt gelesen, ich wollte mir nichts vorwegnehmen oder mich beinflussen lassen sondern wollte, dass das Buch einfach nur pur auf mich wirkt.

Der erste Teil hat mich in den Bann gezogen, der zweite war eine langsame Vorbereitung auf den großartigen Abschluss, der mit dem dritten Teil erfolgte. Alles in sich perfekt und schlüssig.
Kennt ihr das, wenn Bücher einen nachdenken lassen? Selten so ein Meisterwerk gelesen! Nachdem der erste schon für Gesprächsbedarf gesorgt hat und Vergleiche zugelassen hat (zB zu Running Man, wo Strafgefangene einer ähnlichen Situation ausgesetzt sind, kämpf um deine Freiheit oder stirb) hat der Abschluss der Trilogie vollends seinen eigenen Einfluss entfaltet. Von so Banalitäten wie "Für welchen Jungen würde ich mich entscheiden?" bis hin zum infrage stellen von unserem gesamten System, ist alles dabei, worüber man im Nachhinein grübelt.

Inhaltlich muss ich sagen, ist dieser Teil mein Lieblingsband. Ich liebe Bücher, die nicht vorhersehbar ist. Sind wir mal ehrlich, wer hat beim ersten Teil nicht sofort gedacht das Distrikt 13 eine Schlüsselrolle spielen wird? Aber hier war ich so froh, das die gute Katniss nicht von einer gemachten funktionierenden Darstellerin zur unbesiegbaren Kriegerin mutiert, dass die Story Wendungen und Überraschungen hatte, dass man nicht wusste, wer ist nun wirklich Freund oder Feind, dass man gespannt war wie sich die Beziehungen zwischen den Charakteren entwickeln würden. Allen voran natürlich Katniss und Peeta/Gale, aber auch Katniss und ihre aufkeimende Freundschaft zu Johanna, dass man Finnicks wahres Gemüt kennenlernt. Manchmal habe ich mich erwischt, wie ich während dem lesen dachte "Jaaaa, Peeta ist wieder da, vielleicht finden sie jetzt zusammen, alles wird gut" und dann wumm! Trifft etwas ganz anderes ein! Wie brilliant wird man hineingesogen, denkt man ist am Ziel, nur um dann wieder auf Anfang gesetzt zu werden!

Nun habe ich gemerkt, dass sich hier die Rezensionen spalten. Es gibt diejenigen, die sich ein schöneres, vielleicht gefühlsmäßig intensiveres Ende mit mehr Love und rosarote Blümchen, alles wird gut Mentalität gewünscht hätten. Und ich zähle mich eher zu denen, denen gerade das intensive Gefühlsleben von Katniss viel besser gefallen hat, die auch ein Tränchen verdrückt haben, weil man sich vielleicht auch schon mal so oder ähnlich gefühlt hat und das Ende so viel besser nachvollziehen kann. Wie gut das ich diese Rezensionen nicht vorher gelesen hatte!!

Im Ganzen muss ich sagen, das die Tribute von Panem keine leichte Kost sind, aber gerade das empfinde ich in dem ganzen Trubel um verliebte Vampire, Happy Ends, geradezu erfrischend! Wenn man mit den Charakteren wächst und ihr geradezu zubrüllen mag was sie tun soll und sich ständig dabei erwischt, was man selber tun würde. Wie bestätigt fühlt man sich dann, wenn das Buch genau dieses Ende nimmt....schööön! Jedes andere Ende hätte ich der Autorin nicht abgenommen und hätte nicht gepasst.

Ein einziges klitzekleines Manko hat der Abschluss - was ich schon bei Harry Potter absolut schrecklich fand - da baut die Autorin über hunderte von Seiten etwas auf, nur um dann auf läppischen zwei Seiten alles zunichte zu machen. Warum kann man dem Leser nicht sich selber überlassen? Das er sich selber überlegt, wie sie wohl 15 Jahre später weiterleben würden? Eventuell sogar mit der Option, seine Helden in einem weiteren Teil wiederzusehen. Nein, da muss man einen Blick in die Zukunft niederschreiben, der einem jegliche Fantasie nimmt....dann entweder irgendwann, Jahre später eine Fortsetzung schreiben oder die Trilogie würdig abschließen.

Nichtsdestotrotz ein wundervolles Buch und mit voller Absicht lasse ich es noch etwas nachklingen und wirken ...
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25 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Das große Finale bleibt aus..., 21. Juni 2012
Von 
Logan Lady (FR) - Alle meine Rezensionen ansehen
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Jetzt oder nie: Katniss muss ihre Rolle als Rebellenführerin anerkennen um in der entscheidenen Schlacht ums Kapitol alle Kräfte zu bündeln. Doch ihre Gedanken hängen immer wieder bei Peeta, der von Präsident Snow gefangen gehalten wird. Kann das gut gehen?

Wie sehr habe ich auf ein fulminates Finale gehofft, nachdem mich Suzanne Collins mit dem 2. Band stark enttäuscht hat. Doch auch bei Band 3 bleibe ich mit einem eher sarkastischen "AHA!" zurück.

Ich hatte beim Lesen das Gefühl, dass die Autorin selbst nicht wusste, wie sie das Finale gestalten soll. So wird auch in diesem Band Seite um Seite für Nichtssagendes und Uninteressantes verschwendet. Charaktere, die man liebgewonnen hat und die eine Rolle spielten, werden in 2 Sätzen getötet und es wird ihnen keine Träne nachgeweint.

Immer, wenn ich dachte "Jetzt passiert was spannendes!", machte Suzanne Collins einen Schnitt und lässt Katniss nur noch erzählen, was dann passierte. So kann ja keine Spannung aufkommen. Auch das Finale an sich entpuppt sich als reines Strohfeuer: sehr gut vorbereitet und dann einfach abgebrochen. Ich fühlte mich beim Lesen regelrecht ums Finale betrogen.

Auch die Lösung der Dreiecksbeziehung Gale-Katniss-Peeta ging mir zu schnell und zu wischiwaschi. Katniss erzählt die Geschichte in ihrer typischen emotions- und begeisterungslosen Art. Abgesehen davon hätte ich sie so manches Mal gern geschüttelt, weil sie so durchschau- und vorhersehbar reagiert hat.

Der Schreibstil der Autorin hingegen ist flüssig und leicht zu lesen, so dass ich auch dieses Werk innerhalb eines Tages durchgelesen habe.

Fazit: ich hatte von der gesamten Reihe "Die Tribute von Panem" mehr erwartet. Auch der 3. Band konnte mich nicht so recht begeistern.
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Flammender Zorn (Die Tribute von Panem, Band 3)
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