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4.0 von 5 Sternen Ab in die 20er!
Susanne Goga lässt mit dem dritten Band um Kommissar Leo Wechsler die 1920er Jahre wieder auferstehen. Ich fühlte mich sofort in diese Zeit hinein katapultiert und genoss es, Berlin durch Leos Wechslers Augen zu sehen.

Leo Wechsler ist ein Mann und Kommissar, den man mag. Er ist pflichtbewusst hat aber genau das richtige Maß an Eigensinn, um in...
Veröffentlicht am 20. August 2012 von Gabi

versus
0 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Historische Krimis
Die Serie von Susanne Goga gefällt mir schon! Ich frag mich nur wer ist das Huhn und wer das Ei, denn Volker Kutscher hat ja seit "Der nasse Fisch" auch eine Krimisaga aus Berlin der 20-Jahren geschrieben. "iss'n bisschen komisch"
Vor 10 Monaten von c.w. veröffentlicht


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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ab in die 20er!, 20. August 2012
Von 
Susanne Goga lässt mit dem dritten Band um Kommissar Leo Wechsler die 1920er Jahre wieder auferstehen. Ich fühlte mich sofort in diese Zeit hinein katapultiert und genoss es, Berlin durch Leos Wechslers Augen zu sehen.

Leo Wechsler ist ein Mann und Kommissar, den man mag. Er ist pflichtbewusst hat aber genau das richtige Maß an Eigensinn, um in alle Richtungen denken zu können. Er beschreitet neue Wege, lässt die alten, eingefahrenen aber nicht aus dem Blick. Das gilt auch für sein Privatleben. Er ist ein liebe- und verständnisvoller Vater, Bruder, Freund und Liebhaber, bleibt aber immer ein Mann seiner Zeit und somit für seine Leser glaubwürdig.

Das Opfer dieses Krimis ist Dr. Henriette Strauss. Sie braucht schon eine ganz besondere Hartnäckigkeit, um sich in den 1920er Jahren als Ärztin zu behaupten. Das gefällt nicht jedem, sie eckt an, weiß es aber mit Bravour zu nehmen. Leider können wir Henriette Strauss nicht lange auf ihrem Weg begleiten, denn Kommissar Leo Wechsler muss sich in diesem Buch mit ihrem Tod beschäftigen. Aber trotzdem gewinnt Henriette Strauss mit jeder Seite mehr Kontur.

Besonders gut gefallen hat mir, dass nicht nur fiktive Personen auftauchen, sondern auch tatsächliche Persönlichkeiten aus dieser Zeit, wie z. B. Ernst Gennat, der ab 1926 Leiter der „Zentralen Mordinspektion“ war, oder der Arzt und Homöopath Dr. Paul Dahlke.
Eine Auflistung der echten Personen findet sich am Ende des Buches.

Ich hoffe, dass es einen vierten Krimi mit Leo Wechsler geben wird!
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Berlinkrimi - gur recherchiert und erzählt!, 26. Juni 2012
Von 
Christian Döring "leseratte" - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 50 REZENSENT)   
In die frühen 20er Jahre entführt uns Susanne Goga mit ihrem neuen Fall für Kommissar Leo Wechsler. Eine Ärztin wurde ermordet, der Kommissar tappt lange im dunklen. Und während er dies tut, hat die Autorin Zeit genug ein stimmungsvolles Berlinbild jener Jahre zu zeichnen.

Themen sind die große und anhaltende Hungersnot und die sich daraus ergebenden Krankheiten, da ist die Rolle der Frau innerhalb der Gesellschaft, da ist die immer heftigere Judenverfolgung und da sind Menschenversuche die mitten in Berlin im Luisenkrankenhaus an Patienten vorgenommen werden sollen. Anfangs wollte ich der Autorin die Themenvielfalt anlasten, manches wird nur oberflächlich in Szene gesetzt, aber letztlich hat Susanne Goga damit genau die Stimmung jener Zeit eingefangen. Dies alles zu lesen ist beinah genauso spannend wie die Aufklärung des Falls.

Ein sehr zu empfehlender Krimi mit gratis gelieferter Geschichtsstunde!
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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Leo Wechsler zum Dritten............, 22. Juli 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Auch mit diesem dritten ( und wohl leider letzten ) Kriminalroman um den Berliner Kommissar Leo Wechsler trifft Susanne Goga wieder voll ins Schwarze.
Ihr gelingt es scheinbar mühelos die Zeit in Berlin im Jahre 1923 in eine Geschichte um den rätselhaften Tod einer Berliner Ärztin miteinzubinden. Man fühlt sich hineinversetzt in diese Tage der Weimarer Republik, Armut und Inflation sind allgegenwärtig und greifbar. Die ersten Übergriffe auf Juden finden statt............
Eine weitere Rolle spielt die Entwicklung im Privatleben von Leo Wechsler. Werden er und Clara als Familie zusammen leben können? Das alles ist unter den gegebenen Umständen zu der damaligen Zeit nicht so einfach.
Wie und warum die aufgeschlossene Ärztin sterben musste wird nachvollziehbar und überzeugend erzählt.
Susanne Gogas Schreibstil ist fesselnd und sehr unterhaltsam.
Ich habe dieses Buch von der ersten bis zur letzten Seite genossen.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen 1923 in Berlin, 6. September 2012
Für mich war dieses Buch der erste Krimi mit Leo Wechsler, ich hatte jedoch keinerlei Verständnisprobleme. Susanne Goga hat alle Figuren sehr sorgfältig eingeführt und glaubhaft charakterisiert. Das Leben einer ganz normalen Familie in dieser schwierigen Zeit wird sehr anschaulich dargestellt. Man erhält ein Gefühl, wie die rapide Geldentwertung den Alltag erschwert hat. So nimmt beispielsweise Ilse für einen Ausflug mit den Kindern in den Zoo eine ganze Einkaufstasche voller Geldscheine mit und hat am Abend alles ausgegeben.
Neben den Protagonisten treten auch historisch verbürgte Personen im Krimi auf. Hinten im Buch sind sie aufgeführt mit den wichtigsten Informationen.
Ein Progrom, das 1923 im Scheunenviertel stattfand, ist sehr geschickt in die Geschichte eingewoben, was bei mir einen sehr intensiven Eindruck hinterlassen hat. Weiter ist die Abtreibungsproblematik der Frauen sensibel aufgegriffen.

Inhaltlich zeichnet sich der Roman durch sorgfältig strukturierte Polizeiarbeit aus, erzählt vorwiegend aus Leo Wechslers Perspektive in der allwissenden Erzählweise. In kursivem Druck ist anhand von Tagebucheinträge von Adrian das Leben des Opfers nachgezeichnet. Am Ende fügen sich diese Schilderungen mit dem Lauf der Geschichte zusammen, sodass keine Fragen offen bleiben.

Die sprachliche Ausdrucksweise hat mir sehr zugesagt. Susanne Goga schreibt sehr flüssig in heutigem Deutsch, das aber durchwegs glaubwürdig rüberkommt. Die Spannung ist durch das ganze Buch hinweg subtil da. Allerdings ist es jetzt nicht ein „Gänsehaut-Pageturner“, sondern eher ein leiser Krimi, der auf angenehme Art den Blick des Lesers auf einen kleinen Ausschnitt der neueren Geschichte lenkt.

Ich habe mich mit diesem Krimi gut unterhalten gefühlt und habe in paar angenehme Stunden damit verbracht. Da ich mich sehr für geschichtliche Themen interessiere habe ich sehr eindrucksvoll Einblick in den Alltag während dem „heißen“ Jahr 1923 gewonnen. Ich empfehle dieses Buch Liebhabern von ruhigeren Krimis vor historischem Hintergrund.
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Leos dritter, 15. Juli 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Meiner Meinung nach ist der 3. Fall von Leo Wechsler der stärkste der drei Bände.

Die geschichtlichen Hintergründe fand ich höchst beeindruckend, füllen sie doch die trockenen Fakten aus dem Geschichtsunterricht mit Leben.
Daß selbst Polizeibeamten das Wasser irgendwann bis zum Hals stand ist mir erst da bewusst geworden.

Den Fall fand ich interessant, zeigten doch auch die falschen Spuren Misstände in den Berliner Kliniken auf, die für uns heute unvorstellbar sind und damals aber zum Alltag gehörten.
Auch der Seitenstrang um den Kollegen Sonnenschein, machte deutlich, daß Judenhass kein Phänomen der dreissiger Jahre war.

Ich würde mich sehr freuen, wenn es noch einen vierten Fall mit Leo geben würde, auch um die privaten Entwicklungen mit Clara weiter beobachten zu können.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein spannender Krim mit vielen historischen Fakten, 25. Juni 2012
Fünf Jahre nach dem Ende des Ersten Weltkrieges leidet die Berliner Bevölkerung schwer unter der Wirtschaftskrise und der davon galoppierenden Inflation. Immer wieder versuchen rechte Gruppierungen, die Juden für die Misere mitverantwortlich zu machen. Susanne Goga fängt die explosive Stimmung dieser Zeit gekonnt ihrem neuen Berlin-Krimi mit Kommissar Leo Wechsler ein. Sie beschreibt aber nicht nur die Lage der Zeit, sie beschäftigt sich auch mit der damaligen Rolle der Frau. Sehr anschaulich wird deren Dilemma an Leos Freundin Clara dargestellt, die sich zwischen Job und Familie entscheiden muss (na, wenn einem das nicht bekannt vorkommt...). Und natürlich geht sie auch auf die Lage der Juden ein, die immer stärkeren Anfeindungen ausgesetzt sind. Vor allem aber lösen Leo Wechsler und sein Team zwischen all den interessanten Hintergrundinfos einen überaus kniffligen Fall. So ist Susanne Goga mit 'Die Tote von Charlottenburg' erneut ein spannender Krim mit vielen historischen Fakten und einem authentisch anmutenden Stimmungsbericht aus dem Berlin der frühen 20er Jahre gelungen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Origineller historischer Berlin-Krimi, der zu oft an der Oberfläche bleibt, 20. Februar 2013
Das Buch habe ich mir gekauft, weil ich gespannt war auf einen gut geschriebenen Krimi vor dem historischen Hintergrund meiner Heimatstadt in den 1920er Jahren. Sonst lese ich Krimis eher selten und kenne auch die beiden Vorgängerbücher mit Kommissar Leo Wechsler nicht. Ich habe das unterhaltsame Buch schnell und mit Freude gelesen.

Die Story ist originell, sehr gut ausgedacht und in sich stimmig. Die Autorin hat dabei die Hintergründe gut recherchiert, sowohl die historischen als auch die medizinischen Hintergründe des Mordfalls. Auch gelingt es ihr geschickt, die Spannung aufrecht zu erhalten und den Leser zum Mitdenken anzuregen, indem sie Kommissar Wechsler immer ein wenig Informationsvorsprung gibt. Nur am Ende hätte ich mir noch eine überraschende Wendung gewünscht: Irgendwann weiß man wer es war und warum, und dann klingt das Buch über viele Seiten mit einem erwarteten Happy End seicht aus.

Die Sprache der Autorin ist zwar gut lesbar und abwechslungsreich, aber nicht sonderlich kreativ oder stimmungsvoll. So wird die Spannung vor allem durch die gute Story und den wohlorganisierten Text getragen, nicht aber durch die Sprache unterstützt. Auch den handelnden Personen fehlt etwas die psychologische Tiefe. Am schönsten ist ihr nach meinem Geschmack die historische (Neben-)Figur des damaligen Leiters der Mordkommission, Ernst Gennat, gelungen, den ich mir genau so vorstellen kann, wie sie ihn beschrieben hat. Was mich vielleicht am meisten enttäuscht hat ist, dass der historische Hintergrund nur eine Kulisse bleibt: Die Personen im Buch denken und reden weitgehend wie wir heute. Sie müssen sich nur mit den Härten der Inflation herumschlagen, denen man aber mit weiteren historischen Details mehr Leben hätte einhauchen können. Ich fühlte mich nicht wirklich in das Berlin der 1920er Jahre zurückversetzt.

Wenig plausibel und geradezu kitschig ist die Episode, wie der Gutmensch Wechsler sich während der Arbeitszeit davonstiehlt, um bei den Krawallen im Scheunenviertel im Alleingang den Laden des Vaters seines jüdischen Kollegen gegen den anstürmenden Mob zu verteidigen. Aber das ist nur ein kleiner Ausrutscher. Alles in allem kann ich das Buch durchaus empfehlen, nach der unterhaltsamen Lektüre blieb aber bei mir das Gefühl zurück, man hätte noch mehr aus der originellen Story machen können.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Mord an einer Frauenärztin, 5. Oktober 2012
Von 
Gospelsinger (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)   
Berlin, 1923. Der Kommissar Leo Wechsler wird von einem jungen Mann aufgesucht, dessen Tante tot in ihrer Wohnung in Charlottenburg aufgefunden wurde. Auf den ersten Blick deutet zwar nichts auf einen Mord hin, aber Leos Freundin Clara Bleibtreu hatte die Ärztin und Frauenrechtlerin Henriette Strauss auf Hiddensee kennen gelernt, und so interessiert Leo der Fall.
Schließlich stellt sich heraus, dass es sich wirklich um Mord handelt, und die Ermittlungen führen Leo in das Krankenhaus, in dem Henriette gearbeitet hat. Und dort kommt er Dingen auf die Spur, die durchaus ein Mordmotiv darstellen. Aber ist die Lösung des Falls wirklich so einfach?
Wie beim ersten Band der Reihe habe ich die Lösung recht früh erahnt, aber trotzdem hat das Weiterlesen wieder Spaß gemacht. Dass ich den zweiten Band nicht kenne, machte nichts, denn die wesentlichen Ereignisse für die Protagonisten wurden in diesem Band noch einmal kurz erwähnt, ohne zu viel von der Handlung zu verraten.
Der Schreibstil ist wieder flüssig und gut lesbar, und die Charaktere haben sich sehr schön weiterentwickelt. Erneut hat mir gefallen, wie gut die Atmosphäre der damaligen Zeit eingefangen wurde. Die Inflation nimmt inzwischen unglaubliche Ausmaße an, und das politische Klima wird rauer. Die kommenden Ereignisse werfen ihre Schatten voraus.
Ich bin gespannt, wie es weitergeht, und werde diese Reihe sicherlich weiter verfolgen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Spannend, authentisch, gut erzählt, 14. September 2012
Berlin in den 20er Jahren. Die Inflation hält nicht nur Berlin gefangen und führt immer wieder zu Ausschreitungen und Anfeindungen – vor allem gegen die dort lebenden Juden. Der Tod von Henriette Strauss erschüttert alle, die sie kannten. Als Ärztin und Mensch war sie geliebt und geachtet und keiner mag so recht an ihren Tod glauben. Nur ihr Neffe und ihr Hausarzt vermuten, das mehr hinter der plötzlichen Lungenentzündung mit Todesfolge stecken könnte. Leo beginnt mit seinen Kollegen zu ermitteln.
Verdächtige gibt es viele, denn die Tote war Ärztin in einer Beratungsstation für Frauen und übernahm auch die Beratung bei ungewollten Schwangerschaften. Sie hatte mit Neidern zu kämpfen und nicht nur Freunde. Schließlich war sie gegen die Versuche an Menschen, die auf ihrer Station im Krankenhaus durchführt wurden. Auch ihre Familie erscheint merkwürdig, obwohl ihr Neffe aufrichtig um sie zu trauern scheint. …

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Dies ist nun schon der 3. Band rund um Leo Wechsler und obwohl ich die anderen beiden nicht gelesen habe, fand ich mich ohne Probleme in der Geschichte zurecht. Susanne Goga erzählt hier nicht nur die Geschichte des Mordes an Henriette Strauss, sondern vereint eigentlich gleich mehrere große Erzählstränge in einem.
Da wäre natürlich die Geschichte rund um den Mord und die Ermittlungsarbeiten, auf die immer wieder sehr detailliert eingegangen wird. Es wird jedoch nie zu viel, sondern nimmt genau den richtigen Platz ein. Doch auch die Familiengeschichte der Ermordeten kommt nicht zu kurz.
Als nächstes ist da die Geschichte rund um Leo selbst. Ich kenne die Vorgeschichte nicht, aber hier ist er nun schon ein Jahr mit Clara zusammen. Das Leben für die beiden ist nicht einfach, zumal ja Leo’s Schwester bei ihm zu Hause wohnt und sich um alles kümmert. Eine Vertiefung der Beziehung erscheint relativ aussichtslos, denn keiner der beiden kann und will so einfach seine Arbeit und seine Selbständigkeit aufgeben.
Und schlussendlich erfährt man sehr viel mehr geschichtliche Hintergründe, als man sie sich jemals im Geschichtsunterricht gemerkt hat. Hier werden sie so ganz nebenbei vermittelt. Doch nicht nur platt erzählt – man denkt und fühlt beim Lesen praktisch in den 20er Jahren, der Armut und der allgegenwärtigen Gefahr.

“Die Tote von Charlottenburg” ist für mich eher ein sehr guter historischer Roman mit ein bisschen Krimi als ein richtiger Kriminalfall. Wer sich nur auf den Mord konzentriert, könnte vielleicht enttäuscht werden. Obwohl die Story sehr gut und auch spannend erzählt ist, wird relativ schnell klar, wer der Täter ist bzw. gewesen sein könnte. Mir machte es allerdings nichts aus – im Gegenteil. So passt es viel besser als irgend ein zusammengereimtes Ende, das in sich überhaupt nicht stimmig ist.

Die Autorin hat ein wunderbares Buch geschaffen. Sie bringt die Zeit der Inflation mit all ihren Problemen und der aufkeimenden Gewalt perfekt rüber. Mittendrin der alleinerziehende Vater Leo, der zwar mit Herz und Seele Polizist ist, sich jedoch trotzdem eine eigene Meinung bildet und auch durchaus mal gegen andere redet. Doch auch die Problematik der Frauen in der damaligen Zeit wird sehr gut aufgegriffen.

Für mich auf jeden Fall ein sehr gutes Buch, dass ich jedem, der ein bisschen geschichtliches Interesse hat, nur ans Herz legen kann. Am Ende des Buches wird sogar noch der Bezug zu diversen historischen Personen hergestellt. So gibt es für 7 Personen im Buch historische Vorlagen, zum Beispiel den Leiter der Mordinspektion Gennat.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Der dritte Fall für Leo Wechsler, 27. August 2012
Eine Ärztin wird tot in ihrer Wohnung aufgefunden und alles deutet auf einen Herzanfall hin. Doch der Neffe der Verstorbenen glaubt nicht daran, weshalb er die Polizei auf den Plan ruft. Leo Wechsler, der mit dem Fall betraut wird, hat alle Hände voll zu tun Hinweisen nachzugehen, führen sie nun in die eine oder in die andere Richtung. Nebenbei muss er allerdings auch noch versuchen sein Privatleben auf die Reihe zu bekommen, denn dort läuft derweil auch nicht alles rund...

„Die Tote von Charlottenburg“ ist der dritte Fall für Kommissar Leo Wechsler im Berlin der 20er Jahre. Die Befürchtung liegt nahe, dass man zu wenig Hintergrundwissen hat, sollte man die ersten beiden Bände nicht kennen. Doch diese Sorge wird dem Leser schnell genommen, da die Charaktere mehr als ausführlich dargestellt werden. Auch wichtige Ereignisse aus der Vergangenheit werden nochmals aufgegriffen, so dass sich ein wahrlich umfassendes Bild ergibt.

Man kommt schnell in die Geschichte hinein, auch wenn sie nicht in der heutigen Zeit spielt. Oft hat man allerdings das Gefühl, dass genau das der Fall ist, man merkt hin und wieder gar nicht, dass man sich in der Vergangenheit befindet. Dem Geschehen zu folgen stellt auch keine Probleme dar, da die Autorin es versteht, den Leser mit ihrem flüssigen Schreibstil in den Bann zu ziehen.

Das Tempo ist eher gemütlich, was jedoch gut zum Gesamtbild passt und somit kein Manko ist. Auch Spannung ist ausreichend vorhanden, da bis zum Schluss nicht sicher ist, in welche Richtung sich der Fall auflösen wird. Ein paar Handlungen sind vorhersehbar, was jedoch nicht weiter schlimm ist und das Lesevergnügen nicht trübt.

Ein interessanter Fall für Leo Wechsler, der neugierig auf die ersten beiden Bände macht und hoffen lässt, dass noch weitere folgen werden.
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