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TOP 1000 REZENSENTam 3. Januar 2007
Berlin 1922: Schreck in der Abendstunde für die Haushälterin Elisabeth Moll: Ihr Arbeitgeber, der Wunderheiler Sartorius, liegt tot im Wohnzimmer, erschlagen mit einer Buddha-Statue aus Jade. Zu seinen Patienten zählte vor allem die Berliner Prominenz. Hatte aus diesem Personenkreis jemand ein Tatmotiv?

Kriminalkommissar Leo Wechsler ermittelt und findet schnell heraus, dass Sartorius nicht unbedingt ein blütenreiner Saubermann war. Einige seiner Patienten therapierte er mit Kokain ' damals so illegal wie heute. Nahm er es mit der Diskretion vielleicht auch nicht so genau? Ist gar Erpressung im Spiel?

Die Ermittlungen in den besseren Kreisen erweisen sich schnell als heikle Angelegenheit. Die eigenmächtigen Aktionen seines Kollegen von Malchow machen Leo Wechsler zusätzlich das Leben schwer.

Da geschieht ein zweiter Mord: Im ärmlichen Scheunenviertel wird Erna Klante, eine ältere Prostituierte, erdrosselt aufgefunden. Einziges Indiz: Ein teurer Knopf, der am Tatort gefunden wird und der nicht zur Bekleidung der Toten gehören kann.

Eine innere Stimme sagt Kommissar Wechsler, dass diese beiden Mordfälle womöglich zusammenhängen. Eine Theorie, die weder Kollegen noch Vorgesetzte nachvollziehen können. Was soll der Wunderheiler der besseren Gesellschaft mit der alternden Hure zu tun gehabt haben? Doch Leo Wechsler ist für seine Hartnäckigkeit bekannt. Vielleicht gab es ja in der in der Vergangenheit eine Verbindung zwischen Sartorius und dem zweiten Opfer? Wer war Erna Klante, bevor sie in der Gosse landete? Er forscht nach ...

Parallel zu der Geschichte von Leo Wechsler wird die des Mörders erzählt. Immer wieder streut die Autorin seine Gedanken ein. Dadurch ist der Leser den Ermittlern stets einen Schritt voraus. Und die Frage heißt hier nicht, wie im klassischen Krimi: 'Wer war es?', sondern: '(Wie) werden sie ihn kriegen?' Die Spannung entsteht aus dem Katz- und Maus-Spiel zwischen dem Täter und der Polizei. Manchmal möchte man aus seiner wissenden Position heraus die Personen in dem Roman in die richtige Richtung schubsen, wenn wieder eine Chance auf Aufklärung haarscharf verpasst wurde: 'Jetzt sag doch schon, was du weißt, Mann! Das ist kein Geschwätz, das ist WICHTIG!'

Die zwei ungelösten Mordfälle sind jedoch nicht Leo Wechslers einziges Problem. Ständig hat er Ärger mit seinem Kollegen von Malchow. Der ist ebenso arrogant wie unfähig, gehört aber ' wie ein Großteil der Kriminalpolizei ' dem Adelsstand an und genießt dadurch unfassende Protektion. Und wenn es noch so kontraproduktiv ist, was er tut: Er kommt damit durch. Wechsler, den weder Adelstitel noch Kriegsehren auszeichnen, sondern nur seine gute Arbeit, treibt von Malchows impertinentes Verhalten zur Weißglut.

Auch in Wechslers Privatleben gibt es Spannungen: Er ist seit drei Jahren verwitwet und hat zwei Kinder. Seit dem Tod seiner Frau führt ihm seine jüngere Schwester Ilse den Haushalt, die so langsam das Gefühl hat, vor lauter Pflichterfüllung ihr eigenes Leben zu versäumen. Dann erkrankt auch noch Tochter Marie ...

Das Privatleben des Kommissars ist ein zentrales Element des Romans, ohne dass es den Kriminalfall dominiert. Gerade an den häuslichen Verhältnissen und an der familiären Situation Wechslers wird der gesellschaftliche Hintergrund deutlich. Wenn Ilse über die irrwitzigen Preissteigerungen klagt und sich die Familie zu Mittag mit Pellkartoffeln und Margarine begnügen muss, wenn Leos Sohn vom Lehrer Prügel bezieht, weil er einen jüdischen Schulkameraden gegen ungerechtfertigte Angriffe verteidigt, dann ist das Geschichte zum Mitfühlen. Oder wie es die Autorin Rebecca Gablé formuliert: 'Leo Berlin ist eine Zeitreise erster Klasse.'

Wer sich unbedingt davon überraschen lassen möchte, wer der Täter ist, für den ist LEO BERLIN wohl nicht der richtige Tipp. Wer aber gerne schlauer ist als die ermittelnden Beamten ' und deshalb vielleicht sogar zu den Menschen gehört, die den Schluss eines Kriminalromans zuerst lesen ' schwebt hier im siebten Krimihimmel. Wenn Sie sich also für die Hintergründe und Umstände einer Tat genauso interessieren wie für die Ermittlungsarbeit, werden Sie sich bestens unterhalten. Glaubwürdige Charaktere, eine lebendige Sprache sowie der wohl dosierte Einsatz von Zeitgeist und Lokalkolorit tragen das Ihrige dazu bei.

Für alle, denen nach Abschluss der Ermittlungen der Abschied von Leo Wechsler und dem Berlin der 20-er Jahre schwer fällt: Der Kriminalkommissar ermittelt weiter ... in dem Band TOD IN BLAU.
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am 20. August 2005
Berlin, 1922: Beginnende Inflation, das aufgeheizte politische Klima der Weimarer Republik, tristes Hinterhofleben der Arbeiterklasse im Gegensatz zu eleganten Villen der Oberschicht. Zu dieser Zeit ermittelt Kommissar Leo Wechsler in einem Mordfall. Der Wunderheiler Sartorius, der Patienten aus den besten Kreisen behandelte, wird tot in seiner Wohnung aufgefunden - erschlagen mit einer Buddhafigur aus Jade. Bei den Ermittlungen stellt sich heraus, dass der Wunderheiler kein unbeschriebenes Blatt war. Er "therapierte" eine Reihe von Patienten mit Kokain. Ob hier der Grund für den Mord zu suchen ist? Wechslers Nachforschungen führen ihn in die Wohnzimmer der feinen Gesellschaft ...
"Leo Berlin" ist ein Roman, den man schon auf den ersten Seiten lieb gewinnt. Mit Leo Wechsler präsentiert Susanne Goga eine Hauptfigur, die gleichermaßen sympathisch, interessant und glaubwürdig ist. Witwer, Vater von zwei Kindern, ein Familienleben in einem Wohnblock in Moabit mit Problempotential. So wird das Leben der 20er Jahre für den Leser greifbar und "Leo Berlin" mausert sich zu einer interessanten Zeitstudie.
Doch auch die Spannung kommt nicht zu kurz. Goga wechselt immer wieder die Perspektive und teilt dem Leser immer wieder die Gedanken des Täters mit. So kann der Leser schon herausfinden wer der Täter ist, bevor die Geschichte zur Hälfte erzählt ist. Goga rückt das Katz-und-Maus-Spiel zwischen Ermittlern und Täter in den Mittelpunkt. Man weiß als Leser, dass der Täter noch auf einen weiteren Schachzug aus ist und so werden die Ermittlungen zu einem Lauf gegen die Zeit. Spannend bleibt die Geschichte damit bis zum letzten Moment, zumal Goga es versteht, beide Ebenen der Hauptfigur Leo Wechsler interessant verlaufen zu lassen - die private genauso wie die berufliche.
Sprachlich liest sich das Ganze sehr angenehm und unterhaltsam. Gogas Stil ist recht einfach gehalten und lässt sich locker und flott herunterlesen. Eingestreute Dialoge mit Berliner Akzent sorgen für das nötige Lokalkolorit.
Alles in allem, weiß Susanne Goga mit ihrem Debütroman recht ordentlich zu überzeugen. Sie lässt gute Recherchearbeit erkennen und mixt aus Fakten und Fiktion einen schmackhaften, gut bekömmlichen Cocktail aus Krimi und sensibler Zeitstudie. Die Figuren wirken lebendig, die Handlung ist spannend und der Leser kann sich dank der so stimmig in die Handlung eingewobenen Studie der zwanziger Jahre wunderbar in die damalige Zeit versetzen. Fazit: Lesenswert.
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HALL OF FAMEam 17. Januar 2009
Susanne Goga hat mit "Leo Berlin" (dtv 24468 - 2005) ein exquisites Debüt geliefert. Im Berlin der zwanziger Jahre des vorigen Jahrhunderts herrscht eine explosive Athmosphäre: Die Republik hat sich gerade mühsam etabliert. Sie wird von rechts massiv angefeindet. Es kommt zu politisch motivierten Morden. Viele leiden Hunger. Doch eine Schickeria feiert. Da wird Gabriel Sartorius, ein Wunderheiler der Reichen mit einer Jade-Statue erschlagen. Kommissar Leo Wechsler, verwitweter Vater zweier kleiner Kinder, wird mit den Ermittlungen betraut. Doch die Fortschritte sind zäh, da sich lange Zeit kein Motiv abzeichnet. Doch als auch eine ältere Prostituierte ermordet wird, sieht er Zusammenhänge, muß mit seinen Recherchen weit zurückgehen und kann schließlich - auch unter Gefährdung seines Lebens - die Morde aufklären. Auch Wechslers Privatleben wird immer wieder so beleuchtet, daß dies nicht - wie in vielen anderen Krimis - als überflüssig betrachtet werden kann. Es liefert vielmehr eine beeindruckende Darstellung der Lebensumstände im damaligen Berlin. Insgesamt ein interessanter Plot mit faszinierendem Hintergrund und voller Spannung. Mittlerweile ist mit "Tod in Blau" (dtv 24577 - 2007) ein weiterer Roman von Susanne Goga mit Kommissar Wechsler erschienen. Womit einer Serie nichts mehr im Wege steht.
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am 16. Januar 2015
Auf der Suche nach neuem Lesestoff bin ich auf diese Reihe von Susanne Goga gestoßen. Das Setting erschien mir sehr interessant, da ich begeistert alle "Gereon-Rath"-Romane von Volker Kutscher gelesen habe, den aktuellsten Roman "Märzgefallene" sogar erst kurz vor diesem Buch. Leider verliert das Buch von Susanne Goga im direkten Vergleich recht deutlich, weshalb ich hier nur 3 Sterne gebe, ohne diese zeitliche Nähe zwischen dem Lesen beider Bücher, wären es vermutlich vier geworden.

Der Roman ist ein bodenständiger Kriminalroman, der sich flüssig durchlesen lässt. Die Geschichte ist logisch aufgebaut, die Lösung des Falls nachvollziehbar. Der Mörder ist früh bekannt, was ein wenig die Spannung nimmt. Die Ermittlungsarbeiten zu verfolgen ist dennoch interessant. Das Buch könnte am Schluss einen temporeicheren Showdown vertragen. Die Einbindung in die frühen 1920er gelingt und das ganze wirkt nicht anachronistisch. Auf eine breitere Darstellung des historischen Umfeldes verzichtet die Autorin aber, was im Vergleich zu den Kutscher-Romanen negativ auffällt. Der für mich größte Schwachpunkt ist die Figurenzeichnung: Leider will sich bei mir keine rechte Beziehung zu ihnen aufbauen. Sie bleiben blass, man erfährt wenig über sie. Der einzige stärker ausgearbeitete Charakter ist die Hauptfigur Leo Wechsler, der mir persönlich aber zu wenig Ecken und Kanten hat. Er spürt instinktiv, dass die zwei Mordfälle zusammenhängen, obwohl zu diesem Zeitpunkt noch keine objektive Verbindung besteht. Ich bin mir nicht sicher, ob es diese Art der "Überhöhung" des Kommissars von Seiten der Autorin wirklich gebraucht hätte, auf mich wirken solche "übernatürlichen" Eingebungen immer etwas abschreckend.

Vermutlich werde ich die weiteren Bände auch noch lesen; den Wunsch, mir das nächste Buch sofort lesen zu müssen, verspüre ich aber nicht. Wer gerne einen spannungsreichen, historischen Kriminalroman lesen möchte und die Kutscher-Bücher noch nicht kennt, dem würde ich diese eher empfehlen.
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TOP 1000 REZENSENTam 28. Januar 2014
Im historischen Kriminalroman „Leo Berlin“ nimmt Susanne Goga den Leser mit ins Berlin der 1920er. Passend zu dieser Zeit wurde ein Foto in schwarz-weiß mit einem eingefärbten Element als Cover gewählt, die beiden Personen im Vordergrund tragen die für diese Zeit typische Kleidung. Gleich durch diese Buchaufmachung fühlte ich mich zurückversetzt ins Berlin von damals. Da ich schon mehrmals in Berlin war, fand ich den Vergleich der Stadt heute zu der aus der Erzählung sehr interessant. Hier war auch in den 1920ern der Dreh- und Angelpunkt der Politik, die die Autorin mit gut recherchierten Einzelheiten in den Roman hineinspielten lässt.

Erst nach einiger Zeit fügt sich der Prolog, in dem eine Gruppe Jugendlicher ihren schüchternen Freund ins Bordell für seine erstes Mal bringt, in das Bild des Romans ein. Doch zunächst lernt der Leser Leo Wechsler kennen. Er ist Kommissar in Berlin, verwitwet mit zwei Kindern, seine ältere Schwester führt ihm den Haushalt. Mit einigen Kollegen versteht er sich mehr wie mit anderen, wie es so üblich ist. Die Ermittlungsteams werden immer wieder neu zusammengestellt. Leo wird der Mordfall an dem stadtbekannten Wunderheiler Sartorius zugewiesen, der von seiner Haushälterin erschlagen aufgefunden wurde. Noch bevor sich brauchbare Hinweise auf den Täter finden, ereignet sich ein ganz anderer Mord mit dem Leo ebenfalls beauftragt wird. In ihrer winzigen Wohnung wurde eine ältliche Prostituierte erwürgt aufgefunden. Der Mörder wurde gesehen, doch die Beschreibung ist zu ungenau. Zunächst scheint es keinen Zusammenhang zwischen den Fällen zu geben, bis in Leo langsam ein Verdacht reift.

Der Krimi erfasst die gesellschaftliche Situation der damaligen Zeit und zeigt sehr gut den Kontrast zwischen den mondän lebenden Bewohnern der Stadt und den einfachen Leuten in den ärmlicheren Vierteln auf. Leo Wechsler ist ein Familienmensch, der mit den Belastungen seines Berufs im Großen und Ganzen gut zurechtkommt, jedoch hin und wieder eine Seele zum Aussprechen benötigt. Daher eckt er auch gerne einmal an. Zu Hause liegt ständig Anspannung in der Luft, da seine Schwester sich ausgenutzt fühlt. Und auch dies ist gut nachvollziehbar dargestellt.

Deutlich werden im Buch auch die Unwägbarkeiten der Zeit durch viele Krankheiten, die lebensbedrohlich waren und dadurch auch Einfluss auf das Leben der Person und deren Umwelt nahmen. Durch kursiv gedruckte Einschübe im Text erfährt der Leser über die Handlungen, aber auch die Gedanken des Täters. So kann er besser nachvollziehen, warum dieser gemordet hat und ist den Ermittlern sogar noch einen Schritt voraus. Und zum Schluss steigert sich die anhaltende Spannung nochmals dadurch, dass sich die Frage stellt, ob der Mörder es schafft, sich seiner gerechten Strafe zu entziehen.

„Leo Berlin“ ist ein sehr guter Kriminalroman, in dem auf klassische Art ermittelt wird, typischerweise für die damalige Zeit ohne Handy und Internet, was mir besonders gut gefällt. Daher gibt es von mir eine uneingeschränkte Leseempfehlung.
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am 19. November 2006
Im Berlin Anfang der 20er Jahre sieht es nicht besonders gut aus. Steigende Arbeitslosigkeit und zunehmende Inflation fördern die Unzufriedenheit und Angst der Bevölkerung. Als plötzlich der berühmte Wunderheiler Sartorius ermordet wird, beginnt Leo Wechsler zu ermitteln. Leo ist ein politisch korrekter, sympathischer Polizist, der weder Adelstitel noch Kriegsehren vorweisen kann, sondern sich aufgrund seiner ausgezeichneten Arbeit bewährt hat. Dieser neue Fall hat es in sich, denn der ermordete Wunderheiler Sartorius verkehrte in besten Kreisen, zu seinen Patienten zählte vor allem die Berliner Prominenz. Doch wer von ihnen hatte ein Motiv ihn zu töten?

Susanne Goga hat in ihrem Debütroman einen sympathischen Ermittler geschaffen, der durch seine Menschlichkeit und seine Abneigung gegen den typisch preußischen Gehorsam die Herzen der Leser gewinnt. Als Polizist im so genannten Adelsclub hat er es nicht immer leicht und auch privat sieht er sich Problemen gegenüber. Seit dem Tod seiner Frau führt ihm seine Schwester den Haushalt und sorgt sich um seine Kinder, was zu Unzufriedenheit und Konflikten führt. Leo Wechsler ist kein Mensch ohne Ecken und Kanten, die Vorwürfe seiner Schwester haben Hand und Fuß und dennoch kann er mit ihr nicht offen sprechen. Die Gratwanderung zwischen Pflichtgefühl und Sehnsucht nach einer eigenen Beziehung prägen und belasten das Zusammenleben.

Durch den Kunstgriff der Autorin, schon direkt zu Beginn kurze Szenen aus der Sicht des Täters einzubinden, beginnt sich der Leser ein eigenes Bild über den Fall des ermordeten Wunderheilers zu machen und hat so die Möglichkeit, zu Beginn mitzurätseln. Die Auflösung wird zwar relativ schnell ersichtlich, doch das hat meinem Lesevergnügen überhaupt keinen Abbruch getan, denn das Motiv des Täters und die Jagd auf ihn sind fast ebenso spannend wie die Lösung selbst. Susanne Goga schafft trotz einiger Vorgriffe in der Handlung einen runden Spannungsbogen, führt den Leser gekonnt ins Berlin der Weimarer Republik, zeichnet lebendige Personen und bietet so einen guten Krimi der anderen Art aus einer interessanten Zeit. Wen die Umstände eines Verbrechens und die Psyche des Täters mehr oder ebenso interessieren wie die Frage nach der Identität des Täters, ist mit 'Leo Berlin' gut beraten. Auch wenn gegen Ende kaum Fragen offen bleiben, hoffe ich sehr, Leo Wechsler bei weiteren Fällen über die Schulter sehen zu dürfen!
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am 4. Juni 2012
Im weimarischen Berlin im Jahr 1922 - republikfeindliche Attentate auf Scheidemann oder Rathenau - erschrecken nach wie vor den Alltag, kommt es zu zwei mysteriösen Mordfällen, die zunächst nichts miteinander zu tun haben scheinen. Kommissar Leo Wechsler vetraut auf seine Intuition und machst sich auf die Suche nach dem Mörder...

Krimis, die zur Zeit der Weimarer Republik spielen, haben derzeit Hochkonjunktur. Geschickt werden auch bei Leo Berlin historische Umstände mit der Handlung verknüpft. So sind Sozialarmut, beginnende Inflation und plitische Unruhen The,ma des Buches. Der Krimifall an sich ist eher behäbig inszeniert und recht nüchtern erzählt, so dass Spannung nur unverhältnismäßig selten zum Weiterlesen animiert.
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TOP 1000 REZENSENTam 31. Mai 2014
Berlin, 1922. Kommissar Leo Wechsler wird zum Schauplatz eines Mordes gerufen. Der Wunderheiler Gabriel Sartorius wurde in seiner Wohnung in Charlottenburg mit einem Jadebuddha erschlagen. So manche bekannte Berliner Persönlichkeit war Patienten bei ihm, doch wer von ihnen könnte ein Mordmotiv haben? Kurz darauf wird Leo Teil einer zweiten Mordkommission: Die in die Jahre gekommene Prostituierte Erna Klante wurde im Scheunenviertel erdrosselt. Gibt es einen Zusammenhang zwischen den beiden Fällen?

Ich habe dieses Buch mich großen Erwartungen begonnen, und diese wurden voll erfüllt. Nach einem kurzen Prolog, dessen Bedeutung man noch schwer abschätzen kann, lernt man dem Kommissar Leo Wechsler kennen und wird schließlich Zeuge der letzten Minuten im Leben des Gabriel Sartorius. So war ich nach nur 10 Seiten schon mittendrin im ersten Berlinkrimi von Susanne Goga.

Leo Wechsler ist ein Mann, der es sowohl beruflich als auch privat wahrlich nicht einfach hat. Im Beruf stehen seine einfache Herkunft und sein Sinn für Gerechtigkeit einer schnellen Karriere im Weg. Privat hat er vor einigen Jahren seine Frau verloren, weshalb seine Schwester ihm mit Haushalt und Kindern hilft, doch diese ist mit ihrer Rolle zunehmend unzufrieden. Kein Wunder also, dass Leo immer wieder mürrischen und uneinsichtigen ragiert. Gleichzeitig zeigt er im Umgang mit seinen Kindern aber auch seine weiche Seite und in den Ermittlungen seine brillanten Fähigkeiten der Kombination und Schlussfolgerung. Leo verdiente sich schnell meinen Respekt, und trotz seiner nicht ganz einfachen Art bald auch meine Sympathien.

Der Verlauf der Ermittlungen war authentisch und interessant aufgebaut. Im Fall Gabriel Sartourius werden einige Ansätze verfolgt, doch so recht wollen die Ermittlungen nicht vorankommen. Im Fall Erna Klante gibt es hingegen zwei heiße Spuren, doch auch die müssen mit Mühe verfolgt werden, hier muss solide Ermittlungsarbeit geleistet werden. Als Leserin war man den Ermittlern allerdings einen Schritt voraus, denn in Zwischensequenzen blickt man durch die Augen des Täters und weiß bald mehr über die Hintergründe der Morde. Außerdem konnte man so hautnah miterleben, wie die Ermittler dem Täter allmählich auf die Spur kommen, und ich hoffte mit Leo, dass er bald die entscheidenden Schlüsse ziehen wird.

Neben den Charakteren und dem Ermittlungsverlauf hat mir die geschichtliche Einbettung sehr gefallen. Der Autorin gelingt es, das Berlin der 20er auf den Seiten lebendig werden zu lassen. Diverse historische Ereignisse werden erwähnt und in die Handlung eingebunden, und Leos Streifzüge durch Berlin und auch Szenen bei ihm Zuhause fangen die Atmosphäre und Einstellungen der damaligen Zeit ein.

„Leo Berlin“ ist ein rundum gelungener, historischer Kriminalroman. Ein vielschichtiger Kommissar, Ermittlungen, die man auch aus Sicht des Täters verfolgt, und eine bestens eingefangene Atmosphäre machen dieses Buch zu einem Leseerlebnis. Ich bin begeistert und rate dazu, sich dieses Buch nicht entgehen zu lassen!
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am 13. Februar 2014
„Leo Berlin“ ist der erste Krimi einer Serie um den Kommissar Leo Wechsler der Berliner Mordkommission. Der Roman spielt im Jahr 1922. In Berlin wird ein charismatischer Wunderheiler, dessen Patienten überwiegend aus der betuchten Oberschicht stammen, in seiner Wohnung erschlagen aufgefunden. Kurz darauf gibt es einen weiteren Mord: Eine 50-jährige Prostituierte wird in ihrer ärmlichen Unterkunft erdrosselt. In beiden Fällen ermittelt Leo Wechsler. Obwohl die Mordopfer völlig unterschiedlichen Milieus entstammen, vermutet Leo Wechsler schon bald einen Zusammenhang.

Die Handlung wird überwiegend aus der Perspektive von Leo Wechsler erzählt. Dazwischen gibt es aber viele Passagen aus Sicht des Mörders. Anfangs bleibt man über dessen Identität im Unklaren, aber nach ca. einem Drittel des Krimis weiß man auch, um wen es sich bei ihm handelt. Das tut der Spannung aber keinerlei Abbruch. Vielmehr ist es recht abwechslungs- und aufschlussreich, immer wieder die Handlung aus Perspektive des Täters verfolgen zu können und zu sehen, wie nah oder eben auch nicht die Ermittler im gerade gekommen sind.

Die Figur des Kommissars fand ich gut charakterisiert. Über seine kriminalistische Arbeit hinaus erhält man, ohne dass dies jedoch zu viel Raum einnimmt, interessante Einblicke in sein Privatleben. Leo Wechsler ist trotz seiner erst 34 Jahre Witwer, nachdem seine Frau vor einigen Jahren der spanischen Grippe zum Opfer gefallen ist. Seither lebt seine um zwei Jahre ältere Schwester Schwester bei ihm und kümmert sich um seine vierjährige Tochter Marie und seinen achtjährigen Sohn Georg. Dieses Arrangement ist nicht ganz unproblematisch, da Leo Wechslers unregelmäßige Arbeitszeiten seiner Schwester kaum Raum für ein eigenes Privatleben lassen, wodurch es immer wieder zu Konflikten zwischen den beiden kommt.

Man erfährt in „Leo Berlin“ viel über das mitunter entbehrungsreiche Leben in der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg. Insofern ist es durchaus ein historischer Kriminalroman, auch wenn die politischen Rahmenbedinungen - anders als bei vielen anderen Vertretern dieses Genres wie z. B. Robert Hültner oder Bela Bolten - weitgehend nur angedeutet werden. Aber das Leben der Bevölkerung in der Großstadt Berlin im Jahr 1922 wird sehr anschaulich und authentisch beschrieben. Vor dieser Kulisse ist Susanne Goga mit „Leo Berlin“ ein sehr spannender Krimi gelungen und ich freue mich schon auf weitere Fälle mit Leo Wechsler.
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am 6. August 2012
Susanne Goga hat hier einen typischen "Ermittlerkrimi" vorgelegt. Der Täter ist zwar frühzeitig bekannt, die spannende Frage bleibt jedoch, auf welchem Wege er überführt werden kann. Die Autorin verzichtet dabei weitgehend auf unvorhersehbare Wendungen, sondern setzt auf angenehme Weise auf logische Stringenz und eine nachvollziehbare Handlung. In einer einfachen, flüssig zu lesenden Sprache bereitet sie ihrem Leser ein angenehmes, wenn auch keineswegs atemloses Lesevergnügen.
Die Handlung spielt sich vor dem historischen Hintergrund der 1920er Jahre ab. Ansprechend wirkt, dass die Autorin ihr Buch nicht zu einem politischen Manifest gestaltet. Zwar ist auch ihr Held (anders als die Mehrzahl seiner Zeitgenossen), nach heutigen Maßstäben absolut politisch korrekt, ein sozialer Aufsteiger der mit beiden Beinen auf dem Boden der freiheitlich-demokratischen Grundordnung steht. Dennoch spielen die klischeehaft bösen Nazis im Buch kaum eine Rolle, die politischen Kämpfe der Weimarer Republik dienen eher als atmosphärische Kulisse, während der Fall gut auch in den 1950er hätte spielen können.
Die Kehrseite der Medaille ist allerdings, dass es "Leo Berlin" über weite Strecken an historischer Tiefenschärfe mangelt. Sicherlich kommen historische Orte und Größen (wieder einmal ein Auftritt für der tortenessenden Ernst Gennat) vor, doch bleibt der Zeithintergrund seltsam oberflächlich. Der Leser erfährt wenig über die spezifischen Ermittlungsmethoden der Zeit, über die Kunst- und Okkultismusszene und ihre enge Verflechtung mit Wirtschaft und Politik, über das Verhältnis von Presse und Polizei, über Automobile und alltägliche Konsumartikel. Hier wurde reichlich Potential verschenkt.
So muss der Akzent bei diesem "historischen Kriminalroman" deutlich auf dem zweiten Begriff liegen. Als Krimi verdient das Buch jedoch wegen seiner schnörkellos stringenten Handlung ein besonderes Lob und eine uneingeschränkte Leseempfehlung.
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