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37 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Offenbarung des Heinz - garantiert Popfrei!
In der diesjährigen Mai-Ausgabe des Rolling Stone sagte Heinz Rudolf Kunze im Interview bezüglich der Langlebigkeit im Musikbusiness und allgemein gesunkener Verkaufszahlen von Tonträgern: "Ich kann nur hoffen, dass meine Hörer so ähnlich veranlagt sind wie ich, nämlich leidenschaftliche Sammler. Dass es ihnen nicht reicht irgendwas...
Veröffentlicht am 7. September 2012 von Christian Günther

versus
2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Heinz war mal gut jetzt ist er ?
Seit Jahren (seit 1985) höre ich HRK - es waren auch immer higlights dabei. Da die Hoffnung zuletzt stirbt, dachte ich diese wird wider besser, da die letzten Veröffentlichungen auch nicht so doll waren. Man hört die Platte einmal, ein zweites mal und dann steht Sie im Schrank. Brille hatte super Rockeinlagen ..... jetzt fehlen diese.
Auch waren...
Veröffentlicht am 13. Oktober 2012 von Busfahrer 26


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37 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Offenbarung des Heinz - garantiert Popfrei!, 7. September 2012
Von 
Christian Günther - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 100 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Hier rein da raus (Audio CD)
In der diesjährigen Mai-Ausgabe des Rolling Stone sagte Heinz Rudolf Kunze im Interview bezüglich der Langlebigkeit im Musikbusiness und allgemein gesunkener Verkaufszahlen von Tonträgern: "Ich kann nur hoffen, dass meine Hörer so ähnlich veranlagt sind wie ich, nämlich leidenschaftliche Sammler. Dass es ihnen nicht reicht irgendwas herunterzuladen und zu brennen. Wenn ich Musik haben will, dann kauf' ich sie mir, weil ich Musik gern im Regal habe und rausnehme und in den Booklets blättere. Ich möchte Musik - genau wie Bücher - als Objekt bei mir haben. Es ist eine grundsätzliche Entscheidung, ob man Musik auch als Wertobjekt achtet oder ob man sie als akustische Tapete betrachtet. Ich kann mich überhaupt nicht in jemanden hineinversetzen, der von einem Künstler nur ein Lied haben will. Wenn mich jemand interessiert, dann will ich alles von dem haben, ich will auch seine schwachen Momente. Ich will wissen, warum ist das gelungen und das nicht. Ich will es vergleichen und vielleicht zu anderen Schlüssen kommen als die Öffentlichkeit und sagen: 'Moment mal, hier ist ein Track auf Album XY, den überhaupt noch keiner gewürdigt hat. Der ist ganz toll! ..." Da überkommt mich ein dickes Sympathie-Gefühl und ich möchte ihn Bruder nennen, seelenverwandter Musiksüchtling.

Um den Faden aufzugreifen, schwache Momente, die man auch haben will, gab es auf den HRK Alben der jüngeren Vergangenheit einige zu wollen. So manch ein anerkannter Heinzologe tat sich schon 2003 mit dem Album "Rückenwind" schwer, weil dort Heiner Lürig, der Band-Leader und Haupt-Komponist, der gefühlt seit der Errichtung der Pyramiden von Gizeh zu Kunze gehörte wie Lennon zu McCartney oder Samson zu Tiffy, nicht mehr dabei war. Ich will mir an dieser Stelle nicht verkneifen zu erwähnen, dass ich "Rückenwind" für außerordentlich gelungen halte. Lürig kehrte für vorerst (wer weiß was die Zukunft bringt) zwei Alben wieder zurück und "Das Original" (2005) stellte die Kunze-Stammkundschaft weitgehend zufrieden - aber die breite Masse nicht wirklich, sie interessierte es nicht sonderlich.
Nun mag es den meisten Kunze-Liebhabern ja herzlich schnuppe sein, wo sich das jeweils neue Album der Marke HRK in den Charts platziert, ihm selbst ist es das nicht. Kunze hat nie behauptet, ausschließlich für das hochintellektuelle Destillat unserer Gesellschaft musizieren zu wollen und versucht daher immerfort die Symbiose aus Hirn, Herz und Tanzbein. Der absolute Gleichklang aller drei wesentlichen Komponenten gelingt fast nie, vielleicht am ehesten auf "Wunderkinder" (1986), "Brille" (1991) und "Halt" (2001).
Nun wurde der Schwerpunkt bei den Studio-Alben in den letzten Jahren zuweilen doch etwas arg auf das Tanzbein gelegt. Was sich bei "Klare Verhältnisse" (2007) als deutliche Tendenz ausgab, wurde auf "Protest" (2009) intensiviert und kulminierte Anfang letzten Jahres auf "Die Gunst der Stunde" in für HRK doch zum Teil arg ungewöhnlicher Trivialität. War "Längere Tage" vom Protest-Album ein nicht nur ohrwürmiger, sondern auch vollkommen origineller und auch textlich gut gemachter Pop-Hit, war "Hunderttausend Rosen", der Vorbote zur nächsten Platte, dann doch schon fast eine Beleidigung und irgendwie nur noch Tanzbein, beinah ohne Hirn. Das galt so dann natürlich nicht für das ganze Album, doch fürchtete so mancher Kunze-Kopf-und Herz-Bevorzuger, dass HRK nun bald mit Andrea Berg zur Tat schreiten würde - öffentlich, auf der Bühne, singend! Die Befürchtung ist natürlich vollkommen unbegründet, weil vermutlich selbst eine abgetragene Socke von Kunze eine höhere intellektuelle Flughöhe erreichen würde, als das Liedgut der werten Frau Berg. Aber sie hat schönere Beine, sorry Heinz!

Und apropos Duett: Anfang diesen Jahres kam dann auch tatsächlich mit "Ich bin" ein Album randvoller Duette. Nein, nicht mit Berg & Co., sondern mit einer durchaus ruhmvollen Gästeschar, aber so bestürzend unoriginell umgesetzt, dass der ganze Sinn dieses Albums offenbar wirklich nur darin lag, der neuen Plattenfirma Sony/Ariola die Rechte an den alten HRK-Hits zu beschaffen und darum die Arrangements der Neuaufnahmen der Klassiker aus der Zeit in der Kunze bei der Warner/Wea war (1981- 2003) so nah wie nur irgend möglich am Original zu lassen.
So sehr es einen nun auch würgt, der Plan ging auf, die Alben erreichten immer neue Chart-Höhen, sogar die Top-10 wurden wieder erreicht.

Vielleicht ist das zumindest zum Teil der Grund, dass es "Hier rein, da raus" so überhaupt gibt. Nach den zwei Live-Alben mit sehr hohem Textanteil (also klarer Schwerpunkt: Kopf!) "Kommando Zuversicht" und "Räuberzivil", die bereits 2006 und 2009 parallel zum Sony-Vertrag bei der kleinen Firma Rakete Medien veröffentlicht wurden - und für viele Heinzologen die besseren Alben der letzten Jahre sind - ist nun "Hier rein, da raus" das erste vollwertige Studio-Album was außerhalb erscheint. Das muß man ja mal lobend erwähnen. Es ist höchst ungewöhnlich und unüblich, dass eine Plattenfirma das gestattet - ich kenne ohne lang zu recherchieren keinen zweiten Fall!

Und da dieser Artikel hier ja eigentlich eine Rezension zu eben jenem neuen Album werden soll, kommen wir jetzt zu der entscheidenden Frage: wie ist es denn nun?

Toll!

(Es wäre garantiert ein riesenhafter Spaß, die Kommentare zu lesen, würde die Rezi hier enden)

Ich will nun nicht mit Superlativen um mich schmeißen, das hat Kunze schon selbst besorgt. Er bezeichnet "Hier rein, da raus" als sein weißes Album (das legendäre Doppel-Album der Beatles und für viele ihr insgesamt bestes). Und wer bin ich Wurm, dem Meister zu widersprechen? Er hat Recht. Er hat einfach Recht!
Man könnte auch sagen, sein bestes Album seit 1980. Und verflixt, wahrscheinlich gerade deshalb wird es nicht sein erfolgreichstes werden.
Er hat in diese Platte(n) einfach alles hinein gelegt, was in den letzten Jahren etwas zu kurz kam: Gedanken in alle nur denkbaren und vor allem auch undenkbaren Richtungen. Verquer (Heinemann und der Norweger / Redefreiheit), tief (Es ist Krieg / Tja), bissig polemisch (Die Gefahr), ungekitscht emotional (Lied für Berlin), augenzwinkernd kritisch (Im nächsten Leben werd ich Spielerfrau / Nimm es nicht persönlich) und so derb plump albern, dass es schon wieder Kunst ist (Sitz).

Musikalisch ist die Platte Popfrei. Sie ist zubereitet mit erlesenen Zutaten aus Folk, Blues, Country und einer winzigen Priese Rock, ein kleinwenig Chanson vielleicht und vielen undefinierbaren Geräuschen bei den Nicht-Liedern.
Kurz, 34 neue Stücke, 21 Lieder und 13 instrumentierte Texte, lassen im Kunze-Universum mit reichlich hellen Gedankenblitzen einen neuen Stern entstehen.

Um Bezug nehmend auf Kunzes Interview-Ausschnitt oben zu schließen: Es hat Spaß gemacht aus den letzten Alben die Perlen, die es zweifelsohne gegeben hat, herauszufischen. Auf "Hier rein, da raus" muß man nicht fischen, sie kullern einem der Reihe nach vor die Füße.
Ob "Hier rein, da raus" wirklich das beste Kunze-Album ist, möge jeder selbst entscheiden und das lässt sich vermutlich auch erst mit den Jahren herausfinden. Ins obere Drittel gehört es definitiv und das Beste der letzten Jahre ist es ebenso. Das lege ich jetzt hier einfach mal so fest.
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine runde Sache, 8. September 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Hier rein da raus (Audio CD)
Der Output von Heinz Rudolf Kunze ist bei allen seinen Tätigkeiten stets enorm gewesen. Seit über 20 Jahren begleite ich Platten, Tourneen etc. stets kritisch, aber wohlwollend. Es hat auch manche laue Nummer die Box der Welt erblickt, manche Redundanz schlich sich ein; dennoch ist es dem Musiker immer noch gelungen in Summe mindestens doppelt soviel gute Arbeit abzuliefern wie die Konkurrenz. Und dabei konstant zu liefern. Das darf man bei aller berechtigten Kritik nicht vergessen. Die von anderen "Rezepienten" schon zur Genüge angesprochenen "Anbiederungen" oder Versuche, wieder kommerziell zu punkten hatte der Mann eigentlich nicht nötig, dennoch ist es teils aufgestoßen. Es wirkte so bemüht. Zeitgleich entstanden immer wieder Titel von hoher Qualität. Er genießt in der Öffentlichkeit sehr zu Unrecht ein sehr zweifelhaftes Image, für das er mit mancher Äußerung sicherlich selbst verantwortlich ist. Aber was interessieren mich die Freundschaften oder privaten Ansichten eines Künstlers, wenn er doch als Kreativer viele Facetten durchscheinen lässt. Mir persönlich waren die sperrigeren, knackigen Sachen die Liebsten, darunter "Draufgänger" "Richter-Skala" und "Macht Musik" mit manch surrealem Einschlag, auch die Liveauftritte mit Violine sind bestens in Erinnerung. Erst Anfang der 90er dazugekommen gehöre ich auch nicht zu den Leuten, die immer noch die ersten Platten der 80er als Nonplusultra hervorheben. Aber ich finde, dass Kunze mit dieser DoppelCD (wann kommt er eigentlich dazu seine Plattensammlung zu hören??) einen Bogen schlägt, der von der ersten Platte bis heute reicht und damit alle Fans glücklich stimmen kann. Und diese Platte vermittelt etwas, das mich verblüfft: Lässigkeit. Na also, es geht doch, der Mann wird langsam locker und das tut ihm unendlich gut. Er schaut sich nicht selbst von außen an und fragt sich und uns was wir voneinander wollen. Machs einfach so, Heinz. Eine Spielfreude der Combo, Einfallsreichtum, die ureigene Verschrobenheit, aber auch Liedermacherverweise, die bis zurück zu Brecht reichen. Weiter so. Keine überflüssigen tausend Rosen und Schallallas, keine Überproduktion mit geschwollener Halsschlagader.
Ob diese Platte(n) nun die oder das Beste ist,ich vermags nach den ersten Höreindrücken nicht zu sagen. Aber die Atmosphäre ist sehr schön, sehr authentisch, sehr entspannt.
Ich wünsche der Platte guten Erfolg und zufriedene Hörer. Mir wünsche ich mal wieder eine Tour nach Süddeutschland, einen von Kunze jüngst bös vernachlässigten Landstrich!!

Und nun noch was Kritisches, auch wenn ich keinen Punkt dafür abziehen mag: Das Covermotiv ist schrecklich und inhaltlich irreführend. Wie überhaupt alle Artworks der letzten CD's. Da ist einfach grandiose Geschmacksverirrung am Start, das muss ich als studierter Bildender Künstler einfach mal loswerden. Wenn Herr Kunze, wie im besagten Interview angeführt zurecht das Musikalbum als ästhetisches Gesamterlebnis begreift, dann sollte er hier dringend was tun. Er ist ja textlich bildgewaltig, das bedarf einem visuellen Gegenüber im Artwork. Vorgemacht wird sowas von Radiohead oder der deutschen Band Kante. Das Zerwürfnis mit seinem Ex-Gestalter Johann Zambryski, der tolle Arbeit gemacht hat, ist jedenfalls schmerzlich sichtbar...
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unheilig, 15. September 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Hier rein da raus (Audio CD)
Klasse Kunz. Endlich schläfst du wieder mit dir. Das alles ist 1968, nicht viel später. Ein Luca Carboni für Deutsch-Italiener.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen 2 Fach - Genial, 14. September 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Hier rein da raus (Audio CD)
Das neue Album ist diesmal wirklich einigermaßen aufgeteilt, eine Song CD und eine CD mit vielen Texten. Die Lieder sind diesmal ruhig und mehr mit Gitarre aber trotzdem teilweise mit Ohrwurm-Charakter. Was mir besonders gefällt, man versteht die Texte diesmal fast alle auf Anhieb und sie sind nicht zu kryptisch. Die CD's machen echt lust auf mehr. ich kann sie nur empfehlen. (Bin aber auch absoluter Kunze Fan)
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gebetskreis im Hexenzirkel, 13. September 2012
Rezension bezieht sich auf: Hier rein da raus (Audio CD)
"Hier rein - da raus" - unterhält gut. Zeigt, daß Heinz "Paulus" ;-) Kunze noch hinkucken, durchblicken und einigermaßen damit umgehen kann. Mit der Einschränkung, daß sein Gebetskreis eben doch nur im Hexenzirkel stattfindet. Aber hier gehts ja nicht um ein Philosophie-Seminar, sondern um Unterhaltung - und die ist mit Rakete weitaus besser gelungen als mit Sony: Fünf Punkte für die Unterhaltung. Und drei fürs Gespräch. Danke, Herr Kunze.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen HRK- Hier rein-da raus, 14. September 2012
Rezension bezieht sich auf: Hier rein da raus (Audio CD)
Ich bin eingefleischter Kunze Fan von Anfang an...er hats einfach drauf! Im Juni bei der Kieler Woche war er spitzenmäßig! Das neue Album gefällt mir gut, eigentlich mag ich alle seine Lieder.
Und ich kann nicht verstehen, wieso sich viele darüber echauffieren, dass er bei Carmen Nebel etc. aufgetreten ist. Mein Gott, lasst ihn doch! Ist doch jedem seine Sache, wie er sein Leben gestaltet...es kommt auf die Musik an! Ihr müsst mal besser hin hören!
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen hier rein und nicht raus, 14. September 2012
Rezension bezieht sich auf: Hier rein da raus (Audio CD)
Hallo zusammen,

ich will garnicht so ausschweifend werden wie meine Vorgänger, aber für eine kurze Rezension reicht es.
Ich war von dem vorigen Album " Ich bin.."schon sehr begeistert, da viele Künstler mitwirkten die sehr gut ausgesucht waren für die Lieder. Mein Lob dafür.
Zum neuen Album:
Auch wenn es die eine Kritik hin und wieder gibt ob zu poppig oder kommerziell ist mir egal, denn die Zeit ändert sich und jeden kann man es nicht recht machen und ein Künstler lebt von der Musik und vom Verkauf der Cd's und glaubt mir : es ist ein schwieriges Geschäft in Zeiten der Downloads. Wichtig ist es das HRK bei seinen kritischen Texten bleibt und nicht wie Andere schwullstige Texte fabriziert. Wäre schön wenn er nach Erfurt wieder kommt oder Thüringen.
So, es ist doch länger geworden, aber das liegt wohl daran, dass er nicht normal, unbequem - anders ist und ich genau das mag.

Daumen hoch.
Annett Kruse
12.09.12
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10 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Alles auf Null, 7. September 2012
Rezension bezieht sich auf: Hier rein da raus (Audio CD)
Die Stimmen wurden ja in den letzten Jahren lauter, die HRK bescheinigten, auf zu viele Dinge Rücksicht zu nehmen. Die letzten Alben hatten zunehmend einen ungewohnt freundlichen Grundton, wirkten bequemer, glatter poliert, für manchen sogar oberflächlicher. Die Promotion-Aktivitäten taten ihr Übriges: Carmen Nebel, ZDF-Fernsehgarten und WDR 4.
Ganz so einfach sollte man es sich freilich auch nicht machen, zumal die Tourneen zu den Alben die etwas polierteren Songs von einer ganz anderen Seite präsentierten und die zahlreichen Nebentätigkeiten des HRK ein willkommenes Regulativ für Altersmildtätigkeiten und strategische Fehlentwicklungen boten.

Für das vorliegende Album allerdings wäre die Bezeichnung Regulativ" deutlich zu schwach. Hier hat sich Heinz wohl doch eher einen wirklichen Herzenswunsch erfüllt. HRDR ist so ursprünglich und ungestüm, so versponnen und authentisch, dass es mit Worten kaum zu beschreiben ist. Hier wurde wirklich auf gar nicht nichts Rücksicht genommen. Das ist auf den Punkt das Album, das Heinz machen wollte, und zwar mit den Leuten, mit denen er es machen wollte. Und niemand redete ihm rein. Verleger Phil Friederichs, seines Zeichens selbst HRK-Fan, wollte diese Ausgangslage ohne jegliche Kompromisse bieten. Und die Sony, die diesen Ausflug als Hauptvertragspartner von HRK genehmigen musste, gab auch ihr OK.

Alles auf null also. HRK pur, was auch immer das ergibt. Und ich nehme es vorweg, es wird ein Fest. Es wird so geil.
21 Songs sind drauf, und nur wenige davon kann man sich auf einem Album mit der Verstärkung vorstellen. Dazu noch 13 mehr oder weniger gesprochene Texte mit mehr oder weniger Geräuschunterstützung.

Ich stürze mich jetzt mal nicht chronologisch auf die Songs, sondern beginne mit den am wenigsten erwarteten Sachen, die aus dem bisherigen Räuberzivil-Konzept einigermaßen ausbrechen und das Album damit erstaunlich vielseitig werden lassen. Jeder einzelne Titel hat seine unverwechselbare Identität. Und das, obwohl die Aufnahmen nicht einmal zwei Wochen dauerten. Für Heinz eine sehr intensive und schweißtreibende Zeit, weil er im Gegensatz zu Produktionen mit der Verstärkung immer dran war. Gesang, Gitarren, Banjo, Keyboards, Harmonica, Maultrommel, dazu natürlich auch die Beurteilung der anderen Zutaten. Wenn Heinz gerade mal nicht selbst dran war, wollte ja ständig jemand anderes seine Meinung hören.

In so kurzer Zeit so viele Sachen mit diesem Resultat einzuspielen, war deshalb auch nur möglich, weil die Zusammenarbeit hervorragend klappte. Heinz lobt seine Mitstreiter, die er inklusive dem Studioleiter als Traumteam bezeichnet, in den höchsten Tönen und zerstreute seine Skepsis, ob Räuberzivil im Studio überhaupt funktionieren kann, in Rekordzeit. Die vollständige künstlerische Freiheit ging so weit, dass teilweise sogar ganze Spuren der Vorproduktionen, die Heinz mit Peter Pichl gemacht hatte, einfach mal eben für das Album genutzt wurden, was natürlich auch nur möglich war, weil die beiden im Vorfeld schon sehr intensiv tätig waren. Da stört es auch nicht, dass Wolfgang StuteŽs riesiger ins Studio geschleppter Instrumentenpark aus zahlreichen afrikanischen und asiatischen Kongas, Bongos, Trommeln, die Cajon nicht zu vergessen, und weiß der Geier was noch teilweise mit Bandmaschinen kombiniert wurden. Im Gegenteil, es trägt zum Facettenreichtum des Albums wichtige Impulse bei. Und es lässt den Songs unerwartete Räume, wenn man sie aus einem RZ-typischen Korsett entlässt.

Es ist Krieg" ist eine dieser Nummern, die vom bisher gekannten Spektrum des Räuberzivil deutlich abweichen. Ganz ähnlich ist es bei Heinemann und die Norweger", mein liebstes Stück, das sich auf der zweiten Disc zwischen den Sprechtexten regelrecht versteckt. Es erinnert tatsächlich ein bisschen an die englische Band Wire", die Heinz bekanntlich sehr schätzt. Scheinbar minimalistisch, aber mit großartigem Gespür für die Wirkung der wohldosierten Zugaben. Wie auch bei Krieg" erzeugen vor allem die eigentlich sehr dezenten Keyboards und der stoische Bass diesen düsteren Stimmungsteppich, der enorm Spannung erzeugt.

Die Waffe" ist auch so ein Meisterwerk, auch wenn es hier etwas mehr Anlaufzeit bedarf. Skurril getextet und von einer zum Heulen schönen Violine begleitet. Getragen von einem wunderbaren Basslauf und herrlich lebendigem Schlagwerk.
Dann haben wir zwei traumhafte Balladen, die ein bisschen an ganz frühe HRK-Sachen erinnern.

Der Opener Das Dasein und ich" und auch Mildernde Umstände" schauen regelrecht mit den Köpfen aus den Boxen, so spürbar sind sie. Die Gitarren dürfen gern auch mal schnarren, und Heinz singt hier wie ein junger Gott.
Auch Mildernde Umstände" wird von einer kaum wahrnehmbaren Orgel getragen, die dem Song den Horizont bis ins All öffnet.

Ein Lennon-Cover muss nicht zwingend eine originelle Idee sein, hier wird der Working Class Hero" aber wirklich großartig ins Bild gesetzt. Und das mit Geige. Eigentlich eine groteske Idee, zumal ich ja die umwerfende Lesungs-Version mit Jan Drees an der zweiten Gitarre schon kannte. Aber das hier ist noch einmal Einen drauf gesetzt.
Überall liegen Dinge" ist der fetteste Rocker auf HRDR, mal ohne tiefer gehende Message. Schönes, wenn auch einfaches Riff, geht durchaus in Richtung Heiner Lürig. Wird auf der Bühne, wie übrigens ein gutes halbes Dutzend der Songs, kaum aufführbar sein.
Die Gefahr" rockt auch ganz schön mit E-Gitarre, E-Bass und Effektgerät. Heinz singt in dem Song Wie wär es denn mal mit Rock gegen Links, nur damit das Denken nicht stirbt". Nun, die Aufnahmen stammen ja aus dem letzten Dezember, und ich vermute mal, dass diese Zeile inzwischen mehr Selbstironie hat als seinerzeit. Schließlich liegt für Heinz die Aufkündigung des Zweckbündnisses mit dem konservativen Lager zwischen Aufnahme und VÖ. Fairerweise sei aber erwähnt, dass es in dem Song eigentlich um etwas ganz anderes geht.

Das Lied für Berlin" taugt sicher eher zur Liebeserklärung, aber um das kongeniale Regen in Berlin" (Jahrgang 1982 vom zweiten Album) in den Schatten zu stellen, reicht es sicher nicht. Der Song ist einer von ganz wenigen Titeln auf dem Album, bei denen ich den Eindruck habe, irgendwas fehle da noch.
Sicher nichts fehlt im Kartenleger", eine urtypische HRK-Nummer, die es auch schon live zu bewundern gab. Es ist eine dieser Charakterisierungen unbegreiflicher Mitmenschen, aus denen auch einer der monumentaleren Verstärkungs-Songs in der Tradition von Goethes Banjo" oder Schutt und Asche" hätte werden können.

Apropos Banjo, Ein Wirtshaus voller Probleme" ist einer dieser Songs, die die Spontanität des Albums in ihrem ganzen Ausmaß spiegeln. Heinz begleitet Heiner zum Instrumentenhändler, verliebt sich dort zufällig in ein sechssaitiges, auf Gitarre stimmbares Banjo, nimmt es mit, schreibt abends einen Text, entwickelt quasi im Traum die dazu passende Melodie, nimmt am nächsten Morgen nach hastigem Frühstück ein Demo auf Tape auf, schleppt den Kassettenrecorder mit ins Studio, weil er nicht weiß, ob es dort überhaupt noch so ein Gerät gibt, und überzeugt die anderen von der dringenden Notwendigkeit, das Ding unbedingt auch aufzunehmen. Der Song wird dann mit Begeisterung aller Beteiligten zu etwas ausgebaut, was Experten wohl eine Bluegrassnummer nennen.

In Ein und Aus" unterstreicht eine nicht ganz so dezente Orgel den rastlosen Sarkasmus. Ein Song, der sich möglicherweise auf Ausnahmezustand" sehr wohlgefühlt hätte.
Gesichter, Gesichter" ist über 8 Minuten lang und eine Art Fetter alter Hippie Part 2". Die Nummer groovt wie nur irgendwas und ist einfach nur geil. Da hält nun wirklich keiner mehr die Füße still. Heinz singt hier über mehrere Oktaven, flötet, flüstert, ruft, rappt fast sogar.
Als der Teufel kam" ist ein Vollblutblues, von Bass und Percussion in gnadenlos
marschierendem Rhythmus getrieben und angereichert mit dreckiger Gitarre und einer entfesselten Geige.

Auch Bleib Schmerz bleib" bekommt von Hajos Violine einen grandiosen Anstrich verpasst. Erstaunlicherweise wirkt Hajos Beitrag nie inflationär, obwohl die Geige oft zum Einsatz kommt. Die Bandbreite der Einsatzmöglichkeiten ist unfassbar groß und beschränkt sich keinesfalls nur auf Soli. Zudem erleben wir zahlreiche soundtechnisch erzeugte Variationen. Und zur Mandoline greift Hajo natürlich auch. Übrigens hatte Heinz im Vorfeld ein bisschen Angst, weil er irgendwo aufgeschnappt hatte, ein Hajo Hofmann sei im Studio schwer beherrschbar, was sich dann aber als völliger Blödsinn herausstellte. Man hört diesem Album überdeutlich an, dass die Musiker extrem viel Spaß gehabt haben müssen - trotz oder vielleicht sogar wegen des ungeheuren Pensums.

Weiter Blues wird gegeben in Sie hassen dich" und Sisyphus TV", die klingen auch schön dreckig und gemein. Man könnte sagen, hier wurde das genaue Gegenteil eines Songs wie Eisfrei" geschaffen, der sich auf dem letzten Album so porentief rein präsentierte, dass er nicht mal mit auf Tour genommen wurde. Ein wunderschönes Lied, aber leider sterilisiert. Wenn aber Räuberzivil Blues spielen, dann wirbelt Staub auf, den man schmecken kann.

Eine Räuberzivil"-Hymne gibt es nun auch. Sie ist bereits jetzt und in Zukunft der Schlusssong des regulären Sets, nimmt auf dem Album aber mehr den Platz eines harmloseren Liedchens ein.
Country wird, wie schon erwähnt, auch gespielt. Die Spielerfrau", die wir ja von der EP schon kennen, und Das Pony" bilden für mich die Schlusslichter, was nun vor allem daran liegt, dass ich Countrymusik eben nicht wirklich mag. Beide Songs haben passenderweise auch die dünnsten Lyrics. Amüsant ist hingegen Nimm es nicht persönlich". Witziger Text und ein so unschuldiger Gesang, dass das sich das Countrygewand hier aufdrängt.

Die Wortbeiträge zu beschreiben, hieße nun Enten zum Chinesen zu tragen, deshalb erwähne ich nur, dass auch hier eine bemerkenswerte Bandbreite ausgeschöpft wird. Mit den Musikern im Hotel" geht eher schon in Richtung Badesalz oder Mundstuhl, Waschbär" ist einfach nur unglaublich, Sitz" macht etwas ratlos und tiefgründige Sequenzen wie aus älteren Lese-CDs gibt es natürlich auch.

Zusammengefasst steht fest: Wer als langjähriger HRK-Sympathisant
an diesem Gesamtwerk grundsätzliche Klagen vorzubringen hat, dem wird man nicht mehr helfen können. Problematisch ist allerhöchstens die entstehende Reizüberflutung angesichts der wuchtigen Masse, die es hier zu erleben gilt. Mancher tolle Song wird im Schatten anderer zunächst unscheinbar wirken, weshalb man für die Entdeckungsreise Zeit mitbringen sollte.

Höchstwertung!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen wieder einmal eine Super CD, 6. Januar 2013
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Hier rein da raus (Audio CD)
was will man über HRK noch schreiben???? Wieder einmal ist ihm eine super CD gelungen, seine Texte sind von einer besonderen Qualität die jeden begeistert und wenn man begenkt das er eigentlich Lehrer war........da hat er sich wirklich für den besseren Beruf entschieden...DANKE MEISTER
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kunze halt..., 24. Dezember 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Hier rein da raus (MP3-Download)
Als Kunzefan kann ich nur sagen weiter so. Es macht Spaß den Texten zu folgen und sich von den so im Kopf entstehenden Bildern berühren zu lassen.
HRK sucht weiterhin in Deutschland seines Gleichen.
Es gibt keinen besseren Barden.
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Hier rein da raus
Hier rein da raus von Heinz Rudolf Kunze (Audio CD - 2012)
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