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19 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine kleine, tiefgründige Geschichte mit viel Gefühl
Dieses kleine Buch mit seiner ungewöhnlichen Geschichte hat mich sehr gerührt. Caroline Vermalle schreibt mit viel Gefühl und lässt den Leser durch ihre Beschreibungen eintauchen in die bezaubernde Welt der französischen Insel Ile d'Yeu.
Es geht um die Aufarbeitung von Dingen, die Jahrzehnte zurück liegen und darum, irgendwann...
Vor 23 Monaten von Amazon Customer veröffentlicht

versus
5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Insel der Erinnerungen
Caroline Vermalle scheint ein Faible für ältere Menschen zu haben. Wie schon in ihrem Debütroman „Denn das Glück ist eine Reise“ geht es auch in ihrem zweiten Roman um Senioren, deren Leben plötzlich eine einschneidende Veränderung erfährt. Die ehemalige Dokumentarfilmerin Vermalle, die lange für die BBC in England...
Vor 14 Monaten von MissVega veröffentlicht


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19 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine kleine, tiefgründige Geschichte mit viel Gefühl, 20. Mai 2012
Dieses kleine Buch mit seiner ungewöhnlichen Geschichte hat mich sehr gerührt. Caroline Vermalle schreibt mit viel Gefühl und lässt den Leser durch ihre Beschreibungen eintauchen in die bezaubernde Welt der französischen Insel Ile d'Yeu.
Es geht um die Aufarbeitung von Dingen, die Jahrzehnte zurück liegen und darum, irgendwann abschließen zu können. Zu akzeptieren und neu anzufangen. Und um die Erkenntnis, dass man nicht auf den idealen Zeitpunkt warten sollte, denn diesen gibt es kaum.
Ich habe das Lesen des Buchs sehr genossen. Die Autorin hat es geschafft, mich während des Lesens komplett nach Frankreich zu entführen - es war fast so, als würde man das Meer riechen, den Wind spüren und das Klappern des Geschirrs in Nane's Küche.
Ein absolut empfehlenswertes Buch, mir persönlich hat es sehr gut gefallen.
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14 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Für den einen Kitsch, für mich Poesie, 20. Mai 2012
Es sind die Kleinigkeiten, die mich erfreuen. Und diesmal ist dieses Buch genau diese Kleinigkeit. Man sagt, einen alten Baum versetzt man nicht mehr. Eigentlich... In diesem Fall ist Jacqueline der alte Baum. Sie ist 73 Jahre alt, seit langer Zeit mit Marcel verheiratet. Doch auf einmal wird ihr klar, dass das jetzt ein Ende haben muss. Kurzentschlossen packt sie ihre Koffer und verschwindet, ohne ihrem Marcel etwas davon zu sagen. Ihr Ziel ist eine kleine Insel, auf der Ihre Cousine Nane lebt. Und so beginnt eine kleine Geschichte, erzählt von stillen Beobachtern.

Meine Meinung

Kennen Sie diese Namen? Apeliotes, Zephyr und Skiron? Nein? Es sind die Winde, die diese Geschichte erzählen. Oder vielleicht Maniola jurtina? Auch nicht? Es ist ein Schmetterling, das große Ochsenauge. Er ist erst zwei Tage alt, aber gemeinsam mit den Winden erzählt und begleitet er die Geschichte um Jacqueline und lässt sich vom Wind weitertragen, um nichts zu verpassen.
Es ist, wie ich finde, eine schöne Geschichte, die mit einer entspannenden Leichtigkeit erzählt wird, dass ich gerne mit dem Wind und dem Schmetterling mitgeflogen wäre. Im Wechsel wird mal von Jacqueline, und mal von Marcel berichtet. Und während sie in der Vergangenheit stöbert und nicht so genau weiß, was sie finden oder erwarten soll, macht Marcel sich auf den Weg, um seine Frau zu beeindrucken. Dazu will er jedoch nicht einfach den Zug nehmen, sondern er hat sich in den Kopf gesetzt, zu ihr zu schwimmen, bis zu dieser kleinen Insel, in der Hoffnung, sie dort auch anzutreffen.
Das ganze wird auf eine angenehme Art erzählt, und wie ich finde, in einem recht poetischen Stil, ohne sonderlich hochtrabend zu klingen.
Die verschiedenen Charaktere sind wundervoll, und auch das Drumherum wird sehr bildhaft dargestellt, sodass es für mein Kopfkino ein leichtes war, mir das Ganze bildlich darzustellen.

Unterm Strich

Ein kleiner Schatz, der von der Liebe erzählt, getragen vom Wind, leicht wie die Flügel des Schmetterlings. Für den einen vielleicht Kitsch, für mich Poesie,
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13 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Es ist niemals zu spät, 14. Mai 2012
Als ich den Klapptext von »Als das Leben überraschend zu Besuch kam« gelesen hatte, war mir klar, dieses Buch muss ich unbedingt haben. Und es hat sich gelohnt. In diesem kleinen aber feinen Buch steckt eine tiefgründige Geschichte, die mein Herz berührt hat. Es ist die Lebensgeschichte der dreiundsiebzigjährigen Jacqueline die beschließt ihr bisheriges Leben hinter sich zu lassen und deshalb Hals über Kopf und gänzlich ohne Abschied ihren Ehemann Marcel verlässt. Sie reist zu ihrer Cousine Nane, die in einem kleinen Haus auf der französischen Insel Ile d`Yeu lebt. Dort bewohnt sie das bescheidene aber reizvolle Gartenhäuschen und wird nebenbei von Schmetterlingen, Libellen, von Zephyr dem Westwind und auch den anderen Winden beobachtet. Nach und nach lernen sie die alten Damen abermals kennen, wo sie doch über Jahrzehnte nichts mehr voneinander gehört haben. Es dauert eine Weile bis Jacqueline sich öffnet und ihren Gefühlen freien Lauf lässt und ihren niedergedrückten Lebenslauf Nane anvertraut.
Die Autorin Caroline Vermalle hat einen wunderbaren Schreibstil mit einer besonderen Persönlichkeit. Durch ihre Worte taucht der Leser in eine charmante, farbenfrohe Welt der französischen Bretagne mit all ihren mediterranen Düfte. Diese Stimmung wird durch den reizvollen Einband zusätzlich betont,besonders die erste Innenseite finde ich allerbest gelungen.

Fazit:
Für mich bisher das tiefgründigste und beste Buch des Jahres 2012. Ich empfehle es sehr gerne weiter und werde es mit Sicherheit auch mehrfach verschenken, den diese Erzählung sollte man gelesen haben.
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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eine bewegende Geschichte um Liebe, Verlust und verlorene Träume, 12. Juli 2012
Von 
Warum in Gottes Namen packt eine 73-Jährige von einem auf den anderen Tag ihre Sachen und verlässt nach beinahe 56 Ehejahren ihren Mann? Was kann einen Menschen dazu treiben in diesem Lebensabschnitt alles in die Waagschale zu werfen und noch einmal von vorne zu beginnen? Diese Fragen haben mich sehr lange beschäftigt und einfach nicht mehr losgelassen. Sie haben mich fasziniert, und ich wollte unbedingt herausfinden, welche Geheimnisse oder besser gesagt, welche Untiefen im Herzen einen Menschen dazu treiben, sein bisheriges Leben komplett auf den Kopf zu stellen und, man muss es leider sagen, kurz vor Ende noch einmal das Schicksal und das Leben herauszufordern.

Die Story: Kurz nach ihrem 73 zigsten Geburtstag entschließt, sich die eher schüchterne und stillere Jacqueline ihren Mann nach über 50 Jahren Ehe zu verlassen. Ohne festes Ziel oder Vorstellungen, wie es weiter gehen soll, reist sie per Zug durch Frankreich, um wenig später bei ihrer Cousine Nane, die sie seit mehr als 50 Jahren nicht mehr gesehen hat, aufzuschlagen. Nane die sich Jacquelines Flucht nicht erklären kann, bietet ihr an vorübergehend bei ihr zu bleiben. Nach anfänglichen Schwierigkeiten, lernen sich beide Frauen wieder neu kennen und schon bald schwelgen sie in Erinnerungen, die auch so manches dunkle Geheimnis lüften.

Meine Meinung: "Als das Leben überraschend zu Besuch kam" von Caroline Vermalle gehört normalerweise nicht zu den Büchern, die ich sonst lese. Trotzdem hat es mich sehr gereizt, diese, man muss es wirklich sagen, sehr berührende und tief gehende Geschichte rund um Jacqueline Le Gall, ihren Ehemann Marcel Le Gall , ihren Freunden Paul und Reneè Charon und ihrer Cousine Nane zu lesen.
Ruhig und malerisch erzählt Caroline Vermalle die außergewöhnliche Geschichte einer Frau die im Alter von 73 Jahren den Mut findet sich auf eine Reise zubegeben, zu der manch anderer gerade in diesem Alter sich nie aufgemacht hätte.
Was mich anfangs sehr verstört hat, war die Tatsache, dass Jacqueline ihrem Mann Marcel nach über 55 Jahren Ehe einfach ohne ein Wort der Erklärung verlässt. Man bleibt doch nicht über 55 Jahre verheiratet, wenn alles so schlimm war, dass man noch nicht mal eine Erklärung für den Anderen zurücklässt. In meiner Vorstellung war das einfach nicht möglich. Doch schon bald musste ich erkennen, dass Jacqueline nie den Mut aufgebracht und diese Geschichte nie geschrieben worden wäre, hätte sie vielleicht noch länger gewartet.
Die Figur der Jacqueline ist eine eher schüchterne, ruhige Frau, die viele Dinge in ihrem Leben unausgesprochen gelassen hat.
An ihrem 73 Geburtstag erkennt sie jedoch, dass die Zeit für sie knapp wird und das ihr Heim, ihr Zuhause gar keins mehr ist, und vielleicht auch nie war. Sie muss schweren Herzens zugeben, dass es viele Dinge in ihrem Leben gab, zu denen sie nie den Mut hatte. So viele Dinge, die sie nie gesehen oder getan hatte. Langsam merkt sie, wie ihr die Zeit fortläuft und ihre Kraft immer mehr schwindet, und fällt den Entschluss zurück zum Anfang zu gehen und noch einmal ganz von vorn zu beginnen.
Dazu macht sie sich auf die Reise zu der einzigen Person, die es ihres Erachtens immer geschafft hat, genau sie selbst zu sein. Zu ihrer Cousine Nane, die sie nur noch aus Jugenderinnerungen kennt.
In Jacquelines Erinnerungen ist Nane die junge, wilde, lebensbejahende und selbstbewusste Frau.
Doch auch vor Nane hat das Leben nicht haltgemacht und auch die Zeit und so mancher Verlust haben aus Nane eine ganz neue Frau erschaffen, die Jacqueline nun ganz neu kennenlernen muss.
Nane, die anfangs sehr erstaunt über Jacquelines unerwarteten Besuch ist, gibt ihr jedoch die Möglichkeit bei ihr fürs Erste unterzukommen und sich langsam zu finden. Nicht ohne ihr das ein oder Andere mal gründlich unter die Nase zu reiben.
So war es einfach ein Vergnügen für mich zu sehen, wie sich beide Frauen trotz aller Widerstände neu kennenlernen und langsam wieder zueinanderfinden. Nane gibt Jacqueline den nötigen Halt, um sich auch unangenehme Erinnerungen stellen zu können.
Währenddessen hat Marcel, Jacquelines Ehemann, mit seinen ganz eigenen Probleme zu kämpfen. Ist er zuerst völlig am Boden zerstört und total zerschmettert, schöpft auch er bald neuen Mut.
Marcel, der einige Jahre älter ist, als Jacqueline, begibt sich auf seine eigene Reise zu sich selbst.
Marcel fasst den Entschluss sich einen Jugentraum zu erfüllen. Er hat den aberwitzigen Plan die Loire hinabzuschwimmen. 1000 km zu bezwingen und als Held der Loire Jacquelines Herz zurück zuerobern.
Auf seine gefährliche Reise die Loire hinab begleiten wir Paul auf seine ganz eigene Reise in die Vergangenheit. So allein und einsam kommen all die alten Erinnerungen, all das was hätte sein, aber nie war auch in Paul hoch und man wird selbst sehr still und eigene Fragen gestalten sich in einem Selbst.
Ich möchte an dieser Stelle nicht verraten wie es mit Jaqueline und Paul ausgeht. Ich möchte nur so viel sagen. Die Geschichte um die Beiden hätte nicht zauberhafter, nicht ehrlicher und bewegender erzählt werden können.
Gerade die sanfte, beinah malerische Schreib- und Erzählweise von Caroline Vermalle macht diese Geschichte einzigartig und absolut lesenswert.
Ich hatte zum Schluss Tränen in den Augen und muss sagen, dass diese Geschichte mir noch lange im Gedächtnis bleiben wird. Sie hat mich wirklich berührt und eine Seite in mir angesprochen, von der ich noch gar nicht wusste, dass ich sie habe. Für mich ein ganz besonderes Buch.

Mein Fazit: Eine bewegende Geschichte um Liebe, Verlust, verlorene Träume und warum es trotzdem nie zupät ist für seine Träume zu kämpfen.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Insel der Erinnerungen, 9. Februar 2013
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Caroline Vermalle scheint ein Faible für ältere Menschen zu haben. Wie schon in ihrem Debütroman „Denn das Glück ist eine Reise“ geht es auch in ihrem zweiten Roman um Senioren, deren Leben plötzlich eine einschneidende Veränderung erfährt. Die ehemalige Dokumentarfilmerin Vermalle, die lange für die BBC in England gearbeitet hat, ist mittlerweile nach Paris zurückgekehrt, wo sie sich nun dem Schreiben widmet.

Jacqueline Le Gall verlässt kurz nach ihrem 73. Geburtstag ihren Mann Marcel, mit dem sie über 50 Jahre verheiratet war. Spontan entscheidet sie sich, ihre Cousine Nane auf der bretonischen Insel d’Yeu zu besuchen, die sie mehrere Jahrzehnte lang nicht gesehen hat und zu der jeglicher Kontakt abgebrochen ist. Früher einmal waren die beiden Cousinen wie Schwestern und Jacqueline hat die temperamentvolle, künstlerisch veranlagte und extrovertierte Nane immer heimlich bewundert. Nun hofft sie, bei Nane Zuflucht zu finden und überlegen zu können, wie es mit dem Rest ihres Lebens weitergehen soll. Doch die Last eines großen Geheimnisses und die Erinnerungen an ihr in ihren Augen ungelebtes Leben brechen sich immer mehr Bahn und lassen Jacqueline einfach nicht zur Ruhe kommen. Und auch Marcel ist nicht bereit, sich einfach so mit seinen neuen Lebensumständen als verlassener Ehemann abzufinden und schmiedet einen ziemlich verrückten Plan…

Vermalle hat hier eine putzige Idee, ihre Geschichte an den Leser zu bringen. Sie lässt die Geschichte von Jacqueline und Marcel aus der Perspektive eines Schmetterlings erzählen, der zusammen mit anderen Insekten und verschiedenen Winden die einzelnen Puzzleteile der Geschichte zusammenträgt oder kommentiert. Dieser Schmetterling lebt im Garten von Nane und beobachtet Jacquelines Ankunft auf der Insel. Von dort an begleitet er sie und lässt sich von anderen „Kollegen“ oder verschiedenen Winden, die es bis zum 1.000 km entfernten Marcel schaffen, berichten, was mit den Protagonisten passiert, wenn er gerade mal nicht dabei sein kann. Diese ungewöhnliche Perspektive, die die Geschichte sozusagen aus dem Off kommentiert (denn natürlich gibt es auch viele direkte Dialoge und auch Gedankengänge der Protagonisten), mutet anfangs etwas seltsam an, erweist sich aber im Verlauf der 287 Seiten als witziger Kniff, um die Geschichte abwechslungsreich zu gestalten. Außerdem ist das Buch layoutmäßig diesem Stil angepasst, es findet sich sowohl auf der Vorderseite als auch über jedem Kapitel ein kleiner Schmetterling.

Doch wie bereits in „Denn das Glück ist eine Reise“ fällt hier auf, dass es einen qualitativen Unterschied zwischen Vermalles Schilderungen von Land und Leuten gibt. Gelingen ihr hier noch besser als in ihrem Debütroman die Schilderungen der bretonischen Landschaft, der Strände der kleinen Insel, dem Dorfkern, dem Hafen und dem in einem wunderschönen Garten gelegenen Haus mit den blauen Fensterläden von Nane, bleiben Vermalles Charaktere irgendwie steif und unzugänglich. Vermalle gelingt es irgendwie nicht, ihre Protagonisten sympathisch erscheinen zu lassen. Ihre mehr oder weniger gebrechlichen Charaktere sind meist verschlossene, wortkarge, deprimierte Menschen, die mit den Veränderungen, die sie selbst herbeigeführt haben, hoffnungslos überfordert sind. Es wimmelt also nur so vor deprimierenden Gedankengängen, emotionaler Zurückhaltung, verschwiegenen Geheimnissen oder schroff geäußerten Belanglosigkeiten. Oftmals verliert Vermalle sich dabei auch in ausufernden Schilderungen unwichtiger Nebensächlichkeiten, so dass der Lesefluss immer mal wieder gebremst wird.

Dennoch ist es der Autorin gelungen, eine recht bewegende, viele Jahrzehnte umspannende Geschichte zu schreiben, die offenbart, wie sehr unbedachte Entscheidungen und fehlerhafte Rücksichtnahme auf andere das eigene Leben massiv beeinträchtigen und verändern können. Vorrangig geht es um Jacqueline und darum, ihr Leben wieder in den Griff zu kriegen und sich den Dämonen der Vergangenheit zu stellen. Parallel dazu wird zwar auch Marcels weiteres Tun beleuchtet, den größten Raum nehmen jedoch seine Frau und ihr wieder auflebenden Verhältnis zu ihrer Cousine ein.

Vermalles Stil ist, wie gesagt, oft sehr ausschmückend und ausufernd, was bei den Schilderungen der Insel und des kleinen Hauses samt buntem Garten oftmals schön zu lesen ist, bei den langatmigen Unterhaltungen oder Umstandsschilderungen aber eher anstrengt. Und so sehr die Protagonisten auch im Vordergrund stehen mögen, so wenig erfährt man letztendlich über sie bzw. vermag dem Gelesenen Interessantes abzuringen.

Schlussendlich ist „Als das Leben überraschend zu Besuch kam“ ein recht vielschichtiger Roman, dem es hervorragend gelingt, seine typisch bretonische Umgebung zu beschreiben, der aber bei seinen Protagonisten emotionale Defizite offenbart. Dadurch verliert die an sich interessante, tragische und berührende Geschichte Einiges an Emotionalität, was zu Lasten des Leseflusses geht. Nun quält man sich sicherlich nicht durch dieses Buch, es wird aber doch offenkundig, was ihm fehlt: wirkliche Herzenswärme, echtes Interesse für die verschiedenen Schicksale und eine etwas straffere Erzählweise. Deshalb gute drei von fünf Inseln, auf denen man stranden und sich ganz neu erfinden kann.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen So zart, wie der Flügelschlag eines Schmetterlings, 3. Juni 2012
Von 
Glimmerfee - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 1000 REZENSENT)   
Länge:: 2:33 Minuten

Als die 73jährige Jacqueline die Kerzen auf ihrem Geburtagskuchen ausbläst, beschließt sie ihr Leben zu ändern. Ohne ihrem Mann Marcel eine Erklärung zu geben, packt sie ihre Koffer und verschwindet still und unauffällig aus dem gemeinsamen Leben. Ihr Weg führt sie zu ihrer Cousine, auf eine kleine Insel an der Altlantikküste Frankreichs. Sie hat zu ihrer Cousine Nane 53 Jahre lang keinen Kontakt gehabt und steht nun vor deren Tür.
Dieses wunderschöne Buch wird von einem Schmetterling erzählt. Es ist die Geschichte eines Lebens, verpasster Chancen und der Hoffnung auch im hohen Alter, seinem Leben eine neue Richtung zu geben. Jacqueline lebt ein einsames Leben an der Seite von Marcel und diese beiden Menschen, die seit über fünfzig Jahren verheiratet waren, wissen nur wenig über die Sehnsüchte und Träume des anderen. Ihre Cousine Nane lebt in einem wunderschönen Haus mit großem Garten und lädt Jacqueline ein, in ihrem Gartenhaus zu leben. Nane war Bildhauerin und ihr Mann war ein berühmter Künstler. Nun ist sie verwitwet, peppelt gestrandete Seelen wieder auf und empfängt die unterschiedlichsten interessanten Gäste. Mit im Haus lebt Armida, eine junge Portugiesin mit ihrem Sohn und geht Nane bei der Hausarbeit und dem Kochen zur Hand. In dieser völlig anderen Umgebung, hat Jacqueline Zeit wieder zu sich zu finden. Ihr Mann Marcel schmiedet unterdessen seine ganz eigenen Pläne'

Die Frage, warum eine Dame in dem Alter von Jacqueline ohne Vorwarnung, den Mut besitzt, ihren Mann zu verlassen, hat mich viele Seiten beschäftigt und des Rätsels Lösung werde ich hier nicht verraten. Es ist ein ganz besonders zauberhaftes und anrührendes Buch und die wunderschöne Aufmachung, lädt schon beim Blick auf das Cover zum Träumen ein.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen einfach schön, 2. August 2013
Ich muss zugeben, dass ich nicht so der Lesefreak bin. Genauer gesagt habe ich in meinem Leben nur 2 Bücher freiwillig zuende gelesen.
Aber dieses ist eines von den beiden.
Ich finde Carolin Vermalle hat eine wunderschöne Art zu schreiben und die Neugier in den Menschen zu wecken.
Das Ende war so großartig! Nur schade das die Geschichte auf der letzten Seite aufhört!
Ich hoffe ihr 2. Buch ist genauso gut!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ode an die Lebensfreude einer Siebzigjährigen, 20. Februar 2013
Von 
DieBuchpiraten - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
"... fand ich zahlreiche Spuren einer Sehnsucht, die er mir immer verschwiegen hat, und eines niemals verwirklichten Traums."

Von Fiktion zur Wirklichkeit, von Träumen zu deren Verwirklichung - das ist der Kern der süßen, saftigen Frucht, die dieses Büchlein ist. Verlockend im Aroma ("liebliche" Sprache, pittoreskes Setting in der Bretagne, originelle Erzählung), doch mit besagtem bitteren, unverzehrbaren Kern, um den kaum ein Mensch herum kommt. Die Essenz ist nicht neu, ist aber in dem Roman innovativ verpackt und liest sich gefühlvoll.

Einzig mit der Idee, die Erzählung aus Sicht eines Schmetterlings, dem wiederum von Winden (Honi soit qui mal y pense) Neuigkeiten zugetragen wurden, zu präsentieren, fand ich zunächst etwas infantil und störend. Ein Schmetterling schafft in der Beschreibung menschlicher Empfindungen NATURgemäß eine Distanz, da die kleinen Flattergesellen selbst symbolisch stellvertretend wenig Glaubwürdigkeit vermitteln. Das Abschlusskapitel (das kann ich an dieser Stelle nicht verraten)enthielt dann jedoch eine Erklärung für dieses Stilmittel und stimmte mich versöhnlich.

Kein "großer" Roman, aber eine wirklich nette, unterhaltsame Urlaubslektüre, der man gedanklich noch ein Weilchen verbunden bleibt oder ein tiefgründiges Mitbringsel für liebe Menschen.
(T)
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein kleiner Schatz, 28. November 2012
Ich habe dieses Buch inzwischen schon vor einigen Wochen beendet und komme erst heute dazu, eine Rezension dazu zu verfassen. Meine Eindrücke sind trotzdem noch frisch, auch wenn ich lange gebraucht habe, um dieses Werk zu beenden - was aber nichts mit dem Buch selbst zu tun hatte, sondern einfach mit mir und meinen sehr schwankenden Lesegewohnheiten.

Ich habe mir dieses Buch schon vor Monaten ausgesucht, weil ich Lust auf etwas anderes hatte - etwas Entspannendes und Ruhiges; etwas abseits all der Jugendbücher und abseits von Fantasy und SciFi. Belletristik ist zwar nicht das Genre, in dem ich oft lese, aber ich muss entdecken, dass es mir immer besser gefällt - wie es auch hier der Fall war. Dieses Buch war wie erwartet sehr still; ein wundervoller Schreibstil kleidet eine sanfte und einfach schöne Geschichte über eine Frau, die alles hinter sich lässt - ihren Mann, ihr Haus, ihr Leben - um von vorn anzufangen. Denn dafür ist es nie zu spät.
Hierbei lesen wir die Geschichte doch nicht aus der direkten Sicht von Jacqueline, sondern - so seltsam es auch klingen mag - aus der Sicht eines Schmetterlings. Der spricht mit anderen Schmetterlingen, die von fern her kommen und Dinge aus Afrika und aus dem Ort berichten, aus dem Jacqueline kommt. Und er spricht mit den Winden, die ihm Geschichten von fernen Orten erzählen und langsam - nach und nach - das Geheimnis aufdecken, das hinter dem Leben liegt, das die alte Frau nie hatte führen können.

So begleiten wir Jacqueline auf ihrer Reise, in der es nicht nur einmal ein Zweifeln an allem gibt. Was tut man, wenn ein Leben hinter einem liegt, das man nie hatte leben wollen? Wenn die ganze Zeit ein anderes, viel besseres Leben vor den eigenen Augen lag und doch vorbei zog und man selbst nie glücklich sein konnte? Und vor allem: Was kann man in diesem Alter noch tun, um es zu ändern?
Was auf den ersten Blick eventuell etwas eintönig und vorhersehbar wirkt, hat für mich beim Lesen doch öfter als erwartet für Überraschungen gesorgt und nicht nur einmal hing ich gebannt an den Zeilen, in der Hoffnung, endlich hinter Jacquelines Geheimnis zu kommen - und selbst darüber nachdenkend, welche Wege noch möglich wären, um am Ende doch noch glücklich zu werden.

Aber wir begleiten beim Lesen nicht nur die Frau, sondern auch den Mann, den sie verlassen hat, und der sich in einer halsbrecherischen Reise aufmacht, um seine Geliebte zurückzugewinnen; und dabei selbst über die ein oder andere Erkenntnis über sich selbst oder das Leben stolpert.

Wunderbar und leicht geschrieben, hier und da witzig, an anderen Stellen wieder sehr sehr traurig und bedrückend. Besonders das Ende kam unglaublich überraschend und vollkommen anders, als ich erwartet hatte, es vorhersehen zu können. Das hinterließ einen recht melancholischen Nachgeschmack, den ich noch immer spüre, wenn ich an das Buch denke, und der es in meinem Kopf zu etwas Besonderem macht. Es gibt definitiv nichts, das ich daran aussetzen könnte.

Ich weiß, dass dies nicht die Art von Buch ist, die ich normalerweise lese und ich habe lange darüber nachgedacht, wie ich es bewerten soll. Da ich am Ende aber wirklich nichts zum Kritisieren finde und auch nach einiger Zeit noch finde, dass es ein kleiner Schatz in meinem Regal ist, bekommt das Buch am Ende doch 5 von 5 Sternen von mir.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Ich habe aufgegeben..., 25. Januar 2014
Es ist nicht so, dass mich die Geschichte an sich nicht angesprochen hätte. Und zu gerne hätte ich erfahren, wie sie am Ende ausgeht. Aber ich bin nicht damit zurecht gekommen, dass und wie aus Sicht der Schmetterlinge erzählt wird. Auch die Winde haben für mein Verständnis eine zu große Rolle eingenommen. Der Widerwille siegte über die Neugierde, sodass ich das Buch nach der Hälfte dann doch weggelegt habe.
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ARRAY(0x9905d018)

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