Kundenrezensionen


165 Rezensionen
5 Sterne:
 (84)
4 Sterne:
 (39)
3 Sterne:
 (22)
2 Sterne:
 (9)
1 Sterne:
 (11)
 
 
 
 
 
Durchschnittliche Kundenbewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel
Eigene Rezension erstellen
 
 

Die hilfreichste positive Rezension
Die hilfreichste kritische Rezension


30 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Fazit: sehr empfehlenswert
„Der Besuch der alten Dame", ein Titel - harmlos - der nicht vermuten lässt, welches Ausmaß die Gesellschaftskritik in einer ‚tragischen Komödie', einer - wohlgemerkt - dürrenmattschen ‚tragischen Komödie' annehmen kann. Auch ich - anfangs zweifelnd ob Dürrenmatts Können im Dramenbereich - wurde binnen kürzester...
Veröffentlicht am 4. Juli 2001 von Dorian Stern (Mercur@gmxpro.de)

versus
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Anspruchsvoll und spannend
Das Drama "Der Besuch der alten Dame" von Friedrich Dürrenmatt ist eine anspruchsvolle Lektüre. Das Spiel aus Nähe und Distanz zur Handlung macht es spannend, die Lektüre zu lesen. Der Inhalt hingegen ist harter Stoff. Dürrenmatt schreibt uns die Wahrheit schwarz auf weiß; nämlich dass die Menschen für Geld sehr wohl gierig und...
Veröffentlicht am 16. Februar 2011 von anonym


‹ Zurück | 1 217 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

30 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Fazit: sehr empfehlenswert, 4. Juli 2001
„Der Besuch der alten Dame", ein Titel - harmlos - der nicht vermuten lässt, welches Ausmaß die Gesellschaftskritik in einer ‚tragischen Komödie', einer - wohlgemerkt - dürrenmattschen ‚tragischen Komödie' annehmen kann. Auch ich - anfangs zweifelnd ob Dürrenmatts Können im Dramenbereich - wurde binnen kürzester Zeit des Lesens in den Bann dieses Dramas gerissen, und kam nicht umhin es zu rezensieren. Kaum ein anderes Drama verstand es mich so zu fesseln, wie das um den Besuch der alten Dame, Claire Zachanassian, die - gleich der Göttin Nemesis? - ausgleichende Gerechtigkeit sucht. Ja, göttlich, so wird sie dargestellt, so fühlt sie sich - doch ist sie nicht nur ein Götzenbild? Über Leben und Tod entscheiden. Ist dies einem Menschen gegeben, einem Menschen über dessen Leben einst auch - wenngleich auch nicht im selben Maße - entschieden wurde? Einem Menschen, der gebrandmarkt wurde, arm und verachtet seine Heimatstadt verließ und nun - märchenhaft reich - zurückkehrt? Claire Zachanassian, oder auch Kläri Wäscher - wie sie von den Güllenern genannt wird - ist ein solcher Mensch. Als junge Frau, vom Güllener Architektensohn Alfred Ill geschwängert, verliert sie auf Grunde von Aussagen bestochener Zeugen einen gegen ihn gerichteten Vaterschaftsprozess. Geächtet verlässt sie die Stadt, es folgt eine schwere Zeit, doch letztlich - wie heißt es doch? „Das Leben schreibt die schönsten Geschichten." - kehrt sie, als homo novus, nach Güllen zurück. Paradox: Die Situation; nicht mehr Kläri ‚Claire' Zachanassian ‚Wäscher' ist arm, sondern Güllen, der Ort vergangener Jugendträume. Kehrt mit ihr auch der Wohlstand zurück? Die Güllener - allen voran Alfred Ill - bauen darauf. Nicht an der Person Zachanassian interessiert - einzig an ihrem Geld - empfangen sie die „alte Dame", ohne zu ahnen was geschehen wird. Naiv sind sie, allzu menschlich, ehe sie bemerken, dass sie, die Bürger der einst florierenden Stadt, bald vor die - schwerste? - Frage ihres Lebens gestellt werden. Gelten Prinzipien auch dann noch, wenn eine beträchtliche Summe Geld ins Spiel kommt? Welchen Preis hat ein menschliches Leben? Das Leben Ills - des Menschen, der egoistisch und anmaßend über Claire Zachanassians Zukunft entschied, der vor Gericht log und die Gerechtigkeit bestach. Das Leben des Menschen, der neuer Bürgermeister von Güllen werden soll. Das Leben des Menschen, der seine Schuld verdrängt hat und nicht bereut. Nun, das Leben eines Menschen lässt sich nicht in Geld aufwiegen? Falsch! Claire Zachanassian bietet den Güllenern eine Milliarde ihres Vermögens, ein Drittel ihres Reichtums für das Leben, nein!, für den Mord an ihrem ehemaligen Geliebten, dem Mensch der sie verrat. Eine Milliarde: Fünfhundert Millionen der Stadt, fünfhundert Millionen den Bürgern: Genug Geld um Güllen in neuem Glanz erstrahlen zu lassen, genug Geld um die Bürger Güllens zu wohlhabenden Menschen zu machen! Auch genug Geld, um sie zu Mördern zu machen? Nein, zentrales Thema dieses Dramas ist meines Erachtens nicht die Frage: „Werden die Güllener zu Mördern? Lassen sie sich vom Reiz des Geldes dazu veranlassen, ihre Prinzipien zu missachten?" Vielmehr ist das zentrale Thema die Frage: „Wie verhielten sich Menschen im Hier und Jetzt, wie verhielte ich mich? Ließe ich mich vom Reiz des Geldes zum Mörder machen? Ließe ich mich von einem einstigen Opfer, dass nun zum Täter wird, ob meiner Prinzipien bestechen?" Doch damit nicht genug, weitaus wichtiger ist die Frage: „Was täte ich - bliebe ich denn meinen Prinzipien treu - um die Menschen von der Tat abzuhalten? Wie verhielte ich mich der Gemeinschaft gegenüber? Dem Opfer?" Deutlich erkennbar - allein an meiner bewussten Verbwahl - ist mir der Aspekt des Verhaltens, das Verhalten des Einzelnen. „Beuge ich mich der Masse, oder schwimme ich gegen den Strom? Handele ich richtig oder falsch?" Zwiesprache mit dem eigenen Gewissen halten - sich selbst hinterfragen, aber auch das Verhalten anderer: Dürrenmatts Drama bewog mich dazu, wenn hierbei auch die von ihm sicherlich intentionierte Kritik an der Gesellschaft im Allgemeinen - derer Entwicklung - im Hintergrund zu bleiben scheint. Aber für mich ist schon die alleinige Kritik am Verhalten einzelner - wenn in meinem Falle auch vordergründig auf ‚Einzelpersonen' bezogen - Kritik an der Gesellschaft ‚im allgemeinen'. Sicherlich, auch der Aspekt der heutigen Rolle des Geldes - einstmals nur Tauschmittel - spielt meines Erachtens eine nicht unerwähnenswerte Rolle: Jedoch ist dieser ja schon, wenn auch nicht ausgesprochen, in die kritische Hinterfragung Verhaltens Einzelner und ‚Vieler' impliziert . Er sollte meiner Meinung nach nicht zu sehr in den Vordergrund gestellt werden, da hierdurch die Übertragbarkeit auf Situationen im alltäglichen Leben besser gewahrt bleibt. Nahezu meisterhaft, s.s.v., versteht es Dürrenmatt, die Gesellschaft zu kritisieren, ohne hierbei explizit anprangernd zu wirken. Er bedient sich hierzu einer eigenständigen Form des Dramas, der tragischen Komödie. Recht eigenwillig - seine Art Elemente von schwarzem Humor und Satire in sein Stück einzubetten. Dürrenmatt schafft es so, eine gewisse Distanz zum tragischen Geschehen aufzubauen. Brecht bezeichnete dies wohl als eine Art V-Effekt, da sich der Zuschauer, bzw. Leser durch die Distanz zum Geschehen immer darüber im klaren ist, dass er sich in einer Theateraufführung befindet. Dies wird u.a. durch die mitunter ebenfalls eigenwillige Bühnenbildgestaltung unterstützt. Es liegt nahe, dass sich Leser und Zuschauer auf Grund dieser Art des V-Effektes während des Lesens bzw. Zuschauens, die Intention des Stückes hinterfragen. Zusammenfassend komme ich zu dem Schluss, dass Dürrenmatts Drama „Der Besuch der alten Dame" zu jenen gehört, die sehr empfehlenswert und - nicht zuletzt zur Freude des Publikums - unterhaltsam sind, ohne dabei der reinen Unterhaltung zu dienen. Jedem, der sich einmal Fragen wie beispielweise „Wie steht es um die menschliche Moral, wie stark ist die Versuchung? Welche Stellenwert nimmt Verantwortung für den Einzelnen, welchen für eine Gruppe ein? Gibt es ein kollektives Versagen, oder versagt nur das Individuelle?" gestellt hat, empfehle ich Dürrenmatts Drama uneingeschränkt, und für jene, die sich nie eine dieser Frage gestellt haben, sehe ich es als Pflichtlektüre an.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


26 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen In den Abgründen der menschlichen Seele, 8. März 2004
Von 
Nach Jahren kehrt die Multimilliardärin Claire Zachanassian vormals Kläri Wäscher in ihren aus seltsamen Gründen total verarmten Geburtsort Güllen zurück. Sie verspricht den Einwohnern der Stadt den riesigen Betrag von einer Milliarde zu schenken, doch ist diese Schenkung an eine Bedingung gebunden: Sie verlangt den Tod ihres ehemaligen Geliebten Alfred Ill, der sie damals geschwängert und sitzengelassen hat und mittlerweile hohes Ansehen im Dorf genießt. Zuerst verweigern die Einwohner diese Bluttat, doch stürzen sie sich langsam aber beständig in immer höher werdende Schulden. Und so rückt das Unausweichliche immer näher...
Dieser Text eröffnet einem die Abgründe der menschlichen Seele, die, geleitet von Rachegelüsten zu den grausamsten Taten bereit ist. Auch zeigt Friedrich Dürrenmatt wie schnell sich Meinungen und Weltanschauungen unter der richtigen Beeinflussung ändern und umschlagen.
Ich kann jedem diese Buch nur empfehlen um sich einerseits selbst auf die Schliche zu kommen, andererseits um zu erkennen, dass die Menschen um einen herum nicht immer das sind was sie vorgeben und auch nicht immer so handeln.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


33 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein Opfer rächt sich, 17. April 2007
Obwohl auch ich das Buch als schulische Zwangslektüre kennengelernt habe, habe ich bis heute noch keine Abneigung dagegen entwickeln können. Denn statt platt moralisierend den Juristen nach dem Mund zu reden, offenbart dieser Text einen nachvollziehbaren Fall von Selbstjustiz. Die "alte Dame" (Claire), die mit ihrem angeheirateten Reichtum ein ganzes Dorf (und sogar dessen Familie) gegen seinen spießigsten Mitbürger aufbringt, ist das Entwicklungsendstadium eines verlassenen, betrogenen, vergewaltigten Mädchens, das in einer schlechten Welt zunächst eine Ausgelieferte, eine Ausgestoßene war. Diese anfängliche gesellschaftliche Randposition hat sie a) zwar teils ihrer eigenen Dummheit zu verdanken (weil sie sich mit dem Spießbürger Ill eingelassen hat), ist b) aber in letzter Konsequenz auf die Charakterschwäche und die konspirativen Unternehmen Ills zurückzuführen, der sich als so wenig vertrauenswürdig und so menschlich-unanständig erwiesen hat, daß man ihm glatt ein halbes Dutzend Ohrfeigen verpassen möchte, als die Geschichte im Buch nach und nach offengelegt wird.

Indem die junge, an der Welt gescheiterte Claire sich selbst in deren Schlechtigkeit einfügt und nach und nach zu der Furie mutiert, die sie (hat man den Eindruck) besser von Anfang an gewesen wäre, schafft sie es, gesellschaftlich aufzusteigen. Nicht mit Unschuld, Nettigkeit, Liebe und sonstigen hübschen Konzepten kommt sie voran, sondern nur indem sie zum sich prostituierenden, halb-anorganischen Monster wird, das am Ende seines Lebens die Rache an dem Verräter Ill vollenden will. Dazu benutzt sie das Geld, daß ihre zahlreichen (verstorbenen) Ehemänner ihr hinterlassen haben und einen Panther, der ihrem Heimatdorf die Ausrede liefert, sich zu bewaffnen und auf Raubtierjagd zu gehen - wobei Ill sehr schnell merkt, daß nicht mehr nur die Katze auf der Abschußliste steht, sondern daß seine Mitbürger über seine Untaten informiert sind und darüber nachdenken, ob sie ihm nicht eine Kugel verpassen sollen, um sich Claires unsterblichen Dank und ein beträchtliches inoffizielles Kopfgeld zu sichern...

Man fühlt sich im Verlauf der Geschichte regelrecht auf Claires Seite gedrängt. Sie, die zu Anfang gut war (vielleicht etwas naiv und zu neugierig in sexuellen Angelegenheiten, aber das ist ja nicht per se schlecht), konnte nur überleben, indem sie sich der Realität stellte und zu einem ebenso amoralischen, hinterhältigen Menschen wurde, wie es all die Kleinbürger in ihrer Umgebung schon waren. Sie hätte untergehen können, ihre Chancen standen denkbar schlecht, doch mit einem aus ihrem Rachedurst entspringenden Lebenswillen hat sie sich nach oben gearbeitet, hat sich in der Tat gegen sich selbst, gegen ihre Persönlichkeit, ihre körperliche und geistige Selbstbestimmtheit gewandt, um am Ende nicht als Verliererin dazustehen.

Im selben Maße, in dem man ihre Geschichte nachzuvollziehen beginnt, verliert Ill rapide an Sympathien. Es wird klar, daß seine "Verbrechen", die tatsächlich widerwärtig sind, zutiefst von Feigheit zeugen und eine beachtliche kriminelle Energie offenbaren, in seinem Umfeld unter normalen Umständen nicht bestraft würden. Er lebt als unbescholtener Bürger, hatte ein ruhiges Leben und muß sich nicht davor fürchten, daß irgend jemand ihn vor Gericht zerren könnte. Daher erzeugt es so etwas wie eine tiefempfundene Erleichterung, als ihm durch Claires Aktion nun doch noch die Rechnung für sein Verhalten präsentiert wird. Ihm widerfährt Gerechtigkeit, wie man sie sich manchmal in realen Gerichtssälen wünschen würde, wenn wieder einmal ein mildes Urteil gesprochen wird angesichts eines Verbrechens, das nur als bestialisch zu bezeichnen ist.

Eben das hebt dieses Buch deutlich von anderer Schullektüre ab: Dem Leser wird erlaubt, sich dem Konzept der Selbstjustiz hinzugeben, es mit Claire, Ill und der Dorfbevölkerung zu erleben, zu bewerten, sich seine eigenen Gedanken zu machen. Es führt zu leidenschaftlichen Diskussionen zu einem emotionsgeladenen Thema, das man häufig auch so in den Medien antreffen kann, das also immer über eine gewisse Aktualität verfügt. "Der Besuch der alten Dame" belehrt nicht mit erhobenem Zeigefinger - hier darf man seinem ureigenen Gerechtigkeitssinn einmal die Zügel schießen lassen, sich aufregen, toben, sich als Anwalt des Teufels hinstellen, kühl im Sinne des Gesetzes argumentieren oder hitzig dagegen. Wenn ich an viele andere gelangweilte, mit verhaltenem Gähnen durchlebte Buchbesprechungen denke, glaube ich, daß man über ein solches Buch einfach froh sein muß. Und selbst wenn es nicht zu schulischen Zwecken gelesen wird - die Argumentationslawine, die es im Kopf des Lesers lostritt, läßt sich auch wunderbar allein zu Hause genießen; gegebenenfalls kann man einen plötzlich auftauchenden armen Mitmenschen mit seinen Gedanken dazu bombardieren; auf jeden Fall aber wird man einen Ausbruch geistiger Tätigkeit erleben, der berauschend ist.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen einfach das beste buch, das ich jemals gelesen habe.., 8. Oktober 2009
"Die Welt machte mich zu einer Hure, nun mache ich sie zu einem Bordell"
Claire Zachanassian will Grechitgkeit. Und bekommt sie, in einer welt in der man alles kaufen kann.

Also: Das Theaterstück ist eine tragische Komödie von Friedrich Dürrmatt.
Wir haben zuvor "Die Physiker" von Friedrich Dürrenmatt im Deutschunterricht durchgenommen, jetzt innerhalb von 2 Wochen den "Besuch der alten Dame".
Zu Anfang erst skeptisch, so wie ich nunmal bin, angefangen zu lesen und aus dem Staunen einfach nicht mehr rausgekommen. Es ist das erste Buch, das ich in der Schule lesen musste, das ich mag!

Die Handlung, die Charakteristiken, die dramatische Entwicklung und die menschlichen Abgründe machen dieses Buch zu entwas so Besonderem. Die Bewohner können der Versuchung einfach nicht widerstehen. Die Macht - und Geldgier macht sie so korrupt. Die Kernaussage ist: Gerechtigkeit und Schuld? Wo fängt sie an, wo hört sie auf?
Genau wie bei den "Physikern" geht es um die Frage der kollektiven oder der individuellen Schuld und die Gerechtigkeit.
Eine Inhaltsangabe mache ich jetzt nicht, sind ja schon so viele da ;)

Nur ein Tipp: Lest dieses Theaterstück und beschäftigt euch damit! Jeder einzelne Satz sagt etwas aus!
Obendrein ist es in einer einfachen Sprache geschrieben, und doch witzig und vielleicht kommen dem ein oder anderen Leser einige Zitate ja bekannt vor.
Lest zwischen den Zeilen, versucht euch in die Personen hineinzuversetzen und ihr werdet nicht mehr loskommen!
Leider viel zu kurz..
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Geniale schwarze Komödie, 3. September 2004
Von 
Rolf Dobelli (Luzern, Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (HALL OF FAME REZENSENT)    (REAL NAME)   
Es ist wahrlich keine nette alte Dame, die Friedrich Dürrenmatt in seinem wohl berühmtesten Drama im verlotterten Provinzkaff Güllen aussteigen lässt. Nein, die steinreiche Claire Zachanassian hat es faustdick hinter den Ohren. Den unterwürfigen Speichelleckern des heruntergewirtschafteten Städtchens macht sie ein unmoralisches Angebot: Im Austausch für eine Finanzspritze von einer Milliarde fordert sie den Tod ihres früheren Liebhabers Alfred Ill. Die Entrüstung der Bewohner entpuppt sich rasch als überzogen - sie beginnen Gefallen an der heimtückischen Versuchung zu finden, die sich hinter die biedere, frömmelnde, humanistisch angehauchte Bürgerfassade geschlichen hat. Mehr und mehr verwandeln sich die Straßen von Güllen für Alfred Ill in ein heißes Pflaster. Die Konjunktur rauscht durch Ills Heimatstädtchen, und wie der alles fressende Moloch fordert sie ein Menschenopfer: sein Leben. Der Schweizer Dramatiker Friedrich Dürrenmatt, der in der "tragischen Komödie" seine ideale Ausdrucksform fand, lieferte mit dem Besuch der alten Dame eine groteske, rabenschwarze und beim Publikum höchst erfolgreiche Abrechnung mit der Scheinmoral des Bürgertums und den Verlockungen des Wirtschaftswunders. Amüsant, nachdenklich, genial.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen kurzweilig, 2. Mai 2005
In dem Stück geht es um Claire Zachanassin, die nach langer Zeit als Millionärin in ihr verarmtes Heimatstädtchen Güllen zurückkommt, das sie als schwangere Frau verlassen musste. Ihr damaliger Freund Ill weigerte sich, sie zu heiraten, und heiratete stattdessen die Besitzerin eines Kleinwarenladens. Claire will Gerechtigkeit und bietet den Güllener Bürgern deswegen ein Geschäft an: Wenn sie Ill umbringen, bekommen sie 1 Milliarde. Die Güllener Bürger lehnen zwar ab, aber sämtliche Bürger fangen nach diesem Angebot an sich zu verschulden, in der Hoffnung, dass irgendjemand Ill umbringen würde...
Mir hat das Stück sehr gut gefallen, weil es teilweise recht amüsant ist. Außerdem gefiel mir die Art und Weise, wie das zentrale Thema des Stücks, nämlich wie sich ein Mensch entscheidet, wenn er die Wahl zwischen moralisch richtigem Handeln und Reichtum hat, umgesetzt wird.
Das Buch ist ziemlich dünn und das Stück läßt sich in ca. 2 Stunden vollständig durchlesen: Nette, kurzweilige Unterhaltung für Zwischendurch.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Brilliantes Drama, 28. Oktober 2001
Das Dürrenmatt ein genialer Schriftsteller und Dramatiker war ist mir immer bekannt gewesen. Seine einzigartige Fähigkeit Gesellschaftskritik in einen unterhaltsamen, oft witzigen Kontext zu packen hat mich immer fasziniert. Doch "Der Besuch der alten Dame" ist meiner Meinung nach neben "Die Physiker" das Meisterstück des Schweizers. Mit wohligem Grauen erfüllt und zum Nachdenken angeregt habe ich das Stück verschlungen. Absolute Pflichlektüre!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


21 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr schönes Drama von Dürenmatt, 7. Januar 2000
Von Ein Kunde
Dies ist wohl eines der Lieblingsbücher aller Deutschlehrer und wird sehr häufig in der Kollegstufe gelesen. Es ist eine Parabel auf Recht und Gerechtigkeit, wie auch auf Macht und Ohnmacht. Wie in Dürenmatt's „Die Physiker" geht es auch hier um die Verantwortung des einzelnen und die Verantwortung einer Gruppe. Das Buch, welches auch verfilmt wurde ist ein Welterfolg geworden und handelt von Kläri Wäscher, die als arme Frau aus ihrem kleinen Dörfchen mit Kind abreist und nach einer Heirat und Tod ihres schwerreichen Ehemanns als Multimillionärin Claire Zachanassian in ihr kleines Städtchen zurückkehrt. Das Städtchen, schwer durch Wirtschaftskrise und Geldmangel heruntergekommen ist plötzlich stolz auf ihre neue „Ehrenbürgerin". Diese will jedoch, dass Alfred Ill, der sie vor mehreren Jahrzenten schwanger hat sitzen lassen, getötet wird - im Gegenzug für eine großzügige Geldspende ihrerseits. Sehr spannendes Buch mit viel Hintergrund und Interpreationsmöglichkeiten. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen überaus interessantes Stück, 25. Juli 1999
Von Ein Kunde
Die Multimillionärin Claire Zachanassian hat ihrer Heimatstadt Güllen, die seit einigen Jahren aus rätselhaften Gründen völlig verarmt ist, einen Besuch angekündigt. Dabei hoffen die Bürger der Stadt auf eine Sanierung der Finanzen durch den hohen Gast. Die Jugendliebe Zachanassians, der Krämer Ill, wird aus diesem Grund über Nacht zum angesehensten Bürger der Stadt, da man sich von ihm eine wirkungsvolle Fürsprache bei der Millionärin verspricht. Als diese kommt und Ill gegenüber einen zärtlichen Ton anschlägt, keimt Hoffnung im Ort. Und dann stellt sie eine unerwartet großzügige Schenkung in Aussicht: eine Milliarde 500 Millionen für die Stadt (500 Millionen pro Familie), unter einer Bedingung: sie will „Gerechtigkeit" gegen Ill der die junge Claire verstieß als sie ein Kind erwartete und mit gekauften Zeugen „bewies", daß sie auch mit anderen Männern geschlafen habe: er soll umgebracht werden.
„Der Besuch der alten Dame" ist ein überaus interessantes Stück, das heute auch ab und zu zum Schulstoff gehört. Lesens- und aufführenswert ist dieses Stück auf jeden Fall! (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen "Der Besuch der alten Dame", 16. Februar 2004
Friedrich Dürrenmatt hat sich in der tragischen Komödie „Der Besuch der alten Dame" mit der Problematik des Erkaufens von Rechten beschäftigt.
In diesem überaus interessanten Werk erzählt Dürrenmatt über eine verwahrloste kleine Stadt, deren Einwohner nicht minder mittellos und ausgemergelt sind, als die Stadt selbst.
Durch den Besuch einer ehemalige Bewohnerin wird alles durcheinander gebracht, indem sie der Stadt eine Milliarde anbietet, im Fall dass ihr ehemaliger Liebhaber hingerichtet werde.
Die Einwohner wehren sich vehement gegen dieses Angebot. Doch sie beginnen über ihre Verhältnissee zu leben und mit der Zeit wächst Unmut innerhalb der Bevölkerung, das Angebot doch anzunehmen.
Der Aufbau dieses Werkes ist überaus spannend. Und so werden auch die einzelnen Charaktere und ihre Beweggründe verständlich dargestellt.
Meiner Meinung nach ist es eine leicht verständliche Lektüre mit gehobenem Niveau.
Das einzige Manko dieses Buches ist seine Länge von 120 Seiten, welche einen langen Lesespaß verwährt.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


‹ Zurück | 1 217 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

Dieses Produkt

Der Besuch der alten Dame (Hors Catalogue)
EUR 7,99
Auf meinen Wunschzettel Zahlungsmöglichkeiten ansehen
Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen