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am 13. August 2010
Dieser neue Band mit Erzählungen des in Bielefeld geborenen, in Berlin und New York lebenden und arbeitenden Juristen und Schriftstellers Bernhard Schlink ist ein wahrer Lesegenuss. Hat man das Buch mit insgesamt sieben Geschichten über verschiedene Lebenslügen von Menschen zur Hand genommen, legt man es nicht mehr aus der Hand, obwohl die Erzählungen keinen inneren Faden haben, und jede einzelne für sich steht.

Und doch gibt es außer den Lebens- und Liebeslügen von Frauen und Männern Gemeinsamkeiten. Immer wieder sind die Protagonisten entweder Juristen, Schriftsteller oder Philosophen. Manche verschlägt der Beruf (so wie Schlink selbst) immer wieder nach New York, sie besitzen Sommerhäuser, kennen keine materiellen Sorgen und sind alle hoch gebildet.

Das alles aber bewahrt die handelnden Personen, von denen man einige beim Lesen regelrecht lieb gewinnt, nicht davor, manchmal knapp, aber doch immer treffsicher am eigentlichen Leben, vor allen Dingen am Zusammenleben mit ihrem jeweiligen Partner, vorbeizugehen. Alt geworden, oft am Rande des Todes stehend, reflektieren sie ihr Leben, und ihre Lebenslügen, und meistens ist es längst zu spät für einen neuen Anfang, den sie nichtsdestotrotz in den meisten der sieben Geschichten probieren, verzweifelt, doch ohne rechte Einsicht in ihre bisherigen Fehler und Masken.

Das Buch beginnt mit einer Erzählung mit dem Titel "Nachsaison". Ein in eher bescheidenen Verhältnissen lebender Flötist begegnet bei seinem Rehabilitationsaufenthalt auf dem Cape Cod einer reichen Millionärserbin. Sie verlieben sich, wollen zusammenbleiben, doch sie verlangt von ihm, dass er sich voll und ganz auf ihr Leben einlässt. Sein eigenes hat er in den wichtigsten Elementen vor der Frau verschwiegen, eine "Sommerlüge". Wie bei allen anderen Geschichten bleibt es hier der Phantasie des Lesers überlassen, über den Schluss und den Ausgang der Erzählung nachzudenken.

In der Erzählung "Nacht in Baden-Baden" wird von dem Theaterschriftsteller erzählt, der die Aufführung eines Stückes von ihm in Baden-Baden und die Nacht danach im Hotel nicht mit seiner feministischen Freundin verbringt, sondern mit einer anderen Frau, Therese, die er schon lange kennt, mit der er aber nicht schläft. Beide Frauen wissen voneinander, aber der Schriftsteller hat beiden Wesentliches über die jeweils andere über lange Jahre vorenthalten. Die feministische Juristin, die überall auf der Welt von Lehraufträgen lebt, forscht nach und kommt ihm auf die Schliche. Und die nächste "Sommerlüge" wird aufgedeckt, wieder mit offenem Ausgang.

Dennoch hat man beim Lesen und am Ende auch der anderen, fast alle auf gleichem literarischem Niveau stehenden Erzählungen das Gefühl: Die jeweiligen Lügen haben Leben zerstört. Wer möchte, kann die Lektüre des Buches zum Anlass nehmen, seinen eigenen Lebenslügen einmal auf die Spur zu kommen, vielleicht bevor es zu spät ist.
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am 21. April 2012
Dieser neue Band mit Erzählungen des in Bielefeld geborenen, in Berlin und New York lebenden und arbeitenden Juristen und Schriftstellers Bernhard Schlink ist ein wahrer Lesegenuss. Hat man das Buch mit insgesamt sieben Geschichten über verschiedene Lebenslügen von Menschen zur Hand genommen, legt man es nicht mehr aus der Hand, obwohl die Erzählungen keinen inneren Faden haben, und jede einzelne für sich steht.

Und doch gibt es außer den Lebens- und Liebeslügen von Frauen und Männern Gemeinsamkeiten. Immer wieder sind die Protagonisten entweder Juristen, Schriftsteller oder Philosophen. Manche verschlägt der Beruf (so wie Schlink selbst) immer wieder nach New York, sie besitzen Sommerhäuser, kennen keine materiellen Sorgen und sind alle hoch gebildet.

Das alles aber bewahrt die handelnden Personen, von denen man einige beim Lesen regelrecht lieb gewinnt, nicht davor, manchmal knapp, aber doch immer treffsicher am eigentlichen Leben, vor allen Dingen am Zusammenleben mit ihrem jeweiligen Partner, vorbeizugehen. Alt geworden, oft am Rande des Todes stehend, reflektieren sie ihr Leben, und ihre Lebenslügen, und meistens ist es längst zu spät für einen neuen Anfang, den sie nichtsdestotrotz in den meisten der sieben Geschichten probieren, verzweifelt, doch ohne rechte Einsicht in ihre bisherigen Fehler und Masken.

Das Buch beginnt mit einer Erzählung mit dem Titel "Nachsaison". Ein in eher bescheidenen Verhältnissen lebender Flötist begegnet bei seinem Rehabilitationsaufenthalt auf dem Cape Cod einer reichen Millionärserbin. Sie verlieben sich, wollen zusammenbleiben, doch sie verlangt von ihm, dass er sich voll und ganz auf ihr Leben einlässt. Sein eigenes hat er in den wichtigsten Elementen vor der Frau verschwiegen, eine "Sommerlüge". Wie bei allen anderen Geschichten bleibt es hier der Phantasie des Lesers überlassen, über den Schluss und den Ausgang der Erzählung nachzudenken.

In der Erzählung "Nacht in Baden-Baden" wird von dem Theaterschriftsteller erzählt, der die Aufführung eines Stückes von ihm in Baden-Baden und die Nacht danach im Hotel nicht mit seiner feministischen Freundin verbringt, sondern mit einer anderen Frau, Therese, die er schon lange kennt, mit der er aber nicht schläft. Beide Frauen wissen voneinander, aber der Schriftsteller hat beiden Wesentliches über die jeweils andere über lange Jahre vorenthalten. Die feministische Juristin, die überall auf der Welt von Lehraufträgen lebt, forscht nach und kommt ihm auf die Schliche. Und die nächste "Sommerlüge" wird aufgedeckt, wieder mit offenem Ausgang.

Dennoch hat man beim Lesen und am Ende auch der anderen, fast alle auf gleichem literarischem Niveau stehenden Erzählungen das Gefühl: Die jeweiligen Lügen haben Leben zerstört. Wer möchte, kann die Lektüre des Buches zum Anlass nehmen, seinen eigenen Lebenslügen einmal auf die Spur zu kommen, vielleicht bevor es zu spät ist.
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VINE-PRODUKTTESTERam 4. August 2012
"Der Vorleser" war das erste Buch, dass ich von Bernhard Schlink gelesen habe. Der Erzählstil hat mich fasziniert und ich machte mich auf die Suche nach weiterer Literatur des Autors. So bin ich dann auf "Sommerlügen" aufmerksam geworden, der Klappentext hat mich angesprochen und nachdem ich nun das Buch gelesen habe, bin ich ein weiteres Mal begeistert.

Sieben Geschichten, die alle alleine für sich stehen, dennoch aber vieles gemeinsam haben. Die Geschichten befassen sich mit unterschiedlichen Beziehungen, mit verschiedenen Menschen, mit ganz unterschiedlichen Charakteren und Themen. Aber alle Geschichten treffen in Lebensbereiche, bei denen die Menschen allzu gerne auf Lügen zugreifen möchten, aber in denen das Leben sie zu Antworten auffordert.

Wer kennt sie nicht die Liebeshoffnungen und Lebensentwürfe, die sich manchmal in Luft auflösen? Jeder weiß, dass manchmal alles anders kommt als man denkt. Ältere Menschen denken oft über das Leben nach und gelangen so zu Einsichten, die sie in jungen Jahren niemals gehabt hätten und wer sich frisch verliebt, möchte in jedem Fall positiv wirken, auch wenn er nicht immer die Wahrheit spricht.
Warum verstricken sich Menschen immer wieder in kleine Notlügen, haben Geheimnisse, leben in einer Illusion, die wie eine Seifenblase zerplatzt?

Sieben Geschichten, von deren Inhalt ich nichts verraten möchte, brilliant geschrieben, flüssig zu lesen und bisweilen sehr ergreifend. Ich konnte mich in manche Person hinein versetzten und habe mich in verschiedenen Situationen selbst wiedergefunden.

Wunderschön!!!
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Eine Buchhändlerin hat mir die Sommerlügen wärmstens mit dem HInweis empfohlen, dieses Büchlein habe sie tief berührt. Ich war äußerst skeptisch - bin ich doch keine Liebhaberin von Erzählungen und hatte ich doch noch nichts von Schlink gelesen. Aber der Tipp hat mich überzeugt: Im Niemandsland zwischen Alltäglichem und Besonderem lässt der Autor seine Protagonisten in bestürzender Sachlichkeit Lebens- und Liebeslügen entlarven, läßt sie fragen, suchen, zweifeln, hoffen, umentscheiden, auch scheitern. Jede Geschichte lädt ein zum Weiterdenken, ohne Lösungen anzubieten, sofern es denn welche geben könnte. Schlinks Sprache ist klar und frei von Schnörkeln. Klischees, Überzeichnungen, Belehrungen bleiben dem Leser erspart. Nicht erspart bleibt ihm das siebenfache Nachdenken über seine eigenen Versäumnisse. Sommerlügen - ein schöner Titel. Liebeslügen hätte mir noch besser gefallen.
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am 26. August 2013
Sommerlügen sind gut durchdachte Geschichten über Beziehungsprobleme. Als Leser denkt man gemeinsam mit den Figuren nach, aber ich persönlich konnte nicht mit ihnen mitfühlen.
Die Figuren vermitteln für mich wenig Lebenssaft und -kraft, was vielleicht auch an der schnörkellosen, anspruchslos-bescheidenen Sprache liegt ("sie liebten sich").
Für mich wirken Sommerlügen wie die literarische Umsetzung eines philosophisch-psychologischen Problems, immer wieder aus neuer Perspektive, aber nicht aus dem Leben gegriffen, sondern seltsam ausgedacht.
Mit dem Kopf geschrieben, durchaus mit Köpfchen, aber nicht aus dem Bauch geschrieben.
Es geht um Liebe, aber Liebe ohne Leidenschaft.
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am 9. Oktober 2013
Bernhard Schlink gelingt es auch in diesem Buch mit einzelnen Geschichten den Leser zu verführen, an verschiedenen Fragen des Lebens teil zu haben, in unterschiedliche Persönlichkeiten zu schlüpfen und sich berühren zu lassen. Er eröffnet neue Perspektiven und macht Erfahrungen nachvollziehbar, als Leser genoß ich auch, oft nachdenklich zurück zu bleiben.
Sein virtuoses Können macht jede Zeile zum Vergnügen, ich kann dieses Buch, sowie alle seine anderen Bücher aus vollem Herzen nur weiter empfehlen!
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Der Autor kann so schreiben, als hätte er alles was er beschreibt auch selbst erlebt. In "Nachsaison" erleben der deutsche Orchestermusiker Richard und die reiche amerikanische Susan in Amerika eine herrliche Liebe im Regen der "Nachsaison".

Diese Liebe hält nur wenige Tage am Ferienort. Sie ist intensiv und beide planen für ihre gemeinsame Zukunft so viel, aber bei ihrer Verabschiedung wissen beide bereits, dass es nur eine Sommerlüge war. Die Geschichte lässt es offen, aber ich vermute, beide sahen sich nie wieder.

In "Der letzte Sommer" hoffe ich sehr für den Autor, dass er möglichst wenig autobiografisches in seine Geschichte geschrieben hat. Ein Mann im Rentenalter, der sein Leben lang Bücher schrieb und auch an der Universität lehrte, hat Krebs. Einen Sommer lang wollte er mit seiner Frau, den Kindern und Enkeln verleben und dann wollte er sich langsam mithilfe eines tödlichen Coctails davon machen.

Seine Frau kam oft in den zurückliegenden Ehejahrzehnten zu kurz, auch bei der Entscheidung, dass und vor allem wann ein Todescoctail zum Einsatz kommt, lässt er sich von seiner Frau nicht in die Karten schauen. Aber sie findet den Coctail. Sie macht ihm klar, dass es so für sie nicht weitergehen kann. Sie und auch alle anderen Familienangehörigen verlassen das Sommerhaus. Der krebskranke alte Mann bleibt allein zurück. Wird er fähig sein noch an sich zu arbeiten?

Durch die Tiefe und Intensität der Texte bin ich positiv überrascht. Diese sieben Geschichten sind keineswegs leichte Sommergeschichten, wie man beim Betrachten des Covers leicht denken könnte.

Der Bielefelder Bernhard Schlink deckt Lügen auf und denkt dabei über das Leben nach. Er versteht es sehr gut den Leser nicht wieder loszulassen und er macht ihm klar, um Lügen aufzudecken ist es nie zu spät.
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Sieben neue Geschichten von Bernhard Schlink sind in seinem gerade erschienenen Erzählband Sommerlügen" bei Diogenes erschienen.

Schlink ist ein Meister der kürzeren Form und es gelingt ihm in den großartig komponierten und auf das literarisch Wesentliche beschränkten Geschichten ganz hervorragend, Menschen an einem Scheideweg in ihrem Leben zu porträtieren.

Die Erzählungen handeln von Liebe, Verlangen und Tod, von der Suche nach dem Leben und vom Finden der Wahrheit in dem alltäglichen Gespinst aus kleinen und größeren Lügen.
Der Ausbruch einer Frau aus ihrem Leben und ihrer Familie gerät ebenso dramatisch wie der letzte Sommer eines dem Tode geweihten Mannes mit den Menschen, die ihm wichtig sind.
In der Geschichte einer Reise von Vater und Sohn werden die Spuren der Vergangenheit gesucht und auch gefunden und die Lebensbeichte eines Flugzeugpassagiers verschwimmt zwischen Wahrheit und Fiktion.

Jede Geschichte für sich ist ein kleines Ereignis und lässt das Buch als Ganzes zur unverzichtbaren Lektüre wider das ach so gegenwärtige Lügen werden.
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am 24. Juli 2013
anspruchsvoll, mit Liebe zum Detail beschrieben, ohne übertrieben gefühlsdusselig zu sein. Ich mag die Schlink-Bücher sehr. Jedes hat mir bisher sehr gut gefallen. Der deutssprachige Literatur kann sehr stolz auf diesen Schriftsteller sein!
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am 11. März 2016
...oder gesehen hat könnte leicht enttäuscht sein. Berhard Schlink hat deutlich spannenderes und überraschenderes geschrieben als dese Geschichten. Ist also eher was leichtes, das man kaum in einem Zuge durchlesen muss.
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