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am 16. April 2013
Beethovens C-Dur Messe op. 86 war Auftragswerk seitens des Fürsten Nicolaus II. Esterházy, des langjährigen Mäzens und Auftraggebers Haydns. Der Fürst hatte das Werk zum Namenstag seiner Gemahlin 1807 bestellt. Allerdings mißfiel die Komposition dem Souverän derart, daß er scharfe Worte der Mißbilligung fand ("Beethovens Messe ist unerträglich lächerlich und hässlich"). Am Hofe zu Eisenstadt war man wohl die sanfteren Werke Haydns gewohnt, der übrigens erst 1809, also zwei Jahre nach Beethovens Messe, starb.
Frieder Bernius deutet das Werk offenbar im Sinne des Komponisten, der in die Partitur eingetragen hatte: Messe "für vier Singstimmen mit Begleitung des Orchesters". Demgemäß führt Bernius, abweichend von älteren Einspielungen (Solti, Nanut, Gardiner) die dramatischer Akzente dieser Messe zurück zugunsten eines geradezu kammermusikalischen Wechselspiels von Solisten und Chor. Anderwärts hört sich beispielsweise das "cruzifixus" (aus:"Credo") mit seinen übereinander getürmten Chor- und Orchesterblöcken an wie ein veritables Schlachtengemälde. Bernius hingegen lässt Diskretion walten, ohne den Passionskern der Aussage zu verfehlen.Das "Benedictus" dieser Einspielung ist eindrucksvolles Exempel für den fast lyrischen Dialog zart hervortretender Solostimmen mit exakt konturierten
Choreinwürfen.Instrumentale Solopartien wie die der Klarinette ("Et incarnatus est"), die Hornbeiträge ("Dona nobis pacem"), oder die Bläserstaffeln, die das "miserere nobis" untermalen - all dies bedeutet nicht Zurückdrängen des Orchesterparts,sondern Durchsichtigkeit, Durchhörbarkeit.
Im ganzen: Ein bemerkenswerter Versuch, Beethovens Werk freizumachen von überhitzter Dramatik zugunsten eines wohlkalkulierten Wechselgesprächs der Singstimmen. Gewiß ein zeitgemässes Beethovenbild,das der Dirigent, zusammen mit Kammerchor und Hofkapelle Stuttgart,hier anbietet.
In eine ganz andere Himmelsrichtung blicken wir mit Luigi Cherubinis
"Sciant gentes", eine Psalmenvertonung, die nun in Weltersteinspielung vorliegt. Obwohl es sich gleichfalls um geistliche Vorlagen handelt, betreten wir die Welt der italienischen Oper. Bernius agiert den dramaturgisch- bildhaften Widerpart von Chor, Orchester und Solisten schlagkräftig aus. Es geht um das Wirken Gottes in dieser Welt, erst im Sturm, dann im Rollen des Schicksalsrades. Tonmalerisch werden hereinfahrender Wind, Donnergetöse und schließlich Befriedung zur Anschauung gebracht.
Bernius weiß nicht nur die protestantische Innerlichkeit Beethovens zu inszenieren, sondern auch die "italianità" gänzlich anders orientierter Frömmigkeitswelten: Eine CD von erstaunlicher Weiträumigkeit der geistlichen und musikalischen Sphären.
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am 4. Juni 2014
Eine im Vergleich zu den meisten Einspielungen um etwa 12 Minuten schneller eingespielte Version der Messe C-Dur. Länge: 37:10. Auf der CD (gerade einmal 45 Minuten Gesamtspielzeit) wäre wirklich genug Platz gewesen. Sir Colin Davis benötigt für die Messe 50 Minuten (13 Minuten mehr!), wie fast jede andere Einspielung abgesehen von dieser auch. Folge bei den Stuttgarter Bernius-Aufnahmen: hingehuschte Musik, an der man vor lauter zu flott verwischten Läufern keine Schichtungen mehr erkennt, ebeno in den Chor- und Solo-Aufführungen, und den traditionellen lateinischen Messetext kann man auch nicht mehr verstehen bzw. genießen. Es kann dazu nur zwei Erklärungen geben: Postmoderne, weltlich-distanzierte Unbedachtheit (die man Beethoven sicher nicht in die Schuhe schieben darf) und Nichtbeachtung der traditionellen Tempi oder aber modern-protestantische Missachtung des durchaus nicht nur individualistisch, sondern auch erhaben und kontemplativ gedachten traditionell-lateinischen Messetextes, der die protestantischen Stuttgarter vielleicht zu sehr an katholische Messe erinnert haben mag ("credo in unum sanctam catholicam") - also: schnell durch, bloß nicht zu tief wirken lassen? Eine totale Enttäuschung für den dafür auch viel zu teuren Preis.
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