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17 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen WOW !!
Selten...sehr selten lese ich ein Buch , welches ich absichtlich aus der Hand lege, weil ich seh, dass nur noch 50 Seiten übrig sind.

Eine wundervolle, offen geschriebene Biografie, der es völlig an eigener Beweihräucherung fehlt, wie man es gern mal in anderen Biografien liest, die aus so einer ,ich sag mal "Sparte" stammen...
Veröffentlicht am 18. Januar 2013 von Dennis Gluska

versus
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Bordszeinkönig: Meine wilde Jugend auf St. Pauli
Ich bin Hamburgerin und für mich war es schön, bekannte Gaststätten und Straßennamen im Buch zu finden.
Allerdings bin ich im Norden Hamburgs aufgewachsen und nur in meiner Jugend in St.Pauli gewesen.
Schon interessant, was die "Jungens" so denken und empfinden, aber ich glaube das "Klima" hat sich auf St. Pauli verändert
Veröffentlicht am 25. Mai 2013 von Barbara Bahr


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17 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen WOW !!, 18. Januar 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Selten...sehr selten lese ich ein Buch , welches ich absichtlich aus der Hand lege, weil ich seh, dass nur noch 50 Seiten übrig sind.

Eine wundervolle, offen geschriebene Biografie, der es völlig an eigener Beweihräucherung fehlt, wie man es gern mal in anderen Biografien liest, die aus so einer ,ich sag mal "Sparte" stammen.

Schonungslos offen zu sich selber nimmt uns der Autor mit auf eine unglaublich faszinierende Zeitreise.

Damals in den 70igern, wollte ich nicht anderes sein als ein Uskoke , der ein-oder andere Leser erinnert sich vielleicht noch an die rote Zora :) , tja und so nach 40 Seiten des Bordsteinkönigs, will man es sein... ein "Breaker " auf St.Pauli .. Seite an Seite mit Michel Ruge.

Sein Leben um und in St.Pauli ist so fesselnd beschrieben, man riecht förmlich den Duft aus dem alten, ..seinem St.Pauli , den er immer wieder mal beschreibt.
Ich will auch nicht zuviel verraten, nur eins, auch Menschen , die sich weniger für die "Ganovenszene" rund um die Zeit von dem hammerscoolen Karate thommy , der nutella bande oder der GmbH interessieren , ist es ein mehr als empfehlenswertes Buch, aboslut fesselnd " allarrr " :)
Hoch lebe der Bordsteikönig :)
Dennis Gluska
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16 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Authentischer Einblick in das St. Pauli der frühen 80er, 21. Januar 2013
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ich habe das Buch mit großem Interesse gelesen. Ich bin ca. 5 Jahre jünger als der Autor und zwischen dem Schanzenviertel und St. Pauli aufgewachsen - und kann daher viele Schauplätze, Gestalten und Erlebnisse sehr gut erinnern. Michel Ruges Biographie hat mir vor allem aus drei Blickwinkeln sehr viel Freude gemacht:

1. Es gibt zwar keinen Mangel an "coming of age"-Werken und "Generationsliteratur" von Generation Golf über Generation X und Y und so weiter - doch leider stammen die fast immer aus einem "bildungsbürgerlichen" Background. Hier gibt es die eher seltene Gelegenheit, einen deutschen Autor "von der Straße" aus St. Pauli beim Aufwachsen zu begleiten und dabei viele Einblicke in eine Welt zu erhalten, die die meisten so nur aus dem Fernsehen kennen. Der authentische Ton und die detaillierten Schilderungen erlauben einem in die Welt des St. Pauli in den 80ern einzutauchen und auch besser zu verstehen, wie St. Pauli zu dem wurde was es heute ist.

2. Der Autor streut - auch aufgrund seiner sehr breiten Erfahrung damit - immer wieder Reflektionen und Erlebnisse mit "Gewalt" eine. Diese wirken auf den ersten Blick teilweise sehr geschönt oder verherrlichend, aber zeigen eben sehr offen den Reiz von Gewalt und gleichzeitig die Risiken. Die Diskussion ist in dem Zusammenhang in den Medien immer noch sehr akademisch und unrealistisch und es hilft, wenn Autoren wie Ruge das Thema für eine breitere Masse öffnen. Insbesondere die Rolle von Gewalt in der "Mannwerdung" des Autors - sowie im Männerbild von St. Pauli - gibt dem Buch eine weitere Ebene die mich sehr zum Nachdenken angeregt hat. Von "Krieg der Knöpfe" zu "Bordsteinkönig" ist es bis auf den Kontext nur ein kleiner Weg. Schaut man sich dagegen die Diskussion in den Medien zu Killerspielen, Amokläufen und jugendlichen Intensivtätern an, wird (mir) deutlich, wie groß die Lücke zwischen der öffentlichen Diskussion und der Realität ist. Schlägereien und Gewalt sind ein fester Bestandteil des "Aufwachsens" von Männern - auch wenn dies vielleicht in einigen Stadtteilen nicht mehr so präsent ist, wie in Ruges St. Pauli. Eine offene und realistische Beschäftigung mit dem Thema ist notwendig und Ruge bietet einen authentischen Aufsatzpunkt für eigene Überlegungen zu dem Thema.

3. Ein dritter Aspekt an Bordsteinkönig, der mich erst im Nachgang zum Nachdenken gebracht hat, bezieht sich auf die Art und Weise des Aufwachsens des Autors in den 80igern und dem was ich als Vater heute beobachte. Auch ich bin - ich leicht vorteilhafteren Verhältnissen - de facto "auf der Straße" im Kreis von Freunden aufgewachsen. Eltern haben ab einem sehr frühen Alter, fast keine Rolle in meinem Tagesablauf gespielt. Das "Erwachsenwerden" war vor allem etwas, bei dem man auf sich allein gestellt war. Dies hat mit allen Vor- und Nachteilen zu einer großen Unabhängigkeit geführt - auch wenn ich sicher einige Erlebnisse nicht ein zweites Mal erleben wollen würde. Wenn ich mir dagegen die Realität der Kinder heute anschaue, sind die Unterschiede schon erstaunlich. Kinder sind sehr viel weniger "alleine" unterwegs und verbringen die Zeit eher in der Obhut ihrer Eltern oder geeigneter Aufsicht (Sport, Hort, Musikunterricht) - UND vor allem im Zweifel sehr viel mehr von dem Fernseher. Ich bin sicher kein Anhänger der "früher war alles besser-Fraktion, aber wenn ich mir anschaue, wie Kinder aufwachsen, dann bin ich sehr ähnlich wie Ruge, wie mein Vater oder sogar die Kinder in "Krieg der Knöpfe" aufgewachsen. Ohne Eltern, in Gruppen von Kindern und Jugendlichen und mit einem hohen Grad an Freiheit - aber auch einem hohen Grad von "auf sich alleine gestellt sein" und Gewalt. Im Unterschied dazu wächst mein Sohn (und seine "peers") doch sehr unterschiedlich auf. Ich habe es als sehr spannend empfunden, am Beispiel von Ruges Jugend - über diesen Aspekt nachzudenken.

Insgesamt kann ich die Lektüre nur empfehlen. Ich habe es als sehr angenehm empfunden, dass der Autor nicht zu sehr versucht seine Erlebnisse zu "post-rationalisieren", sondern im Ton und mit der Unbedarftheit des jungen Michel schreibt. Reflexion der Themen bleibt so dem Leser überlassen.

Beste Grüße. Max
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Kiez in den 80ern, 19. Januar 2013
Von 
HEIDIZ "Bücherfreak" (Heyerode) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)   
Dieses Buch lässt tief blicken – und zwar in das Leben auf dem Kiez und speziell in das Leben des kleinen aufwachsenden Michel von Kindheit über Jugend bis ins Heute.

Michels Vater war Zuhälter und seine Mutter noch ein junges Mädchen, welches sich als Kellnerin in einer Bar über Wasser hielt. Schon mit 12 Jahren hatte Michel das erste mal Sex. Er war dazu in einem Bordell. Weiterhin kann er von seiner Zeit innerhalb einer Straßengang berichten. Seine Jugend verbrachte er auf dem Kiez. Wer kann besser davon berichten, was der Kiez ist, was ihn ausmacht, was ein Leben auf dem Kiez für die bedeutet, die dort leben.

Man spürt, dass das, was er schreibt von Herzen kommt, hier ist nichts geschminkt worden, hier wird alles echt und authentisch wieder gegeben. Man bekommt einen Einblick vom Hamburger Kiez der 80er Jahre, in denen Michel aufwuchs. Diese Geschichte ist nicht nur die Geschichte des Micheal Ruge, sondern vor allem auch die Geschichte von Hamburgs Kiez und denen, die dort leben.

Michel nimmt kein Blatt vor den Mund, er schreibt so, wie ihm der Mund gewachsen ist und das – so finde ich – macht dieses Buch aus. Es ist ehrlich und offen, es ist auch mal knallhart, das sollte man wissen, aber vor allem ist es so geschrieben, dass man es nicht aus der Hand legen kann. Der Kiez ersteht vor dem geistigen Auge des Lesers und man kann sich sehr gut in den heranwachsenden Jungen hineindenken, der uns nun als Erwachsener seine Kindheitserinnerungen präsentiert, die sicher für ihn selbst auch ein Stück Aufarbeitung bedeuten.

Leseprobe:
=========

Wie geprügelte Hunde schlichen wir nun zum Ausgang. Als ich den Ausgang sah, überkam mich ein Glücksgefühl. Ich wollte mich am liebsten bei allen Leuten dafür bedanken, dass ich noch lebte. Doch dann sah ich sie. Vier Skins in einer Kneipe gleich rechts neben dem Ausgang. Sie hatten uns auch gesehen. „Los, lauf!“ Ich rannte, so schnell ich konnte. Cem hinter mir her. Wie die Karnickel schossen wir durch den Ausgang. Die Skins waren direkt hinter uns, ihre wütenden Schreie hatten uns schon längst …

Alles in allem ein super Buch, interessant, aufschlussreich, kurzweilig.
Absolut lesenswert !!!! Empfehlung !!!!
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Spannende Handlung - historisch hoch interessant, 17. Mai 2013
Als jemand, 1969 der in die Welt St. Paulis hineingeboren wurde, beschreibt Ruge seine Kindheit und Jugend in den 1970ern und 1980ern - Prostitution, Machtkämpfe unter Heranwachsenden, die Gewalt der Jugendgangs und die gelegentlichen Ausflüge eines Jungen vom Kiez in die räumlich ja gar nicht mal so weit entfernte Welt der Alster-Schickeria. Das Ergebnis ist zunächst einmal einer jener flott geschriebenen Romane, die spannend zu lesen sind, weil das, was passiert elementar, sexy und wild ist und man einfach wissen will, wie es weitergeht. Darüberhinaus ist der "Bordsteinkönig" aber ein wichtiges historisches Dokument über jene Zeit in einer norddeutschen Großstadt, die man heute, 30 Jahre später, nur noch erahnen kann. Sei man nun regelmäßiger Kiezgänger oder Bewohner St. Paulis.

Dabei ist es für den Käufer wichtig, keinem Irrtum aufzusitzen: Ruge war in seiner Jugend kein Nachwuchsintellektueller aus der Provinz wie Rokko Schamoni oder Heinz Strunck, sein Buch ist somit auch keine ironisch-distanzierte Komödie über den Kampf heißhungriger "Dorfpunks" um das coole Leben in der großen Stadt. Mit diesen postmodernen Bildungsromanen ist Ruges Buch also nicht zu vergleichen, genau so wenig wie etwa mit Hanif Kureishis "Buddha of Suburbia" oder anderen urbanen Hipster-Biographien. Angehörige des Bildungsbürgertums erhalten beim Lesen von Ruges Roman also nicht eine weitere Möglichkeit, einen heiteren Blick auf ihr eigenes Leben zu werfen, sondern vielmehr die, eben mal eine andere Welt kennenzulernen. Es ist fast so, als hätte der (seinerseits ja allerdings fiktive) Uwe aus "Nordsee ist Mordsee" das Schreiben gelernt und uns nun seine Autobiographie beschert. Damit ist Ruges "Bordsteinkönig" der legitime paulianische Gegenpart zu den bekannteren Milieu-Biographien, wie etwa Sanyika Shakurs "Monster" oder Stanley Tookie Williams "Redemption" aus L.A. oder José Vicente Ortuños "Mein Gefährte ist das Messer" aus Albacete.

Wir können uns glücklich schätzen, dass wir Leute haben, die diese Seite St.Paulis, Hamburgs, Deutschlands authentisch beschreiben können. Und wenn es dann auch noch verflucht spannend ist - umso besser.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bordsteinkönig, 23. Januar 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
In dem Buch Bordsteinkönig geht es um die Kindheit und Jugend des Autor's bzw. seiner Generation auf dem Hamburger Kiez.
In dem Buch wird alles so authentisch und lebhaft dargestellt, daß man während des Lesens das Gefühl hat, die Geschichten hautnah -manchmal im doppelten Sinne des Wortes- mitzuerleben
Ich habe das Buch in wenigen Stunden buchstäblich verschlungen und war am Ende fast traurig, daß es zu Ende war.

Als Hamburgerin war es für mich eine wundervolle Reise in die eigene Vergangenheit und die einzigartige Welt der 80 'er in Hamburg. Für Nichthamburger ist es eine einmalige Gelegenheit den Kiez und seine Welt der 70 und 80 er Jahre so kennenzulernen, wie es tatsächlich war und den es so schon lange leider nicht mehr gibt.
Der Autor bedient sich der Sprache, der Realität und dem Witz der damaligen Zeit und dadurch ist es ein sehr authentisches, spannendes und lustiges Buch geworden.
Manchmal sehr schlüpfrig und rotzig geschrieben, eben dem Kiez und der Zeit in der es spielt angemessen, aber nie ordinär ...Fremdschämen ausgeschlossen...... Mitfühlen von der ersten Seite garantiert.

Ich war dann auch zur ersten Lesung des Autors in Hamburg...natürlich auf dem Kiez im "Silbersack"......der Andrang war unglaublich....viele mussten wieder gehen, da der "Silbersack" schon kurz vor Beginn der Lesung komplett überfüllt war. Die Lesung war toll, die Stimmung der Gäste greifbar fröhlich und beschwingt. Der Autor trägt sein Buch- mit soviel Charme, Wärme, Witz und Freiheit vor, dass die Geschichten fast greif- bzw. sichtbar werden. Ein absolutes MUSS!!!!!
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Moral und Unmoral auf dem Kiez, 20. Januar 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Das Buch ist ein regelrechter Seelenstriptease.Der Kiez von St.Pauli ist auch mir nicht unbekannt. Fast 10 Jahre habe ich dort in einem sehr angesagten Night Club hinter der Bar gearbeitet. Der Kunde mit den Haferflocken, den Michael Ruge Goldflocke nannte, war auch mir als ein sehr großzügiger Gast bekannt.Dort saß der Geschäftsmann, Arzt oder Anwalt mit Gattin neben dem Luden und seinen "Damen". Der Lude bezeichnete seine jeweiligen Partnerinnen allerdings nicht als Freundin oder Frau, sondern titulierte sie als seine Fabrik, seine Firma, oder sein Büro.Michael hat sein Millieu sehr authentisch beschrieben und sein Umfeld wahrheitsgetreu wiedergegeben, mir war auch sein Vater bekannt, ebenso wie Wilfried Schulz und etliche andere Kiezgrößen, die alle im Night Club verkehrten und mir immer großzügige Trinkgelder zukommen ließen.Die schlimmen Zeiten mit Mord und Schießereien habe ich Gott sei Dank nicht mehr miterlebt.St.Pauli war eine Welt für sich, die nicht immer nur schlecht war und auch nicht einer gewissen Romantik entbehrte.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eine Jugend auf St. Pauli, 18. März 2013
Von 
Kleeblatt Monika "Monika" (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 500 REZENSENT)   
Auf die Frage, was Michel, in Hamburg auf Sankt Pauli geboren, mal werden möchte, würde er immer mit Zuhälter antworten. Er kennt es nicht anders. Sein Vater ist Zuhälter und verdient sich sein Geld damit. Viel Geld.
Michels Meinung über Frauen - sie sind da, um benutzt zu werden.
Michels Kindheit besteht im Umgang mit Huren, wo er sich Süßigkeiten holt und die ihn niedlich finden.
Als er das Alter hat, in eine Gang einzutreten, kommt ihm mehr der Zufall zu Hilfe, denn er wird förmlich von Ümet, einem Gangboss, eingeladen.
Seinen ersten Sex hat er mit 12, von nun an ist er ein Mann.

Michel Ruge erzählt in seiner Biographie nicht nur über seine Kinder- und Jugendzeit auf St. Pauli, sondern er zeigt die Verhältnisse auf, die seinerzeit dort vorzufinden waren, in denen er aufwuchs.
Die Gewaltbereitschaft, die heute vorherrscht, war zu seiner Zeit noch nicht so stark ausgeprägt wie heute, dass man sich Sorgen um seine Kinder machen musste, wenn man sie sich selbst überließ.
Michel war so ein Kind, dass sich eher auf der Straße aufhielt, als zu Hause oder gar in der Schule.

Wer kann über den Kiez mehr berichten, als der, der dort lebte. Michel berichtet schonungslos über seine Kindheit, über seine Mitgliedschaft in einer Straßengang und über seine Erfahrungen mit Frauen.
Es war keine Zeit des Friedens und der Harmonie. Er war schon von klein auf gezwungen, sich zu behaupten, dazuzugehören und sich verteidigen zu können, denn es herrschte eine harte und gewaltbereite Sprache auf der Straße.

Diese Welt, die der Autor hier zeigt, ist mir völlig fremd, ich habe keinerlei Bezug dazu. Umso interessanter ist es, mit Michel in seine Vergangenheit einzutauchen und alles mit seinen Augen zu sehen. Das Denken und Fühlen eines Jungen, der keine Eltern hat, die zu den besser gestellten zählen, sondern eher ein Junge, der das Gegenteil ist. Er zählt zu den "Problemkindern", den sozial niederen Schichten.

Michel Ruge ist durch eine harte Schule gegangen, die Schule des Lebens auf St. Pauli. Er zeigt dem Leser nicht nur die gewaltbereite Seite auf St. Pauli, er zeigt auch die der Drogen, die die Menschen vernichten und letztendlich töten.
Er berichtet von Frauen, die für ihn auf den Strich gehen wollen, also genau das tun wollen, was sein eigentliches Lebensziel war, er als Zuhälter.

Warum genau das nicht passieren wird, will ich hier nicht verraten, das solltet ihr selbst lesen.
Es ist ein lesenswertes Buch aus einer Welt, die anders war als heute, aus einer Welt, die nicht jedem zugänglich war und ist.

Das Coverbild finde ich sehr gelungen, zeigt es einen kleinen Jungen, Zigarette im Mund, Arme in die Seite gestützt, als würde er sagen wollen: Hier bin ich, was kostet die Welt.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Kindheit und Jugend auf St. Pauli, 8. Oktober 2013
Von 
Rezension bezieht sich auf: Bordsteinkönig: Meine wilde Jugend auf St. Pauli (Kindle Edition)
Die Story in Kürze: Michel Ruge berichtet aus seiner Kindheit, die er auf St. Pauli verbracht hat. Er wuchs auf dem Kiez auf, seine Vorbilder waren Zuhälter, seine Freunde fand er innerhalb einer Straßengang. Michels ganze Familie verdiente ihr Geld auf unterschiedliche Art und Weise im Milieu. Da ist es kaum verwunderlich, dass Michel seinen ersten Sex mit 12 Jahren hatte, die Schule schwänzte und sich mit seinen Fäusten beweisen wollte.

Rezension: Das Buch lässt sich sehr leicht lesen; es bedarf keiner großen Konzentration. Ruge schreibt in einer Umgangssprache und auch der für Hamburg typisch norddeutsche Schnack kommt insbesondere in den Dialogen zur Geltung. Es gibt es im Buch keine Längen - die Geschehnisse sind schlüssig aneinander gereiht. Ruge verdeutlicht sehr ansprechend, wie Kids aus St.Pauli, dessen Eltern Ihnen kein gesundes boten, zur damaligen Zeit Anerkennung unter Gleichaltrigen suchten. Einige von Michels Freunden sind den Drogen oder der Prostitution verfallen. Warum gerade Michel es schafft, sich gegen Drogenkonsum zu positionieren, wird leider nicht ausreichend themtisiert.

Fazit: Lesern, die mehr über das St.Pauli der 80er Jahre, die damals dort herrschenden Regeln und über das Miteinander in einer Straßengang, erfahren wollen, kann ich dieses Buch empfehlen. Wer tiefgründige Gedankengänge erwartet, wird hier nicht bedient.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine Jugend in den 80gern auf St. Pauli, 30. Januar 2013
Ich habe das Buch an einem Abend durchgelesen, konnte es nur mal ein paar Mintuen hinlegen. Ich bin zwar nicht auf St.Paul großgeworden aber habe selbst auch meine eigenen Erfahrungen auf dem Kiez gemacht. Beim Lesen kamen sehr viele Erinnerungen an meine eigene Jugend in den 80ger Jahren in Hamburg wieder hoch. Michel beschreibt das Klima auf dem Kiez,das Milleu aus der Sicht eines Jungen der nach seiner eigenen Indentität sucht, verlassen vom Vater, unerwünscht von der eigenen Mutter und Ihrem Freund. Das Buch lässt sich sehr gut lesen, vor allem für jeden der den Kiez irgendwie kennt und liebt. Bei mir hat das Buch aber auch oft Melancholie geweckt, denn es geht auch um die Vergänglichkeit des Lebens, um unerfüllte Sehnsüchte und zerstörte Träume,...nicht nur die des Autors sondern auch die der meisten Personen die beschrieben werden.
Auf jeden Fall eine klare Kaufempfehlung.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen wilde Jugend, 6. Juli 2013
Ich lese sehr gerne Autobiografien und diese hat mir sehr gut gefallen. Ich war noch nie auf dem Kiez in St. Pauli, in Rotlichtvierteln oder sog. Milieus unterwegs, meine Jugend und Gefühlslagen verliefen eher anders; dennoch ist es dem Autor super gelungen, mir ein eindrucksvolles Bild dieser für mich unbekannten Welt, seiner damaligen Gefühlslage und Motive zu vermitteln und mich zu fesseln.

Auch bewundere ich seine schonungslose Offenheit, die sicherlich Überwindung gekostet haben muss.

Dieses Buch könnte jeden interessieren, der sich gerne einen authentischen Eindruck von Parallelwelten verschaffen möchte, der das St. Pauli der 70er und 80er, Coming of Age und Jugend-/Gewalt miterleben und zudem ein überzeugendes Beispiel vorgeführt bekommen möchte, wie man sich und seine Lebensumstände verändern kann, wenn die Selbstdisziplin und der Wille vorhanden sind. Ich meine damit jetzt nicht, dass der Autor seine Kindheit und Jugend negativ wahrgenommen hat, aber er wollte am Ende seiner Jugend auch nicht die Negativkarriere seiner Freunde einschlagen, Drogenkonsument oder Lude werden, oder das Leben seiner Eltern führen müssen.

Der Schreibstil passt zum Inhalt. Die Sätze sind kurz und schlicht gehalten, sie spiegeln glaubwürdig die Ausdrucks- und Denkweise des jugendlichen Ichs des Autors wider.

Wen speziell das Thema Selbstüberwindung von Jugendgewalt als Entwicklungsroman interessiert, dem kann ich auch noch "Evil - Das Böse" von Jan Guillou empfehlen.
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