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5.0 von 5 Sternen Erfolgskino aus den 1910er Jahren
Es versteht sich von selbst, dass die vorliegende Doppel-DVD für ein Publikum mit besonderen filmhistorischen Vorerfahrungen und Interessen gemacht ist. Die vier Filme stammen aus den Jahren 1913 bis 1916, als sich die heute geläufige Filmsprache erst herauszubilden begann. Vieles an den Filmen dieser Zeit widerstreitet deshalb heutigen Sehgewohnheiten (bei...
Vor 16 Monaten von Estragon veröffentlicht

versus
0 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Gute Unterhaltungsqualitäten und Zeitkolorit der 4 Filme
guter Überblick über den Stummfilmstar Asta Nielsen, eher ein wenig teuer
meine Erwartungen wurden im großen und ganzen erfüllt, geeignet auch zum Weiterschenken
Vor 17 Monaten von Christine Wismüller veröffentlicht


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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Erfolgskino aus den 1910er Jahren, 1. Mai 2013
Von 
Estragon - Alle meine Rezensionen ansehen
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Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Vier Filme mit Asta Nielsen [2 DVDs] (DVD)
Es versteht sich von selbst, dass die vorliegende Doppel-DVD für ein Publikum mit besonderen filmhistorischen Vorerfahrungen und Interessen gemacht ist. Die vier Filme stammen aus den Jahren 1913 bis 1916, als sich die heute geläufige Filmsprache erst herauszubilden begann. Vieles an den Filmen dieser Zeit widerstreitet deshalb heutigen Sehgewohnheiten (bei Filmen aus den 1920er Jahren sieht das oft schon anders aus), was aber nicht als grundsätzlicher Mangel verstanden werden sollte.

Die 1881 geborene Dänin Asta Nielsen drehte und lebte seit ihren internationalen Anfangserfolgen in dänischen Filmen (vor allem in »Afgrunden/Abgrund« von 1910) überwiegend in Deutschland. Sie war die überragende europäische Darstellerin der 1910er Jahre und setzte ihre erfolgreiche Karriere bis zum Ende der Stummfilmzeit fort. Nach einem einzigen Tonfilm 1932 zog sie sich vom Film zurück, ging später nach Dänemark zurück, wo sie erst 1972 starb.

Für viele spätere Filminteressierte beruhte Nielsens Ruhm lange Zeit fast ausschließlich auf Hörensagen, denn gerade die Filme der 1910er Jahre waren unzugänglich oder galten als verschollen. Mithilfe dieser mit großer Sorgfalt produzierten Doppel-DVD (und mittels einer weiteren, vom Dänischen Filminstitut herausgegebenen DVD: Asta Nielsen: Afgrunden / Balletdanserinden / Den sorte drøm / Mod lyset [Dänemark Import]) kann man sich jetzt glücklicherweise selbst ein Bild vom Können der Asta Nielsen machen.

Und was für ein Können! Zunächst verblüfft die Spannbreite der Rollen: Suffragette, Unternehmerin und Börsenspekulantin, Teenager und ›Eskimoweibchen‹. Nur als Teenager vermag Nielsen nicht völlig zu überzeugen, aber auch das nicht etwa deshalb, weil sie nicht weiß, wie sich ein etwa 17-jähriges Mädchen bewegt (das bekommt sie fabelhaft hin), sondern weil die bereits 35-jährige Nielsen schlichtweg zu alt ist für die Rolle. Zu der Wandlungsfähigkeit in den Frauenrollen kommt, dass die junge Frau in »Das Liebes-ABC« sich mehrfach als Mann verkleidet. Auch als Jüngling kann Nielsen voll und ganz überzeugen. Allein schon deshalb dürfte der Film »Das Liebes-ABC« Stoff für mindestens ein halbes Dutzend Dissertationen im Bereich der Gender Studies liefern.

Die Filme sind weder vom Stoff noch von der Regie her als bislang verkannte filmästhetische Meisterwerke zu entdecken. Sie sind einfach Publikumserfolge der Zeit vor und während des Ersten Weltkriegs. Wir haben es mit einem moralisierenden Liebesdrama mit Polithintergrund (»Die Suffragette«) zu tun, mit einem Lustspiel (»Das Liebes-ABC«), einem Melodram (»Die Börsenkönigin«) und einer Groteske (»Das Eskimobaby«). In allen Filmen spielt Nielsen ihre Mitspieler an die Wand, was der Qualität der Filme auch gewisse Grenzen setzt. Viele der Schauspieler sind noch deutlich vom Theater geprägt, was sich einerseits in einer seltsamen Unbeweglichkeit im Bildraum zeigt und andererseits in übertriebenen Gesten und deklamatorischem (stummem) Sprechen zum Tragen kommt. Nielsen hingegen ist bereits voll und ganz Filmschauspielerin. Zwar ist auch sie sehr agil, aber sie überschreitet nie das Maß des Natürlichen. Sie bewegt sich weder theaterhaft pointiert, noch nimmt sie den expressionistischen Stil der 1920er Jahre vorweg. Wie sehr sich Nielsen der Notwendigkeiten des Filmschauspiels bewusst ist, kann man, wenn man genau hinsieht, in mehreren Szenen beobachten, wenn sie nämlich ihre Mitspieler entweder am Arm packt und dadurch beiläufig durch die Szene dirigiert oder sogar deren Kopf in ihre Hände nimmt und dreht, um zu verhindern, dass sie in Richtung eines nicht vorhandenen Publikums spielen.

Unabhängig von der herausragenden Leistung Asta Nielsens kann der filmhistorisch Interessierte in den Filmen viele bemerkenswerte Details entdecken. So etwa in »Die Suffragette« (1913): Regisseur Urban Gad inszeniert weitenteils noch theaterhafte Tableaus, wie es bei der dänischen Nordisk Film damals üblich war. Dynamik findet sich fast ausschließlich innerhalb der einzelnen Szenen, kaum jedoch in der Abfolge der verschiedenen Einstellungen. Allerdings ist die Arbeit des Kameramanns und Filmpioniers Guido Seeber hervorzuheben: An zwei, drei Stellen öffnet und dynamisiert er Szenen durch geschickt ausgeführte Kameraschwenks. Bemerkenswert ist der Schluss des Films: Die Handlung läuft darauf hinaus, dass die von Nielsen gespielte Figur ein Bombenattentat verhindern muss, aber zunächst daran gehindert wird. Die Zeit bis zur Explosion droht ungenutzt zu verstreichen. Die Spannung der Handlung wird nun an dieser Stelle nicht nur behauptet, sondern auch mit genuin filmischen Mitteln umgesetzt. Zum einen finden sich hier deutliche Ansätze einer Parallelmontage, und zum anderen werden einzelne bedeutsame Elemente (Nielsens Gesicht, eine Taschenuhr) in Großaufnahmen eingeschnitten, wodurch sich auch die Schnittfrequenz und damit das spannungsgenerierende Tempo erhöht.

Jede der beiden DVDs enthält zwei Filme, weitere Extras finden sich dort nicht. Dafür liefert das schön und sorgfältig gestaltete Booklet Informationen über Asta Nielsen sowie zur Überlieferung und Restaurierung der Filme. Der Film »Die Suffragette« ist leider nur fragmentarisch erhalten (ca. 30% des Films sind verschollen), die Lücken sind aber geschickt durch Texttafeln überbrückt. Von »Die Börsenkönigin« ist eine Viragierung erhalten geblieben, die perfekt auf das DVD-Format übertragen wurde. Für sämtliche Filme gibt es wunderbare und sehr passende Musikbegleitungen von Maud Nelissen.
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0 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Gute Unterhaltungsqualitäten und Zeitkolorit der 4 Filme, 3. April 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Vier Filme mit Asta Nielsen [2 DVDs] (DVD)
guter Überblick über den Stummfilmstar Asta Nielsen, eher ein wenig teuer
meine Erwartungen wurden im großen und ganzen erfüllt, geeignet auch zum Weiterschenken
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Vier Filme mit Asta Nielsen [2 DVDs]
Vier Filme mit Asta Nielsen [2 DVDs] von Asta Nielsen (DVD - 2012)
EUR 25,99
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