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4.0 von 5 Sternen Sensationeller Holländer von Hermann Uhde, 20. September 2012
Rezension bezieht sich auf: Der Fliegende Holländer (Audio CD)
Alle Assoziationen, die ich mit der Gestalt des Fliegenden Holländers verbinde, spiegeln sich in der einzigartig timbritierten Stimme und deren Einsatz in dieser Aufführung von Hermann Uhde wider: Kraftentfaltung, Düsternis, Schmerz und Leiderfahrung, "der bleiche Seemann", Verletztheit, Sehnsucht nach Liebe und Erlösung, Verzweiflung ob des Fluches usw.. Dabei singt er ein ungemein ausdrucksvolles Legato, kann seine Stimme aber auch zu heftigen deklamatorischen Ausbrüchen nutzen, ohne dabei in einen veristischen Brüllton zu verfallen; und dann, wenn er seine piano-Töne mit einem fahlen Klang seiner Stimme erklingen lässt wie zu Beginn des Duetts mit Senta, erlebt man die Illumierung einer Figur mit gesanglichen Mitteln, bei geschlossenen Augen ist mit ein bißchen Phantasie die Gestalt gar sehbar, eine Meisterleistung! Neben Hotter und London, die auf ihre Weise über ideale Holländer-Stimmen verfügten, ist Hermann Uhde für mich DER Holländer schlechthin. Sicherlich trägt diese Aufnahme dazu bei, die Erinnerung an diesen Bassbariton wieder zu wecken und lebendig zu halten.
Mit Astrid Varnay ist eine Senta der Sonderklasse aufgeboten, die allerdings aufgrund ihrer Stimmfarbe immer auch Geschmackssache ist. Eigentlich konnte ich mir Frau Varnay als Senta nur schwerlich vorstellen, ihre Elektra und ihre Brünnhilden kannte ich zuerst, und bei denen handelt es sich ja doch eher um reifere Frauentypen als die überschwängliche und sehr jugendliche Senta. Doch, erst unbefangen hören und dann urteilen: Frau Varnay schafft es, den Klang ihrer Stimme etwas aufzuhellen, und durch ihre abwechslungsreiche Modulation und beispielhafte Textverständlichkeit, souveräne piano-Töne in jeder Lage (vor allem in den Hochtönen bis zum H), durch Temposteigerungen und kontrollierter Ekstase, und mit Jubeltönen in der absoluten Hingabe an ihren Holländer bis zum Tod, gelingt ihr ein beeindruckendes Portrait der Senta. Vor allem in technischer Hinsicht ist das Gelingen dieser Partie für eine Stimme der Größe der Varnay imponierend und straft alle die Lüge, die ihr mangelndes technisches Können vorwarfen. Durch den Klang in der Bayreuther Akustik kommt die Stimme viel besser zur Geltung als vor Studiomikrophonen, womit sie nicht allein leben mußte (erinnert sei zB an Nilsson, Dimitrova, Tebaldi, Callas). Ein Dokument, welches ihre große Bedeutung als dramatischer Sopran unterstreicht!
Wolfgang Windgassen als Erik gefällt mir ebenfalls sehr gut, die Stimme passt zu dieser Rolle besser als zB zum Siegmund. Er singt stets auf Linie und hat natürlich mit der unangenehmen Lage der Arien keine Schwierigkeiten.
Ludwig Weber orgelt auf hohem Niveau den Daland, eine filigrane Interpretation ist dies nicht, aber (für sein Alter) eine sehr gute Leistung und in der Szene mit dem Holländer ein starker Gegenpol zu Uhde.
Josef Traxel als Steuermann und Elisabeth Schärtel als Mary sind der Beweis für Bayreuths Standard, sehr gut.
Und Hans Knappertsbusch? Ganz ehrlich war ich ein bißchen enttäuscht von seiner Interpretation, die gedehnten Tempi, die ich im Ring oder Parsifal so schätzen gelernt habe, überzeugen mich hier nur bedingt. Schon die Ouvertüre ist zwar mächtig, aber erreicht nicht den Sog wie bei Sawallisch oder die Größe wie bei Klemperer. Alles ist ein wenig zu breit, zu groß geraten, und die Ekstase kommt beinahe nur durch die große Varnay und den fabelhaften Uhde zum Ausdruck, nicht aber vom drängenden Orchester. Das heißt nicht, dass hier eine schlechte Aufführung zu hören wäre, sie ist eines Festspieles würdig, dabei vielleicht eher gediegen als mitreißend. Nun ist dies ein subjektiver Aspekt, der sicher durch das vielfache Hören der Interpretationen von Sawallisch, Konwitschny oder Keilberth geprägt ist, für andere mag dies ganz und gar nicht so klingen. Aber gerade auch im Vergleich mit der monumentalen Interpretation Klemperers, die ja auch nicht gerade vor zügigen Tempi strotzt, erscheint mir Knappertsbusch hier nicht völlig überzeugend.
Der Klang ist für das Aufnahmejahr 1955 in gutem Mono und geprägt vom Mischklang des Bayreuther Theaters, welcher die Stimmen niemals zudeckt.
Absolute Empfehlung für Fans von Hermann Uhde und Astrid Varnay, gerade zu diesem Preis im Vergleich zur Keilberth-Aufnahme vom gleichen Jahr.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Spitzenaufnahme!, 22. Dezember 2012
Rezension bezieht sich auf: Der Fliegende Holländer (Audio CD)
Diese Aufnahme von 1955 aus Bayreuth ist wirklich rundum gelungen und mit dem exquisiten Sängern vielen gängigen Studioaufnahmen um nasenlängen voraus. Allen voran sind da Hermann Uhde und der hervorragende Ludwig Weber als Holländer und Daland zu nennen; allein der erste Akt mit den beiden lohnt die Anschaffung schon, denn sie machen aus dem Duett fast schon ein belkantistisches Fest. Auch Windgassen als Erik ist gut aufgelegt. Die Varnay gibt eine gute Senta, wobei mich das Anschleifen vieler Töne von unten her doch immer etwas irritiert.
Hervorragend auch das Orchester unter der Leitung von Knappertsbusch. Da wird gestürmt und gebraust in der Ouvertüre was das Zeug hält und auch ansonsten hat er die Zügel fest im Griff. Einzig am Anfang des dritten Akts hätte ich mir etwas mehr Tempo gewünscht. Die Tonqualität ist befriedigend; alles in allem ein wirklich lohnenswertes Dokument!
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5.0 von 5 Sternen ein Ereignis, 10. Dezember 2013
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Fliegende Holländer (Audio CD)
Bayreuth in den ersten Jahren - Hans Knappersbusch und die großartigen Sänger dieser eindrucksvollen Bayreuther Zeit. Es kommt nicht leicht wieder.
HKK
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4.0 von 5 Sternen Der Fliegende Holländer - Bayreuth, 23. August 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Fliegende Holländer (Audio CD)
Karten in Bayreuth zu bekommen ist für einen Normalbürger wie mich schwer. Aber irgendwann klappt es ja doch. Zur Vorbereitung habe ich mir die CD's gekauft, dann wiederholt angehört und bin schließlich positiv stimuliert zum Heiligen Hügel nach Bayreuth gefahren.

Ist offenbar die einzige Oper von Wagner, die ohne Pause durchgespielt wird. Toll !
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Der Fliegende Holländer
Der Fliegende Holländer von Astrid Varnay (Audio CD - 2012)
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