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Kundenrezensionen

250
4,5 von 5 Sternen
Lolita
Format: Kindle EditionÄndern
Preis:8,49 €
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30 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Der Fall scheint eigentlich sonnenklar: Humbert Humbert, ein Mann schon in den reiferen Jahre, heiratet eine Frau, die er eigentlich garnicht liebt, nur um an sein wahres Objekt der Begierde zu gelangen: Deren Tochter, Dolores Haze, genannt Lolita, gerade mal 12 Jahre alt. Durch Ereignisse die hier nicht verraten werden sollen, gelangt er im Laufe des Romans in den alleinigen "Besitz" Lolitas. Diese hat dann, bevor er ihr das Frühstück gestattet, ihre "morning duty" zu erfüllen. Wie diese genau aussieht, bleibt der Phntasie des Lesers überlassen.
Ein Dreckskerl also, oder? Klar, nur merkt man das beim Lesen nicht so schnell wie bei einem flüchtigen Blick auf eine Inhaltsangabe. Die Geschichte wird uns nämlich von Humbert Humbert persönlich erzählt. Und dieser ist durchaus eloquent und hat gute Gründe für all seine verwerflichen Taten vorzubringen. Als Leser neigt man ja in den meisten Fällen dazu, die Autorität des Ich-Erzählers zu akzeptieren und sein (oder ihr) Wertesystem zu übernehmen, wenn dieser oder diese sich nicht allzu plump anstellt.
Humbert Humbert tut dies nicht. Er beschreibt nicht, wie er sabbernd, geiffernd und Lolita beim Duschen zuschaut. Vielmehr legt er in geradezu poetischer Art und Weise seine wohl ehrliche Liebe zu dem jungen Mädchen dar. Dass dieses Gefühl nicht auf Gegenseitigkeit beruht, verschweigt er. Dies wird nur an einigen wenigen Textstellen, wie an der oben zitierten, implizit deutlich.
"Lolita" verlangt somit einen kritischen Leser, der sich der manipuliernden Erzählweise Humbert Humberts bewusst ist und sich nicht dem Charme und rhetorischem Geschick des pädophielen Protagonisten hingibt.
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49 von 54 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 4. Oktober 2002
"Lolita" ist für mich ein Werk, das in einen Literaturkanon aufgenommen gehört (wenn es denn einen gäbe). Erzählt wird die verzweifelte Liebe eines mittelalten Mannes zu einem kleinen Mädchen. Diese unmögliche und kriminelle Liebe war der Grund, warum das Buch lange Zeit verboten war und in manchen Ländern sogar immer noch ist.
Aber Nabokov schreibt keineswegs obszön oder sensationsgierig, sondern melancholisch, trüb, analytisch, doch oft auch einfach nur witzig. Die Selbstironie, das Selbstmitleid und das harte, aber oft auch vor Wahrheit strotzende Urteil des Erzählers "Humbert Humbert" sind kraftvoll und sympathisch.
Die Sprache Nabokovs ist meiner Ansicht nach unübertroffen. Und damit meine ich ernsthaft, daß sie die Virtuosität z.B. Goethes, Döblins oder Hesses in den Schatten stellt. Ein großes Lob an dieser Stelle auch an die Übersetzer, die Großes vollbracht haben, so daß viele Wortspiele auch im Deutschen erhalten und v.a. auch nicht gekünstelt sind.
Nabokovs Sprache ist treffend, phantasievoll und immens kreativ. Oft fragt man sich, woher er diese wohlüberlegten Vergleiche und Assoziationen und Ausdrücke sowie Redewendungen hernimmt.
Zum Schluß sei noch erwähnt, daß es in "Lolita" vor Anspielungen auf die Literatur, insbesondere die französische, nur so wimmelt. So sind Kenntnisse auf diesem Gebiet und in der französischen Sprache zwar hilfreich und nett, jedoch kinesfalls für das Verständnis oder den Genuß des Buches notwendig.
Fazit: Ein Meisterwerk, das vor die Lesebrille eines jeden Literaturfans und dessen, der es werden will, gehört.
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 19. Mai 2008
Ich kaufte mir dieses Buch mit dem Vorsatz meine Allgemeinbildung etwas zu vergrößern und dachte daher, dass es mir schwer fallen würde mich darin vollkommen zu vertiefen. Der lebendige und flüssige Schreibstil von Vladimir Nabokov fesselte mich ein ganzes Wochenende an dieses Buch. Die schilderungen des Autors wie vor dem Auge des Protagonisten, der der kleinen Lolita ganz und gar verfallen ist, Wahrheit und Wahnsinn verschwimmen fordern die ganze Aufmerksamkeit des Lesers. Das Buch bringt einen FAST dazu die Begierden und kranken Gedanken eines Pädofilen nachvollziehen zu können.
Zu dem Buch gehören diese ausführlichen Beschreibungen der Gedankengänge des Protagonisten um dessen Wesensart besser verstehen zu können.
Leider bekommt das Buch gerade dadurch zwischenzeitlich einen Hauch von langatmigkeit, so dass man aufpassen muss das man nicht aus der Konzentration fällt.
Man kann dieses Buch also ohne zögern als Meisterwerk mit Schönheitsfehler bezeichnen.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 14. Juli 2000
"There is no such thing as a moral or an immoral book. Books are well written, or badly written. That is all." --Oscar Wilde
Often banned by those who consider it "immoral," LOLITA is far better than just "well written." Stylistically, there are few novels in English that match Nabokov's masterpiece for the seriously playful love and use of language. And English was at least Nabokov's third tongue! LOLITA is neither a moral nor an immoral book. It is brilliantly written. But Wilde was slightly off: that is NOT all.
French academic Humbert Humbert comes to America to renew his life after stagnation and divorce in Paris. He soon meets the 12-year-old Dolores Haze. Lolita. She who reminds him so powerfully of the young Annabel he so innocently fell in love with on the Riviera when he was thirteen. The trouble is, Humbert was thirteen twenty-five years before and he wants to love Dolores as if he were thirteen again. It's just not so innocent this time around, and the fact that he knows this does not stop him.
That LOLITA is a love story cannot be convincingly denied any more than that it is a twisted tale of illicit, deranged obsession--novels, like life, often revel in ambiguity. Nabokov encourages these multiple shades of gray by employing one of the most enchanting yet unreliable narrators I've ever encountered. We see not only his obsessive, unheathily insatiable lust for the young girl, but also what life with him does to her: how she cries at night despite her brave front during the day, how she learns to manipulate him, how she grows to hate him. How much of what Humbert says can really be believed? Trying to figure that out is part of the enjoyment.
The whole book is a story of decadence and decline, of the beautiful ugliness of corruption. LOLITA is an aesthetic dream gone horribly wrong under the bright hot sun of the highways of middle America. It is also a treasure of twentieth century literature, a work of genius in how it persuades us, from time to time, to sympathize with its charming yet ruthless villain. But to say that Nabokov endorses pedophilia would be like saying that Sophocles endorses patricide and sleeping with one's mother because he wrote OEDIPUS REX. Read LOLITA and be amazed!
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15 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 13. September 2011
Lolita, das Wort ist bekannt, zwei mal wurde das Buch verfilmt. Wieso also das Buch lesen?

Kein Film, keine Kurzfassung oder Rezension kann den Inhalt dieses Buches korrekt wiedergeben. Man muss jeden Satz selber mindestens zweimal gelesen haben um das Buch in seinem vollen Umfang zu verstehen.

Denn man muss immer bedenken wer die Geschichte erzählt. Es ist Humbert, der Täter, der die Geschichte erzählt, soll man ihm glauben? Sind seine Erzählungen akkurat? Humbert schafft es durch unglaubliches sprachliches Geschick selbst eine Vergewaltigung in den schönsten Worten zu umschreiben. Er sagt er wurde von Lolita verführt? Stimmt es? Wer weiss. In jedem noch so unscheinbaren Satz stecken Informationen über das zwölfjährige Mädchen das von Humbert als verführerisches Dämonenkind dargestellt wird. Erpressungen seinerseits werden nebensächlich umschrieben, Lolitas Gefühle nur kurz erwähnt um sie gleich als lächerlich darzustellen.

Der Leser muss vorsichtig sein, um sich nicht vom Erzähler täuschen zu lassen. Triviale sexuelle Handlungen werden in endlosen Sätzen vom Erzähler verschleiert und verschönert. Und manchmal entdeckt man erst beim zweiten Lesen gewisse Andeutungen und Schilderungen die im ersten Moment trivial und unscheinbar erscheinen.

Humbert Humbert ist als Erzähler ein Genie, als Mensch ein Monster. Ein so redegewandtes und äusserst gutaussehendes Monster, das man ihm fast glauben mag, wenn er sich als Opfer darstellt.

Bei all der Schönheit die in den Worten steckt darf aber das Schicksal von Lolita nicht vergessen gehen. Als faktische Vollwaise folgt sie verzweifelt Humbert. "Sie kann nirgendwo anders hin" wie es der charmante Humbert kühl beschreibt. Sie ist gefangen in der Welt von Humbert Humbert. Verzweifelt versucht sie die Macht in dieser einseitigen Beziehung durch sexuelle Verweigerung an sich zu reissen. Ja sie hat eine gewisse Macht über Humbert, aber zu welchem Preis?

Immer wieder muss man an der Zerstörung dieses jungen Menschen teilhaben. Dies aus der Sicht von Humbert Humbert der erst späht selber die Zerstörung sieht die er an Lolita angerichtet hat. Viel zu späht für beide...

Dieses Meisterwerk bringt einem an vielen Stellen zum lachen, an anderen Stellen muss man sich auch bei wiederholtem lesen Tränen verdrücken. Und auch wenn man den Anfang und das Ende schon kennt, ist das Buch so lesenswert wie kein anderes. Diese teuflische und verführerische Schilderung eines abscheulichen Kapitalverbrechens braucht jede Seite und jeden Nebensatz um das Schicksal von Humbert Humbert und vor allem von Lolita authentisch zu beschreiben.

Am Ende des Buches wird man keine Jubelschreie von sich lassen, man wird sich wahrscheinlich bedrückt und hilflos fühlen. Dafür aber um viele Wertvolle Gedanken reicher. Mit einer Faszination die einem auch schnell zum erneuten Lesen anregt, um vielleicht doch noch ein paar weitere Fakten und Hinweise zu finden die einem helfen dieses traurige Drama besser zu verstehen.
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25 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 27. Juli 1999
In Vladimir Nabokovs einst umstrittenen Roman "Lolita" geht es um den Schriftsteller Humbert Humbert, der, als Moerder angeklagt, sich sein Gestaendnis von der Seele schreibt. Was wir lesen, sind in der Ich - Perspektive erzaehlte Erinerungen; eine Geschichte, die zum Mord fuehrt, der doch nur Vorwand ist fuer einen psychologisch meisterhaft und eindringlich erzaehlten Text: Roadmovie und Liebesgeschichte in einem. Humbert Humbert, der sich begierig nach "Nymphchen" sehnt, entdeckt die 12jaehrige Lolita als seine grosse Liebe. Um ihr nah zu sein, heiratet er ihre Mutter, die jedoch bald stirbt. Getrieben von Verlangen und Verlustaengsten bereist er ein Jahr lang mit Lolita die Vereinigten Staaten; seinen Annaeherungen begegnet sie teils mit Amuesiertheit, teils mit Widerwillen; und das Auf und Ab ihrer Beziehung, deren heikle erotische Szenen stets elegant umschrieben werden, macht zu einem Grossteil die Faszination des Buches aus. In den 50er Jahren, als das Buch erschien, war es zunaechst wegen dieser Szenen heftig umstritten; heute wirkt es eher zurueckhaltend, nie aber pruede. Der eigenwillige Stil Nabokovs, der haeufig in alle Richtungen ausschweift (aber nie den Faden verliert), war fuer mich am Anfang nicht leicht zu lesen; im Laufe der Seiten zog er mich jedoch immer mehr in seinen Bann. Vielleicht kein Buch, das sich immer rasch und fluessig liest; dafuer wird man aber auch beim zweiten Lesen immer wieder mit Neuem belohnt. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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19 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Vladimir Nabokovs Erfolgs- und Skandalroman "Lolita" ist ein vielfach missverstandenes Buch. Man hat es als bloßen pornographischen Text verurteilt oder umgekehrt als moralische Schrift angesehen. Beide Sichtweisen werden dem Roman jedoch nicht gerecht. Es geht dem Autor nicht vorrangig um die Darstellung zweifelhafter sexueller Neigungen, aber ebenso wenig lässt sich die Aussage des Buches auf irgendeine Moral reduzieren. "Lolita" ist ein sehr vielschichtiger Text: die psychologisch ausgefeilte Innenansicht eines Pädophilen, der seine Neigungen lange nur in der Phantasie ausleben kann, bis er durch "glückliche" Umstände zur einzigen Bezugsperson eines zwölfjährigen Mädchens wird. Die daraus entstehende Beziehung ist für ihn die Erfüllung seiner Träume - und zerstört zugleich sein Leben und auch das Leben Lolitas. Zu Recht gilt der Roman als das Hauptwerk des Russen Nabokov, der seine großen Erfolge auf Englisch schrieb. Die psychologische Darstellung ist ebenso überzeugend wie der virtuose Umgang des Autors mit Sprache und Textkomposition. Der Roman ist Lebensbeichte, Liebesgeschichte, Kriminalroman und psychologische Studie zugleich - ein moderner Klassiker.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Humbert Humbert, Protagonist und Ich-Erzähler dieses Romans, beschreibt seine langsame, steigernde Eroberung von "Lolita", Tochter aus erster Ehe seiner Vermieterin Charlotte. Er gibt vor Charlotte zu lieben und heiratet diese, nur um noch besser in Lolitas Nähe zu sein. Als Charlotte bald stirbt, findet er sich mit Lolita allein wieder, der er ein Vater und Liebhaber zugleich ist. Lolita lässt sich auf Humberts Spiel ein, behält jedoch ihre kindliche und zugleich auch gefährliche Seite, indem sie ihm oft droht ihn zu verraten. Als Lolita für immer verschwindet, einen anderen zum Manne nimmt und noch dazu ein Kind bekommt, sieht Humbert rot...

Es gibt wohl kein anderes Werk das solch ein delikates Thema wie Pädophilie, Gesetzesbruch und Inzest (nahezu) besser beschreiben könnte als dieses. Es ist ein vielschichtiges Werk, ein Liebesroman, eine Tragödie und bedauerndes Erlebnis aus Sicht des Erzählers, ein Werk, das beim Leser schockierende, abrupte Geschehnisse ins Gesicht klatscht und zugleich doch Verständnis einbringt und findet. Die Figur Humbert wirkt nicht wie ein sabbernder, alter, perverser Pädophiler, sondern wirkt durch seine Erzählung eher wie ein reifer, verlorener Mann, der irgendwo in seiner Entwicklung stehen geblieben und bei jungen Mädchen fest gehangen ist. Man bringt als Leser kumulatives Verständnis für diese Figur auf, möchte sogar an seinen Erlebnissen teilhaben, an dem Verbotenen, wissen, wie es ist ein minderjähriges Wesen oder "Nymphchen", wie er Mädchen in Lolitas Alter nennt, zu besitzen. Man lernt verbotene Schattenseiten kennen, unbewusste Wünsche, Vorstellungen, Ideen und sonst doch so gefährliche Gedankengänge treten dadurch zu Tage.

Das Werk ist Skandal und Meisterwerk zugleich, treffender könnte man es kaum ausdrücken. Es ist Wahnsinn und doch so normal wie das allmorgendliche Zwitschern der Vögel. Es ist Verbot und doch natürliche Neigung, ein Fetisch. Das Lesen vergeht wie im Flug, der Stil ist direkt, ansprechend, manchmal sogar Entschuldigungen erheischend, mitleidvoll, nüchtern, nicht zu sentimental. Man wird einem Thema eben nahe gebracht, das man stets verneint, als "abartig" abtut und mit dem man eigentlich gar nichts zu tun haben möchte und plötzlich merkt man, dass das alles doch nicht so schlimm ist, wenn die Figur "Lolita" eben ganz bewusst mitmacht und nicht direkt, gewaltsam, blank ohne Einwilligung missbraucht wird.

Es ist neben Francoise Sagans Bonjour tristesse: Roman eines dieser Bücher eben, in denen ein junges Mädchen irgendwo eine große, gefährliche Rolle spielt aufgrund ihrer beginnenden Feminität und ein Buch, das die vorgegebene, scheinbare Idylle durch schmutzige, langsam ans Tageslicht kommende Geheimnisse perforiert.

~Bücher-Liebhaberin~
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 11. Oktober 2010
Im "Vorwort" zum Roman wird der Leser darüber aufgeklärt, dass der Text von einem Untersuchungshäftling verfasst worden wäre, der kurz vor seinem Prozessbeginn an Herzversagen verstorben ist. Das selbst gewählte Pseudonyme des Autors wäre Humbert Humbert. Er hätte die Veröffentlichung der Notizen testamentarisch verfügt gehabt, und sein Anwalt hätte sie an den vorgeblichen Redakteur - einen Psychowissenschaftler - weitergeleitet, von dem das "Vorwort" nun stammt. Ein rustikale Einführung mit langer literarischen Tradition, die ein gut gereiftes Hauptteil erwarten lässt.
Die darauf folgende Beichte ist eloquent, abgeklärt, selbstironisch und - obwohl vor inzwischen 55 Jahren geschrieben - absolut modern in ihrer Weltsicht. H.H. ist keineswegs ein Bösewicht, sondern vielmehr ein etwas weichlicher Intelligent und egoistischer Einzelgänger, der zwar unter seinem Andersseins leidet, jedoch nicht zu einen verbitterten Nörgler verkommt. Er ist ein scharfer, schonungsloser Beobachter sowohl seines Inneres, als auch der Außenwelt. H.H. (also eigentlich Nabokov) erweckt die von ihm beschriebenen Charaktere - z. B. seine beiden Frauen und natürlich auch Lolita - auf eine so plastische Weise zum Leben, dass Sie denken: "Den Typus Mensch hier kenne ich ja!". Er räumt die Perversität seiner Vorliebe für Kindsfrauen ein, ist jedoch souverän genug, zu dieser Leidenschaft zu stehen und sie konsequent auszuleben. Es kann absolut nicht davon die Rede sein, dass er sich selbst gegenüber heuchlerisch verhält. Ein sympathischer Zug, der einnehmend wirkt.
Das Werk ist eine abwechslungsreich und dynamisch erzählte Geschichte mit vielen originellen Episoden und einer Schar unterschiedlicher Charaktere, die in der zweiten Hälfte zunehmend zu einer "Roadstory" ausartet. Die Schießerei am Schluss ist fast schon "Pulp Fiction"-mäßig. Literaturprofessor Nabokov setzt hier sein professionelles Know-how gekonnt ein, was die Lektüre zu einer anspruchsvollen und kurzweiligen Unterhaltung macht. Die Reflektionen über die Relativität gesellschaftlicher Normen sind kein ausgeprägter Schwerpunkt des Romans, ein denkender Leser kommt jedoch nicht um sie herum. Diese Unaufdringlichkeit der Problemstellung ist einer der (vielen) meisterlichen Züge des Textes.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Lolita is both a great and troubling novel. It's difficult to imagine Nabokov writing anything of poor quality. His prose has a natural flow and an effortless sophistication that I have never seen in any other writer of the English language. He writes with grace and maturity that lend his prose a certain amount of authority. Once can hardly question the master, and this may be why I was seduced by "Lolita" the first time I read it.
During the first reading, I was swept away by the caricature of Humbert Humbert. His old world manner, his cool, self-justifying narrative, and his academic contempt for trendy concepts such as Freudian Psychology and Existentialism were humorous and refreshing. I was seduced by the characterization and language in the novel and hardly thought of it in realistic terms. This perspective was only reinforced by seeing the original film with Peter Sellers and James Mason. Like my first reading of the novel, the film had a gentle and irresistible current of humor that made it difficult to imagine the events actually occurring in the lives of real people.
The second time I read "Lolita" I had a far more troubling experience. I still enjoyed the novel's writing and characterization, but this time it struck me on a realistic level. I found myself empathizing with Lolita and imagining what the world must be like from her perspective as she traveled around the country in the company of a foster parent who habitually molested her. I was especially stunned by the scene in which Humbert first informs her that she cannot leave him and return to her mother because her mother is dead. Lolita storms out of the room but eventually returns to Humbert's bed and tearfully wraps her arms around him. When she does this, Humbert chillingly informs the reader that she simply had nowhere else to go. In that moment, I was suddenly immune to the charm of Humbert's narrative and enormously sad for Lolita.
Coincidentally, just after my second reading of Lolita, I saw the film with Jeremy Irons. Unlike the earlier version, the film treated the story in a blunt and realistic manner. The humorous characters and witty dialogs were overshadowed by a constant coldness and brutality throughout the film.
"Lolita" is a great novel, but we should be wary of how and why we appreciate it. Some readers and critics view Lolita as a tragic love story while others consider it a celebration of the open road. Some even argue that "Lolita" is a metaphor for the clash between European and American culture. "Lolita" may well be all these things and more, but it is also a much darker chronicle of the tormentor's mindset. Humbert's narrative is charming and full of old world conceit, but it is also a tool of disguise. Humbert self-consciously uses style to conceal the naked brutality of his craving and the harm it causes Lolita. He disguises himself as the doomed lover and portrays her as the tormenting muse.
We should praise Nabokov for this clever role reversal. It is a wonderful mechanism for employing style in an imaginative manner as Humbert alerts us in his opening monologue ("Can you stand my style!"). But while we can admire Nabokov's skill and imagination, we should not take Humbert at his word for who and what he is.
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