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26 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen sehr lesenswert, 8. August 2004
Dieses Werk ist Geschichtsbuch und Lesevergnügen.
Auf ca. 270 Seiten Text (sowie einem Anhang mit Karten und einer Zeittafel) befasst sich Jacques Le Goff damit, wie bereits im Mittelalter die Wurzeln des heutigen Europas gelegt wurden. Das heutige Europa ist für Le Goff ein zusammenwachsender Kulturverbund. Er hintgerfragt, was dessen historische Wurzeln sind. Dabei arbeitet er heraus, inwiefern die Strukturen im Mittelalter vergleichbar waren, und inwiefern sie sich unterschieden haben.
Le Goff beschreibt sowohl die historische Fakten, als auch die Strukturen, Ideen, Lebensweisen und Entwicklungen dieser Zeit. Ein umfassendes Vorwissen ist nicht erforderlich. Mit etwas historischer Allgemeinbildung ist alles gut verständlich. Der Text ist sprachlich hervorragend (tolle Übersetzung aus dem Französischen durch Grete Osterwald). Man kann das Buch in einem Rutsch lesen, aber auch abschnittsweise, oder nur spezielle Kapitel.
Seien Sie nicht enttäuscht, wenn Sie für den relativ hohen Preis nur einen kurzen Text erhalten. Es lohnt sich jede Seite.
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein hervorragendes Buch für alle geschichtsinteressierten Laien, 5. Juli 2012
Auch wenn die Seitenzahl von 344 ganz passabel wirkt, besonders stattlich ist sie trotz allem für die Darlegung solch eines umfangreichen Zeitalters nicht gerade, muss doch angemerkt werden, dass sich der eigentliche Text auf lediglich 270 Seiten beschränkt. Der Rest des Buches besteht aus dem Anhang, der zwei Übersichtskarten, ein Personenregister, eine Zeittafel sowie Anmerkungen enthält, besonders aber eine sehr ausführliche Aufstellung mit Literaturhinweisen.

Um dennoch die gesamte Zeitspanne des langen Mittelalters abdecken zu können, wurden die einzelnen Unterpunkte der jeweiligen Kapitel relativ knapp gehalten. Dies führt jedoch auch dazu, dass der Autor zielgerichtet zum Punkt kommt und nicht vom Thema abschweift. So sind die Ausführungen klar und prägnant und halten sich nicht mit Nebensächlichkeiten auf. Allerdings passt der Schreibstil Le Goffs nur bedingt zu dieser Art der Informationsvermittlung. Zwar ist seine Art zu schreiben sehr eingängig und leicht verständlich, doch seine langen, verschachtelten Sätze hemmen den Lesefluss immer wieder. Besondere historische Vorkenntnisse sind zur Lektüre des Buches nicht vonnöten, eine grundlegende Allgemeinbildung reicht völlig aus, um den Inhalten folgen zu können.

Der Aufbau des Buches mit seiner Unterteilung der Epochen in die wichtigsten Meilensteine der Geschichte überzeugt. Dadurch lässt sich das Buch auf zwei verschiedene Arten lesen. Entweder ganz klassisch vom Anfang zum Ende, oder aber die Leserinnen und Leser picken sich einzelne spannende Punkte heraus und lesen sich ganz nach Interesse quer durch das Buch. Wie dem auch sei, beides funktioniert und die einzelnen Texte sind so geschrieben, dass sie sowohl separat von einander als auch im Anschluss gelesen werden können.

Fazit: Trotz der enormen Informationsfülle gelingt es dem Autor, einen roten Faden durch das Buch zu spannen und diesen nicht aus den Augen zu verlieren. Ein hervorragendes Buch für alle geschichtsinteressierten Laien, das sich leicht lesen lässt und viele spannende Aspekte beleuchtet, von der Geburt Europas im Mittelalter bis zu unserem heutigen Europa, in welchem das mittelalterliche Erbe noch immer nachwirkt.
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5.0 von 5 Sternen Guter Überblick, 8. September 2014
Das Buch des renommierten französischen Historikers bietet einen ausgezeichneten Überblick – über immerhin rund 1000 Jahre europäischer Geschichte, zwischen Zusammenbruch des Römischen Reichs und Reformation, Entdeckung der Neuen Welt und Renaissance. Zur guten Lesbarkeit trägt die Unterteilung in zahlreiche Unterkapitel bei. Die Bezüge zur heutigen Gestalt Europa sind vielfach und gewollt, aber nicht aufdringlich. Einige Themen seien erwähnt, die mein besonderes Interesse geweckt haben : Die Untauglichkeit Karls des Großen als Vorbild für die europäische Einigung, als das er gern stereotyp beschworen wird; die Entwicklung der Produktion, zum Beispiel der Landwirtschaft, und der lange Weg bis zu der Zeit, in der kaufmännische Tätigkeit nicht mehr religiös diskreditiert wurde; überhaupt der alles durchdringende Einfluss und der Wandel des Christentums, vom Heraufkommen der Teufelsvorstellung über den “Aufschwung der Marienverehrung“ , die Kreuzzüge, die so brutal wie überflüssig erscheinen, und das Wirken der Bettelmönche bis zum Schisma im 15. Jahrhunderts mit dem Kuriosum eines doppelten Papsttums ; die ständige “Türkengefahr“ und das Verhältnis zum Islam; das Phänomen einer frühen „Renaissance“ im 12. Jahrhundert, das für das Bild vom „finsteren Mittelalter“ erst recht keinen Platz lässt; die Verfolgung von gesellschaftlichen Gruppen wie Ketzern, Juden und Homosexuellen, dann auch von Frauen, die zu Hexen erklärt wurden; die verheerende Rolle, die Krankheiten wie Lepra und Pest, Hunger und Kriege gespielt haben; die Entwicklung der Volkssprachen und die Buchkultur; und die nicht zu unterschätzende Bedeutung der Verstädterung: „Stadtluft macht frei.“
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Die Geburt Europas im Mittelalter
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