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88 von 95 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen solide Textsammlung
Etwas überrascht war ich schon, als ich am 5. Oktober gespannt die Plastikfolie entfernte und den ersten Blick auf den Inhalt des neuen Buchs Scholl-Latours warf. Was ich dann zu sehen bekam, war schon etwas enttäuschend, denn es handelt sich bei seinem neuen Buch um eine chronologisch geordnete Textsammlung, vergleichbar mit "der Weg in den neuen Kalten Krieg"...
Vor 22 Monaten von Montarde veröffentlicht

versus
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ein bisschen enttäuscht
Da dies das erste Buch von Peter Scholl-Latour ist, das ich lese, kann ich keine Vergleiche zu seinen früheren Werken ziehen.

Das Buch ist vom Inhalt her zweifellos interessant. Am Schreibstil und an der Ausdrucksweise erkennt man, dass Peter Scholl-Latour ein hoch gebildeter und belesener Mensch ist; man liest auch aus dem Buch heraus, dass er profunde...
Vor 15 Monaten von Amazon Customer veröffentlicht


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88 von 95 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen solide Textsammlung, 13. Oktober 2012
Etwas überrascht war ich schon, als ich am 5. Oktober gespannt die Plastikfolie entfernte und den ersten Blick auf den Inhalt des neuen Buchs Scholl-Latours warf. Was ich dann zu sehen bekam, war schon etwas enttäuschend, denn es handelt sich bei seinem neuen Buch um eine chronologisch geordnete Textsammlung, vergleichbar mit "der Weg in den neuen Kalten Krieg". Zeitlich beginnt das Buch ungefähr mit der Wahl Barack Obamas zum US-Präsidenten. Somit lässt das ganze Werk die Ereignisse der letzen 4 Jahre Revue passieren. Und in diesen ist ja auch wirklich viel passiert, weshalb ein Rückblick durchaus angebracht wirkt. Doch hier werden die Schwächen des Buches offensichtlich. Bei den meisten Texten handelt es sich weniger um Reportagen, als vielmehr um politische Kommentare. Nun mag man von Scholl-Latours Kommentaren halten was man will, ich halte seine Reiseberichte, die eigenen Erlebnisse mit politischen und historischen Erklärungen verknüpfen einfach für besser. Und so etwas findet sich in dem Buch fast gar nicht. Vielmehr stellt sich die Aneinanderreihung zahlloser Zeitungskommentare als nachteilig heraus. Zum einen kommt es so zwangsläufig zu häufiger Wiederholung einzelner Thesen und Argumente, da die Texte ja ursprünglich für separate Veröffentlichungen vorgesehen waren. Zum anderen vermisst man hier auch eine deutliche zentrale Aussage. Denn mal kritisiert Scholl-Latour Realpolitiker für ihr menschenrechtsverletzendes Handeln und mal kritisiert er Idealisten für ihren Mangel an Realismus. ein Alternativkonzept zwischen beiden Extremen vermag er aber nicht aufzuzeigen. Aber wie sollte dies auch funktionieren, wenn die Texte ursprünglich nicht für eine gemeinsame Veröffentlichung gedacht waren.
Bei einem Teil des Buches scheint es sich sogar nur um seinen Text von einer Dokumentation zu handeln. So schreibt Scholl-Latour zum Beispiel davon, woher das gezeigte Bildmaterial stammt, ohne dass es im Text vorher auf Bildmaterial hingewiesen wurde. Hier wird ganz deutlich, dass der Text der Doku einfach übernommen wurde.
Natürlich schafft es das Buch schließlich auch zu den jüngsten Ereignissen vorzudringen. Doch dieser Teil fällt überraschend kurz aus und auch hier beschränkt sich Scholl-Latour auf oberflächliche Kommentare, ohne eine vertiefte Analyse zu wagen. Aber dies hätte eben den Rahmen der einzelnen Artikel gesprengt.
Zum Schluss wird das Buch dann doch nochmal interessant, da es mit einigen Artikeln ÜBER Herr Scholl-Latour endet und das ist schon man eine ganz neue Perspektive. Viel neues erfährt man natürlich auch wieder nicht, aber endlich wird hier Scholl-Latour Beziehungen zur jungen Freiheit erklärt, die zuvor immer ein wenig Stirnrunzeln bei mir verursacht haben.
Fazit: Jeder der hier eine vertiefte Analyse der jüngsten Ereignisse vor allem in der arabischen Welt erwartet wird scher enttäuscht. stattdessen bekommt man viele altbekannte Thesen vorgesetzt, die zwar durchaus treffend sind, aber die von ihm schon relativ oft publiziert wurden. Dass das Buch scheinbar mutwillig aus allen möglichen Texten zusammengepuzzelt wurde, nur damit am Ende ein Buch rauskommt, weckt auch nicht gerade die Sympathie des Lesers. denn im Prinzip konnte Scholl-Latour dieses Buch veröffentlichen ohne einen nennenswerten zusätzlichen schreibaufwand zu haben.
Wer natürlich Scholl-Latour-Fan ist wie ich wird dieses Buch so oder so lesen. Denn es tut einfach mal wieder gut Scholl-Latours so vom Mainstream abweichende Texte zu lesen. Aber für wen nur seine besten Werke von Interesse sind, der kann getrost dieses Buch links liegen lassen.
Besonders zu Empfehlen ist des eigentlich nur denen, die noch nie etwas von ihm gelesen haben und sich möglichst schnell ein Bild von ihm machen wollen. denn hier bekommt man nicht nur seine zentralen Thesen relativ kompakt geboten, sondern auch seine Lebensgeschichte wird am Schluss relativ gut wiedergegeben, so dass man nach der Lektüre einen ziemlich guten Eindruck davon bekommt, wer Scholl-Latour eigentlich ist. Dies loht sich aber nur für jene, die einen Vortrag über ihn halten oder über ihn schreiben wollen. Denn Erstleser sollten schon zu seinen stärkeren Werken greifen. Es bleibt also nur zu hoffen, dass Herr Scholl-Latour die gesparte Zeit genutzt hat, schon an einem neuen Buch zu arbeiten, welches bestimmt wider die hohe Qualität von "die Angst des weißen Mannes" oder "Arabiens Stunde der Wahrheit" erreichen wird.
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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Warnungen ohne Widerhall in der Politik, 17. August 2014
Der Autor hatte rechtzeitig vor dem zweiten Golfkrieg und vor einer Zerrüttung des im Bürgerkrieg versinkenden Irak gewarnt. Wir erinnern genau seine lakonischen Warnungen. Denn als Kenner der inneren Situation eines Vielvölkerstaates sah er die Katastrophe voraus. Der Nicht-Kenner G.W. Bush hätte, wenn er (es) hätte lesen können, das lesen müssen, was Peter Scholl-Latour damals schrieb. Aber weder einen Dummkopf noch einen Hasadeur stören Warnschilder. Man hat den erfahrenen Journalisten einen alten Mann sein lassen, auch wenn seine Bücher hohe Auflagen erreichten. Die Ratlosigkeit (der übrigen Intellektuellen) angesichts der politischen Dummheiten ist bemerkenswert. Nun wird der soeben verstorbene Autor dieses Buchs und eines demnächst erscheinenden Werks von solchen Politikern und Politikerinnen posthum geehrt werden, die es nach eigenem Gutdünken wahrscheinlich immer besser wussten als er. Dies muss jeden Bürger traurig und wütend stimmen. Aber das empfehlenswerte Buch zu den Wirren der Gegenwart dient immer noch der Aufklärung.
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17 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Welt im Umbruch, 5. November 2012
Von 
FMA - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Scholl-Latour spaltet das Publikum. Die einen mögen ihn gar nicht, sehen in ihm die ewige Kassandra, den Grandler und Zyniker; andere sind treue Fans von ihm. Fakt ist - wenn dieses Urgestein des weltpolitischen Journalismus nicht mehr unter uns sein wird, wird etwas fehlen. Bewundernswert auch, mit welcher Wachheit Scholl-Latour trotz seines hohen Alters nach wie vor das internationale Geschehen verfolgt. Im Buch geht er schwerpunktmäßig auf die Verschiebung des internationalen Kräftegleichgewichts vom Atlantik zum Pazifik sowie die Situation in Nahost bzw. den islamischen Ländern ein.

In China sieht er wie viele andere die neue Supermacht heranreifen. Dies wird vom Rest der Welt argwöhnisch beobachtet auch von Ländern wie Russland, das sich oft demonstrativ als Bündnispartner gibt. Längst ist der unterschwellige Kampf um Einfluss, Land und Ressourcen im vollen Gange. Besonders deutlich wird dies bspw. - so der Autor - in der Mongolei. Ein dünnbesiedeltes, großräumiges und rohstoffreiches Land, das sich wohlweislich nicht nur zur Shanghai Cooperation Organization hält, sondern auch zum Amerikafreundlichen Bündnis mit Südkorea und Japan.

Im arabischen bzw. islamischen Raum betrachtet Scholl-Latour die Entwicklungen mit Skepsis. Dem Iran gegenüber sei der Westen paranoid. Dies hätte mit dem feindseligen Verhältnis des Landes zu Israel zu tun, sowie der Funktion als Waffenlieferant für die libanesische Hisbollah, aber nicht zuletzt auch mit dem Erdöl. Der schiitische Iran sitze selbst auf großen Vorkommen. Hinzu kommt aber, dass sich auch im Irak und Saudiarabien ein großer Teil des Öls in schiitisch besiedelten Gebieten befindet. Ein schiitischer Iran als regionale Großmacht berge daher aus Sicht der USA erhebliche Risiken. Scholl-Latour wiegelt aber dennoch ab. Selbst die islamischen Ayatollahs seinen keine Geisteskranken. Selbst wenn der Iran im Besitz von Nuklearwaffen wäre, würde man sich dort hüten, diese einzusetzen.

Dem kann man sicher zustimmen. Der Punkt ist allerdings, dass es mit dem nuklearen Abschreckungspotenzial Israels dahin wäre. Je mehr die umliegenden islamischen Länder auch bezüglich der konventionellen Aufrüstung nachziehen, desto bedrohlicher würde so die Lage in Nahost.

Was die Umstürze im arabischen Raum betrifft seien die Resultate bisher mit Vorsicht zu betrachten. Überall gäbe es einen Machtzuwachs islamistischer Kräfte. Besonders die Christen hätten darunter zu leiden. In Libyen sei die Situation chaotisch. Dabei sei es der Bevölkerung unter Gaddafi - von den politischen Repressalien abgesehen - verhältnismäßig gut gegangen. Dies gelte auch für Syrien. Hier würde v.a. die sunnitische Mittelschicht und natürlich auch Alawiten und Christen libysche Verhältnisse befürchten und sei von daher eher auf Assads Seite, da dieser zumindest für ein gewisses Maß an Stabilität stehe.

Insgesamt sagt Scholl-Latour für die Zukunft eine zunehmende Relativierung der Macht und Bedeutung des Westens voraus. Dies begründet er sowohl demografisch - der Anteil des Weißen Mannes" an der Weltbevölkerung sinkt beständig - als auch ideell. Der Westen könne weder mit dem hungrigen" Ehrgeiz anderer aufstrebender Weltregionen mithalten, noch verfüge er über Ideale, die das Rückgrat für die nötige Selbstbehauptung - etwa gegenüber dem religiösen (wenn auch zumeist gewaltfreien) Welteroberungsdrang des Islam - bilden könnten. Demokratie und Menschenrechte, wie sie der Westen hochzuhalten versucht - seinen somit vielleicht nur einer sehr begrenzten Epoche der Weltgeschichte vergönnt gewesen. Die aufstrebenden, dynamischen Weltregionen - vorneweg die sog. BRICS-Staaten- setzten andere Schwerpunkte, für weite Teile der im Wachstum begriffenen nicht-weißen Bevölkerung westlicher Länder gelte dies ebenso.

Das Interessante auch an diesem neuen Buch Scholl-Latours sind die weiten Bögen die er spannt. Der Autor hat ein gutes Einfühlungsvermögen in kulturelle und religiöse Gegebenheiten und Zusammenhänge. Man spürt sein tiefes Interesse auch für die geschichtlichen Hintergründe. Dazu kommt, dass er seit Jahrzehnten mit vielen Konflikten dieser Welt vertraut ist. Ob man ihm in den verschiedenen Bereichen immer Recht gibt oder nicht - Scholl-Latour bietet guten Stoff, um über Gegenwart und Zukunft der Welt nachzudenken.
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32 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Einblicke, Gedanken und deutliche Kritik", 23. Oktober 2012
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Peter Scholl-Latour beeindruckte mich in diesem Buch mit seinen sehr kritischen und nachdenklichen Betrachtungen zur derzeitigen politischen Situation in der Welt und zu unserer deutschen Politik.
Dabei ist er auch unbequem und legt den Finger in so einige Wunden. Manchem Politiker, manchen Mitarbeiter des Auswärtigen Amtes und einigen Berufssoldaten werden seine Gedanken nicht gefallen.
Mit 88 Jahren hat er genug von der Welt gesehen und erlebt und durch seine vielen Kontakte hat er vielleicht einen anderen, einen klareren Blick, der es ihm ermöglicht die globale Welt mit kritischen Augen zu sehen, die ein wenig aus den Fugen gerät.
Die ersten 139 Seiten des Buches sind sehr aktuelle Betrachtungen, danach geht es teilweise um Berichte und Interviews die schon etwas älter aber doch lesenswert sind, da sich bis heute zum großen Teil nichts an der damaligen Lage geändert hat. Zwischendurch erfolgen dann wieder aktuellere Beiträge.
Durch die Aneinanderreihung dieser verschiedenen Beiträge ergeben sich leider auch viele Wiederholungen für den Leser und etwas mehr Struktur bei den Themen wäre auch hilfreich gewesen, denn so springt man eine wenig durch die Weltpolitik und Zeitachse.

Jedem politisch interessierten Leser kann ich nur raten sich mit seinen Gedanken und Betrachtungen mal zu befassen.
Mein weiterer Lesetipp: Spielball Erde: Machtkämpfe im Klimawandel
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27 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Momentaufnahme mit Finger in der Wunde, 26. Oktober 2012
Von 
Neutralmodus2000 - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 500 REZENSENT)   
PSL lese ich seit Mitte der 1980er. Mit "Der Tod im Reisfeld" ging es los. Für mich war und ist dieser Mann ebenso sachkundig und treffend in seinen Beobachtungen, wie z.B. ein Helmut Schmidt in seinen besten Tagen. Was mich an PSL fasziniert, ist seine nahezu emotionslose Schilderung des jeweiligen Status Quo. Er redet sich oder gar anderen nicht ein, dass die Chance auf eine kunterbunte Multikultiwelt besteht. Damit polarisiert er natürlich in bestimmten politischen Lagern, was im aber wohl am Allerwertesten vorbeigeht. Ein Weltbild, wie es sich PSL zu eigen gemacht hat, resultiert bei ihm eben nicht nur aus dem stillen Schreiben in einem Hinterstübchen irgendeiner Zeitungsredaktion im kuscheligen Deutschland, sondern aus unzähligen Begegnungen mit Entscheidern und Reisen um den ganzen Globus.

Manchmal ist mir seine Art in Talkshows etwas zu herablassend, aber wahrscheinlich wird man genau so, wenn man die Zusammenhänge vor Ort gesehen und begriffen hat und sich anschließend nicht für ein bestimmtes politisches Lager vereinnahmen lassen will. "Die Welt aus den Fugen" schließt sich wunderbar an die vorhergehenden Veröffentlichungen an. Meiner Auffassung nach aber etwas zu sehr im Steno-Stil und weniger ins Detail gehend als üblicherweise bei ihm gewohnt. Für die Betrachtung der Momentaufnahme des politischen Weltgeschehens ist das Buch aber ausreichend komplex genug, um auch kritische Erstleser mit rosaroter Brille zum Nachdenken zu bewegen. PSL legt den Finger in die Wunde, ohne ihn anschließend wie ein Marktschreier mahnend zu erheben. Das unterscheidet den weitgereisten Beobachter immer noch von anderen Dampfplauderern, die immer nur ein bestimmtes Friedens-und-Einigkeits-Mantra abspulen.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Was wir verpasst haben. Zwei Bücherbewertungen in einer, 24. März 2014
Rezension bezieht sich auf: Die Welt aus den Fugen (Kindle Edition)
Es ist schwierig angesichts der aktuellen machtpolitischen Lage eine wohlausgefeilte vernünftige Analyse zu Russlands Situation und Politik anzuzeigen. Mein Wunsch beim Lesen dieses Buches war es, Putin aus biographischer, psychologischer Sicht besser zu verstehen und seine Poltik zu verstehen, Welche Politik sich aus den Erfahrungen und Prägungen Russlands in Abgleich mit unseren Wertevorstellungen und Prägungen ergeben. Dazu muss ich gestehen, dass ich zwei Bücher parallel gelesen habe, was die Bewertung wohl beeinflusst hat. Peter Scholl Latours, Die Welt aus den Fugen und Stanislaw Belkowskis Wladimir. Beide Bücher werfen kurze Licht- und Schattenmomente. Beide Bücher versuchen geschihctliche Analogien herzustellen. Das ist faszinierend aber oftmals zu ungenau. Bei Belkowsk sind die Kapitelüberschriften und Einführungen aufreißend. Krimineller Vergil- Putin und die Gangsterwelt von Sankt Petersburg
Dennoch erfahre ich mehr und Details über das wechselhafte und prägende Schicksal Putins. Ich erfahre mehr über die Zeit nach dem Fall der Sowjetunion. Wir erfahren auch viel von den verpassten Chancen oftmals verfehlter europäischer und amerikanischer Aussenpolitik. Belkowski wirft absatzweise Neues uns Altes zusammen. Peter Scholl Latour schöpft aus seinem unersättlichen historischen Repertoire Bruchstücke aneinander um uns die Augen zu öffnen
Belkowski schreibt keine biografische Seinswerdung des mächtigen Manns in Russland. Er zeichnet eine Parallelgeschichte ein Verwobensein von Biografie, russischer Geschichte und fast zuverfällig sich aneienander reihenden Ereignisse. Biografiebrüche im klassischen Sinn. Peter Scholl Latour zeichnet ein big picture der aktuellen weltpolitischen Zusammenhänge.
Beide Bücher haben mir eins gezeigt. Wir haben verpasst uns rechtzeitig um die machtpolitischen und bündnispolitischen Fragen zu kümmern.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Absolut bereicherndes Sachbuch, 10. Mai 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Welt aus den Fugen (Kindle Edition)
"Die Welt aus den Fugen" ist mein erstes und sicherlich nicht mein letztes Buch von Peter Scholl-Latour und eine absolute intellektuelle Bereicherung.
Scholl-Latour hat einen einmaligen, süchtig machenden Erzählstil und weiß es den Leser an seinem immensen Wissensschatz über die Welt und seine Geschichte teilhaben zu lassen.
Ich habe auf diesen knapp 400 Seiten einiges gelernt, nicht nur über die heutigen Geschehnisse, sondern vor allem über deren Ursachen und gerate in die Versuchung ein Politikstudium zu beginnen.

Für jeden politikinteressierten Menschen ist das Buch eine absolute Empfehlung.
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15 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Neue, nüchterne Texte über die politischen "Wirren der Gegenwart" - informativ, kritisch und lesenswert, 18. Oktober 2012
Von 
Winfried Stanzick (Ober-Ramstadt, Hessen Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
Spätestens seit den auf die New Yorker Twin Towers am 11. September 2001 verübten Anschlägen und dem sich daran anschließenden von den USA angeführten internationalen Kampf gegen den Terror verbunden mit einem beispiellosen Generalverdacht gegen alle Muslime und den Islam insgesamt, scheint es, dass die Welt , wie wir sie bisher kannten, völlig aus den Fugen geraten ist.

Doch nicht nur das: seit dem Kollaps der Lehman Bank im Jahr 2008 beherrscht eine Finanzkrise vor allem die europäische Politik, deren Krisenmanagement sie über Jahre zu keiner wirklich erkennbaren eigenständigen Außenpolitik mehr finden ließ.

Überall auf der Welt scheinen Krisen und unstabile Verhältnisse zu herrschen. In Schwarzafrika, in Lateinamerika, in Arabien und im Nahen Osten – überall drohen unheilvolle Szenarien. Szenarien, die im Zeitalter der Globalisierung nicht auf die jeweilige Region beschränkt bleiben werden, sondern dramatische Folgen für alle haben werden.

Schon in seinen letzten Büchern hat sich der mittlerweile 88-jährige Journalist Peter Scholl-Latour nicht nur als ein profunder Kenner und Analyst insbesondere der arabischen Welt erwiesen, sondern auch seine Einschätzungen zu Entwicklungen in anderen Teilen der Welt haben den Lesern seiner Bücher Vorgänge erklärt, die sie in der normalen Presse und erst recht in den TV-Nachrichten so nie finden würden.

Auch sein neues Buch leistet dies in bemerkenswerter Weise. Bis auf wenige Ausnahme sind seine chronologisch geordneten Texte unter dem Titel „Notabene“ zwischen 2008 und 2012 als Kolumnen in der Schweizer Illustrierten erschienen.

Eingeleitet hat er sein Buch mit einer etwa einhundert Seiten langen sehr informativen Einführung in die gegenwärtigen Situation einer „Welt aus den Fugen“, die er im Sommer 2012 in Ulan Bator geschrieben hat und in der nicht nur deswegen der asiatischen Region besonderen Raum gibt.

Am Ende des lesenswerten Buches sind einige Interviews mit Peter Scholl-Latour abgedruckt, aus denen man etliches über seinen Lebenslauf und seine grundsätzliche politische Einstellung erfahren kann. Seine lange Erfahrung hat ihn gelehrt, skeptisch zu sein. So sagt er am Ende auf die Frage, ob er glaube, dass die Menschheit jemals von der Politik der Kriege wegkomme:
„So wie es im Moment aussieht, leider nicht. Die deutsche Sicht der Dinge ist dadurch getrübt, dass das Land im Gegensatz zu fast allen anderen Ländern der Welt sechzig Jahre Frieden hinter sich hat. Deshalb meint man hier, dass Frieden der normale Zustand der Menschheit sei. Aber ich glaube, dass der normale Zustand leider die kriegerische Auseinandersetzung ist.“

Ob das wirklich so bleiben muss?
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ein bisschen enttäuscht, 17. Mai 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Welt aus den Fugen (Kindle Edition)
Da dies das erste Buch von Peter Scholl-Latour ist, das ich lese, kann ich keine Vergleiche zu seinen früheren Werken ziehen.

Das Buch ist vom Inhalt her zweifellos interessant. Am Schreibstil und an der Ausdrucksweise erkennt man, dass Peter Scholl-Latour ein hoch gebildeter und belesener Mensch ist; man liest auch aus dem Buch heraus, dass er profunde Kenntnisse über die Materie hat und seine Kenntnisse nicht rein theoretischer, sondern durchaus praktischer Natur sind. Er hat quasi die ganze Welt bereist, war bei vielen Konflikten direkt vor Ort, hat sich mit der Geschichte der Akteure (seien es einzelne Personen aus der politischen Szene oder ganze Staaten) auseinander gesetzt und verfügt über zahlreiche enge Kontakte zu den Schlüsselpersonen der (Geo-)Politik.

Und dennoch gibt es von mir keine Bestnoten für "die Welt aus den Fugen" von Peter Scholl-Latour. Dem Buch fehlt es arg an Struktur bzw. an einem so genannten "roten Faden"; ohne erkennbare Übergänge und/oder Zusammenhänge hüpft man in wirrer Folge von einem geopolitischen Schauplatz zum anderen — und zurück. Das stört den Lesefluß gewaltig und zwingt einen, nach jedem Kapitel eine Zwangspause einzulegen, um den aufgenommenen Lesestoff sacken zu lassen, die vermittelten Informationen zu verarbeiten und sich dann im nächsten Kapitel mit einem völlig anderen Thema/Schauplatz zu befassen. Ein oder zwei Kapitel später geht es dann wieder zum ursprünglichen Thema/Schauplatz zurück; auch die zeitliche Folge wird nicht immer eingehalten. Die "Welt aus den Fugen" mag ja dem Untertitel zufolge eine Sammlung von Betrachtungen zu den Wirren der Gegenwart sein, muss aber selbst nicht wirr sein!

Auch fehlt es mir in diesem Buch ein bisschen an analytischer Tiefgründigkeit. Peter Scholl-Latour weiß zwar sehr gut, auf politische Fehlentscheidungen und geopolitische Fehlentwicklungen hinzuweisen, aber wie man diese Fehler hätte verhindern können bzw. was der richtige/bessere Weg gewesen wäre, kommt fast nie zum Ausdruck. Stellenweise kommt Peter Scholl-Latour einem wie ein verbitterter alter Mann vor, der mit dem Werdegang aller Dinge unzufrieden ist und mächtig austeilt. Für mich gehört zu einer Analyse dazu, dass man nicht nur den Ursachen für diese und jene Entwicklung auf den Grund geht und sachlich die positiven und negativen Aspekte dieser Entwicklung eruiert (diesen beiden Kriterien kommt Peter Scholl-Latour noch durchaus nach), aber man auch — zumindest in theoretischer Form — über die möglichen Lösungsansätze spekuliert. Das lässt dieses Buch schmerzlich vermissen.

Die "Welt aus den Fugen" sollte man meiner Meinung nach eher als "gesammelte Gedanken eines Peter Scholl-Latour" ansehen. Vielleicht sollte das Buch auch nicht mehr als das sein — aber ich hatte irgendwie mehr erwartet...
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17 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der (einzige?) freie Journalist des Westens., 4. November 2012
Irgendwie muss sich der Herrgott etwas dabei gedacht haben, diesen Menschen 88 Jahre alt werden und geistig so fit bleiben zu lassen, dass er noch in der Lage ist, ein solch bedeutsames Buch zu schreiben. Ich meine, es ist das bedeutendste politische Buch der Gegenwart, bietet es doch einen Blick auf die Weltlage abseits jedes persönlichen Interesses um Selbsterhalt. Peter Scholl-Latour hat schlicht nichts zu verlieren, weder Geld, das er nicht mehr braucht, noch Leben, das für ihn ohnehin vor dem Ende steht. Sein jüngeren Berufskollegen werden nie so ein Buch schreiben, nicht, weil sie seine Sicht nicht teilen würden, sondern weil die westliche Medienmaschinerie in der Lage ist, die Existenzen ihrer Protagonisten auf Dauer zu vernichten, siehe Gerhard Wiesnewski oder Eva Hermann.
Die sogenannte Pressefreiheit verkommt so zu reinen Farce, so wie die Demokratie, die Scholl-Latour zufolge eine Mediokratie geworden ist. Die Medien bestimmen, wer wählbar ist. Die Kandidaten unterscheiden sich kaum noch. Die Richtung der Politik des Westens ist im engen Pfad der politischen Korrektheit vorgegeben und führt zum Untergang des Westens, weil das kapitalistische System nicht das "Ende der Geschichte" ist, wie man nach dem Untergang des Kommunismus der Sowjetunion gemeinhin dachte. Ein Riesenreich hatte man nämlich bei dieser Betrachtung völlig vergessen: China! Die gleichgeschalteten westlichen Medien lassen nunmehr keine Gelegenheit verstreichen, das System China wegen seiner Menschenrechtsverletzungen zu geisseln. Dahinter steckt aber keine Menschenfreudlichkeit, sondern Kalkül und vor allem Angst vor diesem wachsenden, nun übermächtigen Riesen. Sch.-L. arbeitet die Geschichte und den Charakter dieses Reichs mit seinem jahrzehntelangen Erfahrungswissen heraus, ohne der Versuchung zu unterliegen, sich ideologisch irgendwie vereinnahmen zu lassen. Er bietet keine eigenen moralischen Wertungen oder gar Weltlösungen an. Er ist und bleibt lediglich Journalist und sieht sich allein diesem (mittlerweile zu Grabe getragenen) Berufsethos verpflichtet. So entlarvt er die westliche Berichterstattung als bloße Propaganda, der wir alle Tag für Tag ausgesetzt sind. Als freiheits- und wahrheitsliebender "Wessi" muss man dieses Buch lesen, kein Zweifel!
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Die Welt aus den Fugen
Die Welt aus den Fugen von Peter Scholl-Latour
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