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26
4,6 von 5 Sternen
Mein liebster Feind - Klaus Kinski
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46 von 49 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 10. Dezember 2003
Ich würde mich weder als ausgeprochenen Kinski- noch als reinen Herzog-Fan bezeichnen - Ein Kinski-Herzog-Fan bin auf jeden Fall. Das liegt daran, dass Kinski zwar ein hervorragender Schauspieler war, aber die Zahl seiner wirklich guten und anspruchsvollen Rollen sehr überschaubar bleibt, da er in unzähligen Trash-Produktionen mitgewirkt hat. Herzog ist unbestritten einer der besten deutschen Regisseure. Seine wichtigsten Werke hat er meiner Meinung nach gemeinsam mit Kinski gemacht. Das soll aber nicht heissen, dass z.B. "Herz aus Glas" unbedingt schlechter ist. Es ist nur so, dass die gemeinsamen Filme der beiden 'Feinde' eine ganz eigene und herausragende Qualität besitzen
'Mein liebster Feind' ist keine Dokumentation, die die Lebensgeschichte eines Schauspielers erzählt. Der Film ist wohl eher als eine späte Aufbereitung der Hassliebe zweier schwieriger Menschen zu verstehen. Dem Zuschauer wird nach den ersten zehn Minuten sehr schnell klar, dass sich die ganze Sache nicht ausschließlich um Klaus Kinski dreht. Herzog versteht es meisterhaft, auch sich selbst zu inszenieren, wobei er geschickt auf Understatement setzt. Seine ruhige, fast dozierende Art zu erzählen steht im krassen Gegensatz zu den zahlreichen Filmausschnitten, in denen sein 'liebster Feind' voller Energie und Leidenschaft schauspielert, schreit, kreischt, pöbelt und sich gehen lässt. Diese geschickte Art der Darstellung unterstreicht das Bild der zwei entgegengesetzten Pole, das sowohl Regisseur als auch Schauspieler zu Lebzeiten Kinskis in einem fast exhibitionistischen Eifer der Öffentlichkeit geliefert haben.
Bei allem Respekt kaufe ich Herzog den gefassten, nachsichtigen und lieben Typen nicht ganz ab, den er selbst in 'Mein liebster Feind' darstellt. Das hat zwei Gründe: Einerseits macht er in den Interviews häufig den Eindruck, dass er sich am liebsten selbst reden hört, andererseits könnte man ihm durchaus vorwerfen, dass er den toten Kinski für seinen Film ausbeutet. Immerhin sind es wohl gerade die gezeigten Ausbrüche Kinskis, die den Film für einige Zuschauer erst interessant machen dürften. Ich will hier Herzog allerdings nicht diskreditieren; jeder Zuschauer möge sich sein eigenes Bild von ihm machen. Man muss ihm auch positiv anrechnen, dass er in dieser Dokumentation sehr um Ausgleich bemüht ist. Allem voran Claudia Cardinale und Eva Mattes verstehen es in ihren Erinnerungen, den sensiblen und liebenswerten Klaus Kinski hervorzuheben. Die sehr schöne Schlußeinstellung, die Kinski entspannt und lächelnd mit einem Schmetterling zeigt, gewährt dem Zuschauer einen kurzen und intimen Blick auf einen Menschen, der viel mehr war als nur ein unkontrollierbarer Egomane.
Letzendlich ist 'Mein liebster Feind' eine hochinteressante Dokumentation über zwei Menschen, die durch ihre Leidenschaft zum Film fast untrennbar miteinander verbunden waren, doch auf der anderen Seite wie Feuer und Wasser zueinander standen.
Wer sich übrigens für weitere Einblicke in die Beziehung zwischen Kinski und Herzog interessiert, sollte unbedingt Kinskis Autobiographie "Ich brauche Liebe" (früherer Titel der ungekürzten Ausgabe: "Erdbeermund") lesen. Zwei Warnungen vorneweg: Dieses Buch ist eine undurchschaubare Verschmelzung von Fiktion und Wahrheit und das Wort Autobiographie gehört in dicke Anführungsstriche. Der andere Punkt ist, dass die gemachten Pornographievorwürfe nicht unerwähnt bleiben sollten. Empfindsame Leser sollten diesen Titel lieber meiden. Letztendlich trägt Kinski sein Innerstes, wie auch in 'Paganini', schonungslos nach außen.
Kurz noch zur DVD: Die Bild- und Tonqualität ist absolut in Ordnung. Bonusmaterial ist bis auf ein paar Trailer und Infotexte kein weiteres vorhanden. Die DVD ist auf jeden Fall ein wertvolles Sammlerstück für Kinski- und/oder Herzog-Fans. Auch Zuschauern, die sich allgemein für das Filmemachen oder deutsches Kino interessieren, sei die Scheibe wärmstens ans Herz gelegt.
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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Werner Herzog montiert in seinem Dokumentarfilm über seine Zusammenarbeit mit Klaus Kinski Bilder, Filmausschnitte und Zeitzeugenberichte als großartige, kurzweilige Collage aneinander. Mit ruhiger Stimmer kommentiert es es; so wie man das von all seinen anderen Dokumentarfilmen kennt. Am Anfang steht Kinskis katastrophaler Auftritt als "Jesus Christus Erlöser" in der Berliner Deutschlandhalle 1971, der zwar jetzt nichts mit Werner Herzog zu tun hatte, aber dannach kam Kinski direkt zum Dreh von Aguirre. In den wenigen Ausschnitten als "Jesus Christus Erlöser" nimmt man das ganze Spektrum Kinski war. Herzog läßt im gesamten Film die Bilder dominieren; der einzige Weg Kinski vorzustellen. Beschreiben kann man ihn ohnehin nicht. Nach 90 Minuten ist man enttäuscht, dass der Dokumentarfilm schon aus ist.
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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 11. September 2002
Vor gut einem Jahr habe ich durch Zufall diese Doku im TV gesehen und war sofort begeistert. Damals war mir Kinski noch kein Begriff - trotzdem war ich gefesselt von den anfangs Ausschnitten aus der legendären "Jesus Christus der Erlöser" Tour. Herzog lässt seine Begegnungen mit Kinski Revue passieren - von den ersten Erfahrungen aus seiner Kindheit (als Mitbewohner) bis zum letzen Film "Cobra Verde". Herzog zeigt neben dem tobenden Kinski (wie ihn alle kennen) auch die sanften Seiten an diesem faszinierenden Menschen.
Auch wenn Herzog nicht gerade ein "Charismat" ist fesseln seine Berichte. Gedreht teilweise an den Original Schauplätzen ihrer gemeinsamen Filme ist "Mein liebster Feind" auch optisch ein Genuß (Peru!!). Neben Filmausschnitten gibt es auch zahlreiche Szenen von den Dreharbeiten (aus den vergangenen Filmen) - schade, daß nicht mehr von diesem Material als Bonus dabei ist.
Fazit: Interessant nicht nur für Kinski Fans - für letzere ist dieser Film natürlich absolute Pflicht!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Die Kinski-Filme sind der Kern des Schaffens von Werner Herzog, die besten unter den unzähligen Filmen Kinskis sind jene, wo Herzog Regie führte. Ein - es ist kaum zu widersprechen - geniales Gespann, dass in verzehrenden Symbiosen fünf Filme geschaffen hat, die in ihrer kunstvollen Reduktion auf das Archetypische, Ursprüngliche und Wilde, sicherlich als zeitlose Geniestreiche gelten können. Selbst der betagte "Aguirre" wirkt heute noch frisch, abenteuerlich und eigen und ist in hundert Jahren gewiss noch ebenso sehenswert.
Herzog zehrt in seiner aufregenden Dokumentation "Mein liebster Feind", in der er die vergangenen Jahrzehnte mit Kinski und die turbulente Entstehung ihrer Filme Revue passieren lässt, sicherlich gleichermaßen vom Nachruhm seines "Aguirre" und "Fitzcarraldo", wie vom Nachruhm Kinskis, der nach seinem Tode fast so etwas wie einen Legendenstatus erlangt hat (im direkten Vergleich zu blassen Epigonen wie Ben Becker ist dieser Status nur um so besser begreifbar).
Beim Betrachten von "Mein liebster Feind" drängt sich zuweilen der Eindruck auf, dass Herzog, als "Überlebender" des Gespanns, der, obwohl auch sehr durchsetzungsfähig, immer der deutlich Leisere gewesen war, einiges gerade rücken und relativieren möchte: Sicherlich ist "Mein liebster Feind" auch eine späte Auseinandersetzung mit Kinskis autobiographischen Büchern, in denen über Herzog bekanntermaßen wenig Schmeichelndes zu lesen war. Wenn Herzog etwa berichtet, er hätte seinerzeit, bei Entstehung der Bücher, zusammen mit Kinski über die diffamierenden Passagen gelacht und diesen sogar zum Verfassen weiterer Schmähungen angestachelt...
Nun ja, wie immer es gewesen sein mag, sie haben oft unter dem Anderen gelitten, aber sie wussten auch, dass der Andere für die eigene Kunst ein großes Glück bedeutet.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 14. März 2007
Die vielleicht beste Dokumentation schildert die filmtechnische und (un)menschliche Beziehung Kinski - Herzog.

Es werden einige Ausschnitte aus den Filmen "Aguirre, der Zorn Gottes" (1972), "Nosferatu" (1978), "Woyzeck" (1978), "Fitzcarraldo" (1981) und "Cobra Verde" (1987) gezeigt um das Bild abzurunden.

Herzog erzählt wie oben angedeutet von seiner Zusammenarbeit mit Klaus Kinski, des weiteren kommen auch Eva Mattes und Claudia Cardinale zu Wort die beide eine andere Seite an Kinski erkannt haben und von dieser angetan waren.

Während der Dreharbeiten zu „Fitzcarraldo", welche hier schwerpunktmäßig nahegelegt werden, bat einer der Eingeborenen an den tobsüchtigen Klaus Kinski zu töten - Herzog lehnte allerdings ab. Später sprach Herzog allerdings selber eine Morddrohung gegen Kinski aus um diesen an dem Abbruch der Dreharbeiten zu hindern. Kinski schrie sofort nach der Polizei - mitten im Urwald - aber er blieb und arbeitete fortan diszipliniert weiter.

Die Doku schildert das Leben und die Beziehung zweier geisteskranker Perfektionisten oder besser gesagt zweier Genies.

Für Freude des anspruchsvollen Kinos ein unverzichtbares Zeitdokument.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 26. Juni 2008
Fünf Filme drehten Regisseur Werner Herzog und das manische Schauspielergenie Klaus Kinski zusammen - jedesmal unter schwierigsten zwischenmenschlichen Bedingungen, die dennoch beide Akteure zu Höchstleistungen beflügelten. Über diese künstlerisch wohl fruchtbarste Zeit im Schaffen Herzogs handelt "Mein liebster Feind".

Die Dokumentation fesselt den Zuschauer von der ersten Sekunde an. Zu sehen sind Momente aus der legendären "Jesus Christus, Erlöser"- Veranstaltung in der Berliner Deutschlandhalle vom 20. November 1971. Kinski, bis zur Weißglut gereizt von diskutierwütigen Störern, schreit, brüllt, tobt, pöbelt und verläßt schlußendlich wutschnaubend die Bühne. In den akustischen Tumult wird ganz sacht das Bild eines Münchener Wohnhauses eingeblendet, in dem die gemeinsame Geschichte von Kinski und Werner Herzog beginnt - meisterhaft!

Der Regisseur bereist in chronologischer Reihenfolge einige Drehorte von "Aguirre, der Zorn Gottes" (1972), "Nosferatu - Phantom der Nacht" (1979), "Woyzeck" (1979), "Fitzcarraldo" (1982) und "Cobra Verde" (1987), spricht mit Beteiligten der Dreharbeiten wie den Schauspielerinnen Eva Mattes und Claudia Cardinale, dem Schweizer Set-Fotografen Beat Presser oder peruanischen Komparsen. Dies wird immer wieder begleitet von Filmausschnitten, von denen mich die Szenen aus "Woyzeck" am meisten beeindruckt haben. Ganz große Schauspielkunst!

Interessant sind aber vor allem die während der Dreharbeiten entstandenen Aufnahmen der Filmarbeit. So tobt ein völlig entfesselter Kinski am Set von "Fitzcarraldo" vor betreten dreinblickenden Indios herum und beschimpft auf unflätigste Art und Weise den Aufnahmeleiter Walter Saxer. Herzog, der diesen Streit eher halbherzig zu schlichten suchte, bekam von den - Konflikte völlig anders lösenden - Eingeborenen das Angebot, Kinski zu töten.

Unabhängig vom oftmals als Hassliebe kolportierten Verhältnis Kinski-Herzog schienen sich beide auf ideale Weise zu ergänzen und Aufnahmen, die beide in trauter Umarmung zeigen, scheinen dies auch zu belegen. Inwieweit Herzog mit der Aussage, er und Kinski hätten sich die Beleidigungen für ihn in Kinskis Autobiografie gemeinsam ausgedacht, die Wahrheit erzählt, soll einmal dahingestellt bleiben.

Sehr berührend auch der Ausklang dieses Dokumentarfilms. Der sonst so laute und verbal gewalttätige Kinski spielt auf behutsam-zärtliche Weise mit einem anhänglichen Schmetterling, der ihm immer wieder über das Gesicht krabbelt. Für mich wird er immer der Größte bleiben!
Sicherlich stellt sich Herzog in "Mein liebster Feind" als der sachlich-rationale Gegenpol zum cholerischen Kinski dar. Dies sei ob der Qualität dieses grandiosen Zeitdokuments jedoch verziehen. Volle Punktzahl!
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am 7. Juni 2011
Auch nach diesem Film habe ich den Eindruck, dass WErner Herzogs Stärken eigentlich im Bereich Dokumentation liegen (die Spielfilme haben mich nie überzeugt!).

Kaum Jemand hatte so viel mit Klaus Kinski zu tun gehabt, so viel zusammengearbeitet und so viel unter ihm gelitten wie eben dieser Regisseur.

Der Titel "Mein liebster Feind" ist gut gewählt; verband die beiden Filmkünstler doch eine eigenartige Hass- Liebe, in der so manches Mal der Wunsch, sich gegenseitig umzubringen überwog, aber manchmal auch gegenseitige Achtung, Förderung und manchmal fast so etwas wie Freundschaft.

Spätestens durch diesen Film wird dem Zuschauer richtig bekannt, welche Schwierigkeiten der Mensch und Schauspieler Klaus Kinski diesem Regisseur und überhaupt seinen Mitmenschen machte, auf dem Film- Set oder auch privat.

Im Film wird so auch beschrieben, wie Herzog z.B. einmal (beim Dreh in Südamerika) einen derartigen Hass auf Kinski entwickelte, dass er ihn mit dem Gewehr getötet hätte; wenn nicht in letzter Sekunde Kinskis Schäferhund diesen gerettet hätte.

An anderer Stelle wird die Paranoia Kinkis und dessen Wut und Hass z.B. daran gezeigt, wie dieser in einer Art Wahnsinns- Anfall auf seine Kollegen beinahe (und nur mit viel Glück nicht) diese umgebracht hätte, indem er mit seinem Gewehr durch deren Hütten schoss.

Das (schwierige) Wesen Klaus Kinskis tritt so durch diesen Film gut hervor; auch durch andere beschriebene, aber auch gezeigte Darstellungen (z.B. Wutanfall auf dem Filmset).

Ich finde so den Film sehr sehenswert. Allerdings ist er aus der Sicht Werner Herzogs geschrieben, einem Mann, der nicht viel Grund hat, gut über seinen ehemaligen Star- Schauspieler zu sprechen (schon alleine durch Kinskis Autobiografie bedingt, in dem er den Regisseur nicht gut wegkommen lässt!).

Denn auch Werner Herzog ist kein "Unschuldslamm", und hat durchaus seine umstrittenen Seiten. Auch er ist wohl gewissermaßen ein "Verrückter", und man fragt sich so, ob diese beiden nicht in WIrklichkeit jede Menge an Gemeinsamkeiten haben (und vllt. auch deshalb so oft zusammengearbeitet haben?).

Auch Kinski war sicherlich nicht nur ein paranoider Menschenfeind und tyrannischer und unbeherrschter "VErrückter", sondern war z.B. auch zu schauspielerischen Höchstleistungen fähig, und hatte mit Sicherheit auch seine guten Seiten, die allerdings in diesem Film kaum zur Geltung kommen.
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6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 27. Dezember 2005
Vorab: Diese Doku ist toll! Kinski und Herzog waren perfekt aufeinander abgestimmt. Aber die Sache ist doch, dass wir hier eine Seite zu hören kriegen, Herzog's Meinung. Während des Schauens kommt es manchmal so vor, als spräche ein unparteilicher Kommentar im Off. Aber so ist es nicht. Auch Herzog ist, vielleicht nicht egoman, wie Kinski, aber als egozentrisch und selbstverliebt würde ich ihn schon bezeichnen.
Vielleicht müssen Künstler auch so sein. Aber streckenweise wirkt es so, als stünde Herzog in seinen eigenen Augen immer ein Stück über Kinski.
Wenn man ehrlich ist, liegen die Stärken dieser Doku einfach in den Kinski-Ausschnitten, Herzog's Rückblich wirkt ein bißchen selbstherrlich.
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11 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
...und heraus kommt immerhin ein hoch unterhaltsamer Abend.

Es geht um ein Duo von Künstlern, nämlich den Schauspieler Klaus Kinsky und den Regisseur Werner Herzog. Beide haben wohl eines gemeinsam: Sie verstehen sich so sehr als Künstler, dass Sie auf ihre Umgebung nicht mehr wirklich Rücksicht zu nehmen brauchen. Heute würde man sagen: Soziale Kompetenz gleich null. Keine interkulturellen Fähigkeiten. Überhaupt keine Selbstreflektion, schon garnicht durch das Feedback von anderen. Diese Typen hören einfach nicht zu. Sie sind sich selbst genug.

Aber trotz all dieser persönlichen Defizite haben die beiden Herren eine ganze Reihe von Filmen zusammenbekommen und auch wirklich fertiggedreht. So immerhin Fitzcaraldo und Nosferatu, die sich auch heute noch gut sehen lassen. Was lernen wir daraus? Dass das mit der zwischenmenschlichen Kommunikation nicht so wichtig ist? Doch eher, dass sich die beiden eben doch einigen und zusammenarbeiten konnten, wenn es darauf ankam.

Aber dies ist ein Werk nur von einem der beiden Verrückten, nämlich von Werner Herzog, der andere ist leider schon tot. Und wie üblich sucht sich Herzog für SEINEN Film natürlich die dramatischen Szenen heraus. Die mit dem tobenden Kinsky. Die mit den Ausrastern. Und da er nicht alle derartigen Szenen drehen konnte, erzählt er im Film noch viele derartige Szenen dazu. Ich glaube, Kinsky hätte einen Grund zum Schreien gehabt, wenn er den Film noch zu seinen Lebzeiten gesehen hätte. Aber vielleicht hätte er auch nur seine Anwälte angerufen.

Leider hat man dann nach einer Weile den Eindruck, dass Herr Herzog doch mehr über sich selbst spricht, als über seinen Künstlerkollegen. So werden seine Aussagen sicher inhaltlich im Verlauf des Films immer fragwürdiger. Aber Herzog wäre nicht Herzog, wenn dies dann nicht doch ein spannender und unterhaltsamer und irgendwie auch extremer Film geworden wäre. Das Ansehen lohnt daher wirklich. Man sollte aber im Zweifel eine gute Biographie zusätzlich lesen, wenn man wirklich etwas über Kinsky erfahren will.
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am 27. September 2012
Wer hier eine detallierte Doku über Kinski erwartet, wird etwas enttäuscht sein. "Mein liebster Feind" ist ein sehr persönlicher Film aus der Sicht Werner Herzogs, der sich viel Zeit nimmt und alte Drehorte bereist, um über seinen schwierigsten Freund zu reden. Der Film besteht zum größten Teil aus (sehr interessanten und unterhaltsamen) Anekdoten über Kinski und die Zusammenarbeit mit ihm. Die Beziehung Herzog-Kinski wird dabei aber nicht besonders ergründet und der Zuschauer muss für sich selbst bestimmen, ob er Herzog versteht, warum dieser mit Kinski so lange zusammenarbeiten konnte. Denn der Film urteilt nicht, sondern lässt die Erzählungen und Anekdoten, abgewechselt von alten Kinski-Filmszenen und Aufnahmen hinter den Kulissen, im Raum stehen und für sich selbst sprechen.

Ein unterhaltsamer, teilweise auch sehr emotionaler Dokumentarfilm, der anhand verschiedener Beispiele schön zeigt, wie nah Genie und Wahnsinn bei Kinski lagen und den Zuschauer am Ende mit leichtem Wehmut zurücklässt. Denn egal ob geliebt oder gehasst, Kinski war ein einzigartiger Mensch im Filmgeschäft.
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