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VINE-PRODUKTTESTERam 29. Januar 2016
Rezensent Tristram Shandy meint "nein". Ich meine "ja", wenn er auch Regisseur ist und sich sowie alles andere geschickt zu inszenieren weiß. Und das tut er. Neben den üblichen Zutaten (maximal zynische hard-boiled-Dialoge, Low-Key-Licht und eine ziemlich verworrene Handlung) gibt es eine sehr konsequent eingehaltene Besonderheit: die subjektive Kamera, die Montgomery nur selten zeigt: beim Blick in den Spiegel sowie bei ein paar Einschüben, in denen er in einer typischen Film-Noir-Rückblende die Geschichte erzählt. Dies ist aber auch kein Stilbruch: Marlowe spricht dann direkt zum Publikum, und ansonsten lässt er das Publikum die Dinge aus seiner Sicht sehen. Das ist noch radikaler als der (ebenfalls hervorragende und ebenfalls 1947 erschienene) "Die schwarze Natter", der das Prinzip nur im ersten Drittel durchhält. Dass der eher marlowe-untypische Montgomery nur selten zu sehen ist, mag von Vorteil sein, und wenn er es ist, tun die Low-Key-Beleuchtung (allein die Augenhöhlen, die diese schattenhaft entstehen lässt!) und die scharfzüngigen Worte schon das Richtige. Von Montgomery habe ich schon gelesen, dass er sich immer gern in den Vordergrund gedrängt und anderen Darstellern Szenen gestohlen hätte (ausgerechnet Bette Davis sagte dies anlässlich der gemeinsamen Arbeit "June Bride"). Nein, hier weiß er, was er tut - grad auch mit sich selbst!

Leider gab es gemischte Kritiken (aber immerhin einen Kassenerfolg) - zu Unrecht! Filmtheoretiker ergingen sich in Ausführungen darüber, wie eine Kamera sieht, und dies tue sie nicht wie das menschliche Auge; vor allem sei dies ein technisches Gerät, das nicht mit Emotionen zu sehen vermöge, sodass der Film langweilig werde und/oder den Zuschauer unberührt lasse. Daran ist eines richtig und ein anderes grundfalsch. Richtig: Würde man WIRKLICH schaffen, die Kamera wie das menschliche Auge zu positionieren, also (und das wird bestimmt irgendwann möglich sein) die Kamera im Auge der Hauptfigur positionieren, käme in der Tat wohl Murks heraus, allein schon, weil diese Kamera unglaublich wackeln würde, was Auge und Hirn beim Menschen aber ausgleichen (z.B. beim ganz normalen Gang). Aber dies tut der vorliegende Film zum Glück nicht. Er will originell sein und er will nicht authentisch sein. Zum Glück! Diese Kamera bedient sich trotz der subjektiven Perspektive aller Kunstgriffe, die es im Film im Gegensatz zum natürlichen Auge gibt. Beleuchtung, "Blick"-Führung, Auswahl der erzählenswerten und nicht erzählenswerten Szenen. Dies alles führt zu ein paar erkennbaren Schnitten bei den langen Einstellungen und Schwenks, die dort eigentlich nicht sein sollen - geschenkt, es war sicherlich auch schwierig genug. Vor allem aber führt es zu einer dann eben doch packenden, spannenden, hochemotionalen, empathischen Erzählung. Etwa, wenn Marlowe der sehr blonden Sekretärin seiner nicht minder hübschen, aber streng wirkenden Auftraggeberin (Audrey Totter) hinterherblickt. Tja, so deutlich, lang und mustergültig, wie es das menschliche Auge nie machte. Aber das ist eben ein Film, das ist Kunst, und das hat Hauptdarsteller und Regisseur Montgomery ganz wunderbar verstanden.

Schwere Schelte allerdings für die allerletzte Szene - ein verkitschter, durch das Vorherige überhaupt nicht gerechtfertigter Bruch mit allem Bisherigen. Inhaltlich, weil eigentlich alles auf das Hard-boiled-Noir-Urthema der obsessiven Liebe hinsteuerte, in der (siehe z.B. "Der Malteser Falke") jemand von einer obsessiven Liebe besessen ist, dabei genau wissend, dass er der Angebeteten nicht trauen darf, aber doch kaum von ihr loskommt (und wenn doch, dann überdeckt der Zynismus nur mühsam den Schmerz). Davon ist in der Schlussszene nichts mehr übrig. Sie ist auch ein Stilbruch, als einzige Szene, die von dem Prinzip "Marlowe spricht zu uns oder wir sehen mit Marlowe" abweicht und eine "normale" Perspektive hat. Angeklatscht, sinnlos, schlecht. Aber weil es eben auch eine nur sehr kurze Fremdkörperszene ist, kann man getrost den Film ohne sie genießen und sich sein eigenes Ende vorstellen. Daher kein Sternleinchen Abzug. Hingegen: Volles Lob für ein gelungenes Experiment, das übrigens noch einen ganz anderen erzähltechnischen Vorteil hat. Wie oft gab es das schon, dass wir einen Erzähler haben, der eine Handlung umrahmt, in der dann aber munter Szene an Szene gereiht wird, in der der Erzähler gar nicht vorkommt, von der er also auch eigentlich gar nicht berichten kann (z.B. der ansonsten großartige "Moby Dick" in der John-Huston-Version). Um dieses Problem zu umschiffen, braucht man schon mehrere Erzähler (wie es Joseph L. Mankiewicz meisterhaft in "Die barfüßige Gräfin" und "Alles über Eva" brachte; später Kubrick in "The Killing" und Tarantino in Diversem). Oder man ist so gut wie Montgomery im vorliegenden Film. Sicherlich nicht zufällig hat der filmgeschichtsbewusste Robert Zemeckis der Erzählweise mit dem "Spiegel-Trick" eine hübsche Reverenz in einer Episode der Kulthorrorserie "Geschichten aus der Gruft" erwiesen, die - Anfang der 1990er Jahre! - Humphrey Bogart als Hauptdarsteller hat, die Geschichte ganz aus seiner Sicht erzählt und mit damals noch neuen CGI-Effekten den Mimen ab und an im Spiegel sichtbar werden ließ.

Fazit: Gelungener, eigenwilliger Noir, dessen angeklatschte letzte Szene ihn auch nicht mehr verderben kann, obwohl sie wahrlich Potenzial dazu hätte.
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am 11. Juli 2012
Seit Erscheinen der Kriminalromane von Autor Raymond Chandler um den Privatdetektiv Philip Marlowe gab es, bis in die heutige Zeit, etliche Verfilmungen. Am bekanntesten ist wahrscheinlich die Verkörperung durch Humphrey Bogart in "The Big Sleep". Positiv zu vermerken ist auch die Darstellung Elliott Goulds als Philip Marlowe in der Verfilmung Robert Altmans "The Long Goodbye" von 1973.
Was nun "Die Dame im See" von 1947 betrifft, hat mich selbige sehr positiv überrascht. Aus heutiger Sicht und Dank der aktuellen Produktionsmöglichkeiten wirken Spielfilme aus dieser Zeit meist antiquiert und gelegentlich aufgrund mangelnder technischer Umsetzbarkeit unfreiwillig komisch. Dies trifft auf die "Dame im See" glücklicherweise nicht zu. Außerdem hat Regisseur und Hauptdarsteller Robert Montgomery einen raffinierten optischen Clou angewandt. Da die Romane aus der "Sicht" des Privatdetektivs Marlowe geschrieben sind, hat Regisseur Montgomery diese Ich-Erzählweise filmisch umgesetzt. Die agierenden Personen sprechen somit direkt in die Kamera wenn sie mit dem Privatdetektiv Marlowe kommunizieren. Kurz gesagt, ist der Hauptdarsteller (außer in einer Szene, in der er in einen Spiegel sieht) im ganzen Film nicht zu sehen.
Auch wenn Gestik und Mimik, zu dieser Zeit im Kino, für meinen Geschmack noch etwas überbetont wurden, besitzt der Film Spannung und Dramtik. Die stilistische Umsetzung ist auf jeden Fall herausragend gelungen.
Alles in allem eine überzeugende Verfilmung
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am 5. April 2016
Es wäre interessant zu erfahren ob noch eine andere Abtastung des Films existiert.
Die vorliegende Version (Midnight Movies/Laser Paradise) hat eine unglaublich schlechte Bildqualität und erinnert an eine VHS Überspielung.
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TOP 1000 REZENSENTam 9. Februar 2013
Philip Marlowe (Robert Montgomery) steckt irgendwie in einer beruflichen Krise. Er hat momentan keine Lust den Schnüffler für andere Leute zu machen. Daher hat er selbst eine Kriminalgeschichte verfasst und versucht einen Verleger zu finden. Der Verlag Kingsby Publications lädt ihn sogar zu einem Treffen ein. Dort lernt er die Verlagsmanagerin Adrienne Fromsett (Audrey Totter), nachdem er an der Rezeption so einladend empfangen wurde (Lila Leeds).
Er durchschaut sehr schnell, dass die Veröffentlichung seines Romans nur ein Vorwand war: Die undurchsichtige Lady will seine Dienste als Detektiv in Anspruch nehmen.
Marlowe soll die verschwundene Frau ihres Chefs Derace Kingsby (Leon Ames) ausfindig machen. Die scheint irgendwo in Mexico untergetaucht zu sein, dabei fällt auch der Name von Chris Lavery (Dick Simmons), ein Typ, der gern reiche Frauen ausnimmt.
Doch dieses Treffen endet für Marlowe mit k.o. - er wacht im Gefängnis wieder auf und muss sich den Fragen von Captain Kane (Tom Tully) und Lieutenant DeGarmot (Lloyd Nolan) stellen. Da ertrinkt in der Nähe des Landhauses der Kingsbys, an einem See in den Bergen, die Frau des Hausmeisters.
Bald geschieht ein Mord in Laverys Wohnung, natürlich ist Marlowe vor Ort. Aber auch die Vermieterin Mrs. Falbrook (Jayne Meadows) ist am Tatort...
"Lady in the lake" wurde 1947 von Robert Montgomery gedreht, der auch Philip Marlowe spielt.
"Lady In The Lake" ist vor allem bekannt für seine Kameraarbeit, denn der Zuschauer sieht 105 Minuten lang das Geschehen mit den Augen des Detektivs - durch das Objektiv der Kamera also. Daher sieht man den Hauptdarsteller selbst nur in Spiegeln oder anderen reflektierenden Gegenständen. "Die Dame im See" war noch vor "Die schwarze Natter / Das unbekannte Gesicht" mit Humphrey Bogart (DER absolut beste Marlowe Darsteller) der erste Film, der sich dieses experimentellen Tricks bediente.
Ausserdem wird weitestgehend auf Musik verzichtet, Montgomery scheint auch eine Vorliebe für Close ups zu haben: Audrey Totter wird in jeder Einstellung als gefährliche Drachenlady gezeigt, obŽs sie es am Ende auch ist ?
Insgesamt ist "Lady in the Lake" ein guter, aber kein exzellenter Film Noir. Die Veröffentlichung ist wie alle Filme der Reihe "Midnight Movies" total willkommen - aber auch eher von mittelmäßiger technischer Qualität. Für einen alten Film ist das Bild aber ok, schade allerdings, dass es keinerlei Untertitel gibt.
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am 1. November 2014
was die negativen schreiberlinge hier an kritiken loslassen, kann ich überhaupt nicht zustimmen.
bei mir ist die bildqualität sehr gut, muss dem positiven schreibern recht geben.
falls die qualität schlecht war, handelt es sich dann um eine fehlpressung, kann überall passieren.
habe vom label schon einige filme gekauft, die bildqualität war immer prima, was die meisten jedoch negativ kritisierten. was mir total unverständlich ist.
der klassiker ist sehr gut gemacht, kann ihn nur empfehlen.
TIPP: lasst Euch in zukunft von den negativen schreiberlingen hier nicht verunsichern!!
falls es doch die bildqualität schlecht sein sollte, amazon erstattet selbstverständlich den kaufbetrag zurück-
problem gelöst. alles klar?
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Mit diesen Worten versucht Adrienne Fromsett (Audrey Totter), Mitherausgeberin des Pulp-Magazins, bei dem Philip Marlowe (Robert Montgomery) eine von ihm selbst geschriebene Kriminalgeschichte unterbringen möchte, den Privatschnüffler zu provozieren, doch ironischerweise kommt ihre Drohung genau dem gleich, was Robert Montgomery, der mit „Lady in the Lake“ 1947 sein Regiedebüt gab, bei seinem Dreh, wohl versehentlich, unterlief. Denn „Lady in the Lake“ ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie man durch inszenatorische Mätzchen einen guten Ausgangsstoff verhunzen kann.

Der Fall der Dame im See nimmt seinen Anfang, als Adrienne Fromsett Marlowe dafür engagiert, die Gattin ihres Vorgesetzten, die mit dem Gigolo Chris Lavery (Chris Simmons) ein Verhältnis hat und seit kurzem spurlos verschwunden ist, aufzuspüren. Marlowe ist zunächst wenig angetan von diesem Auftrag, wittert er doch, daß Miss Fromsett darauf aus ist, ihren Chef Kingsby (Leon Ames) zunächst von seiner Frau loszueisen und ihn sich dann selbst zu angeln – aus rein finanziellen Interessen. Dennoch willigt er schließlich ein, den Fall zu übernehmen, was ihn nicht nur an die Szene eines Mordes bringt, sondern ihm auch die Feindschaft eines brutalen Cops namens DeGarmot (Lloyd Nolan) einhandelt. Am Ende – und den Rest dieses Absatzes bitte ich diejenigen zu überlesen, die den Ausgang der Geschichte noch nicht erfahren möchten – hat Marlowe nicht nur den Verbleib von Mrs. Kingsby geklärt, sondern auch den Bund der Ehe mit Miss Fromsett geschlossen. Man stelle sich das vor: Marlowe als verheirateter Mann und als Kriminalschriftsteller!

Doch nicht nur hinsichtlich der inhaltlichen Abweichungen von der Romanvorlage Raymond Chandlers verrät der Film ein ziemlich krasses Unverständnis dessen, was man mit dem amerikanischen Wort „hard-boiled“ bezeichnet. Auch die Inszenierung des Filmes ist dazu angetan, im Sinne des oben gebrachten Zitats jegliche Emotion aus der Geschichte herauszuöden und statt dessen einer gequälten Langenweile Raum zu geben. Montgomerys Idee, die Geschichte beinahe gänzlich – eine Ausnahme hierzu bilden der Anfang und das Ende des Filmes sowie einige Sequenzen in der Mitte, in denen die Hauptfigur jeweils direkt zum Zuschauer spricht – aus der Perspektive Marlowes zu filmen, wobei er sich der subjektiven Kamera bedient, die das Publikum alle Geschehnisse aus Marlowes Augen sehen läßt, scheint recht eigentlich die konsequente filmische Umsetzung der Perspektive der literarischen Vorlage zu sein, doch zeigen sich recht früh die Grenzen dieser Vorgehensweise. So entspricht ein panning shot beispielsweise keineswegs der natürlichen Wahrnehmung, die ein Kopfdrehen bewirkt, und auch an einigen anderen Stellen wirkt die technische Umsetzung dieser Perspektive schlicht unbeholfen, etwa wenn Marlowes Gesprächspartner vor ihm stehen und beim Sprechen direkt in die Kamera blicken, was auf die Dauer unfreiwillig komisch aussieht – aber auch furchtbar statisch und langweilig. Montgomery ist denn zwischendurch auch gezwungen, Marlowe als Erzähler aus der Rückschau direkt zu seinem Publikum sprechen zu lassen, wenn er Geschehnisse im Zeitraffer zusammenfassen muß oder aber über Geschehnisse redet, die er nur schwer aus der Perspektive der Hauptfigur hätte filmen können. Zu den statischen, fast immer in Innenräumen spielenden Dialogszenen kommen mithin noch statischer wirkende Szenen, in denen uns der Erzähler vis-à-vis in der Handlung voranführt. Daß auf diese Weise viele Stärken und Eigenarten des Film noir – man denke hier an Spiegel- und Kadrierungseffekte, ungewöhnliche Kamerawinkel, Licht- und Schatteneffekte oder Rückblenden – nicht ausgespielt werden können, verstärkt den Eindruck des Zuschauers, auf einer klebrigen Kaugummispur ein Zimmer durcheilen zu wollen, das mit langweiligen Verwandten angefüllt ist, die man aus gutem Grund mehrere Jahre lang nicht gesehen hat, noch um ein Vielfaches. Doch entweder war dem Regisseur, im Hochgefühl, eine ungewöhnliche Technik anzuwenden, nicht bewußt, daß eine einzige Planke noch kein seetüchtiges Schiff ergibt und daß die subjektive Kamera die Möglichkeiten des Films noirs empfindlich einschränkt, oder aber er wollte aus der Not eine Untugend machen: Jedenfalls verstärkte Montgomery die ohnehin schon unvermeidliche Langeweile noch durch Passagen, an denen nicht einmal die unmittelbar Beteiligten Interesse aufzubringen vermögen – wie die Szene, in der Captain Kane (Tom Tully) durch das Telefon seinem Kind dabei zuhören muß, wie es ein Weihnachtsgedicht aufsagt.

Der Geist der Weihnacht, gegen den ja eigentlich nichts einzuwenden ist, hat denn unglücklicherweise auch in den Soundtrack Eingang gefunden, und so wird allen Ernstes eine Verfolgungsjagd – aber auch manch andere Szene – mit einer unpassenden Chormusik unterlegt, die man eher bei Frank Capra vermutet hätte. Diese todsichere Möglichkeit, den Zuschauer vergessen zu lassen, daß er eigentlich eine hardboiled detective story verfolgt, kann eigentlich kaum einem Unvermögen Montgomerys zugeschrieben werden – wer kann schon so unfähig sein? –, sondern muß als Ausfluß eines seltsamen, nicht unbedingt Sympathiewerte gewinnenden Humors gesehen werden.

Und wo ich schon gerade am Meckern bin: Montgomery läßt seinen Marlowe mehrere Male im Spiegel auftauchen, und spätestens hier hätte ihm aufgehen müssen, daß er keineswegs der Typ Mann ist, der Philip Marlowe stilecht verkörpern kann. Wenn man hier nicht Humphrey Bogart zur Hand hat, sollte man wenigstens auf die nächstbeste Wahl, Robert Mitchum, zurückgreifen. Ansonsten sollte man es schichtweg bleiben lassen.

Alles in allem kann von „Lady in the Lake“ eigentlich nur abgeraten werden – es sei denn, man interessiert sich generell für den Film noir – dann sollte man diesen doch recht ungewöhnlichen Film schon einmal gesehen haben – oder aber man ist sich, gleich mir, noch unschlüssig darüber, welcher dieser beiden Filme die mißlungenste Umsetzung einer Marlowe-Story ist: „Lady in the Lake“ oder aber „The Long Goodbye“ von dem den Film noir offensichtlich so wenig wie den Western mögenden Regisseur Robert Altman. Am unerträglichsten von beiden Filmen ist dann wohl immer der, den man sich gerade anschaut.
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am 30. Oktober 2012
Der Film ist im Gegensatz zu nahezu allen anderen Marlowe-Verfilmungen von Bogart Tote schlafen fest über Mitchum Fahr zur Hölle, Liebling!/Tote schlafen besser bis Gould Der Tod kennt keine Wiederkehr oder James Garner Detektiv Marlowe gegen den kleinen Drachen - James Garner *Cinema Classic Edition* total angestaubt und völlig zu Recht in der Versenkung verschwunden. Montgomery macht aus Marlowe einen dandyhaften geschwätzigen Macho und geht damit an Chandlers lakonischer Intention deutlich vorbei. Der Film ist Montgomerys erste Arbeit als Regisseur, und die eingesetzte subjektive Kamera hätte durchaus das Zeug zur Bereicherung der Filmgeschichte gehabt, wenn Montgomery sich etwas mehr an die literarische Vorlage gehalten und echte Drehorte statt beinahe ausschließlich das Studio genutzt hätte. So aber ertrinkt die ganze Geschichte in unerträglicher Langeweile. Die "Dialoge" sind weitgehend langatmige und nicht überzeugende Monologe der Hauptdarstellerin, die sich für Marlowe/Montgomery vom Vamp zum Mäuschen wandelt und den zum Groschenroman-Schreiber gewandelten Privatdetektiv zum Schluss auch noch heiratet. Irgendwie wollte ich den Film andauernd vorspulen. Montgomery verwechselt Aufgeblasenheit mit Klasse und herablassendes Behandeln von Frauen mit Coolness. Der böse Bulle aus Bay City, bei Chandler ein schlagkräftiger Riese, ist hier ein winziges Männlein, dem man die Rolle nicht abnimmt. Und als krönenden Beigeschmack hat der werdende Regisseur unter den ganzen Film einen jammernden Weihnachts-Chor als Musik gelegt. Das alles ist umso schlimmer, da Chandlers Vorlage nicht mal 5 Jahre vorher in den USA erschienen war und der Autor zu dieser Zeit u.a. für Hollywood arbeitete. Montgomery hätte ihn ja mal konsultieren können.
Positiv schlägt die digital gesäuberte deutsche Synchro nebst dem englischen Original zu Buche, negativ die miserable Ausstattung der vergleichsweise teuren DVD, keine Infos, minimales Menü mit nur 4 Kapiteln, überteuerter Versand. Fazit: Finger weg, lieber Bogart oder Mitchum kaufen!
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am 3. August 2014
Wir haben eine wirklich stattliche Sammlung von DVDs mit Schwerpunkt auf den 40er Jahren und film noir. Aber dieser hier ist mit Abstand der Schlechteste. Die eigenwillige Kameraführung erzeugt Langeweile ohne Ende. Dass wir den Film bis zum Schluss geschafft haben, grenzt an ein Wunder. Das unpassende Ende setzt, wie bereits von einem anderen Rezensenten beschrieben, dem Machwerk "die Krone auf". Dringende Empfehlung von diesem Film die Finger zu lassen!
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