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5.0 von 5 Sternen Der Geheimtipp unter den Flaubertschen Werken
Frédéric Moreau, junger Student der Rechte, zieht nach Paris und lernt dort Frau Arnoux kennen und lieben. Doch Frau Arnoux ist bereits mit einem Kunsthändler verheiratet und bald muss Frédéric einsehen, dass die Liaison wohl keine Chance hat. Dennoch gibt er nicht ganz nach, vergnügt sich derweil nur mit anderen Damen der...
Vor 3 Monaten von Josephine Sterner veröffentlicht

versus
32 von 42 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen ein kunstwerk mit hässlichen flecken
es gibt zwei klassen von flaubert-lesern: die eine zieht die "madame bovary", die andere die "erziehung des herzens" vor. mich hat die "erziehung des herzens" über zwanzig jahre begleitet. es ist sicherlich eines der wenigen werke der weltliteratur, das eher den leser selbst richtet, als das dieser über es zu urteilen aufgerufen...
Am 8. Juli 2001 veröffentlicht


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32 von 42 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen ein kunstwerk mit hässlichen flecken, 8. Juli 2001
Von Ein Kunde
es gibt zwei klassen von flaubert-lesern: die eine zieht die "madame bovary", die andere die "erziehung des herzens" vor. mich hat die "erziehung des herzens" über zwanzig jahre begleitet. es ist sicherlich eines der wenigen werke der weltliteratur, das eher den leser selbst richtet, als das dieser über es zu urteilen aufgerufen wäre. darin ist es mit romanen wie "krieg und frieden", "der idiot", "middlemarch" oder "die pest" vergleichbar, und darin liegt auch seine bleibende aktualität.
frederic moreau ist ein französischer jedermann. henry james hat beklagt, der protagonist sei zu "mittelmässig" und unsensibel, als dass er geeignet sei, die romanhandlung zu tragen. aber eben diese durchschnittliche empfindsamkeit und intelligenz darzustellen, war flauberts absicht. moreau ist nicht "the captain of his soul", sondern ein blatt im wind der zeit. er ist revolutionär, wenn es alle sind, und konservativ, wenn alle es geworden sind; mal liebt er romantisch, dann wie ein bohemien, und dann wie ein social climber - wie es gerade kommt. und am ende ist ihm nichts gelungen, er hat sein leben verfehlt, weil ... ja, warum eigentlich?
die enorme kunstfertigkeit, mit der flaubert dreissig jahre französische geschichte in allen ihren facetten am leser vorüberziehen lässt, sucht ihresgleichen. im deutschen roman des 19. jahrhunderts sucht man ähnliches vergebens.
dies gesagt, mache ich nun doch eine einschränkung.
flaubert lässt eine frage unbeantwortet, und ich bin nicht sicher, ob ich seiner antwort zustimmen würde, wenn er sie uns mitgeteilt hätte. wenn denn moreau sein leben verfehlt, was macht dann ein "richtiges" leben aus?
Es gibt in dem roman - und das unterscheidet ihn von den anderen oben genannten - sehr hässliche andeutungen der wahren meinung des autors. sollte flaubert, der von nietzsche so gehasste flaubert, anhänger einer quasi-nietzscheanischen übermenschen-ideologie sein?
man möchte es nicht glauben. und dennoch. in einer sehr hässlichen passsage des romans - man könnte sie auch widerwärtig nennen - schildert flaubert den tod des illegtimen sohnes von frederic moreau, den dieser mit einer kurtisane hatte. die junge frau äussert nun - enige stunden nach dem tod des säuglings - den wunsch, den leichnam ausstopfen zu lassen. frederic rät ab, und man einigt sich darauf, das tote kind malen zu lassen. die ganze szene ist abstossend. wie seltsam, dass sie so selten kommentiert wird! oder liegt dies daran, dass sie ein hässliches licht auf den autoren wirft, der seine gestalten so sehr verachtet, dass er sie selbst im moment der trauer mit einem hämischen lachen der verachtung bedenkt?
die "erziehung des gefühls" ist ein grosses werk, trotz seiner hässlichen flecken, grösser jedenfalls als jeder deutsche roman des 19. jahrhunderts. und doch mangelt es diesem werk an, sagen wir mit aller vorsicht: humanität.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Geheimtipp unter den Flaubertschen Werken, 21. Dezember 2013
Von 
Josephine Sterner "Bücher-Liebhaberin" (Hérimoncourt, Frankreich) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Frédéric Moreau, junger Student der Rechte, zieht nach Paris und lernt dort Frau Arnoux kennen und lieben. Doch Frau Arnoux ist bereits mit einem Kunsthändler verheiratet und bald muss Frédéric einsehen, dass die Liaison wohl keine Chance hat. Dennoch gibt er nicht ganz nach, vergnügt sich derweil nur mit anderen Damen der Gesellschaft, darunter mit einer Kurtisane. Er kann sich mit niemandem austauschen außer mit seinem gleichgesinnten Freunde Deslauriers. Alles was Frédéric zu bleiben scheint sind finanzielle Niederlagen, politische Enttäuschungen und unerwiderte Liebe...

Die Erziehung des Herzens (manchmal trägt der Roman auch den Titel "Die Erziehung der Gefühle") kann durchaus als Geheimtipp unter den Flaubertschen Werken gelten und als wohl zweitstärkstes Werk dieses Autors nebst Madame Bovary: Sitten der Provinz gewertet werden. Es ist ein durch und durch sentimentaler Roman, der jedoch zugleich Stärke beweist und nicht nur von enttäuschter Liebe lapidar erzählt, sondern auch damalig aktuelle politische Ereignisse wie die Februarrevolution 1848 thematisiert. Zu dieser desillusionierten Generation zählte sich Flaubert ebenfalls, und da lässt der Autor auch keine eigenen Erfahrungen aus, um sie in seinem Romane mit einzubauen. Der Titel des Romans kann durchaus ironisch verstanden werden, denn es geht nicht, wie man zunächst annimmt, um die Erziehung der Gefühle Frédérics insofern, dass er seine Liebeserfahrungen positiv (also auch sexuell) erweitern könnte, sondern um die Zurechtweisung, Richtigstellung, frontale Tatsachenkonfrontation innerhalb seiner Gefühlswelt. Ich finde dieses Werk durchaus lesbar und erträglich, zumal manche Werke Flauberts sich langwierig und scheinbar langweilig, unnötig in die Länge ziehen. Durch die Vielfalt an behandelten Themen in diesem Romane aber bleibt der Lesegenuss erhalten.

~Bücher-Liebhaberin~
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11 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Für mich ein Meisterwerk ..., 14. Dezember 2002
Ich habe es vor ettlichen Jahren gelesen und wenn man mich seit dem nach einem Buch gefragt hat was mich beeindruckt hat, dann fiel mir meist dieses als eines der ersten ein. Es ist eines dieser Bücher in dem es von der Handlung her kaum Höhen und Tiefen gibt, und doch war es tragisch, emotional, spannend, romantisch, ergreifend ...Ich hatte beim lesen die ganze Zeit das Gefühl jetzt müsse doch eigentlich mal was aufregendes passieren ... trotzdem hat es mich von Anfang bis Ende gefesselt und ich konnte es kaum aus der Hand legen. Was mich wŠhrend der Lektüre und auch noch Jahre danach beschäftigt hat war für mich die Hauptfigur des Romans (den Namen weiss ich leider nicht mehr) und dessen PassivitŠt und Mittelmäßigkeit bei allem was er tat und wie er agierte. Manchmal wollte ich eingreifen oder musste aufhören zu lesen . Ganz nebenbei gab die Geschichte auch einen interessanten und wie ich glaube sehr authentisches Bild der damaligen Zeit kurz vor der franzšsischen Revolution. Man mu§ sicher eine Gewisse Vorliebe für diese Sorte Literatur haben aber ich halte das Buch für einen wirklichen Schatz.
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5.0 von 5 Sternen Männliches Trauern hochstilisiert, 1. Januar 2014
Von 
Nikolai Kim (Wien) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Zusammen mit 'Madame Bovary' ist dies Flauberts wohl bekanntestes Werk. Es begleitet einen jungen Mann durch seine Jugend, die von der sehr frühen Liebe zu einer verheirateten Frau geprägt ist. Madame Arnoux bleibt jedoch bis zum Schluss 'tugendhaft', und dem Eheversprechen treu. Womöglich entgegen der unmoralischen 'Normalitäten' der damaligen Zeit.

Auch wenn ihre Liebe (dem Protagonisten gegenüber) im weiteren Verlauf offenkundig wird, lässt sie sich nie auf eine ernsthafte Liebschaft ein, so dass der junge Mann quer durch das Buch mit einer Ausweglosigkeit konfrontiert wird, die ihn alle Gefühle erleben lässt, die ein Mann zu empfinden vermag, und ihn als Ergebnis meistens in die Hände einer anderen Frau treibt.

Das Ende ist romantischer und weniger tragisch als das von "Madame Bovary". Auch wenn alle Liebschaften fruchtlos enden, und keines der angestrebten Ziele (wenn ausser der Liebe solche überhaupt zu erkennen waren), so gibt es am Ende ein letztes Treffen, das beiderseitige Liebe erneut offenbart und beide - diesmal gefühlvoll friedlich und endgültig - voneinander trennt.

Der Roman kommt mir wie eine klassische "Was wäre wenn" Liebeserzählung vor, die anstatt eines happy-ends, mit einem realen "Es ist so und nicht anders" endet, und das Leben eines jungen Mannes schildert, auf eine stilistisch unheimlich schöne, detailierte, und umfassende Art und Weise, die bis zum Schluss keine Langeweile aufkommen lässt. Wer Flaubert mag, wird auch dieses Buch mögen, ich empfehle es jedenfalls jedem.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen eines der schönsten bücher, die ich kenne, 1. September 2010
ein wunderbares buch. tief poetisch, durchsetzt von einer subtilen melancholie.
aber achtung: nicht sehr handlungsreich, manche empfinden es als langatmig. es erfordert einen "genießerischen" zugang und liebe zu detailreichen, üppigen beschreibungen.
die übersetzung ist makellos.
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ARRAY(0xa7672624)

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