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39 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Überragend schräg!
Da es hier eine Menge unterschiedliche Meinungen zur neuesten Platte von NY gibt, enthalte ich mich mal nicht meiner Meinung und haue ein paar Punkte für die Bewertung drauf. Da ich absolut keine Ahnung von den ausgefeilten musikalischen Kritiken habe, kann ich auch nur als Konsument von Musik reden, der alle NY Platten besitzt, auch wenn diese oft nur ein- oder...
Veröffentlicht am 30. Juni 2012 von Daishima

versus
9 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Interessant, viel besser als erwartet und DIE RÜCKKEHR VON CRAZY HORSE!
AMERICANA is collection of classic, American folk songs. In their day, some of these may have been referred to as "protest songs", "murder ballads", or campfire-type songs passed down with universal, relatable tales for everyman.

So steht es seit dem 20 März dieses Jahres in den "NY Times" auf neilyoung.com geschrieben, und jetzt ist "Americana" endlich...
Veröffentlicht am 2. Juni 2012 von Steffen Frahm


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39 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Überragend schräg!, 30. Juni 2012
Rezension bezieht sich auf: Americana (Audio CD)
Da es hier eine Menge unterschiedliche Meinungen zur neuesten Platte von NY gibt, enthalte ich mich mal nicht meiner Meinung und haue ein paar Punkte für die Bewertung drauf. Da ich absolut keine Ahnung von den ausgefeilten musikalischen Kritiken habe, kann ich auch nur als Konsument von Musik reden, der alle NY Platten besitzt, auch wenn diese oft nur ein- oder zweimal gehört wurden (Hawks & Doves, Greendale, Old Ways) andere dagegen einen Dauerlauf hinlegen (On the beach, Live Rust, W.E.L.D, Ragged Glory, Chrome Dreams 2). Americana hat nach vielfachen Durchlauf ehrliche Chancen zur letzten Gruppe gehören zu können. Und obwohl ich "Fork" und "Noise" ganz lustig fand, höre ich mir die bestimmt nicht aus Freude an der Musik an.
Americana rumpelt meiner Meinung von der ersten Minute an richtig los - wer Crazy Horse live erlebt hat, kann sich vorstellen, wie die Aufnahmen stattgefunden haben müssen. Sicher ist "Get a Job" entbehrlich, aber ich glaube den Scherzbold NY darin zu erkennen - und er hat uns ein vollständiges zweites "Everybody's Rockin'" erspart. Danke! Von Titel zu Titel wird es interessanter und rumpeliger. Nur was God save... hier zu suchen hat, erschließt sich mir auch nicht. Mein Fazit:
1. Wenn Crazy Horse nach Europa kommen und ankündigen, nur diese Platte zu spielen bin ich allein deswegen vor Ort, um zu sehen wie die vier Wahnsinnigen die Platte live interpretieren.
2. Die Aussagen, dass im gleichen Durchlauf eine Platte mit eigenem Material eingespielt wurde, lässt auf ein "Ragged Glory 2" hoffen. Und dann geht live noch mehr die Post ab. Rock and roll will never die!
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41 von 46 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Neu, gut, unterhaltsam und sehr eigen, 1. Juni 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Americana (Audio CD)
Neil Young Alben sind in den letzten Jahre durchgängig stylistisch wechselnd und damit fast immer nicht massenkompatibel.
Wer dieses Album rundweg völlig und grundsätzlich verdammt, hat es entweder noch nicht in Gesamtheit gehört oder lehnt es bereits ob der Titelwahl aus amerikanischem Liedgut vornweg grundsätzlich ab. Beinahe schon Tradition bei Neil Young Alben. Dass es in seiner Gesamtheit manchen nicht gefällt, ist eine ganz andere Sache.

Es ist ein Neil Young Album! Das bedeutet dass es die Hörer mal wieder trennen wird. In die einen, denen nach Harvest eh alles zu elektrisch war, den Traditionalisten, die alles verdammen, was nicht nach Live Rust klingt, die die immer was völlig Neues wollen und denen, die mit offenen Ohren sich (fast) alle Eskapaden mitmachen.

Der Mann ist jetzt über 50 Jahre im Geschäft. Er hat durch sein Spektrum eine Fanbreite mit teilweise völlig gegensätzlich Hörerwartungen geschaffen. Schon deswegen muß jedes Werk für Teil der Fans eine Enttäuschung sein.
Ist auch o.k. LeNoise war bereits ein Schock für die Heart Of Gold Fans. Americana muß das nicht sein.

Dies sollte aber nicht daran hindern, einmal unvoreingenommen und kritisch in das Album reinzuhören.
Americana besteht aus traditionellen amerikanischen Songs, die in der Crazy Horse Version allerdings und glücklicherweise nicht mehr nach den Lagerfeuer- Kindergartenliedern klingen, als die wir viele davon kennen.
Titel in deutsch wie My Darling Clementine, Von den blauen Bergen kommen wir oder Hang down your Head Tom Dooley sind ja in den meist bekannten Versionen abgelutschte und weichgespülte Versionen der amerikanischen Urversionen.
Neil Young hat sich mit Crazy Horse an den Urversionen orientiert und spielerisch und mit viel hörbarem Spaß in die Neuzeit geholt. Durchaus mit Niveaunterschieden und auch durchaus vermeidbaren Stücken (Get a job im 50er Chor Stil, lustig, aber stimmlich sehr beschränkt, God save the queen müßte nichtsein, vielleicht schlägt da doch vorwiegend das kanadische Herz). Neben den typischen Rocknummern gibt es auch eher traditionelles im Country-Folk Sound, sehr luftig arrangiert für die Akustik Fan Fraktion.
Americana ist ein insgesamt rundes und dennoch widersprüchliches Werk, das wahrscheinlich eher die Amerikaner und Kanadier als die europäischen Fans ansprechen wird.
Americana macht Spass, mit Stilwechseln, Rumpelsound und bewährtem Crazy Horse Sound. Wer ewig auf das gleiche setzt (da gibt es traditionell viele Fans), der wird weiter vergeblich warten müssen. Insofern dennoch nach LeNoise Entwarnung für die Traditionalisten
Wer den Crazy Horse Sound liebt, wird mit lauter Anlage nach Eintreffen der CD einen schönen Tag haben.

Ausblick: Im Anschluß der Americana-Sessions hat Neil Young mit Crazy Horse noch ein zweites Album mit neuen Songs eingespielt. Mit diesem ist im Herbst/Winter 2012 zu rechnen. Seien wir gespannt, was dann da noch kommt

Ein Tip zum Schluß: Neil Young hat begleitend zu Americana einen Wettbewerb für die Musiker unter seine Fans ausgeschrieben, bei dem Cover Versionen der Songs des Americana Albums eingereicht werden können. Dieser Wettbewerb läuft im Juni 2012.
Wer mal in die durchaus spanennden Ergebnisse reinschauen will, die teiweise nahezu auf Americana-Niveau sind, findet Videos unter dem Begriff 'Neil Young Americana Contest 2012' über Google oder die Audios bei Talenthouse.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das verrückte Pferd ist zurück!, 4. Juli 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Americana (Audio CD)
Nach 16 Jahren hat sich Onkel Neil mit seinen alten Kumpels von Crazy Horse mal wieder zusammengerauft. Herausgekommen sind zum Teil großartige Interpretationen alter amerikanischer Volkslieder. Auf diese Art und Weise hat man "Oh Susannah", "Tom Dooley" (der hier "Dula" heisst) oder "Clementine" sicherlich noch nie gehört: rumpelig, schwer und rockig; Crazy Horse at its best! Daneben darf nicht verschwiegen werden, dass es auch Stücke gibt, die ein wenig abfallen im Verhältnis zu den vorgenannten Juwelen, z.B. "Get a Job". Zusammengefaßt ist "Americana" aber ein großartiges Album eines der besten Rockbands aller Zeiten. Long may you run, Du verrücktes Pferd!
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gar nicht mal schlecht, 6. Juli 2012
Von 
Polter, Rainer - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Americana (Audio CD)
Ich habe gerade die Ersthörung der neuen von Neil Young
hinter mir, und muß sagen, ich bin angenehm überrascht.
Stimmlisch hat sich der Meister wieder gefangen, man hört
ihm das Alter nicht mehr ab. Crazy Horse spielen auf, als
wäre es, sagen wir, 1990. Bei der Idee, diese amerikanischen
Standards wie "Oh Suzanna", "Clementine", "Tom Dooley"
(einst (1958) ein Hit für The Kingston Trio, bei Neil heißt's halt:
"Tom Dula"), das schon von Led Zeppelin auf der dritten verrockte
"Gallows Pole", den fifties-doo-woop Standard "Get A Job",
und andere Folkrocks zu vertonen, hatte ich zunächst Zweifel,
und fragte mich im Vorfeld, was das soll.

Aber ich muß sagen, die Platte ist gelungen. Teils zynisch und
böse, teils (zwangsläufig) an Früherfes erinnernd (so zum
Beispiel "Tom Dula an "Drive Back", "High Flyin' Bird" an
"Hey Hey, My My") usw. - macht nichts. Bei "Clementine"
mußte ich gleich grinsen, wie Neil sich dem Thema annähert.
Aus etwas Fremden macht er sich durchgehend etwas Körpereigenes.
Sicher kein "großes" Album, aber der Mann hat seit 1966 alles
gesagt, was er zu sagen hatte. Jetzt lässt er sich halt relaxed ausklingen.
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12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Verjüngungskur für uralte Volkslieder, 18. Juni 2012
Von 
Heino Walter - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Americana (Audio CD)
Ein gebürtiger Kanadier definiert alte US-amerikanische Volkslieder neu und konfrontiert seine Zuhörer mit Geschichten und Werten, die teilweise bis ins 19. Jahrhundert zurückreichen. NEIL YOUNG adaptiert Lieder, die jeder schon mal gehört hat, wie Oh Susannah, (Oh my Darling) Clementine oder (Hang down your head) Tom Dooley (hier: Tom Dula) so, als kämen sie aus seiner Feder. Bei der Umsetzung wird er von seiner Backing-Band CRAZY HORSE unterstützt. Diese Kumpane stehen ihm schon fast alle seit Ende der sechziger Jahre treu zur Seite. Dementsprechend blind, fast telepathisch verstehen sich die Akteure und veredeln das traditionelle Liedgut mit ihrem Trademark-Sound. Die rumpelnde, stoische, mächtige Basis legen Billy Talbot und Ralph Molina an Bass und Schlagzeug. NEIL YOUNG und FRANK PONCHO SAMPEDRO steuern oft in bewährter Weise dröhnende, sich duellierende, mehr oder weniger verzerrte Gitarrenlinien dazu. Diesen Garagenrock mit Folkeinschlag zelebriert niemand sonst so vibrierend, energetisch und lebendig. Da darf es auch ruhig mal nicht ganz so perfekt sein. Hauptsache, die Spielfreude ist überschäumend. Und das spürt man hier bei jedem Titel. Die Band findet die richtige Balance aus eingängigen Melodien gepaart mit brachialer oder auch einfühlsamer Begleitung. Die Interpretationen sind für CRAZY HORSE-Verhältnisse hier sogar sehr variabel und reichen von massiv rockig bis intim folkig mit verschiedensten Schattierungen dazwischen.

Die besondere kreative Leistung des Quartetts wird gleich im Eröffnungstrack OH SUSANNAH deutlich: Das Stück beginnt relativ konturlos wie ein lockerer Jam und dann grooven sich die Musiker plötzlich in den Song rein, bauen Spannung und pure Magie auf. Die Melodieführung ist völlig anders als beim Original, man erkennt das Lied zunächst nur am Text. So verfahren sie z.B. auch mit CLEMENTINE und TOM DULA. Jeder Song bekommt seinen speziellen Zuschnitt. Bei GALLOWS POLE geben sie sich ungewöhnlich spritzig und gut gelaunt. Mit GET A JOB wagen sie sich auf Doo-Wop-Terrain. Natürlich nicht puristisch sondern kantig vorgetragen, so dass man das Ergebnis schon fast als Parodie auffassen kann. TRAVEL ON könnte auch von ZUMA stammen, so stramm und trocken rockend ist der Song arrangiert. So werden einem ständig Erinnerungen an andere Großtaten von Mr. Young vor Ohren geführt. Bei HIGH FLYIN` BIRD ist das Tempo anfangs verschleppt, so wie es z.B. auch bei DOWN BY THE RIVER praktiziert wurde. JESUS` CHARIOT ist intensiv und fordernd. Ständige Wiederholungen des Textes und des Rhythmus geben dem Track eine hypnotische Wirkung. Rechtzeitig zum 100sten Geburtstag von WOODY GUTHRIE geben sie ihm die Ehre und spielen THIS LAND IS YOUR LAND als lockereren Sing-Along-Titel. YOUNG verwendet hier die weniger bekannten kritischeren Original-Texte. WAYFARIN` STRANGER wurde schon häufig eindringlich gecovert, so z.B. im letzten Jahr von MICHAEL J. SHEEHY`s MIRACULOUS MULE oder in den 60er Jahren von der Psychedelic-Rock Combo HP LOVECRAFT. Auch NEIL YOUNG`s Vertonung kommt sehr in sich gekehrt und gefühlvoll rüber. Eine würdevolle Verneigung vor einem großen Song. Kurioserweise schließt das Album mit GOD SAVE THE QUEEN. Diese Melodie war tatsächlich bis 1931 in den USA die inoffizielle Nationalhymne, bis dann STAR SPANGLED BANNER diese Funktion offiziell übernahm. NEIL YOUNG singt hier betont schnodderich, ein Kinderchor bemüht sich hingegen, Seriosität zu vermitteln, aber RALPH MOLINAs stumpfes Getrommel zerlegt jede Ernsthaftigkeit.

AMERICANA ist die überzeugendste NEIL YOUNG & CRAZY HORSE CD seit SLEEPS WITH ANGELS von 1994 und die Studioaufnahmen waren so ergiebig, dass für den Herbst schon die nächste Veröffentlichung - dann mit Eigenkompositionen - angekündigt ist. Sehenswert ist auch der Film AMERICANA A DAY AT THE GALLERY, den Neil Young als Promotion für das Album gedreht hat und den es zur Zeit auf seiner Homepage zu sehen gibt. Long Live NEIL YOUNG. KEEP ON ROCKIN` IN A FREE WORLD!
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Americana - Aus alt mach neu, 9. Juni 2012
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Americana (Audio CD)
Für einen Neil Young Hörer der ersten Stunde entzieht sich das musikalische Gesamtwerk von Neil Young einer Bewertung in der Art und Weise, dass eine Platte/CD gut oder schlecht ist. Es gibt Platten oder Songs, die mich faszinieren und die ich immer wieder aus dem Regal ziehe und es gibt solche, die ich nach einmaligem Hören als interessantes Experiment ablege und nie wieder anhöre.
Dabei gefallen mir Prairie Wind, Greendale, Living with war und Broken Arrow gleichermaßen. Reactor und Arc kann ich nicht anhören. LeNoise wird wohl auch nicht oft zu Gehör kommen.

Kurzum: Für alle, die den typischen Neil Young / Crazy Horse Stil lieben, der wohlvertraut klingt und trotzdem frisch und neu belebt wirkt, für den ist diese Sammlung von vertonter amerikanischer Geschichte toll. Es lohnt sich zudem, die Geschichten hinter den Songs zu lesen und man wird angeregt, ein wenig in Wikipedia zu graben. Was will ein ernsthafter Musiker mehr.

Mir macht es Spaß, die CD zu hören und sie wird öfters gehört werden.Americana
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15 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Alte Hüte? Ab Track 6 geht die Post ab!, 5. Juni 2012
Von 
Thomas Kowalewski "kowalskiii" (Fürth, im Landbierparadies Franken) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Americana (Audio CD)
Onkel Neil bittet zur Geschichtsstunde! 11 Cover-Songs statt neuem Material - also ein fader Aufguss? Langeweile garantiert? Mitnichten!

Wer sich darauf einlässt, kann hier viele spannende Seiten an den alten Liedern finden. Rockfans bekommen auf einmal Zugang zu Stücken, die sie zuvor als vollkommen 'spießig' und verstaubt angesehen hatten (was wohl -zumindest bei mir- auch durch grauenhafte Interpretationen einiger der Stücke durch deutsche Schlager'koriphäen' der 70-er-Jahre verursacht war).

Die Stücke Nr. 3 bis 5 rumpeln für meinen Geschmack aber arg seltsam -teilweise auch mit ...äh... sagen wir mal 'unvorteilhaften' Arrangements (Vocals!!!) dahin, so dass man nicht so leicht 'reinkommt', aber ab Track 6 ist es dann ausnahmslos stimmig und alte Crazy Horse-Zeiten (ich denke dabei vor allem an 'Ragged Glory') feiern fröhliche Urständ'!

Anmerkungen im einzelnen:

'Oh Susanna' - klasse Opener! Zum bekannten Text eine ungewohnte Melodie. Nach 2 x hören erkannte ich darin 'Venus' (u. a. von Bananarama) - vergleicht selbst!

'Clementine': irgendwie 'auffällig unauffällig', zwar o.k., will mir nicht so ganz ins Ohr.

Tracks 3 - 5: Drei mal bekannte Texte, drei mal ungewohnte Arrangements, teils nicht gerade schöne Vocals: Klingt wie Warmspielen im Proberaum - nicht ganz schlimm, aber auch nicht große Kunst... "Tom Dula" zumindest wäre ohne die gefühlt einhundert Mal gebrüllte Wiederholung dieses Namens richtig gut, "Gallows Pole" klingt für mich wie eine eigenwillige Mischung aus den Libertines und Vaya con Dios, was -fast logisch- nicht richtig zünden will. Tiefpunkt des Albums: "Get a Job" - Doo Wop mit Crazy Horse? Geht gar nicht - da war Neil mit den "Shocking Pinks" in den Achtzigern eindeutig besser (...und ich war da eh tolerant - viele fanden das schon furchtbar - vgl. meine und andere Rezis zu "Everybody's Rockin'!")

Dann geht's aber los:

Bei Track 6, "Travel on", wird Spaß hörbar; toller Country-Hop im fast unveränderten 1958-er-Arrangement (erläutert Neil im winzigen Booklet, das sehr gute Augen bzw. eine optimal angepasste Sehhilfe erfordert, um die guten Informationen überhaupt lesen zu können), jedoch im typischen 'grungigen' Crazy-Horse-Sound der 90-er-Jahre - fein!!

Track 7 erinnert mich an eines meiner liebsten Stücke der ersten Foo-Fighters-Scheibe - passt auch! Titel Nr. 8, 'Jesus' Chariot' fetzt mächtig, ähnlich wie 'Rockin' in the free World' oder das mit Pearl Jam eingespielte 'Mirrorball'-Album - sehr stark.

Als Kontrast folgen eine extrem geniale Version von 'This Land is Your Land' (Sound: vgl. mit 'Country Home' von Ragged Glory) und ein sehr diszipliniertes, glasklares und 'pur folkiges' 'Wayfarin' Stranger' - da blitzt die akustische/'seriöse' Seite von Neil auf.

Zum Ende gönnt sich der Meister noch einmal etwas richtig Obskures: Die höchst eigenwillige Version von 'God Save the Queen' sortiert sich irgendwo zwischen der berüchtigten gleichnamigen 'Sex Pistols'-Single und der steifen 'Reinfassung' ein - für mich genau richtig! Ich zitiere einen anderen Rezensenten: 'Ich hätte nie geglaubt, dass mir dieser Track gefallen könnte'. Dem schließe ich mich an!

Ich komme auf 7 ganz starke Tracks, einen unauffällig-akzeptablen und drei Stücke, an denen mir persönlich irgend etwas nicht gefällt. Alles in allem sind von 56 Minuten rund 40 mit leidenschaftlicher und stimmiger Musik im unverkennbaren (und lange vermissten!) Crazy-Horse-Sound angefüllt, so dass ich hier leichten Herzens 5 Sterne rausrücke.

Mögen sie noch viele Jahre so weiterrocken!
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Er weiß, was er tut, und vor allem, wie er es tut, 13. Juni 2012
Von 
M. Robert Ganser "robertissimo" (Apetlon, Burgenland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Americana (Audio CD)
"Mit 66 Jahren fängt das Leben an" hat Udo Jürgens mal geträllert, und irgendwie ist mir das spontan nach dem Anhören dieser CD eingefallen. So alt ist er ja, unser Neil. Ein Coverversionenalbum hat er nie aufgenommen, und das hier ist nun eines, und auch wieder nicht. Dass seine großen Zeiten als Songschreiber vorbei sind, weiß er wohl selber, aber dass er mit seinen Kumpels seit 1969 ("Everybody Knows This Is Nowhere", für mich sein allerbestes Album, ein Fixstern am Rockhimmel) noch immer einen herrlichen Krach machen kann, weiß er wohl erst recht.

Wenn an der Theorie, dass Coversionen vor allem den Sinn haben, einen Song verfremdet zu interpretieren, aber qualitativ auf der Höhe des Originals zu bleiben, was dran ist, dann wird man diese Scheibe als gelungen bezeichnen müssen. Gleich beim Opener war ich mir selbst beim Refrain noch nicht so sicher, ob da vom allseits bekannten, lustigen Lagerfeuerlied "Oh Susannah" nur der Text übernommen wurde, oder es doch dieser Song ist. Ja, er ist es, aber noch mehr ist es eine typische Neil Young & Crazy Horse-Nummer, schön schlampig heruntergelärmt, mit dem Charme einer jungen Post-Grunge-Band, und das alles von älteren Herren, welche die 60 schon überschritten haben. Hand aufs Herz, Leute - das ist Verfremdung! Transformation eines guten alten Folksongs in staubigen (nicht angestaubten!) Rock'n'Roll. Und aufgenommen und abgemischt, als hätte man im Übungsraum ein altes Aufnahmegerät mitlaufen lassen.

Für mich macht dieser Sound den besonderen Reiz dieses Albums aus, und dass jeder der elf Songs zu einem Young & Horse-Original wird, am stärksten bei "Tom Dula" (schon die Titelveränderung), Woody Guthrie's unverwüstlichem "This Land Is Your Land" und natürlich der britischen Nationalhymne, rechtzeitig zum Queen-Jubiläum. "Wayfarin' Stranger" ist eine Ruhepause, und "Get A Job" der wohl ungewöhnlichste Titel der Platte, wenn man die Geschichte des Songs und das Original als Vergleich her nimmt. Meine Lieblingsnummer ist "Jesus' Chariot", selten genug beim wenig christenfreundlichen Mr. Young, dass er sich thematisch an so etwas heranwagt, und hier wird ein erstaunlicher Song daraus.

Neil Young's neues Opus ist seine stärkste und interessanteste Platte seit langem, und meine 4 Sterne vergebe ich dafür gerne. Eins nur würde ich dem Maestro aber für zukünftige Booklet-Gestaltungen ans Herz legen: Winzige und eng gedruckte Buchstaben, und das, obwohl mehr Platz dagewesen wäre, und auch noch in einer zum Hintergrund wenig passenden Farbe, das ist eher was für Skurrilitätenliebhaber und Lupenfreaks als für Musikfreunde, die während des Anhörens entspannt mitlesen wollen. Aber der alte Fan weiß ja seit langem, dass sein Hero immer wieder für Überraschungen gut ist. Nichtsdestotrotz: Long may you run, Neil! Und dein verrücktes Dreier-Pferd natürlich auch.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mr Young..., 5. Juni 2012
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Rezension bezieht sich auf: Americana (Audio CD)
...war schon immer anders, andere Künstler haben eine Yacht - er hat eine Büffelherde! In Kanada geboren ,nimmt er sich hier (zumeist) amerikanischem Liedgut an - mit einem tollen Ergebnis, wie ich meine.Er begibt sich auf die Suche nach dem "alten Amerika" und hat mit The Crazy Horse auch sehr viel Spass und Spielfreude daran! Der typische Young Sound frischt die Songs auf und spielt damit - ganz wunderbar: "Tom Dula".
Das Album unbedingt öfters hintereinander hören (Abends mit Kopfhörer und einem Glas Wein) - das ROCKT!
Wer Neil Young gerne hört,mag dieses Album , die anderen lassen es einfach, Punkt!!
Horrido - thecook
(save the b-side)
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9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Meisterstück, 6. Juni 2012
Von 
Mapambulo "Mapambulo" (München) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Americana (Audio CD)
Natürlich nagt es noch an einem, das schlechte Gewissen. Hatte man sich doch, weil die Zeit drängte, vom neuen Neil-Young-Album nur das CD-Format zugelegt, wohl wissend, dass der alte Grantler dieses - in Rage - erst kürzlich in der Süddeutschen in einen Topf mit den schändlichen Downloadfiles geworfen und mit einem unmissverständlichen Bann belegt hatte. "Dreck" und "Müll" sei das, unterhalb von Vinyl und BlueRay sei sein Werk dem Hörer gar nicht zuzumuten, die Mühen der ausgefeilten Produktion nicht herauszuhören, so das Verdikt des Kanadiers. Nun gut, allzu ironisch sollte man das gar nicht kommentieren, freut man sich doch über einen jeden, der sich noch Gedanken über qualitative Maßstäbe und die dafür geeignete Rezeption macht, auch wenn der Kampf ehrlicherweise einer gegen Windmühlen ist und somit aller Voraussicht nach nicht zum allgemeinen Umdenken führen wird. Leider.

Wenigstens mal zusammengerissen und anstatt des sonst üblichen Pre- ein Postlistening veranstaltet, das wenigstens ist man dem großen, alten Mann des Folkrock schuldig. Dass es sich bei der neuen Platte nicht um selbstkomponiertes Material handelt, ist nur auf dem Zettel ein Nachteil, was Young und die Crazy Horse aus den Klassikern des US-amerikanischen Folk- und Countrykanons machen, ist aller Ehren wert und lohnt der genaueren Betrachtung. Schon wie sich zu Beginn für "Susannah", eigentlich ein eher leichtfüßig gefidelter Standard, aus einem wilden Knarzen und Bersten langsam eines von diesen Youngschen Krachmonstern schält, läßt aufhorchen. Ebenso weit weg vom Original präsentieren sich "Clementine" und "Tom Dula", letzterer hatte sich ja im Laufe der Zeit schon namentlich zum "Tom Dooley" gewandelt, Young dreht die Schraube nun musikalisch noch ein paar Umdrehungen weiter.

Für "Gallows Pole" schaltet er überraschend zurück, vielleicht eingedenk des etwas überdrehten Led-Zeppelin-Covers aus den 70ern, er versucht es mit flottem Rock'n Roll und fährt damit ganz gut - das Original von Odetta Holmes ist ohnehin schwer zu toppen. Einen Song wie "Get A Job" hätte man Neil Young wohl nicht so schnell zugeschlagen - gleichwohl, er gelingt und hat nicht viel weniger Drive als der Hit der Silhouettes Ende der 50er Jahre. Die gängigen Stücke wie "High Flyin` Bird" von Billy Edd Wheeler, Woody Guthries "This Land Is Your Land" und der "Wayfaring Stranger", mal bearbeitet von Jefferson Airplane, Bruce Springsteen oder Johnny Cash, meistert auch Young routiniert und fügt den Stücken jeweils ein elektrisch-folkiges Kapitel hinzu.

Zweifellos ein Höhepunkt: Youngs Version des traditionellen Spirituals "Jesus `Chariot", eine Art apokalyptischer Vorausschau, hier fabelhafte fünfeinhalb Minuten mit energischem Saitenlärm und passendem Endzeitchorus. Für das abschließende "God Save The Queen" hätte man sich natürlich insgeheim die böse Pistols-Variante gewünscht, doch bei aller Bärbeißigkeit bleibt Young natürlich Gentlemen und Traditionalist, und so präsentiert er die Besatzerhymne (vielleicht) als augenzwinkernde Marschmelodie mit schönen Grüßen an Jimmy Hendrix und sein "Star Spangled Banner". Ein runder Abschluß jedenfalls für des alten Mannes Meisterstück - wieder einmal und eines von vielen. mapambulo:blog
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