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am 10. September 2012
Habe mir lange überlegt, ob ich eine Rezension schreiben soll, aber mittlerweile höre ich das Album zum x-ten mal und möchte Euch meine Eindrücke dazu beschreiben. Was ich aus meiner Sicht wirklich bemerkenswert finde ist, dass Mark Knopfler mit diesem Album Stilrichtungen aufgreift, die er in seiner Solokarriere kaum angefasst hat. Sein unverwechselbarer Sound, seine Art der Musik ist aber aus jedem einzelnen Track herauszuhören. Mark Knopfler spielt jetzt auch den Blues. Aus dem Stück (CD 01-Track 03) "Don't forget your hat" z.B. höre ich John Lee Hooker aus der Zeit der 50er Jahre, ich habe circa 14 Hooker-CDs aus dieser Zeit. Man hört auch Muddy Waters in einem der Songs.

Mark Knopfler nannte sein Album (zu Deutsch) "Freibeuterei". Die "Privateers" oder Freibeuter der Meere, ein Seefahrtzeitalter indem geplündert und geraubt wurde oder sogar noch wird. Mark Knopfler antwortete auf die Frage, warum er sein neues Album so genannt hat mit den Worten "Ich will wirklich mit dieser kleinen Gruppe (seiner Band) von Menschen verbunden sein. Ich mag es, das Kommando zu haben - über die Band, die Crew, - sie reist durch diese sich ständig verändernden Landschaften und spielt an all diesen verschiedenen Orten. Sie bekommen, wo Sie ohne jede Art von Hilfe auskommen müssen, das was sie möchten. Darum bist du ein Freibeuter. Das ist der Weg und ich mag es." Vielleicht nannte er es auch deswegen so, weil er sich Anleihen aus anderen Stilrichtungen genommen hat. Aber daraus hat er etwas ganz Besonderes gemacht. Er hat dem Blues sein neues Gesicht gegeben.

Möglicherweise befindet sich Mark Knopfler in seiner künstlerisch kreativsten Phase, er schreibt sich die Finger wund. Wir, die Anhänger seiner jederzeit progressiven Musik (Folk, Blues, Country, Rock), genießen jeden einzelnen Titel seines neuen Albums. Mark Knopfler wurde von vielen Richtungen geprägt (Irish/Celtic/Scots Folk), dem amerikanischen Rock and Roll und - wie sich jetzt herausstellt - dem amerikanischen Blues. Dabei achtet er darauf, dass er nicht alles in einen Topf schmeißt, sondern er extrahiert jegliche Stilrichtungen und bringt mal hier einen Folksong, da mal eine Ballade, hier einen Countrysong und da mal einen Rock-Song oder auch mal einen waschechten Rythm'n'Blues Song.

Die Freibeuterei oder Privateering ist eine kluge, feine, gefühlvolle und absolut wunderbare Sammlung neuer Songs, die er in einem Album mit einer super Band aufgenommen hat. Und wie immer ist Guy Fletcher - Keyboarder - dabei, letztes Bandmitglied der Dire Straits.

2013 kommt er nach Stuttgart, da werde ich dabei sein müssen. Ich habe 2010 in München mit meiner (damals 9-jährigen Tochter) das Konzert in München gesehen anlässlich seines Albums "Get Lucky".

Anyway, die Musik ist mehr als "nur" unterhaltsam. Kaufen, bevor's andere tun ;-) Keep rockin'
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am 10. September 2012
Man kann bei der Beurteilung dieses Albums eigentlich nur einen Fehler machen: es zu schnell zu tun.

Beim ersten Durchzappen ging es mir (Dire-Straits-Fan der ersten Stunde) genauso wie einigen derjenigen, die hier schlechte Bewertungen abgegeben haben. Nachdem ich beide Scheiben einmal nacheinander durchgehört habe (bei ausgeschaltetem Fernseher, ohne Buch in der Hand, einfach nur Musik gehört), muss ich sagen: das ist ein geniales Doppelalbum, das Elemente aus all seinen vorherigen Alben enthält. Es gibt also schnellere Blues-/Folk-/Country-artige Songs, es gibt aber auch die Hymnen (Kingdom of Gold, Privateering, Haul away, Redbud Tree), die einem eine wohlige Gänsehaut verpassen.

Daher lautet meine unverbindliche Empfehlung: in Ruhe hören, mehrmals, über die Songs, auch mal über die Texte nachdenken - und DANACH eine Rezension schreiben. Nicht immer alles nach 20 Sekunden endgültig aburteilen. In dieser hektischen Zeit lebt ein Mark Knopfler gottlob nicht - und seine Hörer sollten sich das vergegenwärtigen.

Wohlgemerkt: dies ist kein Missionierungsversuch. Wer die Scheiben nach dem Hören immer noch schlecht findet, hat ein Recht auf seine Meinung. Aber bitte nicht nach einem 20-Sekunden-Schnelldurchlauf aburteilen. Das hat diese Musik nicht verdient.
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am 10. September 2012
Natürlich werden die meisten Mark Knopfler mit Dire Straits und seiner unverwechselbaren Gitarre in Verbindung bringen wovon auf seinem neuen Album nicht so viel zu hören ist. Zumindest nicht die typisch markanten Klänge.
Dennoch ist sein neues Album nicht schlecht. 20 Songs und 90! Minuten Musik. Wo gibt es schon so etwas.
Die Blues lastigen Stücke gefallen mir zwar nicht, wovon 9 Stück enthalten sind, aber es bleiben immer noch 11 Songs die in eine etwas andere Richtung gehen. Und das ist dann doch kann man sagen ein ganzes Album mit 50 Minuten Musik.
Dabei ist seine markante Stimme schön zu hören und geht so teilweise in die Richtung seiner ruhigeren Stücke auf dem wie ich finde seinem besten Soloalbum "Golden Hearts".
Die anderen Stücke enthalten durch Anreicherung mit Flöten einen Irischen Folk Stil wie man ihn auf seinem für mich zweitbesten Soloalbum "Get Lucky" hört.
Das einzige was ich dem neuen Album anlasten würde ist, dass es durchwegs sehr ruhig und gleichmäßig dahingeht. der eine oder andere flotte Song hätte dem Album durchaus gut getan.
So ist für mich das Album nicht dazu gedacht intensiv und bewußt diese Art seiner Musik anzuhören, sondern eher im Hintergrund als Begleitung für einen geselligen Abend.
Die Aufnahmequlität ist nicht schlecht, wobei andere seiner Alben wie "Golden Hearts" oder seine Remastered Dire Straits Werke besser aufgenommen sind.
Fazit: Für dieses Geld 90 Minuten Musik kann man nichts falsch machen. Bestimmt werden nicht jedem alle Stücke gefallen, aber bei 20 Songs sind für jeden einige höhrenswerte Stücke enthalten. Ich gliedere sein neues Werk knapp nach "Get Lucky" ein. Also sein drittbestes Solowerk.
Von mir gibt es also eine klare Kaufempfehlung!
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TOP 500 REZENSENTam 31. August 2012
Jetzt hat mich doch tatsächlich mein Wörterbuch verlassen und ich dachte schon, es würde um Privatiers anstelle von Freibeutern gehen. Und das erste wäre ja wahrscheinlich jeder von uns gerne, nicht mehr in den alltäglichen Tretmühlen vor allen der Arbeitswelt zu sein und mehr Freiheiten und –zeiten zu haben. Mark Knopfler, der nachgewiesene Gitarrengrossmeister, kennt diese alltäglichen Tretmühlen wahrscheinlich eher weniger. Hier geht es nicht um Hektik, hier geht es um Ruhe. Das Album ist sehr langsam und gelassen geworden. Wer Knopfler bis dato nicht mochte, wird auch hier keinen Spaß finden und das Album eher langweilig finden. Wer Mark schon seit den Dire Straits mochte UND die ganze Entwicklung hin zum letzten Output „Get Lucky“ nachvollziehen konnte, wird auch dieses Album zu schätzen wissen. Das "und" ist dabei wichtig, der pure Dire Straits Fan wird hier nicht glücklich werden. Wie auf dem Vorgängeralbum, mit vorwiegend akustischen Aufnahmen, widmet sich Knopfler auch hier der traditionellen Musik, irgendwo zwischen den Polen Folk, Blues und Country. Hier und da gibt es ein wenig Rock, hier und da gibt’s aber auch ein wenig Americana.

REDBUD TREE als Vorabsingle hatte schon gehörig für Aufmerksamkeit und Airplay sogar im Radio gesorgt. Der sehr bluesige Song trägt im Herzen ein wundervolles Gitarrensolo, präzise und unhektisch, dass es einem nur warm um Herz werden kann. Weitere Highlights und Anspieltipps sind die Songs GATOR BLOOD, BLUEBIRD und BLOOD AND WATER, sie sind schlicht umwerfend und umreißen perfekt die wahre Essenz seiner Musik in den Nach-Dire Straits Jahren. Immer bleibt das Gitarrenspiel und die gesamte musikalische Umsetzung dabei vergleichsweise simple, aber trotzdem scheint es immer so, als ob alles sich wie von selbst so zusammenfügt, wie es eigentlich sein soll.Mit RADIO CITY SERENADE gibt es dann auch noch eine traumhaft schöne Ballade. Und wenn dann noch wie in CORNED BEEF CITY die Texte wunderbar zu Musik und Titel passen, sitzt man einfach lächelnd da.

Ich schwanke aber, ob doch nicht vielleicht ein kleiner negativer Punkt dabei ist. Weniger wäre vielleicht mehr gewesen. Nicht alle Songs packen sofort, natürlich weisen die 2 CDs darauf hin, dass der Meister noch ein großes Repertoire an Ideen hat, manches erscheint mir auf dem Album aber etwas zu skizzenhaft. Vielleicht braucht das einfach seine Zeit …. Wobei es schon erstaunlich ist. Bei anderen Künstlern würde man einfach die unpassenden Tracks aus der Playlist schmeissen, beim Meister Knopfler ist dafür die Ehrfurcht zu groß ;-)
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am 1. September 2012
Meine Lieblingsalben von Mark Knopfler sind "Golden Heart", "Sailing To Philadelphia", "Shangri-La" und "Get Lucky"... Und natürlich alle Dire Straits-Alben...

Was will man da noch erwarten ? Diese neue Doppel-CD mit 20 (!) neuen Songs reiht sich irgendwo dazwischen ein. In der CD-Innenhülle weist das angedeutete Foto eines Bösendorfer-Flügels und unter anderem einer angewetzten Fender sinnbildlich auf die musikalische Attitüde hin, die Knopfler hiermit wohl auch optisch klarmachen will. Vorweg: Gelungen !

"Seattle" am Schluss der 1. CD ist ein absolutes Highlight. Dieser Song könnte durchaus auch von "Shangri-La" stammen. Sehr schön, dieser fließende entspannte musikalische Ablauf mit dem für Knopfler typischen feinen Gitarrenspiel.

Auf "Privateering" (sinngemäß Freibeuterschaft, Kaperei...) dominieren Blues-Ansätze und irische Folkanleihen. Es ist ein sehr gelungenes schönes Album. Im Grunde alles wie gewohnt auf sehr hohem Niveau. Ich möchte jedoch nicht in Euphorie verfallen. Diese CD trifft aber nun mal meinen Geschmack. Andere nennen es "Bar-Musik", aber ich liebe Knopfler's Stil. Jedenfalls habe ich genau das erwartet. Und darum bin ich mit "Privateering" sehr glücklich. Nun höre ich Mark Knopfler nicht tagaus und tagein, aber dieses Album reiht sich mal wieder griffgünstig in meinem Regal ein.

CD 2 bietet ebenfalls ein Highlight. Die "Radio City Serenade" ist auch wieder so ein fließender Song im "Shangri-La-Stil". Ebenso der Song "Dream Of The Drowned Submariner".

Zur Gesamtqualität bleibt zu erwähnen, dass man "Privateering" ein paar Mal "warmhören" muss. Aber Songs wie "Redbud Tree" und "Haul Away" bieten dennoch spontan den "Aha-Effekt". Das ist genau das, was wir schon immer an Knopfler geliebt haben. Erste Sahne...

Übrigens gibt's eigentlich keinen schlechten Song. Der Titelsong "Privateering" auf CD Eins weist die durchgängig auf diesem Album vorhandene ruhige Linie auf, überrascht aber mit fulminanten Zwischenteilen.

"Gator Blood" ist ein feiner Blues, der die Stones vielleicht hätte vor 50 Jahren inspirieren können (Stichwort: Muddy Waters). Alles in allem kein "britisches" Album des Briten. Mark Knopfler bedient hier sehr geschickt offenkundig die musikalischen US-amerikanischen Wurzeln (Today Is Okay !) Nee, keine "Bar-Musik"... Ich nenne es einfach nur gelungen. Und die irischen Momente sorgen für schöne Farbtupfer. Ein beruhigender Fels in der Brandung und entspannende Musik abseits vom leider immer austauschbarer werdenden musikalischen Alltag.

Diese CD kann man sehr schön hören. Ich kann daher auch hier wieder, 3 Jahre nach "Get Lucky", fünf Sterne vergeben und diese CD als "guten Kauf" empfehlen.

"But Today Is Okay, Today’s just fine..." Ein neuer "Leitsatz" für diese Musik. Ähnlich wie "Get Lucky" ! Ja. Diese CD macht glücklich...
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am 16. März 2016
Dieses Album spaltet mal wieder die Hörer. Wunderschön sagen die einen, die bei jedem noch so sparsam gesetzten Ton von Mark Knopflers E-Gitarre dahinschmelzen; langweilig sagen die anderen, die sich am liebsten eine Reunion der Dire Straits wünschen. Dazu wird es aber nicht kommen. Ich war dennoch ein wenig schockiert, die z.T. unsachlichen Diskussionen und niveau- oder empathielosen Schmährezensionen hier auf Amazon zu lesen. An der Stelle muss ich auch erwähnen, dass ich zwar große Teile des DS-Backkatalogs besitze, aber an MK's Soloalben nie so recht interessiert war. Nichts gegen Songs wie "Sailing to Philadelphia", "What It Is", "Boom Like That", alles gute Nummern, aber so spannend wie die Straits-Stücke fand ich das nie. Daran hat sich auch nach der Auskopplung "Redbud Tree", der ersten Single aus "Privateering" nichts geändert. Business as usual - wie man auf Englisch sagen würde. Aber "Don't Forget Your Hat" war schon ein ganz anderer Fall. Hat Knopfler doch glatt den Blues entdeckt! Und ich meine nicht den elektrisch-britischen á la Eric Clapton oder Led Zeppelin, sondern den urtümlichen, unbehauenen, amerikanischen Blues. Spätestens bei "I Used to Could" war mir dann klar, dass ich mir "Privateering" kaufen würde.
Dabei offenbarte "Privateering" eine enorme Stilvielfalt, die sich auch nicht beim einmaligen Hören erschließen lässt. Teilweise hat man den Eindruck, man hört zwei Alben - ein Folkalbum und ein Bluesrockalbum - die wild durcheinandergewürfelt wurden. Aber im Laufe der Zeit zeigt sich der Vorteil dieser Vorgehensweise: Es gibt immer Abwechslung. Der Eröffnungssong "Redbud Tree" ist schon sehr zurückhaltend, und er hat seine Qualität bei mir auch erst nach dem fünften Hördurchgang gezeigt. Inzwischen gehört er zu meinen Lieblingsnummern auf der CD. Geprägt vom folkigen Akustikgitarren-Picking, ist der Gesamtsound sehr zahm abgemischt, um Knopflers einschmeichelnde Stimme in den Vordergrund zu stellen. "Haul Away" ist typischer Celtic Folk, wie ihn Knopfler schon oft zelebriert hat. Man kann sich dazu gut die irischen Wiesen oder die schottischen Hochmoore vorstellen. Womit ich schon bei einer Kritik an der Gestaltung des Booklets wäre: Nichts gegen Nahaufnahmen von Gitarren, aber hätte man sich da nicht etwas Besseres einfallen lassen können?! Jedenfalls wird man dann ziemlich unsanft an den Mississippi geschleudert. "Don't Forget Your Hat" ist ein entspannt groovender Blues, bei dem auch Harp-Ass Kim Wilson zum ersten Mal glänzen kann. Für mich ist er so etwas wie der heimliche Star des Albums, sein Mundharmonikaspiel ist virtuos und druckvoll. Der anschließende Titelsong beginnt als akustische Knopfler-Solonummer, bevor er dann zum stilechten Shanty wird. Wenn man schon einen Song über Freibeuter ("privateer") singt, dann auch bitte authentisch! Sowieso sind es die bildreichen Geschichten, die dieses Album zu etwas Besonderen machen.
Auch wenn "Privateering" ein typisches Knopfler-Soloalbum ist, heißt das übrigens nicht, dass hier keine DS-Trademarks zu finden sind. "Corned Beef City" klingt so sehr nach den Rhythmus-Riffs von "Money for Nothing" oder "Heavy Fuel", dass man sich die Ohren reibt und fragt, ob es wirklich schon zwanzig Jahre her ist, dass Knopfler die Straits aufgelöst hat. Natürlich ist er inzwischen ruhiger geworden, und mit der Slidegitarre bringt er eine schöne neue Facette in sein Spiel ein. Aber auch "Go Love" erinnert an alte Zeiten, denn der Gitarrenton klingt hier verdammt ähnlich wie einst bei "Brothers in Arms". Was "fehlt", ist die auf Hochglanz polierte Produktion. Als Sänger hat sich Knopfler sogar weiterentwickelt. Zwar hat der Zahn der Zeit seine Spuren an Marks Stimme hinterlassen, aber seine Intonation ist weniger schludrig als zu DS-Zeiten - hier *singt* er wirklich, während er früher oft mehr so eine Art "Sprechgesang" draufhatte ("Sultans of Swing").
In puncto Dramatik und Emotion ist das keltisch angehauchte, aber nicht behäbige "Yon Two Crows" definitiv ein Highlight. Besonders dieser Song - aber auch der Rest des Albums - eignet sich sehr gut für verregnete Nachmittage.
Eine der unerwartetsten Wendungen ist sicher der Übergang zwischen dem schnellen akustischen Stomp-Blues "Got to Have Something" (Akkordsequenz mal wieder bei "Rollin' and Tumblin'" entlehnt) und der Ballade "Radio City Serenade", die mit geschmackvollem Trompeten- und Saxophoneinsatz sogar Erinnerungen an "Your Latest Trick" hervorruft. Hier zwischen den beiden Stücken versteckt sich eine der unheilvollsten Sequenzen des gesamten Albums. "I Used to Could" ist ein weiterer stampfender Feelgood-Blues mit einem genial simplen Bluesharp-Motiv und dem grammatikalisch alles andere als korrekten, aber humorvollen Text. "Bluebird" ist ein melancholisches Blues-Kleinod, wobei hier neben Knopflers E-Gitarrensolo und Wilsons Mundharmonika auch die Hammondorgel sehr hörenswert ist. Wer "Dream of the Drowned Submariner" mit geschlossenen Augen hört, ohne abgelenkt zu sein, und dabei keine Gänsehaut bekommt, der hat vermutlich kein Herz. Das melancholische "Blood and Water" zeigt noch einmal, wie gut Knopfler den Blues kann - oder anders gesagt: Es macht deutlich, wo die Gitarrenlinien von "Brothers in Arms", "Fade to Black" etc. ihren Ursprung haben, nämlich eben im Blues. Der Wah-Wah-Sound der zweiten Gitarre lässt hier aufhorchen. Bei "Today is Okay" erinnert Knopfler sogar an die ganz Großen - mit "born under a bad sign" wird ein Klassiker von Albert King zitiert, und B.B. King klingt in den Gitarrenparts ein wenig durch.
Mit "After the Beanstalk" gibt es schließlich einen sehr bodenständigen, unaufgeregten Akustikblues-Abschluss. Das Entstehungsjahr 2012 ist nicht herauszuhören, dieser Song ist (noch mehr als die restlichen Songs) völlig aus der Zeit gefallen.

Fazit: "Privateering" ist ein Album für alle diejenigen, die ehrliche, bodenständige Roots-Musik mögen; wer Knopflers Gitarrenstil mag, wird hier auch viel entdecken. Insgesamt gibt es mehr Blues als (Celtic) Folk, aber auch ein bisschen gebremsten Rock ("Gator Blood", "Corned Beef City"), schöne Melodien, und eine natürliche, altmodisch-authentische Produktion. Musik ohne kommerzielle Intentionen und ohne Anbiederung an kurzlebige Trends, die man auch in vielen Jahren noch hören kann, da sie zeitlos gut ist. Ich finde zwar nicht alle Songs super, aber das gehört bei einem Doppelalbum (!) ja schon fast dazu. So gesehen, besticht "Privateering" sogar durch Konsistenz, denn echte Ausfälle gibt es keine. Ist es ein Meisterwerk? Vielleicht nicht. Aber ein grundsolides Werk.
Wer hyperaktiv ist, mit "altmodischem" Folk und/oder Blues nichts anfangen kann und wer anfängt zu gähnen, wenn mal zwei langsame Songs nacheinander kommen, der wird bei diesem Album aber höchstwahrscheinlich einschlafen.
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am 9. September 2012
Da ist es wieder, dieses kribbelige Gefühl, diese Ahnung, diese Vorfreude.... Aber auch: diese Erwartung an unglaublich schöne, aber eben auch vergangene, "Dire-Straits-Zeiten":
Ein neues Album von Mark Knopfler ist immer mit vielen Erinnerungen und großen Ansprüchen verbunden.
Was für den Künstler selbst wahrscheinlich immer wieder eine Gratwanderung ist, ALLE Erwartungen lassen sich nicht erfüllen.
Die 3-er Limited Deluxe Edition von "Privateering" im Spieler, die guten Kopfhörer auf den erwartungsfrohen Lauschern, habe ich dieses Mal versucht, mich von jeglichen Festlegungen freizumachen und einfach die - grandiosen - musikalischen Gedanken des MK wirken zu lassen und ... fantastisch!
Eine Sammlung an Liedern, die in ihrer Kreativität kaum zu toppen sind. Besonders die schnelleren Blues-Stücke ("Hot or what") sind exzellent!
Nicht alle Nummern punkten, es ist aber kein Stück "schlecht" oder ein Platzfüller.
Der Rückzug in diesen tristen Wohnwagen hat sich gelohnt: Nachdem man Knopfler nach seinen letzten Werken doch schon für klinisch tot erklären wollte, trumpft er mit "Privateering" wieder groß auf: Weiterentwicklung, ABER: unter Rückbesinnung auf (verdammt gute, musikalische) alte Werte.
Die Deluxe Edition ist durchaus schön anzusehen: mit Booklet und Texten im Mittelteil (ein Foto von Mark bei der "Arbeit" wäre allerdings nett gewesen...)
Fazit:
So freut man sich auf den Ruhestand: Knopfler-Fans, wieder bedenkenlos zugreifen!
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am 19. Mai 2013
Vornweg: Im Gegensatz zu vielen anderen Kritikern war und ist mir Mark Knopfler fremd. Die Limited Deluxe Edition wurde einzig wegen des guten Preises bei einem Cyber Monday erstanden. Erwartungen waren entsprechend bis auf ein paar Hörproben kaum vorhanden. Unter diesen Umständen wirklich enttäuscht zu werden ist nicht leicht.

Enttäuscht wurden wir auch nicht. Gut, wer dramatische oder betont fröhliche Stücke sucht oder auf einen Titel wartet der im Gedächtnis bleibt wird mit der Sammlung vermutlich nicht allzu glücklich. Insgesamt plätschert die Musik auf gleichbleibend hohen Niveau sehr gemächlich daher, gewinnt bei vielen Stücken schon fast einen meditativen Touch. Tolle Alben die man wunderbar nebenher hören kann, um bei einem gemütlichen Abendessen oder einer Unterhaltung mit Freunden eine angenehme Hintergrundakkustik zu haben. Selbst ein nicht zu anstrengendes Buch dabei zu lesen kann ich mir gut vorstellen.

Genau diesen Anspruch erfüllt Privateering in meinen Augen. Wunderbar zum Entspannen und die Gedanken schweifen lassen. Highlights könnte ich keine benennen, im Gegenzug gibt es auch nach wiederholten Durchspielen keinen Titel, bei dem der Daumen dazu neigt, den Track zu überspringen. Ein interessanter Ausflug in eine für uns neue Musikrichtung der Lust auf mehr gemacht hat. Nächste Mal dann aber doch gerne mit wenigstens ein, zwei richtig im Gedächtnis bleibenden Liedern. Genug Gelegenheit wäre dank der 40 Titel schließlich gewesen.
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am 20. Januar 2013
Mit Privateering veröffentlicht Mark Knopfler sein erstes Doppel-Album.
Der Gitarrist und Sänger der Dire Straits hat sich schon lange weiterentwickelt. Sehr starke Blues-Einflüsse stehen mittlerweile ganz oben auf seinem Werdegang. War er in seinen jüngeren Jahren noch sehr kraftvoll und powergeladen, so bemerkt man, dass er deutlich ruhiger geworden ist, nachdenklicher und auch tiefgründiger. Songtitel wie "Money for nothing (and the chicks for free)" wird man auf diesem Album lange suchen.
Mir persönlich gefiel der "alte" Knopfler deutlich besser, allerdings ist sein neues Album ebenfalls sehr zu empfehlen, sofern man nicht in die Versuchung kommt sein neues Album mit Arbeiten seiner früheren Perioden zu vergleichen.
Wer unschlüssig ist, sollte das Amazon-Angebot nutzen und in der MP3-Download Version die Vorschauen der Lieder anhören.

Für mich eine Kaufentscheidung, jedoch im Endeffekt Geschmackssache!
Von der Ausführung und der Leistung und der Qualität der Aufnahmen jedenfalls absolut überzeugend!
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am 8. September 2012
Hallo zusammen.

Ich habe mit größter Sehnsucht auf Mark Knopflers neuestes Werk gewartet. Weit über einen Monat vorher habe ich die "Deluxe Edition" vorbestellt weil ich mir neben den neuen Songs auch einfach Live-Mitschnitte in bester Qualität sichern wollte.

Jetzt habe ich das Album eine knappe Woche. Habe jeden Song mindestens zwanzig Mal gehört und kann einfach nicht aufhören, das Album auf Dauerschleife zu hören. Beim Arbeiten, beim Autofahren, kurz nach dem Aufstehen oder kurz vor dem ins Bett gehen. Es ist einfach eine Wucht.

Die Songs sind in altbewährter Knopfler-Manier komponiert. Viele steigern sich zum Ende (bspw. Yon Two Crows), andere überzeugen mit härteren Riffs zum Mitrocken (bspw. Corned Beef City) und wieder andere regen zum Mitsingen und noch mehr zum Mitdenken an (bspw. Kingdom Of Gold oder Go, Love). Insgesamt kann man sagen, verfolgt Knopfler seine altbekannte Linie. Die Songs werden insgesamt ruhiger, tiefgründiger und emotionaler. Rockhymnen wie Money For Nothing sucht man zwar vergebens, aber dennoch hat man Grund genug einfach mitzumachen, sich zu freuen auf den nächsten Song und in meinem Fall auf seine Tour 2013, für die ich als begeisterter Anhänger natürlich sofort Karten gekauft habe. Treue Fans, die bei der Tour im letzten Jahr dabei waren, dürften den Song Privateering bereits vor Album-Release auswendig gekannt haben aber dennoch ist es ein gänzlich anderer Song, wenn man ihn im Kontext der Songs hört. Zwischen Don't Forget Your Hat und Miss You Blues erhält der Song eine ganz andere Note und erzählt noch so viel mehr.

Mein Fazit: eine glasklare Kaufempfehlung für Freunde wirklich wahrer und ausgesprochen guter Musik. Wer Knopfler kennt, weiß, dass er sich nicht für den "Gitarren-Gott" hält, als den ihn viele Anhänger sehen - dennoch muss gesagt werden: sein Spiel ist einzigartig und sucht vergeblich seines Gleichen. Es mag schnellere, präzisere geben. Dennoch ist und bleibt er eine unverkennbare und nicht auszutauschende Größe im Geschäft und ich hoffe sehnsüchtig, dass uns dieser geniale Komponist und Songwriter noch lange erhalten bleibt. Wenn es eines Tages dazu kommen sollte, dass er aus privaten oder gesundheitlichen Gründen keine Touren mehr machen kann oder gar das Spielen aufgeben muss weiß ich eines gewiss: für mich bleibt er ein alltäglicher Bestandteil meiner Lieblingsmusik - denn zwischen "Künstlern" wie Flo Rida, Justin Biber und Kollegen ist und bleibt er einer der hellsten Sterne am Firmament der Musikgeschichte. Einmalig und absolut hörenswert.
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