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484 von 522 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zwei Worte: Richtig gut
Ich hatte ein wenig gezögert, mir diesen ersten Teil der Saga zu kaufen. Zum Glück habe ich es doch getan, denn ich habe es keine Sekunde bereut! Nach langem, verzweifeltem Suchen halte ich endlich wieder eine richtig fesselnde Fantasy-Reihe in einer mittelalterlichen Welt in den Händen!
Warum ich zögerte? Nun, die Meinungen gehen ja doch sehr...
Veröffentlicht am 15. März 2006 von Amazon Customer

versus
986 von 1.106 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Pure Abzocke!
Vorab: Die Bewertung bezieht sich keinesfalls auf den eigentlichen Inhalt des Buches, welcher meines Erachtens 10 Sterne verdient hätte.

Keine Frage, das Buch ist inhaltlich genial, habe es letztens geschenkt bekommen.
Ich konnte mich meiner Neugier aber nicht verwehren und habe deswegen auch die englische Ausgabe angelesen, und nun bin ich zu dem...
Veröffentlicht am 12. Juli 2012 von Mythenmetz


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484 von 522 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zwei Worte: Richtig gut, 15. März 2006
Ich hatte ein wenig gezögert, mir diesen ersten Teil der Saga zu kaufen. Zum Glück habe ich es doch getan, denn ich habe es keine Sekunde bereut! Nach langem, verzweifeltem Suchen halte ich endlich wieder eine richtig fesselnde Fantasy-Reihe in einer mittelalterlichen Welt in den Händen!
Warum ich zögerte? Nun, die Meinungen gehen ja doch sehr auseinander. Von den einen hochgelobt, wird es an anderer Stelle wieder ziemlich zerissen.
Dazu lässt sich sagen, Martins Welt ist keine heile, mitnichten, aber so blutrünstig wie es manchmal heißt nun auch wieder nicht. Es sind halt raue Zeiten, die der Autor da beschreibt in einer Welt voller Intrigen und Ränke. Gewalt spielt eine Rolle, ja, aber auch nicht mehr oder weniger als in anderen Fantasyreihen und ich habe ehrlich gesagt schon weitaus Schlimmeres gelesen.
Ja und die Sache mit dem Sex... da heißt es unter anderem in etwa (den ganz genauen Wortlaut weiß ich jetzt nicht mehr) "Nach Art des Pferdevolkes drehte er sie auf den Bauch". Detailliertere Beschreibungen eines Aktes wird man nicht finden und solche Szenen kommen eigentlich auch nicht sehr häufig vor. Von Pornographie ist "Das Lied von Eis und Feuer" also meilenweit entfernt.
Das zu Beginn noch nicht allzu viele Fantasyelemente enthalten sind, störte mich eigentlich weniger. Außerdem ahnt man bald, mit welchen Wesen man es später wohl noch zu tun bekommt und das Warten macht es nur umso spannender!
Es gibt viele Charaktere und genauso viele Handlungstränge. Im Fokus liegt dabei zunächst sicherlich die Familie Stark, die es im Laufe der Zeit in alle Winde verstreut. Da ist z.B. Eddard Stark, der zur Rechten Hand des Königs avanciert und mit ihm an den Hof reist. Seine Frau Catelyn, die zunächst auf Winterfell bleibt aber dann aus bestimmten Gründen (das an dieser Stelle zu erklären würde jetzt zu sehr ins Detail gehen) ihrem Mann folgt. Die Brüder Robb und Bran Stark, die alleine auf Winterfell bleiben und Starks Bastard Jon Snow, der auf die Mauer (die vor einer mysteriösen Gefahr abhalten soll, von der man aber erst im Laufe der Zeit erfährt) an der Grenze des Reiches "abgeschoben" wird, und, und, und...
Natürlich wird schnell klar, dass die Lannisters - von Natur aus keine Freunde der Starks und durch die Königin (einer Lannister) in ziemlich mächtiger Position - auch bald eine größere Rolle spielen. Allen voran der Charakter des zwergwüchsige Tyrion, dessen einzige Verteidigung gegen die Verachtung die er zeitlebens erfahren musste sein Zynismus, seine große Klappe und das helle Köpfchen sind.
Und dann sind da noch Daenerys und ihr Bruder, letzte Überlebende der einstigen dahingemordeten Königsfamilie, die sich - der eine mehr, die andere weniger freiwillig - einem wandernden Reitervolk angeschlossen haben. Natürlich mit dem Ziel, die einstige Heimat und den Thron zurückzuerobern.
Sie alle Leben ihr eigenes Leben weiter mit ihren Problemen an den Schauplätzen ihrer Standorte, und es ist wirklich faszinierend, die Geschichte aus so vielen Blickwinkeln zu erfahren, dank Martins hervorragender Erzählweise, immer aus der Sicht des jeweiligen Protagonisten dem das Kapitel gerade gewidmet ist. So sieht man die Welt einmal mit den Augen eines erwachsenen Mannes, dann wieder mit denen eines Kindes. Zunächst gebildete Meinungen geraten dabei schnell ins Wanken, wenn man die Sichtweise des "Feindes" erfährt und diese einem plötzlich so verständlich erscheint. Wieder andere, die man nach außen hin erstmal zu den "Guten" zählte, zeigen sich in ihrem Wesen dermaßen borniert und kleinkariert, dass sie bald sämtliche Pluspunkte verspielt haben.
Das hat natürlich schon zur Folge, dass je nachdem welchen Charakteren man seine Symphatien schenkt, im ersten Augenblick schon mal Längen entstehen können bis man wieder an ein Kapitel mit diesen Protagonisten gelangt. Aber jedesmal wenn ich dann dachte: "Och schon wieder der..." hat mich die Erzählung trotzdem ein ums andere Mal gefesselt, auch wenn ich mit dem speziellen Charakter nicht so viel anfangen konnte.
Die Story ist einfach zu vielschichtig und fesselnd, die Charaktere zu tiefgründig, die Aufklärung mancher Geheimnisse zu interessant, um sich auch nur etwas davon entgehen zu lassen!
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300 von 336 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Und noch ne Rezension, 20. April 2007
Ein schon jetzt sehr interessanter Roman. Deswegen "schon jetzt", weil er ja noch nicht fertig ist. Ähnlich wie bei Harry Potter, nur noch um einiges langsamer, steht die Zahl der Einzelbände schon fest, nur bis sie mal erscheinen, vergehen viele Jahre. Im Moment haben wir 8 davon, und insgesamt 12 sollen es werden. Wobei der hiesige Verlag aus einem englischen Original immer zwei Bücher macht. Damit lässt sich mehr Geld einnehmen, was ich zwar nicht wirklich toll finde, aber ich werde deswegen keinen Stern abziehen, keine Sorge.

Zur Geschichte ist schon so viel gesagt worden, dass ich da nichts Neues beisteuern kann. Aber ich versuche es trotzdem.

Der Winter steht bevor. In dieser Welt dauern Sommer und Winter immer mehrere Jahre, insofern ist es ganz gut, wenn man beginnt, sich ein paar Vorräte anzulegen. Allerdings hat das Land erst mal andere Probleme.

Es beginnt auf einer Lokalfürsten-Burg, wo Eddard Stark an den Königshof berufen wird, um dort wichtige Aufgaben zu übernehmen. Also geht er mit seiner Familie in die Hauptstadt und gerät in eine Intrige, die dem König und noch vielen anderen das Leben kostet. Die Familie Stark wird in alle Winde verstreut, und jedes Mitglied muss sich auf seine eigene Weise durchbeissen.

Es folgt ein erbitterter Krieg, denn viele Leute fühlen sich berufen, die Nachfolge des Königs anzutreten. Imitten dieses Kuddelmuddels wird leider übersehen, dass sich im ewigen Schnee des Nordens eine Armee, bestehend aus blauäugigen Untoten formiert.

Und dann ist da noch die Geschichte von Daenerys, einer Exil-Prinzessin, deren Vater mal der König war, bis er wegen Wahnsinns abgesetzt wurde. Daenerys wird auf einem anderen Kontinent von ihrem Bruder, der ebenso wie Daddy nicht mehr alle Latten im Zaun hat, an einen Dschingis-Khan-Verschnitt (Khal Drogo) verkauft, damit dieser ihm helfen möge, den Thron seines Vaters zurückzuerobern. Als Hochzeitsgeschenk gibt es drei Dracheneier. Doch bis man herausfindet, wie daraus Drachen schlüpfen, muss so einiges passieren.

Fantasy also. Die Handlung geht mit Magie allerdings so extrem sparsam um, dass man bisweilen den Eindruck hat, einen historischen Mittelalter-Roman zu lesen. Aber warum auch nicht? Historische Romane und Fantasy bedienen immerhin sehr ähnliche Leserwünsche.

Und so beginnt die Geschichte nicht mit Orks und Trollen oder irgendwelchen Energiekugelverschiessenden bösen Mächten, sondern mit Intrigen am Königshof, familiären Tragödien und einer sehr detaillierten Beschreibung der Fantasy-Welt, die einen an England im 12. oder 13. Jahrhundert erinnert. G.R.R. Martin hat sich, was Namen, Orte und Konstellationen angeht, sehr eng an die englischen Rosenkriege angelehnt. So dürfte er bei der Familie Stark das Haus York und bei Lannister Lancaster im Kopf gehabt haben. Es gibt übrigens sehr viele Figuren, Namen, Verwandschaftsbeziehungen, was manche Leser überfordern mag. Die Betonung liegt aber auf MANCHE. Ich zum Beispiel bin mit so etwas eigentlich recht schnell überfordert und muss oft zurückblättern, weil ich nicht mehr weiss, wer wer ist - nicht aber in diesen Büchern. Ich habe kein einziges Mal den Überblick verloren.

Was macht die Faszination dieses Werkes aus? Was hebt es aus der Masse der Fantasy-Romane heraus? Man ist versucht, zu sagen, es sei die Brutalität. Es wird gemordet, verstümmelt und vergewaltigt was das Zeug hält. Sind es die unerwarteten Wendungen? Immer, wenn man denkt, es wird gleich dies und jenes passieren, kommt es völlig anders. Meist katastrophal anders.

Nun, ich denke mal, das Besondere an diesem Zyklus sind die detaillierten und sehr realistisch wirkenden Charaktere, von denen jeder seine guten Gründe hat, zu tun, was er tut. Platte Bösewichte, die die Welt beherrschen wollen, sucht man vergeblich - gottseidank - ebenso wie unfehlbare Helden in nie verschmutzenden Rüstungen. Die Menschen sind Menschen. Sie sind verletzlich, haben Gefühle, Charakterstärken und -schwächen, es gibt Humor ... und sie versagen oft im alles entscheidenden Moment. Wie im wirklichen Leben.

Gelegentlich blitzen auch mal Humor und Lebensmut auf, und da hat der Autor mit der Figur des Tyrion eine Glanzleistung hingelegt. Geboren als zwergwüchsiger Quasimodo, trotz seiner herausragenden Intelligenz verachtet vom eigenen Vater und stets im Schatten seines schönen aber sinistren Bruders, ist er dennoch ein lebensbejahender warmherziger Mensch mit Sinn für weltliche Freuden und einem herrlichen Sarkasmus, der ihn einem sofort ans Herz wachsen lässt.

Ebenfalls bemerkenswert ist für mich die Figur der Arya Stark, eines kleinen Mädchens, das in den Wirren des Krieges nach ihren Verwandten sucht und herumgestossen wird, sich aber dennoch in dieser Welt, die so gar nichts für kleine Mädchen ist, behaupten kann und sich zu einem nicht zu unterschätzenden gefährlichen kleinen Ding entwickelt.

Langer Rede kurzer Sinn: Das ist für mich die derzeitige Referenz für Fantasy. Grossartiger geht es kaum noch. Ein Geniestreich.
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986 von 1.106 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Pure Abzocke!, 12. Juli 2012
Vorab: Die Bewertung bezieht sich keinesfalls auf den eigentlichen Inhalt des Buches, welcher meines Erachtens 10 Sterne verdient hätte.

Keine Frage, das Buch ist inhaltlich genial, habe es letztens geschenkt bekommen.
Ich konnte mich meiner Neugier aber nicht verwehren und habe deswegen auch die englische Ausgabe angelesen, und nun bin ich zu dem Urteil gekommen, dass dasm was der Blanvalet Verlag hier macht, schlichtweg Abzocke ist: Wer hat sich denn den Mist einfallen lassen, jedes der 5 bisher erschienen englischen Originale auf 10 Bände aufzuteilen, und dann auch noch für jeden den vollkommen ungerechtfertigten Preis von 15€ bzw. 16€ zu verlangen? Einfache Rechnung, 10x15€ sind 150€ für alle bisher erschienenen deutschen Bände der neuen Ausgabe, wo man zb hier [...] (Amazon) alle fünf englischen Bände für weniger als 25€ bekommt!! Und man bedenke: es kommen noch 2 englische Bände, ergo 4 deutsche Übersetzungen, die garantiert an die 20-25€ kosten werden. Garnicht davon anfangen will ich, wie bescheuert die Übersetzung teilweise im Vergleich zum Original ist, die in keinster Weise eine solche Preissteigerung rechtfertigen würde!
Ich bin wirklich traurig darüber, dass ich keine Rechnung zu dem Buch bekommen habe, sonst hätte ich das Buch schon längst zurückgegeben! Es handelt sich hier schlichtweg um Abzocke, da hoffen diejenigen wohl, die diese Preise festgelegt haben, dass genug Leute, angezogen vom derzeitigen Erfolg der Serie und der Bücher in den USA, dumm genug sind die komplette Reihe bei Blanvalet zu kaufen!
Ich empfehle jedem, der auch nur halbwegs Englisch kann, die englische Version der Bücher zu lesen und für bessere Qualität WENIGER auszugeben!

PS: Es handelt sich bei meinem Exemplar um ein Buch der !!!10.!!! Auflage, und dennoch sind die Preise so hoch, als ob das Buch erst gestern erschienen wäre.

PPS: Ich war heute in der Buchhandlung, und hab den 5. englischen Band in der Hardcover Edition in der Hand gehabt (entspricht den deutschen Bänden 9 & 10). Ein riesiges, schön gebundenes Buch, dickes Papier, große Schrift. Und gekostet hats 19,90 €, wohingegen die deutschen Paperbacks 9 & 10 zusammen 30€ kosten. Hut ab, Blanvalet.
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147 von 172 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Inhalt sehr gut, Übersetzung mangelhaft, 11. Dezember 2007
Wer die Bücher kennt, wird fragen: Warum nur 3 Sterne? Das Lied von Eis und Feuer ist doch die brillianteste Fantasy-Reihe aller Zeiten.

Richtig, wer die Bücher im Original liest, also auf englisch, wird mit Abstand nichts besseres finden:

- Die Welt, auf der die Saga rund um die sieben Königreiche spielt ist keine 80/15-Welt, die wir in dieser Form schon in tausend anderen Romanen erlesen haben.
- Sämtliche Charaktere sind ausgefeilt und haben für ihr (zum Teil absurd erscheinendes) Verhalten logische oder zumindest nachvollziehbare Gründe.
- Die Geschichte ist höchst komplex und selbst nach mehrfachem Lesen bin ich immer wieder überrascht, welche Details dann doch von Belang waren.
- Es ist endlich eine Fantasy-Sage, die meilenweit vom klassischen gut/böse-Schema abweicht.

Das und alles andere sind aber Details, von denen praktisch alle Rezensionen überquellen. Was dagegen gern verschwiegen wird ist die grottenschlechte Übersetzung. (Vielleicht fällts mir auch nur auf, weil ich das englische Original gelesen habe...) Da werden teilweise Begriffe übersetzt und andere nicht.

Hier zwei Beispiele aus der Einleitung:

- Dort klettern ein junger Nachtwächter namens Will (laut dt. Übersetzung) einen "Wachbaum" hoch und der Leser dürfte sich wundern, warum um alles in der Welt er sich dabei mit Harz die Hände verklebt und sich die Haut mit Nadeln aufkratzt. Wenn man aber weiß, dass das englische Wort "sentinel" sowohl Wächter als auch großer Nadelbaum heißt, wird klar, dass der "Wachbaum" in Wahrheit eine Tanne, Fichte oder sonst ein Nadelbaum ist. (Und dann ist es auch logisch, dass jung-Will sich die Finger mit Baumharz verklebt. Wers nicht versteht, gehe mal eben in den Wald klettere einen knapp 50 Meter hohen Nadelbaum herauf.)

- Ebenfalls sehr unschön sind nicht-übersetzte Wärter wie "moleskin". Tja, es mag ein wenig seltsam klingen, aber der Lord, welcher mit den beiden Nachtwächtern im eisigen Norden unterwegs ist, trägt Handschuhe aus Maulwurfsleder. (Ein "mole" ist ein Maulwurf und skin heißt nicht nur Haut sondern auch Leder.)

- Und warum werden einige Namen übersetzt und andere nicht? Entweder ich belasse sie aus Stilgründen im englischen Original (und biete dem Leser im Idealfall eine Fußnote, die den Namen erklärt) oder ich übersetze alle, wenn das möglich ist. Aber auch davon scheint das Übersetzungsteam (wenns denn eines gibt) nichts zu halten.

Wie gesagt ist die Reihe "Das Lied von Eis und Feuer" aus meiner Sicht die beste Fantasy-Reihe, aber die deutsche Übersetzung scheint mir nicht von einer Person sondern von einem automatischen Übersetzungsprogramm erstellt worden zu sein. Dafür praktisch doppelt so viel Geld haben zu wollen wie für das Original ist eine Frechheit. In Anbetracht der Tatsache, dass der erste Band mittlerweile in der siebten Auflage erschienen ist, scheint man bei Blanvalet auch keinen Bedarf an einer Nachbesserung zu haben.
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Fesselnd und überraschend !!, 26. November 2002
Das Buch ist schon ne ganze Weile in meinem Regal und ich hab es eigentlich immer nach hinten geschoben, weil ich vorher noch dies oder jenes lesen wollte. Gekauft hatte ich es zum antesten, weil ich die Rezensionen gelesen hatte und es sehr verheissungsvoll klang. Doch die Illustration des Buches hat mich nicht so überzeugt, es sieht so nach Groschenroman aus. Aber dies gehört wohl zum Fantasy-Genre inzwischen wohl dazu, weil dieses Genre in Deutschland irgendwie völlig falsch definiert ist. Dies haben wohl aber TV-Serien wie Xena, Hercules und sonstiger Schund ausgelöst.
Ich bin immer wieder drüber gestolpert beim stöbern, hab dann auch mal das Original gesehen und auch die Illustration dessen und auch den Originaltitel und nun konnte ich den Einstieg wagen, es sah dann doch viel viel erheissungsvoller aus.
Und was passiert?
Quasi von der ersten Seite weg hat mich dieses Werk gefesselt, die Personen bekamen Gesichter und Stimmen, die Story tröpfelt eigentlich, doch in Wirklichkeit rast sie voran, der erste Teil stellt im Grunde erst einmal alle Häuser und Geschlechter vor, charakterisiert sie und gibt ihnen einen Platz in Martins Welt Westeros. Doch an alles Ecken dieses Reiches passieren kleine Dinge, wo man am lesen schon merkt, das wird alles noch ein riesengrosses Spektakel. Eigentlich wird im Vorspann schon in eine riesengrosse Gefahr eingeführt, die dann nicht mehr erwähnt wird. Das wird wohl bald auf mich zukommen, denn ich habe mich nach der letzten Seite der "Der Herren ...." sofort über "Die Erben ..." gemacht.
Ich muss wissen was passiert!
Und das ist eigentlich das beste Zertifikat, das man einem Buch ausstellen kann. Hervorzuheben ist sicherlich noch, das mit den in anderen Fantasybüchern reichlich um sich geworfenen Fabelwesen und Gestalten und Geistern und Landschaften hier sehr sparsam umgegangen wird. Es ist eine eigene Welt, in der es auch Lebewesen gibt, die uns völlig neu sind, aber im Grunde geht es hier um die Geschichte und um Charaktere und nicht um gekreuzte Monster und grüne Waldmenschen und rote Vulkankrokodile und was weiss ich. Hier ist spannung pur in einer erst romantisch anmutenden Welt, die ihr grausames Gesicht immer ein Stückchen mehr offenbart.
Lange nicht mehr hat mich ein Buch so gefesselt. Ich kann es kaum erwarten, dass es weitergeht.
Fazit: Einsame Spitze !!
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14 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Rezension der Audioversion, 31. August 2014
Rezension bezieht sich auf: Game of Thrones - Das Lied von Eis und Feuer 1 (Hörbuch-Download)
Über die Qualität der Buchreihe muss man kein Wort mehr verlieren, daher hier ausdrücklich nur ein paar Anmerkungen zur Umsetzung des Hörbuchs.
Der Sprecher liest sehr langsam, für meinen Geschmack zu langsam. Das hat unter anderem zur Folge, dass sich Ned Stark anhört wie ein müder alter Mann.
Sehr nervig ist die Aussprache der Namen. Wer die Serie gesehen hat, wird die Hörversion des Buch unter Umständen schwer ertragen – mir jedenfalls ging es so - da der Sprecher sich die Freiheit nimmt, die Namen so auszusprechen, wie er denkt. Y wird fast durchgehend wie „ü“ ausgesprochen, „ae“ wird als zwei sauber getrennte Vokale ausgesprochen. Man ahnt, was dem Gehör bevorsteht: Arüa (mit Betonung auf der 2. Silbe!), Catelün, Da-enerüs, A-erüs Targarüen, Lüsa Arrün,…Für mich werden durch einen solchen ignoranten Umgang mit Eigennamen regelmäßig tolle Bücher verhunzt und ich frage mich, weshalb die Verlage nicht mehr Wert auf eine gute Qualität bei den Hörversionen legen.
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143 von 170 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Drama und Charakterstudie über die Abgründe menschl. Natur, 18. November 2003
Es fällt nicht leicht, dieses Buch zu beurteilen. Zunächst muss ganz klar gesagt werden, dass es sich um kein klassisches Fantasywerk handelt. Es gibt keine glorreichen Protagonisten, keine Helden, keine Bösewichte, keine exotischen Abenteuer und Schauplätze, fast keine nichtmenschliche Rassen und Kreaturen. Das Buch ist eine Geschichte über Charaktere, die in einer mittelalterlichen Welt leben. Es ist eine Studie über menschliche Perversität, Verrat, übelste Morde und verbitterte Protagonisten. Die Story selber tritt dabei in den Hintergrund und hat eher eine untergeordnete Funktion. Vielmehr geht es darum, bittere und üble menschliche Schicksale zu beschreiben. Da werden Kinder vergewaltigt und ermordet, es herrscht Inzest, Brutalität und Erbarmungslosigkeit. Einige Leser könnten Martin literarischen Sadismus vorwerfen, andere loben seinen Realismus und linguistische Intensivität.
Freunde klassischer Fantasy vermissen das Abenteuerliche und Romantische sowie die epische Geschichte. Martin kaschiert seine etwas zu dünne Story mit unzähligen, komplexen Handlungssträngen und Protagonisten. Für viele Leser könnte der Spaß bei der x-ten Kinderschändung und dem erneuten Tod eines Protagonisten aufhören.
Auch Anhänger von Sword&Sorcery werden schlecht bedient. Kampfszenen gibt es nur vereinzelt, Magie zu Beginn überhaupt nicht.
Dennoch übt das Buch eine gewisse (fast voyeuristische) Faszination auf den Leser aus. Es ist ungeheuer spannend und motivierend - die einzelnen Handlungsstränge sind im Episodenstil, wie in einer Seifenoper miteinander verknüpft (Martin war Drehbuchautor für Horrorgeschichten). Trotz der intensiven-, dramatischen Elemente wird man unterhalten.
Fazit: Kein Buch für Romantiker und Leser, die „gute" Enden mögen oder Heldensterben verabscheuen. Vor allem kein Buch für 13-jährige, die von „Herr der Ringe" fasziniert waren und eine Nachfolgegeschenk wünschen. Kein Buch für Abenteuerfanatiker, die es lieben, neue Welten zu erkunden und fantastische Ideen erwarten. Für diesen Personenkreis ist das Buch 1 Stern wert.
Geeignet für Fans düsterer und dramatischer Geschichten, für Leser, die eine Demonstration mittelalterlicher, menschlicher Abgründe mögen, 5 Sterne.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Hörbuchfassung - Bei allen 7 Höllen…!, 2. Juni 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Unbestritten ist "Das Lied von Eis und Feuer", ein gigantisches Mittelalter- / Fantasywerk. Spannend, episch, fesselnd. Lesespaß von der ersten bis zu letzten Seite. GRR Martin versteht es den Leser in seine Welt zu entführen und nicht mehr freizugeben.

Die Hörbuchfassung jedoch… bei allen sieben Höllen… diese Verunstaltung der Namen schneidet tiefer als jedes Schwert! Zumindest für jemanden der an die neue Übersetzung oder/und die TV Verfilmung mit eingedeutschten Namen gewohnt ist. In der Hörbuchfassung werden ausschließlich die englischen Eigennamen verwendet, sei es sei Menschen oder bei Orten. Das ist so verwirrend und klingt irgendwie lächerlich das man manchmal glaubt eine Persiflage auf Das Lied von Eis und Feuer zu hören. Bringt einen völlig aus dem Rhythmus. Doch damit nicht genug. Während man bei den eingedeutschten Namen noch von Geschmacksache sprechen könnte und sicher geteilter Meinung sein kann, hört der Spaß bei der Aussprache der GWOHNTEN (und nicht geäderten) Namen/Titel endgültig auf. Ma-ester? Arüa? Kätlün? OMG! Das grenzt schon an Köperverletzung!
Hatte eigentlich vor nach und nach alle Hörbücher zu kaufen anstatt die Buchreihe ein zweites Mal zu lesen und die Bände die ich noch nicht gelesen habe vllt nur zu hören. Das lass ich mal besser…

Wer sich also mit dem Gedanken trägt die Hörbuchfassung zu kaufen, dem kann ich nur unbedingt empfehlen vorher zumindest reinzuhören (wenn möglich) ansonsten könnte es eine böse Überraschung geben.

Die Print Ausgabe bekäme von mir 6 von 5 Sternen, doch ich beurteile hier die Hörbuchfassung und die hat eigentlich nicht mehr als einen Stern verdient. 3 Sterne nur weil die Story einfach toll ist und selbst von dieser Vertonung nicht ganz kaputt zu kriegen ist
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen WOW!, 15. April 2012
Gleich zu Anfang: Für mich die beste Fantasy-Saga die es gibt. Wer sich so etwas ausdenkt, Respekt!
Das Buch habe ich angefangen, nachdem ich die erste Staffel der auf den Büchern basierenden Serie 'Game of Thrones' gesehen hatte.
George Martin beschreibt alles so realistisch und bis ins kleinste Detail, dass man meint, man ist live dabei und das ganze würde gerade wirklich passieren. Auch beschönigt er nichts. Es gibt nicht die Helden, die aller Gräueltaten zum Trotz bis zum Ende überleben. Manchmal vielleicht leider, weil viele Charaktere gewinnt man richtig lieb... Und trotzdem ist es ein Meisterwerk, das man meiner Meinung nach mit nichts vergleichen kann.
Die Geschichte beginnt zunächst in Winterfell, dem Wohnsitz und Hütern des Nordens: den Starks. Der König kommt samt Gefolge und bittet Eddard Stark als seine rechte Hand an den Hof. Zunächst will Eddard nicht, aber schließlich geht er doch und so nimmt alles seinen Lauf. Das Spiel um die Throne beginnt zunächst langsam, aber zu keiner einzigen Stelle wird es langweilig. Es werden auch immer wieder viele neue Charaktere eingeführt, die alle irgendwie interessant sind. Man möchte einfach immer wissen, wie es weiter geht. Auch ist es sehr schön, dass die Geschichte immer wieder von anderen Personen erzählt wird. Dass macht das Ganze noch spannender.
Das einzige was ich sehr schade finde, ist, dass die englischen Bücher geteilt wurden. Viel schöner wäre ein Band gewesen.

Fazit:
Das Buch ist für alle Fantasy- und Historien-Fans eine wahre Pracht. Meiner Meinung nach sollte man sich 'Das Lied von Eis und Feuer' nicht entgehen lassen! Wer aber eine romantische, seichte oder gar eine Geschichte mit Happy-End erwartet, ist hier ganz falsch beraten. Es passiert nicht nur einmal, dass man einen Charakter über die Bände hinweg richtig lieb gewinnt und er dann lapidar auf einer Seite sterben muss (das waren öfter meine WTF Momente... kann doch nicht sein O.o)
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17 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kraftvoll sondergleichen, 27. November 2011
Es ist schwierig, sich zu überlegen, was man dem erwartungsvollen Leser eines Reviews zu "Die Herren von Winterfell" sagen soll, weil man kaum weiß, wo man zu beginnen hat. Die "Ein Lied von Eis und Feuer"-Serie hat so viele Stärken, dass es schwierig ist, zu entscheiden, welche man betonen und sogar, auf welche man zuerst eingehen soll. Es ist auch hart, einen Vergleich innerhalb des Genres zu finden, durch das man dem Leser die Kraft dieser Serie näher bringen könnte. Ich glaube nicht, dass dieses Review dem wahren Können des Autors gerecht wird, aber ich will versuchen, es dem Leser des Reviews nahe zu bringen.

Mag eine Zusammenfassung des Plots zunächst wie Fantasy von der Stange á la Jordan, Goodkind und Paolini anmuten, so ist dieses Buch und die ganze ihm folgende Serie doch ein ganz eigenes Kaliber. Der Autor, George R. R. Martin, ist ein wahrer Meister seines Fachs. Sein Stil ist bildhaft und ausdrucksstark, dabei verzichtet er jedoch auf unnötige Schnörkel, die die Sätze aufgeblasen und rosarot würden wirken lassen. Im Gegenteil ist seine Sprache prägnant und kraftvoll, er bringt die Dinge auf den Punkt. Es gab einige Wendungen und Beschreibungen, die ich schlicht und ergreifend wunderschön fand. Da wird etwa ein Pferd folgendermaßen beschrieben: "Es war grau wie das winterliche Meer, mit einer Mähne wie Silberrauch." Später wird uns über eine Stadt gesagt: "[...] die breiten winddurchwehten Straßen [sind] mit Gras und Schlamm gepflastert und von wilden Blumen wie ein Teppich überzogen." Durch diese Prosa wird Westeros so lebendig und greifbar wie unsere eigene Welt, man sieht sie und alles, was sich auf ihr abspielt, geradezu vor sich. Die Serie ist also sowohl für Menschen geeignet, die keinen übermäßig poetischen Stil mögen als auch für solche, denen es oft zu trocken wird. Mr. Martin findet ein großartiges Mittelding. Die Prosa ist so kraftvoll und umtriebig, dass es mir einige herrlich groteske Szenen, die ich bei einem anderen Autor als um Aufmerksamkeit hurende Ekel-Element eingestuft hätte und die ich hier aufgrund von Spoiler-Gründen nicht verraten will, schwer gemacht haben, zu entscheiden, ob ich lachen, weinen oder einfach schreien soll - und das ist hier durchaus positiv gemeint.
Auch muss man lobend erwähnen, wie viel der Mann recherchiert hat. Ich bin kein Historiker oder ein Spezialist für irgendetwas, was innerhalb und jenseits dieses Universums existiert, aber ich konnte keinen einzigen Fehler sachbezogener Natur in den Büchern ausmachen. Ein klassisches Beispiel innerhalb des Fantasy-Genres sind die "Roboter-Pferde", die kaum jemals Nahrung oder Schlaf brauchen und stunden- oder sogar tagelang ohne Pause galoppieren können. Mr. Martin begeht solche Fehler nicht. Auch und besonders hat er sich über die Kriege informiert, auf denen die Serie basiert, den Hundertjährigen Krieg und die Rosenkriege. So man sich selbst damit befasst hat, kann man auch, obwohl es sich hierbei um keine strikte historische Fantasy handelt, einige Dinge finden, die einem vielleicht ein Schmunzeln oder ein wissendes "Ah!" entlocken. Beispielsweise die Namen der Häuser Stark und Lannister, die direkt von den englischen Häusern York und Lancaster zu stammen scheinen.

Anders als etwa bei Tolkien (an den Mr. Martin übrigens durch den Charakter des Samwell Tarly eine hübsche Hommage liefert), der das Hauptaugenmerk seiner Schriftstellerei seiner Welt Mittelerde gewidmet hat, ist die Ein Lied von Eis und Feuer-Serie sehr charakter-zentrisch, doch das tut der Qualität der Serie keineswegs Abbruch: Weder innerhalb noch außerhalb des Genres Fantasy habe ich kaum jemals so detailreich gezeichnete, so überaus menschliche, so verschiedenartige Charaktere gesehen, die so nachvollziehbar handeln - hier gibt es kein "Gut" und "Böse". Im Gegenteil tut Mr. Martin alles, um uns, den Lesern, zu zeigen, dass jeder Mensch in Wahrheit "grau" ist. Wie in einem echten Krieg gibt es auch in Westeros keine endgültige, unantastbare "Wahrheit". Eine Besonderheit der Serie ist, dass jedes Kapitel aus der Sicht eines anderen Charakters erzählt wird, von denen es sehr viele gibt, dabei begeht der Autor jedoch nicht den Fehler, uns als Leser alles doppelt und dreifach aus verschiedenen Perspektiven erfahren zu lassen. Allerdings erlaubt uns der Blick in all die verschiedenen Köpfe, all die Motivationen zu sehen, all die Absichten und moralischen Vorstellungen, sodass wir deutlich sehen, dass zwischen "richtigem" und "falschem" Handeln oft nur ein sehr schmaler Grat und dass der Sieg des einen zugleich die Niederlage des anderen ist - und umgekehrt.
Hier möchte ich besonders betonen, dass es Mr. Martin auf herausragende Weise schafft, auch Personen auf realistische Weise zu charakterisieren, mit denen andere so ihre Probleme haben. Die Kinder in seinen Büchern benehmen sich weder wie Babys noch wie kleine Erwachsene, sondern durchaus ihrem Alter entsprechend, und auch in die Gefühlswelt von Frauen kann er sich weit besser hineindenken als so mancher männlicher Autor seines Alters, wie etwa Jordan, dessen weibliche Charaktere alle ständig schniefen, sich die Röcke glatt streichen und die Arme unter der Brust verschränken und außerdem ein merkwürdiges Talent dafür haben, in Situationen zu gelangen, die sie halbnackt zurücklassen. Mr. Martin hingegen zeigt schon mit den beiden Stark-Töchtern Arya und Sansa, ihrer Mutter Catelyn und der Königin Cersei, später auch mit Asha, Brienne, Ygitte, Jeyne, Daenerys und vielen anderen eine breite Palette sehr unterschiedlicher Charaktere, die alle als solche so viel Respekt bekommen, wie sie verdient haben, und nicht nur zum Vergnügen des "Helden" und des Autors da sind und lediglich im Schatten ihrer Männer, Väter und Brüder präsentiert werden.
Außerdem sind die Charaktere realistische Produkte ihrer Welt, mit ihren Sitten, Gebräuchen und Normen, die sich zum Teil sehr von den "normalen", heutigen, westlichen unterscheiden, schon, weil Mr. Martin sich wirklich viel Mühe gegeben hat, die Welt als mittelalterlich darzustellen. So ist etwa, anders als in vielen Fantasy-Romanen, keines der Edelfräulein geschockt, als es erfährt, dass es ohne das eigene Einverständnis an einen vielleicht sogar viel älteren Mann verlobt wurde - diese Mädchen haben ihr Lebtag damit gerechnet, sind mit der Vorstellung aufgewachsen und wundern sich nicht über diese "Grausamkeit". Auch, dass einige Mitglieder dieser Gesellschaft wegen Dingen, an denen sie nicht schuld sind, von anderen schief angeschaut werden, wird nicht als unfassbare Gemeinheit aufgefasst. Jon Snow, der Bastardsohn Lord Eddard Starks etwa, oder Tyrion, den kleinwüchsigen Bruder der schönen Lannister-Zwillinge, regen sich nicht endlos darüber auf, wie ungerecht das alles ist, sondern nehmen es, wenn schon nicht als angenehm, doch einfach als gegeben hin.
Auch sei lobend erwähnt, dass Mr. Martin keinen seiner Charaktere so sehr liebt, dass er ihn vor einem grausamen Tod retten würde. Gerade im Genre Fantasy überleben die "Guten" oft, weil der Autor es offenbar als moralisch falsch erachtet, sie sterben zu lassen, oder, schlimmer noch, sie werden durch ein magisches Ritual oder Ähnliches zurück ins Leben gerufen. Mr. Martin hingegen lässt zu, dass seine Charaktere einen - oftmals unschönen - Tod finden, wenn ihre Zeit gekommen ist. Manch ein Leser mag diesen Aspekt der Serie als unschön empfinden, da er sich quasi von Charakteren, die er vielleicht bereits sehr lieb gewonnen hat, trennen muss, für mich persönlich trägt das allerdings nur zur Kraft dieser Bücher bei. Auch ich war so manches mal sprachlos und traurig, wenn ein Charakter, den ich sehr wertschätzte, auf vielleicht sogar brutale Weise sein Ende fand, aber das erschien mir nie wie billiges Heischen von Aufmerksamkeit, sondern intensivierte noch das Leseerlebnis. Nachdem in Generischem Fantasybuch XYZ die Helden zigmal in tödlicher Gefahr schwebten und es doch jedesmal überlebten, war es eben nicht mehr sonderlich spannend - bei Mr. Martin kann man nicht sicher sein, dass die Charaktere überleben!

Ich weiß, dass es für viele Leute auch Gründe gibt, die Serie nicht zu lesen: Wie schon erwähnt, gibt es hier keine klar definierte, archetypische gute oder böse Seite, keinen bösen Overlord, der zu stürzen ist, niemand, auf den man zeigen und schreien kann: "Er ist schuld!" Leser eher idealistischer Fantasy werden sich in Westeros nicht wohlfühlen, denn diese Welt ist dreckig, hässlich und grau. Tatsächlich liefert der Autor im Charakter Sansa eine herrliche Dekonstruktion einer Prinzessin aus klassischer, idealistischer Fantasy - sie hofft auf ein Happy End, sieht nur die positiven Seiten und denkt, dass alles gut enden wird, weil sie hübsch und rechtschaffen ist. Außerdem natürlich ist die Serie bereits sehr lang und noch unvollendet, wodurch sich einige sicher auf den Schlips getreten fühlen. Der Fairness halber muss auch noch hinzugefügt werden, dass es in dieser Fantasy mehr um den Krieg, die Leute und die Entwicklung der Welt geht als darum, möglichst viel "Zauberhaftes" zu zeigen. Man wird nicht auf jeder Seite fünf Elfen und zehn Orks finden, Magie ist nicht übermächtig und glitzernd, sondern wird mehr in Prophezeiungen und fremdartigen Mächten und dergleichen ausgespielt und die Bücher lesen sich insgesamt vielleicht mehr wie ein historischer Roman denn wie typische Epic Fantasy. Wer darin jedoch keine Makel sieht, der wird die Serie rundherum lieben. Für mich ist die ganze Serie die beste Fantasy seit dem Herrn der Ringe!
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