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TOP 1000 REZENSENTam 3. Mai 2008
'Lycidas' ist ein ungewöhnliches Buch - in mehrerlei Hinsicht.
Zunächst die Welt, in der es spielt. Sie fühlt sich zuerst viktorianisch an, man gewinnt den Eindruck, die Protagonisten seien im London des neunzehnten Jahrhunderts unterwegs, zwischen Wehrwölfen und Gespenstern und all diesen Dingen ...
Aber es ist ganz anders. Tatsächlich handelt die Geschichte im Hier und Jetzt, in einem modernen London, das jedoch erweitert ist um die 'Uralte Metropole', eine Stadt unter der Stadt, Heimstätte mystischer Rassen und Kreaturen, die sich aber erstaunlich nahtlos mit der Oberstadt verzahnt. Marzi's Phantasiewesen gehen ganz selbstverständlich mit der Moderne um, denn sie sind schon immer dagewesen, haben Zeitalter kommen und gehen gesehen. Und in seinem Universum verbringen Engel ihre Tage eben damit, als Straßenmusikanten Sonne in die Herzen der Passanten zu spielen. Manchmal.
Dieses Universum und seine Bewohner sind spannend und anders als alles, was man aus dem Genre kennt. Der Autor spielt mit bekannten Referenzen, verändert sie gleichzeitig aber so subtil, dass tatsächlich etwas Neues entsteht.

Auch die Erzählweise besitzt einen ganz eigenen Charme.
Mit unbekümmerter Leichtigkeit wirft der Autor alles über den Haufen, was die Theorie des Schreibens gemeinhin für gut und richtig hält. Er wirbelt durch Zeiten und Perspektiven, und das Erstaunliche daran ist, dass es funktioniert. Sogar erstaunlich gut.
Auf den ersten Seiten hat mich dieser Erzählstil befremdet, doch dann entwickelt er immer mehr Charme und vermag den Leser schließlich so sehr zu fesseln, dass der das Buch nicht mehr zur Seite legen mag.

Schließlich die Handlung selbst.
Ich könnte 'Lycidas' nicht auf Anhieb in ein Genre einordnen - es ist düstere Fantasy, Märchen und Krimi zugleich, wobei ich Krimi im Sinne der Sherlock-Holmes-Geschichten interpretiere.
Aber auch das trägt zur Faszination bei. Gerade weil das Buch keiner Genre-Regel eindeutig folgt, kann es sich Überraschungen leisten, spannende Wendungen und aufregende Bilder.

'Lycidas' ist eines dieser Bücher, das man abends im Bett zu lesen beginnt und plötzlich bemerkt, dass es schon vier Uhr morgens ist. Und sich dann denkt - ach egal, nur noch zehn Minuten...
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am 3. September 2007
Wenn man sich die Rezensionen so anschaut, scheint es, dass die Leserschaft in zwei Lager gespalten ist. Offenbar liebt man Marzis Lycidas oder man hasst ihn.

Dem möchte ich eine lauwarme 3-Sterne-Rezension gegenüberstellen.

Lycidas ist ein Kessel Buntes, randvoll mit allem was zur traditionellen Schauer-Literatur so dazugehört: Werwölfen, Golems, Elfen, einem Irrlicht, ägyptischen Göttern, stimmungsvollen Schauplätzen, düsteren Herrenhäusern, Engeln, Dämonen, Bibliotheken, tragischen Familiengeschichten, Zauberei und vielen mehr. Das ganze wurde mit einer reichlichen Prise Charles Dickens abgeschmeckt und dann scheinbar ins heutige London verlegt, oder vielmehr UNTER das heutige London.

Es handelt sich um ein London in dem Engel als Straßensänger auftreten, und wo die Tauben vom Trafalgar Square als Spione dienen, ein London mit Virgin Mega Store and Marks & Spencer, das jedoch durch die Augen eines Ich-Erzählers gesehen wird, der schon durch London streifte, bevor Charles Dickens seinen Oliver Twist schrieb.

Dieser Ich-Erzähler Wittgenstein verleiht dem Roman seine höchst eigene, antiquierte Sprache. Er soll wohl als spröde, mit feinem Sinn für Humor charakterisiert werden, doch gelingt dies m.E. nur zum Teil. Zu überfrachtet ist die Sprache. Hinzu kommt, dass Marzi seinen Wittgenstein über Ereignisse berichten lässt, deren Zeuge er nicht selbst ist. So als rekonstruierte Wittgenstein die Geschehnisse. Diese quasi versetzte Perspektive schafft, genau wie die gestelzte Sprache, einen großen Abstand zwischen Leser und Beschriebenem. Die Ereignisse wirken niemals unmittelbar, sie sind stets stark gefiltert. Spannung wird nicht dadurch erzeugt, dass man glaubt dabei zu sein, sondern indem der Erzähler bewusst Informationen verenthält und von Schauplatz (Cliffhanger) zu Schauplatz springt - ohne natürlich selbst zu springen.

Die Tatsache, dass Marzi sich bei Gaiman's genialer "Neverwhere" Welt bedient, und auch bei Dickens oder Filmen wie "God's Army" macht mir eigentlich nichts aus. Schließlich leben wir in der Posmoderne und das Rekombinieren bekannter Elemente ist ja auch in der Musik beliebt und üblich. Auch gegen die Geschichte ist nicht viel einzuwenden. Der Plot ist vielleicht etwas über-konstruiert, aber doch spannend. Es ist die Sprache, gegen die ich etwas einzuwenden habe. Anstatt mich in Marzis Welt zu ziehen, schubste sie mich immer wieder heraus. Zuletzt war ich versucht, eine Strichliste zu führen um zu sehen, wie oft eine Wendung pro Kapitel auftaucht. Auch die Angewohnheit, für kurze Sätze von zwei bis fünf Worten ständig einen neuen Absatz anzufangen, hat den Lesefluss meines Erachtens gestört.

Daher nur 3 Sterne.

Noch etwas: da es in weiten Teilen darum geht, dass Kinder für die üblen Zwecke diverser Protagonisten mißbraucht werden, und da an manchen Stellen (verhüllte) hinweise auf tatsächlichen sexuellen Mißbrauch an Kindern enthalten sind, ist dieses Buch für Kinder kaum geeignet, schon gar nicht für Kinder, die etwas im Stile Harry Potter suchen. Eine minderjährige Heldin macht noch lange kein Kinderbuch.
55 Kommentare85 von 97 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 28. Juli 2010
Ich verzichte mal auf eine Zusammenfassung. Bei einem so oft rezensierten Buch ist die nicht nötig.

Ich bin auf Lycidas aufmerksam geworden, als ich zwei Freunde, die ständig irgendwelche Sätze zitierten und sich köstlich dabei amüsierten fragte, wovon sie eigentlich redeten? Die witzigen Zitate stammten aus diesem Buch, also musste ich es haben!

Ich fing an zu lesen und war mir nach der ersten Seite sicher, dass dieses Buch mein Lieblingsbuch ist. Der Schreibstil, die Art und Weise wie der Autor mit den Lesern redet (Er spricht mit ihnen wie mit Kindern, ähnlich wie beim kleinen Prinz), das düstere London, das an einen Charles Dickens Roman erinnert ... das alles faszinierte!

Als ich dann ein paar Rezensionen las, wunderte ich mich darüber, dass viele sich über die ständigen Wiederholungen und die Langatmigkeit aufregten. Auch die Kritik, dass so viele Zeitsprünge gemacht würden, verwirrte mich.
Bis dahin war mir nur ein Zeitsprung aufgefallen. Dieser ist ganz am Anfang des Buches, denn die Geschichte startet mit einer Szene, die eigentlich kurz vor den Schluss des 1. Drittels gehört.
Dann aber wird das "Wie es dazu kam" recht kontinuierlich berichtet.
Ich wunderte mich wirklich über diese schlechten Rezensionen und fragte mich, wie man sich denn so über die eigentlich recht coolen Wiederholungen wie die Erwähnung, dass London manchmal kleine Kinder mit Haut und Haaren verschlingt, aufregen kann, doch dann ...

Dann war der erste Teil vorüber und der Autor, der Anfangs noch sehr symphatisch beteuert hatte, er würde diese Geschichte nicht so langatmig schreiben wie ein Dickens, verlor sich in endlosen Beschreibungen, Wiederholungen und Zitaten aus Büchern und Liedern. Was mich aber am meisten störte: Er fing immer wieder am Ende eines Ereignisses an zu erzählen und beschrieb dann erst, was vorher geschah. Was im ersten Teil ein hübscher Einstieg war, wurde in den folgenden zwei Teilen zur Qual. Immer wieder wurde die flüssige Geschichte an einer spannenden Stelle unterbrochen und dann an einer Stelle wieder aufgenommen, die weit in der Zukunft lag.

Dazu kommt, dass Actionszenen in der Regel ausgelassen wurden und dann nur durch Protagonisten nacherzählt wurden.

Ich weiss nicht was mit dem Autor passiert ist. Der erste Teil der Geschichte ist vielversprechend und gut geschrieben. Wäre der Rest so weitergeschrieben worden, würde dieses Buch mit allen seinen Nachfolgern einen Sonderplatz auf meinem Bücherregal haben.
Die letzten zwei Drittel aber weisen keine wirkliche Spannungskurve auf. Ich habe mich während des Lesens mehr und mehr gefragt, wann diese Passage, die vor 10 Seiten schon aus einer anderen Sicht beschrieben wurde, endlich zuende ist und wann es endlich da weiter geht, wo das vorletzte Kapitel geendet hat.
22 Kommentare29 von 33 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
Die Überraschung des Jahres. Ich war baff als ich mir dieses Buch aus Mangel an Lesestoff zugelegt habe. Christoph Marzi schreibt mit einer Kraft, die einem manchmal den Atem raubt. Fast spielend bringt er mich zum Lachen, Heulen, spielt mit meinen Emotionen, so daß man nicht mehr in der Lage ist, das Buch zur Seite zu legen.
Was für mich aber das Faszinerenste ist, dass er es schafft verschiedene Mythologien zu verschmelzen und dies überzeugend.
Ich dachte eigentlich immer ich wäre ein weltoffener Mensch, aber Marzi hat meine Grenzen offengelgt und ein Umdenken bewirkt.
Grenzen zieht nur der Mensch, Tiere und andere Wesen interessieren sich nicht für diese gedachten Linien. Dieses gilt auch für die Sagenwelten der Völker, wo man oft überraschende Übereinstimmungen entdeckt. Genauso verhält es sich auch mit den heiligen Schriften der Völker. Auch der Geist des Menschen ist grenzenlos.
Christoph Marzi hat dies in seinem Buch bewiesen.
Menschen, die tiefer gehende Fantasy suchen, die Stoff zum Nachdenken suchen und trotzdem auf Spannung nicht verzichten wollen ist dieses Buch wärmstens zu empfehlen.
0Kommentar18 von 21 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
Teil 1 von 3 und einem Ableger der Romane um die uralte Metropole. Wo die alten Götter sich zum Chef der Handelsgilden aufschwingen, Spinnen Kolonien bilden und die Zeit anders läuft als im Rest der Welt...

Man muss sich bei diesem Buch eine Sache vor Augen halten, was sich auch in den Rezessionen widerspiegelt: Man liebt dieses Buch oder man hasst es. Ich habe nie, wirklich nie die Antwort erhalten "so lala.".

Emily Laing, Waisenkind aus dem verlotterten Stadtteil Rotherhithe (man möge mir verzeihen, falls falsch geschrieben) in London, flieht auf Anraten einer Ratte namens Lord Brewster aus dem Waisenhaus und wird von dem verschrobenen Alchemisten Wittgenstein aufgelesen.
Von da an taucht das junge Mädchen ein in die Stadt unter der Stadt. Die Uralte Metropole war immer und wird immer sein.
Bevölkert von sagenhaften Gestalten und Göttern, kann man dort unten sein Glück machen, oder einen schrecklichen Tod finden.
Und dann hält eine grausame Mordserie beide Städte in Atem. Wem kann man trauen? Die Antwort ist denkbar simpel: niemandem...

Ich habe vor einigen Jahren versehentlich zuerst das dritte Buch "Lumen" gelesen, da mir nicht bewusst war, dass es sich um den Abschlussband einer Triologie handelt.
Und ich habe mich sofort in Marzi's Uralte Metropolo verliebt! Bis heute sind die Bücher einige meiner Liebsten, die schon so zerlesen sind, dass man sie niemandem mehr ausleihen kann und die ich immer wieder gerne zur Hand nehme.

Einige der Leute, die die Bücher hassen, werfen dem Autor Diebstahl an den großen Weltklassikern vor. Doch ich sehe das ganze anders, auch wenn Gemeinsamkeiten kaum von der Hand zu weisen sind.
Marzi liebt Märchen und Legenden. Er liebt sie so sehr, dass er den großen Erzählern der letzten 3.000 Jahre eine neue Plattform geben wollte.
Wer verbietet es ihm Dickens wieder ins Leben zu rufen? Warum sollte er nicht die Legende von Rattenfänger aufgreifen? Wieso nicht Milton und Dante zitieren?
Marzi hat nie behauptet, dass er nicht einige Motive aufgegriffen hat, vielmehr gesteht er den alten Meistern mit einer Verbeugung seine lebenslange Liebe.

Ich mag Emily und muss sagen, dass ich mir ihr sehr verbunden fühle. Das Schicksal war zu ihr und ihren Gefährten sehr grausam und Emily opfert alles, was sie liebt für die, die sie liebt.
Wittgenstein mit seinem schrägen und trockenen Humor muss man einfach liebgewinnen.

Viele Gestalten bleiben jedoch im ersten Band etwas undurchsichtig, was jedoch seinen Sinn hat. Ich kann Ihnen versprechen, dass die Geschichte mit jedem Band noch viel, viel besser wird.

Marzi's Schreibstil ist der Grund, warum man das Buch liebt oder hasst. Er schreibt unglaublich prosaisch und bildhaft. Er benutzt ohne Ende Metaphern und erfindet den Begriff "Blumige Sprache" fast ganz neu. Man muss es eben mögen.

Fazit: Ich liebe, liebe, liebe diese Bücher und möchte sie jedem warm ans Herz legen. Egal, wie alt Sie sind, egal, welchem Geschlecht Sie angehören, wenn Sie sich ein bisschen für die Märchen Ihrer Kindheit zu öffnen vermögen, dann geben Sie dem Buch eine Chance!
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am 17. März 2009
Ich glaube, dass ich noch nie so lange gezögert habe, eine Rezension zu schreiben wie bei diesem Buch -nur eins vorweg: Es stimmt, es gibt sie, die schier unendlichen Parallelen mit Niemalsland von Gaiman, auf die ich jedoch hier nicht wieder eingehen möchte. Vielleicht sollte man dem Autor zu gute heißen, dass er Gaiman ebenso wie anderen Autoren dankt und dass dieses Buch meines Erachten sehr gut geschrieben ist.
Es ist spannend, ich mochte die Charaktere sehr gerne und ich habe es trotz dieser Ähnlichkeiten zu Niemalsland skeptisch weiter gelesen, dabei war ich immer zwigespalten und habe gegrübelt, ob ich so ein Buch überhaupt gut finden DARF. Und warum das alles ? Weil ich die Rezensionen bei Amazon gelesen habe und weil ich Niemalsland sehr gut kenne und liebe. Deswegen darf ich doch dieses Buch nicht mehr mögen, oder doch ???
Also habe ich immer weiter gelesen und gelesen, habe gar nicht bemerkt wie es stetig später wurde und ich eigentlich darauf brannte, am nächsten Tag weiter lesen zu dürfen.... was für ein Frevel...
Letzten Endes mochte ich auch das Ende des Buches und nun sitze ich hier mit meinem Talent und weiß noch immer nicht genau, wieviel Sterne ich vergeben .... darf.
Hätte ich nie etwas anderes vorher gelesen, kein Neil Gaiman, kein Kai Meyer oder wie sie alle heißen, hätte ich wahrscheinlich ohne zu zögern die Höchstpunktzahl vergeben, doch leider ist das nicht der Fall.
Vier Punkte. Aber definitiv nicht weniger, denn dazu hat mich dsa BUch einfach zu sehr gefesselt. Fertig. (Endlich.)
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am 17. Januar 2011
Ich bin vor 2 Jahren in einer Bücherhandlung auf dieses Werk aufmerksam geworden. Die Vorschau auf der Rückseite war so spannend dargestellt und die ersten Seiten waren so toll geschrieben, dass ich mir das Buch als Fantasyliebhaber und vielbelesener Mensch kaufte.
Während der Anfang noch recht flüssig zu lesen war, begann ab dem Zusammentreffen der Protagonisten Emily mit ihrem Mentor Inhalt und Schreibweise des Buchs stark zu kippen. Ständige Wortwiederholungen ("dieses Kind!"), unlogische Wechsel der Erzählperspektiven, Vorwegnahme zukünftiger Schlüsselerlebnisse/Entscheidungen sowie redundante Zusammenfassungen voriger Erzählabschnitte erschwerten mir persönlich das Weiterlesen und zerstörten die Atmosphäre des Buches. Ich verstehe den Autor nicht, den doch sehr ansprechenden Anfang so dermaßen weiterzuführen und letztlich das Gesamtwerk in dieser Weise zu verhunzen. Die Beschreibung des Waisenhauses, in dem Emily lebt, ist - ähnlich wie in Romanen von Charles Dickens - wirklich großartig und spannend dargestellt. Aber alles, was danach kommt, ist nur noch Schrott. Die Erzählweise, auch die des Ich-Erzählers reduziert sich größtenteils auf die Sprache eines 6-jährigen Kindes (Dreiwortsätze!) und das passt mit der projizierten Dimension, der Ich-Erzähler soll ein erwachsener Mann darstellen (Mentor von Emily), überhaupt nicht überein. Da wurde nich konsistent gearbeitet und als Leser könnte man sich daran sehr stark stören. Zudem habe ich das Gefühl, dass einige Inhalte auch aus anderen Büchern entnommen worden sind (Neil Gaiman, Stephen King, Charles Dickens, Wolfgang Hohlbein). Das Ergebnis meiner Marzi-Reise sieht jetzt so aus, dass ich nach 138 Seiten das Buch weggelegt habe und es mittlerweile seit über 1 Jahr einstaubt. Leser, die diese Schreibweise Marzis nicht kennen, sollten vorab probelesen, ob ihnen "Lycidas" gefällt, aber am besten aber in der Mitte des Buches.
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am 8. Oktober 2012
... und das Buch grausam (langweilig, düster, depressiv, fruchtbar, langwierig...)!!! Ich bin durch verschiedene Punkte auf dieses Buch gekommen. Unter anderem war ich selbst im Frühjahr wiedermal in London, und ich bin totaler Fan der Stadt. Und es wurde mir, warum auch immer, als Nachfolgebuch für "Die Tribute von Panem" empfohlen - andererseits hatte ich irgendwo gelesen, dass es für "Fans" von Harry Potter gut geeignet ist. Zwar zwei komplett verschiedene Ecken und ein Überfan von HP bin ich auch nicht, aber gut, dachte ich mir, liest du mal. Ich habe kapituliert! Nach ca. 2/3 des Buches. Das ist mir wirklich noch nie passiert. Aber ich musste mich jedesmal förmlich quälen, das Buch weiterzulesen. Mit Emily, der Hauptfigur, bin ich überhaupt nicht warm geworden. Aurora konnte ich leiden, tja... zuviel möchte ich nicht verraten. Und spätestens da hat es mir gereicht. Dazu kommt, dass es scheinbar noch Teil 2 + 3 dazu gibt. Das ist zuviel! Die Charaktere werden nicht vertieft, die Ausdrucksform des C. Marzi ist einfach nur nervig nervig nervig!!!! "Fragen Sie nicht!" Ich habe viele Sätze mehrmals lesen müssen, bis ich sie wirklich erfasst hatte bzw. mir sicher war, dass ich mich nicht verlesen hatte. Außerdem kommt das gesamte Buch sehr melancholisch rüber und das stimmt mich fast depressiv (obwohl ich öfter draußen in der Sonne versucht habe zu lesen!). Naja, was man wohl, wenn man es als positiv bezeichnen möchte, als solches anerkennen möchte: Für meinen nächsten London-Besuch brauche ich womöglich die Tube-Map nicht mehr ^^ Der Autor erwähnt ständig bis ins kleinste Detail die U-Bahnhöfe und verschiednen Lines. Grade, dass nicht noch die Farbe der Tube erwähnt wird. Dies wird wohl das erste Buch sein, dass ich wieder verkaufe - das ist mir auch noch nie passiert - "Fragen Sie nicht!".
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am 17. Mai 2011
Ich habe das Buch empfohlen bekommen; es sein von Neil Gaimans "Neverwhere" inspiriert und da ich ein totaler Fan von diesem Buch bin, nahm ich an, dass es genau das richtige für mich sei. Tja, leider nicht so ganz.

1) Das Buch lehnt sich nicht nur an "Neverwhere" an, es kopiert so offensichtlich, dass es mich wirklich nervt. Ein paar Namen wurden geändert und andere Charaktere eingefügt, aber das ändert an der ganzen Sache auch nichts mehr. Alles ist "Neverwhere" mit einem anderen Label. Ich bin, wie gesagt, ein großer Fan von Neil Gaimans Buch und wahrscheinlich nervt es mich gerade deswegen, dass jemand so unverblümt sich daran bedient und es als seins ausgibt. Das hier ist kein eigenständiges Buch, das hier ist lediglich FanFiction mit ein paar eigenen Elementen gespickt.

2) Product Placement...das erste Mal, dass es mir in einem Buch wirklich aufgefallen ist und ich finds gelinde gesagt, nicht so toll.

3) Die beiden oberen Punkte sind beide negative Aspekte, über die man aber noch hinweg sehen könnte, wenn das Buch denn an die Qualitäten der Vorlage rankäme. Tut es aber nicht. Alles bleibt irgendwie blass. Angefangen von der Welt an sich, bis hin zu den Charakteren. Ich finde zu ihnen überhaupt keinen Bezug. Ich finde sie nicht gut oder schlecht, sie sind mir einfach total egal. Sie sind so plastisch und interessant wie ein leeres Blatt Papier. Ich kann an keinem irgendeinen Charakterzug entdecken, der ihn oder sie spannend und interessant machen würde. Alle haben sicher Potential; die Grundidee hinter den Charakteren scheint gut, aber nichts davon wird lebendig gemacht. Schade.

Alles in allem enttäuscht dieses Buch. Leider.
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am 23. Februar 2015
Das Schicksal hat es nicht gut gemeint mit Emily Laing. Das einäugige zwölfjährige Mädchen lebt in einem Waisenhaus in London unter der Fuchtel eines sadistischen Reverend Dombey. Doch eines Nachts bekommt sie Besuch von einer sprechenden Ratte, und ein anderes Waisenmädchen wird von einem Werwolf entführt – und Emily findet sich in einer ganz und gar phantastischen Welt wieder. Tief unter London liegt die Uralte Metropole, eine uralte unterirdische Stadt, bevölkert von Lichtengeln und gefallenen Engeln, von aristokratischen Ratten und wohlwollenden Spinnen, antiken Göttern und insektenartigen Ungeheuern. Gemeinsam mit ihrer Freundin Aurora, dem Alchemisten Wittgenstein, dem Elfen Maurice Mickelwhite und dem Irrlicht Dinsdale dringt Emily in dieses bizarre Labyrinth vor. Denn diese Welt ist bedroht. Zunächst einmal scheint es nur um die Fehde zwischen zwei verfeindeten Elfenhäusern zu gehen. Doch ganz tief unten lauert etwas noch viel Bedrohlicheres. Welche Rolle spielt Emily in diesem großen unterirdischen Spiel um Macht und Leben?
Atemberaubend, wie der Autor Mythen und Überlieferungen aus allen möglichen Kulturkreisen aufgreift und zusammenrührt. Luzifer selbst und Adams erste Frau Lilith geben sich ein Stelldichein, ebenso wie Dante, John Milton, John Dee, Anubis, Rabbi Löw und der Golem, Admiral Nelson und die Tauben vom Trafalgar Square, der Rattenfänger von Hameln, und auch Anspielungen auf „Oliver Twist“, „Dorian Grey“ und „Schneewittchen“ bleiben nicht aus – und alles hängt irgendwie miteinander zusammen. Also zunächst einmal eine grandiose abend- und morgenländischen Mythenrevue.
Leider weist “Lycidas” auch große handwerkliche Schwächen im Erzählerischen und im Sprachlichen auf. Es gelingt dem Autor nicht, seinen Spannungsbogen durchgehend aufrecht zu erhalten. Es ist zwar richtig, dass es wunderbar und sehr spannend geschilderte Situationen und wirklich interessante Personen und Motive gibt. Dazwischen aber verheddert sich die Handlung aber immer wieder im Dickicht von Handlungsabläufen und Beweggründen, bei denen es teilweise schwierig ist nachzuvollziehen, wer sich warum wie verhält und warum Emily dauernd durch die Londoner Unterwelt stolpern muss.
Die Wahl von Emilys Mentor Wittgenstein als Ich-Erzähler ist ziemlich unglücklich, da dieser einen großen Teil von Emilys Abenteuern gar nicht selber miterlebt. Dass er trotzdem immer bis ins Innerste hinein weiß, was Emily erlebt und empfindet wirkt, gelinde gesagt merkwürdig. Dass über ein umfängliches Wissen über die Intrige, in die Emily verwickelt ist, verfügt, aber immer nur dann damit herausrückt, wenn es dem Autor gerade dramaturgisch in den Kram passt, ist schon eher ärgerlich. Überhaupt weist der Autor eine gewisse Neigung dazu auf, immer wenn er sich in einen erzählerischen Engpass hineingeschrieben hat, irgendjemanden auftauchen zu lassen, der bereits gewonnene Erkenntnisstände mit neuen Informationen wieder verwirrt. Das verkompliziert das Ganze zusätzlich. Wohlgemerkt: es gibt eine große Linie, einen roten Faden, aber es fällt manchmal schwer, diesem zu folgen.
Was den Stil anbelangt, so fällt ziemlich bald auf, dass der Autor eine Schwäche für ständige Zeilenumbrüche hat. Immer wieder sind Absätze auf einen einzigen Satz oder gar ein einziges Wort reduziert. Zum Beispiel:

„Dann kam es aus dem Schatten heraus.
Behände.
Drohend.“

Oder:
„Emily sah mich an.
Verwirrt.
Ängstlich. „

Dazu kommt, dass öfter auch mal das Subjekt eines Satzes weggelassen wird. Zum Beispiel:
„Emily schwieg.
Starrte nur.
Sog jede Sekunde des Schauspiels in sich auf.“

Es mag sein, dass der Autor dies als Stilmittel einsetzt, um eine Atmosphäre atemloser Spannung zu erzeugen. Auf mich wirkt dies
Holprig.
Ungeschickt.
Nervtötend.
Auf Dauer jedenfalls.

Es führte auch dazu, dass ich auch über Schwächen in der Wortfindung oder –bildung (Beispiele: eine Schuluniform sei „traditionsverheißend“ oder Licht sei „flutend“), und sich ständig wiederholende dämlich Füllsel wie „Nun denn“, die ich ansonsten sicherlich übersehen hätte, stolperte.
Und trotzdem: unterhaltsam ist das Ganze allemal. Die zahlreichen Längen und Ärgernisse im Erzählfluss werden nämlich durch den Erfindungsreichtum des Autors oftmals wieder wettgemacht. Insbesondere seine Fähigkeit, neue Wesen zu erfinden oder altbekannte Kreaturen neu zu interpretieren ist beeindruckend. (Meine persönlichen Favoriten sind der traurige Engel Rahel und der „Aphrodit“ Dorian Steerforth.) Anders ausgedrückt: die gesamte Konstruktion des Buches wackelt und ächzt an allen Ecken und Enden – aber sie steht, gerade noch so.
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