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63 von 70 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Jane Austens bester Roman
Die letzte Romanheldin Jane Austens fällt aus dem Rahmen. Sind die Jane Bennets und Emma Woodhouse's noch jung und haben ihre erste Liebe noch vor sich, so ist Anne Elliot bereits 28 und hat ihre erste Liebe schon hinter sich.

Jane Austens letztes Werk besticht durch wunderbare Sprache und den typischen bissigen Humor. Zwar liegt eine schwere Melancholie...
Veröffentlicht am 16. Februar 2007 von Aniwen

versus
3.0 von 5 Sternen Wunderschöne Geschichte...
...mit leider vielen Fehlern in der Ausgabe. Das Übersetzungsprogramm und auch die Digitalisierung hat keine wirklich gute Arbeit geleistet. Viele Fehler in der Grammatik und Rechtschreibung. Zum Teil fehlen auch Wörter. Daher nur drei Sterne. Das ist schade, denn ich mag die Geschichte ansich sehr. Wie beinah jedes Buch von Jane Austen.
Vor 1 Monat von Andrea Meyer veröffentlicht


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63 von 70 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Jane Austens bester Roman, 16. Februar 2007
Rezension bezieht sich auf: Überredung: Roman (Taschenbuch)
Die letzte Romanheldin Jane Austens fällt aus dem Rahmen. Sind die Jane Bennets und Emma Woodhouse's noch jung und haben ihre erste Liebe noch vor sich, so ist Anne Elliot bereits 28 und hat ihre erste Liebe schon hinter sich.

Jane Austens letztes Werk besticht durch wunderbare Sprache und den typischen bissigen Humor. Zwar liegt eine schwere Melancholie über den ganzen Roman, doch gerade diese traurige Stimmung trägt" uns durch dieses Werk.

Anne Elliot ist 28 und lebt bei ihrem adelsstolzen Vater und ihrer älteren Schwester. Die finanzielle Situation ist so schlecht, dass sie auf anraten ihres Anwaltes den Familiensitz vermieten und nach Bath ziehen. Anne ist davon nicht sehr begeistert und ist erstmal froh, bei ihrer Schwester unterzukommen, um später mit ihrer Freundin nach Bath zu reisen. Eben jene Freundin hat ihr vor 8 Jahren abgeraten den damals noch unbedeutenden Frederik Wentworth zu heiraten, den Anne von ganzen Herzen liebte. Er - enttäuscht durch ihre Charakterschwäche - macht Karriere, während Annes Familie immer mehr durch den verschwenderischen Lebenswandel des Vaters und der Schwester verarmt. Nun, 8 œ Jahre später begegnet sie ihm wieder und muss feststellen, dass sie ihn noch immer liebt. Mr. Wentworth aber umgarnt eine andere.

Dieses Buch ist das Reifste von Jane Austen. Auch ist die Heldin (meines Erachtens) die sympathischste. Eben weil sie nicht mehr so jung ist, so kindisch und lebenslustig. Anne ist reifer und ernster und ihrer Situation wohl bewusst.

Ich kann dieses Buch wirklich nur jedem empfehlen.
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37 von 42 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine erwachsene Heldin und der Traum der großen Liebe, 24. April 2007
Von 
Tanja Heckendorn "heckendorn" (Lörrach) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Überredung (Taschenbuch)
In Überredung" (oder Verführung") begegnen wir Jane Austens stärkster Heldin.

Anne Elliot hat nicht so eine flinke Zunge, wie Elisabeth Bennet, ist weder so romantisch wie Marianne Dashwood, noch so ein Blaustrumpf wie Fanny Price. Und über Emma Woodhouse hätte sie sich wahrscheinlich im Stillen amüsiert; hätte aber kaum deren Ideale geteilt. Anne Elliot ist eine intelligente, erwachsene Frau, die eine zweite Chance erhält, eine Entscheidung für ihr eigenes Glück zu treffen.

Zum Inhalt:

Mr. Elliots Lieblingslektüre ist der Adelskalender. Besonders beliebt ist hierbei der Ein-trag, der seine eigene, hochgestellte Person beschreibt. Eitelkeit und Standesbewusstsein sind die Attribute, welche die Persönlichkeit des Herrn von Kellynch Hall wohl am besten beschreiben. So ist es für ihn mehr als unangenehm, sich mit der finanziellen Situation seines Haushalts zu beschäftigen. Eine gute Freundin der Familie, Lady Russell, und auch ein Anwalt drängen den Hausherrn dazu, eine Lösung des Desasters anzustreben. Ein Umzug von dem herrschaftlichen Landsitz in das ruhigere Bath scheint bald beschlossene Sache zu sein, da hier der gewohnte Lebensstil mit einem Minimum an finanziellen Aufwendungen möglich sein könnte. Mr. Elliot und seine Lieblingstochter, Elisabeth, sind begeistert. Nur Anne möchte nicht nach Bath. Aber für den Rest der Familie zählt deren Meinung nichts.

So unauffällig wird die Hauptperson dieses Romans eingeführt, was auf deren bescheidenen Charakter hinweist und gleichzeitig auf den Stand einer alternden Jungfer ohne eigenes Vermögen aufmerksam macht. Zwar hatte sie sich zehn Jahren zuvor als junges Mädchen in einen Seemann verliebt und sich mit ihm verlobt. Doch durch den Druck von der Familie und der Freunde hatte sie diese unstandesgemäße Verbindung gelöst. So erscheint es ihr wie ein Wink des Schicksals, dass die neuen Mieter von Kellynch Hall mit ihrem damaligen Verlobten verwandt sind. Und tatsächlich kreuzen sich so die Wege des nun reichen Kapitäns Wentworth und der verblühten Jugendliebe, Anne Elliot.

Obwohl Kapitän Wentworth seine Ex-Verlobte weitestgehend zu ignorieren versucht und sein Interesse hauptsächlich den Schwägerinnen der jüngsten Schwester von Anne zu gelten scheint, kommt es Anne doch so vor, als ob ihr Schicksal ihn nicht kalt lässt. So entwickelt sie ein neues Selbstvertrauen. Außerdem wird sie durch einen Aufenthalt in Lyme am Meer gestärkt und erfrischt und erntet bald bewundernde Blicke. In ihrer neuen Eigenständigkeit entwickelt sie -obwohl dies im Buch mit keiner Silbe erwähnt wird- den Plan, den Kapitän wieder für sich zu gewinnen. Obwohl Anne dabei ständig von ihren Mitmenschen umgeben ist und ihren gesellschaftlichen Verpflichtungen nachkommt, versucht sie Kapitän Wentworth unauffällig zu beeinflussen und ihm die entsprechenden Zeichen zu geben. Wird sich vielleicht doch das Rad der Zeit zurückdrehen und wird Anne tatsächlich ihren Mann auf die Fahrt auf offener See begleiten?

Wie auch in ihren früheren Werken, hat Jane Austen hier ihre Hauptperson mit netten und weniger erfreulichen Figuren umgeben. Dabei werden die einzelnen Charaktere so lebensecht und zum Teil auch mit spitzer Feder skizziert, dass es die reinste Freude ist, sich die kleine Welt der Anne Elliot vorzustellen. In dieser Welt werden die Mitmenschen fast ausschließlich nach ihrem gesellschaftlichen Rang beurteilt. Anne wehrt sich gegen diese beschränkte Sicht und die Erkenntnisse, die sich ihr zum Beispiel aus der Freundschaft mit einer verarmten Witwe ergeben, geben bestärken sie in ihrem Entschluss, andere Maßstäbe zu setzen um glücklich zu werden.

Fazit:

Jane Austen belohnt ihre Heldinnen und die Leser mit einem zufriedenstellenden Ende. Vielleicht hätte sie sich auch für ihr Leben so eine positive Wendung gewünscht. Wenn dem so war, ging der Wunsch leider nicht in Erfüllung. Dafür hat sie der Nachwelt einen großen literarischen Beitrag hinterlassen, der die Verhältnisse ihrer Zeit gut beschreibt und die vielen Leser unterhält und mit vielen Träumen erfüllt.
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60 von 71 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Herz oder Verstand?, 23. Mai 2006
Rezension bezieht sich auf: Überredung: Roman (Taschenbuch)
Darf man den eigenen Gefühlen vertrauen, wenn der Verstand dagegen spricht?
In unserer Zeit, in der die Romantik in den Hollywoodfilmen so hoch suggeriert wird, ist die Frage schnell beantwortet. Die heutigen Frauen sind meistens selbständig und sind auf die Männer viel weniger angewiesen als die Frauen im 19. Jh. Es ist heute sehr gut möglich, jung und unvermögend zu heiraten und sich damit vorbehaltlos für die Liebe zu entscheiden. Doch nicht zu Lebzeiten der Schriftstellerin. Es ist daher zunächst verständlich, dass die ältere Freundin von Anne diese dazu überredet, die Verlobung aufzulösen, weil ihr Verlobter zwar jung, ehrgeizig und voller Eifer ist, aber dennoch unvermögend. Anne Elliot löst die Verlobung auf und verletzt damit sowohl sich als auch ihn.
Was zuerst richtig erscheint, ändert sich nach 8 Jahren, was man an den Ergebnissen sieht. Das blühende hübsche Mädchen ist vorzeitig verwelkt, die Lebensfreude und die Hoffnung auf das Glück sind dahin. Anne hatte zwar die Gelegenheit einen anderen, ehrenwerten und vermögenden Mann zu heiraten, aber sie lehnt den Antrag ab. Dieser heiratet daraufhin ihre jüngste Schwester und lebt auf seinem Gut in der Nachbarschaft. Sie ist dort gern gesehen und mag seinen Schwager, seine laute und überaus liebenswerte Familie.
Der Einstieg in den Roman erfolgt zum Zeitpunkt, an dem Anna 27 Jahre alt ist, die eben geschilderte Vorgeschichte erschließt sich erst mit der Zeit.
Als wir Anne kennen lernen gilt sie als alte Jungfer. Unglücklich, einsam und weitgehend unverstanden führt sie ihr Leben damit, in dem sie ihren Mitmenschen so gut wie möglich dient.
Ihr Leben ist ruhig und glanzlos bis ihr früherer Verlobter, Captain Wentworth, auf die Oberfläche tritt. Nein, er sucht sie nicht, möchte mit ihr nichts zu tun haben, ist nur auf Besuch bei seiner Schwester, flirtet heftig mit den Schwestern ihres Schwagers. Anne bleibt äußerlich ruhig, leidet aber tief und unbemerkt.
Der Wendepunkt kommt mit dem Unfall, der während des Urlaubs in einem Badeort mit dem Namen Uppercross, wo die ganze Gesellschaft ein paar Tage verweilt.
Anne's Schwägerin, ein junges Mädchen, etwas eigensinnig, verwöhnt, setzt sich in den Kopf, ermutigt von Captain Wentworth selbst, dass die Bereitschaft zu jedem Risiko eine Tugend sei. So stürzt sie von der Klippe, in der Überzeugung, dass Captain Wentworth sie auffängt. Der Unfall passiert, es herrscht Chaos, und alle außer Anne sind unfähig, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Erst jetzt versteht Captain Wentworth die wahren Qualitäten seiner früheren Verlobten und überlegt sich, ob ihre Entscheidung, damals die Verlobung aufzulösen doch nicht ganz falsch war. Der Mangel an Vertrauen in seine Fähigkeiten an Vermögen zu gelangen, mögen jetzt als völlig grundlos zu erweisen, denn er kam zurück als äußerst vermögender Mann, dennoch von der damaligen Sicht nicht ganz von der Hand abzuweisen, er hätte auch versagen können.
Nach dem Unfall fährt Anne nach Bath zu ihrem Vater, einem hübschen, eitlen und dümmlichen Baroneten und zu ihrer älteren Schwester, die eine jüngere weibliche Ausgabe des Vaters darstellt.
Die weiteren Verwicklungen, beginnen. Anne bekommt einen Verehrer, ihren Cousin, der nicht nur gutaussehend, reich und sehr an Anne interessiert ist, sondern auch klug und amüsant. Doch Anne ist vorsichtig, sein Charakter scheint ihr etwas undurchsichtig zu sein. Wieder taucht Captain Wentworth auf, diesmal gewollt auf die Suche nach ihr, in der Hoffnung, ihre Liebe wieder zu gewinnen. Doch zuerst ist der Gute auf den Cousin so rasend eifersüchtig, dass er nicht imstande zu sein scheint, die von Anne gegebenen Zeichen ihrer Liebe richtig zu interpretieren. Dennoch das Ende ist klar, unser Paar findet sich wieder und lebt wahrscheinlich glücklich und zufrieden bis an ihr Lebensende.

Mit ihrem typischen Humor beschreibt Jane Austen den englischen Dorflandadel spitzzüngig, mit leichter Feder, was uns allzu leicht zum Schmunzeln bringt.
Die Hauptfragen im Roman bleiben nach meiner Meinung unbeantwortet, was nur die Qualität des Buches zeigt. Alles hat zwei Seiten und nie so eindeutig, wie man es sich wünschen würde.
Wie viel darf man für die Liebe wagen? Wie weit ist es erlaubt, sich von dem Verstand leiten zu lassen, ohne Rücksicht auf das Herz...
Würde Anne die Verlobung nicht aufgelöst haben, würde sie vielleicht ebenfalls von den Gewissenbissen geplagt worden sein, was womöglich die Beziehung zwischen den Verliebten trüben würde.
Die Gesellschaft, die Familie von Anne half ihr bei ihrer Entscheidung nicht, wartete nicht bis sie selbst weiß was zu tun ist, sondern zwingt eine Entscheidung einfach herbei. Und das ist letztendlich das Falsche an der ganzen Situation.
Kein Fall darf einfach an einer Schablone zu messen sein.
Damals wurde die Liebe als romantischen Unsinn abgetan und verächtlich belächelt. Nur der Wohlstand zählte.
Hmm, es scheint, dass unsere Zeit an zuviel Romantik leidet, die frühere Zeit an zuviel Pragmatismus.

Die eigentliche Antwort ist auf die Frage "Verstand oder Herz": Suchen Sie sich selbst eine aus. Aber keine Überredung bitte, was die Andere betrifft!
Lesen Sie das Buch - viel Schmunzeln und eine gehörige Portion Weisheit mit einem Schuss Melancholie sind garantiert!
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50 von 60 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Liebe der Anne Elliot oder Überredungskunst, 30. Juli 2005
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Überredung: Roman (Taschenbuch)
Dieses Buch im englischen Titel "Persuasion" kann in der deutschen Übersetzung "Die Liebe der Anne Elliot" oder
"Überredung(skunst)" heißen.
Im ganzen handelt es sich um ein sehr gellungenes Werk von Jane Austen wenn nicht sogar um ihr Bestes. "Persuasion" ist Austens letztes vollendetes Werk und somit auch eines der reifsten.
Wie von Austen gewohnt ein Gesellschaftsroman der von Liebe, Familie und Ehe handelt:
Die 29-jährige Anne Elliot lebt mit ihrem Vater Sir William auf Kellynch Hall einem Gut in Somersetshire. Wegen finanziellen Problemen ist die Familie dazugezwungen ihr Gut aufzugeben. Während ihr Vater nach Bath zieht, kommt Anne zu einer ehemaligen Freundin ihrer Mutter. Dort wird sie mit Captain Frederick Wentworth, den Mann dessen Antrag sie vor 8 Jahren abgelehnt hatte, weil ihre Familie die Verbindung für nicht standesgemäß hielt, konfrontiert.
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21 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ganz toll!, 9. Mai 2007
Rezension bezieht sich auf: Überredung: Roman (Taschenbuch)
Ich muss sagen, dass mir "Überredung" sehr gut gefallen hat. Allerdings kann es nicht gegen Stolz und Vorurteil ankommen, und die Tatsache, dass ich es gleich nach demselben gelesen habe, mag wohl zu diesem Urteil beitragen.
Im Vergleich zu Jane Austens anderen Werken ist dieses Werk sehr kurz und die wenig verstrickten Handlungsstränge mögen denjenigen, die bei Mansfield Park verwirrt waren, gut gefallen.

Das Thema ist natürlich ein erheblicher Tränenfaktor in diesem Werk: Eine junge Frau lernt einen jungen Mann kennen, sie verlieben sich, werden getrennt und treffen sich erst nach 7 Jahren wieder. Am Ende wird alles gut und man ist zu Tränen gerührt.

So manch ein Leser mag von dem eher ruhigen und teilweise langweiligen Wesen der Protagonistin anfangs nicht so angetan sein, doch am Ende stellt sie sich als sehr facettenreich und (schon zu Anfang) liebenswürdig heraus. Auch der männliche Protagonist ist bezüglich seines Charakters nicht zu verachten :-)

Sehr zu empfehlen!

Denjenigen, die evtl. nach dem Lesen dieses Buchs vorhaben, den Film dazu zu sehen, sei ans Herz gelegt, dass der mit Amanda Root und Ciaran Hinds wohl der beste von allen ist.
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5.0 von 5 Sternen "Wir lieben selbst dann noch, wenn die Liebe längst verschwunden ist ...", 12. Oktober 2011
Von 
Vio - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 100 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Überredung: Roman (Taschenbuch)
Jane Austen verfasste diesen Roman 1815/1816, erlebte dessen Veröffentlichung im Jahr 1818 jedoch nicht mehr. Die Hauptprotagonistin ist eine liebenswürdige, altruistische Frau, die in einer eitlen, arroganten und versnobten Familie lebt, der sie zwar von Nutzen ist, von welcher sie jedoch geringgeschätzt wird.

Aufgrund der Standesdünkel ihrer Familie und ihrer mütterlichen Freundin Lady Russell hat Anne Elliot vor acht Jahren den Heiratsantrag des damals unvermögenden Frederick Wentworth trotz beiderseitiger Liebe abgelehnt. Captain Wentworth hat in den Jahren darauf Karriere bei der Marine gemacht und ist zum Schiffskapitän aufgestiegen. Für seine Verdienste - im Krieg gegen Napoleons Truppen bringt er feindliche Schiffe auf - wird er reich entlohnt, außerdem bringen seine Erfolge ihm den gesellschaftlichen Aufstieg.

Anne und Frederick begegnen einander wieder, als Annes Vater das Anwesen der Familie aufgrund seines verschwenderischen Lebensstils vermieten muss - ausgerechnet an Verwandte von Captain Wentworth - und die Familie daraufhin ein kleineres Haus im Nobelkurort Bath bezieht. Zunächst scheint Captain Wentworth Anne nicht zu beachten und erregt stattdessen das Interesse von Annes lebhaften Schwägerinnen. Später in Bath ist es Anne, die in ihrem verwitweten Cousin und Erbe ihres Vaters einen unerwarteten, wenngleich undurchsichtigen Verehrer findet. Obwohl zwischen Anne und Frederick eine zaghafte Annäherung beginnt, stehen ihnen einmal mehr Hindernisse und Missverständnisse im Weg.

Indem Austen eine Frau Ende zwanzig als Hauptfigur wählt, schafft sie völlig andere Voraussetzungen als in ihren früheren Romanen, in welchen die Hauptprotagonistinnen 17 bis Anfang 20, hoffnungsfroh und unverbraucht sind. Nach maximal einem Fehlgriff dürfen diese jungen Mädchen den Bund fürs Leben mit dem Mann ihres Herzens schließen. Nicht so Anne, die weitaus lebenserfahrener ist und einer Liebe so sehr nachtrauert, dass sie sogar Heiratsanträge ablehnt und sich dadurch in eine gesellschaftliche Außenseiterposition bringt. Außerdem ist Anne die einzige Protagonistin, die keine liebevolle Beziehung zu ihren Geschwistern hat und dadurch sehr einsam ist.

In mancher Weise ähnelt Anne Elliot Jane Austen und ihrer Schwester Cassandra, die beide unverheiratet und kinderlos blieben. Jane lehnte den Heiratsantrag eines Mannes ab, den sie nicht liebte, Cassandra wiederum war verlobt, doch der Mann kam in Indien ums Leben. Aufschlussreich ist das Gespräch zwischen Anne und Captain Harville, wo Anne meint: "...dass wir (Frauen) viel länger lieben, selbst wenn die Liebe oder die Hoffnung darauf verschwunden sind." Weitere Parallelen sind der Umzug nach Bath, der sowohl in Janes wahrem Leben als auch im Roman von den Vätern initiiert wird und der Aufstieg zweier Brüder Janes in der Kriegsmarine.

Von Austen ist man gewohnt, dass sie mit feiner Ironie Gesellschaftskritik am Adelsgeschlecht und der "feinen" Gesellschaft übt. In dieser Erzählung geht sie darüber hinaus. Während sie Annes Familie als lächerlich ichbezogene und nur auf Äußerlichkeiten bedachte und auch geistig verarmte Aristokraten darstellt, deren gesellschaftlicher Abstieg begonnen hat, setzt sie den Mitgliedern der Marine sowie deren Ehefrauen als den wahren noblen Charaktere ein Denkmal.

Konsequenterweise endet das Buch damit, dass Anne stolzer darauf ist, die Frau eines Seemannes zu sein als die Tochter eines Barons. Man könnte sagen, dass Austen bereits 1815 erkannt hat, dass eine neue Weltordnung begonnen hat, in der die Aristokraten immer mehr an Ansehen verlieren, während das Bürgertum zusehends an Bedeutung gewinnt.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Austens letzter Roman vor ihrem Tode, 3. März 2010
Von 
Josephine Sterner "Bücher-Liebhaberin" (Hillershausen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Überredung: Roman (Taschenbuch)
Anne Elliot ist beinahe 30 Jahre alt. Sie hat acht Jahre zuvor Captain Frederick Wentworth eine Abfuhr auf Anraten ihrer Freundin Lady Russell erteilt, als der Captain ihr einen Heiratsantrag machte. Acht Jahre später trifft sie ihn wieder. Froh darüber, dass der Moment der ersten Begegnung nach der Absage vorbei ist, hält Anne zusammen mit ihrer Schwester Mary Musgrove, ihrem Schwager Charles und dessen Schwester Louisa Kontakt zu Wentworth. Eines Tages vermutet Wentworth, dass Anne ihren Cousin William Elliott heiraten möchte...

Dies ist Jane Austens letzter Roman, der 1816 fertig gestellt wurde, bevor sie einige Monate später, 1817, starb. Er gehört neben "Emma" und "Mansfield Park" zu Austens Werken aus ihrer "Reifezeit", wohingegen "Kloster Northanger" oder "Stolz und Vorurteil" zu ihren Jugendwerken gehören, die sie in jungen Jahren verfasste.

"Überredung" bedeutet, dass Lady Russell Anne acht Jahre zuvor überredet hat, Captain Wentworths Antrag abzulehnen. Natürlich für Austen-Kenner ein Muss in der Sammlung, aber auch für Leser geeignet, die den Stil des 18./19.Jahrhunderts schätzen und Austen als Vorbild hierfür ansehen.

~Bücher-Liebhaberin~
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55 von 74 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einfach bezaubernd, 7. September 2005
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Überredung: Roman (Taschenbuch)
Überredung war mein ersten "Jane-Austen-Buch". Ich bin 16 Jahre alt, habe also vorher hauptsächlich Bücher, die speziell für Jugendliche geeignet sind gelesen. Irgendwann bin ich dann in die Abteilung "Literarische Klassiker" gegangen, und habe mich dabei für dieses Buch entschieden! Jane Austen hat einen zarten Schreibstil, der mich in diese Welt von Gesellschaften, langen Kleidern und hoffnungsloser Romantik versetzt hat, mich aber gleichzeitig durch ihren Humor über die englische Gesellschaft auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt hat! Nach diesem Buch, habe ich gleich vier weiter Bücher der englischen Schriftstellerin gelesen , die mich ebenfalls verzaubert haben! An Jugend-Bücher ist jetzt gar nicht mehr zu denken, nachdem ich ein so hohes niveau an Literatur miterleben durfte.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein langsamerer Austen, 9. Dezember 2009
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Überredung: Roman (Taschenbuch)
Wer bei Jane Austen vor allem ihre Spitzfindigkeit, ihren Sinn für feine Dialoge und zarte Kritik an ihrer Zeit und Kultur liebt, muss bei diesem Buch etwas zurückstecken.
Die Charaktere sind bei weitem weniger ausgefeilt und intelligent.
Dennoch bekommt dieser Roman von mir vier Sterne, denn er ist vielleicht nicht ganz so kurzweilig wie "Emma" (aber was kommt schon an "Emma" ran), dafür aber dennoch sehr lesenswert.
Die Geschichte erzählt von einer jungen aber nicht sonderlich charakterfesten Frau, die sich in einen Mann verliebt (und er sich in sie), doch diese Beziehung will der Familie nicht so recht passen. Und so lässt sie sich von ihrer Patin dazu überreden, hiervon abzulassen, das Bündnis zu lösen. Ihre Familie, samt und sonders hochnäsige Eitelkeiten in persona, vertreiben sich so ihr Leben zwischen gesellschaftlichen Treffen und Langeweile und sie verdorrt.
Jahre später führen das Schicksal sie und ihren damaligen Geliebten wieder zusammen und es stellt sich die Frage, ob sie diesmal eine Entscheidung für sich selbst fällen kann.
Mehr möchte ich nicht verraten.
Der Roman ist in mancherlei Hinsicht depressiv, verrät aber mehr über das, was die Menschen damals bewegte und wie sie wirklich lebten als Austens andere Arbeiten. Möglicherweise zeigt gerade "Persuasion" deutlich das, was Austen empfunden haben mag - eine intelligente Frau in einer Zeit, in der man von diesen nicht erwartete ihre Intelligenz auch auszudrücken und die sich ganz in die Hände der Erwartungshaltung ihres sozialen Umfelds begaben.
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5.0 von 5 Sternen Fesselnd ..., 31. Oktober 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Überredung: Roman (Taschenbuch)
Ein typisches Frauenbuch.
Liebt doch Frau Romane über herzzerreizende traurige aber auch interessante Geschichten. Geschichten nicht nur als Erzählung sondern vor allen auch über Klischees und Zwänge aus einer bestimmten Zeit.
Noch viel mehr fesseln viele von uns allerdings diese typischen schmerzhaften Geschichten, von gewagten Ausbrüchen aus genau diesem System. Selbst wenn sie scheitern, so ist doch die Erzählung und der Weg der uns hier voller Herzblut so eindrucksvoll erzählt wird etwas das uns fesselt ...
Für mich ist es ein Buch, das allen Ansprüchen gerecht wird - daher "fesselnd" als ausdruckstärkstes Schlagwort!
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Überredung: Roman
Überredung: Roman von Jane Austen
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