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4.0 von 5 Sternen Ah, der Verückte ?!
"Beethoven zählte nach Goulds Ansicht zu den weit überschätzten Komponisten, da eine "gewisse Primitivität“ in seinem Werk nicht zu übersehen sei.
Er nahm sich dennoch unter anderem der berühmten "Pathétique“, der "Appassionata“ und der "Mondscheinsonate“ an. An seiner Interpretation fällt...
Vor 22 Monaten von Sagittarius veröffentlicht

versus
3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Ohne Herz, ohne Seele
Der hervorragenden (intellektuellen) Rezension von Sagittarius möchte ich nur hinzufügen:
Ja, "faszinierend" ist das schon, wie anders die Stücke plötzlich bei Gould klingen.
Leider wird es schnell langweilig, das "Neue" verbraucht sich - und die weniger "grandiosen" Sätze,
die Stellen, an denen Beethoven vielleicht gerade durch den...
Vor 13 Monaten von Trechow veröffentlicht


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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ah, der Verückte ?!, 31. August 2012
Rezension bezieht sich auf: Glenn Gould Collection Vol.8 - Glenn Gould plays Beethoven: Klaviersonaten Nr. 1-3; 5-10; 12-14; 15-18; 23; 30-32 (Audio CD)
"Beethoven zählte nach Goulds Ansicht zu den weit überschätzten Komponisten, da eine "gewisse Primitivität“ in seinem Werk nicht zu übersehen sei.
Er nahm sich dennoch unter anderem der berühmten "Pathétique“, der "Appassionata“ und der "Mondscheinsonate“ an. An seiner Interpretation fällt zunächst vor allem die Geschwindigkeit auf – Gould rast nahezu durch die Sätze und lässt alles weg, was Beethoven als Raum für Gefühlsausdruck und spielerische Brillanz lassen wollte. An anderen Stellen spielt er gewohnt schnellere Passagen fast auf das halbe Tempo reduziert. Sein rhythmisch perfektes und in jedem Tempo immer noch spannungsreiches Spiel konzentriert sich allein auf das Wesentliche und lenkt den Hörer ohne Umwege auf die Grundzüge des Werkaufbaus.
Über Goulds Motive kann nur gemutmaßt werden – ob er Beethovens Werk absichtlich "zerhacken“ und sezieren oder aber es in die nach seiner Auffassung Klassikvideo,bei der Süddeutschen, meint zu Gould: ihn nicht ernst nehmen,das sei Künstlerübermut.Was er mit der Appassionata gemacht habe, sei schlicht unerlaubt.

Gould machte sich ein diebisches Vergnügen daraus, in der Rolle eines deutschen Kritikers aufzutreten und seine Aufnahme zu verreißen.

Ich schrieb an anderer Stelle einmal:"Wenn man sich von diesem Hintergrund lösen kann, von der Vorstellung, der erste Satz von op. 57 müsste ein brilliant rauschendes Virtuosenstück sein, kann man eine neue Hörerfahrung machen. Für mich ist dies eine sehr spannende Interpretation. Langsam ist nicht gleich langweilig. Man hört deutlich Anklänge an die fünfte Sinfonie und der pathetische Gehalt von op. 57 kommt hervorragend heraus. Goukld spielt ja trotz aller Langsamkeit hoch intensiv, er kann Bögen spannen, die nicht zerbrechen und es findet sich etwas sehr Drängendes in diesem Satz, man hört Stellen, die sonst im Rausch der Geschwindigkeit untergehen."

Ich kann Kaisers Meinung, er könne die Spannung in Sonaten nicht halten,gar nicht teilen.Im Gegenteil zeigt er bei der Appassaionata, dass im das Stück trotz des langsamen Tempos ( 15 Minuten statt sonst ca. 9 Minuten) nicht zerfällt,er wunderbare Spannungsbögen aufbauen kann, die man allerdings nur hört, wenn sie nicht im Rausch des ersten Satzes untergeht.

Wenn man die nunmehr preiswerte Wiederveröffentlichung ( die wievielte ist dies wohl?) zusammenfassend beurteilen soll, würde ich BeethovenAnfängern davon abraten. Gould spielt Gould, auf der Vorlage Beethovenscher Noten.

Wer aber die Sonaten kennt, gut kennt, der könnte sich durch diese Provokationen einmal die Hörerfahrung infrage stellen und
dann entscheiden,ob einem Kempff oder Gulda oder Gould bei op. 10 besser gefällt?
Wenn man den dritten Satz von op.27 Nr.2 von Horowitz und Gould hört,hetzt der eine und der andere beherrscht das Tempo.

Gould hat soviel Spannung erzeugt,egal,ob er schnell oder langsam spielte, dass ich immer wieder vom Ergebnis fasciniert bin.
Wer hätte das Extreme von op. 111 so herausgestellt wie dieser Gould ?

Ich brauche diese Edition nicht, weil ich sie seit Jahrzehnten habe ( die erste auf Vinyl auch), aber kann das Anhören dennoch empfehlen.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Ohne Herz, ohne Seele, 28. Mai 2013
Rezension bezieht sich auf: Glenn Gould Collection Vol.8 - Glenn Gould plays Beethoven: Klaviersonaten Nr. 1-3; 5-10; 12-14; 15-18; 23; 30-32 (Audio CD)
Der hervorragenden (intellektuellen) Rezension von Sagittarius möchte ich nur hinzufügen:
Ja, "faszinierend" ist das schon, wie anders die Stücke plötzlich bei Gould klingen.
Leider wird es schnell langweilig, das "Neue" verbraucht sich - und die weniger "grandiosen" Sätze,
die Stellen, an denen Beethoven vielleicht gerade durch den Interpreten zum Leben erweckt werden sollte/wollte, bleiben "tot".
Gefühllos vor allem - ich hatte oft das Gefühl, Teilnehmer eines Experimentes zu sein -
nicht Hörer von Musik, die zum Herzen sprechen soll.
Unberührt, unbewegt bleibt man - nicht gerade das, was Beethovens Musik sonst mit mir macht...

Ein paar Ausnahmen gibt es - und der erste Satz der Appassionata gehört dazu:
auch hier klingt vieles "kalkuliert" - und dennoch hat Gould mich hier durch Beethoven berührt,
die Musik klingt "trauriger" als mir zuvor bewusst, weniger kämpferisch, weniger tatkräftig als resigniert - verzweifelt.
Und Beethovens große Gesten klingen, als wisse der, der da durch die Musik zu uns spricht, dass all seine Bemühungen ja doch sinnlos, zum Scheitern verurteilt seien.
Kein wirkliches Aufbrausen/Aufbäumen, sondern ein "Ich mach mal Lärm - aber ich weiß ja, dass es sinnlos ist".
In seiner Langsamkeit klingt der Satz sogar (für meine Ohren erstmals) nach Schubert...
(Goulds "Gesang" nervt mich dabei allerdings viel mehr als bei Bach - und Töne trifft er ja nie...)

Der zweite Satz schon ist viel zu stockend, alles Fließende, Entrückte fehlt völlig. Hier kann man schon sauer werden, wie wenig Gould mit Beethoven anfangen kann! Und der 3. Satz klingt bei Gould manchmal wie Marschmusik...

Wirklich "zugrunde" richtet Gould (Joachim Kaiser über das, was Gould mit der Appassionata macht) in meinen Augen die wunderbaren ersten Sonaten (op.2), denen alles Frische, Jugendliche, lebendige verlorengeht, die klingen wie "Klavierübungen" z.B. mit furchtbar aufgesetzt klingenden, viel zu betonten Trillern, deren zum Teil berührende langsame Sätze keine Wirkung entfalten, weil Herr Gould meint, er müsse alle Linien "gleichberechtigt" spielen, die "singende" Melodielinie zurücknehmen für eine Bach-ähnliche Polyphonie, die die Musik schlicht zerstört.
Oder den ersten Satz der "Mondscheinsonate".
Oder die Tiefe der langsamen Sätze der lezten Sonaten...

Insgesamt ist mir das alles nicht mehr als zwei Sterne wert... - die CD-Box wird wieder verkauft. (Stand 5/2013)
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4.0 von 5 Sternen der eigenwillige Interpret - überzogen, spannend oder genial?, 30. März 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Glenn Gould Collection Vol.8 - Glenn Gould plays Beethoven: Klaviersonaten Nr. 1-3; 5-10; 12-14; 15-18; 23; 30-32 (Audio CD)
Manche sagen, Gould sei respektlos und anmaßend, wenn er Vortragsbezeichnungen, Tempi etc. vieler Werke ignoriert und manche sagen, es sei genial, wie Gould allbekannte Kompositionen so formt, dass man das Gefühl hat, man höre diese Werke erstmalig.
Diese Grundsatzdebatte - sich immer zwischen diesen beiden Polen bewegend - wird nicht zu lösen sein: entweder man kann mit Gould etwas anfangen, ist unvoreingenommen und sieht in ihm den exemplarischen mündigen Interpreten oder man empört sich ob der Provokationen und der (scheinbar) mangelnden Werktreue, all dies tat Gould natürlich nur, weil er immer darauf erpicht war, seinen persönlichen Stempel auf alles und jedes zu setzen.
Entweder man lässt sich darauf ein oder man lässt es eben bleiben...

Ich verstehe beide Seiten, aber tendiere schon zum ersten, weil ich spannende Facetten bei den Kompositionen entdecken kann, welche durch Goulds Interpretationen freigelegt werden.
Den Vorwurf, Gould hätte die "heiligen Kühe" der 3 letzten Sonaten sowie die berühmten und überaus populären Sonaten wie etwa die "Pathétique" geschlachtet und sogar vergewaltigt, kann ich nicht nachvollziehen und kann dort vielmehr einige schöne Momente finden.
Gould hat ja vorrangig die frühen und späten Sonaten eingespielt, so dass hier etwa 60 Prozent der Beethoven-Klaviersonaten zu finden sind.
Merkwürdig und fast unverständlich erscheint mir, dass er die "Hammerklaviersonate" nicht im Studio für eine LP eingespielt hat, da doch die komplexe Harmonik und Polyphonie gerade des letzten Satzes Goulds Vorlieben hätte besonders entsprechen müssen.
Ein, zwei Momente der Verstörung hat Gould auch bei mir hervorgerufen: die 13.Sonate op.27/1 beginnt mit einem simplen, ja läppischen Thema, welches innerhalb des grandiosen Beethoven-Oeuvres der Klaviersonaten ganz sicher nicht das kompositorische Glanzlicht darstellt.
Gould spielt dieses Thema derart unverschämt und aufreizend langsam, dass ich zu dem Schluss gekommen bin, dass er sich einen Spaß erlaubt haben m u s s (dieses Thema kann Gould nicht geschätzt haben, kennt man seine litaneihaften Beschwörungen der Überlegenheit von polyphonen Kompositionsstrukturen!).
Aber warum soll er das nicht machen?!
Ein wenig Probleme hatte ich weiterhin mit einigen non legato-Linien, die er sich "eigenmächtig" in der ersten Sonate "erlaubt".
Doch was ist das alles gegen den ultravirtuosen dritten Satz der "Mondscheinsonate", gegen die vorbildhafte Interpretation seiner erklärten Lieblingssonate, die wie die 6.Sinfonie den Beinamen "Pastorale" trägt - kurz gegen all die spannenden und/oder schönen Momente, die Gould freilegt oder uns entdecken lässt?
Gelangweilt ist man nie.
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