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194 von 212 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Spannende Thrillerkost mit nur vereinzelten Schönheitsfehlern
Mit "Verdammnis" führt Larsson konsequent fort, was er mit "Verblendung" begonnen hat. Diesmal steht Blomkvists Partnerin Lisbeth Salander im Mittelpunkt des Interesses. Lisbeth ist eine wunderbar ambivalente Figur mit einer geheimnisvollen Vergangenheit. Sie ist scharfsinnig und gewitzt, moralisch, aber nicht gesetzestreu, und schlägt aus dem Umstand, dass sie...
Veröffentlicht am 26. März 2007 von Alexandra Supertramp

versus
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Anlaufschwierigkeit
Der zweite Band der Millennium Trilogie schließt nicht unmittelbar an "Verblendung" an, ist dem Vorgänger jedoch sehr nahe. Die Protagonisten sind allesamt bekannt aus Band 1. Millennium arbeitet diesmal ein einer Story über Mädchenhandel in Schweden, was zu großem Missfallen eines anonymen Netzwerkes führt und mit Mord pariert...
Vor 15 Monaten von Esther veröffentlicht


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194 von 212 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Spannende Thrillerkost mit nur vereinzelten Schönheitsfehlern, 26. März 2007
Mit "Verdammnis" führt Larsson konsequent fort, was er mit "Verblendung" begonnen hat. Diesmal steht Blomkvists Partnerin Lisbeth Salander im Mittelpunkt des Interesses. Lisbeth ist eine wunderbar ambivalente Figur mit einer geheimnisvollen Vergangenheit. Sie ist scharfsinnig und gewitzt, moralisch, aber nicht gesetzestreu, und schlägt aus dem Umstand, dass sie aufgrund ihrer körperlichen Erscheinung immer wieder unterschätzt wird, Kapital. Im Grunde reicht schon allein die Betrachtung von Lisbeth dazu, einen Roman zu füllen.

Der Blick in Lisbeths Vergangenheit ist dabei gleichermaßen spannend wie düster. Stück für Stück kommt eine unheimliche Wahrheit ans Tageslicht, deren ganzes Ausmaß durchaus erschreckend ist. Der um Realismus besorgte Leser wird hier aber auch so manchen Kritikpunkt finden. Manches mag ein wenig zu konstruiert klingen und auch die Figur der Lisbeth Salander, die manchmal wie eine moderne Ausgabe einer technikbegabten und aggressiven Pippi Langstrumpf wirkt, erscheint teils ein wenig zu überzeichnet. Dennoch geht von der Figur eine nicht zu leugnende Faszination aus, die den Leser zu fesseln vermag.

Am Ende schießt Larsson zwar ein wenig über das Ziel hinaus, lässt Salander zu sehr wie einen mutierten Superhelden erscheinen, der übermenschliches zu leisten vermag und reizt damit ihre Möglichkeiten bis an die Grenze aus, dennoch ist "Verdammnis" absolut spannende Kost mit "Page-Turner"-Potenzial.

Der gemächliche Start täuscht ein wenig darüber hinweg, aber wenn der Krimi-Plot erst einmal richtig losgeht, zieht Larsson kontinuierlich die Spannungsschraube an. So entwickelt "Verdammnis" sich zu einem Roman, den man kaum aus der Hand legen mag und bei dem man zu keinem Zeitpunkt das Gefühl hat, Larsson hätte auch nur eine Seite zu viel geschrieben. Das Ende der Geschichte kommt dann leider etwas abrupt und der Leser wird ohne Vorwarnung und ohne, dass eigentlich die Handlung richtig abgeschlossen wird, aus der Geschichte gerissen und muss sich wohl bis zum driten Band der "Millennium-Trilogie" gedulen, um zu erfahren wie es weitergeht.

Für Quereinsteiger ist die "Millennium-Trilogie" übrigens gänzlich ungeeignet. Die Handlung baut aufeinander auf und in "Verdammnis" werden viele Details ausgeplaudert, die man vor der Lektüre von "Verblendung" definitiv nicht wissen sollte.

FAZIT: Bleibt unterm Strich trotz kleinerer Mängel und einem etwas überzogenen Finale immer noch ein sehr guter Eindruck zurück. Ein Thriller, der von Anfang bis Ende die Spannung auf einem so hohen Niveau hält, dass man das Buch kaum zur Seite legen mag. Und so siegt am Ende eben doch die freudige Erwartung des dritten Teils der Trilogie über das Stirnrunzeln über die vereinzelten Kritikpunkte an "Verdammnis".
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Anlaufschwierigkeit, 2. Februar 2014
Von 
Esther (Graz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Der zweite Band der Millennium Trilogie schließt nicht unmittelbar an "Verblendung" an, ist dem Vorgänger jedoch sehr nahe. Die Protagonisten sind allesamt bekannt aus Band 1. Millennium arbeitet diesmal ein einer Story über Mädchenhandel in Schweden, was zu großem Missfallen eines anonymen Netzwerkes führt und mit Mord pariert wird. Blöd nur, dass ausgerechnet Lisbeth Salander die exzentrische Freundin Michael Blomkvists die Mordopfer als letzte gesehen hat. Und bevor die Polizei oder auch Milton Security, Lisbeth's ehemaliger Arbeitgeber Überlegungen anstellt, den Mörder in einem anderen Umfeld zu suchen, versteift sich ganz Stockholm auf die Suche nach Lisbeth, die jedoch ist spurlos verschwunden.

Mikael Blomkvist startet seine Suche nach der Wahrheit und gräbt tiefer in den Recherchen des ermordeten Kollegen und bringt eine düstere Vergangenheit ans Tageslicht. Ein Teil dieser Vergangenheit ist seine Freundin Lisbeth.

Der zweite Band kommt unbeschreiblich langsam in die Gänge. Zwar kann die Geschichte nicht wirklich langweilig genannt werden, die Thriller-Erwartung wird jedoch über Längen hinweg nicht erfüllt. Nachdem die Morde begangen wurden, nimmt die Handlung doch noch Fahrt auf. Doch, soviel darf verraten werden, je näher das Ende kommt, desto spannender wird der Fall ... und lässt am Ende angekommen Raum für Band 3 (!)

Nicht ganz die Liga von "Verblendung", dennoch ein spannender Krimi!
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34 von 40 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Gute Unterhaltung, aber auch nervend, 24. Januar 2009
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Auch in diesem Buch spielen die von Band 1 bekannten Personen die Hauptrollen. Michael Blomkvist, ein Journalist bei der Zeitschrift Millennium, Lisbeth Salander, eine Frau mit herausragenden Talenten und Fähigkeiten, aber sozialer Inkompetenz sowie die ebenfalls bekannten Nebenfiguren wie z.B. Erika Berger, die Millennium-Herausgeberin.

An sie wird eine Story über Mädchenhandel herangetragen, die an Brisanz nicht zu überbieten ist. Die Autoren, Dag Svensson und seine Freundin Mia Bergman, haben eine Fülle von Material und dazu Namen hochrangiger Personen zusammengetragen, die sich des Mißbrauchs Minderjähriger strafbar gemacht haben.

Mikael und Erika sind damit einverstanden, diese Story als Zeitschrift und Buch zu veröffentlichen. Beides steht kurz vor der Veröffentlichung, als Dag und Mia brutal ermordet werden. In Verdacht gerät Lisbeth Salander, deren Fingerabdrücke auf der Mordwaffe gefunden wurden. Kurz darauf wird auch Nils Bjurman, der gesetzliche Betreuer Lisbeth Salanders ermordet aufgefunden.

Bjurman hatte Lisbeth Salander im Jahr davor vergewaltigt, was diese ihm bitter vergolten hat. Als eine Verbindung zwischen den Morden hergestellt wird, beginnt eine Hetzjagd auf Lisbeth Salander.

Wie schon im ersten Band passiert auch hier - von den Morden abgesehen - die ersten 250 bis 280 Seiten gar nichts. Die Geschichte plätschert vor sich hin, ohne hypnotisch zu fesseln aber auch ohne gähnende Langeweile zu verbreiten. Es wird ermittelt, geredet und gelebt - und vor allem literweise Kaffee getrunken und kiloweise belegte Brote verspeist.

Was mir allerdings in diesem Band noch viel mehr aufstößt, als beim ersten, ist die steigende Stilisierung Lisbeth Salanders zur nahezu unbesiegbaren Superheldin. Die ersten 200-250 oder noch mehr Seiten wird sie in ihrer Andersartigkeit so beweihräuchert, daß es mir wirklich zuviel geworden ist.

Am Anfang des Buches wird "Fermats Satz" eingeführt, eine mathematische Gleichung, von der Fermat behauptet, es gäbe keine ganzzahlige Lösung für sie. Für diese Aussage gäbe es auch einen Beweis. Über Jahrhunderte hinweg hat fast "jeder Mathematiker mit einiger Selbstachtung" nach diesem Beweis gesucht. Aber wer hätte je etwas anderes erwartet, als daß das Lisbeth diesen Beweis mal so nebenher herausfindet?

Sie ist extrem klug und eine äußerst talentierte Computerhackerin. Sie schlägt ihren sich jeden Zug abringenden Gegner beim Schachspiel mühelos, wobei sie für jeden eigenen Zug nur kurz von ihrer Lektüre 'Dimensions in Mathematics' aufschaut, der "Bibel" für Mathematiker. Sie baut Motoren auseinander und wieder zusammen, bringt Profiboxer ins Schwitzen, ringt brutale Hardcore-Rocker nieder, hat ein fotografisches Gedächtnis und ist nahezu jedem bei nahezu allem weitaus überlegen - außer im sozialen Umgang. Wer immer sich mit dem Lisbeth anlegt, hat bereits verloren. Da verwundert es natürlich nicht, daß ein extrem muskulöser, äußerst brutaler, an völliger Schmerzunempfindlichkeit (und Angst vor der Dunkelheit) leidender Hüne lieber vor ihr flüchtet, als sich nachts mit ihr anzulegen.

Auch die Mordvorwürfe, die Hetzjagd auf sie und die reißerischen Schlagzeilen in allen Zeitungen bringen das Lisbeth nicht aus der Ruhe. Statt dem einzigen, der ihr beistehen will - Mikael Blomkvist - zu helfen, spielt sie kryptische Spielchen mit ihm. Der Polizei ist sie sowieso immer einen Schritt voraus, das braucht eigentlich nicht extra erwähnt zu werden.

Das Finale wartet schließlich mit dem endgültigen, absurden Höhepunkt auf. Im nächsten Band kann sie bestimmt auch fliegen und hat einen Röntgenblick.

Nebenher ist die Frau schwer kriminell. Im letzten Band hat sie - natürlich (mit Ausnahme von Mikael Blomkvist) völlig unbemerkt - drei Millarden Kronen gestohlen. Sie bricht in Geschäfts- und Privaträume ein, hackt sich in fremde Computer (natürlich auch in bestmöglich geschützte), lädt sich fremde Daten und Mails auf ihren eigenen Rechner, eignet sich fremde Identitäten an, übt brutale Selbstjustiz (in deren Folge auch schon mal einer draufgeht), usw.

Wenn mal wieder ein Kapitel mit ihren "Heldentaten" begann, habe ich fast aufgestöhnt. Der Ausgang war sowieso klar. Sie ist zugegebenermaßen eine von den üblichen Romanfiguren völlig abweichende Person. Sie bietet einige Überraschungen und ist auch nicht grundsätzlich unsympathisch ist, weil Stieg Larsson nicht vergißt, ihr auch ein paar Macken und Schwächen anzuhängen. Aber trotz ihrer außergewöhnlichen Merkmale wird sie mit der Zeit langweilig und völlig vorhersehbar.

Aber trotz allem: das Buch zu lesen, ist kein Fehler. Es war, wie gesagt, an keiner Stelle richtig langweilig und teilweise sehr spannend, wenn es auch nicht der große Brüller ist. Man wird gut unterhalten. Das Ganze etwas straffer erzählt - der von der Beweihräucherung Lisbeth Salanders befreite Inhalt der ersten 200-300 Seiten hätte vermutlich auf ein Zehntel der Seiten gepaßt - hätte allerdings nicht geschadet.

Stieg Larsson hat in diesem Band einige Köder gelegt, die den Leser zum nächsten Band greifen lassen sollen. Ich werde es tun. Ich habe den dritten Band sowieso als erstes gekauft, weil ich nicht wußte, daß es sich um eine Trilogie handelt. Mal sehen, wie es weitergeht.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Leider nicht so gut wie der erste Band, 6. März 2012
Von 
BaluForKanzler - Alle meine Rezensionen ansehen
(#1 HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 500 REZENSENT)   
Dem ersten Band von Stieg Larsson habe ich noch vier Sterne gegeben. Für den zweiten Band kann ich nur noch drei Sterne erübrigen. Der Anlauf, bis die Geschichte endlich in Gang kommt, ist noch viel länger als beim ersten Band. Nach mehr als zweihundert Seiten habe ich mich immer noch gefragt, ob ich überhaupt das richtige Buch lese, weil ich vom Klappentext her ja wusste, um was es eigentlich gehen sollte. Es war zwar nicht richtig langweilig, aber es ging um alles mögliche, nur nicht um das angekündigte Thema. Nach elend langer Tändelei fängt dann irgendwann mal die eigentliche Geschichte an.

Viele Kritikpunkte, die ich nervig fand, die hier auch schon von anderen Rezensenten genannt wurden, will ich nur stichwortartig anreißen: Die viele Schleichwerbung, zigfache Wiederholungen nebensächlicher Details (z.B. wer trinkt aus welcher Tasse mit welchem Logo wie viel Kaffee und raucht dazu welche Zigarettenmarke?), die völlig überzogene und unrealistische Darstellung von Frau Salanders Fähigkeiten einerseits und Macken andererseits.

Insgesamt hat mir der zweite Band nicht so gut gefallen wie der erste. Der längere Anlauf bis die Geschichte endlich in Fahrt kam, war dabei nur ein Punkt. Ich fand die Story einfach an vielen Stellen zu unrealistisch, zu sehr überzogen und in der zweiten Hälfte dann auch immer chaotischer. Ich muss sagen, dass ich gegen Ende des Buches, wo ja eigentlich so nach und nach die Dinge aufgelöst werden, nicht mehr alles so ganz nachvollziehen konnte - wer mit wem und warum gegen wen. Das war mir dann alles irgendwie zu verworren. Und den Schluss fand ich viel zu plötzlich und unfertig. Jaja, ich weiß, der Leser soll Band 3 kaufen, aber ehrlich gesagt, bin ich noch sehr unentschlossen.

Fazit: Nicht so gut wie der erste Band. Deswegen nur noch drei Sterne.
Viele Grüsse.
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51 von 61 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Fest für jeden Thrillerfan und eine kritische Reflexion zugleich - Stieg Larssons: Millenium-Trilogie, 22. November 2009
Die Millenium-Redaktion arbeitet an einem brisanten Fall. Der junge und engagierte Journalist Dag Svensson hat jahrelang im international-tätigen Mädchenhandel recherchiert und will nun in Zusammenarbeit mit der Millenium-Redaktion unter der Leitung von Mikael Blomkvist und Erika Berger, diesen brisanten Fall öffentlich machen. Dieses Vorhaben bleibt nicht lange unbemerkt und urplötzlich ist Dag Svensson tot, ermordet. Die Polizei hat allerdings schnell einen Verdächtigen: Lisbeth Salander. Die junge, wie schwierige Hackerin mit der Mikael Blomkvist einst im Vanger-Fall zusammen gearbeitet. Als wenig später Nils Bjurman, Salanders gesetzlicher Betreuer, ebenfalls ermordet aufgefunden wird, haben sich Polizei und die Medien bereits auf Salander eingeschossen. Diese ist allerdings wie vom Erdboden verschwunden oder doch nicht...? Da Mikael der Einzige ist der an Salanders Unschuld glaubt, beginnt er dort nach Beweisen ihrer Unschuld zu recherchieren, wo sein Kollege Dag wohl in ein Wespennest gestochen hat...

"Verdammnis" ist der zweite Roman aus der Millenium-Trilogie von Stieg Larsson. Die Geschichte knüpft gut 1,5 Jahre nach dem Ende des letzten Romans an. Die Geschichte entwickelt sich anfänglich durchaus solide. Auf den ersten gut 200 Seiten wird nahezu ausschließlich auf die Figur Lisbeth Salander eingegangen. So das diese, im ersten Roman noch sehr "unbekannte" Figur, Seite für Seite mehr an Konturen gewinnt und damit defintiv die Hauptrolle im zweiten Roman innehat. Es bleibt dabei nicht aus, dass "Verdammnis" stellenweise etwas langatmiger daherkommt, wie der Vorgänger, denn zwischen den Morden und dem spannungsgeladenen Finale gibt es immer wieder viele Seiten mit Geplänkel. Aber dies, und das ist das geniale von Larssons Schreibstil, kann sich schlagartig ändern. Da passiert gut 20 Seiten lang rein gar nichts und dann schlägt Larsson urplötzlich aus dem Nichts zu und zieht die Spannungsschraube gewaltig an. Alleine für diese gelungenen Kniffe verdient sich der Autor schon 5 Sterne. Aber auch für die gnadenlose Offenlegung der Gesellschaft (hier verkörpert durch die schwedische und damit sicherlich beliebig austauschbar), ihren Einstellungen und Gesetzmäßigkeiten machen diesen Roman zu einem wirklich lesenswerten und gesellschaft-kritischen Buch, dass mit der Figur Lisbeth Salander einen perfekten Reibungspunkt zu bieten hat.

Auf den letzten 300 Seiten, des rund 750 Seiten starken Werkes beginnen sich die Ereignisse förmlich zu überschlagen, so dass man spätestens hier gänzlich dem Buch verfallen ist. Die Spannung wird bis ins Unermessliche getrieben, so dass wohl jeder Thriller-Fan hier vollstens auf seine Kosten kommen wird. Das packende Ende dieses zweiten Teils ist anschließend der nahtlose Übergang zum dritten Roman (Vergebung: Roman). Einsteigern sei an dieser Stelle empfohlen, um vor allem die Figur Salander in ihrer ganzen Komplexität zu verstehen, unbedingt mit dem ersten Roman (Verblendung: Roman) dieser Trilogie zu beginnen, es lohnt sich - 5 Sterne.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Neues Genre erfunden: der Superheldenroman - statt für 10 jährige Jungs diesmal für die Frau ab 40, 13. September 2012
1. Ich fand den ersten Band sehr gelungen (nicht mein bester Krimi, aber sehr solide und empfehlenswert). Die Verfilmung war eher noch besser.
2. Der zweite Band traf auf eine gewisse Erwartungshaltung, die leider nicht erfüllt wurde - die Begründung erfordert einige Spoiler: Wenn Sie lieber den Empfehlungen der Begeisterten folgen wollen, machen sie einfach hier Schluss, wenn Sie das Buch schon gelesen haben und sich mit der Meinung eines nicht-Begeisterten auseinandersetzen wollen, sind sie herzlich eingeladen weiterzulesen.

Was fand ich also vergleichsweise schwach:

Das Buch kommt unglaublich zäh in die Gänge - man hat den Rücktitel gelesen und fragt sich wann die dort erwähnte Handlung einsetzt oder ob die Seitenstory am Anfang (die ziemlich verlorengeht) das gewesen sein sollte (sollte sie nicht).
An seltsamen Eigenheiten, die im ersten Buch schon so angelegt waren, will ich nur 2 herausgreifen:
a) Sex hat für die Hauptpersonen die gleiche Bedeutung wie Kartenspielen: Wechselnde Mitspieler sind erlaubt/erwünscht, Emotionen sind möglich aber nicht notwendig und im Grund ist das Spiel nur Beiwerk und für die Handlung nicht wichtig.
b) Der Autor hat das Kartenwerk halb Schwedens im Kopf und demonstriert es uns anhand von Strassennamen, Bushaltestellen und Lageplänen, die zu 90 % überflüssig sind.

Was fand ich komplett unglaubwürdig und schlecht:

Der Autor killt seine Hauptperson (im übertragenen Sinne und tatsächlich (fast)):
In meiner Jugend hatte Old Shatterhand zwei supertolle Gewehre, konnte jede Anzahl Indianer besiegen, hatte einen unerschütterlichen Freund Winnetou und erlebte mit ihm die unglaublichsten Abenteuer. Später merkte ich dann, dass solche Helden etwas unglaubwürdig sind und dass sie auch bei den Schriftstellern etwas aus der Mode kamen.
Bis ich Winnetou 2 - äh den 2ten Band der Millenium Saga las.
Die gute Nachricht: Old Shatterhand ist zurück
Die merkwürdige Nachricht: Er heißt jetzt Lisbeth Salander und sein äh ihr Freund heißt Kalle Blomqvist.
Die schlechte Nachricht: Ich bin immer noch zu alt für solche Bücher.

Für alle die die Parallelen nicht sehen (wollen):

Der Autor macht aus einer sehr interessanten und eigenwilligen Figur des ersten Bandes eine komplett unglaubwürdige Superheldin (Supergirl und Batman in einer Person).
1. Es ist im 2ten Band völlig egal und unwichtig, dass Lisbeth Aspergerautistin ist. Machen sie die Probe: lesen sie das Buch und stellen sie sich vor, dass sie das nicht wissen/ahnen. Es ist zur Erklärung ihrer Handlungen nicht wichtig oder notwendig. Was im 1ten Band noch sehr mysteriös und auch notwendig zur Handlungsmotivation war, ist jetzt wirklich überflüssig. Lisbeth ist genauso gefühlsbetont und emotional gebunden/nicht gebunden wie normale Menschen. Im Gegenteil: die meisten Menschen wären froh, wenn sie so viele loyale und belastbare Freunde hätten wie Lisbeth (Michael, Roberto, Mimmi, Dragan und eigentlich auch Erika)
2. Lisbeth hat wie Old Shatterhand enorme geistige Fähigkeiten, die sie ihrer Umwelt überlegen machen: Fotografisches Gedächtnis, Mathematische Genialität, Beste Hackerin der Welt (Gut, Old Shatterhand war der beste Schütze, deswegen hatte er ja auch den Bärentöter und nicht wie Lisbeth den neuesten Apple Laptop.)
3. Lisbeth hat bessere Reflexe als ein Weltklasseboxer (der mit ihr Sparring machte) - Old Shatterhand wird von Winnetou auch zum besten Zweikämpfer ausgebildet - aber dass Lisbeth (die im ersten Band als ziemlich kraftlos mit dem Körper einer 15 - jährigen geschildert wird) im zweiten Band alleine zwei harte Raufbolde einer Hells Angels ähnlichen Gang zusammentritt und schlägt (sic!), da war ja mein Old Shatterhand ein Waisenknabe dagegen!
4. Lisbeth kann alles ab und sie überlebt auch Todes-ähnliche Situationen: Wie Old Shatterhand schwerste Verwundungen und als Kara ben Nemsi sogar die Pest überlebte ist bekannt. Das ist aber gar nichts gegen Lisbeth, die erst in die Hüfte, dann in die Schulter und dann noch in den Kopf geschossen wird. Danach wird sie mit diesen drei Verwundungen für tod gehalten und in eine vorbereitete Grube gelegt und zugeschaufelt - und dann wacht sie auf, hat in einer kleinen Luftblase genug Luft und einen Arm so frei, dass sie sich mit ihrem Zigaretten-etui eigenhändig mit dem unverletzten Arm aus der Grube gräbt. Das halten sie bitte nicht für unwahrscheinlich, denn das beste kommt noch: In dem Zustand schleicht sie sich durch den Wald zurück in eine Scheune - lauert dort ihrem Gegner auf, verletzt diesen mit zwei Axthieben und verscheucht den zweiten Gegner mit Pistolenschüssen.
5. Wie bei Karl May Romanen üblich gibt es auch hier in der Vergangenheit angelegte Verwandtschafts-Verwicklungen: es geht allerdings nicht um vertauschte/geklaute Babys. Lisbeth - so erfährt man als des Rätsels Lösung - fackelt im Alter von 13 ihren eigenen Vater ab, weil der die Mutter geschlagen hat. Er überlebt - scheint in der Familie zu liegen- nur um später dann seine Tochter lebendig zu begraben (s.o.) und die Axthiebe abzubekommen (die er auch überlebt). Er ist natürlich ein ehemaliger KGB-Spion, der sich zum Überlaufen ausgerechnet Schweden ausgesucht hat (USA hätte ja viel zu viel gezahlt und ein besseres Zeugenschutzprogramm gehabt - da kanns ja jeder). Das beste aber ist der Bruder äh Halbbruder von Lisbeth, der einen erblichen Defekt hat, der ihn keine Schmerzen erleben lässt. Dafür ist er stärker als 10 Männer und bringt immer alle mit bloßen Händen um. Old Shatterhand musste ja auch mit so manchem Riesenbaby kämpfen, aber der Typ ist wirklich gemein!

Abschließend: ich finde es ja toll, dass so viele Leser diese Romane so gut finden - aber warum habt ihr die Phase "Ich will eine ganz starke Held(in), die alles kann und alles überlebt und ganz hart im Nehmen und Austeilen ist" nicht mit zehn hinter euch gebracht?
Der Autor heißt Karl May und die Bücher sind rechtefrei und billiger.
Ernsthaft: meiner Meinung nach hätte den zweiten Band ohne den recht guten ersten kein Mensch ernst genommen. So gnadenlos supermäßige Superhelden findet man sonst nur in Comic Strips (obwohl: Batman hat eher weniger drauf als Lisbeth - vor allem vertragen die alle aus Gründen des Jugendschutzes nicht ein zehntel soviel Alkohol wie Lisbeth))

Und jetzt als Bonus die Idee für Bully Herbig: Der Schuh der Salander!
Das Team für die Hauptrollen ist aus dem Schuh des Manitou schon vorhanden.
Nichts für ungut: Wer das Buch gut findet darf es behalten.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Schwächster Teil der "Millenium"-Trilogie, 8. April 2013
"Verblendung" ist ein guter, über weite Strecken ausgesprochen spannender Thriller. Zwar nicht absolute Spitzenklasse, aber doch weit über dem Durchschnitt. Dementsprechend groß waren meine Erwartungen an "Verdammnis", den zweiten Teil der "Millenium-Trilogie". Um das Fazit gleich vorwegzunehmen: Ja, auch "Verdammnis" ist spannend. Allerdings gibt es einige Einschränkungen, die ich so nicht erwartet hätte.

Was als erstes auffällt: Die Einführung war in "Verblendung" zumindest teilweise langatmig und umständlich. In "Verdammnis" ist sie schlicht langweilig. Spätestens, wenn der Autor beschreibt, welche Möbel sich Lisbeth Salander bei Ikea kauft, ist man versucht, zumindest quer zu lesen. Insgesamt dauert es diesmal mindestens 200 (gefühlt eher 400) Seiten, bis die Geschichte an Fahrt gewinnt. A pro pos Geschichte: Was Larsson dem Leser in "Verdammnis" vorsetzt, scheint anfangs nicht der Rede wert zu sein. Natürlich ist das Thema Mädchenhandel ein ausgesprochen brisantes und tragisches Kapitel. Aber der Autor zieht diesen dünnen roten Faden bis weit über die Hälfte des Buches dermaßen in die Länge, dass man sich im Nachhinein tatsächlich fragt, womit die Seiten davor eigentlich gefüllt waren. Erst dann - um einen Ausdruck Larssons zu gebrauchen - "fallen die Puzzleteile an ihren Platz" und das ganze Ausmaß der Geschichte beginnt sich zu erschließen. Wobei nach wie vor viele Fragezeichen bleiben; um alles zu erfahren, muss man schon auch "Vergebung" lesen.

"Verdammnis" hat ca. 770 Seiten und ist damit fast 100 Seiten länger als "Verblendung". Das ist prinzipiell natürlich kein Kritikpunkt, nur ist der Inhalt nicht durchgehend spannend. So richtig Fahrt nimmt die Geschichte erst im letzten Drittel auf und es wird tatsächlich ein Höchstmaß an Spannung geboten. Zu diesem (relativ spätem) Zeitpunkt zieht Larsson tatsächlich alle Register der Thriller-Kunst; es gibt Action, spannende und interessante Schlussfolgerungen und sogar die eine oder andere Überraschung. Plötzlich macht es auch wieder Spaß, die Figuren bei ihrem Bemühen, Licht in das Dickicht des Falles zu bringen, zu beobachten. Ganz zum Schluss übertreibt es der Autor mit den körperlichen Fähigkeiten seiner eigenwilligen Ermittlerin zwar etwas (um es deutlich zu sagen: so ein übertriebenes Superhelden-Finale hat man seit dem Dan Brown-Machwerk "Illuminati" nicht gelesen) , aber das kann die Vorfreude auf den Abschluss der Trilogie kaum schmälern.

Fazit: "Verdammnis" ist eines der Bücher, die man zwischendurch gelegentlich gerne wieder ins Regal stellen möchte - damit verpasst man aber den Zeitpunkt, an dem endlich einige Handlungsstränge geklärt werden. Die volle Punktzahl kann es für einen verhältnismäßig großen Anteil an Füllmaterial natürlich bei Weitem nicht geben, aber für gute drei Sterne reicht es. Sowohl der Vorgänger "Verblendung" als auch der Nachfolger "Vergebung" haben im Endeffekt wesentlich mehr zu bieten. Das Buch endet übrigens "mittendrin", weiterlesen in "Vergebung" ist also Pflicht. Der Cliffhanger macht alles andere so oder so nahezu unmöglich.

Hier noch meine Bewertung der einzelnen "Millenium"-Romane:

- Verblendung: ****
- Verdammnis: ***
- Vergebung: ****

"Millenium" gesamt: ***
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Krimifan66 MexxBooks, 1. April 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Hallo,

heute möchte ich euch meine Meinung zum 2. Teil der Millennium Trilogie
mitteilen.

Wie ich zu dem Buch gekommen bin :

Da ich ja ein glücklicher Kindle Touch Nutzer bin ;-), ist natürlich
klar, dass es für mich Verdammnis als Kindle Edition auf Amazon gibt.
Die Bücher von Stieg Larsson standen schon lange ganz oben auf meinem
Lese-Wunschzettel und so war es für mich also keine Frage die Bücher
schnellst möglich und kostengünstig auf meinen KT zu laden. Mit meinem
Mexxbooks Bibliotheksabo habe ich mir also die Bücher für 0 Euro leihen
können.

Um was es geht :

Verdammnis nimmt den Faden aus Verblendung wieder auf , diesmal aus der
Sicht von Lisbeth Salander. Schnell wird klar das in diesem Teil Mikael
Blomkvist zwar auch eine Rolle spielt, aber die Hauptperson ist Lisbeth
Salander und ihre Sichtweise von Recht und Moral. Ihre Geschichte lässt
einen nicht mehr los und zieht mich mehr und mehr in ihren Bann. Was als
Story um Mädchenhandel anfängt wird mehr und mehr zu einer Geschichte um
die Glaubwürdigkeit der Presse und der Manipulierbarkeit der Masse durch
diese. Moral und Loyalität sind dehnbar genau wie Recht und richtig, es
kommt eben auf den Blickwinkel an.
Auch wenn Lisbeth Salander als Mensch so ihre Eigenarten hat, stehen
ihr, ihre Freunde loyal zur Seite und helfen ihr so gut wie möglich.
Es entwickelt sich ein Polithriller der einem den Atem stocken lässt und
auch die persönliche Tragödie um Lisbeth Sallander lässt einen nicht
mehr los.
Mehr will ich an dieser Stelle nicht verraten falls es ausser mir
tatsächlich noch jemanden gibt der die Trilogie nicht gelesen hat

Was ist meine Meinung dazu :

Ich konnte das Buch, in diesem Fall meinen KT, einfach nicht mehr aus
der Hand legen.
Ich bin immer noch von dem Buch und der Glaubwürdigkeit der Geschichte,
als auch der Personen begeistert.
Als Moralapostel könnte man die persönliche Bereicherung am Wennerström
Vermögen verurteilen, aber schließlich kann Lisbeth das Geld gut
gebrauchen und sie setzt es klug ein.
Bei den ganzen anderen Umständen die nach und nach aufgedeckt werden ist
Sallander definitiv nicht die kriminelle.
Irritierend war für mich allenfalls das abrupte Ende der Story, so dass
ich schon dachte mein KT hätte einen Fehler.
Nachdem ich dann aber sofort den 3. Teil geladen hatte, konnte ich
feststellen das dieser genau an der Stelle weiter macht wo der Vorgänger
aufhört.
Also zum Selbstschutz nicht den 2. lesen ohne den 3. in Petto zu haben ;-)

Mein Fazit :

Ich kann diese Trilogie einfach nur jedem zum Lesen empfehlen der dies
noch nicht getan hat !
Selten war ich von einem Buch und das stellt die Trilogie für mich dar,
mehr beeindruckt.

Dieser Bericht erscheint auch unter meinem Nick auf anderen Plattformen.

LG Euer Krimifan
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Vorhang auf für Lisbeth Salander, 12. Januar 2012
In dem zweiten Band der Millennium-Reihe richtet Stieg seinen erzählerischen Schweinwerfer auf Lisbeth Salander, Mikael Blomkvist taucht erstmal hinter einer wohlmeinenden, vertrauenserweckenden Fassade ab.
Dafür wird die kleine Anti-Heldin ordentlich durchleuchtet. Man glaubt, sie schon im Epilog vor sich zu haben, als aus ihrer Jugend erzählt wird. Nach und nach kommen immer mehr schockierende Einzelheiten ans Licht, die an einer Stelle sogar darin gipfelten, dass ich mir vor Erstaunen fast den Kiefer ausrenkte. Damit hatte ich nun wirklich nicht gerechnet und verneige mich fairerweise vor Herrn Larsson.

Mikael und Lisbeth betreten das Buch auf getrennten Wegen. Millennium wird von einem Wirtschaftsjournalisten auf einen brisanten Fall von Mädchenhandel gestoßen, der seine Wurzeln bis tief hinein in die schwedische Gesellschaft schlägt.
Doch kurz vor der Veröffentlichung werden der Journalist und seine Freundin brutal ermordet. Die Tatverdächtige: keine andere als Lisbeth Salander.
Kurz darauf wird auch Nils Bjurman, Lisbeths Betreuer, tot aufgefunden.

Während unsere Heldin als potentielle Mörderin durch das Land gejagt wird, versucht Mikael verzweifelt Kontakt zu ihr aufzunehmen. Er weiß nicht, was in dem Kopf der jungen Frau sie bewogen hat, radikalen Abstand von ihm zu nehmen. Doch er ist von ihrer Unschuld überzeugt und beginnt in ihrer Vergangenheit zu recherchieren.

Wer bist du wirklich, Lisbeth Salander? Und schon bald tauchen erschreckende Details auf, die diese zwischen verängstigter Gewaltbereitschaft und besessener Genialität stehende Frau erklären.

Ein Manko, das mich durch häufige Wiederholung zwischendurch doch entnervt aufseufzen ließ: die inflationäre Nennung von Apple-Produkten und das gewissenhafte Aufzählen aller Einkäufe und der Reihenfolge, in welcher diese anschließend verspeist werden. Stilmittel (dessen Bedeutsamkeit an mir vorübergegangen ist) oder einfach nur Seitenfüller? Man weiß es nicht, tut dem Buch aber auch keinen wirklichen Abbruch.

Was von manchen als in die Unglaubwürdigkeit abdriftender Fauxpas bezeichnet wird und auch mich zwischendurch immer stutzig machte, ist die absolute Unberührbarkeit Lisbeths. Wie ein Wirbelsturm fegt sie durchs Land, legt sich gleichermaßen körperlich und geistig mit jedem an, der ihr in die Quere kommt - und verliert natürlich nie. Der Beweis für Fermats Satz oder ein zur Kampfmaschine mutierter Muskelhüne, ganz gleich, die zierliche Lisbeth steckt sie alle in die Tasche.

Doch ich muss sagen, dass Stieg Larsson glaubhafte Erklärungen für ihre Wundertaten findet, gut ihre Genialität ist angeboren, doch ihre kämpferische Überlegenheit beruht mehr auf Schnelligkeit und durchdachten Angriffen als auf stupider Muskelkraft.

Meiner Meinung nach, ist das Buch wesentlich besser als das Debüt, Verblendung verblasst beim Lesen zu einer Ouvertüre und ich hatte diesmal beim Lesen der letzten Seite tatsächlich sofort Lust auf das nächste Buch. Ich kann nur hoffen, dass der dritte Band genauso schließt.

Schade nur, dass Stieg Larsson noch vor der Fertigstellung weiterer Bände gestorben ist. Sicherlich hätte auch Mikael noch eine ordentliche Durchleuchtung bekommen. Und ihr wisst ja, stille Wasser sind tief.
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5.0 von 5 Sternen Millennium-Trilogie - Teil 2 - Intelligenter, spannender Thriller mit (kleinen) Schwächen, 11. April 2011
Von 
Heike Werner (Leipzig) - Alle meine Rezensionen ansehen
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Es gibt Thriller, die wirklich aussergewöhnlich gut sind, die mit einem spannenden Plot unterhalten und nebenbei fesselnderweise noch brisante Themen ansprechen - seit der Lektüre von "Verdammnis" gehört die Trilogie Stieg Larssons für mich zweifellos dazu.

Während Verblendung (1): Roman noch eher gemächlich als teilweise langatmiger Wirtschaftskrimi startete, um dann in einer etwas zu vorhersehbaren Jagd nach einem Serienmörder zu enden, beginnt "Verdammnis" in einem wesentlich schnelleren Rhythmus:

Der Journalist Mikael Blomkvist wird von Dag Svensson kontaktiert, einem jungen freischaffenden Journalisten, der eine brisante Story zu bieten hat. Da sich Blomkvists Magazin "Millennium" durch die zurückliegende Wennerström-Affäre einen entsprechenden Ruf erarbeitet hat und somit die richtige Basis bietet für derartige Enthüllungs-Storys, greift Blomkvist sofort zu und garantiert Svensson die Veröffentlichung seiner Reportage über Mädchenhandel aus dem Ostblock nach Schweden, über erzwungene Prostitution und Mord und "Kunden" in höchsten Regierungskreisen.
Auch Lisbeth Salander, die den Kontakt zu "Kalle" Blomkvist zwar abgebrochen hat, aber schon aus Gewohnheit regelmässig seinen Computer hackt, findet die Story interessant genug, um sich in die Recherche einzuklinken. Doch kurz nach ihrem Besuch bei Dag Svensson und dessen Freundin Mia Bergström werden beide tot aufgefunden - und die Tatwaffe trägt die Fingerabdrücke der vorbestraften Lisbeth.
Eine beispiellose Medienhetze beginnt, auch für die Polizei gilt "Sallys" Schuld als erwiesen. Verstärkt wird diese Überzeugung noch durch die Tatsache, dass auch ihr Betreuer Bjurman erschossen aufgefunden wurde.

Doch Mikke Blomkvist kann an diese Schuld nicht glauben und das Team von "Millennium" macht sich auf, um Gegenbeweise zu suchen - und den wahren Mörder.
Doch irgendjemand mit viel Einfluss und einer Menge Möglichkeiten, Ärger zu machen, ist nicht an der Aufklärung der Wahrheit interessiert. Aber die meisten Kopfschmerzen bereiten dem Millennium-Team die Spuren, die weit in Lisbeths Vergangenheit führen...

Und mein Fazit:
750 Seiten können verdammt kurz werden, wenn man sich erstmal festgebissen hat, was mir bei "Verdammnis" ziemlich schnell passiert ist. Ein mehr als interessanter Plot, aufzutröselnde Verschwörungen, symphatische Protagonisten und Ermittlungen, an denen man sich festsaugt sorgen für einen Pageturner, den ich nicht weglegen konnte.
Kleinere Schwächen mit ein paar gar zu fantastischen Problemlösungen und vor allem Fähigkeiten Lisbeths überliest man, weil's trotzdem passt.

Den Teil 1 "Verblendung" empfand ich als sehr guten Durchschnitt, allerdings hatte er mich nicht dazu bewegen können, diesen Teil 2 allzu schnell ebenfalls zu lesen - das Versäumnis habe ich endlich behoben. Und mit Vergebung: Roman: Millennium Trilogie 3 direkt nachgelegt...
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