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am 30. Juli 2012
1982 hatte EMI die 8 LP-Kassette "Schubert Lieder on record" herausgegeben, die historische Aufnahmen von Schubert-Liedern enthielt, von der allerersten ("Ave Maria" mit Edith Clegg, 1898 aufgenommen) bis zum Ende der 78-Ära. Vertreten waren Leo Slezak, Georg Henschel, Ottilie Metzger, Lilli Lehmann, Fjodor Schaliapin, Alexander Kipnis ... bis zu Julius Patzak, den jungen Schwarzkopf und Fischer-Dieskau. Begleitet wurden diese LPs von einem dicken Booklet, wo man neben Bildern Informationen über alle Sänger fand.
Diese Aufnahmen wurden im Schubert-Gedenkjahr 1997 digitalisiert und irrsinnigerweise in zwei Boxen à 3 CDs angeboten.

Sie werden hier wieder zusammengefaßt, dazu kommen 7 CDs mit Aufnahmen von 1952 bis 2010. In diesem neuen Teil sind fast alle große Schubert-Sänger der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts vertreten. Der vor kurzem verstorbene Dietrich Fischer-Dieskau bekommt, zusätzlich zu den im ersten Teil vorhandenen Aufnahmen, eine ganze CD für sich, mit Aufnahmen aus den 50er Jahren, darunter ein spannendes Mayrhofer-Recital.
Sonst bieten diese CDs mehrere Interpreten (daß auf dem Cover für diesen Teil der Box die Bemerkung "singers include" nicht angegeben ist, ist irreführend, auf CD9 und CD13 z.B. sind mehr Sänger vertreten als angegeben). Aufnahmen eines/r Sängers/erin sind in der Regel zusammengefaßt. Ein paar Ausnahmen (Christa Ludwig, Elly Ameling ...) bestätigen die Regel, insgesamt sind aber diese CDs so gestaltet, daß sie einzeln betrachtet ein gutes Programm bieten.

Sind im ersten Teil eher Evergreens zu finden (93 Lieder auf 128 Tracks mit 64 Sängern), so wurde im zweiten Teil versucht, die Auswahl der Lieder zu erweitern, um ein gutes Panorama von Schuberts Schaffen zu präsentieren. Man hätte aber auf die Versionen von "Seligkeit" mit Elisabeth Schwarzkopf und unterschiedlichen Klavierspielen zugunsten des kompletten Programms mit Edwin Fischer verzichten können (8 von 14 Titeln wurden übernommen). Zu hören sind auch u.a. Christa Ludwig, Hermann Prey, Janet Baker (9 Lieder), Lucia Popp, Brigitte Faßbänder, Simon Keenlyside, Ian Bostridge (19 Lieder, 1 weniger als Fischer-Dieskau !!). Eine schöne Rarität sind die vier italienischen Canzonen D688 belcantisch imterpretiert von Lawrence Brownlee.
EMI hat tief in seine Schatztruhe gegraben, um auch Aufnahmen von Sängern zu finden, die anderswo untergebracht waren (Wunderlich, Ameling, Margaret Price ...) und sogar Aufnahmen von kleineren Labels übernommen. Die einzige große Abwesende ist Gundula Janowitz (auch Edith Mathis fehlt). Daß jüngere Sänger, die für andere Labels aufnehmen, nicht vertreten sind, läßt sich verschmerzen, weil deren Aufnahmen noch auf dem Markt sind.

Peter Schreier wurde dadurch gerettet, daß EMI die Rechte von seiner Schönen Müllerin mit Steven Zehr am Hammerflügel erworben hat. Da kommen wir auf die letzten 3 CDs der Box, die je eine Gesamtaufnahme der Müllerin, des Schwanengesangs und der Winterreise anbieten. Die Schreier/Zehr Müllerin ist eine der großen Aufnahmen des Zyklus, die bislang schwer zu finden war. Dasselbe gilt für den Schwanengesang (+3 Seidl-Lieder) mit Olaf Bär. Die Hampson/Sawallisch Winterreise ist aber nach wie vor erhältlich. Ich hätte lieber die gesamte Winterreise von Thomas Allen gehabt, der leider nur mit "Gute Nacht" in der Box vertreten ist.

Hampson war aber wohl Aushängeschild dieser Edition und die 17te CD enthält eine Interview von ihm, wo er uns Schuberts Liedschaffen nahebringt. Nur für Zuhörer mit Englischkenntnissen, weil keine Übersetzung vorhanden ist (auch nicht auf den PDFs, die die Liedertexte mit englischer Übersetzung enthalten). Sei's drum, was er sagt ist nicht sonderlich interessant (das Wort "genius" wird bis zur Überdosis wiederholt, Fachbegriffe wie "Bildersprache" werden den Angelsachsen erklärt, man erfährt, was im "Zwerg" passiert, ein Lob auf EMI und diese wunderbare Edition wird angestimmt ...).

Was zum großen Nachteil dieser Box führt: kein erwähnenswertes Begleitmaterial. Eine nicht sonderlich durchschaubare Track-Auflistung, ein mageres nichtssagendes schlecht übersetztes Essay über "Schuberts Dichter". Kein Lied-Index, kein Sänger-Index, Null Information über die Sänger selbst (mit der Ausnahme von Thomas Hampson), geschweige denn über die Begleiter, unter welchen immerhin Gerald Moore, Edwin Fischer, Geoffrey Pearsons, Irwin Gage, Karl Engel, Leif-Ove Andsnes ... vertreten sind. EMI ist nicht mal eingefallen, das Booklet der LP_Ausgabe einzuscannen und als PDF zu Verfügung zu stellen. Dafür hat man sich ein originelles Design für die Box einfallen lassen ...

Alles in allem: eine schöne Sammlung von Liedern und Lieder-Interpretationen, deren editorische Aufarbeitung leider mangelhaft ist (angeblich sind die PDFs mit den Liedertexten schlecht aufgearbeitet und für die CDs 10, 11, 13 gar falsch - Delius-Werke statt Schubert-Lieder- ich habe es selber nicht geprüft).
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