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4.0 von 5 Sternen Paracletus 2.0, 25. September 2013
Rezension bezieht sich auf: Drought (Audio CD)
Deathspell Omega - ein Name, der die Black Metal-Welt seit einiger Zeit spaltet. Die Band begann in ihrer frühen Zeit (ca. zur Jahrtausendwende) mit rauem Black Metal, wie er von so vielen Bands gespielt wurde. Mit dem dritten Album Si Monumentum Requires, Circumspice wurde jedoch eine andere Richtung eingeschlagen: Die Songs waren deutlich komplexer gestaltet und gingen auch lyrisch weit über stupide Teufelsanbetung hinaus und bewegten sich eher in eine philosophische oder gar theologische Richtung. Diesen Ansatz trieb Deathspell Omega mit dem Nachfolger Fas - Ite, Maledicti, in Ignem Aeternum noch viel weiter: Das Album definiert auch noch den heutigen musikalischen Stil der Band.
Statt kaltem und rauen Black Metal-Riffing greift die Band auf extrem chaotische Gitarrenriffs zurück und strukturiert Stücke deutlich komplexer als zu alten Zeiten. Hört man deren Alben zu Beginn, glaubt man fast, es wäre fast alles willkürlich gespielt. Das letzte Album Paracletus ist im Punkt Riffing ebenfalls ziemlich chaotisch ausgefallen, jedoch sind die Songs etwas verständlicher durchstrukturiert.

Dann wären wir bei der EP Drought, die nach Paracletus erschien. Im Allgemeinen kann man sagen, dass sich die EP stark am Stil von Paracletus hält. Die Songstrukturen sind nach mehrfachem Hören gut verständlich und die Gitarrenriffs sind sowohl düster als auch chaotisch.
Die Produktion der EP ist für Black Metal-Verhältnisse sagenhaft, man hört die Instrumente gut heraus, sogar der Bass ist je nach Song gut zu hören. Für künftige Releases würde ich mir fast noch einen besser hörbaren Bass wünschen, das könnte die düsteren Melodien von Deathspell Omega sogar besser untermalen.
Das Drumming passt wieder einmal Faust aufs Auge und ballert in der Regel, was das Zeug hält. In den langsamen Stücken bzw. Stellen kann es sich aber auch hören lassen und trägt einiges zur Stimmung bei.
Der Gesang ist auf Drought ziemlich Black Metal-typisch, auch wenn er stellenweise etwas tiefer wird, was mir ziemlich zusagt. Gesanglich war Deathspell Omega meiner Meinung nach meistens "nur" zweckerfüllend, aber er passt definitiv zur chaotischen Stimmung.

Drought beginnt mit einem langsamen und düsteren Instrumentalstück: Salowe Vision. Für ein fast 4-minütiges Stück wirkt es anfangs etwas langweilig, baut aber doch ab der Mitte immer mehr Spannung auf und leitet passend zum nächsten Song über. Gerade die schrägen Akkorde am Ende des ersten Stücks wissen zu überzeugen.
Fiery Serpents beginnt da schon etwas kompromissloser. Der raue Gesang und die wirren Gitarrenriffs steigen sofort ein und bestimmen auch den Song weiter. Ab 1:34 nimmt das Stück noch einmal an Geschwindigkeit auf, die Stimmung wird jedoch langsam wieder mit sehr scharfen Akkorden aufgelöst, die dann ab 2:21 ihre eigene Passage bekommen. Speziell die subtilen Chöre im Hintergrund - sagenhaft! So kennt man Deathspell Omega. Die große Überraschung des Songs kommt ab 2:44: Deathspell Omega überzeugt mit außergewöhnlich tiefen Riffs, die mehr auf die Rhythmik abzielen. Auch wenn er kurz ist: Einer meiner Lieblingssongs der Band und mein persönlicher Höhepunkt des Albums.
Scorpions & Drought ist über eine Minute kürzer als der vorherige Song und das auch aus gutem Grund: Der gesamte Song ist eher schnell und hat im Wesentlichen seine Höhepunkte in schrägen Akkorden, die plötzlich aus dem Geballer kommen. Sonst würde ich den Song eher "nur" als durchschnittlich bezeichnen.
Mit Sand haben wir einen kurzen Song (1:35), der hauptsächlich im mittleren Tempo gespielt wird und wieder mit scharf ausklingenden Akkorden überzeugt, im Wechsel mit tieferen Gitarrengriffen.
Sand klingt dann aus und leitet zum nächsten Song Abrasive Swirling Murk über: Kompromissloser kann ein Song kaum beginnen! Die Gitarrenriffs sind hier in der ersten Hälfte unglaublich schräg und schnell, begleitet von Blastbeats und dem rauen Deathspell Omega-typischen Gesang. Zur Mitte des Stückes wird jedoch eher ein moderates Tempo angenommen und das Ende wird tatsächlich immer melodischer. Hier hört man auch den Bass sehr deutlich, was relativ unüblich für Black Metal ist. Nach Fiery Serpents mein Lieblingssong der EP, weil er sich gut aufbaut und alles hat, was Deathspell Omega ausmacht: Schräge Riffs und Melodien, irres Drumming und eine düstere Stimmung.
The Crackled Book of Life ist wieder ein Instrumentalstück, das mir persönlich besser gefällt als das Intro Salowe Vision. Der Bass ist hier schön herauszuhören und gerade im Midtempo überzeugt der Song durch eine dunkle Atmosphäre. Ab 1:30 setzen sogar die Gitarren länger aus und Bass & Drums bestimmen gemeinsam mit schrägen Melodien die Stimmung. Wenig später setzen die Gitarren mit einer wunderbaren Melodie wieder ein, untermalt von düsteren Riffs, die sich bis zum Ende durchziehen.

Meiner Meinung nach nicht das stärkste Werk der Band, aber insgesamt eine hörenswerte (wenn auch kurze) EP, wenn man auf düsteren und speziell schrägen Metal steht. Wer sich mit Alben wie Gorguts - Obscura, Ulcerate - Everything is Fire etc. nie anfreunden konnte, sollte auch die Finger von Drought lassen.

Anspieltipps: Fiery Serpents, Abrasive Swirling Murk
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Drought
Drought von Deathspell Omega (Audio CD - 2012)
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