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am 4. April 2001
Endlich sind die genialen Blues-Aufnahmen des blinden Soul-Stars Ray Charles wieder aus den Atlantic-Archiven aufgetaucht. Absoluter Höhepunkt: Das von Eric Clapton auf seinem Album "Journeyman" gecoverte "Hard Times" (hier im Original noch besser!). Unbedingt zugreifen.
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am 2. März 2011
Ray Charles hat während seiner Zeit bei "Atlantic" allem den musikalischen Ritterschlag verliehen, was er aufgenommen hat, und wenn er den Blues hatte, dann hatte er den edelsten Blues, den man sich vorstellen kann. Auch hier hält sich Ray Charles nicht an die reine Lehre der Gattung (sofern es die je gegeben haben sollte) und beweist stattdessen so nebenbei, dass das Piano ein echtes Blues-Instrument sein kann -- am nachdrücklichsten vielleicht mit dem urwüchsigen "Some Day Baby".
Keine Frage, diese zwölf Songs, alle 1961 aufgenommen, sind tiefschwarzer Blues, und zwar auch diejenigen unter ihnen, die man sonst aus Bluegrass oder Folk kennt, wie z.B. "I'm Moving On", das er wie einen Uptempo-Gospel singt. Ray Charles' Stil ist sowieso einmalig. Diesmal dominiert der Blues, wie schon der Albumtitel verheißt, aber Ray Charles hat immer die komplette musikalische Tradition des US-Süden im Gepäck, und wo es hineinpasst, und nur dort, packt er aus: Gospel bei "Early in the Mornin'", lässigen Piano-Jazz bei "The Midnight Hour" oder "Mr Charles' Blues", Rhythm'n'Blues bei "The Right Time", Jazz-instrumentierter Gospel bei "Nobody Cares"... Er kann's einfach, und sein Instinkt trügt ihn niemals.
Ray Charles arrangiert seine Songs hier ein wenig getragener als gewohnt, gelegentlich sogar feierlich -- wie es sich eben gehört beim Blues. Mitunter zelebriert er den Blues geradezu, wühlt sich hinein in die Songs -- aber nie roh, sondern geschliffen, elegant zuweilen. Blues à la mode Ray Charles eben.
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