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143 von 159 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Aufwühlende Geschichtsstunde
Ken Folletts "Winter der Welt" beginnt im Jahr 1933 in Deutschland. Man erlebt hautnah mit, wie die Nazis an die Macht kommen und diese rücksichtlos einsetzen, indem sie Medien und politisch anders Gesinnte ausschalten. Auch in England wird die Angst vor dem Kommunismus geschürt und der Faschismus findet Zulauf.
Ähnlich wie schon in "Sturz der...
Vor 17 Monaten von Helmut Scharner veröffentlicht

versus
15 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Zwiespältig
Nachdem mich Sturz der Titanen schwer begeistert hatte, habe ich natürlich auch den zweiten Teil von Ken Follets Jahrhundert Trilogie "Winter der Welt" gelesen. Um ehrlich zu sein, bin ich mir nicht sicher, was ich wirklich von dem Buch halten soll. Während ich im ersten Teil eine Menge über den ersten Weltkrieg und vor allem über die politischen...
Vor 18 Monaten von Peter Bauer veröffentlicht


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143 von 159 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Aufwühlende Geschichtsstunde, 13. November 2012
Ken Folletts "Winter der Welt" beginnt im Jahr 1933 in Deutschland. Man erlebt hautnah mit, wie die Nazis an die Macht kommen und diese rücksichtlos einsetzen, indem sie Medien und politisch anders Gesinnte ausschalten. Auch in England wird die Angst vor dem Kommunismus geschürt und der Faschismus findet Zulauf.
Ähnlich wie schon in "Sturz der Titanen" erzählt Follett anhand von jeweils einer Familie in Deutschland, England, USA und Russland die historisch bekannten Entwicklungen in diesen Ländern. Seine Stärke ist neben einer fundierten Recherche aber vor allem die Zeichnung seiner komplexen Figuren und die daraus resultierenden Konflikte in der Handlung. Dafür ist natürlich die Zeit vor und während des zweiten Weltkriegs bestens geeignet.

Follett war sichtlich bemüht nicht zu einseitig zu schreiben, man ist als Leser sprachlos über die Gräueltaten der Nazis, aber es finden sich auch Deutsche die im Untergrund ihr Leben riskieren, indem sie gegen Hitlerdeutschland arbeiten. Die Gesellschaft in Amerika und England vor dem Krieg wird ebenso kritisch betrachtet, wie Stalins Russland und Amerikas Atombomben auf Japan.

Fazit:
Sehr aufwühlende Geschichtsstunde mit fiktiven Figuren - aber als Leser ist einem schnell klar, dass es genau solche Einzelschicksale wie die Hauptfiguren in "Winter der Welt" in großer Anzahl tatsächlich gegeben hat. Man sollte sich daher gut vorher überlegen, ob und wann man sich mit diesen über 1000 Seiten auseinandersetzen will, die eine der dunkelsten Epochen der Menschheitsgeschichte behandeln, denn die Geschichte beschäftigt einem über das Lesen hinaus.
Sehr vereinzelt hatte ich das Gefühl, dass der, sich selbst vom Autor auferlegte, hohe Anspruch über die Historie aller vier Länder und Familien im Detail zu schreiben, eine zu weitläufige Handlung ergibt, doch dann baute Follett zumeist wieder rechtzeitig die Berührungspunkte zwischen den jeweiligen Familien und Figuren ein.
Es kommen auch noch einige Begebenheiten aus "Sturz der Titanen" zur Sprache, man genießt dann diese Szenen doppelt, wenn man dieses Vorgängerbuch gelesen hat.
Wie erhofft - ein großer Historienroman.
[...]
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156 von 177 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Winter der Welt, 22. September 2012
Vorab:
Ich habe den ersten Teil der "Jahundert-Saga" verschlungen. Dementsprechend gespannt war ich auf Nummer 2.
Ich persönlich war vor bis vor 2 Jahren Geschichts LK'ler und muss sagen, dass ich immer wieder fasziniert von der geschichtlichen Genauigkeit in Follets Romanen war. So habe ich immer wieder einige Fakten, Daten und Orte in Erfahrung bringen können, welche im Unterricht nie zur Sprache kamen.
Durch die eingestreuten, und nicht geschichtsgetreuen Charaktere, schafft Follet beim Leser eine gewisse Grundspannung und den Drang das Buch weiterzulesen.
Auch beim "Winter der Welt" handelt es sich um ein typisches Buch von Ken Follet. Ich glaube man kann den Autor entweder mögen oder hassen. Seine geschichtlichen Romane informieren, sind gut recherchiert - auf der anderen Seite kann man dem Autor einen gewissen Hang zur Theatralik und zum Sexismus nicht abschreiben. Mich persönlich fesseln seine Werke derart, dass ich nicht sonderlich auf letzteren Punkt achte. Dementsprechend gehöre ich wohl zur Fraktion: Mögen.

Zum Buch:
Das Buch fasst wie zu erwarten die Handlungen der Charaktere aus dem ersten Band auf (an dieser Stelle sei jedem zu empfehlen, sich zuerst den ersten Band "Sturz der Titanen" zu Gemüte zu führen).
Leider erst ein paar Jahre nach Ende des ersten Bandes. So wird im Jahr 1933 begonnen, in dem Hitler bereits Reichskanzler, und damit die Weimarer Republik, mehr oder weniger, gescheitert ist.
Meiner Meinung nach ist gerade die Zeit nach Ende des Ersten Weltkrieges, bis hin zur Weimarer Republik, sowie deren Existenz eine Geschichtlich äußerst Spannende Zeit (insbesondere Deutschland betreffend).
Wie man im Weiteren Verlauf recht deutlich bemerkt ist Follet einfach mehr an der Entstehung, sowie dem Verlauf des 2. Weltkrieges interessiert, welchen er wieder erstaunlich detailreich - und mit einigen Fasaden, die ich durch den Abiturstoff nicht kannte - schildert.
Auch führt er seine Charaktere (und deren Nachkommen) aus dem ersten Band weiter durch die über 1000 Seiten, was von Anfang bis Ende die Spannung aufrecht erhält, und einen dann am Ende in ungeduldiges Warten auf den dritten Band versetzt.

Fazit: Wieder ein typischer Follet Roman. Kann man mögen oder nicht. Ich mochte schon den ersten Teil, dementsprechend habe ich auch den zweiten verschlungen. Wieder einmal sehr gut recherchiert. Und wieder einmal (getragen durch die Charaktere) äußerst spannend. Das einzige Manko besteht für mich im späten Einsatzdatum des Romans, welches eine geschichtlich betrachtet entscheidende, sowie spannende Zeit außen vor lässt.
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32 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gelungene Fortsetzung mit kleinen Abstrichen, 25. März 2013
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Nach dem äußerst spannenden ersten Band "Sturz der Titanen" war für mich klar, dass ich auch die Fortsetzung "Winter der Welt" lesen musste.

Insgesamt wurde ich nicht enttäuscht: Erneut lässt Follett die Handlung sehr geschickt und spannungsfördernd zwischen den verschiedenen Schauplätzen in den USA, England, Deutschland und Russland hin und her springen, chronologisch aufgereiht über die Jahre 1933-1948.

Einzelne Rezensenten haben kritisch angemerkt, dass dabei verschiedene historische Ereignisse insbesondere in Deutschland nicht ausreichend berücksichtigt worden wären. Ich persönlich denke, dieses Buch soll in erster Linie unterhalten und nicht als historisches Lehrbuch dienen. Der für die Handlung unmittelbar relevante historische Rahmen wurde jedenfalls gut recherchiert (wofür Follett mehrere Mitarbeiter beschäftigte). Auch ist anzumerken, dass sich der Autor erneut um eine relativ ausgewogene Darstellung der Ereignisse bemüht hat- vor dem komplexen geschichtlichen Hintergrund sicher keine leichte Aufgabe.

Etwas weniger gut gefiel mir, wie sich die Charaktere aus dem ersten Band und die der nachfolgenden Generation zu Beginn des Buches parallel entwickeln. Das macht die Handlung über die ersten 100 Seiten etwas unübersichtlich- man läuft Gefahr, einzelne Protagonisten miteinander zu verwechseln. Die Einführungphase erschien mir, anders als beim ersten Band, dadurch etwas schwierig und nicht ganz so spannend. Nach einiger Zeit fiebert man dann aber auch mit der jungen Generation mit.

Fazit: "Sturz der Titanen" war nach meiner Meinung zwar das geringfügig stärkere Buch. Wem dieses gefallen hat, der kann sich trotz der kleinen Abstriche zu Beginn des Buches aber ruhig auch an die Fortsetzung "Winter der Welt" wagen.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Jahrhundertbuch, 13. November 2013
"Winter der Welt" ist der zweite Band einer Trilogie, die das vergangene Jahrhundert zum Thema hat.
Geschildert wird die Mitte dieses Jahrhunderts. Und damit es für den Leser nicht langweilig wird, erzählt Ken Follett die Geschichte des Zweiten Weltkrieges anhand mehrerer Familien, die zu dieser Zeit leben und leiden. Wir lernen Menschen in Russland, Deutschland, England und den USA kennen.
Über den Schreibstil von Ken Folltett brauche ich nichts zu sagen. Wir wissen alle, dass dieser Mann schreiben kann.
Bemerkenswert ist für mich die datailgetreue Recherche. Hier haben wir Geschichte zum Anfassen, nicht nur die sturen Fakten, wie wir sie aus einem Lehrbuch kennen.
Hier wird gelebt, geliebt, gestorben. Gefühle werden eingebracht und machen alles lebendig.
Mir gefallen Geschichten immern, bei denen ich etwas lernen kann.
Fünf Sterne für dieses Meisterwerk, besser geht es nicht.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Spannende Fortsetzung, 24. September 2013
Der 2. Teil der Jahrhundert Saga setzt ein paar Jahre nach Ende des ersten Teils ein. Die Weimarer Republik wird faktisch ausgelassen und es startet mit der Machtergreifung Hitlers. Gerade der Weg dahin mit Ermächtigungsgesetz und deren Folgen wird nach meiner Meinung sehr anschaulich und spannend dargestellt. Ebenso der erstarkende braune Terror, die Justizwillkür etc. sind sehr genau recherchierte Teile des Romans. Auch die Schilderung des britischen Luftkrieges gegen die deutsche Zivilbevölkerung mit Ursachen und Konsequenzen ist bemerkenswert für einen britischen Autor. Das hier natürlich auch etwas Herz-Schmerz untergemischt ist, und manchmal auch zuviel Zufälle eintreten, die das Geschehen beeinflussen, sei dem Autor verziehen. Ich glaube für Ihn war es wichtig spannende , gut verkäufliche Literatur zu liefern, deren Basis grundlegende Geschehnisse dieser Zeit sind. Das ist ihm sehr gut gelungen. Mit dem Nobelpreis wird er wohl nicht gerechnet haben. Da es schon einige Zeit her ist, da ich den ersten Teil gelesen hatte, war es mitunter nicht einfach gleich die Verbindungen der vielen beteiligten Personen herzustellen. Man sollte auch immer größere Abschnitte lesen, da die vielen Schauplätze und Personen sonst schnell aus dem Blickfeld geraten. Ich fand das Buch spannend und hätte gerne noch ein paar Seiten mehr gelesen was ich nicht von allen Follet Romanen sagen kann. Ich freue mich auf den 3. Teil.
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15 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Zwiespältig, 17. Oktober 2012
Von 
Peter Bauer - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Nachdem mich Sturz der Titanen schwer begeistert hatte, habe ich natürlich auch den zweiten Teil von Ken Follets Jahrhundert Trilogie "Winter der Welt" gelesen. Um ehrlich zu sein, bin ich mir nicht sicher, was ich wirklich von dem Buch halten soll. Während ich im ersten Teil eine Menge über den ersten Weltkrieg und vor allem über die politischen Konstellationen, die ihn überhaupt erst möglich gemacht haben lernen konnte, ist Winter der Welt eher ein Liebesroman vor der historischen Kulisse des zweiten Weltkriegs. Politische Hintergründe werden nicht beleuchtet, es wird lediglich auf einige der bedeutensten Schlachten des Krieges eingegangen und auch hier wird die Neugier des historisch interessierten Lesers nicht wirklich durch Hintergrundinformationen befriedigt. Nun mag man mir vorwerfen, dass das auch nicht das Ziel eines Romans sein soll, sondern dass dieser lediglich unterhalten soll. Wenn der Autor aber mit dem Ziel antritt einen Roman über das 20. Jahrhundert zu schreiben, dann erwarte ich mehr als einen letztlich kitschigen Liebesreigen während der Zeit des 3. Reichs.

Zudem bleiben die meisten Charaktere relativ blass. Dies liegt wahrscheinlich an der großen Anzahl der handelnden Personen, jedoch hätte auf einige vollständig überfüssige Handlungsstränge verzichtet werden können und dadurch andere Charaktere deutlicher herausarbeiten können. Beispiel hier ist der Charakter von Erik, des typischen Nazi-Mitläufers, dessen Beweggründe und Motivationen kaum erkennbar sind.

FAZIT: Als Liebesroman vor historischem Hintergrund recht gelungen. Als (wirklicher) historischer Roman leider nichts besonderes.
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11 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gelungener Historienroman, 27. Oktober 2012
Winter der Welt: Die Jahrhundert-Saga. RomanDer zweite Teil von Ken Folletts Jahrhundertsaga umfasst den Zeitraum von 1933 bis 1948. Anhand von dramatischen Einzelschicksalen werden die schrecklichen Ereignisse von der Machtergreifung Hitlers bis zur Teilung Deutschlands nachgezeichnet.

Follett beschert uns ein Mammutwerk; in der Kindle-Version erkennt man das an der gefühlten Ewigkeit, die vergeht, bis der Lesefortschritt von 1 auf 2% springt.

Deutschland, Großbritannien, die USA und Russland sind hauptsächlichen Schauplätze. Auf kunstvolle Weise verwebt der Autor die Schicksale der Hauptcharaktere. Freilich ist nicht jedes "zufällige" Aufeinandertreffen auch wirklich glaubhaft; etwa wenn Lloyd mitten in Frankreich ausgerechnet seinen sterbenden Halbbruder aus einer abgeschossenen Maschine zieht. Manche Szene wirkt gekünstelt, das tut der Spannung aber insgesamt keinen Abbruch.

Die stärksten Momente hat "Winter der Welt" dort, wo es um die Anwendung unmittelbarer (polizeilicher) Brutalität geht. Gerade die Szenen am Beginn des Buches, wo am Vorabend der endgültigen Machtergreifung Hitlers SA-Truppen ihr Terrorregime aufnehmen, sind in ihrer Dramatik erschütternd. Man möchte sie fast als Schullektüre empfehlen.

Bei einem Roman, der den Zweiten Weltkrieg zum Hauptgegenstand hat, kommen naturgemäß die Deutschen nicht gut weg. Follett ist aber gerecht; mit gleicher Bissigkeit kritisiert er die Standesdünkel des britischen Adels, die Rassenprobleme in den USA und vor allem das russische Unrechtsregime Stalins.

Aufgrund der Vielzahl an Charakteren muss man sich auf "Winter der Welt" schon "einlassen". Wer nicht zügig liest, verliert leicht den Überblick. Hält man durch - was durch den flotten Erzählstil durchaus erleichtert wird - wird man historisches Wissen quasi als Nebenprodukt wieder auffrischen und auch viel Neues erfahren. In jedem Fall ist die Lektüre der 1000 Buchseiten ein Gewinn.
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17 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Hin und her gerissen, 14. Oktober 2012
Ich bin bei der Bewertung dieses Romans schwer am schwanken.
Positiv ist für mich, dass sich Follett die Kritik am ersten Band eindeutig zu Herzen genommen hat und sich im Gegensatz zu "Sturz der Titanen" nicht in den Beschreibungen einzelner Kriegsschauplätze verliert, welche im ersten Teil über weite Strecken beinahe für Langeweile sorgten. Dafür verliert das Buch aber keineswegs an der detailgetreuen Erzählung über den Krieg und lässt seinen Horror wieder deutlich zum Vorschein treten. Zudem scheint er die Kritik umgesetzt zu haben, dass die Charakter in Band I deutlich zu kurz kommen. Hier geht es fast ausschließlich um die Charaktere, und eben nicht, wie in Band I viel zu häufig, um das Kriegegeschehen. Dies hält die Spannung eigentlich fast das ganze Buch aufrecht. In Gegensatz zu Band I hatte ich so gut wie nie eine "Leseschwäche" im Sinne von fehlender Lust. Man wollte immer wissen, wie es mit den Charakteren weitergeht.
Negativ war leider, dass es Follett trotz verstärkter Fokusierung auf die Charaktere wiederum nicht schafft, diesen Tiefe zu verleihen. Mehr über sie zu schreiben lässt sie leider nicht tiefer wirken. So hätte man den Wandel in der Gesinnung mancher Person viel deutlicher zeichnen müssen. Da machte es einfach *schnipp* und sie dachten anders. Kein innerer Kampf, kein Überlegen, es war einfach so. Zudem "leidet" in den Büchern kaum jemand. Keiner scheint auch nur ansatzweise traumatisiert zu sein. Außer mal etwas weinen und das wars dann. Ebenso sterben alle Charaktere in diesem Buch sehr schnell und unspektakulär und werden dann auch aus der Handlung rausgestrichen, d.h. höchstens noch nebenbei erwähnt. Immerhin gibt es in diesem Band "endlich" Todesopfer; die Tatsache, dass im ersten Band niemand starb, hielt ich für eine sehr unrealistische Zeichnung. Außerdem störte mich die eindeutige und vor allem vorhersehbare Zeichnung der Charaktere. Bis auf einen sind alle auf Frieden aus und anti-nationalistisch. Ein Charakter, der "auf falschen Wegen wandelt", hätte der Story bestimmt noch etwas mehr Pepp verliehen, wie etwa Fitz und Bea im ersten Teil. Ansatzweise gibt es diese "Bösen", aber sie gehen total unter. Zudem finde ich die Verwebung der Personen einerseits in amuröse Verbindungen am Anfang (um dramatische Liebesgeschichten im Krieg zu erreichen) sowie in die geschichtlichen politischen Entscheidungen (so ziemlich jeder Charakter spielt irgendeine wichtige politische Rolle in seinem Land und ist bei wichtigen Entscheidungen dabei) etwas zu deutlich. Follett möchte damit Geschichte verdeutlichen, aber manchmal denkt man sich schon so "ja klar, sooo ein Zufall".
Als eigentlich begeisterter Follett-Leser muss ich leider sagen, dass ich nun schon zum dritten mal in Folge enttäuscht bin vom großen Meister. Nach "Tore der Welt" und "Sturz der Titanen" lässt sich für mich ein Nachlassen des Autors leider nicht mehr leugnen. Ich werde den dritten Band natürlich noch lesen, weil man doch wissen will, wie es weitergeht, aber danach... Drei Sterne deshalb, weil er trotz allem eine deutliche Spannung aufbaut und geschichtstreu bleibt, was für mich zwei sehr wichtige Punkte sind.
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50 von 66 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Der schlechteste Follett, den ich je gelesen habe., 6. Oktober 2012
Den Vorgänger, "Sturz der Titanen", habe ich durchaus in guter Erinnerung. Leider schaffte Follett es nicht, die Stärken dieses Buches auszubauen und mit "Winter der Welt" fortzusetzen.

Fangen wir mit der Ausgangsituation an: Die Geschichte der schon im ersten Teil begleiteten Familien wird fortgeführt und wieder gibt es zahllose Verstrickungen untereinander. Diese "Zufälle" wirken zunehmend konstruiert und unrealistisch. Mehrmals muss man laut Auflachen ob der Absurdität der konstruierten Konstellationen: Die Tochter des in die USA emigrierten Russen verliebt sich in England in den Sohn des Hausmädchens der Frau, die jetzt in Berlin lebt, deren Tochter für die Russen spioniert und deren Verbindungsoffizier letztendlich ein Verwandter des im ersten Teil in die USA emigrierten Russen ist... genau.

Daneben ist natürlich immer einer der weltumspannenden "Sippe" hautnah bei wichtigsten Ereignissen dabei. Aus diesem etwa ein Dutzend Personen zählenden Kreis der jungen Leute ist immer einer beim Reichstagsbrand, beim Ermächtigungsgesetz, bei der "Schlacht in der Cable Street", beim Maasübergang, bei Stalins Zusammenbruch, während Pearl Harbor, der Schlacht um Midway (nachdem er vorher den berühmten Code-Trick gegen die Japaner erfunden hat), der Schlacht um Moskau, der Inbetriebnahme des ersten Kernreaktors, zahllosen wichtigen politischen Entscheidungen auf höchster Ebene und vielem mehr in erster Reihe dabei und sie greifen dabei oft aktiv ein; geben oft den entscheidenden Impuls. Kann einmal niemand dabei sein, wird das Ereignis im Gespräch erklärt - mit einer rührenden Naivität (Sozialisten = gut, Konservative und alles andere = böse. Ich frage mich, ob Follett mittlerweile Ehrenmitglied der Labour Party ist). Natürlich wissen auch einfache Protagonisten wie ein simpler Matrose alle Details z.B. der japanischen Flotte oder der Absichten des japanischen Kaiserreichs. Und das in Kriegszeiten. Gab es damals schon wiki? Natürlich ist klar, dass F. auf diese Weise dem Leser den geschichtlichen Hintergrund erklären möchte, aber das ist einfach nur ein Schuss in den Ofen. Es wirkt gekünstelt und zutiefst unrealistisch. Fehlschlag auf ganzer Linie.

Daneben wird krampfhaft versucht, alle wichtigen Aspekte der damaligen Zeit "mitzunehmen". Auch hier ist natürlich immer irgendwie einer der Protagonisten involviert, um es darstellen zu können. Es läuft ab wie die Abarbeitung einer Checkliste: Machtergreifung = Check. Judenverfolgung = Check. Euthanasie = Check. Widerstand = Check. Schrecken des Krieges = Check. Böse Kapitalisten in den USA = Check. Rassenkonflikte in den USA = Check. Dumme, grausame Kommunisten = Check. Klassensystem in UK = Check. Luftkrieg = Check. Und so weiter, die Liste ist lang... Aber vieles wird immer nur angerissen, gestreift, damit es halt erwähnt wurde, so hat man den Eindruck. Vieles wird kurz beleuchtet, aber selten vertieft. Dabei verzettelt sich Follett, auf - man verzeihe das Wortspiel - viel zu vielen Kriegsschauplätzen.

Die Charaktere sind flach und eigentlich nur Stereotypen. Alle guten und sympathischen Charaktere haben natürlich die korrekte, also linke politische Einstellung, sind tolerant, weltoffen und reden ausschließlich wie aus einem Handbuch für politische Korrektheit abgeschrieben. Alle, die anderer Meinung sind, sind unsympathisch. In allen Gesprächen, so intim sie auch z.B. zwischen zwei Liebenden sind, wird immer auch ausführlichst über das politische Geschehen gesprochen - in hölzerner und oberlehrerhafter Art. Wer anderer Meinung ist, den mag man nicht, der kann kein guter Mensch sein. Das geht so weit, dass frau ihr Liebesleben nach der (vermuteten) Gesinnung ihres potentiellen Partners ausrichtet. In jemanden, der nicht aktiv und unter Riskierung seines Lebens gegen die Nazis kämpft (= Geheimnisse an den nicht viel weniger menschenverachtenden Feind verrät), kann man sich natürlich nicht verlieben! Zeigt sich dann, dass er es wider Erwarten doch tut, wird das Höschen sofort wieder feucht...

Im Grunde liest sich das Buch wie ein Geschichtsbuch für Jugendliche, in dem auf unbeholfene Weise anhand stereotyper Charaktere und ebenso stereotyper, klischeebehafteter Situationen Geschichte erklärt werden soll. Dabei fehlt Follett aber auch irgendwie das Gefühl für die Zeit - im Gegensatz zu beispielsweise Robert Harris' grandiosem "Enigma", in dem man sich geradezu in das Kriegs-England hineinversetzt fühlt und die aus kriegsbedingtem Seifenmangel immer etwas unangenehm müffelnden Menschen beinahe zu riechen glaubt, taucht man in diesem Follett nie wirklich in die Zeit ein. Man hat eher den Eindruck, dass man die schriftliche Version einer Guido Knopp-Dokumentation vor sich hat. Um Missverständnissen vorzubeugen: Das ist kein Qualitätsmerkmal.
Ein Spannungsbogen oder gar irgendwelche Überraschungen oder Wendungen sind auch nicht vorhanden. Die Geschichte plätschert vorhersehbar und monoton vor sich hin, ohne dass sie den Leser in irgendeiner Weise mitreißt, da man in den meisten Fällen sowieso schon weiß, was passieren wird.

Das konnte Follett schon besser; mir ist es ein Rätsel, warum er hier so abgebaut hat. Vielleicht hat er sich einfach zu viel damit zugemutet, all diese komplexen, vielschichtigen Themen der Gemengelage des Zweiten Weltkrieges in einem Buch abhandeln zu wollen. "Ach das muss noch rein...jenes muss ich noch irgendwie unterbringen...und habe ich xy schon erwähnt?"
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Weltgeschichte auf faszinierende Weise, 6. Dezember 2013
Rezension bezieht sich auf: Winter der Welt: Die Jahrhundert-Saga. Roman (Kindle Edition)
Wie kein andrer Autor versteht es Ken Follet die Zusammenhänge der Weltgeschichte fesselnd, ja geradezu faszinierend darzustellen.Krieg, Entbehrung, die Schicksale der Familien in Ost und West rütteln auf und sind spannend. Die Säulen der Erde, Tore der Welt, Sturz der Titanen und jetzt die Winter der Welt...Ich habe die Bücher geradezu verschlungen.seine Art zu schreiben berührt und ist voller Gefühl. Dieses Buch ist mir sehr zu Herzen gegangen erzählt es doch auch die Geschichte unserer Eltern und deren Generation- ohne den erhobenen Zeigefinger.Danke dafür.bernadette Heim
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