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16 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Vom Verbrennen alter Lieder, und einem rundum geglückten Landausflug!, 7. Juli 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Swing Lo Magellan (Audio CD)
In einer Kurzgeschichte von Richard Brautigan kann man lesen, wie jemand ein Radio anzündet, und sich dabei die herausströmende Musik erheblich verwandelt. Ein Beach Boys-Song ist auch dabei; einen Beach Boys-Song verbrennen hören, keine anheimelnde Vorstellung. Doch David Longstreth, Mastermind der Dirty Projectors, hat gewiss etwas für solche Phantasien übrig, in denen Lieder unerwartet neue Seiten zeigen.

Manchmal, wenn seine Band spielt, klingt es immer noch so, als würde Longsteth ein ganz anderes Lied singen. Lieder zu dekonstruieren, mag ein intellektuelles Vergnügen sein, ein sinnliches ist es nur, wenn man daran aus irgendeinem Grund eine Narren gefressen hat. So hatte ich bisher grossen Respekt vor dieser Band, ohne die Musik sonderlich zu mögen. Das hat sich jetzt geändert, das neue Album lässt mich schmunzeln, und hellwach jeder satten Melodielinie, jedem abgerissenen Refrain, folgen: die Lieder sind zugänglicher, aber gewiss nicht langweiliger geworden.

Es ist vielleicht nicht mehr, wie jemand vor Jahren begeistert vermeldete, eine "f....d-up version of American music"; die vielen Ideen und Brechungen harmonieren nun aber mit dem Stoff, aus dem gute, alte Songs sind: die einhakende Melodie, der volle Schleudergang unserer hormonellen Turbulenzen, der potentielle Ohrwurm.

Wenn im Song "Dance For You" das afrikanisch angehauchten Trommel- und Gitarrenspiel einem luxuriösen Zwischenspiel Platz macht, mit Streichinstrumenten und Kirchenorgel, dann passt das zum Text, der die mystische Dimenson von Musik beschwört: "I want to feel the breath of a force I can't explain." "Ich möchte de Atem einer Kraft spüren, die ich nicht erklären kann."

Und was für ein herrlich unspektakuläres Cover, wie ein diskretes Motto: zurück zu den einfachen Dingen, die kompliziert genug sind. Tatsächlich haben sich die Dirty Projectors ganz bewusst aufs Land zurückgezogen, um dort einiges von den urbanen Getriebenheiten ihrer vorigen Arbeiten abzuschütteln. Der Mann mit der Bommelmütze ist unschlagbar, er verkörpert das Gegenteil von 'style'. Diese neue Naturverbundenheit der Band ist keine Pose, sie erlaubt David Longstreth, einem der faszinierendsten Sänger unseres Planeten, seine unberechenbaren Arrangements kurzzuschliessen mit dem Erbe der Beach Boys und der Beatles. Aber auch solche Rückgriffe sind erfindungsreich. Mindestens an zwei Stellen werden Melodien und Textzeilen von Brian Wilson aufgenommen, doch die rundum erschallenden Vokalharmonien proben keinesfalls alte Strandromantik, sie kommentieren frech und garstig (aber eben auch leidenschaftlich), so dass jede ansatzweise überzuckerte Romantik ihren subversiven Unterton erhält.

Das Wunderbare an dem neuen Album der Dirty Projectors ist zudem, dass die Musik immer noch sehr, sehr seltsam ist. Aber endlich auch rundum verführerisch. So wird auch mal ein alter Brian Wilson-Vers aus PET SOUNDS serviert, nostalgisch und schräg - ich glaube, David Longstreth hat auch schon mal verrückte Sachen gemacht, mit alten großen Lieden, die aus Transistorradios strömen. Er muss die Geräte ja nicht gleich in Brand gesteckt haben.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Geniestreich!, 1. August 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
...man darf es sich eigentlich gar nicht vor dem Kauf in den 30 Sekunden schnipseln anhören, hab ich zum Glück auch nicht gemacht. Der erste Eindruck vermittelt nämlich ein ungutes Gefühl, zu sperrig, wüst, gar chaotisch. Anstrengend war mein erster Kommentar, nachdem die Platte das erste mal durchgelaufen war.
So ein zwei Lieder sind ja ganz ok, nich so gut wie der Vorgänger aber ich hör's mir doch nochmal an.

Und dann: WOW! Der Beat is ja klasse, dieser melodieverlauf genial, der Effekt total abgedreht! Nochmal! Und nochmal!

Nach zwei Wochen nonstop Schleife auf dem Teller kann ich nun gut behaupten, dass Swing lo Magellan eins meiner lieblingsalben geworden ist, in so kurzer zeit! Taugt zwar fürs Radio definitiv nicht, aber für experimentierfreudige musikliebhaber ein absolutes muss!

Ich hätte mir persönlich vielleicht noch ein paar mehr Gesangseinlagen von den Mädels gewünscht, aber muss ja auch nich unbedingt sein.
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6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Überdruckventil, 9. Juli 2012
Von 
Mapambulo "Mapambulo" (München) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Swing Lo Magellan (Audio CD)
Auch oder gerade für jemanden, der oft, viel und gern über Musik palawert, ist es nicht angenehm, sich als Ersthörer zu outen, noch dazu bei einer Formation, deren Mitglieder schon seit Beschäftigungsbeginn mit dem Etikett "Kritikerlieblinge" hausieren gehen dürfen und als solche eine erkleckliche Anzahl hochbelobigter Alben unters Volk gebracht haben. Und auch man wenn den "Ersthörer" korrekterweise auf einen "Erstdurchhörer" herunterrelativiert, weil man zuvor nach zwei bis drei Songs ein jedes Mal entnervt die Segel gestrichen hatte - man bleibt doch: Zuspätkommer.

Sei's drum, als solcher muß man wenigsten nicht mit zusammengeklaubtem Wissen glänzen, sondern spickt vor Arbeitsbeginn bei besagten Minnesängern - die SPEX hält das vorliegende Album für "exzentrische weiße Popsongs ohne Angst vor Hooklines", der geschätzte Herr Bruckmaier urteilt in seiner Telegrammkritik gewohnt prägnant ("Songs für Außerirdische oder Psychopaten"), in der Langversion erklärt er den Zugang zum Werk des Bandgründers Dave Longstreth mit den Worten "Um ihn zu mögen, muß man ihn schon lieben." Nun gut, es klingt jedenfalls nach Arbeit, und zu wissen, dass die fünf den Titel ihres aktuellen Albums mit dem derb ungestylten Cover zu gleichen Teilen dem portugiesischen Weltumsegler Magellan und dem afroamerikanischen Spiritual "Swing Low, Sweet Chariot" gewidmet haben - tja, das hilft auch nicht weiter.

Klar ist von Beginn an, dass hier keine Gefälligkeiten zu erwarten sind, es hat fast den Anschein, das Kollektiv aus Brooklyn musiziere so, als wäre es ihnen egal, ob gerade irgendwer zuhört. Das ist natürlich Humbug, denn ihr einziger Makel - wenn man es denn so nennen will - ist, dass sie diese Unmenge an Klein- bis Kleinstideen, an stilistischen Probierhäppchen in jeden der zwölf Songs des Albums zu packen bereit sind, jedes Stück also wirkt, als wolle es zu gleicher Zeit in alle Himmelrichtungen davonpreschen und gerät deshalb wieder und wieder komplett außer Atem. Was, wie der erste Song "Offspring Are Blank", mit zärtlichem Gesumm beginnt, haut dem verdatterten Hörer gleich darauf ein böses Psychrock-Riff über den Schädel; erst wird mit niedlichen Handclaps gelockt, bevor die verträumten Sixties-Harmonien umgehend durch verqirltes Choralgestolper und mannigfaltige Klangexperimente zerpflückt werden.

Das ist Country (aber doch eher die Carter Family auf Speed), das ist Blues ("Maybe That Was It"), das ist beatlesk ("Impregnable Question"), das pluckert, wie im Titelsong, verzupft dahin. Mal mögen sie es schummrig wie beim Schlußstück Irresponsible Tune", dann wieder verrückt mit Orchester und Gitarre ("Dance For You") - konstant sind die Dirty Projectors nur in ihrer Ruhelosigkeit, die Musik als permanentes Überdruckventil. Selten einmal, dass sie einer Idee mehr Raum zu geben bereit sind, clevererweise haben sie für die Single "Gun Has No Trigger" diese eine Ausnahme gemacht, ein so wundervoller Heuler und führt trotzdem in die Irre. Die Platte läßt einen nervös zurück, man ringt selber nach dem Atem, den schon Longstreth nicht hatte und weiß doch, dass hier gewohnte Maßstäbe nicht gelten können. Und wenn's für die bedingungslose Liebe auch noch nicht reichen mag, verbleibt der "Erstdurchhörer" am Ende doch zufrieden, geschafft und mit freundlicher Hochachtung. mapambulo:blog
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0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Auch schöne Platte, 6. April 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Die Platte ist gut bei mir angekommen und was soll ich noch alles sagen, um die 13 erforderlichen Worte aufzubrauchen?
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Swing Lo Magellan
Swing Lo Magellan von Dirty Projectors (Audio CD - 2012)
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