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132 von 153 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Mehr als nur eine teure CD-Hülle mit silberner Frisbee!
Hallo zusammen,

gespannt habe ich als Besitzer aller bisher erschienenen Linkin Park Alben die neue Scheibe 'Living Things' der 6 Kalifornier erwartet und den Releasetermin herbeigesehnt. Nun ist sie da, und, ich bekomme teilweise genau das, was ich erwartet habe und auf der anderen Seite aber auch einige, musikalische Überraschungen geliefert. Was das im...
Veröffentlicht am 22. Juni 2012 von Essbee

versus
46 von 61 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Weniger als erwartet.
Ja, ich schreibe "weniger" und nicht "anders". Und zwar im vollsten Bewusstsein. Das hier ist nur zum Teil (m)eine Bewertung der neusten LP Platte, sondern v.a. Ausdruck meines Erstaunens darüber, wie unglaublich intolerant viele (nicht alle) Fans der Formation jede schlechte Kritik als Hörbehinderung abstempeln wollen.

Beide Punkte hängen...
Veröffentlicht am 22. Juni 2012 von romeofoxtrot


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132 von 153 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Mehr als nur eine teure CD-Hülle mit silberner Frisbee!, 22. Juni 2012
Rezension bezieht sich auf: Living Things (Audio CD)
Hallo zusammen,

gespannt habe ich als Besitzer aller bisher erschienenen Linkin Park Alben die neue Scheibe 'Living Things' der 6 Kalifornier erwartet und den Releasetermin herbeigesehnt. Nun ist sie da, und, ich bekomme teilweise genau das, was ich erwartet habe und auf der anderen Seite aber auch einige, musikalische Überraschungen geliefert. Was das im Einzelnen ist, werde ich im Folgenden erläutern.

Normalerweise lehne ich den Vergleich 'altes' LP und 'neues' LP vehement ab. Da aber in den Medien häufig von einer 'hybridisierten' Platte (also eine Stilmischung aus allen Alben) die Rede war, halte ich es für sinnvoll, 'Living things' im Kontext aller bisher erschienenen Studioalben zu sehen und zu bewerten.

Nach den rockigen NuMetall Scheiben 'Hybrid Theory' und 'Meteora' sowie dem etwas experimentellen 'Minutes to Midnight', stand Linkin Parks letztes Studioalbum 'A thousand Suns' (ATS) mitunter stark in der Kritik. Es sei zu 'elektronisch', 'das ist nicht mehr Linkin Park' oder 'zu sehr aufs Radio zugeschnitten, zu poppig' waren einige Kommentare, die ich von Fans, Freunden und Bekannten aufschnappte. Wenn Ihre Meinung sich darin widerspiegelt, würde ich Ihnen ganz ehrlich davon abraten dieses Album komplett zu kaufen und vielleicht eher einzelne Songs als Download auswählen. Denn wie 'Hybrid Theory' ist dieses Album gewiss NICHT!

Als Hörer der ersten Linkin Park Stunde spürt man aber, dass die Jungs versucht haben möglichst alle Fans zu bedienen bzw. zufriedenzustellen. So finde ich, dass das Album an einigen Stellen wieder rockiger und mehr 'wie das alte Linkin Park' ist, dabei aber Elemente des letzten Albums, nämlich elektronische, mit einbindet. Auch Anhänger der ruhigeren, gefühlvolleren Fraktion werden bedient (wenn man das bei LP überhaupt so bezeichnen kann). Auch ich war von 'A Thousand Suns' eher enttäuscht als das ich das Album gelungen fand. Durchweg schlecht fand ich es aber nicht. 'Living Things" gefällt mir wieder besser, weil hier der alte Stil der Band an manchen Stellen wiederzuerkennen ist.
Textlich bewegen die Songs sich, wie zu erwarten, auf einem relativ hohen und gutem Niveau. Also lyrisch das, was ich von LP gewohnt bin und auch erwartet habe.

LOST IN THE ECHO (10/10)
Der Opener beginnt mit einem elektronischen Techno-Intro, was ich bei einer Rockband einfach seltsam bzw. neuartig finde und LP da sicherlich dem derzeitigen Elektrosound folgt. Der Song ist aber trotzdem stark. Wieder mehr E-Gitarren als bei ATS, mehr Rap (guter Rap!) und Gesang, die sich abwechseln. Klingt wie eine sehr gelungene Symbiose aus den älteren Alben und ATS. Man könnte auch sagen 'In the end küsst the Catalyst'. Bester Track der CD und schon jetzt einer meiner Lieblingssongs der Band.

Warm-up gelungen, ich freu mich auf den nächsten Track

IN MY REMAINS (8/10)
Auch wieder rockiger. Auf ATS finde ich musste man schon genau hinhören, um überhaupt mal das Schlagzeug zu hören. Hier ist das anders. Erst Chesters Gesang, nach 2 Minuten ein Cut, und dann Gesang von Mike (kein Rap!). Melodisch einfach ein schöner Song, der sicherlich radiotauglich ist, aber dennoch endlich wieder typische Rockelemente aufgreift.

BURN IT DOWN (10/10)
Über den Song wurde schon so viel berichtet und man bekommt das Intro bei jedem EM-Spiel vom ZDF um die Ohren gepfeffert. Hier merkt man aber auch endlich nochmal das Mr.Hahn noch Mitglied der Band ist, wenn er zwar leise und im Hintergrund seine Scratches abliefert. Aber er ist definitiv da!

LIES GREED MISERY (8/10)
Auch so ein Song, der für mich das neue LP widerspiegelt. Zu Beginn Rap und Gesang (Mike und Chester) abwechselnd. Das Lied endet endlich mal wieder mit einem für das alte LP typische 'Shouting Ende'. Das wir uns nicht falsch verstehen, das Lied wird schon durch elektronische Nebeneffekte begleitet, aber die Grundstruktur Mike (Rap), Chester (Gesang) und am Ende Chester (Shouting) stimmt hier einfach wiedermal.

I''LL BE GONE (8/10)
Ein Song ohne größere elektronische Nebeneffekte, dafür aber mit ehrlichen E-Gitarren, ehrlichem und echtem Gesang.

Bisher fühle ich mich als LP Fan der alten Schule ziemlich gut bedient.

CASTLE OF GLASS (8/10)
Ruhigere Nummer bei der Gesang und Stimme im Vordergrund stehen. Es ist ein schöner Song, mir persönlich fehlt aber der gewisse Pep hier. Das ist wie bei 'Leave out all the rest'. Das Lied gefällt mir auch, aber zum abrocken lädt es nicht wirklich ein.

VICTIMIZED (9/10)
Ein sehr kurzer Song, der nochmal an 'früher' erinnert. Chesters Stimmbänder werden hier richtig auf die Probe gestellt, Mike's Rap klingt fantastisch. Leider irgendwie zu kurz das Lied. Aber dafür intensiv. Härteste Nummer der Platte.

Ab hier wird die Scheibe deutlich 'unrockiger'

ROADS UNTRAVELED (6/10)
Ruhige Nummer, bei der bei mir der Funke nicht wirklich überspringen möchte. Dieses 'ohhhhh' im Refrain kann die Masse aber sich gut mitgröhlen auf einem Konzert. Gitarren hier nur begleitend und Schlagzeug auch nur im Hintergrund und ziemlich gedämpft.

SKIN TO BONE (8/10)
Elektro-Intro, was auch sonst ;-) Ach Moment, dieses Intro zieht sich durch den ganzen Song. Mir gefällt das Lied, aber das ist definitiv nichts für Fans von früher. Viel Elektro, kaum Gitarren. Was gefällt mir? Der Beat und der 'Flow' des Liedes.

UNTIL IT BREAKS (2/10)
Elektro-Intro (mittlerweile nicht mehr überraschend), elektonisch verzerrter Rap und nach einer Minute dann Chester und dann wieder Mike. Plötzlich dann eine ganz ruhige Passage. Man fragt sich, in welche Richtung wollen die Jungs mit dem Song? Kann man höchstens als Outro verwenden. Die letzte Minute dümpelt das Lied so vor sich hin. Also definitiv ein Flop in meinen Augen.

TINFOIL
Joa, also klingt wie das verlängerte Outro 'Until it breaks'. Also schön, dass man nochmal Mr.Hahn an den Turntables zu hören bekommt, aber wirklich mehr kann ich dem Track nicht abgewinnen. Zumal er auch nur 1 Minute geht.

POWERLESS (6/10)
Powerless? Ja, so hört die Platte leider auf. Zum Abschluss eine Schmusenummer, anderes kann ich das nicht bezeichnen. Hätte mir zum Abschluss eher nochmal etwas Krachendes gewünscht. Nicht wirklich schlecht, weil mir Chesters Stimme gefällt und gegen Ende auch endlich die E-Gitarren etwas deutlicher zum Vorschein kommen, aber mich haut das nicht um.
Andere hingegen mögen diesen etwas ruhigeren, emotionaleren Abschluss eventuell.

Fazit
Nein, die Scheibe ist nicht wie der letzte Track, sondern beinhaltet einiges an Power. Es wird wieder mehr gerockt auf dieser Scheibe, allerdings fast immer mit elektronischem Einfluss. So wie 'Meteora' ist die Scheibe im Prinzip nie und daher sollte sich auch endlich der allerletzte damit abgefunden haben, dass Linkin Park nicht mehr wie zu Beginn des Jahrtausend klingen werden. Ich habe die erwarteten Radiosongs bekommen (Castle of Glass, Powerless), aber auch an frühere Zeiten erinnernde Lieder (Lost in the Echo, Lies Greed Misery), die allerdings immer elektronisch eingebettet wurden. Klingt aber vor allem am Anfang des Albums gar nicht schlecht. Revue passierend bliebe festzuhalten, dass das Album am Ende für meinen Geschmack ziemlich abflacht. Dennoch sind einige Ohrwürmer und rockbare Nummern drauf, weshalb ich 4 Sterne vergebe. Abschließend sei bemerkt, dass das Album relativ kurz geraten ist. 12 Tracks und keiner über 4 Minuten. In dem Punkt bleibt sich LP also treu.
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95 von 113 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Früher war alles besser" - Eine Phrase die auch in der Gesellschaft langsam überdacht werden sollte, 22. Juni 2012
Von 
M. Schieder (Weiden) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Living Things (Audio CD)
Da ist sie nun. "Living Things", das mittlerweile fünfte, echte Studioalbum von Linkin Park, nach einer Pause von knapp 2 Jahren nach "A thousand suns", welches das wohl umstrittenste Werk der Band darstellt.

Linkin Park sind es doch auch, die ihre Fanscharen und diejenigen, die sich ehemals dazuzählten polarisieren wie Minus- & Pluspole. Wer die Band abseits der einschlägigen Magazine beobachtet, sollte aber merken und eingestehen, dass mit Linkin Park eine Band in der Musikszene verwurzelt ist, die ein eigenes Genre ihr Eigen nennen kann.

Die nur 37-minütige Platte beginnt mit dem Opener "Lost in the echo", einem Homage an alte Tage. Der "Hybrid Theory" und "Meteora"-Vergötterer wird wohl bei diesem Song aufhorchen und den letzten Funken Hoffnung doch noch einmal entfachen. Eingängige Elektrosamples, ein Rap von Mike Shinoda, der wohl mit zu den besten seiner Zunft (LP-technisch gesehen) gehört, ein Refrain der im Ohr bleibt und eine Bridge, die Joe Hahn und Chester Bennington tatsächlich "oldschool-like" hinbekommen haben. Die Ansage der Band, die Lyrics persönlicher und weniger politisch zu gestalten, findet hier auf jeden Fall Bestätigung.

Das darauffolgende "In my Remains" beginnt ebenfalls ziemlich ähnlich der früheren Werke, dennoch verbirgt sich hier ein wenig weichgespülter Pop ala "Leave out all the rest" oder "Shadow of the day". Der Schlussteil jedoch, von Mike und Chester gesungen, ist perfekt gelungen. Allein die Zeilen "Like an army - Falling - One by One" erzeugt jedesmal Gänsehaut.

Zu "Burn it down" ist nicht viel zu sagen. An wem der Song vorbeigegangen ist, sollte schnellstens aus seinem Kellerloch ohne Internetverbindung und Anbindung an die Außenwelt ausbrechen. Hier steckt noch viel mehr Potenzial drin, als Linkin Park effektiv verarbeitet hat. Vorhersehbare Songstruktur, und nach mehrmaligem Hören etwas ausgelutscht. Dennoch hätte "Burn it down" locker auf "Meteora" oder "Minutes to midnight" Platz gehabt.

"Lies Greed Misery" ist ein 2 1/2- minütiger Punch. Ein treibender Rap, ein Sample, das keine Gefangengen macht und ein starker Refrain, der gerade am Schluss richtig draufhaut zeichnen diese Perle aus. Live übrigens ein besonderer Genuss!

"I'll be gone" beginnt recht verzerrt-rockig, führt das im poppigen Vers weiter und wird durch einen mit Gitarren geschwängerten Refrain abgerundet. Der Text ist passend, eingängig, und macht weiter Lust auf die folgenden Tracks. Fällt in etwa in die Kerbe, die "In my Remains" geschlagen hat.

"Castle of Glass" ist der in meine Augen best geschriebene Song von Mike Shinoda bis dato. Wahnsinnig tiefsinnige Lyrics, in einer unvergleichlichen Atmosphäre vorgetragen, bis sich das ganze Drumherum aufbaut und in einem epischen Endteil gipfelt. Mein Favorit auf "Living Things"

Wo eben noch Atmosphäre und Entspanntheit herrschte wird nun mit "Victimized" alles niedergemäht, was im Wege steht. 1:46 min voll auf die Zwölf, mit einem Chester in Hochform, einem rappenden Mike und einer Soundkulisse, die so abstrakt und abstoßend wirkt, dass es nicht mehr feierlich ist. Ganz großes Tennis!

"Roads Untraveled" nimmt dann den Fuß wieder vom Gaspedal, irgendwie ein perfekter Song, um mit nem vollen Kopf in Richtung Sonnenuntergang zu fahren. Sehr ruhig im Gesamtpaket, der Vers wird instrumental und mit einem "Wohooo" wiederholt, was ebenfalls zur Atmosphäre beiträgt.

Der Schnitt den "Living Things" ab "Victimized" nimmt ist spürbar. Die Eingängigkeit nimmt ab, das Soundpaket wird schwieriger zu erfassen, ein Song greift in den nächsten. Ab hier sollte man sich wirklich mit Bedachtheit auf die Platte einlassen, ansonsten besteht die Gefahr den Faden zu verlieren, was dem Album absolut nicht gerecht wird.

Mit "Skin to Bone" wird es, man soll es nicht glauben, in Ansätzen folkig (wie von der Band auch schon angedeutet). Der Song erschließt sich mir immer noch nicht ganz, obwohl ich ihn nun doch schon mehrere Male gehört habe.

"Until it Breaks" wird nun die Geister scheiden wie kein anderer Track auf dem Werk. Absolut dreckige Verse von Mike, so dahin gespuckt dass es eine wahre Pracht ist, aber so authentisch und ehrlich dass man zumindest versuchen sollte die Bedeutung dahinter zu verstehen. Chester steigt ein mit einer sehr eigentümlichen Einlage, was "Until it Breaks" nur noch abstrakter wirken lässt. Die Krönung des Ganzen ist ein an Gospel erinnernder Endpart, gesungen vom Gitarristen Brad (!). Der Bursche kanns tatsächlich auch.

"Tinfoil" und "Powerless" zähl ich zusammen, weil der eine ohne den anderen Track nicht wirklich funktioniert. "Tinfoil" baut den Spannungsbogen auf, ist instrumental perfekt und eine hervorragende Überleitung zum Abschlusstrack, der ähnlich wie "Pushing me away" und "Numb" wieder viel an Emotion und musikalischer Finesse bietet. Würdiger kann man ein Album wie "Living Things" nicht abschließen.

Hinter uns liegen 37 Minuten, die wie im Flug vergehen. Es ist alles dabei: Screams und perfekter Gesang von Chester, Raps und Gesangseinlagen von Mike, Gitarren die vielleicht etwas zu selten Wände einreißen, Elektrosamples, Scratches von Joe, Drums... und vor allen Dingen eine Abwechslung die man Linkin Park kaum zugetraut hätte.

"Früher war alles besser" - Wer mit diesem Scheuklappendenken immer noch durch diese Welt rennt, sollte sich vielleicht mit seiner Grundeinstellung für Neues hinterfragen, und ob er denn in der extrem schnell flukturierenden Gesellschaft in ein paar Jahren überhaupt noch mitkommt.

Linkin Park waren früher nicht besser, sie waren anders. Den Wandel den die Jungs vollzogen haben, den sollte erstmal eine andere Band nachmachen, denn die Qualität der Songs nimmt weder ab noch zu, sie verändert sich, sie reißt mit, sie regt zum Nachdenken an. Und nur wer sich Gedanken mit Musik macht kann verstehen was eine Band antreibt und welche Barrikaden sie überwinden müssen, um Alben wie "Living Things" zu schaffen.

08/15 - Kombos sehen anders aus.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen okay, 10. Mai 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Living Things (Audio CD)
Es sind einíge Lieder, die etwas weichgespült wirken. Ich mag die CD im Ganzen trotzdem. Es ist einfach ein tolles Gefühl, die Jungs zuzuhören.
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46 von 61 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Weniger als erwartet., 22. Juni 2012
Rezension bezieht sich auf: Living Things (Audio CD)
Ja, ich schreibe "weniger" und nicht "anders". Und zwar im vollsten Bewusstsein. Das hier ist nur zum Teil (m)eine Bewertung der neusten LP Platte, sondern v.a. Ausdruck meines Erstaunens darüber, wie unglaublich intolerant viele (nicht alle) Fans der Formation jede schlechte Kritik als Hörbehinderung abstempeln wollen.

Beide Punkte hängen miteinander zusammen. Denn, wie viele andere eher verhalten rezensierende Hörer hier oder in einschlägigen Publikationen, habe auch ich etwas gänzlich anderes, u.a. mehr Remineszenz an die ersten Werke der Band, erwartet. Liegt das daran, dass "wir" die "ewig gestrigen" sind, die musikalisch anno 2000 stehen geblieben sind, und die nichts als "Nu Metal Geknüppel" hören wollen? Man beachte für eine Sekunde, wie diejenigen, die ansonsten vom unverwechselbaren Sound ihrer Idole und deren unfehlbarer Genialität reden, also wohl der Meinung sind, dass diese Götter früher weniger intelligente, immer gleiche Genre-Schubladen bedienende Musik gemacht haben...
Zurück zum Thema: In zahlreichen Interviews haben Bandmember nunmal solche die Erwartungen hochhaltende Versprechungen abgegeben, und wenn diese letztlich unerfüllt bleiben, dann ist es nicht verwunderlich, dass das bei einigen sauer aufstößt.

In meinen Augen/Ohren ist die Platte in Ordnung, aber auch nicht mehr. Ich würde sie insgesamt ein solides Pop Album nennen, das mit Sicherheit besser ist, als das meiste, was auf Mainstream Radiosendern gespielt wird. Aber das ist nicht unbedingt die Messlatte, die ich anlegen möchte, um gute Musik vom Rest zu trennen (die Konkurrenz ist einfach zu groß).

Wer dieses Album, oder den Vorgänger "A Thousand Suns" nicht mag oder mochte, der wird von loyalen Fan(atic)s oft als musikalisch unterbelichteter Banause hingestellt. "Uuuhhhh, A Thousand Suns war ja immerhin ein Konzeptalbum, das ist was mit Anspruch, das versteht halt nicht jeder". Oder: "Uuuhhh, sie brechen halt zu neuen musikalischen Ufern auf und verknüpfen auf eine virtuose und nie da gewesene Art und Weise Stile und Genres miteinander".
Ähhhhhh... sorry. Nein?
Wenn andere unter einem musikalischen Felsen hausen und der Meinung sind, die Jungs von LP hätten irgendwo ein Rad neu erfunden, dann tut mir das sehr leid, ich sehe das aber nicht als validen Grund, meinen Standpunkt zu den aktuelleren Machwerken abzuwerten.

Bei allem selbstgeäußerten künstlerischen Anspruch (und ich bin einfach mal so naiv und gutgläubig, zu unterstellen, dass das der Grund ist, der hinter der Musik von LP steht, und dass nieeemand sonst da ein Wörtchen mitzureden hat) sollte auch immer noch gute Musik dabei herauskommen! Dass das letztlich definitionsabhängig und daher subjektiv ist, ist ja nichts neues. Für MICH PERSÖNLICH scheitern LP daran aber zusehends. Ja, ich fand ATS an sich durchaus stimmig, wenn auch nicht überragend. Dass jeder zweite Track auf einem Konzept-Album ein muskalisch völlig belangloser einminütiger Filler voller "sphärischer" Klänge sein müsste, das ist mir neu. Vielleicht sollten einige Verfechter dieser These, deren Kenntnis von Konzeptalben altersbedingt offenbar bei "American Idiot" anfängt und bei ATS aufhört, den Begriff mal googeln, und sich einige der wirklich großartigen Konzeptalben der Rockgeschichte anhören.

Aber das Konzeptargument greift bei Living Things ja ohnehin nichtmal, von daher egal. Ich höre mit Living Things (mittlerweile näher ich mich dem zehnten Durchlauf) ein Album, das hinter sämtlichen Versprechungen zurückbleibt. Ich höre nicht die Härte und Gitarrenwände wie früher. Ich höre nicht die "mein Gesicht schmelzenden Teppiche fieser, fetter elektronischer Beats und Bässe". Ich höre vor allem eine ziemlich konzeptlose (haha) Aneinanderreihung diverser Songs, die für sich schon noch irgendwo LP bleiben, aber einen umgreifenden Rahmen, ein Konzept im weitesten Sinne, oder auch nur einen klaren Stil völlig vermissen lassen. "Beliebig" fällt mir dabei ein.

Ich würde nichtsdestotrotz die ersten vier Tracks als soliden Einstieg bezeichnen.
"Lost in the Echo" lässt einen Hauch aktueller Electronic Einflüsse erahnen, sowohl im Bereich des Beats, der mir gefällt, als auch mit den Synthies, die mich dann aber doch eher stark an Großraumdisko als an elektronische Musik hochwertigerer Provenience erinnern. Aber nun denn, vielleicht wollten sie nicht zu subtil vorgehen, damit auch der letzte merkt, was hier passiert...
"In my Remains" fängt vielversprechend an, nur scheint es mir, dass LP, in der Bemühung an glorreichere Zeiten anzuknüpfen, eher ein abgeschmacktes Klischee ihrer selbst bedienen. Die zweite Hälfte des Songs ist einfach nur noch öde.
"Burn it down" ist ja schon ein Weilchen zu hören gewesen, und hey, ich drück da ein Auge zu. Recht uninspirierter Popsong? Klar, aber solide ausgeführt. Dennoch, wer irgendwelche Zweifel hat, wo LP mittlerweile angekommen sind: Zur Untermalung der Trenner bei der Berichterstattung zur EURO 2012 reicht es noch.
"Lies Greed Misery" ist ein netter Song. Er bietet Anlehnungen an aktuelle Electronic Songs, eine gewisse Feelgood Stimmung, die sogar zum Ende hin dezent kontrastiert wird. Er startet mit guten Passagen von Shinoda, zum Ende lässt der Track nicht nach, und implementiert sukzessive Bennington mit seinen Stärken.
Diesen vier Songs gebe ich persönlich 4/5.
Mit "I'll be Gone" und "Castle of Glass" folgen für mich zwei recht leblose Filler Tracks, auch wenn ich nicht leugnen kann, dass LP sich hier selber in epischer Breite selber zitieren. Im ersteren Falle erhalten wir eine recht eintönige Midtempo Nummer, die man so von LP schon oftmals gehört hat (und das mein ich nicht im guten Sinne, denn wir wollen ja nicht so tun, als hätten Hybrid Theory, Meteora und Minutes to Midnight ausschließlich starke Songs enthalten). Im zweiten Fall erinnern sie mich durchaus an "Breaking the Habit"; in einer weichgespülten Fassung. Aber was die Instrumentalisierung und das Songwriting angeht, versuchen sie hier wohl den Bogen zurück in die Vergangenheit zu schlagen. Ich gebe für beide Songs 3/5.
"Victimized" wird jedem um die Ohren gehauen, der findet, dass Living Things nicht die versprochenen Riffwände und den Biss von alten Platten hat. Es wäre ja schließlich der härteste Song der Platte. Das mag sein. Ist er _deshalb_ nur 1:46 lang? Trauen sie, oder das Label, sich nicht, so einen Song in Komplettlänge auf den Silberling zu pressen? Ansonsten würde ich die Euphorie hier aber ohnehin gleich einbremsen. Die jüngeren mögen den Umstand nicht so präsent haben, daher empfehle ich mal ein gegenhören mit QWERTY von "Songs from the Underground". Was die cleveren Herren hier gemacht haben, ist ein 42 sekündiges "Intro" zu komponieren, und ansonsten einen alten Track von sich selber zu verwursten. Rhythmus, Gitarre und Gesang sind sehr, seeeehr stark an QWERTY angelehnt. 4/5 für den Versuch.
Mit "Roads Untraveled" nehmen sie "geschickt" sämtliche Energie aus Victimized direkt wieder raus. Es wird der niedrigste Gang eingelegt, und es gibt einen ruhigen Track. Der ist als solcher noch nichtmal übel (!), die Instrumentierung ist durchaus nett. Schwankend zwischen 3 und 4 Punkten entscheide ich mich für 3/5, da ich keine Songs mag, deren Gesangsanteil zu 50% aus "whooohooohooohoooohooohoohoooo" besteht, und die ab der Hälfte das komplette Pulver verschossen haben. Für ach so experimentierfreudige Musikpioniere wird mir hier das Intro-Verse-Chorus-Verse-Chorus-Chorus Schema viel zu oft einfallslos runtergedudelt. Wie Victimized bei 1:46 und dieser schnell abgenutzte Song bei 3:50 rauskommen, ist mir schleierhaft.
"Skin to Bone" folgt, und damit für mich einer der Tiefpunkte des Albums. Ein nicht ernst zu nehmendes elektronisches Fundament und darüber ein folkig-angehauchtes Rumgeschwurbel. Und bevor die Vorwürfe kommen: Nein, ich bin nicht zu dumm, das zu verstehen, ich habe nichts gegen solche Kombinationen, aber solche Folk Elemente (wir reden ja nicht von fröhlichen irischen Geigern o.Ä.) mit Rock, das haben vor GUTEN zehn Jahren SoaD wesentlich authentischer, subtiler und weniger bemüht verknüpft. Folk und Rockmusik sind absolut nichts neues, nur hier ist es _einfach nicht gut gemacht_! Hier ist es ein Ausreißer, der mit dem übrigen Album kaum in Zusammenhang steht. 2/5 mit LP Bonus.
"Until it Breaks" hätte gewissermaßen auch auf ATS Platz gefunden, und ist für mich der stärkste Track auf Living Things. Zum einen glaube ich hier LP das erste mal, dass sie sich tatsächlich ein wenig mit zeitgemäßen elektronischen Beats auseinandergesetzt haben. Sie bieten außerdem mal besseres Songwriting, das auch eher ihrem selbstbekundeten Anspruch der musikalischen Experimentierfreude gerecht wird. Hier würde ich doch ausnahmsweise attestieren wollen, dass sie tatsächlich gekonnt innerhalb eines Tracks mehrfach zwischen Stimmungen und Genres wechseln, ja: damit spielen. 5/5 von mir.
Leider handelt es sich bei diesem Höhepunkt der Platte um ein kurzes Strohfeuer. Es folgt "Tinfoil", ein 1:12min Track, der nichts anderes ist, als das Intro zum letzten Track "Powerless". Hätte auch beides bequem in einem Track Platz gefunden. Naja, ich gebe für Tinfoil 2/5, weil Mr. Bourdon an den Drums subtil ein bisschen Oldskool LP Feeling aufkommen lässt.
Powerless dann als "krönender" Abschluss. Eine einfalls- und belanglose schleppend-melancholische Ballade, die sie irgendwo ganz tief aus der LP Mottenkiste gewühlt haben. Klingt wie ne schwache B-Seite eines ruhigen Depri-Songs auf Minutes to Midnight. 2/5.

Insgesamt komme ich also auf eine Durchschnittswertung von 3,3 / 5, oder abgerundet, meine 3 Sterne.

Wenn ich mir überlege, wie einfallslos ihre bemühten Selbstzitate teilweise so wirken, bezweifel ich langsam ihre Worte, dass sie jederzeit ein zweites Hybrid Theory aufnehmen könnten, wenn sie denn nur wollten.

Nach diesem Album werde zumindest ich persönlich LP von meiner Liste Bands, bei denen Plattenankündigungen mich ganz wuschig machen, erstmal streichen. Ich glaube nicht, dass sie den Karren nochmal aus diesem Mist ziehen. Aber es freut mich aufrichtig, dass sie mit ihrer aktuellen Musik immer noch Menschen ansprechen und denen offensichtlich etwas geben können. :)

DISCLAIMER: Ich höre LP seit Hybrid Theory, ich habe sie mehrmals live gesehen. Aber ich habe auch viele andere Bands live gesehen, und ich habe schon viele andere Neuerscheinungen aus 2012 gehört (und für besser befunden). Das hier spiegelt meine Meinung wieder, und diese steht nicht zur Debatte mit intoleranten, ignoranten Die-hard Fans im Rahmen der Kommentare zu dieser Rezension. Schöne Grüße.
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4.0 von 5 Sternen Gute Mischung, 29. Mai 2013
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Rezension bezieht sich auf: Living Things (Audio CD)
Ich höre gerne LP, allerdings gefallen mir die neuen Lieder auch gut. Mein Freund dagegen steht total auf die "alten" Songs. Mit dieser CD kaufen sie eine gute Mischung aus beidem. Mir gefällt die CD und für meinen Freund sind auch einige Songs dabei!
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5.0 von 5 Sternen Linkin Park <3, 27. Mai 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Living Things (MP3-Download)
Für alle Linkin Park Fans ein absolutes Muss. Auf der CD sind einfach nur wahnsinnig gute Songs vorhanden. Von denen die man im Radio hört, bis hin zu solchen, die man wahrscheinlich nicht im Radio hören wird. Kurzum: einfach genial =)
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5.0 von 5 Sternen eine Klasse für sich, 27. Mai 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Living Things + (Audio CD)
Eine grandiose CD! Für richtige Linkin Park Fans ein must have!! Darf in keiner LP Sammlung fehlen!
Ich denke es ist für jeden etwas dabei (musikalisch gesehen)
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5.0 von 5 Sternen Sehr gut gemachtes Album!, 26. Mai 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Living Things (Audio CD)
Zum wiederholten Male hat diese einzigartige, grossartige Band ein Album kreeirt. Die Songs sind sehr rockig, wie eben Linkin Park eben so ist!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gutes Album, 1. April 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Living Things (MP3-Download)
Die Entwicklung geht immer weiter hin zum Pop-Rock... aber das ist kein Schaden, denn mit dem zunehmenden Lebensalter wird auch eine Entwicklung weg von der jugendlichen, ungerichteten Wut, die ja Teil des menschlichen Erwachsenwerdens ist, hin zu kritischer Lebenbetrachtung gemacht.
Bei LP merkt man diese Entwicklung, das zeigt in meinen Augen auch die Reife einer Band.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Experimentierfreudigkeit und Perfektion, 6. Juli 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Living Things (Audio CD)
Mit Living Things haben Linkin Park wieder einen weiteren Schritt gewagt. Vielleicht wird auch hier der eine oder andere Hybrid Theory Fanatiker auf seinen Geschmack kommen, denn Songs wie Lost In The Echoes oder Victimized versprechen altbekannte Mike Shinoda Rap-parts und Chesters Screams. Auch experimentierfreudige Fans kommen nicht zu kurz. Linkin Parks neue Ader erkennt man vorallem in den Songs Castle Of Glass und Roads Untraveled, in denen sowohl Mike als auch Chester zu wirklich interessanten und ungewohnten Melodien singen. Das Album hat mich beim ersten Durchhören schon überzeugt. Und das ist bei mir - sogar für Linkin Park - nicht selbstverständlich.
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Living Things
Living Things von Linkin Park (Audio CD - 2012)
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