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am 26. September 2012
Ein Flugzeugabsturz im tiefsten Alaska. Die meisten Passagiere werden sofort getötet oder sterben sehr bald qualvoll. Eine Handvoll Männer versucht den langen Weg durch tiefsten Schnee und 30 Grad Kälte zurückzulegen um in irgendeiner Form in bewohntes Gebiet zu kommen.Ohne Verpflegung, ohne Schutz vor der Kälte. Rettung von ausserhalb ist nicht zu erwarten. ("Wenn sie statt zweien hunderte Rettungsflugzeuge schicken würden, vielleicht! Doch so werden sie uns niemals finden.")
Grösste unmittelbare Gefahr und damit eine ständige Todesangst und Panik, die sich fühlbar auf den Zuschauer überträgt sind jedoch die unablässig drohenden Angriffe wilder Wölfe, die bei Tag und Nacht aus dem Nichts zuschlagen und denen sich die Gruppe ohne Waffen erwehren muss. Diese Szenen sind blankester perfekter TierHorror und lassen dem Zuschauer entsetzt das Blut in den Adern gefrieren. Viele andere Überlebenskämpfe sorgen ebenfalls für schweissnasse Hände. So die Überquerung einer Schlucht, der Sturz in reissendes Gewässer.
Alles perfekt und hautnah gefilmt, dazu die hinreissende unerbittliche Landschaft. Dies alles ergäbe schon einen sehr guten Abenteuerfilm, doch dieser Film ist viel mehr. Schon bei der Inszenierung des Flugzeugabsturzes zeigt sich die Meisterschaft und Ambitioniertheit dieses Films. Herkömmliche Actionfilme hätten mit der heute zur Verfügung stehenden Technik ein Feuerwerk an Special Effekts abgebrannt, das in der Erinnerung der Zuschauer auch genauso schnell wieder verpufft wäre. Hier bleibt ohne Schnitt nach aussen die Kamera in der Kabine. Auf den Gesichtern. Ein gelegentliches Ruckeln, das noch Anlass zum Scherzen gibt, zunehmende Unsicherheit und Angst, Gedankensplitter zurück in die Arme des geliebten Menschen, dann der Aufprall. Ja dieser Film handelt fürwahr vom Sterben. Unsere eigene Endlichkeit, unsere Ängste werden uns ab jetzt im Gewand eines Actionfilms zwei Stunden, wie ein Spiegel vorgehalten. Archaisch und elegisch werden Grundfragen nach dem Sinn unsererExistenz gestellt. Wie verhalten wir uns im Angesicht des Todes? Wie haben wir gelebt? Was geschieht mit uns?
Viele kleine Szenen, die unter die Haut gehen und die zum menschlich berührendsten gehören, was in der letzten Zeit zu sehen war. Liam Neeson, wie er lange einem Sterbenden die Hand hält, ihn die Unerbittlichkeut des Todes aktzeptieren lässt und ihn quasi in ein Jenseits hinüberbegleitet. Liam Neeson, wie er als letzte Ehrerbietung die Geldbörsen der Gestorbenen den Film über immer wieder ansich nimmt um diese mit den darin enthaltenen Erinnerungsbildern irgendwann an Angehörige zurückzugeben. Im tiefsten Inneren weiß er das das niemals passieren wird, denn die grandiose Landschaft in der sie verloren sind ist ein großes weißes unerbittliches Leichentuch, und die Wölfe schon fast mythisch angehauchte Überboten des Todes.
Darum geht es in dem Film, wie gehen wir mit dieser Unabhänderlichkeit um. Resignieren wir, werden wir wahnsinnig oder stellen wir uns stolz dem letzten (Lebens)-Kampf, der letzen Schlacht, auch wenn wir sie nicht gewinnen können. " Wo bist du Gott. nun zeige dich wenn es dich gibt. Verdiene es Dir, dass ich an dich glaube", so der herzzerreissende Schrei, das letzte Aufbäumen Liam Neesons am Ende des Films. Liam Neesons Leistung trägt den Film, seine Leistung hätte den Oscar verdient. Dieser Bär von einem Mann, mit dem Blick eines verängstigten Kindes, der dennoch sein Schicksal annimmt und kämpft obwohl er bereits, wie am Anfang des Films angedeutet, seinen Lebenswillen, seine grosse Liebe schon lange verloren hat. In diesem zerfurchten Gesicht zeigen sich alle Emotionen für den Zuschauer in schmerzhafter Deutlichkeit. Wenn die letze Einstellung des Films vorbei ist, fühlt mann; dies war ein grosser, ein bewegender und erhebender Film, den man nicht mehr vergessen wird. Für soche Filmerfahrungen ist das Kino erfunden worden.
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am 8. September 2012
"The Grey - Unter Wölfen" ist ein gutes und sehenswertes Survival-Thriller-Drama. Die Story selbst gibt nicht viel her, sie wird jedoch spannend und dramaturgisch intensiv präsentiert. Es wird eine düstere und Atmosphäre erzeugt und das Ganze vermag einen, trotz kleinerer Verschnaufpausen, durchaus zu packen. Mit Ausnahme von Liam Neesons Charakter werden diese etwas oberflächlich abgehandelt, wobei der ein oder andere gegen Ende hin doch noch ein klein bisschen Tiefe verliehen bekommt. Liam Neeson spielt seine Rolle recht solide und gewohnt souverän. Die Nebendarsteller haben nicht wirklich Gelegenheit zu glänzen, sie machen ihre Sache aber allesamt ordentlich. Bei den Wolfsangriffen ist die Kamera stets nah dran und auch vor blutigen Szenen schreckt man hier nicht zurück. Die Kameraführung ist allgemein sehr gelungen und visuell hat der Streifen auch einiges zu bieten.

"The Grey - Unter Wölfen" ist ein gut inszenierter Survial-Streifen.

7 von 10
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am 28. Juli 2013
So kann es aussehen, wenn ein Thema ordentlich durchdacht und sauber umgesetzt wird.

Der Film verdient alle Prädikate: Spannung, Aktion, Tiefgang, Atmosphöre usw.

Die eigentliche Filmidee ist sicherlich kein Neuland mehr und das Risiko bei solchen Filmen vollkommen daneben zu greifen (wie bei "The Hunter") ist groß. Dennoch gelang ein Gesamtwerk das für sich stehen kann und sogar das Ende des Films passte perfekt. Obwohl ich wahrlich kein Freund von sowas bin.

Allerdings fehlte der letzte Funken und ein Punkt muss abgezogen werden, weil die Gesamthandlung etwas mehr hätte ausgearbeitet werden können. Trotzdem, solide 4 Sterne und ein guter Film ohne Makel und Peinlichkeit. Die Wölfe wurden sogar grandios in Szene gesetzt und viele Szenen sind rundum perfekt aufgebaut. Eine sehr gute Abendunterhaltung und das gute Gefühl, das man sich diesen Film irgendwann wieder anschauen kann!
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am 23. Juni 2013
Tja, wo soll man anfangen?
Die Schauspieler sind gut, keine Frage, dafür 2 Sterne und ab und zu kommt schon mal Spannung auf.
Darüber, dass Wölfe keinesfalls menschenkillende Monster sind, wurde genug geschrieben.

Was mich noch extrem an diesem Film störte, ist nicht nur das artuntypische Verhalten der Wölfe, sondern das untypische Verhalten der Überlebenden.
Jeder halbwegs normale Mensch, der im Wald von nem Tier angegriffen wird, würde sich erstmal mit nem schönen ordentlichen Holzprügel ausstatten. Wenn man sich Rücken an Rücken aufstellt, deckt man so
die ungeschützte Rückseite. Vermutlich macht jeder Depp das instinktiv. Ich denke, da liessen sich viele Raubtiere auf Distanz halten und den Prügel kann man auch wunderbar als Gehhilfe benutzen und verbraucht nicht so viel Kraft im Tiefschnee.
Aber blöd, dann käme ja keine hollywoodsche Spannung auf, wenn man das so einfach darstellen würde. Also läßt man lieber den Wolfskenner und die übrigen Unkundigen wie Deppen im Schnee rumrennen, die dann einer nach dem anderen wie davon hüpfende Karnickel gekillt werden.
Auch würde niemand nen Rucksack voller Geldbeutel der Toten mitschleppen, wenns ums Überleben geht, nur um den Angehörigen nen Gefallen zu tun. Wenn man alle Kraft braucht, um zu Fuß durch unbekanntes arktisches Terrain zu laufen, wird man so etwas einfach nicht tun. Geldbeutel für die Angehörigen mitschleppen, aber einen entkräfteten Kumpan im Schnee liegen lassen, naja, wo ist da die Moral?

Schlecht gedreht fand ich auch die Szene, als Liam seinem Kumpan zu Hilfe eilte, als dieser ins Wasser fiel. Kurzer Rückblick, er fiel ins Wasser, weil eine Horde Wölfe hinter ihnen her war. Wo waren die auf einmal, als Liam neben dem Bach herlief? Abgehängt hat er sie sicher nicht. Aber wahrscheinlich haben die sich wohl ne kurze Auszeit gegönnt, einfach mal so. Machen Wölfe wahrscheinlich ab und zu, auch wenn sie ganz knapp vor der Beute sind. Und als Liam sich pudelnass in den Schnee legte, keine Anzeichen von Kälte. Kein Zittern, er sah aus, als läge er am Strand von Florida. Dass er unter seinen Klamotten nen Neoprenanzug anhatte, sollte man nicht so leichtfertig zugeben, das nimmt irgendwie das letzte bisschen Autentizität.

Megadoof ist die Überwindung der Schlucht, um den Wölfen zu entkommen, denn von fliegenden Wölfen hab ich noch nix gehört. Kurz nachdem die Überlebenden eine tiefe Schlucht teilweise übersprungen und überklettert haben, sind die Wölfe auch schon auf der anderen Seite. Ja, wie sind die denn so schnell da rüber gekommen? Aber die Spannung muss ja weitergehen, gell.

Ich denke, wenn der Film ne Fortsetzung hätte, dann würde der letzte Überlebende im rettenden Helikopter sitzen und huchh, ein Wolf wär im Cockpit. Hätt der Wolf-Schlawiner doch vorab schon mal den Piloten gefressen, sich die Pilotenmütze aufgesetzt und den doofen Menschen ganz schön veräppelt, damit ein richtig cooler Showdown in der Luft stattfinden könnte. Das wär ja mal ein wirklich überraschendes Filmende, wo die Drehbuchautoren mittlerweile doch überhaupt nicht mehr wissen, welches noch niee dagewesene Filmende sie noch präsentieren sollen und können. War ja alles schon mal da. Jaja, was Hollywood nicht alles für ne ordentliche Spannung tut. Emmerich würde ich so ne Fortsetzung übrigens zutrauen.
-
Da lobe ich mir den 70er Jahre Vierteiler "Der Seewolf", als die beiden Überlebenden im unwirtlichen hohen Norden stranden und Flechten und Moos fressen, damit sie was im Magen haben und überleben. Da kam Spannung auf, auch ohne Horror-Flechten und Monster-Moos.
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am 1. Januar 2016
Hab schon länger von dem Film gehört, aber mir nie einen Kopf darum gemacht, jetzt aber die Chance genutzt als er im Free tv kam. Und ich bin begeistert. Dieser Film hat für mich viel wichtiges. Die Handlung ist sehr gut, nachvollziehbare Charaktere, dazu Action und ein ständiges Gefühl der beklemmtheit. Klar gab es auch ein paar Ungereimtheiten, aber viele Kritiken sind überzogen. Für mich war die einzige Unklarheit, ob der leitwolf aufgrund der Umgebung und Witterung von der Evolution her wirklich schwarz ist.grau oder weiß wäre verständlicher. auch das verhalten des rudels ist in gewissen Maße verständlich, da die "eindringlinge" wenn auch unwissend ja direkt immer weiter auf den wolfsbau zu laufen. An alle anderen: Das ist ein Action Film und keine tierdoku. Wenn euch das verhalten nicht passt, guckt den discovery channels.
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am 10. September 2014
Vorab - dies ist eine subjektive Rezension.

Dennoch - ich sage:
Vergessen Sie oder überlesen Sie all die Mäkeleien über Unlogik und schlecht animierte Wölfe,
deren Verhalten als nicht artgerecht oder übertrieben dargestellt wird.

Nach meiner Ansicht Nebensache.

All das dient in diesem Film ohnehin nur als Projektionsfläche und Kulisse für die Erörterung der ganz großen
Fragen, die klären sollen, was den Menschen zum Menschen macht und wie er mit seiner Endlichkeit umgeht.

Im Grunde ist er gar, dies wird vor allem in der allerletzten Szene klar, ein Film über das Sterben und den Tod an sich.

Die willkürlich durch den Flugzeugabsturz zusammengewürfelte Schicksalsgemeinschaft symbolisiert letztlich unser alltägliches
Miteinander per se; mit all den gegensätzlichen Charakteren, Biographien, Erfahrungen und Geschichten, die ein jeder von uns
mit sich herumträgt. Ein vortrefflich eingefangener Mikrokosmos. Nicht mehr, nicht weniger.
Hierfür spricht, dass alle Protagonisten angenehm ungekünstelt agieren und miteinander reden. Keine Spur
von "raschelnden Drehbuchseiten", die Dialoge wirken erfreulich lebensnah.

Die Wölfe hingegen stehen hier sinnbildlich für das, was uns allen irgendwann bevorsteht. Es gibt kein Entrinnen, kein Entkommen.
Dass sie hier eher als Metapher funktionieren, mag zudem ihr (oft moniertes) unnatürliches Aussehen erklären..

Die relevanten Fragen lauten eher:
Was macht uns aus? Wie stehen wir beispielsweise zum Glauben?
Wer oder was ist uns wichtig im Leben, wen lieben wir, was schenkt uns Kraft?

Und:
Wie treten wir dem unvermeidlichen Ende schlussendlich gegenüber?

Das ist es, was diesen Film so großartig macht. Er funktioniert vor allem auf der zweiten, übergeordneten, der Meta-Ebene.

Ein Indiz unter vielen für die eingangs erwähnte These vom Film über den Tod ist die schwer erträgliche Sterbeszene unmittelbar nach dem Absturz.
Mit quälender Genauigkeit zeigt diese, wie ein Mann akzeptieren muss, dass es für ihn vorbei ist. Loslassen, hinübergleiten -
die ganze Wucht und Unausweichlichkeit dieser Situation wird eindrücklich eingefangen und bewegt nachhaltig.

Die durchweg guten schauspielerischen Leistungen der Beteiligten tragen nicht nur in dieser Sequenz maßgeblich dazu bei; insbesondere Liam Neeson war nie besser als hier, vielleicht mal abgesehen von "Schindlers Liste".

Fazit:
Ein großartiger, ungemein spannender Film, der zum Nachdenken anregt und gleichzeitig visuell und darstellerisch
beeindruckt. Wer sich zudem einlässt auf besagte Meta-Ebene, bleibt emotional aufgewühlt zurück.

Glaubwürdigkeit wird eben nicht immer nur durch das, was sichtbar ist, erzeugt.
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am 19. Dezember 2012
Liam Neeson, Wölfe, ein Flugzeugabsturz und eine lebensfeindliche Eiswüste in Alaska. Klingt nach der perfekten Mixtur für einen Actionfilm, oder?

Zum Inhalt:
Angestellte eines Ölkonzerns stürzen über Alaska mit einem Flugzeug ab. Nur wenige Menschen überleben den Absturz, darunter Ottway, gespielt von Liam Neeson. Ottway gelingt es nun eine heterogene Ansammlung von Menschen zu einer Gruppe zusammenzuschließen, die versuchen, der eisigen Hölle und dem scheinbar sicheren Tod zu entkommen. Die Gruppe ist kein eingeschworener Haufen, sondern birgt viel Potential für Konflikte. Die extreme Situation, in der sich die Gruppe befindet, fungiert als Katalysator für eben diese. Nachdem feststeht, dass die Überlebenden von einem Wolfsrudel angegriffen werden, verlässt die Gruppe die Absturzstelle und versucht den Wölfen und der Kälte zu entkommen.

Der Film:
Die Kameratechnik ist der Situation angepasst. Wer qualitativ hochwertige und tausendfach nachbearbeite Bilder erwartet, wird enttäuscht werden. Auch die Kameraführung ist der unwirtlichen Umgebung Alaskas angepasst und wirkt an einigen Stellen unruhig, vermutlich gewollt.
Die Kulisse ist faszinierend und das trotz ihrer Tristesse.
Der Film hetzt nicht. In ruhigen Bildern zeigt er das Schicksal der Gruppe, ihre Konflikte und Auseinandersetzungen und lässt den Darstellern auch mal Zeit, sich am Lagerfeuer zu unterhalten. Hier zeigt der Film seine Stärken. Inmitten dieser Extremsituation wird immer wieder gezeigt, wie unterschiedlich die Menschen mit der Belastung und der Angst umgehen, ob aggressiv, zurückhaltend, offensiv, verständnisvoll oder verdrängend. Alle Überlebenden verbindet, dass sie einen Antrieb haben, der sie nicht aufgeben lässt.
Die Umsetzung in Dialoge ist nicht immer gelungen, lässt sich aber insgesamt als ordentlich bezeichnen.
Einen weiteren Pluspunkt erhält der Film dadurch, dass er dem sich seit einigen Jahren manifestierenden Trend zum Slapstick widersetzt. Der Film bleibt ernst und verzichtet auf jegliche Komik. Dies macht das Eintauchen in die Welt des Films möglich.

Wolf und Mensch:
Die Parallelen zwischen Menschen und Wölfen sind eine weitere Stärke des Films. Das Rudelverhalten der Wölfe, das Alphatier, das Aufbegehren gegen das Alphatier, die Behauptung des Anführers. All diese Elemente lassen sich sowohl bei den Wölfen als auch bei den Menschen wiederfinden. Schließlich kämpfen das Wolfsrudel und die Menschengruppe um's Überleben. Ich bin kein Fachmann für Wölfe, kann auch nicht beurteilen, ob das Verhalten der Wölfe im Film immer ihrer Art entspricht oder nicht, aber das Verhalten der Wölfe wirkt keinesfalls unrealistisch. Die Wölfe jagen die Gruppe, warten aber immer auf Situationen, in denen die Menschen einen Fehler begehen oder Schwächen zeigen. Sie greifen in der Nacht an, fallen über abgeschlagene oder verletzte Gruppenmitglieder her, scheuen aber die direkte Konfrontation mit der gesamten Gruppe.

Der Schluss:
Der Schluss wird hier zwar nicht verraten, aber dem Regisseur gebührt Dank für das Ende.

Wenn Sie von Eis und Schnee, von Alaska und wilden Tieren und von Extremsituationen begeistert sind, wenn Sie Filme mögen, die auch mal das Tempo aus der Geschichte nehmen, dann könnte The Grey - Unter Wölfen ein Film für Sie sein. Sicherlich nicht der beste Film aller Zeiten, aber ein guter Film, den man gerade jetzt im Winter wunderbar genießen kann.
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Achtung, Leute! Dies ist kein Action-Film nach Mainstream-Geschmack! Dies ist auch kein Tier-Horror! Und erst recht kein Dokumentarfilm über das Verhalten von Wölfen!

Diese Warnung – noch dazu mit den von mir sonst gemiedenen Ausrufezeichen versehen – erschien mir angebracht, nachdem ich gestern die negativen Kritiken gelesen habe, die Joe Carnahans „The Grey“ (2011) im Netz zu einem großen Teil bekommen hat. Wer also eines der obenangeführten Genres von dem Film erwartet, der sollte unbedingt die Finger von ihm lassen, denn noch mehr enttäuschte Reaktionen hat dieser beeindruckende Film wahrlich nicht verdient. „The Grey“ ist nämlich eine düstere Parabel, in der es um den Tod geht und um die Bedeutung, die das Leben für uns vor dem Hintergrund seines unausweichlichen Endes haben kann.

Der Schauplatz ist Alaska: Der Ire John Ottway (Liam Neeson) arbeitet für eine Ölgesellschaft, in deren Auftrag er hungrige Wölfe, die zu einer Bedrohung für die in der Wildnis arbeitenden Männer werden können, schießt. Als Ottway und seine Kollegen auf dem Heimflug sind, stürzt die Maschine inmitten der verschneiten Berge ab, und nur sieben Männer überleben. Schnell wird ihnen klar, daß sie nicht bei dem Wrack bleiben können, sondern ihren Weg in die Zivilisation auf eigene Faust bahnen müssen, denn zusätzlich zu Kälte und Knappheit an Lebensmitteln finden sie sich von einem Rudel riesiger Wölfe bedroht, deren Unterschlupf in der Nähe sein muß und die deshalb die von ihnen als Eindringlinge erachteten Menschen töten wollen. In den folgenden Stunden werden die sieben Männer auf eine harte Probe gestellt, denn sie müssen nicht nur gegen Schnee, Kälte und die Wölfe kämpfen, sondern auch noch Streitigkeiten in der Gruppe austragen und sich ihren eigenen Ängsten stellen.

Von der ersten Minute hatte mich „The Grey“ bereits gefangengenommen, denn ich bin ein großer Freund von Filmen, die im Schnee spielen, und John Ottways Voice-Over zu der Montage, in der wir die Figur bei der Arbeit und in einer Kneipe sehen und in der wir auch miterleben, wie der Ire einen Brief an seine Frau schreibt, zu der er sich vergeblich zurücksehnt, tut ein übriges, um eine rauhe Stimmung („I know this is where I belong, surrounded by my own: Ex-cons, drifters, a******s, men unfit for mankind.“) zu erzeugen. Nebenbei bemerkt, lohnt es sich, den Film im Original zu schauen, denn Liam Neesons tiefe Stimme mit dem leicht irischen Einschlag könnte man sich auch gut als Hörbuchstimme für die gesammelten Werke von Joseph Conrad vorstellen.

Meine Faszination durch den Film stieg in der Folge noch an durch den Überlebenskampf der Männer in der Wildnis, in dem es vor allem darum ging, wie die einzelnen Gruppenmitglieder mit dem drohenden Tod umgehen. Einen im Flugzeug Sterbenden beruhigt Ottway souverän, indem er ihm unverblümt sagt, daß er sterben werde und daß er es einfach zulassen und dabei an eine Person, die er liebe, denken solle. Wir sehen diese geliebten Personen in der Zivilisation, bis auf zwei Ausnahmen, nicht, aber Ottways Idee, die Brieftaschen der Opfer einzusammeln und für die Angehörigen mit nach Hause zu nehmen, zeigt, daß hier hinter jedem leblosen Körper ein Mensch war, den andere Menschen vermissen werden – und sie weist auch darauf hin, daß sich Ottway nicht so einfach den atavistischen Notwendigkeiten seiner Lage beugen will, sondern den Menschen als soziales Wesen, das erst immer durch seine Verbindung zu anderen Sinn erfährt, wahrnimmt. Bezeichnenderweise ist denn auch derjenige unter den Männern, der keinerlei solcher Beziehungen hat, am Ende geneigt, nicht mehr weiterzugehen und mit dem überwältigenden Panorama einer Schneelandschaft vor Augen – „I feel that’s all for me. How do I beat that? Will it ever be better?“ – auf den Tod zu warten.

Für denjenigen, der dies nicht tun will, weil er noch Hoffnung hat, besteht das Leben eben auch aus Kämpfen, aus guten Kämpfen, weil ihr Bestehen uns erlaubt weiterzuleben, und so wird Ottway denn auch von den Erinnerungen an ein altes Gedicht seines Vaters getrieben, weiterzugehen und sich den Wölfen – die eben deshalb so übertrieben groß sind, weil sie für Ängste und Bedrohungen, nicht aber für echte Wölfe stehen [1] – zu stellen, auch wenn er sich im Augenblick nichts vorzustellen vermag, für das er persönlich leben könnte. In diesem existentialistischen In-die-Welt-Geworfensein blickt Ottway dann schließlich in einen unbarmherzig weißen, leeren Himmel auf und fordert Gott heraus, etwas für ihn zu tun, bis er dann am Ende zu dem Entschluß kommt: „***k it! I’ll do it myself.“

Hier nun tiefer in die Gedankenwelt dieses Filmes einzudringen, würde voraussetzen, zuviel von seiner Handlung vorwegzunehmen, so daß ich schweren Herzens davon absehe und statt dessen die Empfehlung gebe, sich diesen Film, der es auch schafft, die verschiedenen Männer als Individuen darzustellen, deren Tod und Leben eine Bedeutung hat, anzusehen. Wer ihn mit angemessenen Erwartungen sichtet, wird meine Begeisterung sicher nachvollziehen können und mir beipflichten, daß es sehr mutig von Joe Carnahan war, uns diesen nachdenklich stimmenden Film zu schenken, mit dem er so rigoros gegen die Erwartungen des Action-Mainstreams verstößt.

„Once more into the fray!“

[1] In diesem Licht ist denn wohl auch die wissenschaftlich sicher alberne Feststellung eines der Männer zu sehen, nach der Wölfe die einzigen Tiere seien, die auf Rache sinnen.
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am 2. April 2016
Dieser Film ist sehr zu empfehlen! Ich schaue ihn immerwieder gern. Er regt zum Nachdenken an und ist etwas tiefgründig.
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am 22. Juli 2013
Liam Neeson hats einfach drauf. Ich konnte gar nicht mehr aufhören die Glotze anzustarren. Der Film handelt kurz gesagt,von einer Gruppe Menschen , die nach einem Flugzeugabsturz im ewigen Eis von einem Rudel Wölfe verfolgt werden. Mehr ist es auch nicht.Ich finde,dass Charakterzeichnungen hier nicht wesentlich sind sondern vielmehr das Verhalten von Menschen in einer ausweglos-bedrohlichen Situation. Und das kommt die komplette Spielzeit sehr gut rüber. Ein Film bei dem man mitfiebert und auch mitleidet. Es ist kein Actionfilm sondern mehr ein Survivaldrama,welches von allen Akteuren,aber speziell non Neeson ,genial gespielt wird.
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