wintersale15_finalsale Hier klicken Reduzierte Hörbücher zum Valentinstag Cloud Drive Photos UHD TVs Learn More Einfach-Machen-Lassen Hier klicken Fire Shop Kindle PrimeMusic Autorip WSV

  • auch
  • Kundenrezensionen

Kundenrezensionen

4,1 von 5 Sternen347
4,1 von 5 Sternen
Format: MP3-DownloadÄndern
Preis:9,99 €
Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung


Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

am 15. Mai 2012
Die - achwasweißichwievielte - »Die Ärzte«-Platte, »auch«, erschien am 13. April 2012, einem Freitag den 13ten. Ein schlechtes Zeichen? Gewiss nicht.
Seit »Jazz ist anders« sind fünf Jahre vergangen. Fünf Jahre, in denen die selbsternannte beste Band der Welt wohl genug Zeit hatte, sich auf ihre wesentlichen Elemente zu konzentrieren, sich ein wenig voneinander zu entfernen und nun, 2012, wieder aufeinander zu treffen.

Zur Verpackung an sich: Die CD wird mit einem Spielfeld geliefert, inklusive drei Kronkorken mit den Initialen B, F und R. Wie man die aus Berlin (aus Berlin) kommende Band kennt, ist es aber kein normales Gesellschaftsspiel, was dem geneigten Besitzer der CD da angereicht wird. Für dieses Spiel muss man »Hardcore« sein. Anstelle ein paar Felder vor und zurück zu springen muss man sich hier seinen Erfolg sauer verdienen: Essen kochen, Mitspieler küssen, uralte Getränke aus dem Kühlschrank exen und »Freunde« aus seinem Handyverzeichnis löschen. Kleines Manko: Die CD dient als Drehscheibe. Ich bezweifle, dass das über die Zeit hinweg besonders gesund für die CD selbst ist. Aber wie Farin Urlaub schon sagte: So kaufen die Leute halt mehrere Alben, wenn die eine CD kaputt geht. Raffiniert.
Die Schachtel an sich sieht sehr alt und abgenutzt aus, wie ein altes Brettspiel, was seit Jahren im Schrank vermodert und an das man sich irgendwann mit viel Freude zurückerinnert, wenn man es herauskramt. Selbst das Material der Verpackung ist ein wenig rauer als die normalen Pappschachteln von CDs.
Hier gibt es also wenig zu motzen, »Die Ärzte«-üblich bekommt man hier eine sehr hübsche, ansehnliche Platte für sein Geld.

Und nun wohl zu dem Wichtigsten, der Musik:
»Auch« ist ein aus 16 Tracks bestehendes Wunderwerk der guten Laune. Ohrwurm trifft auf Ohrwurm, besonders Farin Urlaub trumpft, wie eh und je, auf dieser Platte mit seinen fetzigen Pop-Songs wie »M&F« auf, die einem im Kopf bleiben und wahrscheinlich auch nie wieder verschwinden werden. Das ansonsten sehr rocklastige Album lebt von seiner Energie und dem Spirit, der nie enden wollenden Experimentierfreudigkeit der »Die Ärzte« und der Lebenslust, die durch jeden Song transportiert wird. Das Album ist insgesamt sehr homogen, und die gerecht aufgeteilten Tracks, bei dem jeder ein etwa gleich großes Stückchen vom Kuchen abbekommt, sind ein weiteres Sahnehäubchen.
Neben Farin Urlaub, der wahrscheinlich, selbst wenn er wollte, keinen schlechten Track zustande bringen könnte, trumpft auch Rodrigo hier sehr stark auf. Hielt ich seine Songs in der Vergangenheit größtenteils nur für nettes Beiwerk, gehört mein Lieblingslied auf der Platte, »Sohn der Leere«, ihm. Seine übrigen, eher ruhigeren Songs bremsen die hohe Geschwindigkeit der Platte ein wenig aus, tun dem Gesamtwerk allerdings gut.
Auffällig an dieser Stelle: Es gibt keine Ballade auf der Platte. Das finde ich in so weit schade, als dass ich das Album im Ganzen als etwas zu schnell empfinde und es mir anstrengend wird, die ganze Tracklist mehrfach hintereinander zu hören, auch wenn alles gut aufeinander abgestimmt ist. Ein, zwei Oasen der Ruhe wären nett gewesen.
Aber dann kommt er, der Grund, warum dieses Album nur vier Sterne erhält: Bela B. Was diesen einst so großartigen Musiker in den letzten Jahren reitet, weiß ich nicht, jedoch scheint er sich für mich immer mehr von der bewerten »Ärzte-Formel« abzuwenden. Nichts gegen Innovation, aber sein Sound erinnert immer mehr an Schlager, womit ich persönlich so gar nichts anfangen kann. Auf »Jazz ist anders« war das »Bela-Problem« ein Ähnliches, und auch sein zweites Solo-Album gab mir kaum noch etwas - Deshalb ist es wohl kein Wunder, dass mir seine Werke auf »auch« auch (Ha!) kaum gefallen haben. Bei dem Text von »Miststück« bekomme ich ein sehr unschönes Gefühl, »Bettmagnet« kann auch kaum überzeugen und das Oktavengehüpfe bei »ZeiDverschwÄndung« ist kaum ertragbar. Einziges Licht (am Ende des Sarges) ist »Das darfst du«, wo die alte Arroganz des Grafen kurz mal hervorsticht und einen an die gute, alte Zeit erinnert.
Insgesamt gesehen also ein schnelles, befriedigendes Album mit einigen Low- und vielen, vielen Highlights. Von mir aus hätte man nach Track 11 das Album aufhören lassen können, dann wäre es wahrscheinlich fast rundum perfekt geworden, aber es gibt natürlich auch Leute, die auf »Cpt. Metal« und »Die Hard« kaum verzichten möchten.
Inhaltlich halten sich die »Die Ärzte« nach wie vor in der Waage. Hier mal eine Prise Selbstironie, dort ein wenig Gesellschaftskritik, aber immer originell und ohne großes, alle Alben durchziehendes Schema. »Die Ärzte« mögen zwar nicht die inhaltlich tiefste Band der Welt sein - Aber die Unterhaltsamsten sind sie nach wie vor.
Fans können also aufatmen und brauchen nicht auf das große Fiasko zu warten: Die Ärzte kümmern sich nach wie vor um den Rock.
0Kommentar16 von 16 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 13. April 2012
"Sei Punkrock. Trink das älteste Getränk aus deinem Kühlschrank auf ex".
So steht die erste Anleitung auf dem schönen bunten Würfelspiel, welches sich in der Pappschachtel neben der neuen DIE ÄRZTE-CD "auch" befindet.
Dieser Anweisung wird natürlich nicht gefolgt. Das älteste Getränk im Kühlfach ist ein tschechisches Bier aus dem Jahr 1991. Wenn ich das trinke falle ich tot um und die Rezension wird nicht beendet. Das Zeug überlebt auch der härteste Punkrocker nicht.
Das Spiel wird wohl für Wirbel sorgen, denn neben regulären Feldern wie "Noch mal würfeln" oder "2 Felder zurück gehen" gibt es auch Aufforderungen wie zum Beispiel in 10 Minuten Essen für einen anderen Mitspieler zu kochen. Ein Bekannter kommentierte das Spiel bereits mit: "100 % besser und spannender als Monopoly."

Beigefügt sind dem "auch"-Spiel drei Kronkorken wo jeweils ein B, ein R oder ein F (was könnte das bloss bedeuten?) drauf prangt. Auf der Rückseite des Spielplans befinden sich alle Texte des neuen Albums sowie verwittert wirkende Fotos von den drei gut aussehenden und rockenden Herren Bela, Farin & Rod aus Berlin (aus Berlin!)
Verwittert wirkt auch die Pappschachtel wo CD und Spiel drin sind: die weißen Stellen sehen schon beim Auspacken etwas fleckig und verranzt aus, so als hätte das Album einige Jahre in einem Second-Hand-Laden sein Dasein in einer etwas schmuddeligen Ecke gefristet (was "in echt" mit so einer Platte natürlich nie passieren wird). DIE ÄRZTE haben sich bei der Verpackung selbst übertroffen. Ich war gespannt ob es noch besser werden kann als bei "Jazz ist anders" (Pizzaschachtel) oder "Unsichtbarer" (hellblaue Plüsch-Tasche). Es IST besser!

Ach ja, warte mal...da ist ja auch noch Musik drin. Hatte ich beinahe übersehen...sechzehn Tracks gibt es dieses Mal, und sie hören sich so homogen wie selten an. Die Songs sind ungefähr gerecht verteilt zwischen den Dreien, bei sechzehn Liedern ist das "ungefähr" angebracht. Dem Vernehmen nach gab es dermassen viel Song-Material, das die Band sich erst mal ein Lied von Jedem ausgesucht hat was auf jeden Fall auf die Scheibe soll, dann noch mal drei und so weiter. Irgendwann stand auf diese Weise die Trackliste.

Song- und stiltechnisch betrachtet sind DIE ÄRZTE open minded und verspielt wie selten zuvor. Neben Schlagzeug Bass Gitarre gibt es sogar vereinzelt Synthies und uff....Geigen (!) zu hören. Die meisten Lieder haben heftige Ohrwurm-Qualitäten. Punk ist die lockere Klammer, von dort aus wird in alle Richtungen experimentiert.

Was mehr denn je vertreten ist: es gibt keine sich selbst schmückende Betroffenheit in den Texten, keine Bekehrungsversuche und keine Welterklärungs-Modelle.
Stattdessen werden Geschichten erzählt die einen bei der Stange halten: Was ist mit dem Tamagotchi aus dem Müll? Welche Folgen hat der Waldspaziergang? Gibt es wirklich etwas besseres als DIE ÄRZTE zu hören? Wird der junge Mann sich eines Tages von seinem "Fiasko" befreien können? Behält der Bett-Magnet letztendlich die Macht?
Farin's "Ist das noch Punkrock" ist ebenfalls ein Lied welches auch aufgrund des Inhalts hängen bleibt. Bei dem stets etwas heiklen Thema wird textlich genau der richtige Ton getroffen. "Miststück" ist wunderbar, auch weil Bela mit seinem Gesang im Refrain in eine etwas fiese Rolle schlüpft. Rod's Ohrwurm "Das finde ich gut" ist ein textliches Mysterium und hört Poltergeist-mässig auf: "Geh einfach ins Licht!" Überhaupt sind Rod's Lieder dieses Mal stark ausgefallen - nur schade das "Quadrophenia" auf der B-Seite der ersten Single gelandet ist - es wäre einer der besten Tracks dieses Albums.

Nicht zuletzt durch den Track "TCR" bei dem gleich mehrere Stilrichtungen flott aus dem Ärmel geschüttelt werden ist zu merken mit welcher Kompositions- und Spielfreude DIE ÄRZTE bei "auch" ans Werk gegangen sind. Spannend wird es sein welche Lieder als Single veröffentlicht werden. Im Grunde genommen ist jeder Beitrag ein Kandidat.

Die Vorfreude auf die bereits beinahe komplett ausverkauften Konzerte und Festivals im Sommer ist nun noch größer geworden. DIE ÄRZTE haben mal wieder ein hervorragendes Album am Start. Mal sehen ob sie auch der angekündigten Pause zurück kommen und uns noch ein paar tolle Alben servieren werden... :o)
2323 Kommentare147 von 175 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 13. April 2012
I have got to be among Die Aerzte's biggest American fans; I've been waiting for this album for what feels like eons. The first day the songs became available, I listened to all of them non-stop for several hours! It was probably unhealthy for me to do so, but I wanted to fully digest and experience the album. And I'm so glad I did!

Unlike previous albums, I didn't leave this album feeling like there were only a few songs that stood out. With Jazz ist Anders, I really only loved a couple of songs. This album, though, is pretty consistently great. I prefer some songs to others, of course, but there is not a single song on this album without redeemable qualities. So it may not be the best album ever (hard to beat albums like "13" and "Planet Punk", but I think it's very well-balanced. The sounds are fairly diverse too, from rock/metal to disco and pop.

All in all, I couldn't be much happier! I can't wait to see them live this summer (I'm flying to Germany to see them!).
99 Kommentare85 von 101 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 10. Juni 2012
Mit mäßigen Erwartungen habe ich mir 'auch' von den 'Ärzten' gekauft. Nach dem ich die CD das erste mal gehört habe, musste ich mir einreden, dass es eine gute CD ist. Beim zweiten mal, war ich der Meinung, dass Sie mir überhaupt nicht gefällt. Ich habe mir erst einmal wieder 'Jazz ist anders' angehört, mit den Liedern welche mir so gut gefallen, wie die Single 'Junge' und den phänomenalen Liedern wie 'Himmelblau, Living Hell'.
Ja, ich war beleidigt ich konnte mir nicht vorstellen das nach 'Jazz ist anders' etwas gleichwertiges oder gar besseres kommt.
Dann bin ich Neugierig wie ich bin auf 'bademeister.com- gegangen und zufällig bin ich auf die Animation zu 'Captain Metal' gestoßen. Ich! Der neben den 'Ärzten' immer noch Fan von 'Accept' den 'Scorpions' und der kanadischen Metal Queen 'Lee Aaron' ist, hat der Text wie die Musik voll den Nagel auf den Kopf getroffen .Darauf habe ich mir 'auch' mit kleinen Vorteilen für 'Captain Metal' immer wieder angehört und dann ging es Schlag auf Schlag ein Lied nach dem anderen wurde zu meinem Ohrwurm. Dabei sticht neben 'Captain Metal' noch besonders das Lied 'Miststück' hervor. Die Melodie klinnkt so herrlich leicht dahin gespielt und der Text ist einfach genial. 'Im Bad liegen noch ein zwei Tampons........ ich bewahre sie auf fallst Du sie noch mal brauchst.........Du schlägst zu man sieht Dir schmeckts, danach vielleicht noch ein bisschen Sex.'
Fast schon schade das die Eindeutigkeit des Textes jegliche Spekulation unterbindet, ob es sich um benutzte oder unbenutzte Tampons handelt. Egal welches Lied man zuletzt gehört hat wenn man auf dem Weg vom Auto zur Wohnung oder Arbeit oder in der Arbeit es ist ein Ohrwurm über Stunden. Also alles im allem ist 'auch' eine CD die richtig viel Spaaaß bringt.
0Kommentar2 von 2 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 16. Januar 2013
Über die Ausrichtung der Band kann man streiten und die Titel treffen nicht mehr die gesamte Fangemeinde, doch die Vinylfassung bedient die traditionellen Sammler dieser Gruppe vorbildlich. Die Doppel LP ist in dickem Vinyl gefertigt und ist sehr viel leiser als die CD und MP3 Fassung. Der Bass ist etwas mehr im Hintergrund, was diesem Album aber für meinem Geschmack sehr gut bekommt. Leider sind die Produktionsfehler bei der Abmischung von M&F beim Vinyl noch deutlicher zu hören als bei der CD Fassung. Dies ist allerdings auch der einzige Track der mir negativ aufgefallen ist. Insgesamt ist die Produktion Ärtzetypisch gut bis sehr gut.
Die Doppel LP wird in einem ansprechendem Karton geliefert. Die CD liegt bei und stellt die Drehscheibe für das mit enthaltene Spiel dar. Jeder Vinylhörer wird sich über den Umgang mit dem unbegreiflichen digitalen Medium erfreuen und hat somit die Chance seinen verschämt versteckten iPod mit diesem Werk zu betanken.
So muss Vinyl. Vinyljunkies werden vorbildlich behandelt. Deshalb 5 Sterne für dieses Album.
0Kommentar2 von 2 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
TOP 500 REZENSENTam 20. April 2012
Ich selbst mag DIE ÄRZTE seit 1986, und wie für hunderttausende Anderer auch ist diese Band für mich eine regelrechte Konstante im Musikgeschmack. Genau deswegen fällt es schwer, AUCH irgendwie einordnen und beurteilen zu können... gerade weil diese Band seit so vielen Jahren Songs geschrieben hat, die restlos jeder kennt, tut man sich mit neuem Material immer schwer - dies haben DIE ÄRZTE definitiv mit den häufig im gleichen Atemzug genannten Die Toten Hosen gemeinsam.

AUCH ist allerdings ohne Diskussion eines: nämlich unverkennbar ein Album von DIE ÄRZTE.
Wer gerade die letzten Veröffentlichungen dieser Band (sagen wir spätestens seit "13") kennt weis, dass sich DIE ÄRZTE kaum in ein Raster pressen lassen und viele verschiedene Stile und Genres verwursten.

Letztlich zeichnen sich die DIE ÄRZTE Veröffentlichungen, gerade in den letzten 15 Jahren, weniger durch einen klar erkennbaren Musikstil aus, als mehr oder weniger durch eine ganz besondere Stimmung, welche eben typisch DIE ÄRZTE ist und trotz zahlreicher - häufig extrem peinlicher und stets gescheiterten - Versuchen bislang von keiner anderen Band kopiert werden konnte.

Diese Stimmung, dieses ganz eigene DIE ÄRZTE Flair, ist bei AUCH ohne Wenn und Aber vorhanden. Den ganz speziellen Humor und das Augenzwinkernde, welches man erwartet, findet sich hier also unproblematisch wieder - und DIE ÄRZTE ließen sich nie lediglich auf Gassenhauer wie "Westerland" oder "Schundersong" (oder gar "Männer sind Schweine"...) reduziert. Wer aber nur Songs in diesem Stil von AUCH erwartet (oder schlichtweg ein Album, welches sich ins Genre "Funpunk" einordnen lässt, welches für DIE ÄRZTE seit Jahrzehnten viel zu eng geworden ist...) wird mit diesem Album womöglich wenig glücklich werden.

Insofern ist AUCH, genau wie "Jazz ist anders", eben ein Album, welches sich nur schwer einordnen lässt. Bislang würde ich, nach drei Tagen des Hörens, AUCH nun nicht zu den völligen Highlights des Schaffens von DIE ÄRZTE zählen, aber das Album weis zu gefallen. Als erstes Fazit denke ich, dass Farins Lieder - wie üblich - gut gelungen sind und eben am ehesten dem entsprechen, was man unter den klassischen DIE ÄRZTE Songs versteht. Weiterhin muss ist feststellen, dass Rod allerdings auf diesem Album mit seinen Songs etwas schwächelt, und Bela es einmal mehr schafft, die irgendwie denkwürdigsten und markantesten Lieder zu schreiben. Bei DIE ÄRZTE machte es immer die Mischung, und diese ist einmal mehr gewahrt!

Alles in allem: DIE ÄRZTE sind und bleiben ein Fall für sich, und letztlich eine Band, welche man stilistisch nur sehr schwer mit einer anderen vergleichen kann. Insofern ist es schwer, dieses Album wirklich objektiv zu beurteilen. Ihre Alben haben ein ganz eigenes Flair und einen ganz eigenen Stil, und wer den mag, sollte auch mit AUCH zufrieden sein. Wie gesagt erkenne ich bislang nicht, dass AUCH eines Tages als der Höhepunkt des DIE ÄRZTE Backkatalogs gefeiert werden wird, was dieses Album allerdings keineswegs zu einem schlechten Album macht. Ich hatte jedenfalls einmal mehr viel Spaß beim Hören und finde, DIE ÄRZTE haben unterm Strich mal wieder ein feines Album mit all ihren ganz eigenen Trademarks abgeliefert.

Insgesamt ein Album, welches ich nach den ersten circa 10 Durchläufen als rundherum "gut!" bezeichnen möchte.
0Kommentar1 von 1 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
TOP 1000 REZENSENTam 29. Mai 2012
Dass Ärzte-Alben immer ein wenig Zeit brauchen, bis sie dem Zuhörer gefallen, ist weder eine Neu- noch eine Seltenheit. Aber dieses Album hat im Vergleich zu seinen Vorgängern fast drei Monate gebraucht, um bei mir einen halbwegs vernünftigen Eindruck zu hinterlassen. Wäre ich nach einer Woche aufgefordert worden, eine Rezension zu diesem Album zu schreiben, hätte ich ihm wahrscheinlich nur zwei Sterne gegeben. (Wobei die Idee, der Verpackung ein Spiel mit auf die drei Bandmitglieder zugeschnittenen Spielfiguren beizulegen, schon fast unverschämt gut ist. Erwartet uns beim nächsten Album eine Spielkonsole als Beilage?)

(1) Ist das noch Punkrock? - Farin
Die Opener der letzten Alben waren allesamt nicht mehr unbedingt der Renner, aber in meinen Augen noch durchschnittlich gut. Dieser Song reiht sich in diese Kette ein. Schnelle und laute Strophen wechseln sich hier mit einem Refrain ab, der manchmal leider wie eine Bremse wirkt, was zum Glück nicht von allzu langer Dauer ist. Ob die Ärzte noch Punkrock sind, wird aber jeder Zuhörer für sich entscheiden müssen.
Bewertung: 4/5 Pommesgabeln

(2) Bettmagnet - Bela
Wenn Farin den Opener übernimmt, muss ein Bela B. natürlich sofort nachlegen. Im Gegensatz zu "Jazz ist anders" geht der Titel hier allerdings wieder an Farin. Obwohl Bela textlich gesehen hier bereits seinen Höhepunkt verpulvert, lassen sich bereits einige Schwächen erkennen. Dieser Song wäre auf einem seiner Soloalben besser aufgehoben.
Bewertung: 4/5 Pommesgabeln

(3) Sohn der Leere - Rod
Der dritte Song gehört - wie schon bei "Jazz ist anders" - Rod. Rein musikalisch hat er es natürlich drauf und übertrifft seine beiden Kumpanen nicht selten um Längen. Aber textlich offenbart auch er hier einige Schwächen. Manche Stellen dieses Songs wirken so, als ob Rod es hier nur darauf angekommen wäre, irgendeinen Reim zu erstellen. Das ist schade, denn aus diesem Thema kann man viel mehr herausholen.
Bewertung: 4/5 Pommesgabeln

(4) TCR - Farin
Dieser Song ist so etwas wie eine Mischung verschiedener Genres. Dies kann als Pluspunkt gewählt werden, aber ich finde, dass es ruhig etwas weniger hätte sein dürfen. Der Song wirkt, als wäre er aus vier verschiedenen Liedern zusammengebastelt worden und wird am Ende leider stark in die Länge gezogen, was den Gesamteindruck doch etwas geschmälert hat.
Bewertung: 4/5 Pommesgabeln

(5) Das darfst du - Bela
Hier gibt sich Bela wieder einmal die Ehre, die Zuhörer zum Handeln zu bewegen. Dieses Thema ist in meinen Augen absolut nichts Neues mehr und wurde in der Vergangenheit viel besser interpretiert. Da ist es kein Wunder, dass dieser Song es nicht mit Stücken wie "Deine Schuld" oder "Rebell" aufnehmen kann. Die musikalische Führung ist leider auch ziemlich flau.
Bewertung: 3/5 Pommesgabeln

(6) Tamagotchi - Belafarinrod
Und hiermit wären wir dann beim ersten Song, der von mir die volle Punktzahl bekommt. Hierbei handelt es sich übrigens um einen gemeinsamen Song aller Bandmitglieder. Anfangs dachte ich, wie langsam denn bitte die Uhren von Bela, Farin und Rod laufen müssen, dass sie erst 2012 einen Song über einen Tamagotchi machen. Aber es wird schnell deutlich, dass es hier darauf ankam, das Verfallsdatum gewisser Hypes zu thematisieren. Das ist Rod voll und ganz gelungen. Vor allem gesanglich hat er hier eine ordentliche Schippe draufgelegt.
Bewertung: 5/5 Pommesgabeln

(7) M&F - Farin
Ich glaube, jeder hätte vorhersagen können, dass dieser Song mal zur Single wird, da er die Radios mit seiner kommerziellen Art praktisch anlächelt. Und wie wir mittlerweile wissen, ist es genau so gekommen. Ein altbekanntes Thema, das Farin souverän und textlich wie immer gut vorträgt - nicht mehr und nicht weniger.
Bewertung: 4/5 Pommesgabeln

(8) Freundschaft ist Kunst - Bela
Hier fängt Bela leider damit an, textlich dermaßen abzubauen, dass man meint, er hätte heimlich das Genre gewechselt und schreibt nun Kinderlieder. Das hier aufgefasste Thema bietet nun wirklich sehr viele Facetten. Und was macht Bela? Der reduziert es auf ein "Ich hänge jetzt mit Künstlern rum!". Der Song fängt gar nicht mal so schlecht an, wandelt sich am Ende aber leider in ein Lied ohne Idee und Konzept.
Bewertung: 2/5 Pommesgabeln

(9) Angekumpelt - Farin / Rod
Auch wenn Rod es hier eher humorvoll meint, singt er vielen Fans sicher aus der Seele. Jeder kennt bestimmt mindestens einen Menschen, mit dem er nicht unbedingt befreundet sein möchte - egal, wie die Konditionen stehen. Obwohl Rod im Vergleich zu "Tamagotchi" gesanglich wieder ein wenig nachlässt, konnte mich dieser Song voll und ganz und vor allem textlich überzeugen.
Bewertung: 5/5 Pommesgabeln

(10) Waldspaziergang mit Folgen - Farin
Für mich handelt es sich hierbei um das dritte Highlight des Albums. Es wirkt so, als könnten Bela und Rod machen, was sie wollen - sie können Farin textlich gesehen einfach nicht überbieten. Hier zeigt er einmal mehr, dass er Texte schreiben kann, die sowohl humorvoll als auch warnend angesehen werden können. Die hier aufgenommene Kritik kommt vor allem am Ende des Songs zur Geltung. Der hohe Gesang erinnert dabei allerdings eher an Sebastian Krumbiegel, den Sänger der Prinzen.
Bewertung: 5/5 Pommesgabeln

(11) Fiasko - Farin
Nomen est omen? Falsch! Beim ersten Durchlauf fand ich es sehr befremdlich, dass die erste Strophe aus nur einem Vers bestand, aber mittlerweile kann man diesen Umstand sogar als rhetorisches Mittel durchgehen lassen, da das lyrische Ich hier versucht, seiner inneren Verwirrung Herr zu werden, was allerdings in einem Fiasko endet. Das würzt Farin endlich mal wieder mit ein paar lockeren Fremdworten, die seit dem Release sicher schon zur Genüge nachgeschlagen wurden.
Bewertung: 4/5 Pommesgabeln

(12) Miststück - Bela
Habe ich schon erwähnt, dass Bela es mit Texten auf diesem Album nicht besonders hat? Ja, aber das hier ist leider ein peinlicher Beweis dafür, dass man lyrische Einfälle nicht erzwingen kann. Aber genau so wirken manche Verse, die Bela dem Zuhörer auf diesem Album zumutet: Erzwungen und im Vergleich zu vielen früheren Liedern absolut unglaubwürdig. Rein musikalisch ist der Song relativ souverän, allerdings ist der Refrain sehr schwach ausgefallen. Ein Vers wie "Du bist nichts wert, du altes Pferd!" ist wirklich hart an der Schmerzgrenze.
Bewertung: 2/5 Pommesgabeln

(13) Das finde ich gut - Rod
Es hätte mich auch gewundert, wenn Rod auf diesem Album nicht mindestens eine Ballade zum Besten gegeben hätte. Leider wirkt dieser Song musikalisch stellenweise wie eine freche Kopie des halben Lovesongs. Hier kommen Emotionen und Glaubwürdigkeit leider nicht vollständig herüber. Man vergisst leider ziemlich schnell, dass es einen Song wie "Das finde ich gut" auf diesem Album gibt.
Bewertung: 2/5 Pommesgabeln

(14) Cpt. Metal - Farin
Wieder einmal wird das Thema von "Unrockbar" aufgegriffen. Dieser Song wurde von sehr vielen Kritikern und Rezensenten bisher als das ultimative Highlight des gesamten Albums herausgestellt. Ich kann dem zwar nicht direkt beipflichten, muss aber sagen, dass es sich auf jeden Fall um einen gelungenen Song handelt.
Bewertung: 4/5 Pommesgabeln

(15) Die Hard - Rod
Ist es ein Zufall, dass Rod neben Farin bei mir auf diesem Album am besten abschneidet? Oder ist er mittlerweile wirklich zu einer dermaßen festen Größe geworden, die nicht mehr aus dem legendären Trio wegzudenken ist? Leider wirkt er für viele Fans immer noch wie ein Fremdkörper in dieser Band, dabei bringt er längst seinen eigenen Stil in die Musik von Belafarinrod. Hier wird textlich zwar nur Magerkost geboten, aber irgendwie kann das Endergebnis doch sehr überzeugen.
Bewertung: 4/5 Pommesgabeln

(16) zeiDverschwÄndung - Bela
Sorry, Bela, aber selten war ein Songtitel dermaßen passend wie hier. Ich weiß, dass ich bestimmt einigen Fans auf den Schlips trete, aber wenn man Belas Songs aus dem Album schmeißen würde, könnte es bei mir locker einen Punkt besser dastehen. Hier ist es textlich zwar wieder einigermaßen annehmbar, aber als erste Single ist dieser Song meiner Meinung nach vollkommen deplatziert. Selbst die gehörige und sonst so überzeugende Portion Selbstironie mag nicht mehr so fruchten wie früher.
Bewertung: 3/5 Pommesgabeln
0Kommentar9 von 11 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 14. April 2012
Die Ärzte - das waren die Helden meiner Jugend. Das war die Band, bei der Anarchie in Texten, Musik und Habitus herrschte und die ihr Dasein als deutsche Superstars mit übersteigert-selbstironischen Sprüchen wieder auf eine sympathische Ebene herunterquatschten. Songs, die man auch nach 15 Jahren noch auswendig kann. Songs, die einem über Teenagertrennungen hinweghelfen konnten.
Man wird älter, und Die Ärzte auch. Man entwickelt einen differenzierteren Musikgeschmack, aber irgendwie kommt man auf Parties doch wieder auf "Meine Ex(plodierte Freundin)" oder "Zu Spät" zurück. Live würde man diese Band auch auf jeder Tour nicht verpassen wollen.
Nur mit den Tonträgern ist das so eine Sache... nach der unglaublichen "13" fing es schon an: da waren zwar noch Witz, Charme und Experimentierfreudigkeit, aber irgendwie war eben auch alles schon mal dagewesen. Alles gab's von dieser Band bereits früher: Bessere Songs gegen Nazis, bessere Songs über Frauen, bessere Songs über Trennungen. Es blieben Alben, auf denen man eben nicht wie früher jeden einzelnen Song gut fand. Es kam ein Doppelalbum, auf dem die Schwächen Rodrigo Gonzalez' deutlich wurden: ein hervorragender Musiker, ein miserabler Texter. Es wurde klar, dass Farin Urlaub mit seinem Racing Team mehr rockte, als mit seiner Hauptband. Es kamen Soloalben von Bela B. heraus, die eigentlich nur sein Image zum Thema hatten und musikalisch... nunja, eher mäßig waren sie jedenfalls.
Und "auch" passt insofern in diese Linie: das Album hat einen großartigen Opener, geht schon mäßig weiter, verliert sich im Schlager, wenn Rodrigo singen darf, bietet Bela Gelegenheit zur Imagepflege und beißt nur noch selten so richtig. Musikalisch ist das alles nicht schlecht, es hat auch einige Highlights.

Bin nur ich älter geworden oder Die Ärzte belangloser? Ich habe keine Antwort auf diese Frage. Mit "Cpt. Metal" hat Farin Urlaub mich dann wieder versöhnt, aber wenn von 16 Songs nur ca. die Hälfte so klingt, als würde ich sie noch einmal hören wollen, dann bleiben mir die Typen zwar sympathisch. Nur gilt jetzt wirklich, was früher selbstironisch gesagt wurde: "Früher waren die viel punkiger!" - "Früher waren Die Ärzte viel besser!" - "Die sind zu Berufsjugendlichen geworden!"
1414 Kommentare101 von 126 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 18. Mai 2012
Ach ja...wie herrlich, ehrlich, zynisch, ironisch die beste Band der Welt mal wieder ans Werk geht, ist einfach nur Tränen in die Augen schießend. Als ich das Album das erste mal in meinen, vor Freude verschwitzten Händen hielt, war die Spannung kaum auszuhalten. Kaum war die uralt anmutende Verpackung geöffnet, bestaunte ich die Idee hinter diesem Konzept. Ein Die Ärzte-Spiel? Das hatte es noch nie gegeben! Neben unlösbaren und auch peinlichen Aufgaben, sind die Bierdeckel ein geniales Gimmick bei ausgelassenen Feiern in geselliger Runde (abgesehen davon, dass diese nicht nur für das Spiel eingesetzt werden können). Doch da gibt es ja auch noch was auf die Ohren: ist die CD erstmal in den staubigen Player gelegt und die Taste "Play" gedrückt, hört man seltsame Klänge, die doch ein wenig an "Geräusch" erinnern. Super! Beim ersten mal hören habe ich doch kurz an dem sonst so ausdauernden Talent der drei Spaßvögel gezweifelt. Doch schon beim zweiten mal hören, änderte sich diese Ansicht schnell und ich liebte das Album! Jetzt bleibt nur noch die Frage offen, welches dieser vielfältigen Kompositionen wohl auf den Konzerten als Opener verwendet werden soll. Meiner Meinung nach sind so gut wie alle geeignet. Richtig ist wohl, dass sich der Stil der drei im Laufe der Jahre geändert hat. Aber mal ehrlich: werden wir nicht alle irgendwann älter?
Fazit: Die Ärzte haben sich mal wieder einen Paukenschlag erlaubt und mit der Verpackung einen noch nie zuvor gesehenen kreativen Einfall realisiert. Absolut genial!
Mein Tipp: Cpt. Metal schön laut aufdrehen und den Nachbarn ein bisschen guten Musikgeschmack beibringen! ;)
Viel Spaß!
0Kommentar1 von 1 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 31. Mai 2012
Ich habe mir voller Vorfreude das neue Die Ärzte-Album mit dem interessanten Titel "auch" bestellt und wurde nicht enttäuscht: 16 neue, erfrischende und tanzbare Songs erwarten den Hörer. Wie immer ist das ganze kreativ und abwechselungsreich gestaltet, sowohl inhaltlich, als auch musikalisch. Der bekannte und immer wieder amüsante DÄ-Humor ist ebenfalls vertreten. Mal singt Bela, mal Farin, mal Rod und immer klingt es gut. Das Album bietet für anspruchsvolle Musikhörer mehr als nur einen Ohrwurm, so sind meine persönlichen Perlen bisher "TCR", "M&F", "Waldspaziergang mit Folgen", "Fiasko" und "Die hard". Einziges Manko ist, dass ich den Eindruck habe, dass das Album gefühlt viel zu schnell durchgehört ist.
Dafür macht aber die Aufmachung der Verpackung einiges her! Die ist nicht nur sehr bunt gehalten, sondern auch da hat man sich wieder etwas Ausgefallenes einfallen lassen: Farbige Bierdeckel liegen bei, die als Spielsteine für ein "Glücksrad"-Tischspiel, auf dessen Rückseite alle Songtexte abgedruckt sind, dienen. Damit kann man sicherlich einen wunderbar amüsanten Partyabend verbringen!
Auch mit dem Album "auch" haben die Ärzte also wieder gekonnt bewiesen, dass sie immer wieder aufs Neue für positive Überraschungen gut sind! Die Ärzte-Fans können zufrieden sein, aber auch alle anderen mit guten Musikgeschmack dürften dem Album jede Menge Spaß abgewinnen. Insgesamt: Empfehlenswert!
22 Kommentare1 von 1 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden

Haben sich auch diese Artikel angesehen

15,09 €