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Kundenrezensionen

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Vorweg: Ich, ein bekennender Stones-Fan, der im Vorfeld (wie wohl viele andere auch) bereits Mr. Richards Autobiographie LIFE gelesen hat, kann durchaus guten Gewissens sagen, dass ich weder mit Mick Jagger noch Keith Richards sympathisiere. Zwar würde auch ich (danke für die brilliante Einführung) - müsste ich mich spontan dafür entscheiden - eher mit Keith als mit Mick einen Abend verbringen wollen, um ihn mit Fragen auszuquetschen, dennoch betrachte ich die Stones in erster Linie immer im Gesamtkontext. Und ja: Wenn mir die (utopische) Wahl überhaupt zustände, so würde ich am allerliebsten einen Charlie Watts interviewen und befragen... So gesehen ist mir also weder Keith noch Mick wirklich "näher" (im übertragen gemeinten Sinn freilich). Und somit hat Sympathie o.ä. überhaupt nichts damit zu tun, dass ich diesen Schmöker als schwächer einstufen würde als eben vergleichsweise Keith Autobiographie namens LIFE...

Und darin liegt auch schon der vielzitierte Hund begraben: LIFE ist eben eine Autobiografie, wohingegen vorliegendes Werk aus der Feder eines "Fremdautoren" stammt (ich hoffe, man versteht mich richtig!). Zwar ist - vor allem die Kinder- und Jugendzeit Jaggers betreffend - offensichtlich gut recherchiert worden, dennoch ist mir der gesamte Schmöker (vor allem ab dem vorderen Mittelteil) insgesamt mit zu vielen spekulativen Äußerungen behaftet. Freilich: Es mag mühsam und schwer sein, eine halbwegs interessante und lesefreunldiche Rockstarbio zus schaffen, wenn man den Hauptprotagonisten lediglich zitieren darf und bestenfalls auf 10 Jahre alte Interviews zurückgreifen muss, um Sir Mick Jagger einmal zu Wort kommen lassen zu können. Mir ist schon klar, dass man da die eine oder andere Frage und/oder eben Spekulation miteinbauen muss, um Leser bei der Stange zu halten. Dennoch sind die auffällig häufig verwendeten Antithesen zu Mr. Richards LIFE nach einiger Zeit anödend (obwohl's zunächst einmal prickelnd erscheint sich diesen überhaupt erst zu stellen). Denn: Es ist eben nicht Mick J. höchstpersönlich, der hier Rede und Antwort steht. Und so sehr sich ein Marc Spitz - wohl ein glühender MJ-Verehrer - auch um Authentizität zum einen und (wenigstens geheuchelter) Objektivität zum anderen bemüht - er kann diesen heiklen Drahtseilakt eigentlich nur verlieren...

Kurzum: Die Beleuchtung der Kinder- und Jugendtage ist alles in allem gut gelungen. Insgesamt ist das Buch auch gut und flüssig geschrieben. Dennoch sind speziell die Mick-Keith-Fragen und Theorien über die Person Mick Jagger nur sehr unbefriedigend beantwortet worden; und wenn, dann wirkt alles ziemlich an den Haaren herbeigezogen...

Die Hauptinformationsquelle für vorliegendes Werk dürfte größtenteils wohl tatsächlich LIFE (Anm.: Keith R. Autobiographie) gewesen sein. Denn größtenteils beschäftigt sich Marc Spitz damit, Anspielungen, die darin auf Mick Jagger gemacht wurden, in ein neues Licht zu rücken...

Insgesamt bleibt diese Biographie nicht mehr als eine Art von einem Fan durchfgeführte Imagepolitur. Und ganz ehrlich: Wenn man schon mit nicht handfesten Thesen arbeitet, dann sollte man sich viell. mit interessanteren Dingen befassen, als mit Mick J. Schauspielerkarriere, dessen Techtelmechtel und Beiträge zur Gesallschaftsentwicklung in den letzten 50 Jahren.
Oder um es noch konkreter in Worte zu fassen: Die ständigen Mick-Keith-Vergleiche, das genaue (spekulative) Eingehen auf mögliche Ursachen für das Scheitern sämtlicher Beziehungen sowie das ebenso spekulative Auslegen vom Tun und Nicht-Tun eines M. Jagger in diversen Situationen (z.B. (sinngemäß) Wie wäre Jagger von Fans und Etablishment aufgenommen worden, hätte er auf den Ritterschlag verzichtet?) machen den eingesessenen Stones-Fan eher mürbe denn neugierig. Wenigstens mir selbst ist es teils so ergangen.

Wenn man gemein sein will, könnte man diesbez. Micks Grimasse am Frontcover auch als Gähnen auslegen, das uns so viel verrät wie: Kauft diese öde Biographie nicht, wartet lieber auf die nächste, von mir autorisierte...

Fraglich ist halt, wann und ob es denn überhaupt jemals eine echte Jagger-Autobiographie geben wird. Derzeit sieht es jedenfalls nicht danach aus... Schade natürlich.

Fazit: Marc Spitz ist mit diesem Werk ein ordentlich recherchiertes, gut strukturiertes und durchwegs lesenswertes Beiwerk gelungen, das uns die Welt des Jet-Set und Neuadels teils ein wenig näher führt (dafür kann man allerdings DIE BUNTE ebensogut heranziehen ;)) und das Gesamtbild der Rolling Stones im Allgemeinen ein wenig abrundet.
Letztlich aber überwiegt (leider) der fahle Beigeschmack des bereits Bekannten, für den Fan eher wenig Interessanten Image-Aufbessern-Wollens gegenüber einiger nicht so positiver Bemerkungen Keith' in dessen Biographie (der sich ab und zu aber durchaus auch mal positiv über seinen "Bruder" geäußert hat!).

Ehrlich gesagt weiß ich jetzt nicht wesentlich mehr über Mick Jagger, als zu jenem Zeitpunkt, als ich noch auf Seite 1 des Schmökers war. So gesehen hat diese gut gemeinte Glam-Rock-Biographie ihr Ziel ein wenig verfehlt. Dennoch bereue ich es (trotz ausführlicher Kritik meinerseits) auch nicht wirklich, sie gelesen zu haben. Phasenweise wurden teils interessante Punkte bez. anderer Bands und Musiker angesprochen (z.B. Guns 'n' Roses, The Red Devils u.a.). Auch die Vielfältigkeit der Beleuchtungsversuche des Autors in versch. Fragen sollte man lobend erwähnen.

Gesamtresümee: Gut recherchiert, anschaulich formuliert, mit Herzblut gemacht; aber großteils leider an all dem vorbei, was mich (persönlich) als Stones-Fan näher interessiert hätte. Macht aus meiner Sicht schwache 3 STERNE!

P.S. Ich rechne mal damit, dass uns ein Mick Jagger bestimmt (mindestens) bis zu seinem 80er warten lässt, bis er endlich mit einer Autobiographie rausrückt.

Weitere Anmerkung: Der Untertitel "Rebell & Rockstar" passt letztlich eigentlich gar nicht so schlecht zu diesem Buch. Um den Stones-Frontman & (einfachen) Menschen Jagger geht es hingegen weniger. Fans und Interessierte, die womöglich auch Keith' LIFE gelesen haben, können sich diese Bio ruhig zu Gemüte führen, eine unbedingte Kaufempfehlung möchte ich dafür jedoch nicht aussprechen! Solala...

Oder: Eine mit Liebe gemachte Rockstar-Biographie, die dem Mythos Mick Jagger oberflächlich wohl gerecht wird, für den Fan am Ende aber zu vieles unbeleuchtet und offen lässt!
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am 12. März 2013
Liest sich der Anfang noch spannend, kann der Autor die von ihm selbst dort aufgerissenen Fragen später doch nicht beantworten, nichtmal in offen bleibender These - was daran liegen mag, dass er offenkundig keinerlei persönlichen Kontakt zum "Gegenstand seiner Untersuchung" hatte. So wird dieser x-te (zwangsläufige) Rückblick auf die Geschichte(n) der Stones - unter lediglicher Fokussierung ihres Sänger-Weltstars - immer dann dröge, wenn sich die Einblicke in dessen Gemüt und möglichen Intentionen auf Vermutungen des Autors stützen müssen. Und das ist immer dann der Fall, wenn das zwangsläufig x-mal Gehörte und Gelesene spannend zu werden droht. So bleibt das eine Bio aus mehr oder minder hibbeliger Sicht eines Fans, der sich auf die Zehenspitzen stellt, um übern Zaun zu gucken. So kritisch sich der Autor teilweise geben möchte - er hat einfach nichts zum Draufbeißen - zumindest keine Informationen über Jagger, die man nicht auch anderswo nachlesen könnte (ob die nun stimmen oder weniger). Wer sich für die Band des hier nur oberflächlich und bekannt Beschriebenen interessiert - insbesondere für die Musik und deren Hintergründe und Entstehungskontexte, lese lieber die (zudem hervorragend geschriebene) Autobio des Gitarristen - Keith Richards' "Life". Die als Bio einer ganzen Ära - über die Stones hinaus - durchgehen darf. Nix für ungut - aber außer Wiederkäu war bei Marc Spitz nicht viel zu finden. Zumindest kein neuer Gedanke, kein innovativer Aspekt.
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Der amerikanische Musikjournalist Marc Spitz hat eine Mick Jagger Biografie verfasst, die ich sicher wohlgesinnter beurteilen würde, wenn ich vorher nicht den dicken Wälzer von Philip Norman „Mick Jagger. Die Biographie“ und die Autobiographie „Life“ von Keith Richards gelesen hätte. Aber da sich unser Gehirn Vergleiche nicht verbieten lässt, schlichen sie sich während der Lektüre dieses Buches immer wieder ein. Das Resultat: Marc Spitz schreibt kaum etwas, das mir neu gewesen wäre. Denn weil er keinen persönlichen Zugang zum Frontman der Rolling Stones hat, muss er sich mit Quellen begnügen, die bereits von anderen Biografen ausgeschlachtet wurden.

Nach dem Prolog und den Beschreibungen von Jaggers Kindheits- und Jugendjahren dachte ich noch, Marc Spitz könne mit dem Buch von Philip Norman mithalten. Aber das erwies sich vor allem dann als Fehleinschätzung, wenn sich Spitz dazu getrieben fühlt, Aussagen von Keith Richards zu kommentieren und Informationslücken mit Spekulationen zu füllen. Und das macht er nach dem starken Auftakt leider immer häufiger.

Dem Autor einer Biographie ein Kompliment für die Gestaltung seines Buches und die schönen Bilder zu machen, ist so etwas wie die Höchststrafe. Aber es ist nun mal das, was mir geblieben ist. Den meisten Fans der Stones und von Mick Jagger wird das jedoch verständlicherweise zu wenig sein, da in ihren Büchergestellen bestimmt einige Bildbände über diese Band stehen. Und obwohl ein schönes Layout den Lesespass erhöht, ist dieser Mehrwert bei einer Biographie zu klein, um damit wirklich punkten zu können.

Obwohl ich mich bei der Frage „Richards oder Jagger?“ klar auf die Seite von Keith schlage, hatte ich eigentlich nie das Gefühl, der Sänger der Rolling Stones müsse von mir aus dem Reich des Bösen befreit werden. Mich befremdete deshalb bei der Lektüre, wie vehement sich Marc Spitz darum bemüht, Mick Jagger ein besseres Image zu geben. Zumal er als Musikjournalist doch weiß, wie die Gesetze seiner Branche lauten und dass es ohne Bösewichte keine guten Storys gibt. Jedenfalls nehme ich nach all dem Gelesenen und Gehörten nicht an, Mick Jagger würde unter dem Bild leiden, das Marc Spitz zu korrigieren versucht.

Mein Fazit: Die definitive Biographie Mick Jaggers wurde noch nicht geschrieben, obwohl der Verlag von Philip Normans Version diese dämliche Behauptung auf die Rückseite des Covers druckte. Aber da sich Marc Spitz bei seinen intensiven Recherchen ebenfalls auf bekanntes Quellenmaterial stützte, stört mich auch die Behauptung seines Verlags, wer das Phänomen Jagger verstehen wolle, müsse das Buch von Marc Spitz lesen.
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am 19. April 2014
so wie man es sich Wünscht!
Was will Mann den mehr *g*, würde auf jeden fall wieder bei diesem Verkäufer zuschlagen wenn sich die Möglichkeit ergibt.
Alles in allem "Daumen hoch" so muß Amazon Shopping laufen!
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am 22. März 2013
Abenteuerlich ,abwechslungsreich und interessant.Ein Buch für Erwachsenen,zum Nachahmen nicht empfohlen.Für die ,die in dieser Zeit nicht erwachsen oder nicht auf Erden weilten,ein Buch der Zeit aus Sicht der damaligen Jugend
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am 17. April 2012
Meiner Meinung nach ist das Buch zu oberflächlich, von ein paar Highlights abgesehen. Nett geschrieben, sicher, aber mir riesigen Lücken zwischen den Jahrzehnten. Spitz hat sich nur die die größten Ereignisse herausgesucht und diese kommentiert. Sollte es nicht so sein, dass man Jagger nach der Lektüre dieses Buches besser kennt? Ich finde das dem nicht so ist. Obwohl Spitz scheinbar mehrmals Jagger interviewt hat. Von daher ein enttäuschendes Ergebnis. Bis auf wenige Ereignisse wird vieles nur am Rande angerissen. Schade. Mit Life kann man das Buch natürlich sowieso nicht vergleichen, klar. Mein Tip, warten bis es das Buch billig gebraucht gibt. Schade um die vertane Chance.
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am 11. April 2012
Es ist nicht der Anti-Richards den Marc Spitz hier geschrieben hat. Spitz schafft es ein kluges humvolles und profundes Buch über Mick Jagger zu schreiben. Die Persönlichkeit Mick Jaggers gänzlich einzufangen, diesen Versuch unternimmt Spitz erst garnicht. Er beschränkt sich auf einige grundlegende Änderungen im Verhalten und der Psyche Jaggers, dem Spitz als einer der wenigen Stonesbiographen endlich auch die künstlerische Qualität Mick Jaggers in den Vordergrund stellt. Dem Buch wünsche ich eine hohe Verbreitung im deutschsprachigen Raum, es ist Klasse.
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Der Musikjournalist und Autor mehrerer Bücher Marc Spitz hat eine bemerkenswerte Biografie über Mick Jagger verfasst. Dabei ist es ihm gelungen, die vielen unterschiedlichen Facetten des nicht unproblematischen Wesens dieses Rockstars von gut bürgerlicher Herkunft herauszuarbeiten.

Bevor ich die Biografie las, habe ich mich in die vielen Schwarz-Weiß-Fotos im Buch vertieft, die 1960 ihren Anfang nehmen und vermuten lassen, dass das Leben dieses Mannes in den letzten 50 Jahren ziemlich ausschweifend gewesen sein muss, speziell wenn man sich die letzte Aufnahme, gewissermaßen das Ergebnis, realisiert 2011, des heute 69 jährigen vor Augen führt. Ich musste spontan an Dorian Gray denken. Und doch verlief das Leben Jaggers anders, war nicht primär von Savoir-vivre geprägt, sondern zuallererst von der absoluten Hingabe an die Musik, die unzählige Auftritte und Tourneen durch die ganze Welt mit sich brachten. Jagger blieb trotz all seiner spektakulären Auftritte letztlich der Sohn aus gutem Hause, der bestrebt war, Karriere zu machen und wusste, dass dies ohne Arbeit nicht möglich war.

Der Werdegang Jaggers wird bis ins Detail beschrieben und man erfährt alles über sein musikalisches Engagement, liest davon, dass Mick den Blues leben wollte und es wohl auch auf seine Art tat. Wie Sinatra und Holiday hat dieser Brite das perfekte Rhythmusgefühl von Beginn seiner Karriere an besessen. Jeder, der ihn tanzen sah, wird dies sofort bestätigen. Man liest von den Anfängen der Band, von der engen Freundschaft zwischen Keith und Mick und auch davon, weshalb nicht Brian Jones, sondern Jagger zum Star avancierte.

Frauen spielten im Leben Jaggers und in seiner Karriere eine nicht unwesentliche Rolle. Stets zur entscheidenden Zeit hatte Mick die entscheidenden Beziehungen, beginnend mit Chrissie Shrimpton, fortfahrend mit Marianne Faithfull, Bianca Jagger und so weiter und so fort. Vermutlich ging er in seiner Frauenwahl nicht berechnend vor, sondern er hatte einfach nur Fortune.

Jagger, der Songschreiber, Sänger und Musiker vermochte sich wie kein anderer in den Zeitgeist der 68er Jahre einzufühlen, ihn rhythmisch umzusetzen. Dies ließ ihn schon früh zur lebenden Legende werden.

Nach wie vor soll Mick Jagger eine Menge Ideen haben und auch genügend Energie sie umzusetzen. Das klingt vielversprechend. Harren wir also der Dinge, die da kommen.

Empfehlenswert.
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am 10. Mai 2012
... aber bei den Stones ist das irgendwie anders. Habe zunächst in den 1980ern die etwas reißerische Biografie von einem Weggefährten von Keith, einem Tony Sanchez, gelesen. Lange her, hat mich aber damals fasziniert. Dann folgten die Biografien von Bill Wyman und Ron Wood. Waren ok.

Und jetzt also Mr Jagger himself! Eines vorweg: Das Buch macht Spaß, sehr viel Spaß sogar! Es ist flüssig und sehr unterhaltsam geschrieben und trotzdem nicht oberflächlich. Im Gegenteil bietet das Buch einen tiefen Einblick auch in die Geschichte der Stones, die ich so jedenfalls noch nicht kannte!

Fazit: Informativ, spannend und flott - Kaufen!

Viel Spaß!
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Der Prolog des Buches erwischt den Leser kalt. Zumindest sofern er sich die wertig gestaltete Lektüre zur Hand nimmt, um sich unvoreingenommen dem Menschen Mick Jagger ein wenig zu nähern, der Person hinter dem Superstar.
Autor Marc Spitz konfrontiert den Leser nämlich zunächst mit einer Frage, die mehrheitlich gleich beantwortet wird und vermutet darin den Schlüssel zum Phänomen Mick Jagger. Eine Frage, die sich die meisten bewusst wahrscheinlich nie gestellt und demzufolge auch nicht bewusst beantwortet haben:

"Wer würdest Du lieber sein? Mick oder Keith?"

Nun mag die Frage im ersten Moment etwas infantil wirken, aber in ihrer Antwort, oder in der Antwort die weit mehrheitlich gegeben wird, liegt eine bemerkenswerte Erkenntnis. Formulieren wir die Frage etwas erwachsener - "Wenn Du die Möglichkeit hättest mit einem von beiden einen Abend lang um die Häuser zu ziehen und ihn während dessen nach Herzenslust ausfragen könntest, wen würdest du wählen?" - die Antwort fiele gleich aus. Und da hat der Autor auch mich ertappt. Meine spontane Antwort wäre tatsächlich Keith Richards. So wie bei fast jedem. Doch warum ist das so? Warum lieben wir die Rolling Stones als ganzes, die ohne Jagger absolut undenkbar wären, begegnen ihm als Individuum aber oft übermäßig kritisch, während wir Keith Richards jede Schrulligkeit und Eskapade als Rock'n'roll-Immanenz nachsehen oder ihn gerade dafür besonders lieben.
Marc Spitz verfaßte mit "Mick Jagger - Rebell und Rockstar" kein Anti-Keith-Buch, er hebt das auch selbst ausdrücklich hervor, sondern versucht zu ergründen warum Jaggers persönliche Beliebtheitswerte ungewöhnlich schlecht ausfallen, dafür das er der Frontmann einer der einflussreichsten und beliebtesten Bands der Musikgeschichte ist.

Doch unmittelbar hinter dieser Neugier weckenden Einführung, beginnt das Buch dann leider auch schon um den Kern seiner Idee herumzuschlingern und verharrt in diesem Modus, meist mehr, manchmal weniger, durch alle 21 Kapitel hindurch, um es sich im Epilog dann zwischen den Zeilen selbst auch einzugestehen.
Der Mick Jagger Biographie von Marc Spitz haftet derselbe Makel an, der allen mir bekannten Mick Jagger Biographien anhaftet - es ist keine Mick Jagger Biographie!

Es ist ein Rolling Stones Buch mit besonderem Fokus auf Jagger, nicht mehr. Nähert man sich dem Buch mit dieser Erwartung, hat man 320 wunderbar bedruckte Seiten vor sich. Spitz' Musik-Journalisten-Duktus liest sich angenehm, er schreitet den Lebensweg chronologisch ab und hat mit vielen Weggefährten des Biographierten gesprochen, zitiert aus zahlreichen Artikeln vieler Jahrzehnte und kennt offenbar alle Platten die er erwähnt, auch rare Bootlegs und Gastspiele oder oft auch weniger breit bekannte Alben, die irgendeine Rolle im Jagger-Kosmos spielen. Und er hat offenbar auch all seine Filme mehrmals gesehen, was nun wirklich die wenigsten von sich behaupten können.
Kurz, der Autor hat gründlich recherchiert und vermittelt seine Erkenntnisse und Erfahrungen interessant. Daß einem nicht jeder Fakt neu ist, zumal als Fan, kann man Spitz nicht vorhalten, die Art wie er die Fakten serviert und vermittelt ist gut und sympathisch, die Aufmachung des Bandes hochwertig und liebevoll. Aus diesem Blickwinkel auch vier Sterne in der Bewertung für das Buch.

Doch eine wirkliche Jagger-Biographie, die einem das Gefühl vermittelt, nachdem man sie gelesen hat, diesen Kerl etwas besser zu kennen oder ein wenig zu durchschauen, ist es nicht.
"Und wer zum Teufel ist dieser Mick Jagger eigentlich und was hat er als nächstes vor?" Mit dieser Frage endet das letzte Kapitel bevor der Autor das Buch mit einem Epilog, wo er die Unergründlichkeit Jaggers noch einmal Revue passieren lässt, abschließt. Und damit schließt sich auch der Kreis, denn bereits im Prolog sinniert Spitz über ein Foto (was im Buch enthalten ist) auf dem der junge Jagger in den frühen 1970ern zu sehen ist und neben ihm ein Typ, auf dessen T-Shirt der Aufdruck "Who the f... is Mick Jagger?" prangt. Jagger schaut direkt in die Kamera, mitten hinein, und dennoch ist es unmöglich seinen Blick zu entschlüsseln, zu deuten was er darüber denkt, was in ihm vorgeht. Unergründlich eben.

Vermutlich ist es das, was ihn so überlebensgroß, aber auch distanziert erscheinen lässt. Und was uns ganz instinktiv Keith Richards sympathischer macht, der unverstellt drauflos erzählt, dem herzlich egal ist was ein Journalist aus seinen Worten für eine Schlagzeile konstruiert, der deutlich erkennen läßt worüber er lachen kann und was ihn stinksauer macht, der seine Einschüsse in der Seele zeigt, aber auch wie man damit lebt und trotzdem ein Schelm und gelassen bleibt.
Jagger entschied sich für den anderen Weg. Abgesehen von den ersten paar Jahren im Rampenlicht, wo Person und Star noch eine Einheit bildeten, ist er in Interviews seither zwar stets höflich, aber distanziert und gewährt sie immer seltener, schottet sein Privatleben ab und kommentiert seit langem kaum noch irgendetwas, was über ihn verbreitet wird, sei es auch noch so falsch. Er nimmt es hin und schafft so einen Mythos, wahrscheinlich nicht einmal gewollt. Denn vergleicht man Jagger beispielsweise mit Michael Jackson oder Madonna, die beharrlich selbst ihre Ikonisierung forcierten, ist er zwar genauso unergründlich, lässt seine Seele genauso wenig durchblicken, aber wirkt doch bei weitem geerdeter.

Marc Spitz spricht im Buch etwas pathetisch von Mick Jagger als den vielleicht meist missverstandensten Rockstar. Nun, das will mir dann doch etwas arg mitleidig klingen, was Jagger mit Sicherheit nicht benötigt. Dennoch liegt Spitz vermutlich ganz richtig.
Die Ambivalenz, zwischen dreckigem Rock und mit den Jahren immer bürgerlicherem Habitus, zwischen auch über die Jahrzehnte nicht nachlassender extremer Präsenz und Offenheit auf der Bühne und in den Liedtexten und absoluter Verschlossenheit jenseits davon, zwischen leidenschaftlicher Verankerung im Blues (Elemente die fälschlicherweise gemeinhin nur Keith zugeschrieben werden) und Experimenten mit modischen Trend-Sounds in seinen Projekten ohne die Stones etc. etc. - führt in der flüchtigen Wahrnehmung zu unterbewusstem Argwohn beim Betrachter.
Dabei ist Jagger letztlich wohl einfach nur extrem vielseitig interessiert, stets auf der Suche nach neuem (ein Schelm, wer da böses denkt), aber wiederum auch extrem daran interessiert, sein Privatleben nicht zu einem öffentlichen Ereignis werden zu lassen.
Dass das auch etliche Stones-Fans irritiert, darf einen vermutlich wirklich nicht interessieren, wenn man Mick Jagger ist.
Ebenso wenig wie, dass dadurch Biographen in schöner Regelmäßigkeit scheitern und letztlich nur hilflos an der Oberfläche kratzen und aus subjektiver Sicht mal mehr, mal weniger schlüssig spekulieren und um am Ende doch auf eine eines Buches würdige Seitenzahl zu gelangen, halt die Geschichte der Rolling Stones immer wieder neu erzählen. Ein zulässiger Kunstgriff, denn die Biographie eines jeden Rolling Stone ist ganz und gar untrennbar verwoben mit der langen, ereignisreichen Geschichte der Band.
Von allen mir bekannten Schriften über die Stones, eine der besseren - und das ist ja auch schon mal was - wenn auch immer noch nicht die ultimative Mick Jagger Biographie.
Aber im Herbst 2012 erscheint ja schon die nächste, dann versucht sich Philip Norman auf 560 Seiten (Englische Ausgabe sogar 620 Seiten) dem Mythos Mick Jagger zu nähern.
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