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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Aufwühlend!
Ich hab mir den Film jetzt auf DVD zugelegt und mir auch angesehen. Also mich hat der Film sehr aufgewühlt! Mein erster Gesamteindruck zu diesem Film war allerdings zuerst eher negativ ! Da wird mal wieder das Bild des perversen Normalo von nebenan gezeigt. So wie sich das Volk eben einen kinderschänder vorstellt! Wie soll ich das jetzt hier vorsichtig...
Veröffentlicht am 5. Juli 2012 von Brundibar

versus
2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen "Michael"
"Michael" ist ein Film, der sich einem heiklen und schwierigen Thema annimmt. Der Alltag des pädophilen Kindesentführer Michael wird kühl und realistisch dargestellt. Dabei ist man ganz nah dran an der Hauptfigur und es gibt fast keine Szene ohne Michael. Man geht mit dem Thema nicht reißerisch um und wirklich schlimme Bilder bleiben aus, was dazu...
Veröffentlicht am 9. August 2012 von billy


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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Aufwühlend!, 5. Juli 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Michael (DVD)
Ich hab mir den Film jetzt auf DVD zugelegt und mir auch angesehen. Also mich hat der Film sehr aufgewühlt! Mein erster Gesamteindruck zu diesem Film war allerdings zuerst eher negativ ! Da wird mal wieder das Bild des perversen Normalo von nebenan gezeigt. So wie sich das Volk eben einen kinderschänder vorstellt! Wie soll ich das jetzt hier vorsichtig formulieren? Viele sind sich ihrer Neigung durchaus bewusst, aber sie leben sie nicht aus! Haben sich unter Kontrolle! Lernen mit Verantwortung zu leben. Ein schwieriges Thema! Aber als solches sicher nicht die Botschaft des Films!

Der Michael im Film ist anders! Er behandelt den Jungen wie einen Gegenstand. Er benutzt ihn bei Bedarf und schließt ihn dann weg! Nur von Zeit zu Zeit darf der Junge mal raus und seinen Beitrag zu Michaels Alltag leisten. Ich denke es ging dem Regisseur hauptsächlich darum den Mechanismus des Abnormen zu zeigen. Das Absurde unter den Deckmantel der Normalität. Und das ganze aus der Perspektive des Täters. Und als solches ist der Film mehr als gut gelungen! Ähnlich wie schon in Michael Hanekes Film "Funny Games" wird hier dem Zuschauer eine rein nüchtern neutrale Perspektive der Ereignisse gezeigt der man sich nicht entziehen kann! Eine Anatomie des Grauens!

Alle Schauspieler haben hier überaus beeindruckende Leistung gebracht haben! Und ich finde es gut dass der Regisseur dem Jungen gegenüber ehrlich war und ihn darauf vorbereitet hat auf das was der Person da passiert, die er spielen soll. Der Junge hat durchaus verstanden dass es Männer gibt die Jungen lieben, auch wenn er es mit seinem kindlichen Wesen nicht vollständig erfassen kann, so war ihm die Grundsituation völlig klar. Anders als bei dem Film "Mysterious Skin", wo die Szenen mit den Jungen separat gedreht wurden, und erst am Schneidetisch mit den anderen Szenen zu dem wurden was wir gesehen haben. Und erst später, wenn die Kids erwachsen sind und den Film vollständig sehen, werden sie erkennen was sie gespielt haben. Eigentlich ist das auch eine Form des Missbrauchs.

Das hat Markus Schleinzer in seinen Film also besser gemacht. Meine Hochachtung auch an die Eltern des Jungen, die dem ganzen zugestimmt haben und ihrem Jungen das auch zugetraut haben! David Rauchenberger wirkte in den wenigen "Hinter der Kamera" Szenen ganz anders als im Film! So lebendig und verspielt! Das spricht sehr für die tolle Leistung die er im Film gezeigt hat! Seine gepeinigte Mimik sagte wirklich soviel mehr als Worte! Mir hat eine besondere Szene im Film geradezu das Herz gebrochen! Als der Junge das Plakat mit der vermissten Katze in der Hand hält und anfängt zu weinen! Das ging mir durch und durch! Sicher musste er an seine Eltern denken die aus seiner Sicht das suchen sicher schon aufgegeben haben! Ich dachte nur: O Gott! Lass ihn doch endlich gehen! Mach die Haustür weit auf, und lass ihn nachhause gehen!

Dem Täter Michael traf mein ganzer Hass! Wie kann ein Mensch nur so ohne Mitgefühl sein! Ganz morbide die Szene als er in den Wald fährt und schon mal eine kleine Grube aushebt, wo er den Jungen dann begraben will, wenn dieser dann an seiner Krankheit verreckt ist! Und was käme dann? Hätte er sich dann einen neuen Jungen geangelt? Wie hat er sich das überhaupt vorgestellt, wenn der Junge dann älter geworden wäre? Hätte er ihn dann umgebracht? So krank im Hirn! Mir fehlen die Worte!

Und die letzten 10 Minuten des Films waren mit Abstand das nervenaufreibendste was ich seit langem gesehen hab! Das war ja kaum auszuhalten! Die den Film auch gesehen haben, werden verstehen was ich meine! Und dann das abrupte Ende! Ein wenig mehr hätte es durchaus sein können! Aber auch hier war es dem Filmemacher wohl wichtig sich von der üblichen Filmkost abzusetzen. Es sollte keine klassische Erzählstruktur erkennbar sein. Kein Krimi mit Einleitung, Hauptteil und großer Auflösung am Schluss. Man erfährt nicht wann und wie Michael den Jungen aufgegriffen hat, und genauso wenig wie es dann nach dem plötzlichen Ende weitergeht. Er lässt den Zuschauer beabsichtigt ratlos zurück.

Positiv zur DVD sollte noch erwähnt werden dass der Film anspruchsvoll in gebundener Buchform in der Reihe "Kinokontrovers" aufgelegt wurde. Auf 26 Seiten kann man viel Wissenswertes über den Film und seine Macher erfahren. Auch die Interwiews im Bonusmaterial sind mit ca. einer Stunde recht großzügig und informativ. Leider kommt der kleine David hier nicht zu Wort, aber der Regisseur hat viel positives über seinen kleinen Schauspieler zu berichten! Wer also bereit ist sich im Heimkino mal nicht nur bespassen zu lassen, dem sei dieser Film wärmstens empfohlen!
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bemerkenswert, 15. August 2012
Rezension bezieht sich auf: Michael (DVD)
Schleinzer feiert mit seiner Regiearbeit ein Fest der Reduktion. Die wesentlichen Dinge drückt der Film eben dadurch aus, dass sie *nicht* gezeigt werden.

Die Schnitte sind bis zur letzten Szene präzise so platziert, dass der Zuschauer sich die Elemente, mit denen eine Geschichte überlicherweise "erzählt" werden müsste, vor dem inneren Auge selber erzählen muss. Und das funktioniert über die Gesamtdauer des Filmes bemerkenswert gut - die Imaginationskraft wird zu keinem Zeitpunkt überfordert.

Markus Schleinzer schlägt durch dieses "Weglassen des Wesentlichen" (??) gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe: Er verzichtet darauf, die Botschaft seines Filmes durch unappetitlichen Voyeurismus zu transportieren – gleichzeitig wird das Entsetzliche dadurch, dass es nicht gezeigt wird, um genau den Faktor gesteigert, zu dem jeder einzelne Zuschauer entsprechend seiner Vorstellungskraft wohl noch gerade so fähig ist.

Der Blickwinkel des Films konzentriert sich dadurch mit geradezu schmerzhafter Tiefenschärfe auf seine Figuren – durch das Brennglas über der alltäglich-stillen Oberfläche von Michael und das ebenso nur an der Oberfläche schweigsame Leiden seines Opfers wird das Unfassbare für den Zuschauer in beinahe unerträglicher Weise begreiflich gemacht: Dass der Focus des Films nicht darauf gerichtet ist, was die Menschen TUN, sondern auf dem, was es für sie BEDEUTET.

Und das gelingt. Meisterlich.

Bestimmt kein Film für einen unterhaltsamen Abend – hinsichtlich des Ausreizens cineastischer Stilmittel hat Schleinzer seinen Lehrer Haneke in meinen Augen mit "Michael" bereits übertroffen.
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28 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Dramaturgisch hervorragendes und trotz des schwierigen Themas sehr einfühlsames Plädoyer gegen das Verbrechen Kindesmissbrauch !, 5. Juni 2012
Von 
Retro Kinski - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Michael (DVD)
DVD:

- BILD: neutral, in Kunstlichtszenen leichter Grünstich
- TON: sehr zurückhaltend, wenig Dialog, Räumlichkeit nicht notwendig oder ausgereizt, DD 5.1
- EXTRAS: Interview, Kapitel- / Szenenanwahl, Animiertes DVD-Menü
- SONSTIGES: FSK 16

FILM (OHNE SPOILER!)

Der Film MICHAEL zeigt in ungeahnt realistischer und psychologisch eindringlicher Weise eins der schlimmsten Verbrechen das es gibt: Kindesmissbrauch ! In verstörenden, teils dokumentarisch wirkenden Bildern wird der "ganz normale Alltag eines Pädophilen" namens Michael gezeigt der den zehnjährigen Wolfgang missbraucht. Wer Skandale oder explizite Aufnahmen der Taten im Film sucht sollte wie potentielle Täter schnell das Weite suchen. Der Film versteht es mit hohem Einfühlungsvermögen die für das Kind so nachhaltig traumatischen Handlungen nur anzudeuten. Im Kopf des Zuschauers fügen sich diese dann zu viel schockierenden Bildern zusammen. Dies gelingt dem Regisseur trotz dieses schwierigen Themas sehr einfühlsam und somit ist MICHAEL ein leises, aber von der Wirkung her potentiell wuchtiges Plädoyer gegen Verbrechen dieser Art.

Ganz kurz nur zur Story (OHNE SPOILER!) ohne etwas vorwegzunehmen: Der Angestellte Michael führt ein absolut durchschnittliches Leben bis auf die Tatsache, daß er im Keller seines Hauses einen Jungen einsperrt und sexuell mißbraucht. Die Kollegen und Michaels Familie ahnen nichts davon was in dem Haus passiert. Er versucht sogar Vatergefühle vorzuspielen und es wird auch Weihnachten gefeiert.........Dem Zuschauer bleibt allerdings eine Szene nach der anderen im Halse stecken. Regisseur Markus Schleinzer inszeniert MICHAEL in sehr ruhigen, passiv gefilmten langen Einstellungen völlig alltäglicher Handlungen die das Ganze nur noch realistischer und gespenstischer machen. Es erinnert vielleicht nicht umsonst stark an die Bildsprache von Michael Haneke denn Schleinzer hat für Michael Haneke in einigen Filmen das Kindercasting gemacht.

Die größte Stärke des Films ist, daß er die Taten beschreibt aber nicht gleich im selben Atemzug (be-)wertet. Michael ist im Film vordergründig kein Monster, kein testosteron-strotzendes Biest, sondern ein unglaublich unauffälliger Angestellter der wie die meisten Täter dieser Art seine eigenen Bedürfnisse nach Intimität, Nähe und Macht AUF KOSTEN des Kindes auszuleben versucht. Schockierend sind die Szenen in denen man dem Jungen ansieht wie er sich an die die Übergriffe gewöhnt hat und sich mit seinem Zimmer im Keller und seinen beschränkten Möglichkeiten und der Dauernahrung Tütensuppen arrangiert hat. Innerlich durchlebt er natürlich die Hölle. Der Film hält sich mit Dialogen sehr zurück was die Wirkung noch verstärkt.

Es gibt auch wenige, aber nachhaltige Schockmomente im Film wenn doch mal die Ruhe durch einen eruptiven Gefühlsausbruch der Protagonisten unterbrochen wird und das Filmende gehört mit den dramaturgisch besten die ich je gesehenen habe. MICHAEL überzeugt auf ganzer Linie durch den Nichtgebrauch gängiger Klischees in bezug auf pädophile Täter trotz des Medienhypes um die Fälle Natascha Kampusch und Josef Fritzl in den letzten Jahren. Er widmet sich neben dem Täter auch der so schwerwiegenden Traumatisierung des Opfers und seiner Leidenswelt. Ich kann den Film aufgrund aller Faktoren vorbehaltlos empfehlen aber einigen wird er aufgrund seiner umbequemen Sperrigkeit und kühlen Dramatisierung des vermeintlich Banalen nicht gefallen.

5/5 Sternen
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Normalität, ..., 24. Juni 2012
Von 
Martin Ostermann "ostermannm" - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Michael (DVD)
... wie wir sie äußerlich wahrnehmen, kann die dünne Oberfläche sein für dahinter liegende, erschreckende Abgründe. So beginnt 'Michael' damit, dass ein Mann abends nach Hause kommt, er hat eingekauft, deckt nun den Tisch zum Abendessen für zwei Personen. Dann geht er in den Keller und öffnet eine, mit einem schweren Metallriegel verschlossene Tür. Aus der Dunkelheit des Raumes kommt zögerlich ein etwa zehnjähriger Junge. Beim gemeinsamen Abendessen fragt dieser, ob er heute fernsehen dürfe. "Aber nur bis neun", kommt die lapidare Antwort des Mannes. Bereits diese kurze Anfangssequenz macht die Erzählhaltung des Filmes deutlich: Der völlig normale und weitgehend ereignislose Alltag eines Mannes und eines Jungen wird geschildert, allerdings mit dem entscheidenden Detail, dass der Junge nachts und den größten Teil des Tages eingeschlossen in einem für diesen Zweck eigens hergerichteten Kellerraum verbringt. Nach gemeinsamem Abspülen und Fernsehen schließt sich die Tür hinter dem Jungen wieder. Der Mann - eben jener Titel gebende Michael - geht nach dem Zähneputzen und vor dem Schlafen aber noch einmal in den Raum.
Michael ist Angestellter bei einer Versicherung, trifft sich mit seiner Schwester, telefoniert mit seiner Mutter und macht mit seinen Freunden sogar einen Ausflug zum Skifahren - ein ganz normales Leben eben. Selbst mit seinem Gefangenen unternimmt er Ausflüge in den Zoo und zu Aussichtspunkten. Es wird nicht viel gesprochen, aber auch nicht gestritten. Dieses nach außen völlig unscheinbare, in Bezug auf das Verhältnis von Mann und Kind aber zugleich völlig abgründige Leben könnte noch lange so weitergehen, jedoch muss auch Michael erfahren, dass sich vieles, aber eben nicht alles im Leben planen lässt.

Das Regiedebüt des Österreichers Markus Schleinzer ist deshalb so verstörend, weil es fast keinen dramaturgischen Spannungsaufbau und auch keine den Zuschauer entlastende Struktur gibt. Vielmehr ist der Betrachter gezwungen, sich einem Geschehen auszusetzen, das man aufhalten oder dem man zumindest entfliehen möchte. Es gibt keinen Soundtrack, nur in der Handlung enthaltene Musik ist zu hören (z.B. das Autoradio) und es gibt auch keine erklärenden Rückblenden oder Einschübe. Wie lange der Junge schon gefangen ist, was den Täter motiviert und ob es so etwas wie polizeiliche Ermittlungen gibt, erfährt der Zuschauer nicht.
Der Regisseur, der viele Jahre für Michael Haneke als Casting-Direktor arbeitete, sagt in einem längeren, in den Extras der DVD enthaltenen Interview, dass ihn die Frage nach der auch in einer solchen 'Beziehung' irgendwann einsetzenden Normalität in Form einer Alltagsstruktur interessiert habe. Er habe sich deshalb bemüht, keinerlei Bezüge zu realen Fällen einzubauen und auch jede Art von Voyeurismus vermieden. Wenn also ein Zuschauer anschließend sagt, dass im Film 'nichts' passiere bzw. man ja sexuellen Missbrauch nicht sehe, so ist das zwar richtig, aber das muss man auch nicht, um die erzählerischen Leerstellen des Filmes zu vervollständigen. Ohnehin sei die eigene Fantasie meistens schlimmer als jedes gezeigte Bild. Im Interview erfährt der Betrachter ebenfalls einiges über die sensible Arbeit mit dem hervorragenden Kinderdarsteller und die für den Regisseur wichtige Bestätigung der filmischen Realität durch eine, mit Missbrauchstätern arbeitende Psychologin, die im Film einen kurzen (TV-)Gastauftritt hat.

'Michael' ist sprödes, halbdokumentarisches, dramaturgisch und schauspielerisch hervorragendes, aber zugleich verstörendes Kino aus Österreich. Sicherlich ist das Sehen nicht jedem zu empfehlen, denn es handelt sich um einen Film, den man sich erarbeiten muss, der aber dann viel zur Auseinandersetzung mit einem gesellschaftlichen Tabu-Thema beitragen kann. Sehr sehenswert!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Debütfilm Markus Schleinzer: Ohne jede Empathie........, 30. November 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Michael (DVD)
....ein Mann kommt nach Hause. Parkt seinen Wagen in der Garage.
Bereitet das Abendessen zu. Dann öffnet er eine Tür.......
" na komm...." - ein kleiner, blinzelnder Junge tritt aus dem
dunklen Raum ins helle Licht des Kellers.
Nein, es ist sicher nicht der Vater mit dem Sohne,- es ist... der
Beginn eines Alptraums. Und der Alptraum heisst Michael.
Michael raucht, putzt sich die Zähne elektrisch, und wäscht sich
im Intimbereich. Nach oder vor dem regelmässigen Gebrauch...
an dem kleinen Jungen.
Nach außen hin unscheinbar- so war es schon bei den Peinigern
von Natascha Kampusch und der Fritzl- Tochter. Und so wird es auch
bei den Ärmsten der Armen sein, die noch nicht gefunden wurden.

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Geschichte:

Michael ( Michael Fuith) ist ein unauffälliger, bieder wirkender
Versicherungsangestellter, der es versteht, seinen Mitmenschen ein Bild
der Normalität vorzuspielen.
Doch in seinem Keller hält der 35- jährige den kleinen Wolfgang ( David
Rauchenberger) gefangen. Sein mit Bett, Fernseher, Mikrowelle und Essensvorrat
ausgestattetes Verließ darf der Jungen nur verlassen, wenn sein ihn sexuell
missbrauchender Peiniger ihn zum Essen ruft. Ausflüge gibt es auch, aber die sind
rar gesät.
Michael geniesst die unbedingte Abhängigkeit des Jungen, der nicht einmal über
das Licht im Kellerverschlag verfügen kann. Ist Wolfgang`s Schicksal ausweglos?

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Fazit:

Wie nähert man sich filmisch einem Thema an, das so grauenhaft, so
unerträglich unfassbar ist, daß es eigentlich niemand auf der Leinwand
sehen will?
Es gibt in unserer Gesellschaft kaum ein Verbrechen, das härter verdammt
wird als Pädophilie und Kindesmissbrauch. Markus Schleinzer begiebt sich
hier mit dem Täter auf gleiche Augenhöhe. Michael ist ein schlichter und
doch gewaltiger Film: so folgen wir dem Triebtäter beim Einkaufen, beim Plausch
mit Nachbarn und Freunden, zu seinem Arbeitsplatz- seinem Alltag eben.
MICHAEL seziert in kalten und erschreckenden Bildern die letzten Monate eines
erzwungenen Zusammenlebens, in denen der kleine Wolfgang beginnt, gegen seinen
Peiniger zu rebellieren......

manchmal schreien die leisesten Filme am lautesten.
___

BONUS:

Eine Art von Normalität- Markus Schleinzer über seinen Film MICHAEL

Ohne jede Empathie- Michael Fuith über MICHAEL

Deutscher Kinotrailer

Booklet mit Essay zum Film

FÜNF " Was nicht sein darf "- Sterne für die brillianten Schauspieler und den provokanten
Debütfilm.
In bester österreichischer Tradition zeichnet der Regisseur das messerscharfe
Portrait eines unglaublichen Verbrechens. Konzentriert, klug, kontrovers.

Filmtip!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Geht unter die Haut!, 29. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: Michael (DVD)
Michael, ein total unauffälliger einzelgängerischer Versicherungsvertreter hält sich einen 10-jährigen Jungen als Sexsklaven in seinem Keller.
Alles erinnert dabei leider an die Fälle Natascha Kampusch und Amstetten-Fritzl, die ebenfalls Kellerverliese eingerichtet hatten und dort ihr Unwesen trieben.
Der Film ist von Anfang bis Ende atemberaubend, die Story ist einfach zu heftig und leider gibt es auch die traurigen realen Fälle, die aufgekommen sind.
Schauspielerische Top-Leistungen, sehr gutes Drehbuch!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Konfrontation, 4. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: Michael (DVD)
Alle Stereotypien über Bord geworfen. Die Begleitung des Täters übernimmt der Zuschauer. Also keine Distanz. Es ist kaum zu etragen - denn es gibt kaum mehr eine Grenze, nur die Kamera, der Fernseher. Das Stylistische ist dezent, also alle noch näher. Der Regisseur stellt den Täter so in unsere Reihen hinein.Wir sind durch die ganzen Filme so stark konditioniert, dass wir ständig am liebsten: "Das ist typisch..." rufen wollen; uns fragen wollen: "Warum macht er das..." - und, dass wir ständig "So sind wir aber nicht..." denken wollen. Aber das klappt hier nicht so leicht. Denn: Was geschieht, ist Alltag, ist teils banal, ist kalt, und dann wieder emotional, dadurch BRUTAL nahe an uns dran, weil dazwischen eben dieses Verbrechen statt findet, jede Sekunde. Wer denkt im Alltag schon immer an die Gründe seines Tuns? Der Film erklärt nicht, sondern es geschieht etwas. Die Szene am Tisch, in der Michael dem Jungen eine Frage stellt, und der arme Junge antwortet, ist grauenvoll. Es treibt Tränen in die Augen. Das Ende ist logisch, wie ich finde. Es geschieht eben im Kopf = Konfrontation. Ein furchtbarer Film, ein furchtbares Verbrechen, dass durch die schauspielerische Leistung auch noch weiter realistisch wird. Es ist der Film zum Thema.
Ich darf hier auch noch verweisen, auf "Der Freie Wille."
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Michael, 24. April 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Michael (DVD)
Dieses Regie-Erstlingswerk von Markus Schleinzer besticht durch seine kühl sezierende und deshalb um so eindringlichere Sicht auf ein Lügengerüst, welches dazu dient, eine Alltagsnormalität um ein ungeheuerliches Verbrechen an einem zehnjährigen Buben aufzubauen und zu bewahren. Der Täter ist ein 35jähriger leitender Versicherungsangestellter, sehr gut verkörpert von Michael Fuith, der seinen Wahn, ein Kind nach seinem Willen jeglicher Freiheit zu berauben, durch immer ausgeklügeltere Methoden verwirklicht, bis dieses erzwungene Zusammenleben durch das Aufbegehren des Jungen gegen seinen Peiniger endet, der bei einem Verkehrsunfall Selbstmord begeht. HHB
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8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schockierend und ergreifend, 13. Juni 2012
Von 
Rezension bezieht sich auf: Michael (DVD)
Was für ein Film und was für ein Wagnis von Michael Schleinzer.

Geschildert wird die Situation, wie ein unauffälliger Mann, schätzungsweise Mitte/Ende 30 einen vermeindlich entführten 10jährigen Jungen im Keller seiner Wohnung gefangen hält.
Im Film wird nicht sehr viel gesprochen, doch um so drastischer sind die Bilder, die eigentlich einen auf den ersten Blick einen "normalen Familienalltag" schildern, doch immer wieder wird man daran erinnert, dass es sich hier um die Darstellung eines brutalen Verbrechens handelt.

Der gefangene Junge darf die "relative Harmonie", die Michael versucht herzustellen jedoch nur dann voll erleben wenn Michael nicht zur Arbeit ist, wenn die Läden geschlossen, die Türen abgesperrt sind, dann darf der Junge sein Verlies verlassen und wird in die Wohngemeinschaft "integriert". Schrecklich und bedrückend aber dass er Michael stets auch für dessen sexuellen Bedürfnisse zur Verfügung stehen muss.

Trotz aller Behutsamkeit, mit der Schleinzer in dem Film vorgeht, es werden keine anzüglichen und zweideutigen Momente gefilmt, wird der Zuschauer durch den Film sehr aufgewühlt und z.T. auch aufgebracht. Das was er mitteilen wollte ist voll angekommen, so gekonnt so direkt und so vorsichtig, dass ich in diesem Film eine ganz großartige Leistung sehe.
Es hilft nicht wegzuschauen und zu schweigen wenn das Thema Pädophilie auftaucht, nur eine Auseinandersetzung damit kann Wachsamkeit und Vorsicht bewirken.

Genauso wichtig wie den Film anzuschauen ist es aber sich das Bonusmaterial, insbesondere das Interview mit dem Filmemacher anzusehen. Hier erklärt Schlenzer sehr einfühlsam und genau seine Motivation, seine Vorgehensweise und weist auch darauf hin dass in dieser Weise betroffene Menschen ihren "Defekt" wohl schon seit der Geburt in sich tragen. Er betont auch sich nicht anzumaßen den Film aus der Sicht des Opfers aufzuzeichnen, sondern bemüht sich dies aus dem Blickwinkel des Täter zu tun.

Es kommt in dem Film auch klar heraus, dass der pädophile Michael kein aggressiver Triebtäter ist, in seinem Inneren sich sogar nach Harmonie sehnt und nach Geborgenheit, dies jedoch auf Kosten eines kleinen Jungen, der nicht mitentscheiden kann, der dem grausamen Schicksal machtlos ausgesetzt ist. Der Täter ist unfähig zu erkennen, dass dieses Handeln nicht legitim ist und ein brutales Verbrechen gegenüber einer jungen heranreifenden Kreatur darstellt.

Ein ganz großes Lob auch an den jungen Darsteller, der seine Rolle sehr überzeugend spielt und der, wie ebenso in dem Interview Schleinzers deutlich wird behutsam, doch mit aller Offenheit an das Thema herangeführt wurde.

Ein Film, der auch ohne Effekthascherei und versteckten Voyeurismus, durch klar durchdachte und exzellent umgesetzte Bilder große Abgründe aufzeigen kann. Und auch hier gilt was die Umsetzung angeht "In der Ruhe liegt die Kraft". Großes Geschrei und Getöse verwirren oft und lenken vom Eigentlichen ab.
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5.0 von 5 Sternen Dieser Film geht unter die Haut und lässt einen nicht mehr los, 11. Dezember 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Michael (DVD)
Der Debütfilm »Michael« von Markus Schleinzer hat mich tiefer berührt, als je ein Film zuvor. Der Streifen kommt mit wenigen Dialogen und ohne Hintergrundmusik und Schockeffekte daher, und genau das macht ihn so fesselnd. Gleich von Beginn an war ich in dieser tristen Welt gefangen, und kam aus dieser Gefangenschaft bis zum Ende auch nicht mehr heraus.
Nein, wer hier Action, Blut oder gar Sexszenen erwartet, liegt gänzlich falsch. Dieser Film ist sehr viel tiefgründiger und außerordentlich subtil. Die Szenen, die nicht gezeigt werden, entstehen unweigerlich im Kopf des Zuschauers. Ich ziehe meinen Hut vor Markus Schleinzer, der meines Erachtens einen Meilenstein des modernen Psychodramas geschaffen hat, das noch lange nach dem Ansehen nachwirkt und tiefe Spuren auf der Seele hinterlässt. Ich fand den Film wirklich herausragend gut!!!
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Michael
Michael von Markus Schleinzer (DVD - 2012)
EUR 12,13
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