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5.0 von 5 Sternen Rezitative und Rhapsodien, 23. September 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Violinkonzerte (Audio CD)
Das Violinkonzert von Carl Nielsen ist m. E. zu Unrecht kaum bekannt. Es gibt eine Handvoll zumeist guter Aufnahmen, aus denen die von Yehudi Menuhin von 1952 und von Maxim Vengerov von 1996 herausragen (die von Nikolaj Znaider kenne ich bis jetzt nur aus den Hörbeispielen von amazon.de, sie klingt auch sehr vielversprechend). Vilde Frang spielt diese durchaus illustre und hochkarätige Konkurrenz jedoch an die Wand. Nielsens Konzert klingt, als sei es eben erst für Vilde Frang komponiert worden. Sie erlaubt sich viele Freiheiten, die jedoch vollkommen authentisch wirken und manche Feinheiten der Partitur überhaupt erst hörbar machen. Die langsamen Einleitungen der beiden langen Sätze klingen bei ihr sehr rezitativisch - dadurch bekommt die Musik einen sehr sprechenden Gestus. Was sonst schwer klingt (und in Wirklichkeit höllisch zu spielen sein muss), wirkt bei ihr wie eine leicht hingeworfene Verzierung. Die Solokadenz vor allem im ersten Satz arbeitet die Dissonanzen scharf heraus und lässt sie zugleich geradezu melodisch erscheinen. Das ebenbürtig herausragend spielende Dänische Radiosinfonieorchester unter Eivind Gullberg Jensen (der mir bisher unbekannt war) tut das Seine dazu, um Nielsens Musik überschäumend lebendig und sinnlich erklingen zu lassen. Mit einer Aufnahme wie dieser wird Carl Nielsen endlich einmal hörbar als das, was er war: einer der ganz großen Komponisten der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, einer der Pioniere der Moderne, auch wenn die meisten seiner Werke (wie auch das Violinkonzert) noch irgendwo zwischen Romantik (mit der sie nicht wirklich zu tun haben - Nielsen verabscheute die Spätromantik) und Moderne stehen. Ein Stil für sich, schwer einzuordnen, ohne wirklich direkte Vorbilder, sehr skandinavisch, aber keine Nationalmusik, wie sie in der Romantik in so vielen Ländern entstand.
Das Tschaikowski-Konzert, von dem ich schon viele Aufnahmen habe (erst zuletzt die von Hilary Hahn) war für mich eher eine Dreingabe, ist aber doch viel mehr. Vilde Frangs Interpretation dieses fast schon totgespielten (und doch glücklicherweise nicht totzukriegenden) herrlichen Konzerts ist in meinen Augen nicht so einzigartig wie ihr Nielsen, aber doch auf äußerst hohem Niveau. Das Rhapsodische, das sie bei Nielsen so herausspielt, kommt auch hier zum Vorschein. Ihr Gefühl für Rhythmus und Tempo führt auch hier zu sehr überzeugenden Ergebnissen. Eine wunderbare Aufnahme, die sich darin freilich nicht abhebt von einer ganzen Reihe anderer auf ihre Art ebenso wunderbaren. Es bleibt das Nielsen-Konzert, das diese CD für mich zu einer völlig einzigartigen macht.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine Musikerin die (endlich mal) berührt!, 11. März 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Violinkonzerte (Audio CD)
Die Überschrift sagt es schon. Vilde Frang ist eine junge Violinistin, die tief berührt und gleichzeitig begeistert.

Ich hörte sie zuerst in youtube, wo ich mir immer einmal so einige Interpreten der unterschiedlichsten Instrumente anhöre. Ich bin oft recht kritisch was die Musikinterpretationen heutiger Zeit betrifft. Da gibt es so viele, die wie dressiert klingen und nur beigeistern können durch ihre Fingerfertigkeit, Akrobatik und Artistik, aber selten durch ihre tiefe ECHTE geistige Gefühlsübermittlung, was Grundlage der klassischen Musik und wirklichen Kunst ist. Wie häufig werden schönste Nuancen einfach überspielt, bzw. nur über den Willen und Kopf gesteuert, anstatt dem tiefen Gefühl. Oder wie häufig Schwerpunkte und Themen als solche nicht erkannt.

Als ich hingegen Vilde Frang hörte, war ich so "berührt", dass ich mir sagte, die muss ich mir live anhören.
Also besorgte ich mir eine (teure) Karte und lautsche ihr im Konzertsaal (Mendelssohn). Es war unbeschreiblich, wie sie uns, das Publikum aber auch das Orchester mitriss. Manchmal eigenwillige Interpretationen, gefielen mir, denn sie waren alle ECHT, sie entsprangen ihrem tiefen Gefühl. Das honorierte auch das Publikum mit langen Ovationen und Fußgetrampel.

(P.S. Selbst das fast eingeschlafene etwa 6 Mädchen erhob sich und lauschte gespannt, als Vile Frang begann zu spielen!)
Ich hoffe sehr, Vilde Frang bleibt ihren tiefen Gefühlen in der Musik immer treu und lässt sich nicht, wie so einige über abstrakte Gedanken und Zerpflücken der Inhalte, verderben.

Jedenfalls hatte ich auch nach dem Konzert noch lange nicht genug, im Gegenteil, ich kaufte mir sogleich einige CDs. u.a. hiesige.
Da ich viel auf Reisen bin, höre ich sie regelmäßig. Das Tchaikovsky-Konzert hat es mir besonders angetan.
Bin selbst Berufsmusiker in einem anderen Fach und kann nur sagen, ich höre sie mir immer wieder und wieder. Satt bin ich noch lange nicht.
Klar, live ist noch einmal etwas ganz anderes, aber dennoch, was da rüber kommt, ist schon ein Geschenk. Apropos Geschenk, für einen Klassikkenner und Musikbegeisterten der Tipp!

P.S. (Hm, ansonsten bin ich eigentlich nicht so ein Schwärmer!:-))
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Violinkonzerte
Violinkonzerte von Vilde Frang (Audio CD - 2012)
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